City-Info Warschau

Flüge Warschau - Reiseführer Warschau

 
  • Auftakt
  • Angesagt
  • Ausflüge und Touren
  • Bloß nicht
  • Feste und Events
  • Praktische Hinweise
  • Stadtspaziergänge
  • Stichworte

  • Insider-Tipp
  • Top Highlights
Bitte wählen Sie eine Kategorie:

Sehenswertes

Warschaus Schätze

Überlaufene und vergessene Viertel, Straßen und Parks, kleine und große Kirchen, königliche und kommunistische Paläste

Warschau kennt nur einen Weg: den in die Zukunft. Nach dem Fall des eisernen Vorhangs hat sich keine andere polnische Stadt auf so atemberaubende Weise und in so rasantem Tempo verändert.

Im Herzen ist Warschau noch urpolnisch, ein paar Straßenecken weiter türmen sich die Wohngebirge des Sozialismus, doch seit einigen Jahren wachsen die Spiegelglastürme des Kapitals in den Himmel. Die Warsaw Towers und die riesige Shopping Mall Złote Tarasy im Zentrum sind inzwischen zum Sinnbild der „Cash-Maschine Polens“ geworden. Doch gehört es zum Schicksal dieser Stadt, dass sie - wie keine zweite in Polen - mit ihrer jüngsten Geschichte fest verwoben ist. Fast alles, was alt aussieht in Warschau, ist neu. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt dem Erdboden gleichgemacht und danach von ihren Bewohnern in einem unvergleichbaren Kraftakt nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. Sozusagen als Anerkennung dafür, wurde ihnen vom großen Bruder Russland der Kulturpalast geschenkt, das von den meisten ungeliebte Wahrzeichen der Stadt im stalinistischen Zuckerbäckerstil. Warschau ist also ein Kind vieler Zeiten, faszinierend widersprüchlich. In diesem Sinne hat die Millionenmetropole ihren Gästen viel zu bieten, viel zu zeigen, viel zu sagen.

Seit Jahren steigt die Zahl der Menschen, die in Polens Hauptstadt kommen. Aus diesem Grund wird die touristische Infrastruktur kräftig ausgebaut und modernisiert. Im Innenstadtbereich weisen blaue Schilder auf Polnisch und Englisch den Weg zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Doch nicht nur das Königsschloss, die Kirchen von Gotik bis Klassizismus, Jugendstilvillen und Barockpaläste sind eine Reise wert. Auch die Museen Warschaus haben sich inzwischen einen internationalen Ruf erarbeitet. Mehr als 50 Ausstellungen widmen sich allem erdenklich Interessanten - von der Karikatur bis zur Geschichte der polnischen Armee, von der avantgardistischen Installation der Gegenwartskunst bis zu Gemälden von Klassikern wie Rembrandt, Dürer und Leonardo da Vinci. Auch Kurioses und Exotisches hat seinen Platz, etwa im Pazifik-, im Jagd- oder im Museum der Lederzunft. Für Geschichtsinteressierte sind das Nationalmuseum und das Schloss Pflicht. Bekannt sind Warschaus Museen auch dafür, dass sie sich ständig um Leihgaben aus aller Welt bemühen, um sie in mitunter spektakulären Sonderausstellungen zu präsentieren. Aus diesem Grund lohnt es sich immer, einen Blick in einen aktuellen Veranstaltungskalender zu werfen (z.B. Warsaw Insider www.warsawinsider.pl). Die Museen und Galerien sind in der Regel vom späten Vormittag bis zum späten Nachmittag geöffnet und haben einen Ruhetag in der Woche, meist montags. Aus der kommunistischen Vergangenheit, als Bildung noch vor allem Volksbildung sein sollte, hat sich eine alte Tradition erhalten: Die meisten Museen haben an einem Tag der Woche freien Eintritt.

Sehenswertes

Stadtviertel

Asien- und Pazifikmuseum/Muzeum Azji i Pacyfiku

Das wohl exotischste Museum der Stadt bewahrt mehrere Tausend Exponate aus Afghanistan, China, Indien, Indonesien, der Mongolei, Nepal, Vietnam und Ozeanien und anderen Gebieten Südost- und Mittelasiens: von traditioneller Kleidung und Stoffen Dutzender Völker und Stämme über edles Geschirr bis hin zu Steinmetzarbeiten, die mehr als 1000 Jahre alt sind. In mehreren über die Stadt verteilten Galeriefilialen des Museums sind weitere, zeitlich begrenzte Ausstellungen asiatischer Kunst zu sehen. Vorträge, Workshops und eine Bibliothek mit 12000 Bänden runden das Angebot ab. | Fr-So u. Di 13-19, Mi/Do 11-17 Uhr | Eintritt 5 Zł., Do frei | ul. Freta 5 | www.muzeumazji.pl | Bus u.a. 180, 518 plac Zamkowy

Ulica Długa

Ein Spaziergang von der Nowe Miasto ausgehend durch die „Lange Straße“ (ul. Długa) lohnt sich. Die Straße war vor dem Krieg bekannt für ihre schönen Hotels und Geschäfte. Im Hotel Polski (Nr. 29) bekamen viele Warschauer Juden gegen hohe Bezahlung ausländische Pässe und konnten so dem sicheren Tod entgehen. Auf der anderen Straßenseite liegt das barocke Palais „Zu den vier Winden“ (Pałac Pod Czterema Wiatrami). Das Tor des Palais schmücken figürliche Darstellungen der Winde: Notos, Boreas, Zephyr und Euros. Durch die ul. Długa erreicht man auch das Denkmal zum Gedenken an die Helden des Warschauer Aufstandes von 1944 (Pomnik Powstania Warszawskiego). Die Kämpfer verteidigen Barrikaden, einige steigen in einen Kanalisationsschacht, der während des Aufstandes als Verbindung zur Außenwelt diente. | Bus 180, 116, 518 pl. Krasińskich

Heiliggeistkirche/Kościół św. Ducha

Die Kirche des Paulanerordens besteht seit gut 300 Jahren und war von Beginn an alljährlich der Ausgangspunkt für alle Warschauer Pilger, die sich auf den tagelangen Fußmarsch nach Tschenstochau machten, dem größten polnischen und einem der drei wichtigsten europäischen Wallfahrtsorte. König Jan Kazimierz hatte das Grundstück einst dem Paulanerorden aus Tschenstochau übertragen. Neben der Kirche steht ein kleiner, schon über zwei Jahrhunderte alter Kiosk. Er besitzt eine eigene Hausnummer und gilt daher als das kleinste Gebäude Warschaus. | ul. Długa 3 | Bus 116, 122, 174, 518 plac Krasińskich

Krasiński-Palais/Pałac Krasińskich

Der niederländische Architeckt Tylman van Gameren entwarf 1677 Warschaus schönsten Barockpalast. An der prachtvollen Fassade wirkte ein junger Künstler mit, der sich später in Berlin einen Namen machen sollte: Andreas Schlüter. Heute beherbergt das von einem schönen Garten umgebene Palais am westlichen Rand der Neustadt die Nationalbibliothek. Zu deren Schätzen zählen Drucke aus dem 11. Jh. und eine kostbare Handschriftensammlung. Einen interessanten Kontrast zum barocken Palast bildet der gegenüber liegende Oberste Gerichtshof mit seiner modernen Spiegelfassade. Über die ul. Barokowa gelangt man in den Garten des Palais. Neben dem Sächsischen Garten ist er einer der ersten öffentlichen Parks in Warschau (1766), der früher besonders gern von der Bevölkerung des jüdischen Viertels besucht wurde. | Palac Krasińskich 3/5 | Bibliothek Mo-Fr 9-17 Uhr | Eintritt frei | Bus 180, 116, 518 pl. Krasińskich

Museum Marie Curie/Muzeum Marii Skłodowskiej-Curie

Jedes Kind in Polen kennt Maria Skłodowska. Außerhalb des Landes ist sie unter dem Namen Marie Curie bekannt. Die Polin heiratete, zog mit ihrem Mann nach Frankreich und wurde als Pionierin auf dem Forschungsgebiet der Radioaktivität weltberühmt. In dem Haus in der Warschauer Neustadt, in dem sie geboren wurde, ehrt ein Museum das Andenken der zweifachen Nobelpreisträgerin. Die Ausstellung zeigt Fotos ihres Lebens, persönliche Gegenstände wie Notizbücher, Briefe und Nachbauten eines Reaktors und ihres ersten Laboratoriums sowie der dazugehörigen Werkzeuge. Allerdings konzentriert sich das Museum eher auf das Privatleben von Marie Curie. Die Innenräume sind im Stil der damaligen Zeit gehalten. | Di 8.30-16, Mi-Fr 9.30-16, Sa 10-16, So 10-15 Uhr | Eintritt 8 Zł. | ul. Freta 16 | www.ptchem.lodz.pl/pl/muzeum.html | Bus u.a. 180, 116, 518 plac Zamkowy

Neustadtmarkt/Rynek Nowego Miasta

Für diesen Platz gilt das Gleiche wie für die allermeisten Gebäude Warschaus. Was auf den ersten Blick historisch aussieht, ist meist relativ neu, da nach dem Krieg alles in Schutt und Asche lag. Das Haus an der Ecke von Markt und ul. Freta zum Beispiel wurde exakt nach einem Gemälde Canalettos renoviert. Am Rand des Marktes ziehen die weiße Sakramentskirche (kościół św. Kazimierza) und das Kloster der Sakramentienerinnen (Klasztor Sakramentek) die Blicke auf sich. Die Barockkirche mit großer Kuppel und dem weiß gehaltenen Innenraum entstand 1688 bis 1692 nach den Plänen des niederländischen Architekten Tylman van Gameren. Den Platz selbst ziert ein Brunnen aus Gusseisen aus der zweiten Hälfte des 19. Jhs., der hier aber erst 1958 aufgestellt wurde. Über den Markplatz eilen viele Ordensleute, da es in der Gegend einige Klöster und Kirchen gibt. An Sommerabenden finden auf dem Platz oft Konzerte statt. | Bus u.a. 180, 116, 518 plac Zamkowy

Altstadtmarkt/Rynek Starego Miasta

Im Zentrum des Altstadtmarktes steht die Sirene, die Wappenfigur der Stadt Warschau. Geschaffen wurde die unverkennbar romantisch geprägte Bronzeskulptur der wehrhaften Nixe um 1850. Sie steht erst seit Kurzem wieder hier, an ihrem angestammten Platz. In den herrschaftlichen Häusern, die den Platz begrenzen und mit viel Liebe restauriert worden sind, befinden sich Restaurants, Galerien, Juweliergeschäfte und zahlreiche Souvenirläden. Allerdings erst im Sommer pulsiert auf dem Rynek das Leben. In Straßencafés, kleinen Biergärten und zwischen den Galerien unter freiem Himmel drängen sich die Menschen. Droschkenfahrer bieten ihre Dienste an, Leierkastenspieler bitten um einige Złoty, Blumenhändler bieten ihre Ware und Schnellzeichner ihre Dienste feil. Hier, an der Ecke zur Wąski Dunaj, steht auch das älteste Haus der Altstadt, eines der schönsten dazu: das Haus zur heiligen Anna (Dom św. Anny). Die vier Seiten des Marktes sind nach den Teilnehmern des vierjährigen „Großen Sejm“ (1788-1792) benannt. Namensgeber der Westseite ist Hugo Kołłątaj, Philosoph und Gründer des ersten Erziehungsministeriums in Europa (1773). Er war auch Mitautor der Verfassung vom 3. Mai 1791, die erste geschriebene Verfassungsurkunde in Europa. Die Nordseite des Platzes trägt den Namen Jan Deckerts (1738-1790), Oberbürgermeister Warschaus und Verfechter für Bürgerrechte. Der Osten ist nach Franciszek Barss benannt, auch er ein Vorkämpfer für die Bürgerrechte. Ignacy Zakrzewski, Stadtpräsident und Kommandant der Bürgermiliz während des Kościuszko-Aufstandes in Warschau 1794, ist der Namenspatron für die Südseite. | Bus u.a. 116, 180, 518 plac Zamkowy

Kathedrale Johannes' des Täufers/Katedra św. Jana Chrzciciela

Die gotische Johannes-Kathedrale ist die älteste und bedeutendste Kirche der Stadt. Seit 1798 hat sie die Funktion eines Doms, seit 1817 ist sie die Kathedrale des Erzbistums Warschau. In der Krypta befinden sich die Gräber berühmter polnischer Persönlichkeiten. Zum Beispiel des letzten Königs Stanisław August Poniatowski, des Literaturnobelpreisträgers Henryk Sienkiewicz („Quo Vadis?“) und des ersten polnischen Präsidenten nach dem Ersten Weltkrieg, Gabriel Narutowicz. Die Kathedrale wurde im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört und unmittelbar danach wieder aufgebaut. Bemerkenswert sind die rekonstruierten alten Skulpturen und die Glasfenster mit Darstellungen polnischer Heiliger sowie das wertvolle Kruzifix. Bei der Wiedereinrichtung wurde zur Erinnerung an die Zerstörung durch deutsche Truppen in der Wand die Raupenkette eines deutschen Panzers eingearbeitet, der 1944 den südlichen Teil der Kathedrale zerstörte. | Krypta tgl. 10-13 und 15-17.30 Uhr | ul. Świętojańska 8 | Bus u.a. 116, 180, 518 plac Zamkowy

Königsschloss/Zamek Królewski

Königreich und Untergang, Neugeburt als Republik, Kriegszerstörung und Wiederaufbau: An keiner Gedenkstätte Warschaus sind Wohl und Wehe der polnischen Geschichte eindrucksvoller und exemplarischer erlebbar als im Königsschloss an der Weichsel. Hinter der schlicht scheinenden roten Fassade erwarten den Besucher nicht nur Ausstellungen europäischer Kunst und adlige Hochkultur. Das Schloss bringt auch sein eigenes dramatisch-wechselvolles Schicksal in die historische Retrospektive ein.

Plac Zamkowy/Schlossplatz

Der Schlossplatz mit der Sigismundsäule in seiner Mitte ist nicht sehr groß, bildet aber den Ausgangspunkt des Königsweges und gilt als das eigentliche Zentrum der Stadt. Auf der einen Seite geht es hinunter zu Weichsel und zum Schloss, auf der anderen Seite beginnt die alte Stadtmauer, auf deren Resten man heute entlang spazieren kann. Restaurants mit kleinen Biergärten locken viele Besucher an. Eine kleine Kuriosität ist die lange Rolltreppe (der Eingang liegt etwas versteckt gegenüber dem Schloss), die vom Schlossplatz hinunter zur Schnellstraße führt, die unter dem Platz durchführt. Sie war bei ihrer Inbetriebnahme 1949 die erste elektrische Rolltreppe Polens und ist erst vor Kurzem nach langer Pause wieder in Betrieb genommen worden. Alte Fotos beweisen, welch eine Attraktion diese technische Errungenschaft früher war. | Bus u.a. 116, 180, 518 plac Zamkowy

St.-Annen-Kirche/Kościół św. Anny

Ein Schmuckkästchen am Eingang zur Altstadt, in Sichtweite des Schlosses. Offiziell nicht die wichtigste Kirche der Stadt und auch eher eines ihrer kleineren Gotteshäuser, doch von großer Bedeutung für die Warschauer. Auch Papst Benedikt XVI. besuchte St. Anna bei seiner Polenreise im Mai 2006. Das Gotteshaus hat den Status einer akademischen Kirche und wird von Studenten betreut. Ein barocker Rausch empfängt den Besucher im Inneren: vergoldeter Schmuck an Wänden und Stirnseiten, ein prachtvoller Altar, üppig ausgemalte Deckengewölbe. Wegen der guten Akustik und der wunderschönen Orgel finden hier oft Konzerte statt. St. Annen ist eine der ältesten Kirchen Warschaus. Der Bau wurde schon 1454 im gotischen Stil begonnen, später kam es mehrfach zu Umgestaltungen. Ihr barock-klassizistisches Aussehen erhielt die Fassade erst 1788. Nach der Zerstörung im Krieg zwischen 1946 und 1962 wieder errichtet. | Krakowskie Przedmieście 68 | Bus u.a. 180, 518 plac Zamkowy

Sigismundsäule/Kolumna Zygmunta

Warschaus ältestes säkulares Denkmal. Seit 1644 steht die Säule mitten auf dem Schlossplatz und erinnert an die Verlegung der polnischen Hauptstadt von Krakau nach Warschau im Jahr 1596 unter König Sigismund III., der auf der fast 22 m hohen Säule steht. Von dort blickte der Spross der Wasa-Dynastie schon auf zahllose Liebespaare herab, die sich einer Tradition folgend hier zum ersten Rendezvous treffen. Inzwischen schaut er jedoch weit häufiger auf Inlineskater, Touristen und Souvenirverkäufer. Früher wurden von der Säule aus alle offiziellen Entfernungen zwischen Warschau und dem Rest des Landes gemessen. Heute ist sie vor allem ein idealer Startpunkt für Stadtspaziergänge. | plac Zamkowy | Bus u.a. 116, 175, 180, 518 plac Zamkowy

Stadtmuseum/Muzeum Historyczne Miasta

In einer eindrucksvollen Retrospektive stellt das Haus am Altstadtmarkt die wechselhafte und ereignisreiche Geschichte Warschaus dar. Gezeigt werden Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Kunsthandwerk, Münzen, Fotos, Bücher, Zeitschriften, Postkarten und vieles mehr. Hinzu kommen wechselnde Sonderausstellungen mit thematischem Bezug zur polnischen Hauptstadt. Im Kino des Museums laufen Filme zur Historie der Stadt, auch auf Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch. | Di/Do 11-18, Mi/Fr 10-15.30, Sa/So 10.30-16.30 Uhr | Eintritt 6 Zł. | Rynek Starego Miasta 28-42 | www.mhw.pl | Bus u.a. 180, 518 plac Zamkowy

Galeria Foksal

Die äußerlich unscheinbare Galerie, versteckt im einstigen Zamoyski-Palais am Ende der Straße Foksal, setzt seit Jahrzehnten Trends in der polnischen Avantgardekunst. Internationale Größen wie Joseph Beuys stellten hier Werke aus. Die Galerie ist bei Insidern landesweit für ihre Ausstellungen bekannt, während das breite Publikum noch nicht einmal in Warschau wirklich ihren Stellenwert einzuschätzen weiß. Sie ist auch ein Ort für ausgefallene Installations- und Filmprojekte. | Mo-Fr 12-17 Uhr | Eintritt frei | ul. Foksal 1/4 | www.galerisafoksal.pl | Bus 116, 175, 180, 518 Foksal

Galeria Zachęta

Das prachtvolle Gebäude nahe dem Grab des Unbekannten Soldaten, erbaut von 1899 bis 1903 als Sitz eines Kunstvereins, ist schon wegen seiner Architektur einen Besuch wert. Die Galerie Zachęta ist die größte und angesehenste Kunstgalerie Polens und bietet ständig wechselnde Ausstellungen moderner Kunst, nicht selten mit Werken von internationalem Rang, etwa von Henri de Toulouse-Lautrec, Pablo Picasso, Paul Cézanne, Roy Lichtenstein, Max Ernst oder Fernand Léger. Zum festen Bestand der Zachęta gehören 600 Gemälde, 2600 Grafiken, Zeichnungen, Radierungen sowie Skulpturen und Stoffe - mit Schwerpunkt auf den 1960er- und 1970er-Jahren. Sonderausstellungen sind oft historischen Themen gewidmet. Die Galerie schrieb auch schon selbst Geschichte: 1922 wurde hier der erste Präsident der Republik Polen, Gabriel Narutowicz, ermordet. | Di-So 12-20 Uhr | Eintritt 10 Zł., Do frei | pl. Małachowskiego 3 | www.zacheta.art.pl | Bus 106, 160, 460 Zachęta (Wunschhaltestelle)

Heiligkreuzkirche/Kościół św. Krzyża

Eines der wichtigsten Gotteshäuser in Warschau mit einer großen Christusfigur über dem Eingang. Ende des 17. Jh. im Barockstil erbaut nach dem Vorbild der römischen St. Andrea Della Valle, mit einem 70 m langen, 39 m breiten und 20 m hohen Hauptschiff. Den Grundstein legte der legendäre König Jan III. Sobieski. Die größte Orgel Warschaus ist hier zu bewundern. Berühmt ist die Heiligkreuzkirche aber für etwas anderes: Hier wird das Herz von Frédéric Chopin aufbewahrt, wie es der polnische Nationalkomponist in seinem Testament verfügte. Sein Köper liegt in Paris begraben. Auf dem Chopin-Epitaph in der Kirche steht ein Zitat aus dem Matthäus-Evangelium: „Wo Dein Schatz, da ist auch Dein Herz“ sowie die Inschrift „Für Frédéric Chopin - die Landsleute“. Jeden Sonntag werden die Messen aus der Heiligkreuzkirche im Radio übertragen. | Krakowskie Przedmieście 3 | Bus u.a. 116, 180, 518 Uniwersytet

Karikaturenmuseum/Muzeum Karykatury

Eine Perle der Warschauer Museumsszene, allein schon wegen der Lage in der Kozia-Straße (ul. Kozia) nahe der Altstadt, aber auch, weil es in ganz Europa nur wenige Karikaturenmuseen gibt. Zu sehen sind wechselnde Ausstellungen mit Karikaturen und (nicht immer jugendfreien) satirischen Zeichnungen - meist auf ein Thema oder auf einen Künstler zugeschnitten, wobei natürlich häufiger Werke polnischer Zeichner gezeigt werden. Eines der jüngsten Museen der Stadt, gegründet 1978, am jetzigen Ort erst seit 1983. Zum festen Repertoire der Einrichtung gehören 20000 Werke, vom 18. Jh. bis heute. | Di-So 11-17, Do 11-18 Uhr | Eintritt 4 Zł., Sa Eintritt frei | ul. Kozia 11 | www.muzeumkarykatury.pl | Bus u.a. 180, 518 plac Zamkowy

Nationalmuseum/Muzeum Narodowe

Eines der größten und bedeutsamsten Museen Polens. Das Gebäude wurde 1926 gebaut und architektonisch im strengen Stil der neuen Sachlichkeit auf die Nutzung als Museum ausgerichtet. Der Grundstock einer nationalen Kunstsammlung in Warschau ist allerdings viel älter. Sie reicht als Museum der schönen Künste in die Mitte des 19. Jh. zurück. Plünderungen und der groß angelegte Kunstraub der Nazis brachten der Sammlung allerdings unersetzliche Verluste bei. Die heutige Ausstellung umfasst eine Gemäldegalerie u.a. mit Bildern von Rembrandt, Leonardo da Vinci und Lukas Cranach. Kunstliebhaber sei vor allem die Sammlung polnischer Malerei von der Renaissance bis in die Moderne empfohlen. Zum musealen Fundus gehören zudem eine Abteilung mittelalterlicher Handwerkskunst, herausragende Schnitz- und Steinmetzarbeiten schlesischer Meister und verschiedene Münzsammlungen. Bekannt ist das Nationalmuseum für seine herausragenden thematischen Wechselausstellungen. Aus diesem Grund sollte man unbedingt auf aktuelle Ankündigungen achten. | Di/Mi, Fr-So 10-16, Do 10-18 Uhr | Eintritt 17 Zł. für alle Ausstellungen, Sa frei für die festen Ausstellungen | Al. Jerozolimskie 3 | www.mnw.art.pl | Bus u.a. 116, 175, 180, 518 Foksal

Nationaltheater und MetropolitanHaus

Neben der Philharmonie der wichtigste Ort für klassische Musik in Warschau, mit dem größten Theatersaal Europas (1900 Plätze). Die klassizistische Fassade - auch sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und ist eine gelungene Rekonstruktion - beeindruckt mit antiken Säulen und kunstvollen Skulpturen. Vor dem Gebäude erstreckt sich der Theaterplatz (plac Teatralny), den regelmäßig Open-Air-Veranstaltungen und Demonstrationen füllen. Vor dem Gebäude steht eine Skulptur des Dramatikers und Theatergründers Stanisław Moniuszko. Auf der Rückseite wird der Blick auf das Nationaltheater halb verstellt von einer wesentlich neueren Kreation: dem runden Metropolitan-Gebäude des britischen Stararchitekten Sir Norman Foster. Seit dem Bau Ende der 1990er-Jahre wird über die Ästhetik dieses Gebäudes heftig diskutiert. Foster setzt ganz auf Glas und Stahl. Der Bau gibt allerdings nicht sofort sein Geheimnis preis. Erst wer den offenen, ovalen Innenhof mit den aufwendigen Wasserspielen betritt, wird sich der Dimension dieser etwas futuristischen Baukunst bewusst. | plac Teatralny | Metro Ratusz

Plac Piłsudskiego

Ein sehr großer, leerer Platz, benannt nach dem Marschall, der Polen 1918 in die Unabhängigkeit führte. Er wird häuft für Großveranstaltungen genutzt. Am Westende des Platzes befindet sich das Grab des Unbekannten Soldaten, eine Stätte zum Gedenken an namenlose im Kampf um die Freiheit Polens gefallene Helden. Das symbolische Grabmal, an dem eine ewige Flamme brennt, liegt unter den Arkaden des ehemaligen Sächsischen Palais. Es wurde in den 1920er-Jahren errichtet, nach dem Zweiten Weltkrieg in Teilen wieder aufgebaut und mit Urnen von Gefallenen aus allen Orten versehen, an denen Polen kämpften und starben. Die Gedenkstätte wird von Soldaten bewacht. Den feierlichen Wachwechsel kann man immer sonntags um 12 Uhr sehen. Den Plänen der Stadtoberen zufolge soll das gesamte Sächsische Palais in den kommenden Jahren wieder errichtet werden. Vermutlich wird es, wie das Königschloss, originalgetreu aufgebaut. Die Arkaden des ehemaligen Sächsischen Palais bilden den Eingang zum Ogród Saski. Der kleine Sächsische Garten wurde vor 300 Jahren im Auftrag des Sachsenkönigs August II. angelegt und 1727 als erster Park in Warschau für die Öffentlichkeit geöffnet. Allegorische Skulpturen, ein Brunnen, eine Sonnenuhr und verschiedene Denkmäler zieren die hübsche Grünanlage, in der man sich wunderbar vom Trubel der Stadt erholen kann. | Bus 106, 160, 310 plac Piłsudskiego

Universitätsbibliothek/Biblioteka Uniwersytecka

Etwas abseits, unterhalb des Königsweges, wurde 1999 die neue Universitätsbibliothek eröffnet. Ihre hellgrüne Fassade mit aufgeschlagenen Büchern und Inschriften in verschiedenen Sprachen, Musiknoten, mathematischen Zeichen und einem violetten Kunstgerüst daneben symbolisiert die Vielfalt der bibliophilen Schätze, die in diesem Haus gehütet werden. Höhepunkt des Ensembles ist der Bibliotheksgarten. Verwinkelte Wege und Pflanzentunnel führen vorbei an botanischen Raritäten und kleinen Wasserbiotopen hin zu Aussichtspunkten mit schönem Blick auf die Weichsel und das Stadtzentrum. Vom Garten gelangt man über eine lange Treppe (es gibt auch einen Fahrstuhl) auf das Dach des Gebäudes. Durch die großen, runden Fenster kann man in den Hauptsaal der Bibliothek hinabblicken, wo die Studenten unter dem imposanten Glas-Stahl-Gewölbe ihren Lesestoff zusammensuchen. | ul. Dobra 56/66 | Bus 118, 150, 506 Biblioteka Uniwersytecka

Kulturpalast/Pałac Kultury i Nauki

Obwohl die Warschauer dem Bau lange mit Widerwillen begegneten, avancierte er zum Wahrzeichen der Stadt. Daran änderten auch die futuristischen Wolkenkratzer nichts - seinen Gegnern zum Trotz, die hofften, der Kulturpalast würde langsam, aber sicher zugebaut. Erbaut wurde der Koloss 1952-1955 auf Geheiß Stalins, entworfen von einem sowjetisch-polnischen Architektenkollektiv nach dem Vorbild der Moskauer Lomonossow-Universität. Der Monumentalbau war zur Entstehungszeit das zweitgrößte Gebäude in ganz Europa: 230,68 m Höhe inklusive Spitze, 42 Etagen, 3288 Räume, 1 Mio. m³ umbauter Raum. Immer noch ist es das höchste Haus Polens. Besucher gelangen mit einem Fahrstuhl in die 30. Etage auf 114 m Höhe - mit einem einzigartigen Panoramablick auf Warschau (Eintrittskarten in der Lobby). Zur Jahrtausendwende wurde die zweitgrößte Uhr Europas am Turm des Kulturpalasts enthüllt. Ihre vier Zifferblätter haben einen Durchmesser von je 6 m.

Nożyk-Synagoge

Das einzige jüdische Gotteshaus (von einst über hundert), das den Zweiten Weltkrieg überstand, ist nach seinem Gründer Zalman Nożyk benannt. Es ist gut hundert Jahre alt. Während der deutschen Besatzung Warschaus gehörte die Synagoge zum sogenannten kleinen Ghetto. Die Nazis verwendeten sie als Pferdestall und Kornspeicher. Erst 1977 wurde sie renoviert und gehört heute wieder der jüdischen Gemeinde. Hinter der Synagoge wurde ein Gemeindezentrum angebaut, durch das man das Gebäude betritt. Die Mauern, die Balustrade und die Säulen des Innenraums sind ganz in Weiß gehalten. | ul. Twarda 6 | Besichtigung außerhalb der Gebetszeiten (Sa geschl.) | Bus 160, 460 plac Grzybowski

Plac Bankowy

Der weiträumige Bankenplatz lebt von seinen Gegensätzen. Westlich liegt der klassizistische ehemalige Sitz der Börse aus dem 19. Jh. Die Fassade besteht aus zwei Etagen von Bogengängen. Heute finden Sie hier eine Gemäldesammlung mit Motiven Johannes Pauls II. Im Hintergrund an der ul. Bielańska verbergen sich die Ruinen der Nationalbank aus dem Zweiten Weltkrieg. Architektonischer Leuchtturm des Platzes ist der spiegelglasblaue Wolkenkratzer, das erste wichtige Hochhaus Polens nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Der Bau war umstritten - auch weil an der Stelle früher eine Synagoge stand; eine Gedenktafel erinnert daran. In dem weißen Palast aus dem 19. Jh. gegenüber sitzen heute die Warschauer Verwaltung und das Stadtoberhaupt. Auf der anderen Seite der Kreuzung steht das Arsenal, das einst Offiziersschule war, dann Gestapo-Gefängnis und heute das Archäologische Museum beherbergt. | Metro Ratusz/Arsenal

Sammlung Johannes Pauls II./Muzeum Kolekcji im. Jana Pawła II.

Der repräsentative Kuppelbau der früheren Nationalbank beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen europäischer Kunst in Warschau. Zu sehen sind Skulpturen, Grafiken und Malerei aus fünf Jahrhunderten: Albrecht Dürer, Francisco de Goya, Tizian, Jan van Dyck. Im Kuppelsaal werden oft Sonderausstellungen gezeigt. Die Sammlung ist dem verstorbenen Papst Johannes Paul II. gewidmet. | Di-So 10-17 Uhr (im Winter 10-16 Uhr) | Eintritt 5 Zł. | plac Bankowy 1 | Metro Ratusz/Arsenal | www.muzeummalarstwa.pl

Technikmuseum/Muzeum Techniki

Erfindungen und Wunder der Technik, Geniales und Kurioses aus allen Epochen der Geschichte. So können die Besucher beispielsweise die berühmte Dechiffriermaschine Enigma aus dem Zweiten Weltkrieg bewundern oder das in Polen einzige Exemplar eines „gläsernen Fräuleins“, an dem die Funktionen des menschlichen Organismus dargestellt werden (zusätzliche Gebühr von 1 Zł.). Sehenswert auch der künstliche Sternenhimmel im Planetarium. Wie in allen anderen Einrichtungen, die im Kulturpalast ihren Sitz haben (Kino, Kongresssaal), lohnt sich der Besuch schon, um den gigantomanischen Bau der Stalin-Ära einmal in Ruhe von innen betrachten zu können. | Di bis Fr 9-17, Sa/So 10-17 Uhr | Eintritt 8 Zł. | pl. Defilad 1 | (Pałac Kultury i Nauki) | www.muzeum-techniki.waw.pl | Metro Centrum

Bazar Różyckiego (ul. Targowa 54)

Dieser Markt zählt zu den traditionsreichsten Einrichtungen in Warschau. Seit über hundert Jahren kommen die Warschauer hierher, um sich mit allen erdenklichen Dingen einzudecken. Für einige Jahre stand er allerdings im Schatten des Jarmark Europa im Stadion Dziesięciolecia. Seit dort aber das Stadion für die Fußball-EM 2012 gebaut wird, haben viele Händler wieder ihre Buden im Bazar Różyckiego aufgeschlagen. Wer nicht gerade Designerware sucht, kann hier billig Kleidung und Schuhe kaufen. Extratipp: Vor dem Bazar Różyckiego steht in der ulica Targowa (50/52) eines der ältesten Häuser in Praga. | Bus 100, 120, 125, 144, 160, 170, Tram 2, 3, 6, 13, 25, 26 Dworzec Wileński

Maria-Magdalena-Kirche/Cerkiew św. Marii Magdaleny

Die einzige große russisch-orthodoxe Kirche der Stadt, Sitz des Metropoliten von Warschau, erbaut 1869. Hinter den Mauern des mächtigen, gelben Fünfkuppelbaues mit den charakteristischen Zwiebeltürmen scheint der Straßenlärm abzuprallen. Im Innern öffnet sich die stille Welt einer östlichen Mysterienkirche: Der kleine Raum (ohne Sitzbänke, typisch für die Orthodoxie) ist mit Teppichen ausgelegt, die Wände und der Altar sind mit Blattgold und Ikonen überreich geschmückt. Jeden Tag um 16 Uhr kann man hier einen Gottesdienst erleben mit typischen liturgischen Gesängen, Weihrauch und vielen Kerzen. | Al. Solidarności 52 | Bus 100, 120, 125, 144, 160, 170, Tram 2, 3, 6, 13, 25, 26 Dworzec Wileński

Marienstatuen in der ulica Targowa

In den meisten Hinterhöfen der ulica Targowa finden sich Marienstatuen, die von den Bewohnern mit viel Liebe und Fantasie gepflegt werden. Dabei wird in der Regel die Grenze zum Kitsch eindeutig überschritten. Deutlich wird hier allerdings, welche zentrale Rolle die Mutter Gottes noch heute im täglichen Leben der Polen spielt. Sehenswert ist der kleine Altar mit Statue in der ulica Targowa 62. | Bus 100, 120, 125, 144, 160, 170, Tram 2, 3, 6, 13, 25, 26 Dworzec Wileński

Plac Wileński

Der Platz ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt, an dem auch verschiedene Seiten Polens aufeinander treffen: die Maria-Magdalena-Kirche, das Nachkriegsdenkmal „Die vier Schlafenden“ und ein hochmodernes Einkaufszentrum. Das Denkmal in der Mitte des Platzes zeigt sowjetische und polnische Soldaten. Im Volksmund wird es „Die vier Schlafenden“ genannt, weil die Soldaten mit ihren gesenkten Köpfen den Eindruck erwecken, als würden sie im Stehen dösen. Immer wieder werden Versuche unternommen, das Denkmal zu zerstören, weil es an die „Waffenbrüderschaft“ zwischen Polen und der Sowjetunion erinnert. Die Bewohner wehren sich allerdings bisher erfolgreich dagegen. An diesem Platz steht auch eines der neuen Einkaufszentren und zeugt von der neuen Wirtschaftskraft des Landes. Mit seiner strahlend weißen Fassade im in dieser Ecke der Stadt vorherrschenden architektonischen Einheitsgrau sieht es allerdings wie ein notgelandetes Ufo aus. | Bus 100, 120, 125, 144, 160, 170, Tram 2, 3, 6, 13, 25, 26 Dworzec Wileński

Wodka Fabrik Koneser/Wytwórnia Wódek Koneser

Bei einem Besuch in Praga sollte man nicht vergessen, durch die ulica Ząbkowska zu schlendern. Sie liegt unweit des plac Wileński und gilt wegen der vielen alten, zum Teil noch gut erhaltenen Häuser als eine Art Wahrzeichen des Stadtteils. Am auffälligsten ist das Gebäude der Warschauer Wodkafabrik Koneser. Die Firma ist in ganz Polen ein Begriff und produziert in dem Gebäude in der ulica Ząbkowska 27/31 seit 1897 Wodka. Man erzählt sich auch, dass dies das erste Gebäude in Warschau gewesen sein soll, in dem es Elektrizität gab. Wer will, kann die Fabrik besichtigen und dort natürlich auch Wodka probieren. (25 Zł. bzw. 30 Zł. mit Degustation). | ul. Ząbkowska 27/31, Bus 38, 140, 170, 307 Koneser

Ghetto-Denkmäler

Bereits 1946 errichtete man in der Zamenhofa-Straße (ul. Zamenhofa) einen ersten Gedenkstein für die im Ghetto umgekommenen und ermordeten Juden. Neben dem Mahnmal, einem Bunkereingang nachempfunden, erinnert das zwei Jahre später aufgestellte Denkmal der Ghettohelden (Pomnik Bohaterów Getta) an die Opfer des Aufstands im April 1943. Im ehemaligen Ghetto pferchten die Nazis zeitweise eine halbe Million Juden ein. Viele starben an Hunger und Seuchen, die meisten wurden in Viehwaggons zum Vernichtungslager Treblinka gebracht und dort ermordet. Als die SS am 19. April 1943 mit einer weiteren Liquidierungsaktion beginnen wollte, wurde sie mit Schüssen empfangen. Die jungen Kämpfer machten sich keine Illusionen, aber sie wollten sich nicht wehrlos zur Schlachtbank treiben lassen. Der ungleiche Kampf dauerte 28 Tage. Nur wenige der rund 60000 Menschen, die sich zu der Zeit noch im Ghetto befanden, überlebten.

Museum des Warschauer Aufstands/Muzeum Powstania Warszawskiego

Dem Heldenmut der Warschauer ist dieses Museum gewidmet - in Erinnerung an den Aufstand gegen die Nazi-Besatzung 1944, der niedergeschlagen wurde und in der Zerstörung weiter Teile der Stadt endete. Eröffnet 2004 zum 60. Jahrestag des Aufstands, setzt das Museum zur Dokumentation und authentischen Vermittlung der damaligen Ereignisse auch auf multimediale Technik. Alte Radiosendungen, Filmaufnahmen, aber auch moderne Simulationen sollen die Taten der Aufständischen verständlich machen - in einigen Fällen freilich mit einem Pathos hart an der Kitschgrenze. | Mo/Mi/Fr 8-18, Do 8 bis 20, Sa/So 10-18 Uhr | Eintritt 4 Zł., So frei | ul. Grzybowska 79 | (Eingang von ul. Przyokopowa) | www.1944.pl | Bus 106, 155, Tram Muzeum Powstania Warszawskiego

Plac Konstytucji

Sozialismus pur. Nicht nur beim Kulturpalast konnten sich die Architekten des Betonzeitalters ausleben, sondern auch am Verfassungsplatz und der Marszałkowska-Straße, die in Überbreite direkt auf ihn zuführt: Mächtige Wohnhäuser säumen die Paradestraße. Den Platz selbst markieren drei hohe Kandelaber, die wie überdimensionierte Kerzenhalter aussehen. Wofür sie stehen, kann heute niemand mehr sagen. Durch große Torbögen gelangen Fußgänger in die Nebenstraßen. Oben hängt die älteste Neonreklame Warschaus. | Metro Politechnika

Plac Zbawiciela

Nur wenige Meter vom monumentalen plac Konstytucji entfernt liegt einer der schönsten Warschauer Plätze - der plac Zbawiciela: nicht spektakulär, aber ruhig und intim. Auch hier findet sich neben einigen älteren und einigen ganz modernen Gebäuden die Sandsteinarchitektur der 1960er-Jahre mit ihren mächtigen Arkadengängen. Sie bieten Raum für Lokale, von denen aus Sie die Atmosphäre dieses Platzes am besten genießen können. Einen Besuch wert ist die Erlöserkirche (Najświętszego Zbawiciela | ul. Marszałkowska 37) mit ihrem hellen, weiträumigen Inneren. | Metro Politechnika

Powązkowski-Friedhof/Cmentarz Powązkowski

Mit über 200 Jahren der älteste katholische Friedhof Warschaus mit gewaltigen Ausmaßen. Allein an der Powązkowska-Straße zieht er sich gut einen Kilometer entlang. Der Friedhof ist für die Warschauer von besonderer Bedeutung. An Allerheiligen, am 1. November, besuchen ihn Zehntausende, um Kerzen zu entzünden und der Toten zu gedenken. Unter Schatten spendenden alten Bäumen und zwischen kunstfertigen Grabkapellen liegen einige der größten Polen begraben, besonders entlang der 1925 eingerichteten Ehrenallee (Aleja Zasłużonych): Opernlegende Jan Kiepura, die Komponisten Witold Lutosławski und Henryk Wieniawski, aber auch kommunistische Führer wie Bolesław Bierut, Polens einziger kommunistischer Präsident nach dem Zweiten Weltkrieg.

Saska Kępa

Für die Warschauer das Diplomatenviertel. Auch die deutsche Botschaft ist hier noch angesiedelt, wird aber gegen Ende des Jahrzehnts wegziehen. Touristen sind in Saska Kępa mangels berühmter Sehenswürdigkeiten selten anzutreffen, obwohl das Viertel zu den schönsten in Warschau zählt. Viele Villen aus der Zwischenkriegszeit sind erhalten. Der Stadtbezirk mit rund 40000 Einwohnern wirkt wie ein eigenes kleines Städtchen mit Geschäften, Cafés, Restaurants, Postamt und Kirche. Viele Grünanlagen und die Weichsel trennen Saska Kępa von den umliegenden Stadtteilen und machen es zu einer Insel. Schilder weisen den Weg zu den verschiedenen Botschaften, die oft in imposanten Herrenhäusern residieren. Besonders streng bewacht und gut versteckt: die Vertretung des Irak. Besonders schön: die portugiesische Botschaft (ul. Francuska 37). Beginnen Sie den Spaziergang am Kreisverkehr Rondo Waszyngtona. | Tram 7, 8, 9, 22, 24, 25 Rondo Waszyngtona

Schloss Wilanów und Plakatmuseum

Wohl das schönste Warschauer Schloss, einstige Sommerresidenz der Könige und später des polnischen Adels. Umfangreich saniert und renoviert, erstrahlt die prachtvolle Barockfassade wieder in jenem Glanz, wie sie Ende des 17. Jhs. nach einem Entwurf des Baumeisters Agostino Locci geschaffen wurde. Der Name Wilanów ist italienischen Ursprungs - abgeleitet vom lateinischen Villa Nova (neue Stadt). Auch deutsche Adlige residierten hier, unter ihnen August II., König von Sachsen - er war gleichzeitig polnischer König.

Stary Żoliborz

Einheimische halten dieses stille Viertel mit seinen Bürgerhäusern, Villen und ruhigen Straßen für die schönste Wohngegend der Stadt. Die Umgebung strahlt mit ihren alten Bäumen einen verwunschen-melancholischen Charme aus. Einen Spaziergang beginnen Sie am besten am plac Wilsona. Von dort können Sie das Straßengeflecht hinter dem Kino Wisła erkunden. Zu einem Spaziergang lädt auch der Park Żeromskiego ein, direkt am plac Wilsona. Ein Weg führt zu den Resten einer alten Festung mit Aussichtspunkt. Die Zitadelle (Cytadela) wurde während der polnischen Teilung im 18. Jh. von der russischen Besatzungsmacht als Gefängnis errichtet. Sie sollte als Abschreckung für aufständische Polen dienen. | Metro plac Wilsona

Zentrum für moderne Kunst/Centrum Sztuki Współczesnej

Das Zentrum für Moderne Kunst ist ebenso ein Ort für museale, multimediale Ausstellungen wie für Konzerte moderner Musik und Inszenierungen avantgardistischer Theaterstücke. Das Zentrum residiert fürstlich im schönen Ujazdowski-Schloss nahe dem Łazienki-Park. Die ausgestellten Werke der Gegenwartskunst kontrastieren reizvoll mit der barocken Architektur. | Di-So 11-19, Fr 11-21 Uhr | Eintritt 12 Zł. | Zamek Ujazdowski | Al. Ujazdowskie 6 | www.csw.art.pl | Bus 116, 123, 180, 195 plac Na Rozdrożu

Essen und Trinken

Piroggen in der Milchbar

Wer Warschau kulinarisch genießen will, hat eine große Auswahl - von der einfachen Volkskantine bis zum Edelitaliener

Gastronomisch hat Warschau in den letzten Jahren eine radikale Wandlung durchgemacht. Vom Einheitsbrei der sozialistischen Restaurants blieb kaum etwas übrig.

Längst kann die polnische Hauptstadt Lokale, Cafés und Imbisse beinahe für jeden Geschmack und in allen Preisklassen bieten. Auch die internationale Küche hielt längst Einzug: Neben italienischen, auffallend vielen vietnamesischen und den obligatorischen Chinarestaurants werben Inder, Japaner, Türken und Araber mit ihren kulinarischen Spezialitäten um die Gunst der Gäste. Typisch, beliebt und entsprechend verbreitet sind auch Lokale, in denen nach Art und Tradition osteuropäischer Nachbarn gekocht wird - von litauisch bis russisch.

Ein Relikt des Sozialismus finden Sie auch in Warschau immer noch: die Milchbar (bar mleczny). Diese schlichten Kantinen haben den gastronomischen Wandel nicht nur überlebt, sie sind in den letzten Jahren regelrecht wiederentdeckt worden - weil man hier einfach, schnell und unschlagbar günstig etwas zu essen bekommt. In der Milchbar wird aufgetischt, was die Polen sich auch zu Hause selbst kochen: bigos, Piroggen, Schweinekoteletts, Kartoffelpuffer, Klöße, Pfannkuchen. Eine der besten Milchbars der Stadt ist die Rusałka (ul. Floriańska 14) im Stadtteil Praga. Auch gut: Bambino in der ul. Krucza 21.

Achten Sie darauf, was in den Restaurants auf der Speisekarte steht. Manchmal werden für Fleisch oder Fisch 100-Gramm-Preise angegeben, und dann zahlt der Gast so viel, wie sein Kotelett oder Dorsch angeblich gewogen hat. In einigen Restaurants ist es üblich, auf die Preise von vornherein zehn Prozent für den Service aufzuschlagen - was allerdings auf der Karte vermerkt sein sollte. In solchen Fällen können Sie sich das Trinkgeld sparen - sonst beträgt es ebenjene zehn Prozent des Preises. „Stimmt so“ heißt in der polnischen Entsprechung „Danke“ (dziękuję) - sagen Sie also nicht „Danke“, wenn Sie noch Restgeld erwarten! Leere Teller gleich abzuräumen, während der Begleiter noch isst, gehört übrigens zur polnischen Höflichkeit.

Mittags wird in Warschau gern und ausgiebig dienstlich geluncht. Für solche Anlässe preisen viele Restaurants Sonderangebote an (z.B. Lunch mit Kaffee 20 Zł.). Fast alle Gaststätten bieten durchgehend warme Küche. Frühstücks- und Brunchbüfetts setzen sich hingegen erst allmählich durch - es gibt sie bisher vor allem in guten Hotels und in einzelnen Lokalen im Zentrum, etwa bei Blikle in der Straße Nowy Świat. Viele Restaurants öffnen erst mittags. Entsprechend gut besucht sind morgens und vormittags die Cafés, die in meist heller und freundlicher Atmosphäre Latte macchiato und Café au Lait anbieten - zu westeuropäischen Preisen.

Essen und Trinken

Cafés

Café Blikle

Viele reden von Tradition, Blikle steht dafür: Seit fast 150 Jahren besteht die Konditorei mit Café an der schicken Straße Nowy Świat und ist jedem Warschauer ein Begriff. Berühmt: die selbst gemachten Pralinen und kleinen Torten. Auch zum Mitnehmen. | Tgl. | ul. Nowy Świat 35 | www.blikle.pl | Bus u.a. 180, 518 Foksal

Caffé Balgera

Ruhiger Ort nahe dem plac Na Rozdrożu mit schöner Terrasse. Große Kuchentheke, Eis und italienische Spezialitäten wie Tiramisu. Sehr guter Kaffee und bequeme Korbstühle auf der großen Empore. | Tgl. | ul. Koszykowa 1 | Bus u.a. 116, 118, 180 plac Na Rozdrożu

Karma

Helles, modernes Café mit Panoramascheiben zum charmanten plac Zbawiciela. Sympathische Atmosphäre mit einer riesigen Kaffeeröstmaschine im Raum. Draußen stehen Tische unter den Arkaden. Geheimtipp: Pinky, ein kühles, erfrischendes Getränk aus Himbeeren. | Tgl. | plac Zbawiciela 9 | Metro Politechnika

Między Słowami

Das Café ist benannt nach dem polnischen Titel des Films „Lost In Translation“. In zeitloser, vielleicht sogar nostalgischer Atmosphäre werden in einem ruhigen Innenhof viele Sorten Kaffee, Kuchen und Imbisse serviert. Frühstück ab 7.30 Uhr. | Tgl. | ul. Chmielna 30 | Metro Centrum

Essen und Trinken

Restaurants internationale Küche

Borpince

Gemütliches ungarisches Restaurant im Club- und Restaurantviertel mit allem, was Sie sich von dieser Küche wünschen. Reiche Weinauswahl. | Tgl. | ul. Zgoda 1 | Tel. 0228282244 | www.borpince.pl | Metro Centrum | €€

Bulgaria Magica

Der Klassiker des Hauses als Imbiss oder Beilage: Pommes mit Sirene, einem würzigen bulgarischen Schafskäse. Außerdem: Varna-Spezialität (Hähnchenfilet in Sahne-Champignonsauce), Kjufte (Hackfleischbällchen) oder Kawarma, Fleischstücke mit Zwiebeln und Paprika. Koch Ilija Dimov arbeitete für ein Restaurant in der bulgarischen Botschaft. | Tgl. | ul. Marszałkowska 3/5 | Tel. 0228251816 | www.bulgariamagica.pl | Bus 117, 122, Tram 18, 19 pl. Unii Lubelskiej | €

Hard Rock Café

Nun hat also auch Warschau sein Hard Rock Café. Mit guter Musik und einer riesigen Neongitarre vor dem Eingang macht es in den Złote Tarasy auf sich aufmerksam. Und das Essen? Das ist dasselbe wie in New York, Oslo oder London: Cheesburger, Salate und Nachos - viel und gut. | Tgl. | ul. Złota 59 | Złote Tarasy | Tel. 0222220700 | Metro Centrum, Tram, Bus Dworzec Centralny | €

The Mexican

Gut zu erkennen an der Parade alter, grüner VW-Käfer vorm Eingang. Schöner Restaurantinnenhof mit Springbrunnen. Klassische mexikanische Variationen von Fajitas, Quesadillas, Burritos, Tacos und Tortillas. Die Kellner sind in bunte Trachten gekleidet, und bei der Rechnungsübergabe wird schon mal wie im Wilden Westen ein Pistolenschuss abgegeben. | Tgl. | Foksal 10a | Tel. 0228269021 | www.mexican.pl | Bus 116, 175, 180, 518 Foksal | €

The Olive

Der Name führt etwas in die Irre. In der Olive kann man neben mediterraner Küche auch sehr gute traditionelle polnische Gerichte essen. Das Restaurant gehört zum Sheraton-Hotel, von dessen etwas kühler Fassade man sich nicht abschrecken lassen sollte. | ul. Bolesława Prusa 2 | (Hotel Sheraton) | Tel. 0226576706 | www.sheraton.pl | Bus u.a. 180, 518 plac Trzech Krzyży | €€€

Orchidea

Fusionküche mit asiatischem Einschlag, von der jungen Besitzerin nach ihren Asienreisen kreiert. Immer freundliche Bedienung. Große Auswahl an vegetarischen Gerichten wie würzige Tofuvariationen mit Gemüse und Jasminreis oder gedünstetes Gemüse in Kokosmilch und Chili. | Tgl. | ul. Szpitalna 3 | Tel. 0228273436 | www.restauracjaorchidea.pl | Bus 116, 122, 180, Metro Centrum | €€

Qchnia Artystyczna

Die Künstlerküche ist die erste Adresse für Freunde der internationalen Nouvelle Cuisine - kleine Portionen auf großen Tellern, aber dafür edle Kreationen. Sehr große Terrasse mit Blick auf die Weichsel. Überaus lauschig, direkt neben dem Ujazdowski-Schloss gelegen. | Tgl. | Al. Ujazdowskie 6 | Tel. 0226257627 | www.qchnia.pl | Bus 116, 118, 119, 122 pl. Na Rozdrożu | €€€

Rubikon

Sicher eines der besten italienischen Restaurants der Stadt. Das Rubikon bietet gediegene Atmosphäre in einer schönen Villa mit Parkettboden und großen Weinregalen. | Tgl. | ul. Wróbla 3/5 | Tel. 0228476655 | www.rubikon.waw.pl | Metro Służew | €€€

Ryżowe Pole

Auch an Warschau ist die weltweite Sushimode nicht vorbeigegangen. Hier kommen die Freunde des japanischen Rohfisches auf ihre Kosten. Man kann die Köche beim Zubereiten der diversen Sushivarianten beobachten. | Tgl. | ul. Zgoda 5 | Tel. 0225564737 | www.ryzowe.pl | Bus 116, 122, 180, Metro Centrum | €€

Tam-Tam

Freie Variationen verschiedener afrikanischer Küchen und das beste irische Dunkelbier: Murphy's. Zentral gelegen. Stilvolle Einrichtung, hübscher Garten. Am Wochenende mutiert das Tam-Tam zum Club. | Tgl. | Foksal 18 | Tel. 0228282622 | www.tamtam.com.pl | Bus 116, 122, 175, 518 Foksal | €€

Vinoteka La Bodega

Die Polen sind nicht als große Weintrinker bekannt. Doch das ändert sich. Und so öffnen immer mehr Restaurants, die gleichzeitig Weinhandlung sind. Eins davon ist die Vinoteka La Bodega mit ausgezeichneter mediterraner Küche. Und: Der Wirt spricht deutsch. | Tgl. | Nowy Świat 5 | Tel. 0227454610 | www.bodega.pl | Bus u.a. 116, 180, 195 plac Trzech Krzyży | €€

Essen und Trinken

Landestypisches

Cztery Pory

Das „Vier Jahreszeiten“ bietet polnische Küche in der Ausstattung eines Jazzclubs der 1930er-Jahre. Fr/Sa Jazzkonzerte. | Tgl. | ul. Marszałkowska 140 | Tel. 0226928676 | www.czterypory.pl | Metro Świętokrzyska | €€€

Delicja Polska

Traditionslokal mit polnischer Küche der feineren Art. Große Auswahl an Weinen. | Tgl. | ul. Koszykowa 54 | Tel. 0226308850 | www.delicjapolska.pl | Metro Politechnika | €€€

Folk Gospoda

Abseits der Touristenpfade, aber zentrumsnah. Das beste der neuerdings so beliebten rustikalen Restaurants im Gebirgsstil mit viel Holz und traditionellen polnischen Speisen. Abends folkloristische Livemusik. Gartenterrasse. | Tgl. | ul. Waliców 13/Ecke Grzybowska | Tel. 0228901605 | www.folkgospoda.pl | Bus 106, 155 Mennica | €€

U Fukiera

Eines der bekanntesten und ältesten Warschauer Restaurants am Altstadtmarkt, das für viele immer noch Sinnbild eines fürstlichen polnischen Essens ist - inzwischen gibt es aber viel Konkurrenz, die Vergleichbares für weniger fürstliche Preise bietet. Edle Innenausstattung. | Tgl. | Rynek Starego Miasta 27 | Tel. 0228311013 | www.ufukiera.pl | Bus plac Zamkowy | €€€

Gospoda pod Kogutem

Klassisches polnisches Restaurant mit schöner Terrasse und rustikalem Innenraum. | Tgl. | ul. Freta 48 | Tel. 0226358282 | www.gospodapodkogutem.pl | Bus 116, 122, 174, 175, 195 plac Krasińskich | €

Jazz Bistro Gwiazdeczka

Moderne Alternative zu den Traditionsrestaurants der Altstadt. Hoher, heller Speisesaal mit Glasdach. | Tgl. | Piwna 40 | Tel. 0228878765 | Busse plac Zamkowy | €€

Krokiecik

Die altbekannte Bar liegt im Zentrum Warschaus. Eine interessante Mischung aus Schnellimbiss und Restaurant. Serviert werden zahlreiche preiswerte klassische Kartoffelgerichte. | Tgl. | ul. Zgoda 1 | Tel. 0228273037 | www.krokiecik.pl | Metro Centrum | €

Kuźnia Smaku

Die „Geschmacksschmiede“ ist eines der wenigen Restaurants mit üppigem Frühstück. Stilvolle Einrichtung. | Tgl. | ul. Mazowiecka 10 | Tel. 0228263024 | www.kuzniasmaku.com | Metro Świętokrzyska | €€€

Pasieka

Deftige polnische Gerichte im dörflichen, rustikalen Stil mit großen Holztischen. Spezialitäten des Hauses sind Piroggen, Rouladen und Trinkhonig. | Tgl. | ul. Freta 7/9 | Tel. 0228314616 | Busse plac Zamkowy oder Metro plac Bankowy | €

Pierogarnia

Das beste der vielen Restaurants, die sich auf den polnischen Klassiker spezialisiert haben: Mindestens ein Dutzend verschiedener Sorten Piroggen gibt es hier. Die Pierogarnia ist malerisch an der steilen Straße vom Königsweg nach Mariensztat gelegen. | Tgl. | ul. Bednarska 28/30 | Tel. 0228280392 | Bus u.a. 116, 122, 174 Hotel Bristol | €

Restauracja Polska Różana

Polnische Spezialitäten in der gehobenen Atmosphäre einer renovierten Villa. | Tgl. | ul. Chocimska 7 | Tel. 0228481225 | www.restauracjapolska.com.pl | Bus 122, 130, 167 Rakowiecka | €€€

Sekret

Dieses dem Namen nach geheimnisvolle Lokal bietet anständige polnische Traditionsküche. | Tgl. | ul. Jezuicka 1/3 | Tel. 0226357474 | www.restauracjasekret.pl | Bus u.a. 180, 518 plac Zamkowy | €€

Siedem Grzechów

Sieben Sünden: traditionsreiches Lokal im Stil des Vorkriegs-Warschau mit Swingmusik. Spezialität: Kaninchen mit grünen Klößen. | Tgl. | ul. Krakowskie Przedmieście 45 | Tel. 0228264770 | www.siedemgrzechow.com | Bus plac Zamkowy | €€€

Słodki ... Słony

Sieht mit seiner phantastischen Kuchentheke und der gemütlichen Einrichtung wie ein Café aus. Doch es werden auch Salate und eine Handvoll Hauptgerichte serviert. Trotzdem sind die exklusiven Süßspeisen die Hauptattraktion. | Tgl. | ul. Mokotowska 45 | Tel. 0226224934 | www.slodki-slony.pl | Bus 159, 107 Krucza | €€€

Smaki Warszawy

Große Auswahl an Warschauer und polnischen Traditionsgerichten. | Tgl. | ul. Żurawia 47/49 | (Ecke Poznańska) | Tel. 0226218268 | www.smakiwarszawy.pl | €€

Stara Szafa

Traditionsrestaurant, altmodisch eingerichtet mit antiken Utensilien. Polnische Küche mit internationalen Akzenten. | Tgl. | ul. Ludna 10a | Tel. 0226224812 | www.staraszafa.pl | Bus 101 Czerniakowska | €€

Essen und Trinken

Restaurants

Biosfeera

In grün-alternativem Ambiente gibt es originelle Zusammenstellungen. Kein Alkohol. Schöner Innenhof. | Tgl. | Al. Niepodległości 80 | Tel. 0228980155 | www.biosfeera.com | Metro Raclawicka | €

Greenway

Kette vegetarischer Restaurants. Willkommene Alternative zum schweren polnischen Essen. | Tgl. | Filiale z.B. ul. Krucza 23/31 | Tel. 0226216447 | www.greenway.pl | Bus 116, 122, 180 pl. Trzech Krzyży | €

Essen und Trinken

Gourmettempel

Ale Gloria

Neues Edelrestaurant von Marta Gessler, die aus Warschaus berühmtester und traditionsreichster Gastronomiefamilie stammt. Kombinationen aus der deftigen polnischen Küche und exklusiver Cuisine, z.B. Carpaccio aus gebackenen Schweinshaxen mit Rettich und eingelegten sauren Gurken oder Rehkeule in Sahne-Burgunder-Sauce eingelegt. | Tgl. | plac Trzech Krzyży 3 | Tel. 0225847080 | www.alegloria.pl | Bus 116, 118, 119, 122 pl. Trzech Krzyży | Menü ab 20 Euro

Belvedere

Mit Abstand eine der teuersten Adressen in Warschau, aber wunderschön gelegen im königlichen Bäderpark ŀazienki an der Neuen Orangerie und besonders edel ausgestattet, mit schöner Terrasse. U.a. polnischer Vorspeisenteller, grüner Spargel mit geräucherter Forelle, Hasenlenden in Sahnesauce. | Tgl. | ul. Agrykola 1 | Tel. 0228412250 | www.belvedere.com.pl | Bus 116, 118, 119, 122 Gagarina | Menü ab 30 Euro

Rialto

Nobelrestaurant im gleichnamigen Boutiquehotel. Paweł Suchenek, weit gereister neuer Küchenchef im Rialto, hat es sich zum ehrgeizigen Ziel gesetzt, die etwas deftigere polnische Küche mit der nuancenreichen französischen Kochkunst zu verschmelzen. Die Ergebnisse sind raffiniert. Abends gibt es Probiermenüs für 150 Złoty. | Tgl. | ul. Wilcza 73 | Tel. 0225848771 | www.hotelrialto.pl | Metro Politechnika, Busse plac Konstytucji | Businesslunch ab 28 Euro, Menü ab 45 Euro

Einkaufen

Shoppingtempel und Straßenbuden

Gigantische Einkaufszentren prägen Warschaus neue Marktwirtschaft, doch die Stände der Kleinhändler halten sich auch weiterhin

Immer mehr Besucher aus dem Westen entdecken Polens Hauptstadt als Shoppingcity. Ob traditionelles Kunstgewerbe, Schmuck oder Mode - das Angebot ist riesig und reicht von internationalen Marken bis zu einheimischen Labels.

Warschaus große Einkaufsstraßen heißen Nowy Świat, Chmielna und Marszałkowska. In der Altstadt prägen feine Boutiquen das Bild. Ein deutlicher Trend geht in Richtung riesiger Einkaufszentren, die mit Macht ins Zentrum drängen. Doch in Warschaus Hypermarktwirtschaft klaffen auch tiefe soziale Gräben. Es hat schon seinen Grund, dass neben Luxusboutiquen vor allem die Stände der Kleinhändler das Straßenbild prägen - und dass alle staatlichen Versuche, die Buden aus der Stadt zu verbannen, bislang scheiterten. Hier kaufen all diejenigen ein, die sich die glitzernde Luxuswarenwelt nicht leisten können.

Einkaufen

Bücher und Antiquariate

Czuły Barbarzyńca

Buchladen und Café in einem. Nahe der Universitätsbibliothek treffen sich hier viele Studenten, oft Lesungen oder Happenings. | ul. Dobra 31 | Bus 118, 155 Zajęcza

Empik

Die bekannte Ladenkette ist in ganz Polen die erste Adresse für Bücher (auch englisch- und deutschsprachige), Musik, Filme, Zeitungen und Konzerttickets. Internationale Presse. | Nowy Świat 15/17 | sowie in zahlreichen Einkaufszentren | www.empik.pl | Bus u.a. 180, 518 Foksal, Marszałkowska 116/122 | Metro Centrum

Traffic

Ungewöhnlichster Buch- und Plattenladen der Stadt, untergebracht in einem alten Kaufmannshaus. Hier kann jeder in ungezwungener Atmosphäre und ungestört in Büchern und Zeitungen blättern. Dazu gibt es den Traffic Club mit kostenlosem WLan-Zugang und Verkauf von Konzerttickets (Tel. 0226921430). | Bracka 25 | www.traffic-club.pl | Metro Centrum

Einkaufen

Kaufhäuser und Passagen

Ulica Chmielna

Die Boutiquen stehen in Warschaus einziger Fußgängerstraße außerhalb der Altstadt dicht an dicht, dazwischen zahlreiche Restaurants. | Metro Centrum

Ulica Mokotowska

Elegante Boutiquen in restaurierten oder in im alten Stil neu erbauten Häusern: feine Kleidung bekannter und unbekannterer Marken, stilvolle Möbel (Nr. 71), der Innenausstatter Maison Creative (Nr. 45), Designerumstandsmode bei Maya Cormier (Nr. 61) und originelle Kinderkleidung bei Endo (Nr. 51/53). Gutes Essen gibt es im modernen Przegryź, im gemütlichen Zapiecek oder im Adler mit bayerischer Küche. | Bus 180, 518 plac Trzech Krzyży

Nowy Świat

Schmuck, Kunstgalerien und natürlich exklusive Kleidung und Schuhe in der einzigen Warschauer Straße, die selbst zu Kommunismuszeiten elegant war. Kein Besucher kommt an der „Neuen Welt“ vorbei, denn sie ist Teil des Königswegs in Richtung Schloss und Altstadt. | Bus u.a. 175, 180, 518

Arkadia

Bei Eröffnung Ende 2004 war es das größte Einkaufszentrum Mitteleuropas. Hier finden Sie so ziemlich jede Bekleidungsmarke sowie einen Supermarkt und einen Baumarkt. Insgesamt gibt es im Arkadia 230 Läden, 30 Restaurants und 15 Kinos. | Mo-Sa 10-22, So 10-21 Uhr | Al. Jana Pawła II 82 | www.arkadia.com.pl | Bus 500, 510, Tram 1, 2, 16, 17 Rondo Radosława

Złote Tarasy

Das neueste und mit 225000 m² auch größte Einkaufs- und Vergnügungszentrum direkt bei Kulturpalast und Hauptbahnhof. Die „Goldenen Terrassen“ wurden im Frühjahr 2007 eröffnet und bestechen durch ihr wellenförmiges Glasdach. Fast alle denkbaren Marken und Läden sowie ein großes Kino und ein Fitnessstudio sind hier vertreten. In dem großzügigen Atrium finden v.a. am Wochenende Livekonzerte statt. | Mo-Sa 10-22, So 10-21 Uhr | www.zlotetarasy.pl | Metro Centrum, Bus, Tram Dworzec Centralny

Einkaufen

Geschenke, Souvenirs und Kurioses

Banasik

Keramik und Glas vom Feinsten, vieles aus polnischer Produktion, u.a. das berühmte Bunzlauer Geschirr. | ul. Piękna 28/34 | Metro Politechnika, Bus, Tram pl. Konstytucji

Cepelia

Für alle, die etwas typisch Polnisches mitnehmen wollen, bietet Cepelia in mehreren Filialen Volkskunst mit künstlerischem Anspruch: Möbel, Schmuck, Malerei, Keramik, Glas. | U.a. ul. Chmielna 8 | Filialen: ul. Marszałkowska 99/101, pl. Konstytucji 5 | Metro Centrum | www.cepelia.pl

Einkaufen

Delikatessen

Bazar Polna

Markthalle mit Tradition. Hier gab es schon zu Kommunismuszeiten Luxusware, besonders Lebensmittel. | So geschl. | ul. Polna 13 | www.bazarpolna.pl | Metro Politechnika

Hala Mirowska

Über 100 Jahre alte Markthalle. Davor ein Meer von Blumen. Innen erwartet Sie eine beeindruckende Auswahl an Gemüse und Fisch. | So geschl. | pl. Mirowski 1 | Tram 16, 17, 19 Hala Mirowska

Mielżyński

Vorreiter der sich ausprägenden Weinkultur. Kleines Bistro. | Burakowska 5/7 | www.mielzynski.pl | Bus u.a. 180, 518 Rondo Radosława

Wedel

Der Laden von Warschaus bekanntestem Süßwarenhersteller ist eine Attraktion. Klassiker sind die Wedel-Torte (Waffel mit Schokomasse) und die Ptasie mleczko („Vogelmilch“), Schokokonfekt, sowie selbst gemachte Pralinen. Sehr zu empfehlen ist auch das schöne Café! | ul. Szpitalna 8 | www.wedelpijalnie.pl | Metro Centrum

Einkaufen

Mode

Cropp Town

Polnische Mode v.a. für junge Leute. Die Marke ist in den meisten Bekleidungsgeschäften vertreten. In den Einkaufszentren gibt es spezielle Cropp-Town-Boutiquen. | In vielen Einkaufszentren z.B. Arkadia | www.cropptown.pl

Hexeline

Damenmode der gehobenen Klasse made in Poland. Auch Taschen und Schuhe. | Galeria Mokotów | ul. Wołoska 12 | www.hexe.com.pl | Tram 10, 17, 18 Rzymowskiego

Monnari

Polnisches Modelabel für Frauen mit Claudia Schiffer als Werbeträgerin. | Nur in Einkaufszentren wie Arkadia | www.monnari.com.pl

Ola Styl Studio

Schräge Kollektionen, auch mit knalligem Rot oder Pink. Für alle, die gern auffallen. | Nur in Einkaufszentren | www.olastyl.com.pl

Reserved

Mode mit Pfiff. Die bekannteste polnische Marke für legere, trendige Kleidung. | ul. Chmielna 1/3 | sowie in vielen Einkaufszentren | www.rereserved.com

Vistula Wólczanka

Vistula und Wólczanka, die beiden Riesen auf dem polnischen Markt für exklusive Mode, schlossen sich 2006 zusammen. Männermode in lässigem Stil. | ul. Marszalkowska 85 | www.vistula.com.pl | www.wolczanka.com.pl | Metro Centrum

Einkaufen

Schmuck und Uhren

W. Kruk

Der älteste Juwelier Polens - Synonym für edle Geschenke. Seit über 160 Jahren werden in zahlreichen Zweigstellen zeitloser Schmuck und Uhren angeboten. | U.a pl. Konstytucji 6 | www.wkruk.pl | Tram plac Konstytucji, auch in vielen Einkaufszentren

Einkaufen

Schuhe

Ryłko

Schuhe aller Art in mittlerer Preisklasse und ordentlicher Qualität. | In Einkaufszentren | www.rylko.pl

Einkaufen

Märkte

Giełda Staroci na Kole

Alte Uhren, Radios, Möbel und allerlei Nippes werden in der „alten Börse“ (Giełda staroci) feilgeboten. Aber Vorsicht: Nicht alle Offerten sind Schnäppchen. Feilschen! | Sa/So 7-13 Uhr | ul. Obozow/Ecke ul. Ciołka | Bus 129, 159, 167, Tram 1, 12, 20, 23, 24 Dalibora

Hala Banacha

Das Interessante spielt sich draußen ab. Die Markthalle (mit Supermarkt) ist von vielen Ständen umgeben. Auf einer Seite werden frische Lebensmittel angeboten, auf der anderen v.a. günstige Bekleidung. | Mo-Fr 7-19, Sa 7-15 Uhr | ul. Grójecka 95 | Tram u.a. 1, 7, 35

Unterhaltung

Die Nacht ist kurz

Wo tagsüber Bankangestellte in Maßanzügen durch die Straßen eilen, erwacht die Stadt abends zu ihrem zweiten Leben - und weiß, sich zu vergnügen

Die Nacht zum Tag machen? Nichts leichter als das. Warschaus Nachtschwärmerszene boomt und pulsiert so heftig, wie es kaum ein Gast aus dem Westen im katholischen Polen erwartet.

Alles ist in Bewegung. Besonders im Bermudadreieck der Straßen Marszałkowska, Świętokrzyska und Mazowiecka öffnen fast im Monatsrhythmus neue Lokale, Diskos, Clubs, andere verschwinden genauso schnell wieder. Dabei hat das Warschauer Nachtleben durchaus auch eine ernsthafte Seite zu bieten. Die festlichen Abendaufführungen der nationalen Philharmonie etwa sind landesweit berühmt und locken zahlreiche Besucher nicht nur aus Polen an. Wie auch immer, für den Nachhauseweg ist gesorgt: Nachtbusse, die im Halbstundentakt vom Zentralbahnhof aus in alle Richtungen ausschwärmen, machen den Feierabend zu einem autofreien Vergnügen.

Warschaus Nachtleben hat auch seine Besonderheiten. So empfangen manche Clubs, die besonders trendy sind oder sich zumindest dafür halten, den Besucher mit einer sogenannten Selektion. Wenn dem Türsteher das jeweilige Gesicht nicht gefällt, wird er nach Einladung oder Clubkarte gefragt, was bedeutet, dass man nicht hineinkommt. In solchen Lokalen zahlen die Gäste oft Eintrittsgelder von ca. 10 Euro und mehr. Ohnehin sind die Eintrittspreise für Diskotheken und Clubs in Warschau sehr hoch. Dafür kommen Frauen oft gratis hinein, zumindest an Wochentagen. Weniger elitär geht es in Studentenclubs wie dem Stodoła zu. Auch viele Restaurants haben abends regelmäßig Livemusik im Programm. Und musikalisch hat Warschau eine Vielfalt zu bieten, wie sie nur ein Schmelztiegel der Kulturen zwischen Ost und West generieren kann. Voll auf ihre Kosten kommen Jazzfans: Jazz ist in Polen sehr populär, und die Hauptstadt ist die unumstrittene Hochburg der nationalen Szene.

In einer Stadt, in der Supermärkte bis Mitternacht geöffnet haben und sogar die Hauptpost durchgehend arbeitet, gehören zum Nachtleben auch 24-Stunden-Lokale und Restaurants, in denen man noch nachts um drei ein deftiges Essen bestellen kann. Die Nacht ist kurz in Warschau, und die Öffnungszeiten sehr flexibel. Die gängige Regel lautet: „Schluss ist nach dem letzten Gast.“

Unterhaltung

Diskotheken, Clubs und Ballhäuser

Akwarium

In den 1970er-Jahren der berühmteste Jazzclub in Polen, musste das Akwarium einst dem Neubau eines Hotels weichen. Doch seit Anfang 2007 wird versucht, an die alten Tage anzuknüpfen. Anspruchvolle Musik in angenehmer Atmosphäre. Eintrittspreise zwischen 20 und 40 Złoty. | Złote Tarasy | http://adamiakjazz.pl/JAZZARIUM/ | alle Busse und Bahnen zum Hauptbahnhof

Bazaar

Disko für Fans von elektronischen Klängen wie Vocal House, Electro, und House. Phantasievolle Einrichtung. Die Betreiber betonen ausdrücklich ihre Toleranz und Offenheit für Gäste verschiedener Nationalitäten, Generationen und Kulturen. Konzerte und DJ-Abende. | ul. Jasna 13 | www.clubbazaar.pl | Metro Świętokrzyska

Centralny Dom Qultury

Für alle, denen die Mehrheit der Warschauer Clubs mit ihrer Kontrolle an der Tür zu snobistisch ist, bietet das CDQ eine Alternative: günstiger, toleranter, entspannter. Drum 'n' Bass, Punk, Hip-Hop. | ul. Burakowska 12 | www.cdq.pl | Bus 121, 122, 148 Sady Żoliborskie

The Cinnamon

Nobles Lokal im von Sir Norman Foster erbauten Metropolitan-Gebäude, nahe der Altstadt. Riesige Auswahl an Drinks. Sieben Köche sorgen für anspruchsvolle Speisen. Sitzplätze in der Piazza des Metropolitan. Achtung, Selektion: Nicht jeder wird reingelassen! | Tgl. ab 9 Uhr | plac Piłsudskiego | (Metropolitan) | www.thecinnamon.pl | Busse 116, 122, 174, 175 Hotel Bristol (Krakowskie Przedmieście)

Fabryka Trzciny

Vielseitiges Kulturzentrum in einer alten Fabrik des kulturell aufblühenden Stadtteils Praga. Taxi zumindest für die Rückfahrt empfehlenswert. Zur Fabrik gehören ein Restaurant, Ausstellungs-, Konzert- und Konferenzsäle im Stil der Studentenclubs aus den 1960er-Jahren, ergänzt durch avantgardistische Akzente. Im Club der „Schilfrohrfabrik“ gibt es regelmäßig hochkarätige Konzerte. | Otwocka 14 | Tel. 0226190513 | www.fabrykatrzciny.pl | Busse 138, 170, 307 Naczelnikowska

Jadłodajnia Filozoficzna

Der ultimative Treffpunkt nicht nur für Bob-Marley-Fans. Regelmäßig Reggae-Nächte. Außerdem Chill-out, New Jazz sowie elektronische Musik. Konzerte, Ausstellungen, Vernissagen, Filmvorführungen und Tanz-Events machen den „Philosophischen Speisesaal“ zu einem richtigen Kulturzentrum. Schwer zu finden, weil hinter einem alten Tor im Hinterhof! | Dobra 33/35 | www.filozoficzna.art.pl | Bus 118, 128, 155 Zajęcza

Klubokawiarnia

Club und Café unter einem Dach, augenzwinkernd im kommunistischen Stil mit Propagandaplakaten und anderen Relikten eingerichtet. Sehr beliebt, großer Andrang, nicht jeder kommt hinein. Musik u.a. Acid Jazz, House. | ul. Czackiego 8 | www.klubokawiarnia.pl | Metro Świętokrzyska

Klub Tygmont

Eine der ersten Adressen für Jazzfreunde, mitten im Club- und Kneipenviertel der Stadt. Livekonzerte von regionalen und nicht selten auch internationalen Musikern. Beim Türsteher wichtig: das jazzige Aussehen. Auch Trip Hop und Latino-Klänge. | Mazowiecka 6/8 | www.tygmont.com.pl | Metro Świętokrzyska

Paprotka

Einer der beliebtesten Warschauer Clubs, hip (oder snobistisch, je nach Geschmack), mit dezent unterkühlter Atmosphäre und schicken Sofas. | pl. Piłsudskiego 9 | www.paprotka.pl | Bus 116, 175, 180 Uniwersytet

Pewex

Pewex ist jedem Polen ein Begriff. In den Läden dieses Namens konnte man zu Kommunismuszeiten Westwaren kaufen. Nostalgischer Charakter, aber gleichzeitig trendy mit 1970er-Jahre-Design. Junges Publikum aus dem Künstler- und Studentenmilieu. | Nowy Świat 22/28 | Pavillon 26 (im Hinterhof) | Bus 175, 180, 518 Foksal

Piekarnia

Die „Bäckerei“ (piekarnia) ist ein polenweit bekannter, angesagter Club, der sich in einer kleinen Nebenstraße unweit des Powązki-Friedhofs versteckt und der das Clubbing nach Warschau gebracht hat. Internationale DJs legen hier für Hunderte Gäste House, Electro oder Progressive auf. | ul. Młocińska 11 | www.pieksa.pl | Bus 500, 510, Tram 1, 2, 16, 17 Rondo Radosława

Sofia

Restaurant und Nightclub mit großer Auswahl an Drinks, polnischem Essen, gemütlichen Sitzbereichen. Auf der Bühne Tanz und Striptease-Shows. Nicht billig! | pl. Powstańców Warszawy 1/3 | Tel. 0228271693 | www.sofia.net.pl | Metro Świętokrzyska

Stodoła

Großer Studentenclub mit 50-jähriger Tradition. Hervorragende Konzerte (Rock, Jazz, Techno, Latino-Sound). Offen und unkompliziert. Rauchfreie Zone. | ul. Batorego 10 | www.stodola.pl | Metro Pole Mokotowskie

Turboo

Schwulenclub, aber offen für Heteros. Auf 500 m² findet sich alles Mögliche - von Disko und Bar über Kino bis hin zur Sauna. Warschau hat eine aktive Homoclubszene. | ul. Marszałkowska 3/5 | www.turboo.pl | Tram 18, 19, 35 plac Unii Lubelskiej

Unterhaltung

Kinos

Kino.lab

Kleines, unabhängiges Kino mit alternativer Kunstgalerie. Wer in der alternativen Kunstszene hip sein will, der muss sich hier sehen lassen. | Zamek Ujazdowski | Al. Ujazdowskie 6 | Tel. 0226281271 | www.kinolab.art.pl | Bus 116, 123, 180, 195 plac Na Rozdrożu

Kinoteka

Moderner Kinokomplex im historischen Gebäude des Kulturpalasts. Gute Blockbuster und anspruchsvollere Filme, so wie in Polen üblich im Original mit polnischen Untertiteln. | pl. Defilad 1 | Tel. 0225517070 | www.kinoteka.pl | Metro Centrum

Unterhaltung

Bars und Kneipen

City Cafe

Das City Cafe ist eine Mischung aus Kneipe und Café mit Metall- und Ledereinrichtung, direkt an der polytechnischen Hochschule (Politechnika). Für alle, die lieber sitzen und reden wollen, anstatt zu tanzen. | ul. Polna 54 | www.citycafebar.pl | Metro Politechnika

Łysy Pingwin

Eigentlich eine einfache Kneipe, und doch ist der „Glatzköpfige Pinguin“ eines der angesagtesten Lokale. Sofas in Zebramuster, eine Bar und ein paar Steh- und Sitzplätze. Mitten im alten Praga. Jazz, Chill-out, RnB. Regelmäßig DJ-Abende. | ul. Ząbkowska 11 | Tram 7, 8, 9, 24, 25 Ząbkowska

Piano Bar

Gemütliche, stilvolle Kneipe mit einer beeindruckenden Theke. Natürlich steht hier ein Klavier, das auch regelmäßig benutzt wird. Konzerte meist mit Jazzcharakter. | ul. Chmielna 15 | Metro Centrum

Pod Gwiazdami

Diese Bar im Retrolook hat ihren Namen „Unter den Sternen“ verdient. An lauen Sommerabenden sitzt man auf dem Balkon und blickt vom obersten Stockwerk eines Wohnhauses über die Dächer Warschaus. Keine Angst: der Lift ist zwar alt, aber sicher. | ul. Marszałkowska 85 | Eingang von ul. Hoża im Erdgeschoss den Lift nehmen | www.klubpodgwiazdami.pl

Szpilka

Einer der ersten modernen Clubs in den 1990er-Jahren. Tagsüber ein ganz normales Café, mutiert das Szpilka abends zu einem sehr gut besuchten Club, der bekannt ist dafür, die ganze Nacht geöffnet zu haben (nur 6-7 Uhr geschl.). Wer Hunger hat oder sich unterhalten will, geht zu Szpilka. | pl. Trzech Krzyży 18 | Bus 180, 518 plac Trzech Krzyży

W Oparach Absudu

„In den Dämpfen des Absurden“ heißt diese Kneipe im alten Praga mit einem verrückt anmutenden Stilmix: alte Möbel, Sessel und Nähmaschinen mit romantischer Kerzenbeleuchtung. Ungezwungene, ausgelassene Atmosphäre mit eigenem Charakter. Regelmäßig Livemusik und einer der wenigen Orte, an denen auch Warschauer Lieder gespielt werden. Snacks an der Theke. Achtung: gelegentlich geschlossene Veranstaltungen. Biergarten. | Ząbkowska 6 | Tram 7, 8, 9, 24, 25 Ząbkowska

Unterhaltung

Opern, Konzerte und Musicals

Filharmonia Narodowa

Wichtigster Ort der Stadt für klassische Konzerte mit zwei Sälen, einem für 1000 und einem Kammermusiksaal für 400 Besucher. Das Hausorchester ist eines der profiliertesten in Polen, doch auch das international anerkannte Orchester „Sinfonia Varsovia“ tritt hier regelmäßig auf. 2008 war das New York Philharmonic zu Gast. Zuletzt traten aber auch Jazzgrößen wie Chris Botti, Wayne Shorter oder Herbie Hancock auf. Auch Klassikfestivals und -wettbewerbe haben hier ihren Platz. Vorverkauf und Abendkasse vor Ort. | ul. Jasna 5 | Tel. 0225517111 | www.filharmonia.pl | Metro Centrum

Teatr Muzyczny Roma

Das Musicaltheater der Stadt. Durchschnittlich gibt es nur eine Premiere pro Saison, doch die hat es meist in sich. Mit großem Erfolg liefen „Cats“ und das „Phantom der Oper“ in polnischen Versionen sowie „Tanz der Vampire“ nach einer Filmvorlage des polnischstämmigen Regisseurs Roman Polanski. | ul. Nowogrodzka 49 | Tel. 0226288998, Reservierungen: rezerwacja@teatrroma.pl | www.teatrroma.pl | Metro Centrum

Teatr Sabat

Edel eingerichtetes Revuetheater im Zentrum für bis zu 250 Besucher, man sitzt an Tischen, in Logen oder im Vip-Bereich. Im Angebot u.a. Konzerte, Shows, Modeschauen, Galas. | ul. Foksal 16 | Tel. 0228262355 | www.teatr-sabat.pl | Busse Foksal (bei Nowy Świat)

Teatr Studio Buffo

Musiktheater mit wechselndem Programm. Ob das Musical „Metro“, ein amerikanischer oder ein Zigeunerabend - das Publikum wird von hervorragenden Sängern unterhalten. Tickets vor Ort und an Vorverkaufsstellen. | ul. Marii Konopnickiej 6 | Tel. 0226226393 | www.studiobuffo.com.pl | Bus 180, 518 plac Trzech Krzyży

Teatr Wielki/Opera Narodowa

Im „Großen Theater“ mit über 200-jähriger Tradition hat die Nationaloper ihren Sitz. Besonderer Wert wird bei den Inszenierungen auf polnische Komponisten gelegt, vom Klassiker Stanisław Moniuszko, dem Gründer der Oper, bis zum zeitgenössischen Krzysztof Penderecki. Doch auch alle großen Namen der internationalen Opernwelt sind vertreten - zuletzt in einer grandiosen Aida-Aufführung von Giuseppe Verdi. Außerdem Ballettinszenierungen. Eine Hauptbühne für 1841 Besucher und eine kleine Bühne mit 248 Sitzplätzen. Im ersten Stock befindet sich Polens einziges Theatermuseum. | Aufführungen Sept.-Juni Di-So | pl. Teatralny 1 | Tel. 0226920200 | www.teatrwielki.pl | Metro Ratusz

Unterhaltung

Theater und Kleinkunst

Teatr Polonia

Gegründet und betrieben von der berühmten Schauspielerin Krystyna Janda im alten Kinosaal Polonia - eines der wenigen privaten Theater in Warschau. Große Nachfrage, schnell ausverkauft. | ul. Marszałkowska 56 | Eingang ul. Piękna 28 | Tel. 0226222132 | www.teatrpolonia.pl | Metro Politechnika

Teatr żydowski

Einziges jüdisches Theater der Stadt, Vorführungen meist in Jiddisch mit polnischer Übersetzung, doch Stücke wie „Anatevka“ versteht man auch ohne Sprachkenntnisse. | pl. Grzybowski 12/16 | Tel. 0226206281 | www.teatr-zydowski.art.pl | Metro Świętokrzyska

Uebernachten

Dobranoc - schlafen Sie gut!

Luxushotels einer internationalen Kette, individuell ausgestattetes Künstlerhotel, Apartment oder einfaches Hostel: Warschau bietet vielfältige Schlafplätze

Eine Unterkunft zu finden sollte in Warschau bei aktuell über 25000 Gästebetten in Hotels, Pensionen, Herbergen und Mietapartments kein Problem sein. Und die Zahl der Übernachtungsgelegenheiten steigt noch immer.

Alle großen internationalen Hotelketten sind in der Hauptstadt vertreten. Daneben finden Warschaubesucher auch individiuelle Unterkünfte, die in Berlin oder Paris nicht genauso aussehen.

Allerdings sind die Hotels in Warschau generell recht teuer. Achten Sie auf Wochenendpakete und spezielle Rabatte auf den entsprechenden Websites. Sie lassen die Hauptstadtpreise mitunter beträchtlich sinken. Buchungsmöglichkeiten finden Sie unter: www.hotele-online.pl | www.topwarsaw-hotels.com | www.polishtravel.com.pl | www.polishhotels.pl. Recht neu ist auch das Angebot komfortabler Apartments. Mehr Infos unter: www.warsawapartments.org | www.warsawapartments.pl.

Schon etwas intensiver suchen muss man hingegen nach preiswerten Bed-&-Breakfast-Angeboten, kleineren Hotels und Pensionen. Eine Liste auch günstiger Offerten finden Sie unter www.warsawtour.pl.

Frühstück haben alle Hotels und Hostels in ihrem Angebot. Manchmal ist das Frühstück allerdings nicht im Zimmerpreis enthalten.

Uebernachten

Hotels Kategorie gehoben

Hotel Kyriad Prestige

Das moderne Gebäude liegt nur wenige Minuten von Bahnhof und Flughafen. Moderne Zimmer und eine freundliche Atmosphäre. Wie in allen Hotels der gehobenen Kategorie gibt es ein Restaurant, Sauna, Jacuzzi und Fitnessraum. 144 Zi. | ul. Towarowa 2 | Tel. 0225827500 | Fax 0225827501 | www.kyriadprestige.com.pl | Bus, Tram plac Zawiszy

Polonia Palace

Hier lebt das elegante Warschau der 1920er- und 30er-Jahre wieder auf. Prächtig restauriertes Gebäude schräg gegenüber vom Kulturpalast, abends mit seiner Beleuchtung ein echter Blickfang. Elegant und luxuriös im altmodischen Stil. Suiten mit kräftigen Aufpreisen. Das Hotelrestaurant bietet eine Mischung aus polnischer und mediterraner Gourmetküche. Wellness- und Fitnessbereich. 206 Zi. | Jerozolimskie 45 | Tel. 0223182800 | Fax 0223182801 | www.poloniapalace.com | Metro Centrum

Hotel Radisson

Internationaler Standard im Business- und Hochhausviertel, nur wenige Minuten von Zentrum und Zentralbahnhof entfernt. Geboten wird in dem Komplex neben Restaurant und Bar auch ein großzügiges Fitnesszentrum. 311 Zi. | ul. Grzybowska 24 | Tel. 0223218888 | Fax 0223218889 | www.radisson.com | Bus u.a. 500, 510 Rondo ONZ

The Westin Warsaw

Im modernen Wolkenkratzerviertel. Panoramafahrstuhl. Exzellenter Service und das „bequemste Himmelbett der Welt“. 361 Zi. | Jana Pawła II | Tel. 0224508000 | Fax 0224508111 | www.westin.pl | Bus 500, 510 Rondo ONZ

Uebernachten

Hotels Kategorie standard

Airport Hotel Okęcie

Gepflegtes Haus, eingerichtet im Vorkriegsstil der 1930er-Jahre, nur 800 m vom Warschauer Flughafen und 4,5 km vom Zentrum entfernt. Zwei Restaurants und eine Cocktailbar. Zimmer mit Internetzugang. Shuttlebus alle 30 Minuten zum Flughafen. 172 Zi. | ul. 17 Stycznia 24 | Tel. 0224568000 | Fax 0224568029 | www.airporthotel.pl | Bus 175, 17 Stycznia

Campanile

Das Haus hat ein freundliches, modernes Ambiente. Die neuen Zimmer sind allerdings nicht besonders groß. Wasserkocher im Zimmer. 194 Zi. | ul. Towarowa 2 | Tel. 0225827200 | Fax 0225827201 | www.campanile.com.pl | Bus 127, 128, 130, 175, Tram 7, 8, 9, 12 plac Zawiszy

Dedek Park

Kleines, im Park Skaryszewski und am See Kamionkowskie ruhig gelegenes Hotel auf der rechten Weichselseite. Gut 2 km vom Zentrum. Sat-TV, Internet. Traditionelles polnisches Essen bekommt man in der dazugehörigen Karczma u Dedka. 15 Zi. | Al. Zieleniecka 6/8 | Tel. 0226197781 | Fax 0226194518 | www.dedek.pl | Tram 7, 8, 25 Al. Zielenecka

Hetman

Einzige echte Übernachtungsalternative auf der anderen Weichselseite, mitten im alten Praga. Mit Taxi oder Tram 5 Min. ins Zentrum. In renoviertem Altbau mit elegantem Flair und ordentlichen Zimmern. 68 Zi. | ul. Kłopotowskiego 36 | Tel. 0225119800 | Fax 0226185139 | www.hotelhetman.pl | Tram 3, 6, 13, 21, 25, 26 Dworzec Wileński

Ibis

Internationaler Standard, aber für alle, die in einer fremden Stadt in ein vertrautes Hotel gehen wollen, machen die drei Warschauer Ibis-Standorte, davon zwei in Zentrumsnähe, ein solides Angebot. Interessante Preisnachlässe zum Wochenende. 189 Zi. | Al. Solidarności 165 | Muranowska 2 | Tel. 0225203000 Tel. 0223101000 | Fax 0225203030, Fax 0223101010 | www.ibishotel.com | Bus 119, 125, 170, 171, 190, 333 | Bus 127, 180, Tram 15, 19, 35, 36 Muranowska

MDM

Das Reizvollste ist die Lage: Das MDM residiert in ebenjenem Haus am plac Konstytucji, auf das die sozialistische Paradestraße Marszałkowska zuführt. Das hat Stil und verbreitet sein ganz eigenes Flair. Die Zimmer in dem Hotel sind vergleichsweise groß, der Service zuvorkommend, allerdings ist die Einrichtung schon ein wenig in die Jahre gekommen. 120 Zi. | plac Konstytucji 1 | Tel. 0223391600 | Fax 0226214173 | www.syrena.com.pl | Metro Politechnika

Hotel Reytan

Modernisierte Zimmer mit Internetanschluss, teilweise King-Size-Betten, Sonderangebote an Wochenenden und bei Internetbuchung. Spazierentfernung von Parks, Kinos und Pubs, per Metro oder Bus 10 Minuten zum Zentrum. 86 Zi. | ul. Rejtana 6 | Tel. 0226463176 | Fax 0226462989 | www.reytan.pl | Metro Pole Mokotowskie

Uebernachten

Hotels Kategorie günstig

Etap Hotel

Das günstigste und neueste Standardhotel, das nun auch in Warschau zu finden ist. Die Zimmer sind sehr einfach eingerichtet, aber praktisch. TV. 176 Zi. | St. Zagórna 1 | Tel. 0227453660 | Fax 0226225501 | www.orbis.pl | Bus 155, 171, 185 Towar

Harenda

Sympathisches Haus am Königsweg zur Altstadt mit bekanntem Bier- und Restaurantgarten und Club im Keller (Musik, Kabarett, Theater). Zu beachten sind die speziellen Angebote, die immer wieder im Programm sind. Zum Beispiel: Bei zwei Tagen Aufenthalt zahlt man nur für eine Nacht. Wer kurz entschlossen bucht, findet im Harenda auch immer wieder Last-Minute-Offerten. 43 Zi. | ul. Krakowskie Przedmieście 4/6 | Tel. 0228260071 | Fax 0228262625 | www.hotelharenda.com.pl | Bus u.a. 111, 116, 122, 175, 180 Uniwersytet

Mazowiecki

Ehemaliges Armeehotel in bester Lage, unweit des Sächsischen Gartens. Im unteren Teil des Gebäudes wird in der Kuźnia Smaku gutes polnisches Essen serviert. Einfache Einrichtung in einem nicht komplett renovierten Haus, aber sauber. Für alle, Reisenden mit kleinem Geldbeutet, die während ihres Besuches etwas von der oft längst vergessenen sozialistischen Atmosphäre schnuppern wollen. 56 Zi. | Mazowiecka 10 | Tel. 0228272365 | Fax 0226879117 | www.hotelbelwederski.pl | Metro Świętokrzyska, Bus 175 Ordynacka

Mercure Fryderyk Chopin

Das Hotel ist schöner, als es von außen den Anschein hat. Geschmackvoll eingerichtete Zimmer. Fitnesscenter und Sauna. 249 Zi. | Al. Jana Pawła II 22 | Tel. 0225280300 | Fax 0225280303 | www.mercure.com | Bus 500, 510 Rondo ONZ

Premiere Classe

Hier wird kein Platz verschenkt: In den Zimmern (kleines Bad) stehen ein Bett, ein Tisch und ein Stuhl. Dafür ist alles neu und sauber. 126 Zi. | Towarowa 2 | Tel. 0226240800 | Fax 0226202629 | Bus 127, 128, 130, 175, Tram 7, 8, 9, 12 plac Zawiszy

Uebernachten

Appartements und Ferienwohnungen

Amarylis B&B

Eines der wenigen Bed-&-Breakfast-Angebote, in einem gehobenen, ruhigen Wohnviertel des westlichen Stadtteils Wola. Es gibt gute Tram- und Busanbindung. Garten. 6 Zi. | Rzędzińska 19 | Tel./Fax 0228646291 | www.amarylisbnb.com | Bus 501, Tram 8, 10 plac Kasztelański | €

Babka Tower Suites

Moderne Apartments in den oberen Stockwerken eines Hochhauses beim Einkaufszentrum Arkadia. 50 Apt. | Al. Jana Pawła II 80/D44, Penthouse D, 10. Stock, Eingang von ul. Dzika, Treppenhaus D | Tel. 0226373273 | Fax 0226373260 | www.babkatower.com | Metro Dworzec Gdański | €€

Royal Route Residence

Einzel-, Doppel- und Mehrfachapartments bis hin zu Studios - neu, sauber, voll ausgestattet. Das Beste ist die Lage: direkt an der Fußgängerzone Chmielna und der Nowy Świat, im Restaurant- und Kneipenviertel, nur wenige Schritte von fast allen wichtigen Sehenswürdigkeiten entfernt. | Nowy Świat 29/3 | Tel. 0226928495 | Fax 0228314956 | www.warsawapartments.net | Bus u.a. 175, 518 Foksal | €

St. Andrew's Palace

In der schönen ul. Chmielna in einem klassischen Warschauer Hinterhof. Vollständig modernisiertes Gebäude, aber im Stil seines Baujahres 1900. 24 Suiten mit kompletter Ausstattung. Tägliche Reinigung. Nobel, aber auch recht teuer: Suiten gibt es ab 120 Euro, günstiger wird es bei einem längeren Aufenthalt. | ul. Chmielna 30 | Tel. 0228264640 | Fax 0228269635 | www.residence.com.pl | Metro Centrum | €€€

Uebernachten

Jugendherbergen

Hostels

Die Hostels bieten Mehrbett- und Doppelzimmer (mit Bad) sowie Küchenbenutzung. Sie sind modern, gepflegt und preiswert.

Dom Przy Rynku

Am stimmungsvollen Neustadtmarkt in einem frisch renovierten historischen Gebäude. Nur im Juli und August und an Wochenenden, sonst dient das Haus als Kinderheim. Individuelle Zimmer mit Charakter. Etagenbad, moderne Küche. 40 Plätze (2-4 Pers./Zi.) | Rynek Nowego Miasta 4 | Tel. 0228315033 | www.cityhostel.net | Bus u.a. 180, 518 plac Zamkowy | €

Kanonia

Mitten in der Altstadt nur wenige Schritte von Schloss und Marktplatz. Frisch renoviert und sauber, Zimmer für 2 bis 14 Pers. 9 Zi. | Jezuicka 2 | Tel./Fax 0228876560 | www.kanonia.pl | Bus plac Zamkowy | €

Uebernachten

Luxushotels

Le Regina

Exklusives Boutiquehotel in einer ruhigen Straße der Neustadt, nahe dem Marktplatz, in einem kleinen, renovierten Palast aus dem 18. Jh. Mit seinen Säulengängen und dem Innenhof erinnert es ein wenig an ein Kloster - nur ist es wesentlich luxuriöser. Spabereich mit Swimmingpool, Fitnessraum und Sauna. Restaurant La Rotisserie mit exklusiver internationaler Küche, Lobbylounge mit Kamin. Zimmer unterschiedlicher Kategorie: Standard, Superior, Deluxe und Suiten. 61 Zi. | DZ 250-1350 Euro (Präsidentensuite) | Kościelna 12 | Tel. 0225316000 | Fax 0225316001 | www.leregina.com | Bus 175, 518 plac Krasińskich

Le Royal Méridien Bristol

Hier übernachteten schon Berühmtheiten wie John F. Kennedy, Pablo Picasso und die Rolling Stones. Opernstar Jan Kiepura sang einst auf dem Balkon. Das erste und immer noch größte Warschauer Nobelhotel in exklusiver Lage am Königsweg, nahe bei Schloss und Altstadt. Das Gebäude aus dem 19. Jh. ist für Warschau Inbegriff des Luxus. Ausladende Gänge und Konferenzräume unten, die Zimmer aufwendig eingerichtet. Recht groß und daher nicht so individuell. Edelrestaurant Malinowa, Café Bristol und Bar. 205 Zi. | DZ ab 160 Euro | Krakowskie Przedmieście 42/44 | Tel. 0225511000 | Fax 0226252577 | www.lemeridien-bristol.com | Busse 116, 122174, 175 Hotel Bristol

Rialto

Das stilvollste der drei Warschauer Luxushotels ist erst 2001 durch den kompletten Umbau eines unspektakulären Eckhauses entstanden. Ganz in der Atmosphäre des Art déco gehalten, dabei intim und persönlich. Jeder der Räume ist individuell möbliert (mit Originalmöbeln vom Anfang des 20. Jhs.). Das Restaurant im Rialto ist ein beliebter Treffpunkt für die Feinschmecker der Stadt. Zum Haus gehören Fitnessraum, Dampfbad und Sauna. 44 Zi. | DZ ab 150 Euro | ul. Wilcza 73 | Tel. 0225848700 | Fax 0225848701 | www.hotelrialto.pl | Metro Politechnika

Mit Kindern unterwegs

Puppen, Clowns und Elefanten

Auch ohne Polnischkenntnisse werden die Kids viel Spaß haben auf ihren Entdeckungstouren durch Polens Hauptstadt

Auch Familien hat die Stadt einiges zu bieten. Leider beschränken sich viele Kinder- und Familienprogramme auf die Ferienzeit im Winter (Jan./Feb.) und im Sommer (Juli/Aug.). Aktuelles erfahren Sie aus dem Veranstaltungskalender (www.inyourpocket.com/city/warsaw.html oder http://e-warsaw.pl/2/index.php). Vor allem im Sommer finden an jedem Wochenende große Freiluftveranstaltungen für die ganze Familie statt.

Mit Kindern unterwegs

Mit Kindern unterwegs

Brunch

Wer es gemütlich mag und die gute Küche schätzt, der kann am Sonntag mit der ganzen Familie zu einem Brunch in eines der luxuriöseren Hotels der Stadt gehen. Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren bezahlen in der Regel die Hälfte, noch kleinere sind frei. Während die Eltern sich am reichhaltigen Büfett bedienen, werden die Kleinen von Erzieherinnen mit Essen, Trinken und Spielen versorgt. Bisweilen sorgt auch ein Clown für Unterhaltung. Allerdings ist das kein allzu billiger Spaß. Der Brunch kostet rund 140 Zł. pro Person. Marconi im Le Royal Meridien Bristol | ul. Krakowskie Przedmieście 42/44 | Tel. 0225511000 | www.warsaw.lemeridien.com/warsaw (u.a. Busse 116, 175, 180); Lila Weneda Restaurant im Hotel Marriott | Al. Jerozolimskie 65/79 | Tel. 0226303656 | www.marriott.com/was.pl | alle Busse und Straßenbahnen zum Hauptbahnhof

Bummelzug durch die Altstadt

Einen Überblick über Alt- und Neustadt bietet die Fahrt mit dem kleinen Altstadtzug. Der durchkurvt in einer halben Stunde die Gassen und legt vor den wichtigen Sehenswürdigkeiten einen kurzen Stopp ein. Ein Führer erzählt dazu die Geschichte von Gebäuden und Plätzen. Eine Übersetzungshilfe gibt es beim Fahrer. | Frühling-Herbst | Start: plac Zamkowy | 11-17 Uhr alle 30 Min. | Infos und Reservierungen unter Tel. 0501131245 | Erw. 20 Zł., Kinder 17 Zł. | Bus u.a. 116, 180, 518 plac Zamkowy

Historische Strassenbahn

Große und kleine Bahnfreunde werden Spaß an der Fahrt mit einer historischen Straßenbahn haben. Der alte Wagen rumpelt fast eine Stunde lang durch die Stadt, vorbei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten. | Juni und Aug. | 11-18 Uhr alle 50 Min. | Start: plac Starynkiewicza | Tel. 0228431452 Tel. 0229484 | 2 Zł.

Klettergarten

Abenteuer in schwindelerregender Höhe auf Hängebrücken und an Drahtseilen verspricht der Klettergarten im Park Kultury. Bevor es losgeht, erhält man natürlich eine Einführung in die Sicherheitsvorkehrungen. | Von Frühling bis Herbst, tgl. 10-19 Uhr, bei Regen geschlossen | verschiedene Schwierigkeitsgrade, ab 4 J. 20-40 Zł. (je nach Schwierigkeit) | Bus 519 Park Kultury

Puppentheater Lalka

Auch wenn die Kids kein Polnisch verstehen, ein Besuch im Puppentheater Lalka macht garantiert Spaß. Zur Aufführung gebracht werden im wechselnden Programm in Polen bekannte Märchen, aber auch eigene Stücke. | Lalka, im Kulturpalast | plac Defilad 1 | Aufführungen um 11, 12 oder 17.30 Uhr | Tickets: Erw. 17 Zł., Kinder 14 Zł. | Tel. 0226204950 | www.teatrlalka.waw.pl

Zoo

Der Warschauer Zoo wurde bereits 1928 eröffnet und galt damals als der größte Tierpark Europas. Allerdings wurde die Anlage lange nicht gerade liebevoll gepflegt. Seit einigen Jahren aber werden die Gehege nach und nach auf einen artgerechten Standard gebracht. Das freut bisher v.a. die Elefanten, die ein neues, großes Gelände bekommen haben. Im Zoo findet man heute rund 5000 Tiere. Bei den Kleinsten besonders bliebt: der Streichelzoo. | ul. Ratuszowa 1/3 | Erw. 12 Zł., Kinder 6 Zł. | www.zoo.waw.pl | Tram: 1, 2, 6, 16, 18, 21, 23, 28, Bus: 100, 101, 127, 144, 170, 176, 500, 503, 509, 527

Insider-Tipp

Ulica Długa

Auf der langen Straße: Die ulica Długa (Lange Straße) glänzt mit schönen Fassaden und kleinen Palästen

Galeria Foksal

Versteckter Schatz: Kunstfreaks aus ganz Polen kennen die Galeria Foksal, im Gegensatz zu den meisten Warschauern. Seit Jahrzehnten werden hier Trends gesetzt

Universitätsbibliothek/Biblioteka Uniwersytecka

Zu Besuch bei schlauen Köpfen: Der schöne Garten der Uni-Bibliothek mit verwinkelten Wegen bietet Ausblicke auf die Stadt und Zugang zum Dach des Gebäudes

Maria-Magdalena-Kirche/Cerkiew św. Marii Magdaleny

Zwiebeltürme: Die russisch-orthodoxe Maria-Magdalena-Kirche entführt die Besucher nach Osten

Bulgaria Magica

Magisch - bulgarische Köstlichkeiten: Bulgaria Magica ist gemütlich und verspricht würzige Gaumenfreuden

Pierogarnia

Gefüllte Täschchen: Nirgendwo wird das polnische Nationalgericht in solcher Vielfalt geboten wie in der Pierogarnia

Ulica Mokotowska

Das Gute liegt so nahbeieinander: Auf der ulica Mokotowska können Sie auf wenigen hundert Metern wunderbar shoppen

Giełda Staroci na Kole

Ganz schön alt: Antikwaren, so weit das Auge reicht, jedes Wochenende in der Giełda staroci

Centralny Dom Qultury

Alternatives Clubleben: Tanzen und gute Musik ohne Snobs und Gesichtskontrolle gibt es im Centralny Dom Qultury

Jadłodajnia Filozoficzna

Wo die Rasta-Locken wippen: Reggae-Nächte und New Jazz in cooler Umgebung bei Jadłodajnia Filozoficzna

Kino.lab

Filmkunst: Kino und Galerie: Das Kino.Lab ist der Treff für die alternative Kunstszene

Royal Route Residence

Wie zu Hause: Hochwertige, aber günstige Apartments gibt es bei Royal Route Residence

Dom Przy Rynku

Familiär wohnen: Hostelzimmer mit Blick auf den Markplatz bietet das gemütliche Dom Przy Rynku

Top Highlights

Neustadtmarkt/Rynek Nowego Miasta

Für diesen Platz gilt das Gleiche wie für die allermeisten Gebäude Warschaus. Was auf den ersten Blick historisch aussieht, ist meist relativ neu, da nach dem Krieg alles in Schutt und Asche lag. Das Haus an der Ecke von Markt und ul. Freta zum Beispiel wurde exakt nach einem Gemälde Canalettos renoviert. Am Rand des Marktes ziehen die weiße Sakramentskirche (kościół św. Kazimierza) und das Kloster der Sakramentienerinnen (Klasztor Sakramentek) die Blicke auf sich. Die Barockkirche mit großer Kuppel und dem weiß gehaltenen Innenraum entstand 1688 bis 1692 nach den Plänen des niederländischen Architekten Tylman van Gameren. Den Platz selbst ziert ein Brunnen aus Gusseisen aus der zweiten Hälfte des 19. Jhs., der hier aber erst 1958 aufgestellt wurde. Über den Markplatz eilen viele Ordensleute, da es in der Gegend einige Klöster und Kirchen gibt. An Sommerabenden finden auf dem Platz oft Konzerte statt. | Bus u.a. 180, 116, 518 plac Zamkowy

Altstadtmarkt/Rynek Starego Miasta

Im Zentrum des Altstadtmarktes steht die Sirene, die Wappenfigur der Stadt Warschau. Geschaffen wurde die unverkennbar romantisch geprägte Bronzeskulptur der wehrhaften Nixe um 1850. Sie steht erst seit Kurzem wieder hier, an ihrem angestammten Platz. In den herrschaftlichen Häusern, die den Platz begrenzen und mit viel Liebe restauriert worden sind, befinden sich Restaurants, Galerien, Juweliergeschäfte und zahlreiche Souvenirläden. Allerdings erst im Sommer pulsiert auf dem Rynek das Leben. In Straßencafés, kleinen Biergärten und zwischen den Galerien unter freiem Himmel drängen sich die Menschen. Droschkenfahrer bieten ihre Dienste an, Leierkastenspieler bitten um einige Złoty, Blumenhändler bieten ihre Ware und Schnellzeichner ihre Dienste feil. Hier, an der Ecke zur Wąski Dunaj, steht auch das älteste Haus der Altstadt, eines der schönsten dazu: das Haus zur heiligen Anna (Dom św. Anny). Die vier Seiten des Marktes sind nach den Teilnehmern des vierjährigen „Großen Sejm“ (1788-1792) benannt. Namensgeber der Westseite ist Hugo Kołłątaj, Philosoph und Gründer des ersten Erziehungsministeriums in Europa (1773). Er war auch Mitautor der Verfassung vom 3. Mai 1791, die erste geschriebene Verfassungsurkunde in Europa. Die Nordseite des Platzes trägt den Namen Jan Deckerts (1738-1790), Oberbürgermeister Warschaus und Verfechter für Bürgerrechte. Der Osten ist nach Franciszek Barss benannt, auch er ein Vorkämpfer für die Bürgerrechte. Ignacy Zakrzewski, Stadtpräsident und Kommandant der Bürgermiliz während des Kościuszko-Aufstandes in Warschau 1794, ist der Namenspatron für die Südseite. | Bus u.a. 116, 180, 518 plac Zamkowy

Königsschloss/Zamek Królewski

Königreich und Untergang, Neugeburt als Republik, Kriegszerstörung und Wiederaufbau: An keiner Gedenkstätte Warschaus sind Wohl und Wehe der polnischen Geschichte eindrucksvoller und exemplarischer erlebbar als im Königsschloss an der Weichsel. Hinter der schlicht scheinenden roten Fassade erwarten den Besucher nicht nur Ausstellungen europäischer Kunst und adlige Hochkultur. Das Schloss bringt auch sein eigenes dramatisch-wechselvolles Schicksal in die historische Retrospektive ein.

St.-Annen-Kirche/Kościół św. Anny

Ein Schmuckkästchen am Eingang zur Altstadt, in Sichtweite des Schlosses. Offiziell nicht die wichtigste Kirche der Stadt und auch eher eines ihrer kleineren Gotteshäuser, doch von großer Bedeutung für die Warschauer. Auch Papst Benedikt XVI. besuchte St. Anna bei seiner Polenreise im Mai 2006. Das Gotteshaus hat den Status einer akademischen Kirche und wird von Studenten betreut. Ein barocker Rausch empfängt den Besucher im Inneren: vergoldeter Schmuck an Wänden und Stirnseiten, ein prachtvoller Altar, üppig ausgemalte Deckengewölbe. Wegen der guten Akustik und der wunderschönen Orgel finden hier oft Konzerte statt. St. Annen ist eine der ältesten Kirchen Warschaus. Der Bau wurde schon 1454 im gotischen Stil begonnen, später kam es mehrfach zu Umgestaltungen. Ihr barock-klassizistisches Aussehen erhielt die Fassade erst 1788. Nach der Zerstörung im Krieg zwischen 1946 und 1962 wieder errichtet. | Krakowskie Przedmieście 68 | Bus u.a. 180, 518 plac Zamkowy

Galeria Zachęta

Das prachtvolle Gebäude nahe dem Grab des Unbekannten Soldaten, erbaut von 1899 bis 1903 als Sitz eines Kunstvereins, ist schon wegen seiner Architektur einen Besuch wert. Die Galerie Zachęta ist die größte und angesehenste Kunstgalerie Polens und bietet ständig wechselnde Ausstellungen moderner Kunst, nicht selten mit Werken von internationalem Rang, etwa von Henri de Toulouse-Lautrec, Pablo Picasso, Paul Cézanne, Roy Lichtenstein, Max Ernst oder Fernand Léger. Zum festen Bestand der Zachęta gehören 600 Gemälde, 2600 Grafiken, Zeichnungen, Radierungen sowie Skulpturen und Stoffe - mit Schwerpunkt auf den 1960er- und 1970er-Jahren. Sonderausstellungen sind oft historischen Themen gewidmet. Die Galerie schrieb auch schon selbst Geschichte: 1922 wurde hier der erste Präsident der Republik Polen, Gabriel Narutowicz, ermordet. | Di-So 12-20 Uhr | Eintritt 10 Zł., Do frei | pl. Małachowskiego 3 | www.zacheta.art.pl | Bus 106, 160, 460 Zachęta (Wunschhaltestelle)

Heiligkreuzkirche/Kościół św. Krzyża

Eines der wichtigsten Gotteshäuser in Warschau mit einer großen Christusfigur über dem Eingang. Ende des 17. Jh. im Barockstil erbaut nach dem Vorbild der römischen St. Andrea Della Valle, mit einem 70 m langen, 39 m breiten und 20 m hohen Hauptschiff. Den Grundstein legte der legendäre König Jan III. Sobieski. Die größte Orgel Warschaus ist hier zu bewundern. Berühmt ist die Heiligkreuzkirche aber für etwas anderes: Hier wird das Herz von Frédéric Chopin aufbewahrt, wie es der polnische Nationalkomponist in seinem Testament verfügte. Sein Köper liegt in Paris begraben. Auf dem Chopin-Epitaph in der Kirche steht ein Zitat aus dem Matthäus-Evangelium: „Wo Dein Schatz, da ist auch Dein Herz“ sowie die Inschrift „Für Frédéric Chopin - die Landsleute“. Jeden Sonntag werden die Messen aus der Heiligkreuzkirche im Radio übertragen. | Krakowskie Przedmieście 3 | Bus u.a. 116, 180, 518 Uniwersytet

Nationalmuseum/Muzeum Narodowe

Eines der größten und bedeutsamsten Museen Polens. Das Gebäude wurde 1926 gebaut und architektonisch im strengen Stil der neuen Sachlichkeit auf die Nutzung als Museum ausgerichtet. Der Grundstock einer nationalen Kunstsammlung in Warschau ist allerdings viel älter. Sie reicht als Museum der schönen Künste in die Mitte des 19. Jh. zurück. Plünderungen und der groß angelegte Kunstraub der Nazis brachten der Sammlung allerdings unersetzliche Verluste bei. Die heutige Ausstellung umfasst eine Gemäldegalerie u.a. mit Bildern von Rembrandt, Leonardo da Vinci und Lukas Cranach. Kunstliebhaber sei vor allem die Sammlung polnischer Malerei von der Renaissance bis in die Moderne empfohlen. Zum musealen Fundus gehören zudem eine Abteilung mittelalterlicher Handwerkskunst, herausragende Schnitz- und Steinmetzarbeiten schlesischer Meister und verschiedene Münzsammlungen. Bekannt ist das Nationalmuseum für seine herausragenden thematischen Wechselausstellungen. Aus diesem Grund sollte man unbedingt auf aktuelle Ankündigungen achten. | Di/Mi, Fr-So 10-16, Do 10-18 Uhr | Eintritt 17 Zł. für alle Ausstellungen, Sa frei für die festen Ausstellungen | Al. Jerozolimskie 3 | www.mnw.art.pl | Bus u.a. 116, 175, 180, 518 Foksal

Plac Piłsudskiego

Ein sehr großer, leerer Platz, benannt nach dem Marschall, der Polen 1918 in die Unabhängigkeit führte. Er wird häuft für Großveranstaltungen genutzt. Am Westende des Platzes befindet sich das Grab des Unbekannten Soldaten, eine Stätte zum Gedenken an namenlose im Kampf um die Freiheit Polens gefallene Helden. Das symbolische Grabmal, an dem eine ewige Flamme brennt, liegt unter den Arkaden des ehemaligen Sächsischen Palais. Es wurde in den 1920er-Jahren errichtet, nach dem Zweiten Weltkrieg in Teilen wieder aufgebaut und mit Urnen von Gefallenen aus allen Orten versehen, an denen Polen kämpften und starben. Die Gedenkstätte wird von Soldaten bewacht. Den feierlichen Wachwechsel kann man immer sonntags um 12 Uhr sehen. Den Plänen der Stadtoberen zufolge soll das gesamte Sächsische Palais in den kommenden Jahren wieder errichtet werden. Vermutlich wird es, wie das Königschloss, originalgetreu aufgebaut. Die Arkaden des ehemaligen Sächsischen Palais bilden den Eingang zum Ogród Saski. Der kleine Sächsische Garten wurde vor 300 Jahren im Auftrag des Sachsenkönigs August II. angelegt und 1727 als erster Park in Warschau für die Öffentlichkeit geöffnet. Allegorische Skulpturen, ein Brunnen, eine Sonnenuhr und verschiedene Denkmäler zieren die hübsche Grünanlage, in der man sich wunderbar vom Trubel der Stadt erholen kann. | Bus 106, 160, 310 plac Piłsudskiego

Kulturpalast/Pałac Kultury i Nauki

Obwohl die Warschauer dem Bau lange mit Widerwillen begegneten, avancierte er zum Wahrzeichen der Stadt. Daran änderten auch die futuristischen Wolkenkratzer nichts - seinen Gegnern zum Trotz, die hofften, der Kulturpalast würde langsam, aber sicher zugebaut. Erbaut wurde der Koloss 1952-1955 auf Geheiß Stalins, entworfen von einem sowjetisch-polnischen Architektenkollektiv nach dem Vorbild der Moskauer Lomonossow-Universität. Der Monumentalbau war zur Entstehungszeit das zweitgrößte Gebäude in ganz Europa: 230,68 m Höhe inklusive Spitze, 42 Etagen, 3288 Räume, 1 Mio. m³ umbauter Raum. Immer noch ist es das höchste Haus Polens. Besucher gelangen mit einem Fahrstuhl in die 30. Etage auf 114 m Höhe - mit einem einzigartigen Panoramablick auf Warschau (Eintrittskarten in der Lobby). Zur Jahrtausendwende wurde die zweitgrößte Uhr Europas am Turm des Kulturpalasts enthüllt. Ihre vier Zifferblätter haben einen Durchmesser von je 6 m.

Museum des Warschauer Aufstands/Muzeum Powstania Warszawskiego

Dem Heldenmut der Warschauer ist dieses Museum gewidmet - in Erinnerung an den Aufstand gegen die Nazi-Besatzung 1944, der niedergeschlagen wurde und in der Zerstörung weiter Teile der Stadt endete. Eröffnet 2004 zum 60. Jahrestag des Aufstands, setzt das Museum zur Dokumentation und authentischen Vermittlung der damaligen Ereignisse auch auf multimediale Technik. Alte Radiosendungen, Filmaufnahmen, aber auch moderne Simulationen sollen die Taten der Aufständischen verständlich machen - in einigen Fällen freilich mit einem Pathos hart an der Kitschgrenze. | Mo/Mi/Fr 8-18, Do 8 bis 20, Sa/So 10-18 Uhr | Eintritt 4 Zł., So frei | ul. Grzybowska 79 | (Eingang von ul. Przyokopowa) | www.1944.pl | Bus 106, 155, Tram Muzeum Powstania Warszawskiego

Plac Konstytucji

Sozialismus pur. Nicht nur beim Kulturpalast konnten sich die Architekten des Betonzeitalters ausleben, sondern auch am Verfassungsplatz und der Marszałkowska-Straße, die in Überbreite direkt auf ihn zuführt: Mächtige Wohnhäuser säumen die Paradestraße. Den Platz selbst markieren drei hohe Kandelaber, die wie überdimensionierte Kerzenhalter aussehen. Wofür sie stehen, kann heute niemand mehr sagen. Durch große Torbögen gelangen Fußgänger in die Nebenstraßen. Oben hängt die älteste Neonreklame Warschaus. | Metro Politechnika

Powązkowski-Friedhof/Cmentarz Powązkowski

Mit über 200 Jahren der älteste katholische Friedhof Warschaus mit gewaltigen Ausmaßen. Allein an der Powązkowska-Straße zieht er sich gut einen Kilometer entlang. Der Friedhof ist für die Warschauer von besonderer Bedeutung. An Allerheiligen, am 1. November, besuchen ihn Zehntausende, um Kerzen zu entzünden und der Toten zu gedenken. Unter Schatten spendenden alten Bäumen und zwischen kunstfertigen Grabkapellen liegen einige der größten Polen begraben, besonders entlang der 1925 eingerichteten Ehrenallee (Aleja Zasłużonych): Opernlegende Jan Kiepura, die Komponisten Witold Lutosławski und Henryk Wieniawski, aber auch kommunistische Führer wie Bolesław Bierut, Polens einziger kommunistischer Präsident nach dem Zweiten Weltkrieg.

Schloss Wilanów und Plakatmuseum

Wohl das schönste Warschauer Schloss, einstige Sommerresidenz der Könige und später des polnischen Adels. Umfangreich saniert und renoviert, erstrahlt die prachtvolle Barockfassade wieder in jenem Glanz, wie sie Ende des 17. Jhs. nach einem Entwurf des Baumeisters Agostino Locci geschaffen wurde. Der Name Wilanów ist italienischen Ursprungs - abgeleitet vom lateinischen Villa Nova (neue Stadt). Auch deutsche Adlige residierten hier, unter ihnen August II., König von Sachsen - er war gleichzeitig polnischer König.

Café Blikle

Viele reden von Tradition, Blikle steht dafür: Seit fast 150 Jahren besteht die Konditorei mit Café an der schicken Straße Nowy Świat und ist jedem Warschauer ein Begriff. Berühmt: die selbst gemachten Pralinen und kleinen Torten. Auch zum Mitnehmen. | Tgl. | ul. Nowy Świat 35 | www.blikle.pl | Bus u.a. 180, 518 Foksal

Orchidea

Fusionküche mit asiatischem Einschlag, von der jungen Besitzerin nach ihren Asienreisen kreiert. Immer freundliche Bedienung. Große Auswahl an vegetarischen Gerichten wie würzige Tofuvariationen mit Gemüse und Jasminreis oder gedünstetes Gemüse in Kokosmilch und Chili. | Tgl. | ul. Szpitalna 3 | Tel. 0228273436 | www.restauracjaorchidea.pl | Bus 116, 122, 180, Metro Centrum | €€

Folk Gospoda

Abseits der Touristenpfade, aber zentrumsnah. Das beste der neuerdings so beliebten rustikalen Restaurants im Gebirgsstil mit viel Holz und traditionellen polnischen Speisen. Abends folkloristische Livemusik. Gartenterrasse. | Tgl. | ul. Waliców 13/Ecke Grzybowska | Tel. 0228901605 | www.folkgospoda.pl | Bus 106, 155 Mennica | €€

U Fukiera

Eines der bekanntesten und ältesten Warschauer Restaurants am Altstadtmarkt, das für viele immer noch Sinnbild eines fürstlichen polnischen Essens ist - inzwischen gibt es aber viel Konkurrenz, die Vergleichbares für weniger fürstliche Preise bietet. Edle Innenausstattung. | Tgl. | Rynek Starego Miasta 27 | Tel. 0228311013 | www.ufukiera.pl | Bus plac Zamkowy | €€€

Słodki ... Słony

Sieht mit seiner phantastischen Kuchentheke und der gemütlichen Einrichtung wie ein Café aus. Doch es werden auch Salate und eine Handvoll Hauptgerichte serviert. Trotzdem sind die exklusiven Süßspeisen die Hauptattraktion. | Tgl. | ul. Mokotowska 45 | Tel. 0226224934 | www.slodki-slony.pl | Bus 159, 107 Krucza | €€€

Belvedere

Mit Abstand eine der teuersten Adressen in Warschau, aber wunderschön gelegen im königlichen Bäderpark ŀazienki an der Neuen Orangerie und besonders edel ausgestattet, mit schöner Terrasse. U.a. polnischer Vorspeisenteller, grüner Spargel mit geräucherter Forelle, Hasenlenden in Sahnesauce. | Tgl. | ul. Agrykola 1 | Tel. 0228412250 | www.belvedere.com.pl | Bus 116, 118, 119, 122 Gagarina | Menü ab 30 Euro

Traffic

Ungewöhnlichster Buch- und Plattenladen der Stadt, untergebracht in einem alten Kaufmannshaus. Hier kann jeder in ungezwungener Atmosphäre und ungestört in Büchern und Zeitungen blättern. Dazu gibt es den Traffic Club mit kostenlosem WLan-Zugang und Verkauf von Konzerttickets (Tel. 0226921430). | Bracka 25 | www.traffic-club.pl | Metro Centrum

Nowy Świat

Schmuck, Kunstgalerien und natürlich exklusive Kleidung und Schuhe in der einzigen Warschauer Straße, die selbst zu Kommunismuszeiten elegant war. Kein Besucher kommt an der „Neuen Welt“ vorbei, denn sie ist Teil des Königswegs in Richtung Schloss und Altstadt. | Bus u.a. 175, 180, 518

Złote Tarasy

Das neueste und mit 225000 m² auch größte Einkaufs- und Vergnügungszentrum direkt bei Kulturpalast und Hauptbahnhof. Die „Goldenen Terrassen“ wurden im Frühjahr 2007 eröffnet und bestechen durch ihr wellenförmiges Glasdach. Fast alle denkbaren Marken und Läden sowie ein großes Kino und ein Fitnessstudio sind hier vertreten. In dem großzügigen Atrium finden v.a. am Wochenende Livekonzerte statt. | Mo-Sa 10-22, So 10-21 Uhr | www.zlotetarasy.pl | Metro Centrum, Bus, Tram Dworzec Centralny

Cepelia

Für alle, die etwas typisch Polnisches mitnehmen wollen, bietet Cepelia in mehreren Filialen Volkskunst mit künstlerischem Anspruch: Möbel, Schmuck, Malerei, Keramik, Glas. | U.a. ul. Chmielna 8 | Filialen: ul. Marszałkowska 99/101, pl. Konstytucji 5 | Metro Centrum | www.cepelia.pl

Wedel

Der Laden von Warschaus bekanntestem Süßwarenhersteller ist eine Attraktion. Klassiker sind die Wedel-Torte (Waffel mit Schokomasse) und die Ptasie mleczko („Vogelmilch“), Schokokonfekt, sowie selbst gemachte Pralinen. Sehr zu empfehlen ist auch das schöne Café! | ul. Szpitalna 8 | www.wedelpijalnie.pl | Metro Centrum

W. Kruk

Der älteste Juwelier Polens - Synonym für edle Geschenke. Seit über 160 Jahren werden in zahlreichen Zweigstellen zeitloser Schmuck und Uhren angeboten. | U.a pl. Konstytucji 6 | www.wkruk.pl | Tram plac Konstytucji, auch in vielen Einkaufszentren

Akwarium

In den 1970er-Jahren der berühmteste Jazzclub in Polen, musste das Akwarium einst dem Neubau eines Hotels weichen. Doch seit Anfang 2007 wird versucht, an die alten Tage anzuknüpfen. Anspruchvolle Musik in angenehmer Atmosphäre. Eintrittspreise zwischen 20 und 40 Złoty. | Złote Tarasy | http://adamiakjazz.pl/JAZZARIUM/ | alle Busse und Bahnen zum Hauptbahnhof

Piekarnia

Die „Bäckerei“ (piekarnia) ist ein polenweit bekannter, angesagter Club, der sich in einer kleinen Nebenstraße unweit des Powązki-Friedhofs versteckt und der das Clubbing nach Warschau gebracht hat. Internationale DJs legen hier für Hunderte Gäste House, Electro oder Progressive auf. | ul. Młocińska 11 | www.pieksa.pl | Bus 500, 510, Tram 1, 2, 16, 17 Rondo Radosława

Kinoteka

Moderner Kinokomplex im historischen Gebäude des Kulturpalasts. Gute Blockbuster und anspruchsvollere Filme, so wie in Polen üblich im Original mit polnischen Untertiteln. | pl. Defilad 1 | Tel. 0225517070 | www.kinoteka.pl | Metro Centrum

Teatr Muzyczny Roma

Das Musicaltheater der Stadt. Durchschnittlich gibt es nur eine Premiere pro Saison, doch die hat es meist in sich. Mit großem Erfolg liefen „Cats“ und das „Phantom der Oper“ in polnischen Versionen sowie „Tanz der Vampire“ nach einer Filmvorlage des polnischstämmigen Regisseurs Roman Polanski. | ul. Nowogrodzka 49 | Tel. 0226288998, Reservierungen: rezerwacja@teatrroma.pl | www.teatrroma.pl | Metro Centrum

Teatr Wielki/Opera Narodowa

Im „Großen Theater“ mit über 200-jähriger Tradition hat die Nationaloper ihren Sitz. Besonderer Wert wird bei den Inszenierungen auf polnische Komponisten gelegt, vom Klassiker Stanisław Moniuszko, dem Gründer der Oper, bis zum zeitgenössischen Krzysztof Penderecki. Doch auch alle großen Namen der internationalen Opernwelt sind vertreten - zuletzt in einer grandiosen Aida-Aufführung von Giuseppe Verdi. Außerdem Ballettinszenierungen. Eine Hauptbühne für 1841 Besucher und eine kleine Bühne mit 248 Sitzplätzen. Im ersten Stock befindet sich Polens einziges Theatermuseum. | Aufführungen Sept.-Juni Di-So | pl. Teatralny 1 | Tel. 0226920200 | www.teatrwielki.pl | Metro Ratusz

Polonia Palace

Hier lebt das elegante Warschau der 1920er- und 30er-Jahre wieder auf. Prächtig restauriertes Gebäude schräg gegenüber vom Kulturpalast, abends mit seiner Beleuchtung ein echter Blickfang. Elegant und luxuriös im altmodischen Stil. Suiten mit kräftigen Aufpreisen. Das Hotelrestaurant bietet eine Mischung aus polnischer und mediterraner Gourmetküche. Wellness- und Fitnessbereich. 206 Zi. | Jerozolimskie 45 | Tel. 0223182800 | Fax 0223182801 | www.poloniapalace.com | Metro Centrum

Kanonia

Mitten in der Altstadt nur wenige Schritte von Schloss und Marktplatz. Frisch renoviert und sauber, Zimmer für 2 bis 14 Pers. 9 Zi. | Jezuicka 2 | Tel./Fax 0228876560 | www.kanonia.pl | Bus plac Zamkowy | €

Le Royal Méridien Bristol

Hier übernachteten schon Berühmtheiten wie John F. Kennedy, Pablo Picasso und die Rolling Stones. Opernstar Jan Kiepura sang einst auf dem Balkon. Das erste und immer noch größte Warschauer Nobelhotel in exklusiver Lage am Königsweg, nahe bei Schloss und Altstadt. Das Gebäude aus dem 19. Jh. ist für Warschau Inbegriff des Luxus. Ausladende Gänge und Konferenzräume unten, die Zimmer aufwendig eingerichtet. Recht groß und daher nicht so individuell. Edelrestaurant Malinowa, Café Bristol und Bar. 205 Zi. | DZ ab 160 Euro | Krakowskie Przedmieście 42/44 | Tel. 0225511000 | Fax 0226252577 | www.lemeridien-bristol.com | Busse 116, 122174, 175 Hotel Bristol

Rialto

Das stilvollste der drei Warschauer Luxushotels ist erst 2001 durch den kompletten Umbau eines unspektakulären Eckhauses entstanden. Ganz in der Atmosphäre des Art déco gehalten, dabei intim und persönlich. Jeder der Räume ist individuell möbliert (mit Originalmöbeln vom Anfang des 20. Jhs.). Das Restaurant im Rialto ist ein beliebter Treffpunkt für die Feinschmecker der Stadt. Zum Haus gehören Fitnessraum, Dampfbad und Sauna. 44 Zi. | DZ ab 150 Euro | ul. Wilcza 73 | Tel. 0225848700 | Fax 0225848701 | www.hotelrialto.pl | Metro Politechnika

Praga


Auftakt

Was für eine Stadt!

Warschau ist eine faszinierende Stadt, eine Stadt im Umbruch, widersprüchlich, aufregend, und noch längst nicht fertig. Die hübsche Altstadt will nicht zu den Betongebirgen aus sozialistischer Zeit passen, die sie umgeben. Der Kulturpalast im stalinistischen Zuckerbäckerstil ragt zwischen Wolkenkratzern und hypermodernen Einkaufszentren in den Himmel. Warschau lebt in der Erinnerung an die totale Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und entwickelt sich doch mit unglaublicher Geschwindigkeit in Richtung Zukunft. Bewahren, entstehen und vergehen liegen in der Millionenmetropole verwirrend nahe beieinander.

Königsschloss und Helden der Arbeit, Tempel des Kapitalismus und Partys in Abbruchhäusern: In Polens Hauptstadt geht alles zusammen. Da ist die kleine Altstadt mit ihren malerischen Gassen und den schönen Kaufmannshäusern, umgeben vom Betongebirge sozialistischer Plattenbauten. Von vergangenen Epochen zeugen Kirchen in katholisch-barocker Pracht, doch alles wird überragt von einem Kulturpalast, der einst den Sieg des Stalinismus symbolisieren sollte. Daneben die Wahrzeichen des neuen Warschaus: spiegelverglaste Wolkenkratzer und gigantische Einkaufszentren.

Lebte der Maler Bernardo Bellotto (1697-1768) - als Canaletto bekannt geworden und berühmt für seine präzisen Stadtansichten - im Hier und Heute, seine Gemälde sähen wohl etwas anders aus. Vielleicht gäben Sie den großartigen Panoramablick von der zweigeschossigen grünen Danziger Brücke (Most Gdański) wieder: links der alte, wieder lebendige Stadtteil Praga, rechts die City mit ihrer wachsenden Skyline aus Wolkenkratzern und Bürotürmen.

Es sind diese stellenweise atemberaubenden Kontraste, die den Reiz Warschaus ausmachen, weniger die gewachsene Schönheit klassischer Architektur. Mit der Aura einer jahrhundertealten Baukunst kann die polnische Hauptstadt nämlich nicht mehr dienen: Warschau war am Ende des Zweiten Weltkriegs zu über 90 Prozent zerstört. Nahezu alles, was alt aussieht, ist Kopie des zerstörten Originals, bis ins Detail meisterlich rekonstruiert: Kirchen, Paläste, ganze Straßenzüge, die komplette Altstadt. Die Gemälde Canalettos spielten dabei übrigens eine entscheidende Rolle, denn es fanden sich kaum bessere Vorlagen als jene 23 akkuraten Ansichten, die heute die Ausstellung im ebenfalls wiederaufgebauten Königsschloss krönen.

Warschau, seine Wiedergeburt inbegriffen, ist in diesem Sinn auch ein großes Memorial einer bewegten und tragischen Geschichte. Deren Zeugnissen begegnet man in der Stadt auf Schritt und Tritt. Gedenktafeln und viele Denkmäler ehren die Freiheitskämpfer gegen die Zarenherrschaft und die Sowjetbesatzung, doch vor allem die Aufständischen gegen die Okkupation durch die Deutschen während des Zweiten Weltkriegs. Freiheit war in der polnischen Geschichte nie selbstverständlich.

Warschau ist eine vergleichsweise junge Hauptstadt. Die Krakauer betonen gern, dass ihr Ort schon Zentrum des Königreichs Polen war, als in Warschau noch die Kühe grasten. Um das Jahr 1300 wurde Warszawa erstmals urkundlich erwähnt, doch erst 1596 stieg es zur Hauptstadt auf, als König Zygmunt (Sigismund) III., gebürtiger Spross der schwedischen Wasa-Familie, seine Residenz hierher verlegte. Ende des 18. Jhs. zog die dunkle Zeit der Teilungen auf - ein Kapitel, das noch heute das Geschichtsbild der Polen stark prägt. Die mächtigen Nachbarn Preußen, Russland und Österreich-Ungarn rissen sich in drei Schritten 1772, 1793 und 1795 das ganze Land unter den Nagel. Polen verschwand von der europäischen Landkarte. Warschau fiel nach der dritten Teilung an Preußen und wurde erst 1918 wieder Hauptstadt einer freien Republik. Die Goldenen Zwanziger brachten der Stadt einen gewaltigen Boom, die Metropole expandierte, blühte auf.

Mit der Okkupation durch die Nazis 1939 endete dieser kurze Frühling so schnell, wie er gekommen war. Sechs Jahre lang litt Warschau unter der Terrorherrschaft. 1943 kam es zum Aufstand im jüdischen Ghetto. Der ungleiche Kampf endete mit einem Blutbad. Noch mehr Opfer forderte der Warschauer Aufstand ein Jahr danach. Als die Rote Armee so nahe war, dass man auf Hilfe hoffen konnte, erhob sich die Untergrundbewegung der Armia Krajowa (Heimatarmee) gegen die deutschen Besatzer. Aber die sowjetische Unterstützung blieb aus, die Deutschen schlugen den Aufstand nieder und legten als Vergeltung fast ganz Warschau in Schutt und Asche.

Doch die Bewohner kehrten zurück und unternahmen große Anstrengungen, die Stadt schnell auferstehen zu lassen. Eine Millionenstadt komplett zu restaurieren, dazu waren die Menschen freilich nicht in der Lage. Daher trat anstelle des historischen Warschaus in vielen Vierteln der Zweckbau des Betonzeitalters: Plattenblocks, die das Stadtbild bis heute dominieren.

So schlicht und schmucklos die sozialistischen Herrscher die Wohnsiedlungen der Arbeiterklasse entwarfen, so prunkvoll bauten sie die öffentlichen Gebäude, Symbole der Macht: die Gebäude der Staatsbank und die Residenz der Kommunistischen Partei am Drei-Kreuze-Platz (plac Trzech Krzyży), die Skulpturen der „Helden der Arbeit“ am plac Konstytucji und die Marszałkowska-Straße, in ihrer gewalzten Breite wie geschaffen für 1.-Mai-Paraden. Und alles dominierend der Kulturpalast, Nachkriegsgeschenk der Sowjetunion, hartnäckig ungeliebt und inzwischen doch zum Wahrzeichen Warschaus avanciert.

Doch das Stadtbild wird nicht nur von den Kontrasten der Innenstadt geprägt. Warschau hat auch sehr exklusive Viertel, rings um das Adelsschloss Wilanów etwa oder das Diplomatenviertel von Saska Kępa mit seinen wundervollen Parks. Für manchen Warschau-Insider am spannendsten ist die Metropole des neuen Europas mit ihren knapp 1,7 Mio. Einwohnern dort, wo sie sich vieles von ihrer ursprünglichen Gestalt bewahrte. Besonders im Stadtteil Praga rechts der Weichsel: Hier stand 1944 schon die Rote Armee, daher ließen die Deutschen das Viertel unangetastet. Im einst als Hochburg der Kleinkriminellen berüchtigten Praga finden sich noch die meisten Altbauten - einige mit abgeblätterten Fassaden, andere frisch renoviert. Mittendrin wächst eine alternative Kneipen-, Club- und Konzertszene in Abbruchhäusern oder Industriebauten.

Unterdessen werden die Brachflächen, die es nach dem Sturz des Kommunismus 1989 im Herzen der Stadt noch immer gab, zusehends vom neuen Warschau gefüllt. In einer Art Wettlauf um die lukrativsten Lagen und ambitioniertesten Projekte wachsen luxuriöse Hotels und die Zentralen von Unternehmen, die ihr im Boom der letzten Jahre reichlich verdientes Geld in das Hochziehen futuristischer Hochhäuser stecken.

Paradox: Trotz des Baubooms herrscht in Warschau nach wie vor akute Wohnungsnot. Sozialer Wohnungsbau findet kaum noch statt, und in puncto Immobilienpreise hat Warschau längst Westniveau erreicht. Dennoch kauft sich jeder, der es irgendwie kann, eine kleine Wohnung. Immerhin sind in der Hauptstadt im Unterschied zur Landesarbeitslosenrate von 16 Prozent nur 6 Prozent arbeitslos gemeldet. Das Durchschnittsgehalt beträgt umgerechnet fast 900 Euro gegenüber 700 Euro im Rest des Landes. So gibt es inzwichen eine Mittelschicht, die zwischen den Verlierern der Transformation und den neuen Höchstverdienern, die sich Luxusapartments gönnen, steht.

Wegen der verlockenden Möglichkeiten träumen viele Polen davon, in der Hauptstadt Karriere zu machen. Die Metropole bietet Arbeitsplätze, Aufstiegschancen und ein Kulturleben, das in seiner Vielfalt längst manch westliche Großstadt in den Schatten stellt. Und das lockt vor allem junge Leute nach Warschau.

Auch touristisch hat sich in den letzten Jahren viel getan. Die pulsierende Lebendigkeit einer europäischen Großstadt, viele wiederaufgebaute Sehenswürdigkeiten neben neuen, architektonisch wagemutigen Wahrzeichen und nicht zuletzt ein bunter Mix aus Einkaufszentren, Factory-Outlets und Boutiquen, der längst das Zeug zum Shopping-Insidertipp hat: Zu erleben gibt es in Warschau wirklich mehr als genug. Im Zeitalter der Billigflieger lohnt sich die Stadt mittlerweile auch für einen Kurzbesuch. Ist es vom Berliner Alexanderplatz bis zur Sigismundsäule vor Warschaus Königsschloss doch auch nicht weiter als zum Kölner Dom. Warschau liegt sozusagen mittendrin im neuen Europa.

Handeln statt reden

Reisen bereichert und verbindet Menschen und Kulturen. Jedoch: Wer reist, erzeugt auch CO2. Dabei trägt der Flugverkehr mit bis zu 10 % zur globalen Erwärmung bei. Wer das Klima schützen will, sollte sich somit nach Möglichkeit für die schonendere Reiseform (wie z.B. die Bahn) entscheiden. Wenn keine Alternative zum Fliegen besteht, so kann man mit atmosfair handeln und klimafördernde Projekte unterstützen.

http://beatroot.blogspot.com/

Blog, das sich v.a. mit der Politik in Polen und Osteuropa beschäftigt. Aufgegriffen und auf bisweilen sehr witzige Art kommentiert werden aktuelle Themen.

www.ogrom.org

Fototagebuch mit Aufnahmen v.a. aus Warschau, die ständig ergänzt werden. Festgehalten sind alltägliche Szenen, die viel über das Leben in der Stadt aussagen. Hilfreich: Links zu verschiedenen Info-Seiten über die Stadt.

http://www.peacenikhurler.blogspot.com/

Tagebuch eines heimwehkranken Iren mit witzigen Texten

http://warsaw.cafebabel.com/en/

Professionelles Blog mit Hinweisen auf Veranstaltungen, die von den Besuchern kommentiert werden. Gute Info-Quelle auch für Leute, die länger in Warschau bleiben wollen. Das Blog kooperiert mit dem europäischen Erasmus-Austauschprogramm für Studenten, die ihre Erfahrungen weitergeben.

http://www.polskieradio.pl/podcasting/radio/zagranica.aspx

Ein Angebot des polnischen Radios, das u.a. auch auf Deutsch über das Geschehen in Polen informiert. Guter Überblick über aktuelle Themen.

Wellness mit der Millionenstadt zu Füßen

Im Riverview Wellness Centre des Hotels Intercontinental lassen sich die Gäste nicht nur von den Wellnessprogrammen verwöhnen, sondern genießen auch eine einmalige Sicht auf ganz Warschau. Das Zentrum liegt nämlich im 43. und 44. Stockwerk des 2003 entstandenen Gebäudes. Auf über 1000 m² finden Sie Swimmingpool, Jacuzzi, Sauna, Dampfbad, einen Aerobic- und Fitnessraum mit verschiedenen Geräten sowie ein Schönheitscenter. Das Personal Training (einmaliger Eintritt) kostet umgerechnet ca. 30 Euro. | Mo-Fr 6-23, Sa/So 9-21 Uhr | ul. Emilii Plater | Tel. 0223288888 | www.ichotelsgroup.com/h/d/ic/1/en/hotel/WRSHA | Bus u.a. 500, 510 Dworzec Centralny

Kampf um Warschau

Janusz Piekalkiewicz beschreibt den Aufstand der Untergrundarmee gegen die deutschen Besatzer 1944. Über 60 Tage dauerten die Häuserkämpfe, bei denen fast 200000 Menschen ums Leben kamen. Janusz Piekalkiewicz war damals 17 Jahre alt (dt. 1994).

Neun

Andrzej Stasiuk, einer der jungen Sterne am polnischen Literatenhimmel, beschreibt das Warschau nach der Wende, in dem harter Kapitalismus regiert.

Der Pianist

Roman Polanski erzählt eine wahre Geschichte aus dem Polen der Nazi-Barbarei. Im Mittelpunkt steht der gefeierte jüdische Konzertpianist Władysław Szpilman (Adrien Brody). Mit dem Einmarsch der Nazis beginnt auch für ihn eine Zeit des Leidens. Nur mit viel Glück entkommt er der Deportation und findet in den Ruinen der Stadt Zuflucht (2002).

Die Schuld

Der Film von Krzysztof Krause basiert auf der wahren Geschichte der Geschäftsleute Artur Bryliński und Sławomir Sikora, die Anfang der 1990er-Jahre mit dem Import von Motorrollern im noch jungen Kapitalismus zu Geld kommen wollten. Die Sache geht schief und sie ermorden ihren Geschäftspartner (1999).

Der Kanal

Der Film zeigt die letzten Tage des Warschauer Aufstandes im September 1944. Ein erschütterndes Kriegsdokument, das sich zwar auf individuelle Tragödien konzentriert, zugleich aber die historische Situation verdeutlicht (Regie: Andrzej Wajda, 1957).

Ganz Warschau ist ein Museum

Die Polen sind sehr geschichtsbewusst. Das gilt auch und gerade für die Warschauer. Im leidvollen Schicksal ihrer Stadt, vor allem im bitteren Martyrium während des Zweiten Weltkriegs, wurzelt eine Kultur des intensiven nationalen Gedenkens. Darum stehen alle Museen hoch in Gunst und Ehren, die die Erinnerung an historische Ereignisse wachhalten. Vergeben ja - vergessen nein. Ganz Warschau ist in dieser Hinsicht ein Museum, und besonders im Zentrum hängen an vielen Hausmauern Tafeln mit Aufschriften wie „Hier wurde das Blut von 30 Kämpfern für die Freiheit Polens gegen die Nazi-Okkupation vergossen“. Auch viele Denkmäler zeugen von dieser Erinnerungskultur. So wird der Streit um das in Berlin geplante Zentrum gegen Vertreibungen verständlich: Viele Polen verstehen ein solches Projekt nicht nur als Angriff auf ihre Ehre, sie werfen den Deutschen auch vor, mit der Betonung der eigenen Opferrolle historische Tatsachen verdrehen zu wollen. Polnische Politiker forderten postwendend, in Warschau ein Zentrum des polnischen Märtyrertums zu errichten. Dies sollte man als Gast bedenken, wenn man etwa das beeindruckende Museum des Warschauer Aufstands besucht.


Szene

Trend Guide Warschau

Die heißesten Entdeckungen und Hotspots! Unser Szene-Scout zeigt Ihnen, was angesagt ist.

Anna Bober

Die Szenejournalistin und PR-Frau aus Warschau kennt sich in ihrer Stadt aus. Die Clubs und Galerien sind ihr zweites Zuhause. Immer auf der Suche nach den neuesten Trends, scheut sie keine Mühe und probiert jede neue Sportart oder Fashion-Richtung gleich selbst aus. Und wenn sie mal dem Berufs- und Alltagsstress entfliehen will, geht sie Teetrinken oder in eines der angesagten Restaurants.

Streetart

Beim Spaziergang durch die City sollte man die Augen offen halten, denn junge Künstler nutzen alte Mauern als Leinwände. An immer mehr Orten darf legal gesprayt werden. In Tarchomin, einem Teil von Praga, stehen gleich mehrere Wände zur freien Verfügung, die auch Twożywo für ihre knallig-bunten Malereien nutzt. Die Künstlergruppe verwandelt trostlose Mauern in bunte Flächenmit Botschaft (www.twozywo.art.pl). Die neuesten und verrücktesten Kunstwerke gibt's jedes Jahr während dem Streetart Jam zu sehen. Wer sich hier anmeldet, darf auf extra ausgesuchten Flächen sprayen und malen (Anmelden unter www.vlepvnet.bzzz.net/saj). Noch mehr Festivalflair bietet das International Street Art Festival: Die Installationen und Performances finden in den Tunneln, Shopping Malls, Metrostationen und an Tram- und Bushaltestellen statt (Info bei: Stowarzyszenie Scena 96, ul. Raszyńska 32/44 lok 140 m | www.sztukaulicy.pl).

Parkour

Mauern, Parkbänke, Zäune - Parkourteams machen die City kurzerhand zum Sportplatz. Allen voran das BlackTown Freerun Team (http://parkour.com.pl). Die Jungs machen vor keinem Hindernis halt. Per Mail kann man mit ihnen einen Treffpunkt vereinbaren und sich Tricks zeigen lassen. Auch die Mitglieder von Warsaw Parkour (www.warsawparkour.com) kennen die Strecken in der Stadt wie ihre Westentasche. Auf ihrer Website gibt es nicht nur die neuesten Moves zu sehen, sie verraten auch die besten Trainingsplätze der Stadt und betreiben einen Blog zum Thema. Spaßig: Die Mona Lovers (www.myspace.com/monalovers). Das Laien-Parkourteam bestehend aus drei jungen Locals - springt auf den Trendzug mit auf und stellt seine Übungen ins Netz. Das Internetmagazin e-Parkour (http://e-parkour.pl) informiert Insider. Darin zu sehen sind Bilderstrecken von Jumps, Reportagen über Wettkämpfe und einiges mehr.

Der neue Sound

Der Rap der Hauptstadt orientiert sich zwar an internationalen Vorbildern, die neuen MCs feilen aber immer stärker am eigenen Sound und kombinieren wild drauf los - so wie Banalny Serwis (www.banalnyserwis.pl). Die Kombo mixt groovige Hip-Hop-Beats mit Pop. Dazu wird in der Landessprache gerappt, was zum besonderen Sound beiträgt. Auch DJ Spox (www.myspace.com/djspox) geht neue Wege. Von seinen Plattentellern kommt tanzbarer Hip-Hop gemixt mit Elektro-Sounds und Funk Beats. Die besten Rapper treffen sich regelmäßig im Harlem auf der Livebattle zum Kräftemessen (ul. Kolejowa 8/10 | www.warsaw-harlem.com)!

Kreative Kraft

Schick und innovativ! Die jungen Designer sprühen nur so vor Energie und verwirklichen ihre kreativen Ideen. Die Fashion-Designerin Ewa Ciepielewska ist eines der vielversprechendsten Talente. Ihre Kleider sind vor allem eines: feminin. Die Stoffe bestehen aus edlen und fließenden Materialien. Ein Touch Romantik mit einer Portion Coolness gemischt, macht den Reiz ihrer Kollektionen aus (ul. Wańkowicza 7 | www.ciepielewska.pl). Die Young Polish Designers Foundation versteht sich als Förderer der Modeszene und sorgt dafür, dass junge Talente wie Dora Krincy oder Małgorzata Chruściel eine Plattform bekommen. Ihre traumhaft weiblichen Kreationen kann man im Shop der Foundation bewundern und kaufen (Ch Promenada | ul. Ostrobramska 75c | www.ypdf.org). Wer wissen will, was es Neues gibt, schaut sich auf der Warsaw Fashion Street um. Hier tragen die Models die Entwürfe von unbekannten Newcomern (www.warsawfashionstreet.com).

Jazztaurants

Was die neuen Restaurants gemeinsam haben? Eine extravagante Küche und Jazzmusik, die live während des Essens gespielt wird. Die Lust auf Neues wird im Rabarbar befriedigt: Der Treffpunkt der Szenepeople lockt nicht nur mit ausgefallenen Fondue-Kreationen - hier kann man sich auch zwischen dem romantischen Prinzessinnenraum oder der verruchten Bar/Lounge mit roten Wänden entscheiden - und das alles, während im Hintergrund eine Band Jazz spielt (Wierzbowa 9/11 | Pl. Teatralny | www.rabarbar.pl). Das Nu Jazz Bistro besticht nicht nur mit asiatischer Fusionküche à la Shrimps in Limonen-Tempura auf Spargel, sondern auch mit elegantem Design und Livejazz. Wobei die Bandbreite der Musik von klassisch bis modern reicht (ul. Żurawia 6/12 | www.jazzbistro.pl). Filmreif speisen Gourmets im Sofa. In futuristischem Ambiente heißt es mediterranes Fusionfood genießen und über die Jazzportraits, die an den Wänden hängen, fachsimpeln (E. Plater 28 | www.sofa.waw.pl).

Omas gute Stube

Gemütlichkeit steht hoch im Kurs. Zum Stadtgespräch trifft man sich mit Freunden in Teestuben. In der Czaji Bar & Herbaciarnia bekommt man die ausgefallensten Teesorten wie Granny's Garden oder Rosehip in zartem Porzellan serviert (Dom Dochodowy | plac Trzech Krzyży 3 | www.czaji.pl). Bei Kerzenschein genießt man im Same Fusy kräftige Tees und gute Gespräche (ul. Nowomiejska 10 | www.samefusy.pl). Ein bunter Mix aus Sofas und Ohrensesseln ist das Kennzeichen des Smacza Jama. Tipp: Durch die Teekarte probieren und die leckersten Sorten im angeschlossenen Shop gleich für zu Hause kaufen (Skierniewicka 21 | www.smaczajama.pl).

Fire & Ice

Wer hätte das gedacht - Warschau avanciert zum Mekka für Wintersportbegeisterte. Eben fertiggestellt: die Ski- und Snowboardpiste im Szczęśliwicki-Park. Auf der riesigen Skianlage mit Schlepp- und Sessellift herrscht Alpenfeeling mitten in der City (ul. Drawska 22 | Park Szczęśliwicki | www.stok.waw.pl). Das lässigste Outfit und beste Equipment für Boarder gibt's im Snowboardshop Flow Polska (ul. Krucza 23/31 | www.flowshop.pl). In der modernisierten Eissporthalle Torwar (ul. ŀazienkowskiej 6a | www.torwar.info) kommen Eisläufer voll auf ihre Kosten. Hier trifft Profi- auf Hobbyfahrer.

Gemeinsamkeit

Die Szene ist nicht mehr nur unter sich. Im Tomba Tomba Club feiern Gays und Heteros zusammen bis in die frühen Morgenstunden (ul. Brzozowa 37 | www.tomba-tomba.pl). Genauso in der Bar Galeria (ul. plac Mirowski 1 | www.galeria.sxx.pl). Hier beeindrucken z.B. Michael-Jackson-Imitationen, Drag-Queen-Shows und spontane Live-Performances Menschen mit offener Gesinnung. Wer Lust auf Unterhaltung und Party ohne Ende hat, findet hier die richtigen Leute. Reingehen und überraschen lassen. Alle Infos für Queers findet man übrigens unter dem Portal | www.innastrona.pl.


Stichworte

Von Chopin bis Wodka

Kurioses, Wissenswertes und Alltägliches aus einer Stadt, die immer wieder für eine Überraschung gut ist

Frédéric Chopin

Nur 38 Jahre alt ist Frédéric Chopin geworden, doch sein Schaffen leuchtet in der polnischen Nationalkultur als heller Stern. Für die Polen ist Chopin nicht nur der geniale Komponist und Pianist der Romantik, seine Werke symbolisieren auch Freiheitswillen und Nationalbewusstsein in Zeiten der Unterdrückung. Darum wird Chopin verehrt wie ein Heiliger.

Metro

Der Legende nach bot die Sowjetunion Warschau nach dem Krieg ein Geschenk an und ließ der Stadt die Wahl: Metro oder Kulturpalast. Wäre dies wahr, verdammte sicher jeder Warschauer die damaligen Machthaber für das Votum pro Palast. Schöne Metrostationen wie in Moskau sind der polnischen Hauptstadt also entgangen. Nach einem Viertel Jahrhundert ist nun die erste und bislang einzige (!) Linie fertig gestellt worden. Geplant ist der Bau einer zweiten Trasse, die unter der Weichsel verlaufen soll und angesichts der Staus auf den wenigen Brücken sehnlich erwartet wird. Diese Linie sollte zur Fußball-EM 2012 eingeweiht werden, doch wurde der Termin bereits nach hinten verschoben.

Sirene

Zwei Schwestern sind die Symbole zweier Städte: Warschaus und Kopenhagens. Die beiden, so will es die Legende, waren Nixen und schwammen einst aus dem Atlantik in die Ostsee. Eine blieb in Dänemark, die andere schwamm weiter und erreichte über Danzig und die Weichsel schließlich Warschau. Ihr schöner Gesang reizte einen reichen Kaufmann, der auf die Idee kam, Geld mit der Meerjungfrau zu verdienen. Er entführte sie und stellte sie auf Jahrmärkten zur Schau. Doch ein tapferer Fischersohn befreite die Meerjungfrau und übergab sie wieder ihrem geliebten Element. Die Syrena versprach, als Dank von nun an die Stadt zu beschützen. Daher trägt sie auf dem Warschauer Wappen, das sie schmückt, Schwert und Schild.

Warschauer Aufstand

Als die Rote Armee im Sommer 1944 auf ihrem Vormarsch nach Westen Warschau erreichte, erhoben sich dort am 1. August etwa 23000 Freiheitskämpfer der Heimatarmee AK (Armia Krajowa) gegen die deutschen Besatzer. Die polnische Exilregierung, der die AK unterstand, wollte mit der Selbstbefreiung Warschaus auch sowjetischen Besitzansprüchen auf Polen zuvorkommen. Der ungleiche Kampf gegen die schwer bewaffneten Deutschen dauerte 63 Tage, doch der Freiheitswille der Warschauer scheiterte an der militärischen Übermacht und der brutalen Vernichtungsstrategie der Hitlerarmee. Nach der Kapitulation der AK am 2. Oktober erschossen SS-Einheiten mehr als 40000 Zivilisten und legten auf Befehl Himmlers fast die gesamte Stadt in Schutt und Asche: Durch den Warschauer Aufstand verloren über 200000 Polen ihr Leben. Die sowjetischen Truppen standen währenddessen am anderen Ufer der Weichsel, griffen aber nicht ein. Stalin hatte seinen Offizieren jegliche Hilfe untersagt, weil er kein Interesse an einem selbst befreiten, unabhängigen Polen hatte.

Weichsel

Die Weichsel, polnisch Wisła, trennt und verbindet zwei Stadtteile Warschaus. Darum ist der Fluss oft ein Ärgernis, weil Grund für viele Staus vor den (zu wenigen) Brücken. Trotzdem mögen die Warschauer ihren Strom. Die Weichsel ist Polens heiliger Fluss und mit 1067 km auch der längste des Landes. Als Biała Wisełka (Weiße Weichsel) am Fuß des Widderbergs in den Westbeskiden entspringend, strömt er nordwärts durch geschichtsträchtige Städte wie Krakau und Thorn und mündet in einem breiten Delta westlich von Danzig in die Ostsee. Der Erste, der die Weichsel schriftlich erwähnte, war der Römer Plinius. Er nannte sie in seiner „Naturgeschichte“ (77 n. Chr.) Vistula, später wurde Vicsla daraus. Der Strom und seine 24 Nebenflüsse entwässern ein Gebiet von fast 200000 km². 914 km der Weichsel sind schiffbar. Als „Hafenstadt“ hat es Warschau allerdings nicht leicht, denn oft ist der Wasserstand der Weichsel so niedrig, dass sogar leichte Ausflugsschiffe auf Grund laufen. Die Weichsel ist einer der letzten großen Flüsse Europas, die nicht befestigt wurden und ein natürliches Bett haben.

Wodka

Fast jeder Besucher in Warschau meint, dass er wódka trinken und dazu na zdrowie! ausrufen müsse. Tatsächlich war der klare Schnaps lange Zeit das polnische Nationalgetränk und wurde in den vergangenen Jahrzehnten in Unmengen konsumiert. Doch die Trinkgewohnheiten haben sich gewandelt: Bier trat seit der Wende unaufhaltsam seinen Siegeszug an. Und wenn schon Spirituosen getrunken werden, dann eher Drinks und Cocktails. Wodka pur hat es immer schwerer. Auf dem Dorf noch nicht so sehr, doch ganz bestimmt in Warschau.


Feste und Events

Festivals für jeden Geschmack

Jazz und Klassik von höchster Qualität, Filme, Bücher und heidnische Rituale an der Weichsel

Es ist schwer, Warschaus Fest- und Kulturkalender auf dem neuesten Stand zu halten, denn buchstäblich jedes Jahr werden neue Festivals und Ereignisse aus der Taufe gehoben. Besonders in musikalischer Hinsicht entwickelt sich die Stadt; Spitzenkünstler, vor allem in den Bereichen Klassik und Jazz, geben zahlreiche Konzerte. Eine Übersicht über aktuelle Veranstaltungen finden Sie unter: www.warsawinsider.pl

Feiertage (Święta)

Behörden und Banken (aber nicht Geschäfte) bleiben an diesen Tagen geschlossen.

1. Januar

Neujahr

März/April

Ostermontag

1. Mai

Tag der Arbeit

3. Mai

Jahrestag der Verfassung vom 3. Mai 1791

Juni

Fronleichnam

15. August

Mariä Himmelfahrt

1. November

Allerheiligen

11. November

Jahrestag der Unabhängigkeit 1918

25./26. Dezember

Weihnachtsfeiertage

April

Das zweiwöchige Beethoven-Festival vereint jedes Jahr um die Osterzeit einige der besten Klassikinterpreten der Welt. Dabei wird außer Beethoven von Bach bis Jazzvariationen auf klassische Themen alles gespielt (www.beethoven.org.pl).

Mai

Internationale Buchmesse im Kulturpalast mit Tausenden der neuesten Werke aus aller Welt (www.bookfair.pl).

Juni

Wianki - die kürzeste Nacht des Jahres wird in alter heidnischer Tradition als Noc Świętojańska oder Noc Kupały gefeiert, am schönsten zu beobachten am Weichselufer: Jungfrauen, Feuerwerk, Konzerte - alles, was dazugehört von mittags bis in die Nacht (www.estrada.com.pl/wianki).

Juli

Warschau entwickelt sich zum Hotspot für Jazzliebhaber, vor allem wegen der Warsaw Summer Jazz Days mit Größen wie Herbie Hancock, Bobby McFerrin und Paco de Lucía (www.adamiakjazz.pl). Außerdem: Jazz in der Altstadt jeden Samstag, auch im August, mit Gratiskonzerten vor dem Königsschloss.

August

Beim Wettbewerb der Parktheater (Konkurs Teatrów Ogródkowych) präsentieren polnische und ausländische Bühnen ihre Inszenierungen im Frascati-Park. Beginn ist im Mai, im August laufen die Finalrunden. Der Wettbewerb ist Teil des Sommerfestivals Warschauer Gärten: Mo Theater, außerdem Tanz, Musik und Filme (www.kto.kijowski.pl).

September

Das Singer-Festival (Festiwal Kultury Żydowskiej Warszawa Singera) lässt die jüdische Kultur mit ihrer reichen Geschichte in Warschau wieder aufleben. Mit Konzerten, Theaterspektakeln, Ausstellungen, Lesungen, Workshops, Filmen (www.shalom.org.pl/eng).

Oktober

Das FilmFest Warszawa hat sich zum international beachteten Event gemausert. In mehreren Kinos werden cineastische Neuheiten aus aller Welt präsentiert, polnische Filme meist mit englischen Untertiteln (www.wff.pl).

November

Wer an Allerheiligen in der Stadt ist, kommt zur Messe auf dem Powązki-Friedhof. Besonders beeindruckend ist ein Gang über den Friedhof nach Einbruch der Dunkelheit, wenn Zehntausende brennender Kerzen eine einmalige Atmosphäre schaffen.


Sehenswertes

Warschaus Schätze

Überlaufene und vergessene Viertel, Straßen und Parks, kleine und große Kirchen, königliche und kommunistische Paläste

Warschau kennt nur einen Weg: den in die Zukunft. Nach dem Fall des eisernen Vorhangs hat sich keine andere polnische Stadt auf so atemberaubende Weise und in so rasantem Tempo verändert.

Im Herzen ist Warschau noch urpolnisch, ein paar Straßenecken weiter türmen sich die Wohngebirge des Sozialismus, doch seit einigen Jahren wachsen die Spiegelglastürme des Kapitals in den Himmel. Die Warsaw Towers und die riesige Shopping Mall Złote Tarasy im Zentrum sind inzwischen zum Sinnbild der „Cash-Maschine Polens“ geworden. Doch gehört es zum Schicksal dieser Stadt, dass sie - wie keine zweite in Polen - mit ihrer jüngsten Geschichte fest verwoben ist. Fast alles, was alt aussieht in Warschau, ist neu. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt dem Erdboden gleichgemacht und danach von ihren Bewohnern in einem unvergleichbaren Kraftakt nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. Sozusagen als Anerkennung dafür, wurde ihnen vom großen Bruder Russland der Kulturpalast geschenkt, das von den meisten ungeliebte Wahrzeichen der Stadt im stalinistischen Zuckerbäckerstil. Warschau ist also ein Kind vieler Zeiten, faszinierend widersprüchlich. In diesem Sinne hat die Millionenmetropole ihren Gästen viel zu bieten, viel zu zeigen, viel zu sagen.

Seit Jahren steigt die Zahl der Menschen, die in Polens Hauptstadt kommen. Aus diesem Grund wird die touristische Infrastruktur kräftig ausgebaut und modernisiert. Im Innenstadtbereich weisen blaue Schilder auf Polnisch und Englisch den Weg zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Doch nicht nur das Königsschloss, die Kirchen von Gotik bis Klassizismus, Jugendstilvillen und Barockpaläste sind eine Reise wert. Auch die Museen Warschaus haben sich inzwischen einen internationalen Ruf erarbeitet. Mehr als 50 Ausstellungen widmen sich allem erdenklich Interessanten - von der Karikatur bis zur Geschichte der polnischen Armee, von der avantgardistischen Installation der Gegenwartskunst bis zu Gemälden von Klassikern wie Rembrandt, Dürer und Leonardo da Vinci. Auch Kurioses und Exotisches hat seinen Platz, etwa im Pazifik-, im Jagd- oder im Museum der Lederzunft. Für Geschichtsinteressierte sind das Nationalmuseum und das Schloss Pflicht. Bekannt sind Warschaus Museen auch dafür, dass sie sich ständig um Leihgaben aus aller Welt bemühen, um sie in mitunter spektakulären Sonderausstellungen zu präsentieren. Aus diesem Grund lohnt es sich immer, einen Blick in einen aktuellen Veranstaltungskalender zu werfen (z.B. Warsaw Insider www.warsawinsider.pl). Die Museen und Galerien sind in der Regel vom späten Vormittag bis zum späten Nachmittag geöffnet und haben einen Ruhetag in der Woche, meist montags. Aus der kommunistischen Vergangenheit, als Bildung noch vor allem Volksbildung sein sollte, hat sich eine alte Tradition erhalten: Die meisten Museen haben an einem Tag der Woche freien Eintritt.


In der Altstadt residierten früher die reichen Kaufleute, die Neustadt war das Viertel der Handwerker.


Die Altstadt ist Warschaus Herz und Seele und für jeden Besucher ein Muss. Hier pulsiert das Leben zwischen wimmelnder Alltagseile und Touristen.


Die Einwohner von Warschau überlassen die Altstadt den Touristen. Wenn die Einheimischen an einem sonnigen Tag flanieren wollen, gehen sie in die Mariensztat.


Keiner der Stadtväter hat sich in den vergangenen Jahrzehnten wirklich Gedanken um dieses Quartier gemacht.


Praga galt über Jahrzehnte als eine ziemlich verruchte Ecke. Berüchtigte Jugendgangs hatten hier Bezirke abgesteckt und Kleinkriminelle trieben ihr Handwerk.



Klassik kostenlos: Zwischen Mai und September können Sie jeden Sonntag um 12 und um 16 Uhr in herrlicher Umgebung im Łazienki-Park beim Chopin-Denkmal Klavierklängen lauschen. | Bus 116, 180, E-2 Łazienki-Park


Essen und Trinken

Piroggen in der Milchbar

Wer Warschau kulinarisch genießen will, hat eine große Auswahl - von der einfachen Volkskantine bis zum Edelitaliener

Gastronomisch hat Warschau in den letzten Jahren eine radikale Wandlung durchgemacht. Vom Einheitsbrei der sozialistischen Restaurants blieb kaum etwas übrig.

Längst kann die polnische Hauptstadt Lokale, Cafés und Imbisse beinahe für jeden Geschmack und in allen Preisklassen bieten. Auch die internationale Küche hielt längst Einzug: Neben italienischen, auffallend vielen vietnamesischen und den obligatorischen Chinarestaurants werben Inder, Japaner, Türken und Araber mit ihren kulinarischen Spezialitäten um die Gunst der Gäste. Typisch, beliebt und entsprechend verbreitet sind auch Lokale, in denen nach Art und Tradition osteuropäischer Nachbarn gekocht wird - von litauisch bis russisch.

Ein Relikt des Sozialismus finden Sie auch in Warschau immer noch: die Milchbar (bar mleczny). Diese schlichten Kantinen haben den gastronomischen Wandel nicht nur überlebt, sie sind in den letzten Jahren regelrecht wiederentdeckt worden - weil man hier einfach, schnell und unschlagbar günstig etwas zu essen bekommt. In der Milchbar wird aufgetischt, was die Polen sich auch zu Hause selbst kochen: bigos, Piroggen, Schweinekoteletts, Kartoffelpuffer, Klöße, Pfannkuchen. Eine der besten Milchbars der Stadt ist die Rusałka (ul. Floriańska 14) im Stadtteil Praga. Auch gut: Bambino in der ul. Krucza 21.

Achten Sie darauf, was in den Restaurants auf der Speisekarte steht. Manchmal werden für Fleisch oder Fisch 100-Gramm-Preise angegeben, und dann zahlt der Gast so viel, wie sein Kotelett oder Dorsch angeblich gewogen hat. In einigen Restaurants ist es üblich, auf die Preise von vornherein zehn Prozent für den Service aufzuschlagen - was allerdings auf der Karte vermerkt sein sollte. In solchen Fällen können Sie sich das Trinkgeld sparen - sonst beträgt es ebenjene zehn Prozent des Preises. „Stimmt so“ heißt in der polnischen Entsprechung „Danke“ (dziękuję) - sagen Sie also nicht „Danke“, wenn Sie noch Restgeld erwarten! Leere Teller gleich abzuräumen, während der Begleiter noch isst, gehört übrigens zur polnischen Höflichkeit.

Mittags wird in Warschau gern und ausgiebig dienstlich geluncht. Für solche Anlässe preisen viele Restaurants Sonderangebote an (z.B. Lunch mit Kaffee 20 Zł.). Fast alle Gaststätten bieten durchgehend warme Küche. Frühstücks- und Brunchbüfetts setzen sich hingegen erst allmählich durch - es gibt sie bisher vor allem in guten Hotels und in einzelnen Lokalen im Zentrum, etwa bei Blikle in der Straße Nowy Świat. Viele Restaurants öffnen erst mittags. Entsprechend gut besucht sind morgens und vormittags die Cafés, die in meist heller und freundlicher Atmosphäre Latte macchiato und Café au Lait anbieten - zu westeuropäischen Preisen.


Unschlagbar günstig Essen in zwei Restaurants der aussterbenden Art bar mleczny: im „Złota Kurka“ (Mo-Fr 7-19, Sa/So 9-17 Uhr | ul. Marszałkowska 55/73 | Bus u.a. 100, 117501, 502, 505, Straßenbahn 15, 18, 35, 36) | und in der Milchbar „Uniwersytet“ (Mo-Fr 7-20, Sa/So 9-18 Uhr | ul. Krakowskie Przedmieście | beim Kopernikus-Denkmal | Bus u.a. 116, 180, 195, Uniwersytet)

barszcz

Rote-Bete-Suppe mit fleischgefüllten Pasteten gegessen

bigos

Einige verspotten ihn als Resteverwertung. Doch gut gemachter bigos kann ein schmackhaftes Hauptgericht sein. Sauerkraut wird mit normalem Kraut aus Weißkohl, verschiedenen Fleischsorten, Pilzen, Zwiebeln, Pflaumen und zahlreichen Gewürzen lange durchgekocht und mit Weißbrot oder Kartoffeln serviert. Manchem schmeckt er mehrfach aufgewämt am besten.

chłodnik

kalt gegessene Suppe aus verschiedenen Gemüsesorten

kaczka z jabłkiem

der Warschauer Klassiker: gebackene Ente und dazu ein heißer Apfel mit Beerenfüllung, gereicht mit Kartoffeln oder Klößen

kasza gryczana

gekochte Buchweizengrütze, beliebt als Beilage statt Kartoffeln

pierogi (Piroggen)

Teigtaschen, meist noch von Hand ausgerollt, mit Fleisch (z mięsem), Kraut und Pilzen (z kapustą i grzybami), Quark mit Kartoffeln und Zwiebeln (ruskie), süßem Quark (z serem) oder roten Obstsorten (z owocami) gefüllt und verschlossen, sodass sie die typische Halbkreisform erhalten

żurek

helle Suppe aus vergorenem Roggenschrot. Żurek enthält Knoblauch, Majoran, dazu Fleisch, Speck oder klein geschnittene Wurst. Manche Restaurants servieren die saure Suppe in einem ausgehöhlten Brötchen.


Einkaufen

Shoppingtempel und Straßenbuden

Gigantische Einkaufszentren prägen Warschaus neue Marktwirtschaft, doch die Stände der Kleinhändler halten sich auch weiterhin

Immer mehr Besucher aus dem Westen entdecken Polens Hauptstadt als Shoppingcity. Ob traditionelles Kunstgewerbe, Schmuck oder Mode - das Angebot ist riesig und reicht von internationalen Marken bis zu einheimischen Labels.

Warschaus große Einkaufsstraßen heißen Nowy Świat, Chmielna und Marszałkowska. In der Altstadt prägen feine Boutiquen das Bild. Ein deutlicher Trend geht in Richtung riesiger Einkaufszentren, die mit Macht ins Zentrum drängen. Doch in Warschaus Hypermarktwirtschaft klaffen auch tiefe soziale Gräben. Es hat schon seinen Grund, dass neben Luxusboutiquen vor allem die Stände der Kleinhändler das Straßenbild prägen - und dass alle staatlichen Versuche, die Buden aus der Stadt zu verbannen, bislang scheiterten. Hier kaufen all diejenigen ein, die sich die glitzernde Luxuswarenwelt nicht leisten können.


Florierende Basarkultur: Nach dem Willen der Stadtväter sollten die kleinen Märkte und Bazare, die an fast jeder größeren Kreuzung der Stadt zu finden sind, längst verschwunden sein. Aber es gibt sie noch, z.B. den Sadyba Bazar (Bus 180, Haltestelle Sadyba).


Unterhaltung

Die Nacht ist kurz

Wo tagsüber Bankangestellte in Maßanzügen durch die Straßen eilen, erwacht die Stadt abends zu ihrem zweiten Leben - und weiß, sich zu vergnügen

Die Nacht zum Tag machen? Nichts leichter als das. Warschaus Nachtschwärmerszene boomt und pulsiert so heftig, wie es kaum ein Gast aus dem Westen im katholischen Polen erwartet.

Alles ist in Bewegung. Besonders im Bermudadreieck der Straßen Marszałkowska, Świętokrzyska und Mazowiecka öffnen fast im Monatsrhythmus neue Lokale, Diskos, Clubs, andere verschwinden genauso schnell wieder. Dabei hat das Warschauer Nachtleben durchaus auch eine ernsthafte Seite zu bieten. Die festlichen Abendaufführungen der nationalen Philharmonie etwa sind landesweit berühmt und locken zahlreiche Besucher nicht nur aus Polen an. Wie auch immer, für den Nachhauseweg ist gesorgt: Nachtbusse, die im Halbstundentakt vom Zentralbahnhof aus in alle Richtungen ausschwärmen, machen den Feierabend zu einem autofreien Vergnügen.

Warschaus Nachtleben hat auch seine Besonderheiten. So empfangen manche Clubs, die besonders trendy sind oder sich zumindest dafür halten, den Besucher mit einer sogenannten Selektion. Wenn dem Türsteher das jeweilige Gesicht nicht gefällt, wird er nach Einladung oder Clubkarte gefragt, was bedeutet, dass man nicht hineinkommt. In solchen Lokalen zahlen die Gäste oft Eintrittsgelder von ca. 10 Euro und mehr. Ohnehin sind die Eintrittspreise für Diskotheken und Clubs in Warschau sehr hoch. Dafür kommen Frauen oft gratis hinein, zumindest an Wochentagen. Weniger elitär geht es in Studentenclubs wie dem Stodoła zu. Auch viele Restaurants haben abends regelmäßig Livemusik im Programm. Und musikalisch hat Warschau eine Vielfalt zu bieten, wie sie nur ein Schmelztiegel der Kulturen zwischen Ost und West generieren kann. Voll auf ihre Kosten kommen Jazzfans: Jazz ist in Polen sehr populär, und die Hauptstadt ist die unumstrittene Hochburg der nationalen Szene.

In einer Stadt, in der Supermärkte bis Mitternacht geöffnet haben und sogar die Hauptpost durchgehend arbeitet, gehören zum Nachtleben auch 24-Stunden-Lokale und Restaurants, in denen man noch nachts um drei ein deftiges Essen bestellen kann. Die Nacht ist kurz in Warschau, und die Öffnungszeiten sehr flexibel. Die gängige Regel lautet: „Schluss ist nach dem letzten Gast.“


Zum Hybrydy unbedingt den Studentenausweis mitnehmen, dann kostet der Eintritt der angesagten Studentendisko nur die Hälfte. | ul. Złota 7/9 | Di-Do 21-3, Fr/Sa 21-4 Uhr | Metro Centrum


Übernachten

Dobranoc - schlafen Sie gut!

Luxushotels einer internationalen Kette, individuell ausgestattetes Künstlerhotel, Apartment oder einfaches Hostel: Warschau bietet vielfältige Schlafplätze

Eine Unterkunft zu finden sollte in Warschau bei aktuell über 25000 Gästebetten in Hotels, Pensionen, Herbergen und Mietapartments kein Problem sein. Und die Zahl der Übernachtungsgelegenheiten steigt noch immer.

Alle großen internationalen Hotelketten sind in der Hauptstadt vertreten. Daneben finden Warschaubesucher auch individiuelle Unterkünfte, die in Berlin oder Paris nicht genauso aussehen.

Allerdings sind die Hotels in Warschau generell recht teuer. Achten Sie auf Wochenendpakete und spezielle Rabatte auf den entsprechenden Websites. Sie lassen die Hauptstadtpreise mitunter beträchtlich sinken. Buchungsmöglichkeiten finden Sie unter: www.hotele-online.pl | www.topwarsaw-hotels.com | www.polishtravel.com.pl | www.polishhotels.pl. Recht neu ist auch das Angebot komfortabler Apartments. Mehr Infos unter: www.warsawapartments.org | www.warsawapartments.pl.

Schon etwas intensiver suchen muss man hingegen nach preiswerten Bed-&-Breakfast-Angeboten, kleineren Hotels und Pensionen. Eine Liste auch günstiger Offerten finden Sie unter www.warsawtour.pl.

Frühstück haben alle Hotels und Hostels in ihrem Angebot. Manchmal ist das Frühstück allerdings nicht im Zimmerpreis enthalten.


Botel - vielleicht die romantischste Übernachtung im Budgetbereich: Auf der Weichsel liegen zwei Schiffe vor Anker (1-2 Pers.-Kajüten). Gemeinschaftsbad und -küche. 10 Gehminuten zum Zentrum. 28 Kajüten | Most Poniatowskiego | Tel./Fax 0226285883 | www.hostels-botel.com | www.botel.pl


Mit Kindern unterwegs

Puppen, Clowns und Elefanten

Auch ohne Polnischkenntnisse werden die Kids viel Spaß haben auf ihren Entdeckungstouren durch Polens Hauptstadt

Auch Familien hat die Stadt einiges zu bieten. Leider beschränken sich viele Kinder- und Familienprogramme auf die Ferienzeit im Winter (Jan./Feb.) und im Sommer (Juli/Aug.). Aktuelles erfahren Sie aus dem Veranstaltungskalender (www.inyourpocket.com/city/warsaw.html oder http://e-warsaw.pl/2/index.php). Vor allem im Sommer finden an jedem Wochenende große Freiluftveranstaltungen für die ganze Familie statt.


Stadtspaziergänge

Erlaufen Sie sich ein Stück Warschau!

Auf dem Weg der Könige, unterwegs im Königlichen Bäderpark und zu Zeugen der sozialistischen Vergangenheit

Der Königsweg (Trakt Królewski)

Diese Route ist der Weg der Wege, seit Warschau im 16. Jh. Hauptstadt des Königreichs Polen wurde. Er verbindet den Adelspalast Wilanów mit den königlichen Parks und dem Königsschloss in der Altstadt. Besonders lohnend ist der hier beschriebene letzte Streckenabschnitt, der gesäumt ist von vielen repräsentativen Bauwerken und dem Sehenswertesten, was Warschau zu bieten hat: Nobelstraße, Universität, Schloss, Präsidentenpalast, Altstadt. Der Spaziergang dauert zwei bis drei Stunden.

Edle Bäume und prächtige Gebäude

Warschau hat, gemessen an der Einwohnerzahl, mehr Grünfläche als die meisten anderen europäischen Hauptstädte - und da ist der Urwald Puszcza Kampinoska am Stadtrand noch gar nicht eingerechnet. Der größte und edelste Forst in Zentrumsnähe ist der Królewski Park ŀazienkowski (Königlicher Bäderpark), von den Warschauern meist kurz ŀazienki (Bäder) genannt. Einstimmen können Sie sich auf dieses Schmuckstück mit einem Spaziergang entlang einer wundervollen Allee, gesäumt von Villen und Botschaftsgebäuden. Dauer des Rundwegs: 2 bis 3 Stunden.

Monumentales damals und heute

Das sozialistische und das moderne Warschau liegen in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander. Beide Perioden der Stadtentwicklung verbindet, dass sie erst durch die verheerenden Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg zustande kamen - und kommen: Denn noch immer gibt es große Brachflächen mitten in Warschau, etwa um den Kulturpalast herum. Der Spaziergang macht deutlich, welch gewaltige Entwicklung die polnische Hauptstadt in den letzten Jahrzehnten durchgemacht hat. Sie sollten für die Tour zwei Stunden einplanen.


24h

Ein Tag in Warschau

Action pur und einmalige Erlebnisse.

Gehen Sie auf Tour mit unserem Szene-Scout

Starter

Erstmal in Ruhe frühstücken! Im Moja Caffee hat man eine Riesenauswahl an verschiedenen Toasts, Rühr- oder Spiegeleiern und frischen Säften. Einfach das Lieblingsmenü zusammenstellen, einen Platz am Fenster suchen und entspannt genießen! Tipp: den frischen Grapefruitsaft probieren. Wo? ul. Narbutta 83 | Tel. 022/4029939 | www.mojacaffee.pl

Retro radeln

Auf dem bequemen Sattel des Retro-Drahtesels Platz nehmen und mit dem Audioguide im Ohr die Stadt erkunden. Am besten im ŀazienkowski-Park beginnen vorbei an Kulturpalast und Schloss. Die Infos aufsaugen und dort stehenbleiben, wo es einem am besten gefällt. Wo? ul. Nowiniarska 10 | Kosten: ca. 8 Euro/Tag | Kaution ca. 60 Euro | Audioguide: Kosten: 6 Euro | Bikes am Vortag mieten | www.wygodnyrower.pl | http://audiotravels.pl

Tasty Tour

Wem läuft da nicht das Wasser im Munde zusammen? Auf der Gourmettour lernt man mit einem Guide die besten Schlemmertempel kennen. Die Tour führt in die schönsten Patisserien und auf urige Märkte. Natürlich darf man sich dabei nach Herzenslust den Bauch vollschlagen und typische Spezialitäten wie Pierogi mit Kraut und Pilzen probieren. Wo? Reservierung unter Tel. 012/4214865 | www.tours-warsaw.com

Hoch hinaus

Actionhungrig? Dann nichts wie ab ins Kletterzentrum On Sight. Zwischen den einzelnen Schwierigkeitsrouten wählen, Sicherheitsgurt anlegen, Muskeln anspannen und los geht's. An den steilen Wänden muss jeder Handgriff sitzen. Wer oben ankommt und einen Blick nach unten riskiert, wird sich großartig fühlen. Wo? Obozowa 60 | Kosten: ca. 6 Euro | www.obozowa.waw.pl

Kulturstopp

In der Galerie Raster trifft man die upcoming artists der neuesten Generation zum Gespräch. Wer genug über Kunst geplaudert hat, für den hat die Galerie noch mehr zu bieten: Kicker, Sessions, Konzerte und Literatur-Events. Vorbeischauen und sich überraschen lassen! Wo? ul. Hoża 42 | m. 8 | raster.gallery@gmail.com | www.raster.art.pl

Eventbowling

Ran an die Kugel. Beim Bowling im Klub Arco heißt es nun konzentrieren und alle Pins umwerfen! Doch wer gedacht hat, hier wird nur gebowlt, liegt falsch. Immer wird man von Tanzvorführungen oder Gesangseinlagen abgelenkt. Fun pur! Wo? ul. Bitwy Warszawskiej 1920 roku nr 19 | Tel. 022/6687591 | www.arco-bowling.pl

Außergewöhnliches Dinner

Die Wirte des Czerwony Wieprz spielen in ihrem Kult-Restaurant geschickt mit kommunistischen Klischees. Witzig: die Speisekarte. Sie ist unterteilt in Proletariat und Bourgeoisie und auf den Teller kommen Gerichte wie Fidel's Cigars: deftiges Schweinefilet in Zigarrenform gerollt mit kubanischen Tomaten. Unvergesslich! Wo? ul. Żelazna 68 | Tel. 022/8503144 | www.czerwonywieprz.pl

Electro Beats

Tanzen in einer ehemaligen Fabrik - der Elektroclub M25 ist Kult, auch weil die Räume nicht groß verändert wurden, so dass noch echte Underground-Atmo herrscht. Also nichts wie hin, einen Drink an der Bar nehmen und die Stimmung aufsaugen. Getanzt wird zum Sound der besten DJs erst nach Mitternacht, aber dafür dann bis in den Morgen. Wo? Mińska 25 | www.m25.waw.pl


Ausflüge und Touren

In die Wildnis und zum längsten Marktplatz Europas

Kurz hinter der Stadtgrenze liegen Wunder und Attraktionen - geschaffen von Mensch und Natur

Otwock: Villen aus Holz

Das kleine Städtchen, etwa 30 km von Warschau entfernt in einem Kiefernwald gelegen, war vor knapp hundert Jahren ein renommierter Kurort für reiche Polen. Vor allem Juden wohnten in Otwock. Die meisten von ihnen wurden während des Zweiten Weltkriegs ermordet, die Überlebenden wanderten in den 1950er-Jahren aus. Zurückgeblieben sind prächtige Stadtvillen aus Holz, die vom einstigen Glanz des Ortes zeugen - heute allerdings oft dem Verfall anheim gegeben sind. Sie sollten sich für diesen Ausflug einen halben Tag Zeit nehmen.

Puszcza Kampinoska: Ab in die Natur!

Dieser riesige Urwald, der bis an den Warschauer Stadtrand heranreicht, bietet das wohl krasseste Kontrastprogramm zum Citytrubel. Seit 1959 trägt die Wildnis den höchsten internationalen Schutzstatus eines Nationalparks. Auf insgesamt über 360 km ausgeschilderten Wanderwegen können Sie nicht nur urwüchsige Natur erleben, sondern treffen mit etwas Glück auch auf einen Elch. Etwa 50 der imposanten Sumpfhirsche leben im Reservat, zusammen mit Luchsen, Bibern, Schwarzstörchen und über hundert anderen geschützten Tierarten. Wichtig auf dieser Tour sind robuste Kleidung und gutes Schuhwerk, unbedingt auch ein Antimückenspray. Sie haben Dutzende Routen zur Wahl (1-2 Stunden oder mehrere Tage). Bei längeren Touren am besten Verpflegung mitbringen.

Pułtusk: Venedig Masoviens

Mit seinem mittelalterlichen Marktplatz, dem beeindruckenden Schloss und der malerischen Lage am Fluss Narew zählt das 60 km entfernte Pułtusk zu den schönsten Kleinstädten Polens. Der Ausflug dauert mindestens 5 Stunden.


Praktische Hinweise

Von Anreise bis Zoll

Urlaub von Anfang bis Ende: die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Warschaureise

Auto

Auf der A2 von Berlin nach Warschau. Auch diese Hauptstrecke ist noch immer sehr schlecht ausgebaut. Es gibt nur drei längere Autobahnabschnitte (je 11 Zł. | www.autostrada-a2.pl/en/oplaty/stawki/). Die 600 km von Berlin dauern mindestens 8 Std. Aus Österreich fährt man über Tschechien nach Breslau (Wrocław) und weiter in Richtung Warschau.

Bahn

Von Berlin nach Warschau viermal täglich mit dem Eurocity Berlin-Warszawa-Express in gut 6 Std. (ca. 40 Euro). 2 Stunden länger fahren die beiden Nachtzüge. Knapp 12 Std. braucht der direkte Nachtzug von Köln. Dreimal täglich fährt der Eurocity von Wien nach Warschau, 8 Std. Infos unter: www.bahn.de

Bus

Von zahlreichen deutschen Städten starten kleine und große Busse nach Warschau. Die Reise endet meistens am Westbahnhof (Dworzec Zachodni). www.eurolines.de

Flugzeug

Warschaus Flughafen Fryderyk Chopin, auch Okęcie genannt (Tel. 0226504220 | www.lotnisko-chopina.pl), liegt nur ca. 10 km vom Zentrum entfernt. Die Passagierzahlen steigen rapide (2007 über 9 Mio.), daher wird er gerade vergrößert. Seit der Eröffnung des neuen Terminals 2 landen alle Linien am Hauptterminal. Die Billigflieger (u.a. Germanwings | www.germanwings.com, Wizzair | www.wizzair.com, SkyEurope | www.skyeurope.com) starten allerdings noch immer vom Nebenterminal Etiuda. Das Angebot der Billigflieger ändert sich laufend.

Polnisches Fremdenverkehrsamt

Kurfürstendamm 71 | 10709 Berlin | Tel. 030/2100920 | www.poleninfo.de | Mo-Fr 9-16 Uhr

Touristeninformation

Krakowskie Przedmieście 89 | Ecke pl. Zamkowy (am Königsschloss) | Tel. 0229431 | tgl. 9-20, Okt.-April 9-18 Uhr | www.wcit.waw.pl

Auto

Auf den wenigen Autobahnen und Schnellstraßen gilt 130 km/h, auf Landstraßen 90 km/h, in geschlossenen Ortschaften 50 km/h, von 23 bis 5 Uhr 60 km/h. Vielerorts gibt es Radarkontrollen. Ausländer zahlen direkt vor Ort. Viele Straßen sind in schlechtem Zustand. Es wird waghalsig überholt. In der Innenstadt ist es nicht immer leicht, einen Parkplatz zu finden. An blauen Sammelparkuhren müssen an Werktagen von 8 bis 18 Uhr mindestens 0,40 Zł., für eine Stunde 2 Zł. bezahlt werden. Pannenhilfe (Pomoc drogowa) rund um die Uhr unter Tel. 981.

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

ul. Jazdów 12 | 00-467 Warszawa | Tel. 0225841700 | Fax 0225841739 | www.ambasadaniemiec.pl | Bus u.a. 116, 180, 195 ul. Piękna

Botschaft der Republik Österreich

Gagarina 34 | 00-748 Warszawa | Tel. 0228410081 | Fax 0228410085 | www.aussenministerium.at/warschau | Bus u.a. 180 Stępińska

Botschaft der Schweizerischen Eidgenossenschaft

Aleje Ujazdowskie 27 | 00-540 Warszawa | Tel. 0226280481 | Fax 0226210548 | www.eda.admin.ch/warsaw | Bus u.a. 180, 518 plac Trzech Krzyży

Einreise

Seit Polen im Frühjahr 2007 dem Schengenraum beigetreten ist, sind die meisten Grenzkontrollen weggefallen. Dennoch sollte bei der Einreise aus Deutschland und Österreich der Personalausweis mitgeführt werden. Wer aus der Schweiz kommt, muss auf jeden Fall den Personalausweis vorzeigen.

Gesundheit

Die Krankenkasse übernimmt die Arztkosten in Polen. Aber Sie brauchen die europäische Versicherungskarte (EHIC, kostenlos bei Ihrer Krankenkasse). Sie müssen vor Ort bezahlen und bekommen das Geld von Ihrer Kasse später erstattet.

Internet

Aktuelle Infos über Politik, Kultur sowie Tipps zum Ausgehen und Einkaufen geben: www.warsawvoice.pl/; www.polandmonthly.pl/; www.nwe.com.pl/; www.inyourpocket.com/city/warsaw.html - allgemeine Infos, Tipps, Hotelbuchungen; www.warsawinsider.pl/ - Tipps über das kulturelle Angebot; www.tripadvisor.de/Tourism-g274856-Warsaw_Central_Poland-Vacations.html - Links aller Art; http://e-warsaw.pl/2/index.php - offizielle Seite der Stadt, alle Infos für die Reisevorbereitung; www.warschau.info/index.html - eine der besten Warschauseiten auf Deutsch (Sehenswürdigkeiten, Anreise); www.euroave.com/maps/00mapx.php?xcity=warsaw - Online-Stadtplan, Zimmerbuchung; www.warsawtour.pl/index.php?id=61&olang=5 - offizielle Seite der Stadt (Unterkunft)

Internetcafés

Es gibt inzwischen sehr viele Internetcafés und es werden ständig neue eröffnet. Die meisten haben von 9 bis 22 Uhr geöffnet. Zentral ist das Internet Café (Nowy Świat 18/20), gemütlich ist Incognito (Krzywe Koło 22).

Klima & Reisezeit

Der Winter dauert von Dezember oft bis April und kann sehr ungemütlich sein, im Sommer (Mai-Sept.) herrscht mitteleuropäisches Klima.

Medien

Internationale Presse bekommen Sie in den Medienhäusern von EMPIK (Nowy Świat, ul. Marszałkowska etc.), u.a. die deutschsprachige Monatszeitung polen-rundschau.

Mietwagen

Local Rent a Car Poland Ltd. | ul. Marszałkowska 140 | Tel. 0228267100 | www.lrc.com.pl | pro Tag ab 30 Euro

Notrufe

Krankenwagen 999, vom Handy 112, Polizei 997, Feuerwehr 998. Polizeirufnummer für ausländische Touristen: 0800200300, vom Handy 4860899999, auf Englisch, seltener auf Deutsch

Öffentliche Verkehrsmittel

Ein dichtes Bus- und Straßenbahnnetz durchzieht die Stadt. Außerdem gibt es eine Metrolinie, die von einem Ende der Stadt an das andere reicht. Eine zweite Trasse zum neuen Stadion ist geplant. Die Metro fährt von ca. 5 bis 0.30 Uhr, alle 3 bis 4 Minuten in den Stoßzeiten, außerhalb alle 4 bis 8 Minuten. Busse und Straßenbahnen fahren bis ca. 23 Uhr. Danach verkehren im Halbstundentakt Nachtbusse (gekennzeichnet durch ein N, Start ist der Zentralbahnhof, halten nur auf Klingelzeichen). Fahrkarten git es an Kiosken oder etwas teurer beim Fahrer (kein Wechselgeld!). Ein Einzelticket (bilet normalny, eine Fahrt ohne Umsteigen) kostet 2,80 Zł. Fast immer rentiert sich daher das 24-Stunden-Ticket für 9 Zł., mit dem Sie beliebig oft zwischen Bus, Tram und Metro wechseln können, oder das Dreitageticket (bilet trzy dniowy für 16 Zł.). Alle Fahrkarten müssen in den Verkehrsmitteln entwertet werden, in der Metro an der Eingangsschranke.

Öffnungszeiten

Kaufhäuser, große Einkaufszentren und viele Supermärkte haben täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Restaurants und Cafés haben in der Regel keinen Ruhetag. Viele Museen sind montags geschlossen. Kleine Lebensmittelläden und Markthallen öffnen | Mo-Fr 10-19, Sa 10-14, Banken | Mo-Fr 9-18, Sa 9-14 Uhr.

Post

Die Hauptpost (Poczta Główna ,ul. Świętokrzyska 31/33) ist rund um die Uhr geöffnet. Briefe bis 50 g innerhalb Polens: 1,45 Zł., nach Europa: 2,40 Zł. Priorytet-Briefe kosten mehr (Standardbrief 3 Zł.), kommen aber innerhalb von drei Werktagen in ganz Europa an (Aufkleber am Schalter).

Preise & Währung

Währung ist der Złoty (Zł., auf Finanzmärkten PLN), der aus 100 groszy besteht (1 grosz). Der Złoty hat sich in den letzten Jahren zu einer stabilen Währung gemausert und hält sich seitdem bei ca. 3,55 Zł. pro Euro. Eine Euro-Einführung ist frühestens 2013 zu erwarten. Grundnahrungsmittel und Busfahrkarten sind günstig, Restaurants, Kinos und Luxusprodukte wie Elektronik liegen dagegen auf Westniveau. Am besten Geld an einem Automaten (bankomat) abheben, die es überall gibt. Der Bargeldtausch lohnt sich kaum.

Sicherheit

Natürlich kann immer und überall etwas passieren, doch im Prinzip ist jede Ecke Warschaus rund um die Uhr sicher. Die Warschauer selbst haben jedoch eine übertrieben scheinende Angst vor Kriminalität. Trotzdem ist es ratsam, nicht leichtsinnig, aber entspannt an das Thema heranzugehen: keine Wertsachen im Auto lassen, Geldbörse am Körper - das reicht fast immer.

Stadtrundfahrten

Sightseeingbusse (Doppeldecker mit offenem Dach) stehen am Schlossplatz (plac Zamkowy). Individuelle thematische Führungen per Bus ab 65 Zł./Std.: u.a. Wawatour | ul. Sycowska 24/1 | Fax 0228466251 | www.tour.waw.pl. Kutschfahrten (Schlossplatz, Altstadtmarkt) durch die Altstadt kosten ca. 200 Zł. Eine günstigere Alternative sind Fahrradrikschas am Altstadtmarkt.

Taxi

Nehmen Sie nur Taxis mit Telefonnummer auf dem Dach. Leuchtet die Nummer, ist das Taxi frei. Startgebühr sind 6 Zł., pro Kilometer kommen 2-3 Zł. hinzu. Nachttarife liegen ca. 50 Prozent darüber.

Telefon & Handy

Vorwahl nach Deutschland: 0049, Österreich 0043, in die Schweiz 0041. Vorwahl nach Polen: 0048, danach Ortsvorwahl ohne Null.

Toiletten

Damentoiletten sind oft durch einen Kreis, Männertoiletten durch ein Dreieck gekennzeichnet, z.T. wird eine Gebühr von 1-1,50 Zł. verlangt.

Trinkgeld

In der Regel werden 10 Prozent gegeben, wenn nicht automatisch 10 Prozent Service auf die Rechnung geschlagen wurden.

Wlan

Wer mit dem Laptop unterwegs ist, wird im Zentrum schnell auf einen Hotspot stoßen. Nicht überall ist der drahtlose Anschluss ans Internet kostenlos (10 Zł./2 Std., 24-Std.-Karte/30 Zł.).

Zeit

Es gilt die MEZ, Sommerzeit wie in Deutschland.

Zoll

Am 1. Januar 2009 sind die letzten Einfuhrbeschränkungen weggefallen. Es gelten nun die Regeln des europäischen Binnenmarktes. Zum Beispiel dürfen 800 Zigaretten oder 110 Liter Bier eingeführt werden. Nähere Infos unter www.zoll.de

Kaffee

2-3 Euro für eine Tasse Milchkaffee

Bier

2-3 Euro für ein Bier in der Kneipe

Piroggen

4 Euro für eine Portion im Imbiss

Tageskarte

3 Euro für Bus, Metro, Tram

DVD

20 Euro für eine Neuerscheinung

Kino

5 Euro für eine Eintrittskarte


Unser Insider

MARCO POLO Korrespondent Dr. Knut Krohn im Interview

Knut Krohn lebt seit Anfang 2007 mit seiner Familie in Warschau und arbeitet als Korrespondent für die Frankfurter Rundschau.

Sind Sie freiwillig nach Warschau gezogen?

Diese Frage wird mir ständig gestellt. Aus journalistischer Sicht kann man sich kaum einen besseren Platz vorstellen als Polen. Immer wieder bin ich damit beschäftigt, auf beiden Seiten Vorurteile aus dem Weg zu räumen. Der häufigste Satz von Freunden, die meine Familie und mich in Warschau besuchen. „Mensch, hier sieht es ja aus wie bei uns in Deutschland!“.

Wie war Ihr erster Eindruck?

Ganz ehrlich: kein wirklich guter. Ich habe im Februar hier begonnen zu arbeiten, es war kalt und grau. Warschau ist keine Stadt, die ihre Besucher fröhlich anspringt. Sie ist eher zurückhaltend, eine herbe Schönheit. Unter dieser etwas rauen Oberfläche aber verbirgt sich wirklich Wunderbares. Die Menschen sind unglaublich freundlich und zuvorkommend. Vor allem die jungen Leute strotzen vor Neugier und Unternehmungslust. Ich kenne kaum eine Stadt in Europa, die sich so schnell verändert, alle nur erdenklichen Trends aufnimmt, verarbeitet und eigenständig weiterentwickelt wie Warschau.

Was hat Sie am meisten erstaunt?

Der Kontrast zwischen Winter und Sommer. Kaum scheint im Frühjahr die Sonne, stellen die Wirte Stühle und Tische auf den Gehsteig. Auf dem Nowy Świat, der Flaniermeile Warschaus, fühlt man sich plötzlich wie mitten in Rom oder Paris. Dann merkt man, wie grün Warschau in Wirklichkeit ist. Es gibt viele schöne Parks und kleine Anlagen.

Was gefällt Ihnen nicht so an Warschau?

Da brauche ich nicht lange zu überlegen: die Autofahrer. Wenn ein Pole am Steuer sitzt, geschieht eine seltsame Verwandlung mit ihm und er vergisst die ihm angeborene Rücksicht und Zuvorkommenheit.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Meine Familie und ich sind sehr sportlich, wir fahren viel mit dem Rad. Am Wochenende nutzen wir oft die Gelegenheit, um auf Entdeckungsreise zu gehen, v.a. in die Nationalparks.

Wie vertragen Sie die polnische Küche?

Ich liebe das polnische Essen. Sauerkraut, Fleisch, saure Suppen. Wunderbar! Leider macht sich aber auch hier langsam der westliche Einfluss bemerkbar. Es wird auf Kalorien geachtet, die Dinge müssen leicht verdaulich sein. Ich halte es da lieber mit den alten Polen: nach dem Essen einen guten Wodka - der ist hier in Polen der Beste der Welt.


Bloß nicht

Auch in Polens Hauptstadt gibt es Dinge, die Sie lieber nicht tun sollten

Alkohol im Freien trinken

Ein kühles Bier auf die Hand nach dem Kino oder romantisch auf der Stadtmauer sitzend ein Fläschchen trinken? Leider ist dies verboten. Die zahlreichen Polizisten und die Stadtwache (Straż Miejska) bestrafen die Täter sofort, indem sie umgehend 100 Zł. verlangen. Einzige Chance: sich als unwissender Ausländer herausreden.

Taxi ohne Telefonnummer auf dem Dach nehmen

Leider ist die Stadt der unseriösen Taxifahrer noch nicht Herr geworden. Zwar sind inzwischen Fiskalkassen in Taxis Pflicht, und der Fahrgast muss den Taxameter sehen können. Aber an Bahnhöfen und Flughäfen stehen reihenweise entweder sogenannte Personentransporte (Przewóz osób) oder ganz einfach Taxis, die zwar legal fahren, aber Wucherpreise verlangen. Generell gilt: Taxis mit Telefonnummer auf dem Dach sind in Ordnung.

Bargeldvorräte mitbringen

Immer noch glauben viele, sie müssten ein Bündel Euro-Banknoten mitbringen und dann vor Ort in Wechselstuben oder Banken gehen, um zu tauschen. Viel praktischer ist es, das Geld an einem der zahlreichen Geldautomaten (bankomat) abzuheben. Buchstäblich an jeder Ecke gibt es diese Automaten, die sogar Erklärungen auf Deutsch anbieten. Die Gebühren sind gering, der Kurs besser als in der Wechselstube (kantor). Wenn Sie trotzdem Geld tauschen möchten, dann in der Wechselstube - auf keinen Fall bei einem Schwarzhändler auf der Straße! Inzwischen ist es auch in fast allen Geschäften und Restaurants üblich, mit den gängigen Kreditkarten zu bezahlen. Achten Sie allerdings darauf, dass Ihre Unterschrift auf der Karte unbedingt mit der Signatur auf der Rechnung übereinstimmt. Das wird sehr genau geprüft. Ansonsten müssen Sie so lange unterschreiben, bis es passt.

Sorglos über den Zebrastreifen gehen

Fußgänger leben in ganz Polen, aber besonders in Warschau gefährlich. Halten vor dem Zebrastreifen gleicht einem Gnadenakt. Fußgänger warten in der Regel so lange, bis eine Lücke im Fahrzeugstrom entsteht. Am besten vorsichtig, aber entschlossen die Straße betreten und die Autos zum Halten zwingen.

Polen mit Russland gleichsetzen

Sprüche wie „Ihr wart ja damals alle in der Sowjetunion“ hört man immer mal wieder, sind aber nicht nur historisch falsch, sondern vor allem verletzend. Auch als Satellit Moskaus war Polen immer ein eigenständiges Land, und besonders die Menschen in Warschau, das im 19. Jh. zum russischen Zarenreich gehörte, reagieren empfindlich. So sollten Sie davon absehen, mögliche Russischkenntnisse einzusetzen - versuchen Sie es lieber mit Englisch.

Copyright: www.marcopolo.de
 
Flüge nach Warschau