City-Infos
Wer Sevilla besucht, macht einen Spaziergang durch die andalusische Kultur und ihren Charakter. Das Flair der Stadt kann der Besucher am besten im Viertel Santa Cruz aufnehmen. In den engen Gassen wandert man – geschützt vor den heißen Sonnenstrahlen – zwischen schönen Gebäuden mit sehenswerten, blumengeschmückten Innenhöfen. Das ehemalige Judenviertel Judería ist ein Gemisch aus allen typisch andalusischen Elementen.
Sevilla liegt im Südwesten Spaniens und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und Sitz der Regierung sowie des Parlaments der autonomen Region Andalusien. Die Stadt liegt im Tiefland des Flusses Guadalquivir, der die Stadt von Nord nach Süd durchquert und in den Atlantischen Ozean mündet. Der Hafen Sevillas war einst von großer Bedeutung für die Handelsbeziehungen mit Amerika. A propos Amerika: Ab 1492 war Sevilla von spezieller Bedeutung für die Entdeckung und Eroberung Amerikas. Das 17. Jahrhundert war die Zeit der kulturellen Hochblüte der Stadt. Maler wie Murillo und Valdés Leal oder Bildhauer wie Martínez wurden in Sevilla geboren und hinterließen hier auch wichtige Werke. Im 20. Jahrhundert spielte Sevilla zwei Mal eine hervorragende, international beachtliche Rolle: 1929 fand die Iberoamerikanische Ausstellung statt und aus Anlass der Expo `92 fanden zahlreiche Ereignisse statt, die Besucher aus allen fünf Kontinenten nach Sevilla lockten.
Kathedrale und Giralda
„Errichten wir eine so große Kirche, dass uns die Nachwelt für verrückt erklärt“, scherzten vielleicht die Bauherren der Sevillaner Kathedrale im 15. Jahrhundert und sind der Vorgabe eines Kapitelherren gefolgt und schufen den größten gotischen Kirchenbau der Welt. Das größte der fünf Schiffe hat eine Höhe von 36 Meter, der Grundriss beschreibt ein Rechteck von 116 Meter Länge und 76 Meter Breite. Gleich hinter dem Südeingang halten vier steinerne Träger einen Sarkophag, der seit 1902 die Gebeine von Kolumbus bewahren soll. Die Kathedrale wurde an der Stelle einer Moschee errichtet, von der noch der Orangenhof und die Giralda – ein Minarett aus dem 12. Jahrhundert – erhalten geblieben sind. Dem Minarett wurde während des Umbaus zum Glockenturm im 16. Jahrhundert eine Spitze im Renaissancestil aufgesetzt, gekrönt von einer vier Meter hohen Figur mit Standarte und Palmenzweig in Händen. Dieser Giraldillo dreht sich im Wind, und gab dem gesamten 97 Meter hohen Turm seinen Namen. Der Aufstieg über eine Rampe zur Spitze der Giralda wird mit den besten Ausblicken über das alte Sevilla belohnt.
Öffnungszeiten: Montag – Samstag 11–17 Uhr, Sonntag 14 –18 Uhr, geschlossen am 1. und 6. Januar, 2. und 4. April, 10. Juni, 15. August und 8. und 25. Dezember.
Garten Alcázar
Sevilla ist die Stadt der Orangenbäume, die in jedem Frühling vom intensiven Duft der Orangenblüten erfüllt ist. Die Gärten Sevillas – Erben der arabischen Tradition – sind zumeist in heimeligen Winkeln verborgen. Alcázar ist der bekannteste Garten Sevillas. Der arabische Stil mit seinen unzähligen Bewässerungsgräben, Springbrunnen und Keramiken besticht einfach jeden Besucher.
Torre de Ore
Im Stierkampfviertel par excellence befindet sich der berühmte „Torre de Ore“. Der Goldturm am Ufer des Guadalquivir ist neben der Giralda das zweite Wahrzeichen der Stadt; er entstand in maurischer Zeit um 1220 als Festungsturm an einem Ende der Stadtmauern. Der Turm diente zur Verteidigung des Hafens gegen feindliche Schiffe. Heute beherbergt der „Torre de Oro“ ein Schifffahrtsmuseum mit Modellbauten, Seefahrerkarten, Kompassen und alten Urkunden. Sein Name stammt von den vergoldeten Fliesen, mit denen er einmal verkleidet war und die heute verschwunden sind.
Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag 10.00 – 14.00 Uhr, Samstag und Sonntag 11.00 –14.00 Uhr. Im August geschlossen.
Casa Pilatos
Sevilla hat zahlreiche schöne herrschaftliche Häuser und Paläste, viele von ihnen sind in ihrem Baustil stark von der maurischen Vergangenheit der Stadt geprägt. Zu den beeindruckendsten zählt die „Casa Pilatos“, die im 15. und 16. Jahrhundert entstand. Sollte Ihnen ein Taxi-Fahrer erzählen, dieses „Haus des Pilatus“ sei ein Ferienwohnsitz des berühmten Pontius Pilatus gewesen, der von hier aus den schönen Oster-Prozessionen von Sevilla beizuwohnen pflegte – glauben Sie ihm nicht. Die „Casa Pilatos“ ist zwar maurischen Ursprungs, trotzdem verschmelzen in ihr Elemente der Gotik, des Mudéjar, der aus Italien stammenden Renaissance und des Klassizismus. Der Hauptinnenhof ist im Mudéjar- und Platereskenstil dekoriert. Im Ruhesaal der Richter („Salón del Descanso de los Jueces“) befindet sich ein wunderschöner mit Mudéjar- und Gotikelementen überzogener Bogen, ein prachtvoller Kachelsockel sowie ein aus Gips gearbeitetes Fries.
Sevilla lädt einfach zum Bummeln ein: Das Angebot der Geschäfte ist vielfältig. Man kann von Kunsthandwerk über Kleidung, Lederwaren bis hin zu Geschenken alles kaufen. Eine schöne Einkaufsmeile ist die Gegend um die „Calle Sierpes“ und die „Calle Tetuán“ nördlich des Rathauses. Wer es hippig mag, sollte in der „Calle Amor de Dios“ die Bekleidungs- und Schmuckläden aufsuchen. Sehr zu empfehlen ist auch der schöne Flohmarkt auf der „Plaza Duque de la Victoria“, der mittwochs bis sonntags vormittags stattfindet.
Für alle, die sich ein Stück Urlaub mit nach Hause nehmen möchten, ist der Souvenirladen in den „Reales Alcázares“ nahezu ein Muss – dort findet man beispielsweise wunderschöne Kacheln im maurischen Stil.
Übrigens: In Andalusien ändert sich kaum etwas so schnell wie die Tage und Uhrzeiten, zu denen Sehenswürdigkeiten, Läden und Restaurants geöffnet sind. Die Tourismusbüros kennen die aktuellen Zeiten. Rufen Sie vorher an, wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen.
Die vielfältige und abwechslungsreiche Küche Sevillas hat ihre Tradition in der einfachen häuslichen Küche. Die Sevillaner sind keine großen Besucher von Restaurants, auch wenn es in der Stadt ausgezeichnete Lokale gibt. Brauch sind Tapas, die in den zahllosen Bars der Stadt angeboten werden. Das sind Mini-Gerichte für den kleinen Hunger zwischendurch: Salate, Gazpachos, Gewürztunke, Rohschinken aus den Bergen, Langusten, gebackener Fisch und vieles mehr. Dazu trinken die Sevillaner ein Glas Wein wie etwa den Manzanilla oder ein frisches, goldfarbenes Bier – einfach köstlich. Beim berühmten Tapeo geht man von Kneipe zu Kneipe und genießt. Dieser Tradition gehen die Einheimischen besonders gerne in den Stadtvierteln Triana, Los Remedios und La Macarena nach.
Sevilla ist berühmt für sein Nachtleben: Die Bewohner von Sevilla, so sagt man, leben sprichwörtlich „auf der Straße“, was bedeutet, dass ein typischer Sevillano seine Wohnung eigentlich nur betritt, um zu essen oder zu schlafen. Die Stadt ist voll von Bars und Lokalen, die bis spät in die Nacht geöffnet sind. Jeder Sevilla-Besucher sollte unbedingt ein „Tablaos de flamenco“ – ein Lokal mit Life-Flamencomusik – besucht haben. Beim Flamenco scheint die ganze Welt nur noch aus Stimme, Gitarrenklängen und der Tänzerin im Mondlicht zu bestehen. Dieses aufregende Erlebnis sollte sich kein Sevilla-Besucher entgehen lassen. Eine Reihe von „Tablaos“ bieten Flamencoshows für Touristen, z. B. „Los Gallos“ am Plaza Santa Cruz oder die kleine „Casa Anselma“ in Triana in der Pagés del Corro 49 und der Klassiker „La Carbonería“ in der Straße Levíes 18 nördlich des Barrio Santa Cruz.
Wer es etwas ruhiger mag, trifft die Sevillaner, die die laue Luft der Abende genießen, in den gemütlichen Bars an der an der Straße Mateos Gago, gleich neben der Giralda, oder in Triana rund um die „Puente Isabel II“ und in der Calle Betis. Junge Leute bevorzugen die Plätze Alfalfa und Salvador oder das Viertel Arenal westlich der Avda. In den Monaten Juli und August sind die Terrassen am Ufer des Guadalquivir unterhalb der Straße Torneo beliebt.
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Sevilla
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Sevilla
Tel. +34 954 505 600
Sevilla-Infos in Deutschland
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