„Der Kaffee muss heiß sein wie die Hölle, schwarz wie der Teufel, rein wie ein Engel, und süß wie die Liebe“, formulierte dereinst der französische Staatsmann Charles Maurice de Talleyrand, der als Teilnehmer des Wiener Kongresses die einzigartigen Kaffeehäuser der Donau-Metropole kennen und schätzen lernte. Und das zu Zeiten, da der Kaffee bisweilen – mehr Weltanschauung als prophanes Lebensmittel – nach einer Lackiererfarbtafel mit 20 Farbschattierungen bestellt wurde. Inzwischen ist das Angebot weiter verfeinert worden: Ob als Mocca klein oder groß, als Melange, Einspänner, Fiaker, Kapuziner, Franziskaner, Maria Theresia (pikanter Weise ein Mocca versetzt mit einem Schuss Orangenlikör), Mazagran oder Wiener Eiskaffee serviert – die Gäste wissen gerade während der kalten Jahreszeit die Spezialitäten Wiener Cafés zu schätzen und nähern sich hier zum ersten Mal so richtig dem charmant-heimeligen Lebensstil Österrreichs an. Wien, das ist eine Stadt für Genießer.
Städte wie Wien haben ihren legendären Ruf mit einer Unzahl von Klischees erworben und gefestigt. Bisweilen haben ihnen diese Klischees auch Fesseln angelegt. Den Wienern ist es gelungen, sie abzuwerfen. Wer mit Vorurteilen anreist, wird überrascht sein, wie nostalgiefern die Gegenwart ihre Aufwartung macht. Die Straußsche Operette wird zum flotten Musical, das Burgtheater ist als Experimentierfeld provokanter Inszenierungen wieder auferstanden, das süße Wiener Mädel kreuzt mit dem Aktenköfferchen auf, und das Nachtleben sucht heute seinesgleichen. Wien ist eben eine ewig junge Stadt mit hippig-schicken Lokalen und Bars.
Altstadt und Ringstraße
2001 ins Weltkulturerbe aufgenommen, ist die Altstadt steinerner Zeuge einer durch die Jahrhunderte natürlich gewachsenen Metropole. Neben dem Wahrzeichen Wiens, dem Stephansdom, Österreichs bedeutendstem gotischen Bauwerk, entfaltet sich die Liebe zur Baukunst auch in unzähligen Altstadtgässchen – etwa in der Schönlateerngasse, der Bäckerstraße oder im Heiligenkreuzerhof. Umgeben ist die Altstadt von der Ringstraße. Kaiser Franz Joseph I. ließ 1857 die Stadtmauern schleifen und an ihrer Stelle diesen Boulevard – mit all seinen Prunkbauten wie Staatsoper, Kunst- und Naturhistorischem Museum, Parlament und Burgtheater – erbauen.
Der Stephansdom
Der Stephansdom, von den Wienern liebevoll „Steffl“ genannt, ist tatsächlich der Mittelpunkt der Stadt, die in konzentrischen Kreisen um ihn gewachsen ist. Von innen sieht man das nicht – sehr wohl aber von oben, wenn man einen der beiden Türme besteigt (Südturm: kraxeln, Nordturm: Lift). Rundum gruppieren sich die meisten bedeutenden Bauten, die vornehmlich aus dem Barock und damit aus der Blüte der Stadt stammen: die Karls-, Peters- und Jesuitenkirche, das Adelspalais, das Prinz-Eugen-Palais, das Winterpalais, das Palais Starhemberg und natürlich Schloss Schönbrunn, durch dessen Gemächer und Parkanlagen heute Hunderttausende pilgern.
Der Stephansdom birgt eine Reihe von Kunstschätzen: darunter das 1467 bis 1513 von Niclas Gerhaert van Leyden errichtete Grabmal Kaiser Friedrichs III. aus rotem Marmor oder der „Wiener Neustädter Altar“, ein gotischer Flügelaltar aus dem Jahr 1447 sowie das Grabmal des Prinzen Eugen von Savoyen aus dem Jahr 1754.
Schloss Schönbrunn
Schönbrunn, die ehemalige Sommerresidenz der Kaiserfamilie, zählt zu den schönsten Barockschlössern Europas und ist Wiens meistbesuchte Sehenswürdigkeit. Den größten Teil des Jahres residierten die Habsburger in den unzähligen Gemächern, die eine kaiserliche Großfamilie neben den Repräsentationsräumen benötigte. 1830 wurde Kaiser Franz Joseph, der die bezaubernde Sissi zur Frau nahm und von 1848-1916 regierte, hier geboren. Seine letzten Lebensjahre verbrachte der Monarch zur Gänze im Schloss, das schon zwei Jahre nach seinem Tod in die Verwaltung der neuen Republik überging. Heute gehört das Schloss aufgrund seiner historischen Bedeutung, seiner einmaligen Anlage und prachtvollen Ausstattung zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Wiener Hofburg
Mehr als sieben Jahrhunderte lang wurde das Imperium des Habsburgerreiches von der Hofburg aus regiert. An die mittelalterliche Burg erinnert heute noch die gotische Burgkapelle, wo die Wiener Sängerknaben sonntags Messen gestalten ...
Inmitten der Altstadt lassen sich Prunk und Pracht im Alltag der höchsten Familie der Donaumonarchie bei einem Besuch der Privatgemächer und Repräsentationsräume bestaunen. Zahlreiche Museen und Sammlungen machen den Kunstsinn der Kaiser sichtbar. Die bis 1918 von der Kaiserfamilie bewohnte Hofburg war ursprünglich eine Burg aus dem 13. Jahrhundert, die mit der Machtzunahme der Habsburger und der Vergrößerung ihres Herrschaftsgebietes zur prachtvollen Residenz ausgebaut wurde. Heute befinden sich der Amtssitz des Bundespräsidenten sowie ein bedeutendes Kongresszentrum und zahlreiche Kunstsammlungen in der Hofburg.
Die Donau
Erschöpft vom Herumlaufen? Kein Problem. „Wien wässrig“ ist auch ein Erlebnis. Am Donaukanal, beim Schwedenplatz, bieten Boote von Mai bis Oktober Rundfahrten an: den Donaukanal aufwärts, ums Nussdorfer Wehr, dann die Donau hinunter. Von der Reichsbrücke bringt einen die Linie U1 zurück ins Zentrum – natürlich kann man auch mit dem Schiff zurückfahren, was aber etwas länger als vier Minuten dauert. Zuvor lohnt es sich, auf die andere Seite der Donau zu blicken: Die Donauinsel, das Erholungsgebiet entlang des 21 Kilometer langen Hochwasserschutzgerinnes, sucht europaweit ihresgleichen – und zwischen der UNO-City und dem Wasser entstand mit der Donau-City und der überbauten „Platte“ (unter ihr rauscht der Verkehr entlang der Donau-Uferautobahn) ein neuer, moderner Stadtteil mit prägnanter Skyline.
Der Prater
Zu den klassischen Publikumsmagneten gehört seit Jahrhunderten der Prater. Die älteste Vergnügungsstätte Europas wird bereits 1162 erstmals erwähnt – damals freilich noch als kaiserliches Jagdrevier. 1766 gab es Joseph II. für die Allgemeinheit frei. Seither hat sich der Prater, weithin leicht identifizierbar an dem 65 Meter aufragenden Riesenrad, prächtig weiter entwickelt. Mit dem Unterschied, dass die Menschen heute nicht mehr mit Ringelspielen zufrieden zu stellen sind, sondern das Abenteuer in High-Tech-Hochbahnen und an Schießbuden suchen.
Es gibt Leute, die glauben, Wien sei keine Stadt zum Shoppen. Das ist natürlich Blödsinn. Ob edler Designer oder große, internationale Handelskette: In den Ringstraßen-Galerien (neben der Oper) oder auf der Mariahilfer Straße und in ihren Nebengassen wird längst ein Warensortiment geboten, das den Vergleich mit anderen Metropolen nicht zu scheuen braucht.
Kunst auf Schritt und Tritt ist nur ein Markenzeichen der Donau-Metropole. Dazu kommt ein starker Sinn für Genuss und Lifestyle. Und die Liebe zum Einkaufen, einem Wien-Erlebnis mit viel Charme: Denn Designer-Stores, Shopping-Tempel und In-Lokale liegen Tür an Tür mit altehrwürdigen Geschäften, in denen schon der Kaiser höchstpersönlich arbeiten ließ.
Kärntner Straße, Graben und Kohlmarkt im Herzen der Wiener Altstadt sind die erste Adresse für all jene, die ein kleines Stück Wien mit nach Hause nehmen wollen. Möglichkeiten dazu gibt es tausende: Es locken kostbare, glitzernde Kleinigkeiten, wienerische Kunstwerke aus Glas und Porzellan, Kleidung in wienerisch-elegantem Design oder im internationalen Trend und die berühmten, auf der Zunge schmelzenden Verführungen aus Schokolade.
Ebenso köstlich wie der Kaffee sind die ausgesuchte Küche mit ihren unvergleichlichen warmen Mehlspeisen oder der „Wiener Heurige“. Denn Wien hat sich außerdem einen berühmten Ruf als einzige Weltstadt erworben, in der nennenswerter Weinbau betrieben wird. In den zahlreichen Heurigen am Rande der Stadt genießen die Gäste in ungezwungener und entspannter Atmosphäre zur Heurigenjause ein Glas Riesling, Veltliner oder den typischen „Gemischten Satz“. Und der Heurigenmusiker spielt dazu altvertraute Klänge.
Wien a la carte
Mit dieser Vorteilskarte lässt sich die Stadt 72 Stunden lang mit U-Bahn, Bus oder Tram entdecken, außerdem bietet sie 180 Ermäßigungen in Sehenswürdigkeiten, Cafés und Restaurants, beim Shopping und beim Heurigen. Die Wien-Karte ist bei der Tourist-Info Wien, in Hotels sowie bei zentralen Verkaufsstellen der Wiener Linien erhältlich. Die Karte kostet 16,90 Euro.
Wien-Tourismus
1., Albertinaplatz / Ecke Maysedergasse
1025 Wien
Österreich
Tel.: +43-1-24555 (täglich 9-19 Uhr)
Fax: +43-1-24555-666
E-Mail: info@wien.info
www.wien.info







ab 69 €



