City-Info Prag
City-Info Prag


- Insider-Tipp
- Top Highlights
Sehenswertes
Eine Stadt zwischen gestern und morgen
Unterwegs zu tanzenden Häusern, einer alten Neustadt und der „meistfotografierten Männergruppe seit den Beatles“
Schon Mozart war von der Vielfalt Prags beeindruckt. „Ich fahre jeden Tag den gleichen Weg nach Hause und sehe doch immer wieder etwas Neues“, sagte er 1791. Diese Erkenntnis ist noch heute gültig: Besucher und Einheimische staunen gleichermaßen über den Glanz renovierter Fassaden, wo zuvor monatelang Gerüste standen.
Und selbst dort, wo die Renovierung schon lange abgeschlossen ist, ändert sich ständig etwas - vor allem im Zentrum. Wo vor einem Jahr noch eine Bäckerei war, ist jetzt vielleicht eine Boutique, ein Friseursalon hat sich in ein modernes Café verwandelt, und die Kneipe um die Ecke hat einem Buchgeschäft Platz gemacht. Prag ist auch knapp zwei Jahrzehnte nach der demokratischen Wende in permanenter Bewegung. Nicht geändert hat sich dagegen die wunderschöne Anlage des historischen Stadtkerns links und rechts der Moldau. Im Krieg blieb Prag von Bombenangriffen weitgehend verschont. So lässt sich die Schwärmerei eines anderen Prag-Reisenden - Thomas Mann - noch heute gut nachvollziehen: „Ich bin froh, wieder einmal hier zu sein, in dieser Stadt, deren architektonischer Zauber fast einzigartig unter allen Städten der Welt ist.“
Millionen Touristen aus aller Welt hat die Prag-Faszination in den vergangenen Jahren ebenfalls gepackt - Rucksackreisende und Pauschaltouristen, Schüler auf Klassenfahrt und Studienreisende. Eine echte Nebensaison gibt es nicht, auch im Winter hat man die Karlsbrücke fast nie für sich allein. Wer das berühmte Bauwerk dennoch in Ruhe genießen möchte, sollte frühmorgens oder aber am späten Nachmittag kommen. Das Gleiche gilt auch für das zweite Wahrzeichen der Stadt, die Prager Burg. Außerdem lohnt es sich, vom ausgetretenen Pfad des Königswegs (vom Pulverturm bis hoch zur Burg) abzubiegen, um die Atmosphäre des umliegenden Gassengewirrs ohne Touristenrummel genießen zu können.
Wem der Gang durch das „Museum unter freiem Himmel“ nicht reicht, dem stehen zahlreiche echte Museen offen - bis auf montags, denn an diesem Tag bleiben die meisten Ausstellungsräume geschlossen. Die Eintrittspreise liegen bei fast allen Häusern deutlich niedriger als in anderen Ländern. Dies ist nicht als Liebesbeweis an die Touristen zu verstehen, sondern als Rücksicht auf die kulturinteressierten, aber noch nicht auf Westniveau verdienenden Tschechen. Einige Museen bieten die Erklärungstexte zu den Kunstwerken leider nur in tschechischer Sprache an. In solchen Fällen lohnt sich die Begleitung durch einen Fremdenführer des Prager Informationsdienstes PIS (Staromestské námestí 1 | Tel. 236002569 | guides@pis.cz) oder anderer Organisationen.
Sehenswertes
Stadtviertel
Basilika St. GeorgDie rötliche Fassade der Basilika ist wenig einladend, aber im Innern entschädigen die spätbarocke Doppeltreppe und der romanische Chorraum. Der um 1150 nach einem Brand erneuerte Bau gilt als schönste romanische Kirche der Hauptstadt. Sie wurde 925 als Grabkirche der Großmutter des hl. Wenzel, der hl. Ludmila, geweiht. Ihre letzte Ruhestätte befindet sich in der Kapelle südlich des Chors. Vor der Krypta liegen die Gräber der Přemyslidenherrscher Vratislav (gestorben 921) und Boleslav II. (gestorben 999). Das Renaissance-Säulenportal aus dem 16. Jh. stammt von dem deutschen Baumeister Benedikt Ried. Auf der Empore der Basilika sind Reste der um 1200 entstandenen Deckenmalerei „Himmlisches Jerusalem“ zu sehen. Das benachbarte Benediktinerkloster wurde 973 gegründet. Es beherbergt heute die Dauerausstellung „Alte Kunst Böhmens“. | April-Okt. tgl. 9-18, Nov.- März 9-16 Uhr | Eintritt ab 100 Kč
Daliborka-TurmDer Turm war Teil einer spätgotischen Befestigung aus dem 15. Jh. und diente bis ins 18. Jh. als Gefängnis. Er trägt den Namen des ersten Häftlings, des Ritters Dalibor von Kozojedy. Der Anführer eines Bauernaufstands soll hier bis zu seiner Hinrichtung 1498 so schön Geige gespielt haben, dass täglich Zuhörer herbeieilten, um ihm zu lauschen und ihn mit Essen zu versorgen. Smetana nutzte vier Jahrhunderte später die Legende für seine Oper „Dalibor“. Das Werk wurde 1868 bei der Grundsteinlegung des Nationaltheaters gespielt. | April-Okt. tgl. 9-18, Nov.- März 9-16 Uhr | Eintritt ab 100 Kč
Goldmachergässchen/Zlatá UličkaDas Touristenamt hat in der schmalen Furt an manchen Tagen mehr Besucher gezählt als auf der Karlsbrücke. Um den Touristenstrom etwas zu drosseln, wird inzwischen zur Hauptöffnungszeit Eintritt kassiert. Tipp: Wer nach 16 Uhr (Nov.-März) bzw. 18 Uhr (April-Okt.) kommt, kann Prags berühmtestes Gässchen nicht nur umsonst, sondern auch ohne Gedränge besichtigen. Das einzige Gold, das hier je hergestellt wurde, waren wohl die Erzählungen von Franz Kafka. Er lebte 1916 für einige Monate in der viel besuchten Nr. 22. | April-Okt. tgl. 9-18, Nov.- März 9-16 Uhr | Eintritt ab 100 Kč
Königsgarten/Královská ZahradaDer renommierte Gartenmeister Francesco aus Italien legte das Areal 1534 nach dem Plan des Architekten Giovanni Spazio an. Es war der erste Garten italienischen Typs in Böhmen. Zwischen 1555 und 1558 erweiterten Prager Floristen das Gelände, das kurz darauf von Jan Vredeman de Vries im holländischen Stil umgestaltet wurde. In der zweiten Hälfte des 17. Jhs. erhielt der Garten seine gegenwärtige Gestalt als französischer Barockpark. Die Statue „Allegorie der Nacht“ vor dem Gebäude stammt vermutlich von Matthias Braun. Das Lustschloss Belveder am Ende des Gartens gilt als ein herrliches Beispiel italienischer Renaissance-Baukunst Mitte des 16. Jhs. König Ferdinand I. ließ es für seine Frau Anna errichten. | April-Mai u. Aug.-Okt. tgl. 10-18, Juni/Juli 9-21 Uhr | Straßenbahn 22, 23 Pražský hrad
Literaturmuseum/Strahovský KlášterWas schrieb Franz Kafka einen Tag vor seinem Tod an seine Eltern? Im „Museum des nationalen Schriftguts“ ruht dieser Brief von 1924 nebst Tausenden anderen Dokumenten - der Nachlass berühmter tschechischer Autoren wie Franz Kafka oder Egon Erwin Kisch dient in erster Linie literarischen Studien. Das Museum ist nur ein kleiner Teil des gewaltigen Prämonstratenserklosters. Der bedeutendste Raum ist sicher die Bibliothek mit ihren foliantengefüllten Barock-Bücherschränken, antiken Globen und atemberaubenden Deckenfresken. Trotz zahlreicher Kriegsschäden hat das mehrfach umgebaute Kloster nichts von seinem herben Charme verloren. Fürst Vladislav II. hatte es 1140 gegründet. Unweit des Areals bieten sich wunderschöne Blicke über Prag. | Tgl. 9-12 u. 13-17 Uhr | 80 Kč | Strahovské nádvoří 1 | www.strahovskyklaster.cz | Straßenbahn 22, 23 Pohořelec
Loreto-heiligtum/LoretaItalienische Besucher staunen meist über das zwischen 1626 und 1631 entstandene Areal - steht dasselbe Heiligtum nicht in der Nähe der Stadt Ancona? Richtig: Der Prager Komplex ist eine Nachbildung. Ursprünglich soll die „Casa Santa“ aber die Wohnung der Jungfrau Maria in Nazareth gewesen sein. Legenden zufolge trugen Engel das Haus aus Palästina in die Lorbeerplantage Loreto bei Ancona. Kein Wunder, dass die Fürstin Lobkowicz als (Nach-)Baumeister zwei Italiener wählte: Giovanni Orsi und Andrea Allio. Eindrucksvoll ist vor allem der zweistöckige Kreuzgang der Casa - die zweite Etage (1740) stammt von Kilian Ignaz Dientzenhofer. Er hatte 20 Jahre zuvor bereits die Front mit dem Glockenturm gebaut. Von dort erklingt zu jeder vollen Stunde das der Jungfrau Maria gewidmete Lied „Sei tausendmal gegrüßt“.
Nationalgalerie/Národní GalerieDas Sternberg-Palais, entstanden um das Jahr 1700 nach Entwürfen von Domenico Martinelli und Giovanni Battista Alliprandi, beherbergt eine Fülle von Werken deutscher, italienischer und flämischer Künstler. Höhepunkt ist das „Rosenkranzfest“, das Albrecht Dürer 1506 in Venedig malte. Der Künstler hat sich selbst auf dem Bild verewigt, das Kaiser Rudolf II. erwarb und zu Fuß über die Alpen nach Prag bringen ließ.
Neue Welt/Nový SvětGanz in der Nähe des Loreto-Heiligtums befindet sich dieses pittoreske Viertel aus dem 16. Jh. Das heutige Aussehen der Häuschen, in denen viele Maler ihre Ateliers haben, stammt aus dem 18. Jh. In der Goldenen Birne (Nr. 3) kehrten vor Jahrzehnten die einfachen Leute ein, heute ist das Restaurant etwas für gehobene Ansprüche. In der Nr. 1 wohnte um 1600 der dänische Astronom Tycho Brahe, der am Hof von Kaiser Rudolf II. angestellt war. Und für Insider: In der Neuen Welt befand sich in den 1960er-Jahren auch das kreative Hauptquartier von „Pan-Tau“-Regisseur Jindřich Polák. | Metro Hradčanská | Straßenbahn 22 Pohořelec
St.-Veits-DomDass die Burg nicht nur ein Zentrum weltlicher, sondern auch kirchlicher Macht ist, demonstrieren die 96 m hoch in den Himmel ragenden Doppeltürme des St-.Veits-Doms. Doch für das wohl atheistischste Volk Europas ist es alles andere als selbstverständlich, dass der gotische Sakralbau der katholischen Kirche gehört. Viele Tschechen sehen in dem Dom ein Nationalheiligtum. Schließlich liegt hier nicht nur der große böhmische König Karl IV. begraben, sondern auch die bedeutendsten seiner Nachfolger. Soll der Staat oder die Kirche das Gotteshaus besitzen? Der Rechtsstreit dauert an.
Vladislav-SaalMit 62 m Länge, 16 m Breite und 13 m Höhe nimmt der Vladislav-Saal (auch „Huldigungssaal“ genannt) den zweiten Stock des früheren Königspalasts komplett ein. Unter dem spätgotischen Gewölbe wurden früher die böhmischen Könige gewählt, und jeder Staatspräsident seit 1918 ließ sich hier vereidigen. So demokratisch ging es nicht immer zu: Im Mittelalter fanden im Vladislav-Saal Bankette und Turniere statt. Die Ritter kamen dann mit ihren Pferden die Reitertreppe mit den auffallend breiten und flachen Stufen herunter, die heute im Nordflügel den Ausgang bildet. In dem Raum direkt neben dem Saal befindet sich übrigens das berühmteste Fenster der Burg: Durch dasselbe wurden 1618 zwei habsburgische Statthalter hinunter in den Graben gestoßen. Der Fenstersturz löste den Dreißigjährigen Krieg zwischen zunächst Protestanten und Katholiken aus, der sich dann zum europäischen Machtkampf ausweitete. | April-Okt. tgl. 9-18, Nov.-März 9-16 Uhr | Eintritt ab 100 Kč
Apothekermuseum/Expozice Historických LékárenEhemalige Apotheke mit hübscher Dokumentation über den uralten Kampf gegen den Verfallsprozess des menschlichen Körpers. Ausgestellt sind historische Behälter und Instrumente zur Arzneiherstellung. | April-Sept. Di-So 11-18, Okt.-März 10-17 Uhr | 20 Kč | Nerudova 32 | Straßenbahn 12, 20, 22 Malostranské náměstí
Comenius-Museum/Pedagogické Muzeum J.A. KomenskéhoDas „Haus zur Goldenen Sonne“ (U zlatého slunce) ist dem Leben und Werk von Johann Amos Comenius (1592-1670) gewidmet. Der Pädagoge und Prediger wirkte als letzter Bischof der Böhmisch-Mährischen Brüder. Seine Lehre ist längst international anerkannt. | Di-So 10-12.30 u. 13-17 Uhr | 40 Kč | Valdštejnská 20 | Metro Malostranská
Franz-Kafka-MuseumIn den 2005 auf private Initiative hin eröffneten Schauräumen am Kleinseitner Moldauufer wird das Verhältnis des Schriftstellers zu seiner Heimatstadt Prag auf vielen Ebenen nachgezeichnet. Urheber der Ausstellung ist der argentinische Künstler Juan Insua, der aus Wort, Bild, Licht und Musik eine „infonische Gesamtheit“ schaffen wollte. | März-Dez. tgl. 10-18, Jan./Feb. 11-17 Uhr | 120 Kč | Cihelná 2b | www.kafkamuseum.cz | Metro Malostranská
KampaDie anmutige Halbinsel ist ein beliebter Ort für Spaziergänge. Von der Kleinseite trennt sie fast über die ganze Länge ein künstlicher Moldauarm, der Teufelsbach Čertovka. Er diente den lokalen Mühlen jahrhundertelang als Antrieb. Am nördlichen Ende des Bachs ragt das Prager Venedig (Pražské Benátky) hervor, eine Gruppe alter Häuser. Ursprünglich befanden sich auf der Kampa nur Parkanlagen, dann kamen immer mehr Mühlen hinzu. Die erste war im 13. Jh. die Sova-Mühle (Sovovy mlýny), die 2003 als Museum wieder eröffnet wurde. Die Bürgerhäuser auf der Kampa entstanden erst im 16. Jh. | Metro Malostranská
Maria-Siegreich-Kirche/Kostel Panny Marie VítěznéDas an Stelle einer Hussitenkirche ab 1611 entstandene Gotteshaus war der erste Barockbau seiner Art in Prag. Ursprünglich entstanden für deutsche Lutheraner, fiel die Kirche 1624 im Zuge der Gegenreformation an den katholischen Karmeliterorden. Weltweites Pilgerziel ist die Wachsfigur des Prager Jesuskindes, eine spanische Renaissancearbeit, die Polyxene von Lobkowitz 1628 der Kirche schenkte. | Mo-Sa 9.30-19, So 8.30-20 Uhr | Karmelitská 9 | Straßenbahn 12, 20, 22 Hellichova
Museum Kampa/Sovovy MlýnýDas 2003 eröffnete Museum der Exil-Tschechin Meda Mládková ist in einer renovierten Mühle aus dem 14. Jh. direkt an der Moldau untergebracht. Es beherbergt eine einzigartige Sammlung moderner Kunst aus Mitteleuropa, zum Beispiel von Otto Gutfreund und František Kupka, sowie Werke aus der kommunistischen Ära. Mit Restaurant und sehenswerter gläserner Aussichtsplattform. | Tgl. 10-18 Uhr | 120 Kč (Mo frei) | Halbinsel Kampa | Straßenbahn 9, 12, 20, 22 Újezd
Musikmuseum/České Muzeum HudbyIn dem atemberaubenden mehrstöckigen Barockpalais aus dem 17. Jh. werden Instrumente und Musikdokumente aus mehr als fünf Jahrhunderten präsentiert. Höhepunkt ist ein Stück Mozart-Orginalpartitur, kurios sind die sozialistischen Gitarrennachbauten. Die Abteilung „Mensch-Instrument-Musik“ ist in moderner audiovisueller Form gestaltet. Einen attraktiven Teil bildet auch die Sammlung historischer Tasteninstrumente. | Mi-Mo 10-18 Uhr | 150 Kč | Karmelitská 2 | Straßenbahn 12, 20, 22 Hellichova
Seminargarten/Seminářská ZahradaDer Garten wurde Mitte des 17. Jhs. für den Karmeliterorden bei der Maria-Siegreich-Kirche gegründet. Seinen heutigen Namen bekam er aber erst Ende des 18. Jhs., als er zum erzbischöflichen Seminar gehörte. Heute ist der Garten besonders im Frühjahr ein beliebter Ort für Spaziergänge. Sobald der Abhang üppig blüht, unternehmen Maler und Fotografen einen Generalangriff, Kinderwagen werden über den sorgsam geschnittenen Rasen geschoben, Hunde springen übereinander, und Jugendliche besetzen im süßen Rausch der ersten Liebe die Bänke. | Straßenbahn 12, 20, 22 Hellichova
St.-Niklas-Kirche/Chrám Sv. MikulášeAtemberaubend: In der St.-Niklas-Kirche (1703-56) fände der 60 m hohe Aussichtsturm des Petřínhügels locker Platz - so monumental entwarfen Vater und Sohn Dientzenhofer das barocke Gotteshaus auf der Kleinseite. Die Fassade (1710) ist das Hauptwerk des böhmischen Barocks. Als Johann Lukas Kracker 1760 das Fresko über dem 75 m hohen Hauptschiff malte, schauten Dutzende Prager täglich dabei zu. „Die Verherrlichung des hl. Nikolaus“ gehört mit 150 m² zu Europas größten Gemälden. Das Dreifaltigkeitsfresko in der Kuppel malte Franz Xaver Balko, die vier mächtigen Figuren darunter schuf der Rokokobildhauer Ignaz Platzer. Den fast 80 m hohen Glockenturm entwarf Anselmo Lurago. | März-Okt. tgl. 9-17, Nov.-Feb. 9-16 Uhr | 60 Kč | Malostranské náměstí | Metro Malostranská
Terrassengärten der Burg/Hradní Terasovité ZahradyParadiesisch an den Burghügel geschmiegt liegen die mit Brüstungen, Treppen und Brunnen verzierten Gärten der Adelsgeschlechter Ledebour, Fürstenberg und Kolowrat. Letzterer gilt als schönstes Areal der Kleinseite. Der Rokokogarten wurde um 1784 von Ignác Palliardi entworfen. Im dazugehörigen Palais hatte von 1923 bis zum Kriegsbeginn die demokratische tschechoslowakische Regierung ihren Sitz. Auch der Ledebour-Garten wurde von Palliardi entworfen (1787). Das hübsche Gelände wurde mithilfe einer Stiftung renoviert, zu deren Mitgliedern auch Expräsident Václav Havel und der britische Thronfolger Prinz Charles gehören. Der Architekt des Fürstenberg-Gartens ist nicht bekannt. Das Palais ist heute Sitz der polnischen Botschaft. | April/Mai u. Aug.-Okt. tgl 10-18, Juni/Juli 9-21 Uhr | 79 Kč | Valdštejnské náměstí 3 | Metro Malostranská
Waldstein-Reithalle/Valdštejnská JízdárnaIm geschmackvoll umgebauten ehemaligen Pferdestall der Adelsfamilie Waldstein (Wallenstein) zeigt die Nationalgalerie wechselnde Ausstellungen auf hohem Niveau. Das Besucherinteresse an diesem Museum im Park gleich neben der Metrostation Malostranská überschreitet gelegentlich die Aufnahmekapazität. | Di-So 10-18 Uhr | 150 Kč | Valdštejnská ulice | Metro Malostranská
Agneskloster/Anežský KlášterDas frühgotische Doppelkloster der Klarissinnen beherbergt mittelalterliche Kunst aus Böhmen und Mitteleuropa. Empfehlenswert sind vor allem die bibelfesten Werke von „Meister Theoderich“, dem bedeutenden gotischen Maler Böhmens, sowie Bilder des Hofmalers des sächsischen Kurfürsten, Lucas Cranach d. Ä., und dem Hauptmeister der „Donauschule“, Albrecht Altdorfer. Das im Volksmund „Böhmisches Assisi“ genannte Kloster wurde 1233 von König Wenzel I. gegründet. Erste Äbtissin war seine Schwester, die böhmische Prinzessin Agnes. | Di-So 10-18 Uhr | 100 Kč | U Milosrdných 17 | www.ngprague.cz | Metro Staroměstská
Alter jüdischer Friedhof/Starý Židovský HřbitovWas wie kunstvoll arrangiert aussieht, entstand aus purer Platznot: Weil auf dem jüdischen Friedhof Gräber nicht nach einer bestimmten Zeit „aufgehoben“ wurden, musste jahrhundertelang neue Erde aufgeschüttet werden. Als Ergebnis liegen die Toten hier in bis zu neun Schichten übereinander, und die Steine stehen dicht an dicht. Das bekannteste Grab des Friedhofs gehört dem 1609 gestorbenen Schöpfer des legendären Golems, Jehuda Liwa ben Bezallel, genannt Rabbi Löw. Das letzte Begräbnis fand hier nachweislich im Mai 1787 statt, aber wann das erste der schätzungsweise 200000 Gräber errichtet wurde, weiß niemand so genau. Der älteste der 12000 Steine stammt jedenfalls aus dem Jahr 1439. Wer das Grab von Franz Kafka sucht, wird es hier nicht finden - der Schriftsteller liegt auf dem neuen jüdischen Friedhof. | Široká 3 | 470 Kč (alle Synagogen u. alter Friedhof) | Metro Staroměstská
Altneusynagoge/Staronová SynagogaDie Altneusynagoge wurde um 1275 errichtet und ist die älteste gotische Synagoge Europas. In der zweischiffigen Halle beeindruckt vor allem die präzise Steinmetzarbeit, zum Beispiel am Eingangsportal mit seinen feinen Ornamenten. Der Legende nach haben Engel nach der Zerstörung Jerusalems Teile von Salomons Tempel hierher getragen. Auch der tönerne Golem des Rabbi Löw war hier zu Haus: Seine lehmigen Reste werden der Sage nach auf dem Dachboden aufbewahrt. Die mächtige Fahne im Gewölbe schenkte Kaiser Ferdinand II. den Juden für ihren tapferen Kampf gegen die Schweden 1648. | Červená 2 | 470 Kč (alle Synagogen u. alter Friedhof) | Metro Staroměstská
Altstädter Brückenturm/Staroměstská Mostecká VěžWo heute Touristen aus aller Welt flanieren, hielt 1648 eine Armee vornehmlich aus Studenten und Juden die Schweden auf und gab dem Dreißigjährigen Krieg eine entscheidende Wende. Beim Gefecht wurde der Zierrat an der Brückenseite des Turms zerstört. Trotzdem gilt die um 1391 nach Plänen von Peter Parler gebaute Steinsäule als Europas prachtvollster Brückenturm des Mittelalters. Die Wappen über dem Tor sollen die zehn Länder symbolisieren, die Karl IV. zum böhmischen Königreich vereinigte. Der „Eisvogel im Liebesknoten“ war das Zeichen König Wenzels IV., unter dessen Herrschaft die Arbeiten am Turm vollendet wurden. Im Kerkergewölbe sieht man heute noch Inschriften von Inhaftierten. | Mai-Sept. tgl. 10-22, Nov.-März 10-17, April u. Okt. 10-19 Uhr | 60 Kč | Karlův most | Metro Staroměstská
Altstädter Rathaus/Staroměstská RadniceWillkommen bei der „meistfotografierten Männergruppe seit den Beatles“. So jedenfalls nannte eine Prager Zeitung einmal die zwölf Apostelfiguren, die jede volle Stunde aus zwei unscheinbaren Luken des Rathausturms schauen. In Spitzenzeiten stehen Hunderte vor der Südseite des frühgotischen Hauses, um die Besuchersensation zu sehen. Apropos Zeit: Die filigrane Astronomische Uhr zeigt seit 1410 - mit störungsbedingten Unterbrechungen -, ob die Sterne günstig stehen. Umrahmt sind die Kalenderscheiben von den „vier größten Gefahren der Menschheit“, wie man sie einst sah: Der Tod droht mit der Sanduhr, die Eitelkeit kokettiert mit ihrem Spiegelbild, ein Türke droht mit weiteren Kriegen, ein Geizhals schüttelt einen prallen Beutel.
Altstädter Ring/Staroměstské NáměstíAuf Prags ältestem Platz wurden schon im 12. Jh. Waren umgeschlagen: Damals nannte man ihn „Großer Platz“ und handelte mit Gewürzen und Gemüse, Schmuck und Seide, Holz und Vieh. Zuvor mussten die Kaufleute jedoch im Hof hinter der Teynkirche einen Zoll zahlen, das „Ungelt“. So heißt der 1996 nach kostspieliger Renovierung eröffnete Platz noch heute. Und auch auf dem Altstädter Ring wird heute wieder mit allem Möglichen gehandelt. Bei dem, was Touristen angeboten wird, scheinen Qualität und Authentizität nicht gerade Bedingung zu sein. Schauplatz eines dramatischen historischen Ereignisses wurde war der Altstädter Ring 1621. Nachdem die böhmischen Stände die Schlacht am Weißen Berg verloren hatten, ließen die siegreichen katholischen Habsburger hier 27 protestantische Adelige hinrichten. Vor dem Rathausturm ins Pflaster eingelassene Kreuze erinnern an die Getöteten.
Čech-Brücke/Čechův MostDie elegante Jugendstilbrücke wurde 1906-08 nach Entwürfen des Ingenieurs Josef Soukup und des Architekten Jan Koula gebaut und verbindet die Altstadt mit dem Kai des Letná-Parks. Die Statue der Siegesgöttin Victoria stammt von Antonín Popp, der auch den imposanten Löwen auf dem Dach des Nationalbankgebäudes (Náměstí Republiky) schuf. Eindrucksvoll sind ebenfalls die Figuren der Fackelträger von Karel Opatrný. | Metro Staroměstská
Haus zur Schwarzen Madonna/U Černé Matky BožíDas erste kubistische Wohnhaus Europas, 1911 von Josef Gočár entworfen, beherbergt eine ständige Ausstellung des tschechischen Kubismus mit Möbeln, Gemälden und Architekturentwürfen 1911-19. Die barocke Muttergottesfigur in einer Ecke der Fassade gab dem Haus seinen Namen. | Di-So 10-18 Uhr | 100 Kč | Ovocný trh 19 | Metro Náměstí Republiky
Ježek-Museum/Památník Jaroslava JežkaDie ehemalige Wohnung des Komponisten Jaroslav Ježek (1906-42) ist Prags einziges Jazzmuseum und gleichzeitig das kleinste Museum der tschechischen Hauptstadt. Auf einer Fläche von nur 15 m² erinnern Konzertflügel, Schreibtisch und allerlei Gegenstände des täglichen Gebrauchs an den in Tschechien hochverehrten Musiker. Den Schlüssel zum „Blauen Zimmer“ hält eine benachbarte Musikstudentin bereit. Dieser Beiname des Museums hat nichts mit Blues oder Jazz zu tun, wie man vermuten könnte: Ježeks Augen waren so schlecht, dass ihm die blaue Farbe das Sehen erleichterte. | Nur Di 13-18 Uhr | 10 Kč | Kaprova 10 | Metro Staroměstská
Karlsbrücke/Karlův MostAuf der 10 m breiten und 520 m langen Brücke buhlen heute ukrainische Karikaturisten, tschechische Puppenspieler und amerikanische Gitarristen um die Aufmerksamkeit der Passanten. 400 Jahre lang war die auf 16 Pfeilern ruhende gotische Karlsbrücke die einzige Verbindung zwischen Altstadt und Kleinseite. Kaiser Karl IV. ließ sie 1357 unter der Aufsicht von Peter Parler bauen - mit blanker Brüstung: Erst zwischen 1657 und 1714 kamen die meisten der heute kaum wegzudenkenden Figuren hinzu. Die bekannteste Statue dürfte der hl. Nepomuk sein (von der Altstadtseite die achte Figur rechts, sie war 1683 eine der ersten auf der Brücke). Der Brückenheilige schützt auch in der böhmischen Provinz, in Schlesien, entlang der Elbe und in Bayern vor Hochwasser und Schiffsunglücken. Das Handauflegen am Relief im Pfeiler soll Glück bringen - die blank geriebene Stelle macht klar, wie viele Besucher das glauben. Zwischen dem sechsten und siebten Pfeiler rechts markiert ein Kreuz in der Brüstung den Ort, wo der Priester vor 600 Jahren von den Schergen des Königs Wenzel IV. in den Fluss gestürzt wurde. Er hatte sich trotz Folter an das Beichtgeheimnis gehalten. Die erste Figurengruppe der Karlsbrücke war 1657 übrigens die Kreuzigungsszene (dritte Statue rechts), die bisher letzte das Heiligenduo Kyrillos und Methodios (1938, fünfte Statue rechts).
Karlsuniversität/Univerzita KarlovaAuch 650 Jahre nach ihrer Gründung hat die Lehranstalt noch einen klingenden Namen. Karl IV. gründete sie am 7. April 1348 als erste mitteleuropäische Universität. Studenten mussten jedoch zunächst auf einen Campus verzichten, denn als Hörsaal dienten den vier Fakultäten Klöster und Kirchen - die größten Gebäude damals. Erst 1383 schenkte Wenzel IV. dem Collegium Carolinum das gotische Haus des Münzmeisters Johlin Rothlev. Nach der Barockisierung der Fassade durch František M. Kaňka 1718 wurde später auch die imposante Aula im ersten Stock umgestaltet. Der dort hängende Wandteppich „Karl IV. kniet vor dem hl. Wenzel“ stammt von Václav Sychra (1947). Die Deckenvorhänge mit den Wappen der böhmischen Länder haben übrigens nicht nur optische Funktion: Sie wurden zur Verbesserung der Akustik angebracht. Die verschiedenfarbigen Steine an der Fassade des Karolinums wurden nach und nach bei Renovierungen eingefügt. So sollen neue und alte Bausubstanz deutlich gemacht werden. | Ovocný trh 5 | Metro Můstek
Klausen-Synagoge/Klausova SynagogaIm Barockbau aus dem 17. Jh. befindet sich eine Dauerausstellung über jüdische Traditionen, Gewohnheiten und Feiertage mit seltenen hebräischen Drucken. | U starého hřbitová 1 | 470 Kč (alle Synagogen u. alter Friedhof) | Metro Staroměstská
Kunstgewerbemuseum/Uměleckoprůmyslové MuzeumDie größte Glassammlung der Welt ist hier zu besichtigen: insgesamt mehr als 16000 Exponate aus Glas, Porzellan und Keramik, außerdem eine Abteilung mit Uhren und Messgeräten sowie mit kubistischen Möbeln. An der Fassade symbolisieren Reliefs verschiedene Handwerke. Für das Gebäude musste Ende des 19. Jhs. ein Teil des jüdischen Friedhofs nebenan weichen. | Mi-So 10-18, Di 10-19 Uhr | 120 kč | Ulice 17 listopadu 2 | Metro Staroměstská
Maisel-Synagoge/Maiselova SynagogaDie einst größte Prager Synagoge ließ Mordechaj Maisel Ende des 16. Jhs. bauen. Nach einem Brand 1689 wurde sie verkleinert und zu Beginn des 19. Jhs. neugotisch umgebaut. In ihr ist der Silberschatz aus vielen böhmischen Synagogen untergebracht. | Maiselova 10 | 470 Kč (alle Synagogen u. alter Friedhof) | Metro Staroměstská
Pinkas-Synagoge/Pinkasova SynagogaDie künstlerisch wertvollste Synagoge Prags wurde um 1530 von Aaron Meshullam Horowitz erbaut. Der spätgotische Bau wurde im 17. Jh. um den Vorraum und die Frauengalerie erweitert. An den Wänden der Synagoge stehen die Namen der zwischen 1939 und 1945 ermordeten 77297 Juden aus Böhmen und Mähren - ein erschütterndes Dokument. Eine Ausstellung zeigt Tagebücher, Briefe, Gedichte und Zeichnungen aus dem KZ Theresienstadt. | Široká 3 | 470 Kč (alle Synagogen u. alter Friedhof) | Metro Staroměstská
Pulverturm/Prašná BránaDie Bauzeit ist rekordverdächtig: Der gotische Turm war 1475 begonnen, aber erst 400 Jahre später beendet worden. 1484 brach man die Arbeiten an dem Repräsentationsobjekt ab, weil der damalige König Vladislav seinen Amtssitz von der Altstadt in die Burg verlegte. Der 65 m hohe Turm erhielt ein provisorisches Dach und diente Ende des 17. Jhs. als Schwarzpulverlager (daher der Name). Erst 1886 wurde bei einer Restaurierung ein Walmdach montiert. | April-Okt. tgl. 10-18 Uhr | 50 Kč | Celetná | Metro Náměstí Republiky
Repräsentationshaus/Obecní DůmDas atemberaubende Beispiel tschechischer Sezessionsarchitektur wäre ohne den Wechsel des Amtssitzes von König Vladislav kaum gebaut worden. Auf dem ehemaligen Königshof, der weitgehend brachlag, entstand das Repräsentationshaus (1906-11) mit dem halbkreisförmigen Mosaik „Huldigung für Prag“ von Karel Špillar über dem Haupteingang. Im Smetana-Konzertsaal gastiert alljährlich das renommierte Musikfestival „Prager Frühling“. Außerdem befinden sich im Repre, wie das Repräsentationshaus im Sprachgebrauch der Prager heißt, noch fünf weitere Säle, zwei Restaurants und ein Café. Die Renovierung des Obecní dům (was auf Deutsch eigentlich „Gemeindehaus“ bedeutet) in den Jahren 1995-97 kostete etwa 60 Mio. Euro.
RudolfinumWenn das Repräsentationshaus einen Smetana-Saal hat, darf im Rudolfinum (1876-84) eine Huldigung an das zweite tschechische Musikgenie nicht fehlen. Im Haus der Künstler (wie der Neorenaissancebau mit offiziellem Beinamen heißt) führt eine eindrucksvolle Säulenhalle zum Dvořák-Konzertsaal. Am Entwurf der Architekten Josef Schulz und Josef Zítek ist außerdem die mondäne Freitreppe bemerkenswert - sie diente bereits bei zahlreichen TV-Werbespots als Hintergrund. Das nicht nach dem Kaiser, sondern dem späteren Kronprinzen Rudolf benannte Haus, das von Antonín Dvořák feierlich eröffnet worden war, beherbergte auch für kurze Zeit das Parlament. Interessante Wechselausstellungen finden in der Galerie statt, außerdem kulturelle Veranstaltungen. | Di-So 10-18 Uhr | Alšovo nábřeží 12 | 100 Kč | www.galerierudolfinum.cz | Metro Staroměstská
Smetana-Museum/Muzeum Bedřicha SmetanyGeeigneter Platz für den Komponisten der berühmten „Moldau“, Bedřich Smetana (1824-94): Das Museum ist direkt über dem Fluss angesiedelt und enthält Originalhandschriften und Korrespondenz des Begründers der tschechischen Nationalmusik. Daneben zeigt das mehrmals renovierte Haus das Klavier Bedřich Smetanas und zahlreiche Kostüme aus seinen Opern (z. B. aus „Die verkaufte Braut“). Der sechsteilige sinfonische Zyklus „Mein Vaterland“, der „Die Moldau“ enthält, entstand um 1874 - Smetana war da bereits fast taub. | Mi-Mo 10-12 u. 12.30-17 Uhr | 50 Kč | Novotného lávka 1 | Metro Staroměstská
Ständetheater/Stavovské DivadloDas klassizistische Gebäude war eine Auftragsarbeit von Graf Franz Anton Nostitz-Rieneck und wurde zwischen 1781 und 1783 nach Entwürfen von Anton Haffenecker gebaut. Als „Nostitz-Theater“ wurde es mit Gott-hold Ephraim Lessings „Emilia Galotti“ eröffnet. Die erste Vorstellung in tschechischer Sprache fand 1785 statt, bevor Mozart hier seinen „Don Giovanni“ am 29. Okt. 1787 dirigierte. Der Meister hatte sich im Vorjahr mit „Figaros Hochzeit“ in die Herzen der Prager gespielt. Damals trug das Haus noch nicht seinen jetzigen Namen: Die böhmischen Stände übernahmen erst 1799 die Leitung. Später wirkte hier Carl Maria von Weber als Direktor, Clara Schumann und Richard Wagner gaben Konzerte. Von 1945 bis 1991 hieß das Haus „Tyl-Theater“ nach dem Mitautor der Nationalhymne, Josef Kajetán Tyl (1808-56). Sein Lied „Kde domov můj?“ (Wo ist meine Heimat?) wurde hier zum ersten Mal gespielt. | Ovocný trh 1 | Metro Můstek
Teynkirche/Matka Boží Před TýnemDas Prachtstück böhmischer Gotik (1365-1511) mit seinen 80 m hohen Türmen beherrscht den Altstädter Ring. Der kräftigere rechte Turm (genannt „Adam“) spendet dem schlankeren („Eva“) im Sommer Schatten und senkt so die Innentemperatur - das war wichtig in Zeiten, in denen „Eva“ als Lager für leicht Verderbliches diente. Die Marienstatue kam erst im 17. Jh. an die Fassade, zuvor prangte hier ein riesiger Kelch - das Zeichen der Hussiten, die das Abendmahl mit Brot und Wein zelebrierten. Nach ihrer Niederlage 1620 wurde der Kelch eingeschmolzen und zum Formen der Madonna benutzt.
Wachsfigurenmuseum/Muzeum Voskových FigurínFranz Kafka, Fidel Castro, Karel Gott: Insgesamt rund 50 mehr oder weniger berühmte, in manchen Fällen auch berüchtigte Persönlichkeiten der tschechischen, aber ebenso der internationalen Geschichte sind hier in vier Sälen ausgestellt. | Tgl. 9-20 Uhr | 120 Kč | Melantrichova 5 | Metro Můstek
Biermuseum/Pivovarské MuzeumIn der ehemaligen Mälzerei des berühmten Lokals U Fleků wird die Geschichte des Bierherstellens anschaulich dargestellt. Fachkundige Führer erläutern auch die Funktionen der ausgestellten Gegenstände. | Mo-Fr 10-16 Uhr, Sa-So nur für Restaurantgäste | 50 Kč | Tel. 224930119 | Křemencova 11 | Metro Národní třída
Dvořák-Museum/Muzeum Antonína DvořákaAuch architektonisch ist das Museum des Nationalkomponisten Antonín Dvořák (1841-1904) einen Besuch wert: Das barocke Lustschloss wurde 1712 von Kilian Ignaz Dientzenhofer für Graf Michna entworfen. Den Namen „Amerika“ trägt die Villa in Erinnerung an den mehrjährigen Aufenthalt Dvořáks in New York, wo er zwischen 1892 und 1895 künstlerischer Leiter des Konservatoriums war und seine 9. Symphonie „Aus der Neuen Welt“ komponierte. Das Museum zeigt das rekonstruierte Arbeitszimmer Dvořáks. | April-Sept. Di-So 10-13.30 u. 14-17.30, Nov.- März 9.30-13.30 u. 14-17 Uhr | 50 Kč | Ke Karlovu 20 | Metro I. P. Pavlova
Franziskanergarten/Františkánská ZahradaZahlreiche Bänke und Spazierwege bieten in unmittelbarer Nähe des hektischen Wenzelsplatzes, von dem eine Passage hierherführt, eine Insel der Ruhe im Häusermeer. Zuvor war der Platz für manche ein Ort der ewigen Ruhe: Ein Teil des Gartens entstand auf dem früheren Friedhof des Franziskanerordens. Eine entsprechende Verwandlung machte die Hütte durch, die inmitten der Beete steht: Sie war zunächst eine Leichenhalle, dann wurde sie zum Gartenhaus. Im Laufe der Jahre wurde das vorbildlich gepflegte Gelände mit ungewöhnlichen Kunstwerken ergänzt: Während eine Kinderfigur namens David sich am Wasser labt, laufen auf einem anderen Sockel drei weibliche Fabelwesen geheimnisvoll umher. | Jungmannovo náměstí | Metro Můstek
Kirche Maria Schnee/Kostel Panny Marie SněžnéKarl IV. ließ auch Gotteshäuser errichten. Eines davon ist die Kirche Maria Schnee, mit deren Bau 1347 begonnen wurde. Nach dem Willen des Kaisers sollte sie als Krönungskirche dienen, dementsprechend ehrgeizig angelegt war der ursprüngliche Plan - sollte sie doch den Veitsdom an Größe übertreffen. Die Arbeiten wurden wegen der Hussitenkriege unterbrochen und im 17. Jh. mit Renaissance-Umbauten kurz wieder aufgenommen. Mit einer Schiffhöhe von 33 m ist die Maria-Schnee-Kirche der höchste gotische Kirchenbau der Hauptstadt. Im Inneren steht auf dem größten Altar Prags das Gemälde „Mariä Verkündigung“ (1724) von Václav Vavřinec Reiner. | Tgl. 7-19 Uhr | Jungmannovo náměstí | Metro Můstek
Kommunismusmuseum/Muzeum KomunismuDas Sylva-Taroucca-Palais diente vor der politischen Wende dem sozialistischen „Verein des Schulwesens“. Seit 2001 erinnern in dem barocken, von Kilian Ignaz Dientzenhofer um 1740 entworfenen Gebäude unter anderem Lenin-Büsten und Plakate zur Maiparade an die Zeit zwischen 1948 und 1989 in der ČSSR. Die populärwissenschaftliche Sammlung des US-Amerikaners Glenn Spicker ist nach einem ähnlichen Haus in Lettland das zweite Kommunismusmuseum im ehemaligen Ostblock. | Tgl. 9-21 Uhr | 180 Kč | Na příkopě 10 | www.muzeumkomunismu.cz | Metro Můstek
Laterna magika/Nová scénaJahrzehntelang war in Prag gestritten worden, wie die Baulücke neben dem grandiosen Nationaltheater gefüllt werden soll. Erst 1977 begann man mit dem Bau der Glasfassade, einem kühnen Entwurf von Karel Prager. Innen ist das Gebäude mit grünen Marmorplatten aus Kuba verziert. Der schlichte Zuschauersaal wendet sich wie ein Amphitheater der Bühne zu. Nach der Beendigung des Baus 1983 wirkte hier zunächst die Nová scená (Neue Bühne). Später zog die Laterna magika aus dem Palais Adria hierher. In den Vorstellungen ergänzt sie die Pantomimeeffekte des klassischen Schwarzlichttheaters mit Videotechnik. Da die Stücke sehr beliebt sind, ist das Haus oft ausverkauft. Interessenten sollten also früh eine Karte kaufen. | Národní třída 4 | Tel. 224931482 | www.laterna.cz | Metro Národní třída
Mucha-Museum1998 eingerichtetes Museum für den vielseitigen Jugendstilkünstler Alfons Mucha (1860-1939). Unter den 100 Exponaten befinden sich viele grafische Arbeiten (z. B. Plakate für die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt) sowie Gemälde mit Szenen aus der slawischen Geschichte. | März-Dez. tgl. 10-18, Jan./Feb. 11-17 Uhr | 120 Kč | Panská 7 | Metro Můstek
Museum des Widerstands/Památník HrdinůIn der Gruft der Kyrillos-und-Methodios-Kirche lieferten sich im Juni 1942 Widerstandskämpfer nach dem Attentat auf den hohen NS-Funktionär Reinhard Heydrich einen heldenhaften Kampf mit der Waffen-SS. Eine karge Ausstellung legt ohne falsches Pathos Zeugnis ab von der blutigen Tragödie. | April-Okt. Di-So 10-17, Nov.-März 10-16 Uhr | 50 Kč | Resslova 9 | Metro Karlovo náměstí
Nationalmuseum/Národní MuzeumAlles, was das tschechische Herz höher schlagen lässt: In den Seitenflügeln befinden sich umfangreiche ethnografische, archäologische und naturwissenschaftliche Sammlungen, darunter die größte Mineraliensammlung Europas. Ebenso bemerkenswert sind die Bibliothek (über 3,5 Mio. Bände) und die Münzsammlung. In der Mitte des um 1890 erbauten Museums ehrt ein zweistöckiges Pantheon verdiente Tschechen mit bronzenen Statuen. Vorbild für die Neorenaissancefassade war der Louvre in Paris. | Mai-Sept. tgl. 10-18, Okt.-April 9-17 Uhr, jeden ersten Di im Monat geschl. | 120 Kč | Václavské náměstí 68 | www.nm.cz | Metro Muzeum
Nationaltheater/Národní DivadloDas Neorenaissancegebäude wurde ab 1868 an der Stelle des Prager Salzlagers errichtet. Landesweit sammelten Sendboten damals Geld von der Bevölkerung, um den Bau nach Entwürfen von Josef Zítek zu vollenden. Doch kurz nach der Eröffnung (mit Bedřich Smetanas „Libuše“) legte ein Feuer das Theater am 12. Aug. 1881 in Schutt und Asche. Der Wiederaufbau wurde zur nationalen Pflicht erklärt, und die Tschechen brauchten nur sechs Wochen, um das Unglaubliche Wirklichkeit werden zu lassen: Freizügig spendeten die Menschen genug Geld für einen Neubau. Am 18. Nov. 1883 wurde das Theater nach einem Projekt von Josef Schulz umso feierlicher eingeweiht. An der Ausstattung beteiligten sich die besten Künstler - der geniale Festvorhang über der Bühne stammt von Václav Hynais. | Národní třída 2 | Tel. 224901448 | www.narodni-divadlo.cz | Metro Národní třída
Staatsoper/Státní OperaDurch die Stadtautobahn vom Zentrum abgeschnitten, steht die Staatsoper neoklassizistisch zwischen Jugendstil-Hauptbahnhof und dem funktionalistischen Parlamentsgebäude aus den 1970er-Jahren. Bis 1885 stand hier das hölzerne „Neustädter Theater“, dann wurde drei Jahre später (mit der urdeutschen Wagner-Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“) das „Deutsche Theater“ eröffnet. Den Entwurf für das Gebäude hatten die Wiener Architekten Ferdinand Fellner und Herrmann Helmer geliefert. Später änderte die Bühne ihren Namen in „Neues Deutsches Theater“ und „Smetana-Theater“. Seit 1992 heißt der reich verzierte Bau, in dem Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ zwischen 1888 und 1938 mehr als fünfzig Mal aufgeführt wurde, klangvoll „Staatsoper“. Vom deutschen Hintergrund des Hauses zeugt auch die Fassade: Neben dem Dionysoswagen und der Muse Thalia befinden sich Porträts der deutschen Dichtergrößen Goethe und Schiller. | Wilsonova 4 | Tel. 224227266 | www.opera.cz | Metro Muzeum
Tanzendes Haus/Tančící DůmDer amerikanische Architekt Frank O. Gehry und sein slowenischer Kollege Vlado Milunic füllten 1996 die Lücke, die eine Fliegerbombe im Zweiten Weltkrieg in die Häuserreihe gerissen hatte, mit einem kühnen Entwurf. Und die Prager mögen ihn: Schon kurz nach dem Richtfest erhielten die beschwingten Säulen den Kosenamen „Ginger & Fred“ - nach Hollywoods furiosem Tanzduo Ginger Rogers und Fred Astaire. Gekrönt wird das Gebäude durch eine Kugel aus Lochblech. Die an die Fassade gemalten Kurven versinnbildlichen die Moldauwellen. Im gleich nebenan stehenden Haus (Nummer 78) wohnte lange Zeit ein berühmter Bürgerrechtler: Václav Havel. | Rašínovo nábřeží 80 | Metro Karlovo náměstí
VyšehradNur am Wochenende trifft man auf dem bizarren Moldaufelsen viele Spaziergänger, die meisten Pragbesucher meiden Vyšehrad. Zu ihrem eigenen Schaden, denn von der Peter-und-Paul-Kirche hat man einen schönen Blick über die Stadt. Auf diesem Hügel orakelte um 725 die Fürstin Libuše, Stammmutter der Přemyslidendynastie, der Stadt einen „Ruhm, der bis zu den Sternen reicht“. Später stand hier die Siedlung böhmischer Fürsten. Die erste Burg, von der unter anderem noch die romanische Martinsrotunde zu sehen ist, wurde im 15. Jh. während der Hussitenkriege zerstört. Die Rotunde aus dem 12. Jh. ist eines der ältesten Bauwerke Prags. In der Nähe führt ein Tor zu einem unterirdischen Lager, in dem zahlreiche Originalstatuen der tschechischen Hauptstadt vor dem Zerfall geschützt werden.
Wenzelsplatz/Václavské NáměstíEin Boulevard der Eiligen, der Schlendernden, der Verliebten, der Erlebnishungrigen, der Taschen- und der Tagediebe: Das ist der Wenzelsplatz heute. Er beherbergt zwei Metrostationen, zehn Wechselstuben, zahlreiche Büros, Geschäfte und Restaurants, dabei hatte ihn Karl IV. 1348 lediglich als Rossmarkt vor den Toren der Altstadt gegründet. 500 Jahre später unterlagen die Böhmen hier in einem Streit den Habsburgern. Zum Trotz gaben sie dem 750m langen und 60m breiten Ort den Namen des Landespatrons Wenzel. Er steht als Bronzedenkmal am oberen Ende des Platzes, vor dem gewaltigen Gebäude des Nationalmuseums. Flankenschutz geben der Reiterfigur die Statuen der Landesheiligen Agnes, Ludmila, Prokop und Adalbert (Vojtěch). In der Nähe des Denkmals verbrannte sich der Student Jan Palach am 16. Januar 1969 aus Protest gegen die Lethargie des Volks nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten (Gedenkstätte im Pflaster vor dem Nationalmuseum).
HolešoviceDer im Moldaubogen gelegene Stadtteil ist eines der beliebtesten Wohnviertel Prags. Das liegt auch an den beiden Parkanlagen:
SmíchovIn dem früheren Arbeiterviertel hat Staropramen, die größte Brauerei der Hauptstadt, ihren Sitz. In der Braustube neben dem Besucherzentrum kann man ein frisch gezapftes pivo zu deftiger böhmischer Küche kosten.
Weinberge/Vinohrady & ŽižkovVinohrady ist mit seinen großzügigen, oft edel renovierten Altbauten eines der teuersten und vor allem bei Ausländern beliebten Wohnviertel.
Essen und Trinken
Deftig böhmisch oder international
Kein kulinarisches Paradies, aber mehr als Knödel - in der Goldenen Stadt ist Kreativität oft der größte Küchenmeister
Zwar haben die Spezialitäten der Welt längst in Prag Einzug gehalten, doch sehen sich viele Restaurants als ewige Bastion der böhmischen Küche: An der Moldau wird meist deftig gegessen, und die Prager sind mit Fleisch, Knödeln und Kraut (vepřo-knedlo-zelo) oder Lendenbraten (svíčkova) immer noch zufrieden.
Man muss ein wenig suchen und ein wenig mehr bezahlen, wenn man frischen Salat oder Gemüse auf den Teller bekommen will. Wer sichergehen will, sollte rechtzeitig reservieren und besser bis 21 Uhr das Menü bestellen - in Prag schließen viele Küchen früh. Das Zusammenschieben von Tischen ist ebenso wie getrenntes Zahlen nicht überall üblich.
Prager Bierexperten schwören, dass die Kneipenbesitzer im Zentrum zwar die Zapfleitungen sauber halten, dafür aber in den Spelunken der Vorstadt der Gerstensaft besser schmeckt. „Die Krone macht das Bier“, sagt man hier und macht den Test: Bleibt eine 50-Heller-Münze auf dem Schaum liegen, versteht der Wirt sein Handwerk. „Wo andere Städte Grundwasser haben, hat Prag Bier“, bemerkte einmal der Schriftsteller Bohumil Hrabal. Tatsächlich drehen sich in der Hauptstadt viele Gespräche um die Frage, welcher Brauerei man den Vorzug gibt. Grundsätzlich entscheidet die Stammwürze (nicht zu verwechseln mit dem Alkoholgehalt) über den Geschmack: Zehngradiges Bier ähnelt dem Pils, zwölfgradiges ist herb und mancherorts stark wie Bockbier. Die Bedienungen in Prager Kneipen sind von der Qualität ihres Ausschanks so überzeugt, dass sie in den meisten Fällen die Gäste gar nicht fragen - sie stellen einfach einen neuen halben Liter hin, wenn der alte zur Neige zu gehen droht. Gibt es ein größeres Kompliment?
Essen und Trinken
Cafés
Café Obecní důmIn dem wunderschönen Café des Repräsentationshauses - oder bei schönem Wetter auch draußen - sitzen Prager Snobs neben Pauschaltouristen und Liebespaare neben Rentnern. Besonders empfehlenswert ist die Kühltheke mit ihrem fantastischen Kuchenangebot. | Tgl. 7.30-23 Uhr | náměsti Republiky 1 | Metro Náměstí Republiky
EvropaMärchenhaftes Jugendstilcafé im gleichnamigen Grandhotel mit Lüstern und Klaviermusik. Manchmal träumen allerdings nicht nur die Gäste, sondern auch die schläfrigen Kellner. Die Besucherliste des Hauses reicht von Václav Havel bis zu bulgarischen Mafiapaten, eine Terrasse ist im Sommer auch vorhanden. | Tgl. 7-24 Uhr | Václavské náměstí 29 | Metro Můstek
Grand Café PrahaDas Café ist geschmackvoll eingerichtet und lädt zum Zeitunglesen ein. Unschlagbar ist ein Platz am Fenster: Zu jeder vollen Stunde rollen die Apostel der Astronomischen Uhr zum Greifen nahe vorbei. | Tgl. 8-22 Uhr | Staroměstské náměstí 22 | Metro Můstek
Le PatioWarme Farben, schöne Möbel: Innenarchitekt Oto Bláha hat das Café in nordafrikanischem Stil gestaltet. Am Wochenende kann man bis 14.30 Uhr frühstücken. | Mo-Fr 8-23, Sa/So 10-23 Uhr | Národní třída 22 | Metro Národní třída
LouvreDas einst als „Kontakthof“ verrufende Art-déco-Café hat in den letzten Jahren deutlich an Niveau gewonnen. Wenn die Frühschicht in Form ist, schmeckt das Frühstück weltmeisterlich. Für Verdruss sorgt gelegentlich der Geräuschpegel, denn bei Besucherandrang wirkt der Hauptraum wie ein Schalltrichter. | Mo-Fr 8-23.30, Sa/So 9-23.30 Uhr | Národní třída 20 | Metro Národní třída
MontmartreGemütliches Café mit Wohnzimmeratmosphäre, das trotz seiner Nähe zum Königsweg kein Touristennepp ist. Die ehemalige Kabarettbühne zählte einst Franz Kafka, Egon Erwin Kisch und Jaroslav Hašek zu ihren Stammgästen. Guter Kaffee, frisch gezapftes Bier, niedrige Preise, aber nur kleine Snacks zum Essen. | Tgl. 8-23, Sa/So 12-23 Uhr | Řetězová 7 | Metro Staroměstská
NostressNomen est omen: modern, aber gemütlich eingerichtetes Café zum Ausspannen, das sich abends in eine Cocktailbar verwandelt. Mittags gibt es hier auch günstige Menüangebote. | Tgl. 10-24 Uhr | Dušní 10 | Metro Staroměstská
SavoySehen und gesehen werden könnte in diesem Kaffeehaus das Motto lauten. In dem hohen Raum mit der Stuckdecke und der großen Fensterfront tranken einst Literaten ihren Kaffee, heute sind es vor allem gut betuchte Prager. Tolle Kuchenauswahl. | Mo-Fr 8-22.30, Sa/So 9-22.30 Uhr | Vítězná 5 | Straßenbahn 9, 12, 20, 22 Újezd
SlaviaGenießen Sie den traumhaften Blick auf Moldau, Burg und Karlsbrücke. Nach der Wiedereröffnung 1997 haben viele das neue Chromkleid des legendären Traditionscafés nicht akzeptiert. Wer am Fenster sitzt, tut es nicht wegen der Aussicht, sondern will in erster Linie gesehen werden. | Tgl. 8-23 Uhr | Národní třída 1 | Straßenbahn 9, 18, 22 Národní divadlo
Essen und Trinken
Eiscafés
Cremeria MilanoAuf Prags Luxusmeile, der Pariser Straße, ist alles vom Feinsten - so auch diese hausgemachten Eisspezialitäten. | Tgl. 9-23 Uhr | Pařížská 20 | Metro Staroměstská
SvětozorIn dem von der Prager Jugend geschätzten Eissalon gehts zu wie in einem Taubenschlag. Von dem modernen Laden in einer Passage am Wenzelsplatz kann man mit der Eistüte in den Franziskanergarten spazieren. | Mo-Sa 9-20, So 11-20 Uhr | Vodičkova 39 | Metro Můstek
Essen und Trinken
Restaurants Kategorie gehoben
Hergetova cihelna/Hergets ZiegeleiWer sich einen der rund 150 Plätze auf der Terrasse der umgebauten Ziegelei aus dem 18. Jh. reserviert, hat einen herrlichen Blick auf die Karlsbrücke und das Altstadtufer. Sehr gutes Essen (böhmisch, italienisch und asiatisch). | Tgl. 11.30-1 Uhr | Cihelná 2 b | Tel. 800152672 | Metro Malostranská
Nebozízek/BohrerDas Delikatessenlokal liegt neben der Standseilbahn zum Petřín-Hügel. Terrasse mit traumhafter Sicht. Reservierung empfehlenswert. | Tgl. 11-23 Uhr | Petřínské sady 411 | Tel. 257315329 | Seilbahn ab Straßenbahnstation Újezd (z. B. von Metrostation Národní třída - Linie B)
La Perle de PragueIm 7. Stock des Tanzenden Hauses gelegen ist die „Perle“ wohl das Prager Restaurant mit der grandiosesten Aussicht. Zu dieser wird französische und moderne böhmische Küche serviert - zu recht stolzen Preisen: Hauptgerichte um 25 Euro. | Tgl. 19-23, Di-Sa auch 12-14 Uhr | Rašínovo nábřeží 80 | Tel. 221984160 | Metro Karlovo náměstí
Palffy PalácKerzenlicht, Klaviermusik und taktvolle Kellner - dies ist der richtige Ort für ein intimes Abendessen zu zweit. Reservieren nicht vergessen! | Tgl. 11-23 Uhr | Valdštejnská 14 | Tel. 257530522 | Metro Malostranská
U zlaté hrušky/Zur Goldenen BirneLuxusrestaurant hinter der Burg mit gemütlichem Gartenbetrieb (Terrasse). | Tgl. 11-23.30 Uhr | Nový svět 3 | Tel. 220514778 | Straßenbahn 22, 23 Pohořelec
V zátiší/StilllebenDas Edelrestaurant war eine der ersten Feinschmeckeradressen im Nachwende-Prag. Modernes Innendesign, das u. a. einen Blick in das Küchenreich des französischen Chefkochs ermöglicht. Internationale Küche. | Tgl. 12-15 u. 17.30-23 Uhr | Liliová 1 | Tel. 222221155 | Metro Národní třída
Essen und Trinken
Restaurants Kategorie standard
AmbienteAlles, was die italienische Küche an Teigwaren hergibt - das Motto lautet „Essen und gesehen werden“. Die Szene streitet ständig, ob das Lokal gerade in oder out ist. Wer nicht reserviert, hat viel Zeit, im Stehen darüber nachzudenken. | Mo-Fr 11-24, Sa/So 12-24 Uhr | Mánesova 59 | Tel. 222727851 | Metro Jiřího z Poděbrad
Letenský zámeček/Letná-SchlösschenIm Schlösschen auf dem Moldauhügel kommen beide auf ihre Rechnung: im unteren Restaurant der Gourmand, in der Feinschmeckerabteilung oben der Gourmet. Im Sommer ragt ein lauschiger Biergarten in den Letná-Park, der sich auch im Winter zum Verdauungsspaziergang eignet. | Tgl. 11-23 Uhr | Letenské sady 341 | Tel. 233378200 | Straßenbahn 1, 8, 25, 26 Letenské náměstí
Lví dvůr/LöwenhofDas 1583 errichtete Gebäude steht unmittelbar vor dem Eingang zur Burg. Früher wurden hier im Hof Löwen gehalten, heute wird ein „Prager Ferkel“ (pražské selátko) serviert, die Spezialität der Küche. Darüber hinaus bietet das vornehme Haus unter anderem Steaks, vegetarische Speisen und erlesene Weine. | Tgl. 11-24 Uhr | U Pražného mostu 6/51 | Tel. 224372361 | Straßenbahn 22, 23 Pražský hrad
Potrefená husa/Angeschossene GansDurchgestyltes Bar-Restaurant im Keller eines kubistischen Hauses. Wer sich vom relativ hohen Lautstärkepegel und den flimmernden TV-Bildschirmen nicht stören lässt, kann hier wirklich gut essen: von kleinen, köstlichen Snacks bis zur außen knusprigen, innen saftigen Gans mit Kraut und Speckknödel. | Tgl. 11-24 Uhr | Bílková 5 | Tel. 222326626 | Metro Staroměstská | tgl. 11.30-1 Uhr | Resslova 1 | Tel. 224918691 | Metro Karlovo náměstí und in der Neustadt | tgl. 11.30-1 Uhr | Resslova 1 | Tel. 224918691 | Metro Karlovo náměstí
Tower PrahaWie wäre es heute mit „Tigercrevetten Pesto“ in 66 m Höhe? Vielen Besuchern des Tower Praha reicht allerdings schon eine Tasse Kaffee, um den Augenschmaus vom Fernsehturm zu genießen - vielleicht der schönste Blick über die Goldene Stadt. | Tgl. 11-23.30 Uhr | Mahlerovy sady 1 | Tel. 242418778 | Metro Jiřího z Poděbrad
Trattoria CicalaHier kommen Bruce Willis, Sean Connery, Johnny Depp und andere Prominente vorbei, wenn sie in Prag sind. Inhaber Aldo Cicala lebt seit mehr als 30 Jahren in Tschechien und bietet hervorragend zubereitete Gerichte der italienischen Küche. Keine Kreditkarten. | Mo-Sa 11.30-22.30 Uhr | Žitná 43 | Tel. 222210375 | Metro Muzeum
U Sedmi Švábů/Bei den Sieben SchwabenIn dem urigen Kellergewölbe lernt man die guten Seiten des Mittelalters kennen - in Form von deftig-rustikalen Speisen nach altböhmischen Rezepten. Serviert werden u. a. Griebenschmalz, Mandelpastete, Hirschgulasch und auf Vorbestellung sogar Spanferkel. Nur ein paar Schritte vom Hradschin entfernt. | Mo-Sa 12-24, So 12-23 Uhr | Jánský vršek 14 | Tel. 257531455 | Straßenbahn 12, 20, 22 Malostranské náměstí
Essen und Trinken
Restaurants Kategorie günstig
AlbioPrags bestes Lokal mit vegetarischem Essen, mit Biokost und -getränken, aber auch Fisch, originell in Holz gekleidet, mit Spielecke für Kinder. | Tgl. 10-22 Uhr | Truhlářská 20 | Tel. 222317865 | Metro Náměstí Republiky
Bar BarGefüllte Pfannkuchen, überfüllte Kneipe: Der Inhaber nennt es „das ultimative Lokal“, und kann ein ständig voller Schankraum täuschen? Viele kommen nur wegen der Crêpes - die sind tatsächlich „ultimativ“. | So-Do 12-24, Fr/Sa 12-2 Uhr | Všehrdova 17 | Tel. 257312246 | Straßenbahn 9, 12, 20, 22 Újezd
Bredovský DvůrHier wird vor allem Deftiges serviert wie Eisbein oder Schweinerippchen mit Meerrettich und Sauerkraut. Die Braustube liegt in einer Nebenstraße des Wenzelsplatzes und ist vor allem bei Sportfans beliebt: Auf einer Großleinwand werden hier Fußball- und Eishockeyspiele übertragen. Im Sommer kann man auch im Innenhof sitzen. | Mo-Sa 11-24, So 11-23 Uhr | Politických věznů 13 | Tel. 224215428 | Metro Můstek
Kolkovna/StempelbehördeDas saubere und wenig verrauchte Lokal in der Nähe des Altstädter Rings bietet vor allem deftige böhmische Küche wie Speckwürste, Presskopf und Ente mit Kraut. | Tgl. 11-24 Uhr | V kolkovně 8 | Tel. 224819701 | Metro Staroměstská
OlympiaModerne Braustube mit sehr guter böhmischer Küche. Wer nach Gulasch mit Knödeln oder einer halben Ente mit Kraut noch Platz im Magen hat, sollte ein Dessert probieren, z. B. Pflaumen im Teigmantel. | Tgl. 11-24 Uhr | Vítězná 7 | Tel. 251511080 | Straßenbahn 9, 12, 20, 22 Újezd
Pivovarský dům/BrauereihausIn dem Haus, in dem auch das Forschungsinstitut für Brauwesen seinen Sitz hat, kann man unten im Restaurant nicht nur hervorragend böhmisch essen, sondern vor allem trinken - und zwar Bier aus der hauseigenen Minibrauerei. | Tgl. 11-23.30 Uhr | Lípová 15 | Tel. 296216666 | Metro Karlovo náměstí
RetroBis 11 Uhr kann man in dem modern gestalteten Restaurant ausgiebig frühstücken, mittags werden günstige Menüs angeboten, abends wählt man zwischen Gerichten der internationalen und der böhmischen Küche. Eine Versuchung ist die Kuchenvitrine. | Mo-Fr 8-23, Sa/So 9-23 Uhr | Francouzská 4 | Tel. 603176111 | Metro Náměstí Míru
U bakaláŘe/Beim StadtschreiberDer Studententreffpunkt mit seiner legendären Auswahl an belegten Broten (chlebičky) ist vor allem etwas für den kleinen Hunger zwischendurch. Besonders empfehlenswert sind die frischen Fisch- und Knoblauchschnitten. | Tgl. 9-19 Uhr | Celetná 13 | Tel. 224817369 | Metro Náměstí Republiky
U Milosrdných/Bei den BarmherzigenEins der letzten wirklich böhmischen Lokale der Altstadt. Das nüchterne Ambiente wird vom reichhaltigen Angebot und von netten Kellnern locker wettgemacht. | Mo-Fr 10-23, Sa 11-23 Uhr | Ecke U milosrdných/Kozí | Tel. 603735875 | Metro Staroměstská
Essen und Trinken
Gourmettempel
AllegroIm Restaurant des Hotels Four Seasons kombiniert Küchenchef Vito Mollica traditionelle böhmische Gerichte mit internationalen Spezialitäten, z. B. geschmortes Huhn mit gerösteten Knödeln und herzhafter Pilzsauce. Als Beilage: Moldaublick. | Hauptgerichte ca. 29 Euro. | Tgl. 7-23 Uhr | Veleslavínova 2a | Tel. 221427000 | Metro Staroměstská
AromiItalienische Spitzenküche, freundliche Bedienung und eine ständig wechselnde, kurze Speisekarte. Für hausgemachte Pasta und gute Fischgerichte bekannt. Reservieren! | Hauptgerichte ab 12 Euro | Mo-Sa 12-23, So 12-22 Uhr | Mánesova 78 | Tel. 222713222 | Metro Jiřího z Poděbrad
Kampa ParkDie Liste der Prominenten, die sich hier schon haben bekochen lassen, ist lang: Arnold Schwarzenegger, Lou Reed, Václav Havel, David Copperfield usw. Das Restaurant an der Karlsbrücke überzeugt mit stilvollem Ambiente und feiner Küche. | Hauptgerichte ab 29 Euro. | Tgl. 11.30-1 Uhr | Na kampě 8b | Tel. 80052672 | Metro Malostranská
Mandarin OrientalDie Küche dieses Hotelrestaurants überzeugte selbst Wolfram Siebeck: Als „sehr gut“ lobte er die Gerichte der Thai-Küche, die hier serviert werden. Minimalistisch-kühle Einrichtung. | Hauptgerichte ab ca. 20 Euro. | Tgl. 6.30-10.30, 12-14.30, 18-23 Uhr | Nebovidská 1 | Tel. 233088888 | Straßenbahn 12, 20, 22 Hellichova
Pravda/WahrheitDie Speisekarte verspricht eine „kulinarische Weltreise“. Ambitionierte Küche, in elegantem Ambiente fantasievoll präsentiert. Durch große Scheiben fällt der Blick auf die Flaneure in der Prachtstraße Pařížská. | Hauptgerichte ca. 25 Euro. | Tgl. 12-24 Uhr | Pařížská 17 | Tel. 222326203 | Metro Staroměstská
U modré Kachníčky/Zum Blauen EntleinBöhmische Küche auf recht hohem Niveau, in urigem Ambiente und zu vernünftigen Preisen. Neben allem von der Ente sind vor allem die Wildgerichte zu empfehlen. | Hauptgerichte ab 14 Euro. | Tgl. 12-16 u. 18.30-24 Uhr | Nebovidská 6 | Tel. 257320308 | Straßenbahn 12, 20, 22 Hellichova
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Glas ist nicht alles
Bücher, Bier und bunte Sachen: Lassen Sie Platz im Koffer - es gibt viel mitzubringen aus der böhmischen Hauptstadt
Typische Prager Souvenirs, lästerte eine Zeitung einmal, seien Oblaten aus Karlsbad, Bier aus Pilsen und polnisches Geld, das man beim Schwarztauschen bekomme.
Tatsächlich stellt sich die Frage, was „typisch Prag“ ist. Die Verkaufsschlager sind jedenfalls Kristall und Holzspielzeug. Preis und Qualität differieren jedoch gewaltig, oft innerhalb derselben Straße. Die vielleicht schönsten Marionetten findet man auf dem Havelmarkt (Havelský trh), der bekannteste Glashersteller ganz Tschechiens ist Moser.
Prag hat aber viel mehr Dinge zu bieten, für die die Stadt nicht unbedingt bekannt ist. Beispielsweise sind die meisten Antiquariate der Stadt exzellent bestückt. Auch Tonträger mit klassischen Werken, die von heimischen Orchestern aufgenommen wurden, sind äußerst empfehlenswert. Die Ausbildung der Musiker ist in kommunistischen Zeiten sehr ernst genommen worden, denn mit ihren Tourneen erspielten sie dem Regime wichtige Devisen.
Die größte Auswahl an Geschäften finden Sie rund um das „Goldene Kreuz“. Dieser Begriff bezeichnet das Viertel um den Wenzelsplatz und die Straßen Na příkopě, 28. října und Národní třída. Doch auch zwischen dem Altstädter Ring und der Karlsbrücke sowie in der Celetná-Gasse haben sich bemerkenswerte Geschäfte etabliert. Elegant hat sich die Pařížská-Straße herausgeputzt, in der Filialen internationaler Firmen sitzen. Auch zahlreiche Schmuck- und Antiquitätengeschäfte bieten hier ihre Waren an. Fragen Sie bei Interesse unbedingt nach einer Ausfuhrgenehmigung. In Tschechien gibt es kein Ladenschlussgesetz, viele Geschäfte sind bis 20 Uhr und länger sowie sonntags geöffnet.
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Bücher und Antiquariate
ArcoBeiderseits der kurzen Straße befinden sich gleich drei Antikvariáte mit reichen Beständen auch an deutschen Klassikern, alten Fotos und Filmplakaten - ein Preisvergleich lohnt! | Dlážděná | www.antikvariaty.cz | Metro Náměstí Republiky
DŮm knihy/Haus der BücherVier Stockwerke, angefüllt mit Büchern - der literarische Leuchtturm am Wenzelsplatz. Bemerkenswerte Abteilung zu Fotografie und Architektur, auch einige Pragensia sind hier zu entdecken. | Václavske náměstí 4 | Metro Můstek
Shakespeare and SonsEin Klavier neben englischen Bestsellern, eine Flasche Honigwein auf grünem Holzboden, und zweimal monatlich lesen beliebte oder weniger bekannte Autoren. Ist das nun eine Bibliothek oder ein Café?, fragt man sich. „Was ihr wollt“, hätte Shakespeare vermutlich geantwortet. | Krymská 12 | www.shakes.cz | Straßenbahn 4, 22, 23 Krymská
VitalisGrößtes Angebot deutschsprachiger Bücher in und über Prag, die meisten davon sind im Selbstverlag erschienen. | Zlatá ulička und U Lužického semináre 19 | www.vitalis-verlag.com | Metro Malostranská
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Musik und Videos
BontonlandInternationales Sortiment - Prags größter CD-Laden. | Václavské náměstí 1 | Metro Můstek
PohodlíSie sind auf der Suche nach Musik aus Aserbaidschan, aus dem Jemen oder aus Taiwan? Alles kein Problem für den winzigen Laden hinter dem Kaufhaus Kotva. In dem voll gestopften Geschäftsraum kaufte schon Hanna Schygulla während Drehpausen Klezmer-CDs. | Benediktská 7 | Metro Náměstí Republiky
Radost FX/Freude & EffekteIm Laden neben dem gleichnamigen Club sucht auch Gitarrist Ivan Král (Ex-Patti-Smith-Group) nach Independent-Aufnahmen. | Bělehradská 120 | www.radostfx.cz | Metro I. P. Pavlova
TÝnská GalerieWahrscheinlich die breiteste Palette an klassischer Musik in Prag. Großes Plus: Neben den gängigen Titeln sind auch eher unbekannte Einspielungen im Angebot. | Staroměstské náměstí 14 | Metro Staroměstská
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Delikatessen
Apetit PrahaOben hält ein Geschäft pikanten Brotaufstrich und Schoko-Naschwerk bereit, unten, im sauberen und gemütlichen Restaurant, gibt es leckere Fischspeisen - die vielleicht besten Fischsuppen und Schuppentierspieße der Stadt. | Dlouhá 23 | Metro Náměstí Republiky
Au GourmandFranzösische Köstlichkeiten, süß und herzhaft, zum Mitnehmen oder zum Schlemmen in dem gekachelten Bistro-Café. | Dlouhá 10 | Metro Staroměstská
Jan PaukertDer Laden im Zentrum bietet eine reichhaltige Auswahl an frischen Spezialitäten und internationalen Weinen. | Národní třída 17 | Metro Národní třída
ZemarkMit seinen Alkoholika folgt dieses Geschäft etwas zu sehr dem Touristengeschmack, offeriert aber ansonsten eine breite Palette an Leckereien. | Václavské náměstí 42 | Metro Museum
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Kaufhäuser und Passagen
Bílá Labut/Weisser SchwanFiliale der ehemaligen ČSSR-Kette. Eine Mischung aus Nostalgie und Neuzeit. | Na poříčí 23 | Metro Florenc
Kotva/Anker„In New York und im Kotva bekommst du alles“, sagt ein Freund. Er hat Recht. Besonders empfehlenswert für Nostalgiker und auch als Mitbringsel geeignet: die Videokassetten mit den unsterblichen Helden der Kindheit (Pan Tau, Lolek und Bolek, Arabella). | Náměstí Republiky 8 | Metro Náměstí Republiky
MyslbekModerne Shoppingmall. In dem provokanten Stahl-Glas-Beton-Bau befinden sich zahlreiche Markenläden. | Na příkopě 19 | Metro Můstek
Slovanský dům/Slawisches HausDer Palast erhielt 1798 sein klassizistisches Aussehen und war bis 1945 ein „Deutsches Kasino“. Seit 2002 beherbergt das Labyrinth zahlreiche Geschäfte, Restaurants, ein Kino und ein Gartenlokal. | Na příkopě 22 | Metro Náměstí Republiky
TescoFür seine glasdurchbrochene Rolltreppenfassade bekam das 1975 als „Máj“ eröffnete Haus einen Architekturpreis. 2007 wurde der Funktionalismusbau, in dem eine britische Handelskette ihr Sortiment anbietet, unter Denkmalschutz gestellt. | Národní třída 26 | Metro Národní třída
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Kunst, Handwerk und Design
ArzenalGlaskunst von Bořek Šípek, der mit Expräsident Václav Havel Teile des Interieurs der Prager Burg gestaltete. Šípek ist inspiriert von Thailand - im Restaurant im hinteren Teil der Galerie wird das deutlich. | Valentinská 56/11 | Metro Staroměstská
Galerie Jiří ŠvestkaDer sympathische Händler hat nicht nur ein Faible für neue Kunst aus der Alten Welt, sondern auch ein Händchen dafür. Die Galerie ist auf dem besten Weg, eine wichtige Drehscheibe im Osten Mitteleuropas zu werden. | Biskupský dvůr 6 | Metro Florenc
Galerie MiroIn dieser ehemaligen Kapelle werden sowohl Werke von Koryphäen wie Salvador Dalí als auch Bilder von Hobbykünstlern wie Karel Gott oder Ron Wood ausgestellt. Gelegentlich kommerziell, aber nie langweilig. | Strahovské nádvoří 1 | Straßenbahn 22, 23 Pohořelec
Galerie Roberta GuttmannaDie Galerie in der ehemaligen Josefstadt ist nach dem Maler Robert Guttmann (1880-1942) benannt, der mit seinen farbintensiven Porträts eine einzigartige Chronik jüdischen Lebens in Prag schuf. Wechselnde Ausstellungen, oft mit jüdischer Thematik. | U Staré školy 3 | Metro Staroměstská
ArtělDas 1997 von der US-Amerikanerin Karen Feldman gegründete Unternehmen bietet handgemachtes und kunstvoll verziertes Glas an. | Vinohradská 164 | Metro Flora
ManufakturaGrößter Anbieter auf dem Gebiet des böhmisch-mährischen Kunstgewerbes. Im historischen Stadtkern stößt man alle paar Meter auf eine der Filialen, deren Angebot von handgemachter Seife über Holzspielzeug und Keramik bis hin zu handgeschöpftem Papier reicht. Sehr geschmackvoll, zivile Preise. Geschäfte rund um den Altstädter Ring: Melantrichova 17 | Karlova 26 | Železná 3 | Metro: Staroměstská (A). Geschäfte unweit des Kleinseitner Rings: Nerudova 31 | Mostecká 17 | Straßenbahn 12, 20, 22 Malostranské náměstí
MoserDie Filiale der westböhmischen Glas- und Keramikdynastie hat auch zweite Wahl im Angebot, zum Beispiel für den nächsten Polterabend. | Na příkopě 12 | Metro Můstek
Pohádka/MärchenTschechische Legenden, ganz handzahm: Im Geschäft von Jiří Kopecký gibt es den Soldaten Schwejk aus Filz, den Maulwurf aus der „Sendung mit der Maus“ als Handpuppe, den Kater Mikesch als Marionette und vieles mehr zu kaufen. | Celetná 32 | Metro Náměstí Republiky
Rott CrystalAuf mehreren Stockwerken bietet das Haus mit weltweitem Lieferservice Kristall und Keramik tschechischer und internationaler Hersteller an. Bis 1999 war das Rott in der Nähe des Altstädter Rings ein beliebtes Delikatessengeschäft. | Malé náměstí 3 | Metro Staroměstská
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Märkte
Bleší trh/FlohmarktIm nordöstlichen Stadtteil Vysočany baute früher die „Böhmisch-Mährische Maschinenfabrik“ von Emil Kolben (1862-1943) Lokomotiven. Seit 2004 findet in der Industrieruine Prags größter Flohmarkt statt: eine Fundgrube, wenn man sich sorgfältig umschaut. | Sa/So 6-13 Uhr | Kolbenova | Metro Kolbenova
Havelský trh/HavelmarktEiner der ältesten Prager Märkte; er führt heute vorrangig günstiges Gemüse, allerlei Holzspielzeug und Schmuck. Wer hier nicht fündig wird, hat es auch anderswo schwer. | Tgl. 10-19 Uhr | Havelská | Metro Můstek
Pražská tržnice/Prager MarktAuf dem ehemaligen Schlachthofgelände werden vor allem Freizeitkleidung, Technik asiatischer Bauart und allerlei Krimskrams feilgeboten. Daneben gibt es einige Imbissbuden und Drogeriemärkte. | Tgl. 9-14 Uhr | Bubenské nábřeží | Metro Vltavská
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Mode
BataIn kaum einer europäischen Fußgängerzone fehlt ein Schuhgeschäft des im mährischen Zlín geborenen Tomáš Bata (1876-1932). Am Wenzelsplatz steht das Prager Stammhaus der weltweiten Kette - mit immer noch preisgünstigen Angeboten. | Václavské náměstí 6 | Metro Můstek
Boutique TatianaTatiana Kovaříková gehört zur Prominenz der Prager Designerszene und schneidert mit Vorliebe schlichte Filmkostüme. | Dušní 1 | Metro Staroměstská
HannahDie Tschechen lieben Ausflüge in die Natur, entsprechend groß ist die Nachfrage nach Outdoorkleidung. Die Pilsener Firma Hannah ist der größte heimische Anbieter für Jacken aller Art, Skianzüge, Mützen, Handschuhe usw. Auch Zelte, Schlafsäcke oder Rucksäcke finden sich im Angebot. | Revoluční 1 | www.hannah.cz | Metro Náměstí Republiky
Helena FejkováDie Boutique der Designerin ist nicht nur ein Anziehungspunkt für Frauen: Neben klassisch geschnittenen Kostümen und hochwertigen Strickwaren gibt es auch Kollektionen für das männliche Geschlecht - gut verarbeitet und zu erschwinglichen Preisen. | Štěpánská 56 | Lucerna-Passage | Metro Můstek
Klára NademlýnskáNach sieben Jahren in Paris begann Klára Nademlýnská 1997 mit dem Entwerfen luxuriöser Damenkonfektion in Kleinserie. Dabei setzt sie vor allem auf junge Mode in Unifarben. | Dlouhá 3 | Metro Staroměstská
Pavla MichalkováDie international beachtete Modedesignerin arbeitet viel mit Farbe. Sie entwerfe auch Modelle für Normalverdiener, betont sie, nur eines rege sie auf: Durchschnitt. Die Boutique betreibt „die Königin der Mode“, wie das Pariser Magazin „Actuel“ sie nannte, mit ihrer Schwester Olga. | Vlašská 13 | Metro Malostranská
ReporterDer eher unscheinbare Laden in einer Gasse nahe dem Altstädter Ring hält vor allem moderne Herrenmode, gut geschnittene Zweireiher und italienische Sommeranzüge bereit. Nüchterne Farben und lässige Eleganz sind Trumpf, Stoffe von hoher Qualität selbstverständlich. | V kolkovně 5 | Metro Staroměstská
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Schmuck und Uhren
BeldaDas junge Team rund um Designer Jiří Belda kreiert modernen Schmuck aus Silber und Titan - teilweise auch mit bunten Applikationen. Klare Formen sind das Markenzeichen. | Mikulandská 10 | www.belda.cz | Metro Národní třída
ModernistaKleiner Laden mit exklusivem Angebot. Hier kann man tschechisches Design der letzten 100 Jahre kaufen: kubistisches Porzellan, funktionalistische Sitzmöbel und Lampen, Art-déco-Schmuck, moderne Glaskunst oder Designer-Holzspielzeug der 1920er-Jahre. | Celetná 12 | www.modernista.cz | Metro Staroměstská
Unterhaltung
Unterhaltung auf hohem Niveau
Polka und Pantomime, Pilsener und Projektionen: Das Kulturprogramm hat Prag mittlerweile den Ruf eines „Paris des Ostens“ eingebracht
Mit dem Beginn von Demokratie und Marktwirtschaft vergrößerte sich 1989 das Freizeitangebot der Moldaumetropole. Geradezu lawinenartig entstanden in kurzer Zeit Kneipen, Clubs und Kabaretts. Und mit der Zahl der Etablissements stieg das Niveau, denn Konkurrenz belebt das Geschäft. So können Pragbesucher heute aus einem reichen Angebot an Möglichkeiten für ein Abendvergnügen wählen.
Spätestens seit US-Präsident Bill Clinton im Januar 1994 im Reduta-Club Saxophon spielte, gilt Prag als europäische Jazzmetropole. Kenner schwören auf Konzerte von Flötenvirtuose Jiří Stivín, Bigband-Leader Milan Svoboda und Allrounder Karel Růžičká - einer der Herren spielt immer in Prag.
Längst steht die Moldaustadt auch auf den Tourneelisten internationaler Stars. Auftritte der Toten Hosen oder von Robbie Williams sind keine Seltenheit, und die Eintrittskarten sind deutlich billiger als zu Hause. Auch wenn Sie lieber klassische Musik hören, werden Sie nicht enttäuscht. Die Konzerte in den Kirchen der Altstadt haben eine besondere Atmosphäre, und die Auftritte der hervorragenden Philharmoniker sind ein Genuss. In den Theatern und Opernhäusern der Stadt geben in der Saison viele Ensembles - ebenso wie die aufgeführten Kinos - auch Vorstellungen in Deutsch oder Englisch.
Viele Pragreisende schätzen vor oder nach dem Konzertbesuch eine kurze Auszeit in einer der zahlreichen Kneipen und Gaststätten. Bier ist so etwas wie eine Religion in Prag, immerhin hält das Land den Weltrekord im Pro-Kopf-Verbrauch (etwa 160 l jährlich). In den knapp 1000 Bierstuben der Hauptstadt tobt seit Jahrzehnten ein Kampf zwischen dem in Prag gebrauten Gerstensaft und dem Bier aus Pilsen. Wahr ist: Beides schmeckt, und zwar am besten frisch gezapft.
Unterhaltung
Bars und Kneipen
La Bodeguita del MedioDie Cocktailbar mit Restaurant inmitten der Altstadt bietet echten Mojito und kubanisches Ambiente. In der Lounge können Gäste Mitglied des ersten tschechischen Raucherclubs werden. Einen Besuch ist auch der Sommergarten „El Patio“ wert. | Tgl. 10-2 Uhr | Kaprova 5 | Metro Staroměstská
Legends Sports BarVom wunderschön renovierten Ungelt-Hof führt hinter einer unscheinbaren Tür eine Treppe in einen schlauchartigen Keller. Unten locken auf der einen Seite eine lange Theke, auf der anderen TV-Geräte, Texmex-Speisen und eine breite Cocktailauswahl meist sportinteressierte Gäste. | So-Mi 11-1, Do-Sa 11-3 Uhr | Týn 1 | Metro Náměstí Republiky
PropagandaDie Bar in einem Erker hinter dem Goethe-Institut wird vor allem von Jugendlichen besucht. Sie besitzt neben einer gut sortierten Hausbar auch zwei heißbegehrte Tischfußballspiele. | Mo-Fr 15-2, Sa/So 17-2 Uhr | Pštrossova 29 | Metro Národní třída
Solidní nejistota/Solide UnsicherheitDer legendäre Treffpunkt vieler Prager VIPs ist mit seiner ovalen Bar und der stets vollen Tanzfläche ein idealer Stopp für Nachtschwärmer. | Tgl. 18-6 Uhr | Pštrossova 21 | Metro Národní třída
Tretters BarDer Amerikaner Michael Tretter hat längere Zeit in München gewirkt und sein Lokal den New-York-Bars der 1930er-Jahre nachempfunden. | Tgl. 19-3 Uhr | V kolkovně 3 | Metro Staroměstská
La Casa Blů/Das Blaue HausEin Stück Südamerika in Prag, von Exilanten und Studenten der ehemaligen Bruderländer eröffnet. Gemütlicher Treff mit Wohnzimmercharakter. Bemerkenswertes Rum-Angebot. | Mo-Sa 11-24, So 14-24 Uhr | Kozí 15 | Metro Staroměstská
Jáma/SchluchtRockkneipe im besten Sinne, Plakate ergänzen das Ambiente. | Tgl. 11-1 Uhr | V jámě 7 | Metro Můstek
Petřínské TerasyDas Restaurant am Hang des Petrín ist mit seiner weitläufigen Terrasse und dem tollen Blick über Prag ein echter Tipp für Spaziergänger rund um den „Eiffelturm“. | Mo-Fr 12-23, Sa/So 11-23 Uhr | Seminářská zahrada 393 | erste Station der Seilbahn ab Straßenbahnhaltestelle Újezd
U Černého vola/Zum Schwarzen OchsenEin altes Lied schwört, dass „im Schwarzen Ochsen die schönsten Mädchen sind“. Mit Sicherheit treffen sich in der Bierschwemme nahe der Burg die durstigsten Trinker. | Tgl. 10-22 Uhr | Loretánské náměstí 1 | Straßenbahn 22, 23 Pohořelec
U Fleků/Beim FleckSeit über 500 Jahren eines der schönsten Lokale Prags, mit eigener Schwarzbierbrauerei. Im Sommer sind Trinkhalle und Biergarten allerdings oft mit Touristen überfüllt. Für Prager Verhältnisse eher teuer. | Tgl. 9-23 Uhr | Křemencova 11 | Metro Národní třída
U Glaubiců/Beim GlaubitzWo Bürgermeister Globic um 1600 eine Brauerei betrieb, laden heute zwischen Karlsbrücke und Burg ein gotisches Gewölbe, ein mondänes Erdgeschoss und eine reichhaltige Speisekarte ein. | Tgl. 10.30-23 Uhr | Malostranské náměstí 5 | Straßenbahn 12, 20, 22 Malostranské nám.
U kalicha/Beim KelchHier verabredete sich Schwejk mit seinem Freund Woditschka „um sechs Uhr nachm Krieg“. Die weltbekannten Illustrationen von Josef Lada für das Buch von Jaroslav Hašek zieren die Wände. Nicht billig. | Tgl. 11-23 Uhr | Na bojišti 14 | Metro I. P. Pavlova
U zlatého tygra/Zum goldenen TigerBeliebteste Kneipe der Innenstadt, einst Stammlokal des Schriftstellers Bohumil Hrabal (1914-97). | Tgl. 15-22.30 Uhr | Husova 17 | Metro Staroměstská
Unterhaltung
Diskotheken, Clubs und Ballhäuser
AkropolisAlternativ und angenehm ungezwungen: Unten wird getanzt, oben lockt die lange Speisekarte einer kunstvoll eingerichteten Kneipe. | Tgl. 19-3 Uhr, Juli/Aug. 21-5 Uhr | Kubelíková 27 | www.palacakropolis.cz | Metro Jiřího z Poděbrad
DuplexIn dem mondänen Club mit Restaurantbar und Blick über die Dächer des Wenzelsplatzes feierte Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger am 26. Juli 2003 mit 200 Gästen seinen 60. Geburtstag. | Tgl. 21-5 Uhr | Václavské náměstí 21 | www.duplex.cz | Metro Můstek
Karlovy LázněAuf vier Ebenen bietet der Tanzturm an der Moldau Rhythmen, Rotlicht und Rumcocktails. Immer wieder wurde das im Jahr 2000 eröffnete Gebäude aber wegen seines angeblich rüpelhaften Sicherheitsdienstes kritisiert. | Tgl. 21-6 Uhr | Novotného lávka | www.karlovylazne.cz | Metro Staroměstská
Limonádový JoeUnikater Alternativclub im Obergeschoss eines Betonlabyrinths, mit aufschiebbarem Dach, Kulturprogramm und kleiner Küche. Empfehlungen: „Fádní Mls“ (panierter Käse) und „Ferda Mravenec“ (Fleischmischung). | Tgl. 11-3 Uhr | Revoluční 1 | Kotva-Passage | Metro Náměstí Republiky
Lucerna Music BarDer Keller des Lucerna-Palasts bietet vom Techno-Inferno bis zum Tanztee alles. Ein Klassiker ist die jeweils am Samstagabend stattfindende „80er-Jahre-Disko“. | Tgl. 20-3 Uhr | Vodičkova 36 | www.musicbar.cz | Metro Můstek
MeccaIn dem Komplex zwischen grauen Mietshäusern schweißte die Arbeiterklasse früher Straßenbahnen für den Export. Heute wummern in den mal kühl, mal gemütlich gestalteten Räumen des Clubs die Bässe von Rave und Reggae. | Tgl. 20-5 Uhr | U průhonu 3 | www.mecca.cz | Straßenbahn 1, 3, 5, 12, 25 Dělnická
Radost FX/Freude & EffekteDie einen lieben, die anderen hassen ihn - den seinerzeit ersten US-Club in Prag. Legendäres Brunchangebot, im Hinterzimmer befindet sich eine Galerie. Nur wenige Tschechen gehören zu den Gästen, aber der Laden ist eigentlich immer proppevoll. | Tgl. 11-3 Uhr | Bělehradská 120 | www.radostfx.cz | Metro I. P. Pavlova
Unterhaltung
Kinos
AeroKunst und Kneipe statt Kommerz: In dem kleinen Saal werden oft Klassiker der Filmgeschichte im Original gezeigt. Die Bar ist angenehm günstig. | Biskupcova 31 | Tel. 271771349 | Straßenbahn 9, 16 Biskupcova
LucernaEwig lockt der Klappstuhl: In diesem architektonischen Kleinod aus den 1920er-Jahren fällt es schwer, sich allein auf den Film zu konzentrieren. | Vodičkova 36 | Tel. 224216972 | Metro Můstek
Palace CinemasIn zehn Sälen mit insgesamt 1850 Plätzen werden hier in Dolby-Quadrofonie-Qualität sowohl moderne Produktionen als auch Klassiker der Filmgeschichte gezeigt. Am Eingang stilechter Popcornverkauf. | Na příkopě 22 | Tel. 257181212 | Metro Náměstí Republiky
Střelecký OstrovWer im Sommer in Prag ist, sollte sich das Open-Air-Kino auf der romantischen Schützeninsel nicht entgehen lassen. | Beginn meist 21 Uhr | Programm: www.strelak.cz | Zugang von der Brücke most Legií | Straßenbahn 9, 12, 20, 22 Újezd
SvětozorDas Herzstück von Prags popcorn-freier Kinokultur. In dem Programmkino laufen häufig auch tschechische Filme mit englischen Untertiteln. Im Untergeschoss gibt es eine kleine Bar, neben der Kasse einen Laden mit Kinoplakaten. | Vodičkova 41 | Tel. 224946824 | Metro Můstek
Unterhaltung
Livemusik
AghartaIntime Clubatmosphäre à la Manhattan oder Chelsea in einem gemütlichen Kellergewölbe unweit des Altstädter Rings. Konzertbeginn 21 Uhr. | Tgl. 19-1 Uhr | Železná 16 | Tel. 222211275 | Metro Můstek
RedutaDer Club Reduta ist die renommierte Keimzelle des Prager Jazz, heute wird im ältesten noch existierenden Jazzclub Europas allerdings nur noch selten Experimentelles gespielt. Bill Clinton blies hier 1994 in sein Saxophon. | Tgl. ab. 21 Uhr, schließt spät | Národní třída 20 | Tel. 224933487 | Metro Národní třída
Rock CaféIn dem vielräumigen Club reiten tschechische Amateurbands auf der Revivalwelle. Vorwiegend jugendliches Publikum. Konzertbeginn meist 20 Uhr. | Mo-Fr 10-3, Sa 17-3, So 17-1 Uhr | Národní třída 20 | Tel. 224933947 | Metro Národní třída
Sazka ArenaDie Mehrzweckhalle wurde im Frühjahr 2004 eröffnet. Vier Etagen mit insgesamt 35000 m² fassen bis zu 18000 Besucher. Hier rocken die Stones und kombiniert die Eishockeymannschaft von Slavia Prag. | Ocelářská 2 | www.sazkaarena.com | Metro Českomoravská
T-Mobile ArenaZweitgrößter Auftrittsort der Stadt für internationale Stars. In der altehrwürdigen Halle für etwa 10000 Besucher beim Ausstellungsgelände Výstaviště trägt auch die Eishockeymannschaft Sparta Prag ihre Heimspiele aus. | Za elektrárnou 419 | Metro Nádraží Holešovice
U Malého Glena/Zum Kleinen GlennUnten Musikclub, oben Kneipe. Vorwiegend junges Laufpublikum. | Tgl. ab 21 Uhr | Karmelitská 23 | Tel. 257531717 | Straßenbahn 12, 20, 22 Malostranské náměstí
Unterhaltung
Opern, Konzerte und Musicals
Chram sv. MikuláŠeIn der St.-Nikolaus-Kirche veranstaltet die Hussitengemeinde täglich Klassikkonzerte, die entweder um 18 und 21 Uhr (Mai-Sept.) oder 17 und 20 Uhr (Okt.-April) sowie gelegentlich um 14 Uhr beginnen. | Staroměstské náměstí | Tel. 224190994 | Metro Staroměstská
Obecní důmDer prunkvolle Smetana-Saal des Gemeindehauses ist die Heimat der Prager Symphoniker. Die Konzerte beginnen hier meistens um 19.30 Uhr. Der Saal verfügt über eine exzellente Akustik. | Náměstí Republiky 5 | Tel. 222002336 | Metro Náměstí Republiky
RudolfinumIn dem atemberaubenden Gebäude ist die Tschechische Philharmonie beheimatet. Die Konzerte beginnen meist um 19.30 Uhr. | Alšovo nábřeží 12 | Tel. 227059227 | Metro Staroměstská
MusicalsDas aktuelle Programm können Sie der Tagespresse entnehmen.
Divadlo Hybernia/Hybernia-TheaterPrags jüngster Musicaltempel, der im November 2006 mit einer Produktion über die Golem-Legende eröffnet wurde. Vor seiner aufwendigen Renovierung hatte das prunkvolle Gebäude gegenüber dem Repräsentationshaus jahrelang leergestanden. Vorstellungen meist um 19 Uhr, am Wochenende auch nachmittags. | Náměstí Republiky 4 | Tel. 221419420 | Metro Náměstí Republiky
GoJa Music HallDie Bühne des Neubaus ist wegen der amphitheaterähnlichen Einrichtung von allen Seiten gut einsehbar.: Betreiber ist eine Agentur, an der auch Schlagerstar Karel Gott beteiligt ist. Vorstellungen meist um 19 Uhr, am Wochenende auch nachmittags. | Výstaviště | Tel. 272658337 | www.divadlogmh.cz | Metro Nádra-ži Holešovice
Kongresové centrum/KongresszentrumDer ehemalige Kulturpalast, im Volksmund „Weißer Wal“ genannt, wurde vom kommunistischen Regime mit viel Glas und Beton unsensibel auf einen Moldauhügel geklotzt. Täglich mehrere Vorstellungen. | Ulice 5. května 65 | Tel. 261171111 | Metro Vyšehrad
Unterhaltung
Theater und Kleinkunst
Divadlo Archa/Theater ArcheModerne Bühne mit erfrischendem internationalem Angebot - mal renommiert, mal experimentell, immer sehenswert. | Na poříčí 26 | Tel. 221716333 | www.archatheatre.cz | Metro Florenc
Divadlo Na zábradlí/Theater am GeländerDie Hausbühne des Ex-Präsidenten: Hier wurden schon vor 1989 die absurden Havel-Stücke aufgeführt, und noch heute ist im Zuschauerraum stets ein Platz für den Dramatiker reserviert. Im Foyer schöne Theaterkneipe. | Anenské náměstí 5 | Tel. 222868868 | Metro Staroměstská
Laterna magika/Magische LaterneZwar hat das Schwarzlichttheater mittlerweile zahlreiche Konkurrenten bekommen, das Haus mit der originellen Fassade gilt aber immer noch als die Nummer eins. Die zauberhaften Illusionen mit Schauspielkunst und Videotechnik sind wirklich sehenswert. | Národní třída 4 | Tel. 224931482 | www.laterna.cz | Straßenbahn 9, 18, 22 Národní divadlo
Národní divadlo/NationaltheaterIn dem reich geschmückten Haus werden u. a. die Klassiker von Bed-řich Smetana aufgeführt. Bei vielen Vorstellungen ist parallel zum Bühnengeschehen der deutsche Text auf einer Anzeigetafel zu sehen. | Národní třída | Tel. 224901448 | www.narodni-divadlo.cz | Straßenbahn 9, 18, 22 Národní divadlo
Spejbl und HurvínekSchon seit über 80 Jahren necken sich die Vater- und Sohn-Puppen, manchmal auch in deutschsprachigen Aufführungen. Oft aber ist das renommierte Theater auf Tournee. | Dejvická 38 | Tel. 224316784 | www.spejbl-hurvinek.cz | Metro Dejvická
Státní opera/StaatsoperIn der Oper erklingt die Vorstellung meist in der jeweiligen fremdsprachigen Originalversion. | Wilsonova 4 | Tel. 224227266 | www.opera.cz | Metro Muzeum
Stavovské divadlo/StändetheaterIn dem klassizistischen Theatergebäude dirigierte Wolfgang Amadeus Mozart 1787 die Uraufführung seines „Don Giovanni“. Diese Oper steht hier daher häufig auf dem Programm. Im Juli/Aug. wird sie fast täglich in einer sehr ordentlichen Inszenierung aufgeführt. Kein Touristennepp. | Ovocný trh 1 | Tel. 224901448 | www.narodni-divadlo.cz | Metro Můstek
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Schlafen Sie gut!
Aufbruch aus der Donaumonarchie - die modernen Herbergen wachsen über sich hinaus. Der Boom sorgt für ein breites Angebot mit großen Unterschieden
Prag ist schon seit mehreren Jahrzehnten ein Magnet für Touristen aus aller Welt. Seit der Zwangsumtausch (und für viele Länder auch die Visumpflicht) abgeschafft ist, strömen noch mehr Besucher in die Stadt als zu sozialistischen Zeiten. Auch aus diesem Grund kam es nach dem Wendejahr 1989 zu einem regelrechten Boom beim Bau von Hotels.
Heute grenzt es nicht mehr an ein Wunder, wenn man als Individualtourist während der Saison ein Zimmer in Prag bekommt - viele Hotels vermieteten noch vor wenigen Jahren ihre Betten Monate vorher pauschal an Reiseunternehmen. Wer aber auf eigene Faust an die Moldau reist, sollte trotzdem besser eine der Vermietungsstellen für Unterkünfte aufsuchen (zum Beispiel in den Prager Bahnhöfen Hlavní nádraží und Nádraží Holešovice) oder früh buchen.
Ein Problem ist bei vielen kleineren Häusern die Verständigung. Bei deutsch- oder englischsprachigen Anrufen kommt es oft zu ärgerlichen Missverständnissen, die sich manchmal erst sehr spät, nämlich bei der Ankunft im Hotel, klären. Ausdrücklich empfohlen sei daher, schriftlich (z. B. per Fax) zu reservieren. Dies kann auch in Deutsch geschehen.
Die Zahl der Privatunterkünfte ist in den letzten Jahren so sprunghaft gestiegen wie die der Hotelzimmer. Das liegt auch daran, dass viele Prager sich eine Wohnung in einer Plattenbausiedlung leisten und ihr Apartment im Zentrum vermieten. Entsprechende Anzeigen findet man auch in deutschen Zeitungen. Im Allgemeinen sind diese Angebote seriös und die Unterkünfte sauber.
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Hotels Kategorie gehoben
AmetystHotel in österreichischem Stil, angenehme Weinstube, ruhig gelegen. Restaurants in der Nähe. 87 Zi. | Jana Masaryka 11 | Tel. 222921921 | Fax 222921999 | www.hotelametyst.cz | Metro Náměstí Míru
Corinthia TowersIn jeder Hinsicht ein Höhepunkt: Die imposanten Glastürme bieten exzellente Fernsicht. Bowling und Squash. Das Luxushotel war früher als „Forum“ bekannt. 551 Zi. | Kongresová 1 | Tel. 261191111 | Fax 261225011 | http://towers.corinthia.cz/hotel/de | Metro Vyšehrad
Crowne PlazaDas frühere „Hotel Internacional“ ist ein Stück Moskau in Prag und trug früher einen weithin sichtbaren roten Stern auf der Spitze. Das 1950er-Jahre-Haus wurde völlig umgebaut, Spuren seiner Vergangenheit sind jedoch noch sichtbar. 243 Zi. | Koulova 15 | Tel. 296537111 | Fax 296537535 | www.crowneplaza.cz | Straßenbahn 8 Podbaba
Dorint Don GiovanniFuturistisches Nobelhotel am neuen jüdischen Friedhof. Bei Prominenten sehr beliebt. 397 Zi. | Vinohradská 157 a | Tel. 267031111 | Fax 267036717 | www.dorint.com/prag | Metro Želivského
HoffmeisterKunstvoll eingerichtetes Hotel unterhalb der Burg, geführt von Nachkommen des Grafikers Adolf Hoffmeister (1902-73). Im Foyer hängen zahlreiche Karikaturen des Meisters. Ein Haus mit angenehmer, familiärer Atmosphäre. 42 Zi. | Pod Bruskou 7 | Tel. 251017111 | Fax 251017120 | www.hoffmeister.cz | Metro Malostranská
Hotel JosefWer Gefallen an modernem Innendesign findet, der ist in diesem edlen Vier-Sterne-Hotel genau richtig aufgehoben. Es dominieren gerade Linien und helle Farben. Nur wenige Schritte vom Altstädter Ring entfernt. 109 Zi. | Rybná 20 | Tel. 221700111 | Fax 221700999 | www.hoteljosef.com | Metro Náměstí Republiky
MövenpickEine Seilbahn verbindet das moderne Hotel mit der zugehörigen Apartmentanlage auf dem Mrázovka-Hügel. Oben mit großer Terrasse und feinem Restaurant. 435 Zi. | Mozartova 261/1 | Tel. 257151111 | Fax 257153131 | www.moevenpick-hotels.com | Metro Anděl
MarriottHotel im Zentrum mit allem Komfort. Erschrecken Sie nicht über gelegentliche Polizeipräsenz vor der Tür: Hier steigen Staatsgäste ab. 293 Zi. | V celnici 8 | Tel. 222888888 | Fax 222888889 | www.marriott.com | Metro Náměstí Republiky
PalaceMit Gefühl eingerichtetes Jugendstil-Luxushotel in einer Seitengasse des historischen Zentrums. 124 Zi. | Panská 12 | Tel. 224093181 | Fax 224222678 | www.palacehotel.cz | Metro Můstek
PaříŽDas 1904 erbaute Fünf-Sterne-Haus in der Altstadt wird vor allem wegen seiner geräumigen Zimmer geschätzt. Von außen ein blühender Jugendstil-Traum. 93 Zi. | U Obecního domu 1 | Tel. 222195195 | Fax 224225475 | www.hotel-pariz.cz | Metro Náměstí Republiky
Renaissance1993 gegenüber dem altehrwürdigen Masaryk-Bahnhof entstandene üppige Vier-Sterne-Unterkunft. 315 Zi. | V celnici 7 | Tel. 221822100 | Fax 221822200 | www.renaissancehotels.com | Metro Náměstí Republiky
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Hotels Kategorie standard
AbriHotel in einer ruhigen Straße des bürgerlichen Viertels Vinohrady (Weinberge). Bewachter Parkplatz im Hof. 25 Zi. | Ulice Jana Masaryka 36 | Tel. 222515124 | Fax 224254240 | www.abri.cz | Straßenbahn 4, 22, 23 Jana Masaryka
AndanteDas 1995 eröffnete Haus bietet außer einem Restaurant auch Fremdenführer sowie einen Shuttleservice von und zum Flughafen an. Zentral, freundlich und sauber. 32 Zi. | Ve Smečkách 4 | Tel. 222210021 | Fax 222210591 | www.andante.cz | Metro Muzeum
AnnaSauberes kleines Stadthotel im Viertel Vinohrady. In der Nähe gibt es viele Restaurants und kleine, länger geöffnete Läden. 24 Zi. | Budečská 17 | Tel. 222513111 | Fax 222515158 | www.hotelanna.cz | Metro Náměstí Míru
Arcotel TeatrinoIn dem einstigen Theater im Kneipenviertel Žižkov befindet sich seit dem Jahr 2000 ein schönes Vier-Sterne-Hotel, das mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurde. 72 Zi. | Bořivojova 53 | Tel. 221422111 | Fax 221422222 | www.arcotel.at/teatrino | Straßenbahn 5, 9, 26 Lipanská
AstraKomfortables Hotel im Vorort mit freundlichem Personal. 75 Zi. | Mukařovská 18 | Tel. 274813595 | Fax 274810765 | www.hotelastra.cz | Metro Skalka
Axa1932 erbautes, zweckmäßig eingerichtetes Zwei-Sterne-Hotel. 135 Zi. | Na poříčí 40 | Tel. 227072180 | Fax 227072489 | www.hotelaxa.com | Metro Florenc
EvropaSeit 1905 begeistert das Jugendstilinterieur des Zwei-Sterne-Hauses seine Gäste genauso wie das angegliederte Café im Wiener Stil. Einigen Zimmern ist eine Renovierung allerdings dringend anzuraten. 92 Zi. | Václavské náměstí 25 | Tel. 224215387 | Fax 224224544 | www.evropahotel.cz | Metro Můstek
Hotel 16Plüschiger Geheimtipp nahe der Innenstadt. Kleine Zimmer, großer Service. Speisen kann man im nahen Restaurant JB Club. 14 Zi. | Kateřinská 16 | Tel. 224920636 | Fax 224920626 | www.hotel16.cz | Metro Karlovo náměstí
KampaTraumhafte Lage, gemütliche Zimmer. Das ruhige, stilvolle Hotel auf der Moldauhalbinsel ist ein kleines Juwel. 84 Zi. | Všehrdova 16 | Tel. 257404444 | Fax 257404333 | www.bestwestern-ce.com/kampa | Straßenbahn 9, 12, 20, 22 Újezd
LibertyKomplett renoviertes Jugendstilgebäude am Wenzelsplatz, großzügige Zimmer im Biedermeierstil. Einige Suiten bieten einen schönen Blick auf die Prager Burg. 32 Zi. | Ulice 28. října 11 | Tel. 224239598 | Fax 224237694 | www.hotelliberty.cz | Metro Můstek
Meteor PlazaDas bequem am Rand der Innenstadt stehende Haus, das zur Best-Western-Kette gehört, verfügt sogar über ein eigenes Kasino. 84 Zi. | Hybernská 6 | Tel. 224192111 | Fax 224220681 | www.hotel-meteor.cz | Metro Náměstí Republiky
OperaDas wohl älteste Hotel in Prag (seit 1890) lässt sich seine Jahre kaum anmerken. Wohltuend normale Atmosphäre. Haustiere willkommen! 59 Zi. | Těšnov 13 | Tel. 222315609 | Fax 222311477 | www.hotel-opera.cz | Metro Florenc
PyramidaGeschmackvoll eingerichtet, hinter der Burg. Der Architekt war wohl ein Freund ägyptischer Formen. 344 Zi. | Bělohorská 24 | Tel. 233355109 | Fax 233356159 | www.hotelpyramida.cz | Straßenbahn 15, 22, 23, 25 Malovanka
SaxUnterkunft in einem klassizistischen Gebäude im Botschaftsviertel der Kleinseite. 22 Zi. | Jánský vršek 328 | Tel. 257531268 | Fax 257534101 | www.sax.cz | Metro Malostranská
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Hotels Kategorie günstig
BalbínDas Haus oberhalb des Wenzelsplatzes ist wegen seiner ungezwungenen Atmosphäre vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt. 16 Zi. | Balbinová 26 | Tel. 222250660 | Fax 222250660 | www.balbin.cz | Metro Muzeum
BalkánGünstiges Haus in Moldaunähe. Wegen der stark befahrenen Straße um ein Zimmer zum Hof bitten. 28 Zi. | Svornosti 28 | Tel. 257327180 | Fax 257327180 | balkan@chello.cz | Metro Anděl
Czech InnDas 2006 eröffnete Hostel wurde bereits mit einem Designpreis ausgezeichnet und von der „Washington Post“ in die Liste der 12 besten Großstadthostels aufgenommen. Gäste sind nicht nur Rucksackreisende, sondern zunehmend auch Geschäftsleute. 130 Betten (auch EZ u. DZ) | Francouzská 76 | Tel. 267267600 | Fax 267267601 | www.czechinn.com | Straßenbahn 4, 22, 23 Krymská
Miss Sophies HostelModern eingerichtetes, sehr sauberes Hostel. Schlichte, aber ausreichende Ausstattung, nette Atmosphäre, zentrale Lage. 30 Betten (auch EZ u. DZ) | Melounova 3 | Tel. 296303530 | www.miss-sophies.com | Metro I.P. Pavlova
Sir Tobys HostelSympathische Pension für nicht allzu Anspruchsvolle, in der Nähe des Bahnhofs Nádraží Holešovice. 12 Zi. | Dělnická 24 | Tel. 283870635 | Fax 283870636 | www.sirtobys.com | Straßenbahn 1, 3, 5, 12, 25 Dělnická
StandardJugendstilhaus an der Moldau südlich des Palacky-Platzes (Palackého náměstí), manche Zimmer mit Blick auf die Burg. 11 Zi. | Rašínovo nábřeží 38 | Tel. 224916060 | Fax 224912040 | www.standard.cz | Straßenbahn 3, 16, 17, 21 Výtoň
U MedvídkůUnscheinbare Pension im Stadtzentrum. Netter Service, unten wird auch ein Restaurant betrieben. Oft ausgebucht. 20 Zi. | Na Perštyně 7 | Tel. 224211916 | Fax 224220930 | www.umedvidku.cz | Metro Národní třída
UnionUnauffällig duckt sich das komfortable Hotel unter die gewaltige Nuslebrücke. Die kleinen Zimmer verfügen über eine üppige Minibar. Parkplatz vor dem Haus, zahlreiche Gaststätten in unmittelbarer Nähe. 57 Zi. | Ostrčilovo náměstí 4 | Tel. 261214812 | Fax 261214820 | www.hotelunion.cz | Straßenbahn 7, 1824 Ostrčilovo náměstí
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Privatunterkünfte
Accommodation ServiceVermittlungsstelle, die u. a. Unterkunft in Studentenwohnheimen anbietet. | Haštalská 7 | Tel. 224813002 | Fax 222316640 | www.apartment4rent.cz | Metro Náměstí Republiky
Easy TravelAnlaufstelle für die Vermittlung von Hotels und Privatunterkünften. | Tgl. 6-23 Uhr | im Hauptbahnhof | Wilsonova 8 | Tel. 224641916 | Fax 224237935 | www.pragueagency.com | Metro Hlavní nádraží
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Luxushotels
Carlo IV.Edel renovierter neoklassizistischer Palast. Zentrale Lage unweit des Wenzelsplatzes. 152 Zi. | Doppelzimmer ab 284 Euro. | Senovážné náměstí 13 | Tel. 222242458 | Fax 224223357 | http://boscolohotelcarloiv.praguehotels.it | Metro Hlavní nádraží
Four SeasonsZehn Jahre dauerte es, bis der immer noch viel diskutierte Komplex an der Moldau 2001 „der Umgebung angepasst“ eröffnet werden durfte. Stars wie Bruce Willis steigen bevorzugt hier ab. 162 Zi. | Doppelzimmer ab 370 Euro. | Veleslavínova 2 a | Tel. 221427000 | Fax 221426000 | www.fourseasons.com | Metro Staroměstská
Hilton1991 gebautes Vier-Sterne-Hotel mit künstlichen Brunnen im gläsernem Innenhof. 788 Zi. | Doppelzimmer ab 345 Euro. | Pobřežní 1 | Tel. 224841111 | Fax 224842378 | www.hilton.de/prague | Metro Florenc
Inter-ContinentalLuxushotel an der Moldau mit beeindruckender Gästeliste und schönem Blick über die Altstadt. 364 Zi. | Doppelzimmer ab 265 Euro. | náměstí Curieových 43/5 | Tel. 296631111 | Fax 224811216 | www.ichotelsgroup.com | Metro Staroměstská
Mandarin OrientalKloster aus dem 14. Jh., das behutsam renoviert in ein Edelhotel verwandelt wurde. Idyllisch auf der Kleinseite gelegen. 99 Zi. | Doppelzimmer ab 370 Euro. | Nebovidská 459/1 | Tel. 233088888 | Fax 233088668 | www.mandarinoriental.com/prague | Straßenbahn 12, 20, 22 Hellichova
Mit Kindern unterwegs
Bahnen, Barbies, wilde Tiere
Die altehrwürdige Stadt hat auch den Jüngsten etwas zu bieten
Prag ist keine Stadt der Museen, sondern ein einziges Museum, behaupten viele. Auch für Kinder gibt es hier einiges zu entdecken. Zum Beispiel die 1891 gebaute Seilbahn auf den Petřín. Oben angekommen ist es nicht mehr weit zum historischen Spiegellabyrinth, in dem Spaß garantiert ist (April-Okt tgl. 10-18, Mai 10-22, Juni/Juli 10-20 Uhr, Nov. bis März Sa/So 10-17 Uhr). Aber auch die Prager Burg oder die Altstadt müssen nicht langweilig sein. Wer seinen Kindern eine Besichtigung schmackhaft machen will, dem seien die witzigen Comics von Lucie Seifertová empfohlen, in denen all die bekannten Prager Geschichten und Legenden spannend erzählt werden (in allen größeren Prager Buchhandlungen oder Souvenirshops auch auf Deutsch erhältlich).
Mit Kindern unterwegs
Mit Kindern unterwegs
Familienbrunch im Hotel MövenpickSpielecken in Cafés oder Restaurants sind in Prag unüblich. Anders im Restaurant des Hotel Mövenpick. Es bietet sonntags einen speziellen Brunch für Familien an: saftige Kinderdrinks und andere Leckereien für die Kleinen, ein reichhaltiges Buffet für die Großen. Und während die Erwachsenen das Essen in Ruhe genießen können, kümmern sich Betreuer in einem Spielzimmer um die Kinder. | So 11-15 Uhr | 750 Kč, Kinder bis 6 J. frei, 7-12 J. 370 Kč | Mozartova 261/1 | Metro Anděl | www.moevenpick-hotels.com/hotels/prague
KinderbetreuungBrauchen Sie einen Babysitter, der im Hotel auf Ihre Kinder aufpasst? Prague Family vermittelt qualifizierte und auf Wunsch auch deutschsprachige Betreuer für ca. 200 Kč/Std. | Senovážné nám. 20 | Tel. 420737749019 | http://deti.praguefamily.cz/
Spielzeugmuseum/Muzeum HračekIn den Ausstellungsräumen auf dem Burgareal gibt es jede Menge Plüsch, Blech und Barbies zu bestaunen. Die riesige Spielesammlung umspannt einen Zeitraum vom antiken Griechenland bis heute. | Tgl. 9.30-17.30 Uhr | Eintritt 60 Kč, Familienticket 120 Kč | Jiřská 6 | Metro Malostranská
Verkehrsmuseum/Muzeum Městské Hromadné DopravyPünktlich und zuverlässig - über den ÖPNV in Prag kann man nichts Schlechtes sagen. Es sei denn, man ist mit einem Kinderwagen unterwegs und hat daher mit Treppen in Metrostationen oder mit unpraktischen Straßenbahneinstiegen zu kämpfen. Die meisten Kinder aber sind begeistert von den alten und neuen Straßenbahnen, die durch die Innenstadt rattern. Wer noch mehr tramvaj-Modelle, Metrowaggons und Oberleitungsbusse sehen will, dem sei das Museum des Personennahverkehrs empfohlen. In dem historischen Depot werden über 40 Fahrzeuge ausgestellt - auch eine Pferdebahn von 1886. Einsteigen kann man in die „Nostalgie-Straßenbahn“ (25 Kč), die direkt vom Museum aus zu einer Stadtrundfahrt über Wenzelsplatz, Kleinseite und Burg startet. Ein- und Ausstieg ist an allen Haltestellen möglich - unabhängig vom Museumsbesuch. | April-Nov. Sa/So 9-17 Uhr | Eintritt 20 Kč | Patočkova 4 | Straßenbahn 1, 18, 25 Vozovna Střešovice
Zoo/Zoologická ZahradaGorillas und Warzenschweine, Giraffen und Pinguine - auf dem weitläufigen, von natürlichen Bächen und Felsen durchzogenen Gelände leben insgesamt über 650 verschiedene Tierarten. Spazierfaule Besucher transportiert ein Sessellift in den oberen Teil der Anlage. Tipp: Statt mit dem Bus kann man vom Stadtzentrum aus auch mit einem Moldauboot zum Zoo fahren | Rašínovo nábřeží 100 Kč | Abfahrt 9.30 u. 12.30 Uhr, Juni-Aug. tgl. 9-19, April, Mai, Sept., Okt. 9-18, Nov.-März 9-16 Uhr | Eintritt 100 Kč, Familienticket 300 Kč | U Trojského zámku 3/120 | Bus 112 ab Metro Nádraží Holešovice (C) | www.zoopraha.cz
Insider-Tipp
Neue Welt/Nový Svět
Ein Stück altes Prag: Das Gassengewirr des Viertels „Neue Welt“ hinter der Burg
Maria-Siegreich-Kirche/Kostel Panny Marie Vítězné
Jahrhundertealte Wallfahrtsstätte: Das Prager Jesuskind liegt in der Kleinseitner Krippe
Ježek-Museum/Památník Jaroslava Ježka
Taktvolles Prag: Im kleinsten Museum Prags auf den Spuren von Jaroslav Ježek, für viele der bedeutendste Komponist nach Smetana und Dvořák
Franziskanergarten/Františkánská Zahrada
Natürlicher Schlupfwinkel: Entspannen Sie sich im versteckten Franziskanergarten hinter den Prachtbauten des Wenzelsplatzes
Tanzendes Haus/Tančící Dům
Urbane Zukunftswelten: Die gewagte Architektur des Tanzenden Hauses am Flussufer
Le Patio
Berber und Wunderlampen: Im Le Patio genießen Sie am Wochenende das längste Frühstück der Stadt
Montmartre
Kaffee, Kafka und Kisch: Das Café Montmartre war schon Anfang 20. Jhs. Treffpunkt von Künstlern und Literaten
U Milosrdných/Bei den Barmherzigen
Gnadenlos böhmisch: Die „Barmherzigen“ bieten als eins der letzten authentischen Lokale deftige Hausmannskost
Arzenal
Holz und Glas: Bořek Šípek formt extravagante Vasen für Mick Jagger und war Václav Havels Innenarchitekt auf der Prager Burg
Petřínské Terasy
Ein Hang zum guten Essen: Der Blick vom Restaurant Petřínské terasy zeigt Prag wie auf dem Präsentierteller
Světozor
Popcornfreier Kinogenuss: Im Kino Světozor sehen Sie internationale Filme im Original und tschechische mit englischen Untertiteln
Altstadt & Josefstadt/Staré Město & Josefov
Mondäne Metropole: Schnuppern Sie auf dem Weg vom Altstädter Ring zur Moldau das Weltstadtflair der Pařížská-Straße
Top Highlights
Kampa
Die anmutige Halbinsel ist ein beliebter Ort für Spaziergänge. Von der Kleinseite trennt sie fast über die ganze Länge ein künstlicher Moldauarm, der Teufelsbach Čertovka. Er diente den lokalen Mühlen jahrhundertelang als Antrieb. Am nördlichen Ende des Bachs ragt das Prager Venedig (Pražské Benátky) hervor, eine Gruppe alter Häuser. Ursprünglich befanden sich auf der Kampa nur Parkanlagen, dann kamen immer mehr Mühlen hinzu. Die erste war im 13. Jh. die Sova-Mühle (Sovovy mlýny), die 2003 als Museum wieder eröffnet wurde. Die Bürgerhäuser auf der Kampa entstanden erst im 16. Jh. | Metro Malostranská
Alter jüdischer Friedhof/Starý Židovský Hřbitov
Was wie kunstvoll arrangiert aussieht, entstand aus purer Platznot: Weil auf dem jüdischen Friedhof Gräber nicht nach einer bestimmten Zeit „aufgehoben“ wurden, musste jahrhundertelang neue Erde aufgeschüttet werden. Als Ergebnis liegen die Toten hier in bis zu neun Schichten übereinander, und die Steine stehen dicht an dicht. Das bekannteste Grab des Friedhofs gehört dem 1609 gestorbenen Schöpfer des legendären Golems, Jehuda Liwa ben Bezallel, genannt Rabbi Löw. Das letzte Begräbnis fand hier nachweislich im Mai 1787 statt, aber wann das erste der schätzungsweise 200000 Gräber errichtet wurde, weiß niemand so genau. Der älteste der 12000 Steine stammt jedenfalls aus dem Jahr 1439. Wer das Grab von Franz Kafka sucht, wird es hier nicht finden - der Schriftsteller liegt auf dem neuen jüdischen Friedhof. | Široká 3 | 470 Kč (alle Synagogen u. alter Friedhof) | Metro Staroměstská
Altstädter Ring/Staroměstské Náměstí
Auf Prags ältestem Platz wurden schon im 12. Jh. Waren umgeschlagen: Damals nannte man ihn „Großer Platz“ und handelte mit Gewürzen und Gemüse, Schmuck und Seide, Holz und Vieh. Zuvor mussten die Kaufleute jedoch im Hof hinter der Teynkirche einen Zoll zahlen, das „Ungelt“. So heißt der 1996 nach kostspieliger Renovierung eröffnete Platz noch heute. Und auch auf dem Altstädter Ring wird heute wieder mit allem Möglichen gehandelt. Bei dem, was Touristen angeboten wird, scheinen Qualität und Authentizität nicht gerade Bedingung zu sein. Schauplatz eines dramatischen historischen Ereignisses wurde war der Altstädter Ring 1621. Nachdem die böhmischen Stände die Schlacht am Weißen Berg verloren hatten, ließen die siegreichen katholischen Habsburger hier 27 protestantische Adelige hinrichten. Vor dem Rathausturm ins Pflaster eingelassene Kreuze erinnern an die Getöteten.
Karlsbrücke/Karlův Most
Auf der 10 m breiten und 520 m langen Brücke buhlen heute ukrainische Karikaturisten, tschechische Puppenspieler und amerikanische Gitarristen um die Aufmerksamkeit der Passanten. 400 Jahre lang war die auf 16 Pfeilern ruhende gotische Karlsbrücke die einzige Verbindung zwischen Altstadt und Kleinseite. Kaiser Karl IV. ließ sie 1357 unter der Aufsicht von Peter Parler bauen - mit blanker Brüstung: Erst zwischen 1657 und 1714 kamen die meisten der heute kaum wegzudenkenden Figuren hinzu. Die bekannteste Statue dürfte der hl. Nepomuk sein (von der Altstadtseite die achte Figur rechts, sie war 1683 eine der ersten auf der Brücke). Der Brückenheilige schützt auch in der böhmischen Provinz, in Schlesien, entlang der Elbe und in Bayern vor Hochwasser und Schiffsunglücken. Das Handauflegen am Relief im Pfeiler soll Glück bringen - die blank geriebene Stelle macht klar, wie viele Besucher das glauben. Zwischen dem sechsten und siebten Pfeiler rechts markiert ein Kreuz in der Brüstung den Ort, wo der Priester vor 600 Jahren von den Schergen des Königs Wenzel IV. in den Fluss gestürzt wurde. Er hatte sich trotz Folter an das Beichtgeheimnis gehalten. Die erste Figurengruppe der Karlsbrücke war 1657 übrigens die Kreuzigungsszene (dritte Statue rechts), die bisher letzte das Heiligenduo Kyrillos und Methodios (1938, fünfte Statue rechts).
Nationalmuseum/Národní Muzeum
Alles, was das tschechische Herz höher schlagen lässt: In den Seitenflügeln befinden sich umfangreiche ethnografische, archäologische und naturwissenschaftliche Sammlungen, darunter die größte Mineraliensammlung Europas. Ebenso bemerkenswert sind die Bibliothek (über 3,5 Mio. Bände) und die Münzsammlung. In der Mitte des um 1890 erbauten Museums ehrt ein zweistöckiges Pantheon verdiente Tschechen mit bronzenen Statuen. Vorbild für die Neorenaissancefassade war der Louvre in Paris. | Mai-Sept. tgl. 10-18, Okt.-April 9-17 Uhr, jeden ersten Di im Monat geschl. | 120 Kč | Václavské náměstí 68 | www.nm.cz | Metro Muzeum
Vyšehrad
Nur am Wochenende trifft man auf dem bizarren Moldaufelsen viele Spaziergänger, die meisten Pragbesucher meiden Vyšehrad. Zu ihrem eigenen Schaden, denn von der Peter-und-Paul-Kirche hat man einen schönen Blick über die Stadt. Auf diesem Hügel orakelte um 725 die Fürstin Libuše, Stammmutter der Přemyslidendynastie, der Stadt einen „Ruhm, der bis zu den Sternen reicht“. Später stand hier die Siedlung böhmischer Fürsten. Die erste Burg, von der unter anderem noch die romanische Martinsrotunde zu sehen ist, wurde im 15. Jh. während der Hussitenkriege zerstört. Die Rotunde aus dem 12. Jh. ist eines der ältesten Bauwerke Prags. In der Nähe führt ein Tor zu einem unterirdischen Lager, in dem zahlreiche Originalstatuen der tschechischen Hauptstadt vor dem Zerfall geschützt werden.
Wenzelsplatz/Václavské Náměstí
Ein Boulevard der Eiligen, der Schlendernden, der Verliebten, der Erlebnishungrigen, der Taschen- und der Tagediebe: Das ist der Wenzelsplatz heute. Er beherbergt zwei Metrostationen, zehn Wechselstuben, zahlreiche Büros, Geschäfte und Restaurants, dabei hatte ihn Karl IV. 1348 lediglich als Rossmarkt vor den Toren der Altstadt gegründet. 500 Jahre später unterlagen die Böhmen hier in einem Streit den Habsburgern. Zum Trotz gaben sie dem 750m langen und 60m breiten Ort den Namen des Landespatrons Wenzel. Er steht als Bronzedenkmal am oberen Ende des Platzes, vor dem gewaltigen Gebäude des Nationalmuseums. Flankenschutz geben der Reiterfigur die Statuen der Landesheiligen Agnes, Ludmila, Prokop und Adalbert (Vojtěch). In der Nähe des Denkmals verbrannte sich der Student Jan Palach am 16. Januar 1969 aus Protest gegen die Lethargie des Volks nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten (Gedenkstätte im Pflaster vor dem Nationalmuseum).
Holešovice
Der im Moldaubogen gelegene Stadtteil ist eines der beliebtesten Wohnviertel Prags. Das liegt auch an den beiden Parkanlagen:
Smíchov
In dem früheren Arbeiterviertel hat Staropramen, die größte Brauerei der Hauptstadt, ihren Sitz. In der Braustube neben dem Besucherzentrum kann man ein frisch gezapftes pivo zu deftiger böhmischer Küche kosten.
Slavia
Genießen Sie den traumhaften Blick auf Moldau, Burg und Karlsbrücke. Nach der Wiedereröffnung 1997 haben viele das neue Chromkleid des legendären Traditionscafés nicht akzeptiert. Wer am Fenster sitzt, tut es nicht wegen der Aussicht, sondern will in erster Linie gesehen werden. | Tgl. 8-23 Uhr | Národní třída 1 | Straßenbahn 9, 18, 22 Národní divadlo
Nebozízek/Bohrer
Das Delikatessenlokal liegt neben der Standseilbahn zum Petřín-Hügel. Terrasse mit traumhafter Sicht. Reservierung empfehlenswert. | Tgl. 11-23 Uhr | Petřínské sady 411 | Tel. 257315329 | Seilbahn ab Straßenbahnstation Újezd (z. B. von Metrostation Národní třída - Linie B)
Palffy Palác
Kerzenlicht, Klaviermusik und taktvolle Kellner - dies ist der richtige Ort für ein intimes Abendessen zu zweit. Reservieren nicht vergessen! | Tgl. 11-23 Uhr | Valdštejnská 14 | Tel. 257530522 | Metro Malostranská
Letenský zámeček/Letná-Schlösschen
Im Schlösschen auf dem Moldauhügel kommen beide auf ihre Rechnung: im unteren Restaurant der Gourmand, in der Feinschmeckerabteilung oben der Gourmet. Im Sommer ragt ein lauschiger Biergarten in den Letná-Park, der sich auch im Winter zum Verdauungsspaziergang eignet. | Tgl. 11-23 Uhr | Letenské sady 341 | Tel. 233378200 | Straßenbahn 1, 8, 25, 26 Letenské náměstí
Tower Praha
Wie wäre es heute mit „Tigercrevetten Pesto“ in 66 m Höhe? Vielen Besuchern des Tower Praha reicht allerdings schon eine Tasse Kaffee, um den Augenschmaus vom Fernsehturm zu genießen - vielleicht der schönste Blick über die Goldene Stadt. | Tgl. 11-23.30 Uhr | Mahlerovy sady 1 | Tel. 242418778 | Metro Jiřího z Poděbrad
Allegro
Im Restaurant des Hotels Four Seasons kombiniert Küchenchef Vito Mollica traditionelle böhmische Gerichte mit internationalen Spezialitäten, z. B. geschmortes Huhn mit gerösteten Knödeln und herzhafter Pilzsauce. Als Beilage: Moldaublick. | Hauptgerichte ca. 29 Euro. | Tgl. 7-23 Uhr | Veleslavínova 2a | Tel. 221427000 | Metro Staroměstská
Bontonland
Internationales Sortiment - Prags größter CD-Laden. | Václavské náměstí 1 | Metro Můstek
Pohádka/Märchen
Tschechische Legenden, ganz handzahm: Im Geschäft von Jiří Kopecký gibt es den Soldaten Schwejk aus Filz, den Maulwurf aus der „Sendung mit der Maus“ als Handpuppe, den Kater Mikesch als Marionette und vieles mehr zu kaufen. | Celetná 32 | Metro Náměstí Republiky
Rott Crystal
Auf mehreren Stockwerken bietet das Haus mit weltweitem Lieferservice Kristall und Keramik tschechischer und internationaler Hersteller an. Bis 1999 war das Rott in der Nähe des Altstädter Rings ein beliebtes Delikatessengeschäft. | Malé náměstí 3 | Metro Staroměstská
Havelský trh/Havelmarkt
Einer der ältesten Prager Märkte; er führt heute vorrangig günstiges Gemüse, allerlei Holzspielzeug und Schmuck. Wer hier nicht fündig wird, hat es auch anderswo schwer. | Tgl. 10-19 Uhr | Havelská | Metro Můstek
Bata
In kaum einer europäischen Fußgängerzone fehlt ein Schuhgeschäft des im mährischen Zlín geborenen Tomáš Bata (1876-1932). Am Wenzelsplatz steht das Prager Stammhaus der weltweiten Kette - mit immer noch preisgünstigen Angeboten. | Václavské náměstí 6 | Metro Můstek
Modernista
Kleiner Laden mit exklusivem Angebot. Hier kann man tschechisches Design der letzten 100 Jahre kaufen: kubistisches Porzellan, funktionalistische Sitzmöbel und Lampen, Art-déco-Schmuck, moderne Glaskunst oder Designer-Holzspielzeug der 1920er-Jahre. | Celetná 12 | www.modernista.cz | Metro Staroměstská
U Fleků/Beim Fleck
Seit über 500 Jahren eines der schönsten Lokale Prags, mit eigener Schwarzbierbrauerei. Im Sommer sind Trinkhalle und Biergarten allerdings oft mit Touristen überfüllt. Für Prager Verhältnisse eher teuer. | Tgl. 9-23 Uhr | Křemencova 11 | Metro Národní třída
U zlatého tygra/Zum goldenen Tiger
Beliebteste Kneipe der Innenstadt, einst Stammlokal des Schriftstellers Bohumil Hrabal (1914-97). | Tgl. 15-22.30 Uhr | Husova 17 | Metro Staroměstská
Lucerna
Ewig lockt der Klappstuhl: In diesem architektonischen Kleinod aus den 1920er-Jahren fällt es schwer, sich allein auf den Film zu konzentrieren. | Vodičkova 36 | Tel. 224216972 | Metro Můstek
Reduta
Der Club Reduta ist die renommierte Keimzelle des Prager Jazz, heute wird im ältesten noch existierenden Jazzclub Europas allerdings nur noch selten Experimentelles gespielt. Bill Clinton blies hier 1994 in sein Saxophon. | Tgl. ab. 21 Uhr, schließt spät | Národní třída 20 | Tel. 224933487 | Metro Národní třída
Rudolfinum
In dem atemberaubenden Gebäude ist die Tschechische Philharmonie beheimatet. Die Konzerte beginnen meist um 19.30 Uhr. | Alšovo nábřeží 12 | Tel. 227059227 | Metro Staroměstská
Laterna magika/Magische Laterne
Zwar hat das Schwarzlichttheater mittlerweile zahlreiche Konkurrenten bekommen, das Haus mit der originellen Fassade gilt aber immer noch als die Nummer eins. Die zauberhaften Illusionen mit Schauspielkunst und Videotechnik sind wirklich sehenswert. | Národní třída 4 | Tel. 224931482 | www.laterna.cz | Straßenbahn 9, 18, 22 Národní divadlo
Crowne Plaza
Das frühere „Hotel Internacional“ ist ein Stück Moskau in Prag und trug früher einen weithin sichtbaren roten Stern auf der Spitze. Das 1950er-Jahre-Haus wurde völlig umgebaut, Spuren seiner Vergangenheit sind jedoch noch sichtbar. 243 Zi. | Koulova 15 | Tel. 296537111 | Fax 296537535 | www.crowneplaza.cz | Straßenbahn 8 Podbaba
Hoffmeister
Kunstvoll eingerichtetes Hotel unterhalb der Burg, geführt von Nachkommen des Grafikers Adolf Hoffmeister (1902-73). Im Foyer hängen zahlreiche Karikaturen des Meisters. Ein Haus mit angenehmer, familiärer Atmosphäre. 42 Zi. | Pod Bruskou 7 | Tel. 251017111 | Fax 251017120 | www.hoffmeister.cz | Metro Malostranská
PaříŽ
Das 1904 erbaute Fünf-Sterne-Haus in der Altstadt wird vor allem wegen seiner geräumigen Zimmer geschätzt. Von außen ein blühender Jugendstil-Traum. 93 Zi. | U Obecního domu 1 | Tel. 222195195 | Fax 224225475 | www.hotel-pariz.cz | Metro Náměstí Republiky
Sax
Unterkunft in einem klassizistischen Gebäude im Botschaftsviertel der Kleinseite. 22 Zi. | Jánský vršek 328 | Tel. 257531268 | Fax 257534101 | www.sax.cz | Metro Malostranská
Burgviertel/Hradčany
Auftakt
Was für eine Stadt!
Magisch, hunderttürmig, golden - die Liste der bewundernden Attribute, mit denen Prag beschrieben wird, ist lang. Die Tschechen selbst nennen ihre Hauptstadt schlicht und stolz zugleich „Mutter aller Städte“. Mit ihren Gotik-, Barock- und Jugendstilfassaden gleicht die Moldaumetropole einem steinernen Geschichtsbuch. Spätestens seit der „Samtenen Revolution“ haben auch Touristen, Investoren und die Bohème aus aller Welt Prag für sich entdeckt. Doch die Stadt bietet mehr als nur die vom sozialistischen Einheitsgrau befreite Fassadenherrlichkeit. Prag ist auf dem Weg, wieder eine europäische Kulturmetropole zu werden.
Es klingt kurios wie vieles in Prag: Die Stadt an der Moldau hat mit ihrem Namen im Grunde wenig zu tun. Praha heißt auf deutsch Schwelle und bezeichnete jene Stelle, an der der Fluss am leichtesten zu überqueren war - die Furt also, und nicht die wenigen Siedlungen, die damals an den Ufern der Moldau standen. Doch als diese zur Stadt wuchsen, ging der Name auf den wichtigen Handelsplatz über.
Der Bau der Judithbrücke, der Vorgängerin der Karlsbrücke, im Jahr 1158 markiert einen wichtigen Punkt in der Beziehung zwischen Stadt und Fluss. Der erste steinerne Brückenschlag über die Moldau, unter Karl IV. durch die später so genannte Karlsbrücke ersetzt, bildete jahrhundertelang die einzige feste Verbindung zwischen beiden Ufern - aber er trennte auch: die Burg von den Bürgern, also den Adel der Kleinseite von den Händlern in der Altstadt. Heute hat sich die moderne Großstadt mit 1,2 Mio. Einwohnern auf etwa 500 km² weit über die Moldauhügel ausgebreitet, teils mit unansehnlichen Plattenbausiedlungen. Kleinseite und Altstadt sind jedoch im Stadtkern wie zur steinernen Kulisse eines Freilichttheaters verschmolzen. Prag hat eine der größten geschützten Zonen Europas - und Prag hat ein großes Problem. Fast das komplette Zentrum ist von der Unesco als Welterbe anerkannt, doch Experten befürchten den schleichenden Verlust des Juwels. Als Grund nennen sie weitreichende Versäumnisse in der Denkmalpflege - Konsequenzen einer zögerlichen Kommunalpolitik. Erkannt hat dies auch der Fachbeirat der UN-Kulturorganisation, der die historische Prager Innenstadt in den 1990er-Jahren in die Liste der 100 meistgefährdeten Denkmäler der Welt aufnahm.
Tatsächlich ist das Zentrum von einer einzigartigen Mischung der Stile aller Epochen geprägt. Es gibt wenige Viertel, in denen alle Gebäude aus der gleichen Zeit stammen. Prager Denkmalschützer müssen sich daher immer wieder fragen, was sie schützen wollen: eine Epoche, einheitliche Straßenzüge oder einzelne Gebäude? Als Anfang der 1990er-Jahre das „Haus zur Steinernen Glocke“ am Altstädter Ring renoviert wurde, legte man unter dem barocken Putz eine gotische Steinfassade frei. In diesem Gewand steht das Haus nun zwischen einem Barockpalast und einem Markthaus aus der Renaissance. Die Renovierung des Gebäudes gilt als vorbildlich und zeigt, dass man in Prag tatsächlich jedes Haus einzeln beurteilen muss.
In Prag wird immer noch viel improvisiert, und das gilt nicht nur für die Architektur. Viele Pragerinnen überbieten im Alltag manches locker an Schick, was man in Mailand oder Paris trifft. Natürlich gibt es auch hier jene kessen Kleidchen mit den teuren Namen, aber viele machen ihre alta moda selbst, verändern die Vorlagen nach Geschmack und interpretieren gegen das Schema. Vor der „Samtenen Revolution“ von 1989 zeichnete das die Hauptstadt schon einmal aus, und einiges davon ließ sich in die heutige Zeit retten.
Mit Fantasie, Vielfalt und Differenz hat auch das freie Unternehmertum zu tun. Manche Illusion ist bereits zerplatzt, weil man glaubte, für jedes Angebot sei Publikum da. Da ist vieles in Naivität zerflossen, was arg- und ahnungslos angepackt wurde. Mancherorts muss man sich die Augen reiben: Die Gründungen der ersten Generation sind längst verschwunden, aus der Toreinfahrt lugt bereits die dritte Eröffnung nach der Wende. Noch viele Prager Gewerbetreibende müssen lernen, dass der stabile Umsatz von den Heimischen kommt, dass ihr Angebot in erster Linie ihnen nützen sollte. Der Fremdenverkehr wird dann von selbst davon profitieren.
Stark gelitten hat in den vergangenen Jahrzehnten die Kaffeehauskultur. Diese Institution war bei Gründung der Tschechoslowakei 1918 gern aus der Erbmasse der zerfallenen Donaumonarchie übernommen worden. Das Kaffeehaus war ein Ort der Damen und der Künstler. Der Geist dieser Begegnungszentren lebt noch fort in den Geschichten des „rasenden Reporters“ Egon Erwin Kisch, des großen Pragers. Doch aus legendären Häusern wurden Touristenfallen, andere ehemalige Schauplätze des mitteleuropäischen Kulturlebens gingen ganz unter. Mittlerweile gelang es privaten Investoren, einige Cafés wieder zu beleben, und interessante Neuerungen sind dazugekommen. In manchen Kaffeehäusern sieht man wieder Zeitungsleser, die bei einem „kleinen Braunen“ einen gemütlichen Nachmittag verbringen.
Das alltägliche Stadtbild prägt heute jedoch vor allen Dingen das pulsierende, moderne Leben. Viele ausländische Investoren sind seit der „Samtenen Revolution“ gekommen und brachten Landsleute mit - zuerst waren es die Amerikaner (heute leben in Prag rund 8000), wenig später die Deutschen (gegenwärtig ungefähr 5000), dann die Holländer, Dänen, Franzosen, Engländer und Asiaten. Nicht alle zog es des Geldmachens wegen in die Hauptstadt, viele kamen, um das Leben, die romantische Stadt, das Bier zu genießen - oder weil sie etwas Neues machen wollten. Auf einen gewissen westlichen Standard möchte jedoch keiner von ihnen verzichten, deshalb finden Supermärkte mit internationalem Angebot, Fast-Food-Buden und Boutiquen mit Markenware nicht nur in der Touristensaison und bei Einheimischen großen Zuspruch.
Egal ob Ausländer oder Einheimische - die „Szene“ ist euphorisch: Die Zahl der Ausstellungen junger Künstler steigt, ebenso die der Bücher- und Plattenveröffentlichungen. Zudem ziehen viele junge Tschechen in die Hauptstadt, sie senken den Altersdurchschnitt der Bewohner auf momentan 39 Jahre. Die Karlsuniversität und elf Hochschulen bieten ein breites Angebot für Studenten, die mit ihrer Landflucht andererseits aber für Wohnungsprobleme in der Stadt und für Entsiedlung in den Provinzen sorgen.
Gegensätze genug gibt es auf dem Besichtigungsplan für Pragbesucher. Die kleinste Sehenswürdigkeit ist das Jesuskind - eine Wachsstatue von Weltruhm. Vor 400 Jahren bekam Polyxene von Lobkowitz die 45 cm große Renaissancefigur als Hochzeitsgeschenk aus Spanien. Als ihr Mann starb, schenkte sie das Jesuskind dem Karmeliterorden, der es in seiner „Kirche der Siegreichen Jungfrau Maria“ auf der Kleinseite ausstellte. Wallfahrer stifteten ihm über die Jahrhunderte 45 Kleider, manche mit Perlen und Diamanten bestickt.
Am anderen Ende der Skala gibt es die größte in Bronze gegossene Reiterfigur der Welt zu besichtigen - der Hussitenführer Jan Žižka steht weithin sichtbar auf dem Vítkov-Hügel vor der nationalen Gedenkstätte. Hier lieferten sich vor 600 Jahren die Hussiten unter Führung des einäugigen Žižka eine bedeutende Schlacht mit den Kreuzrittern. „Wo in anderen Städten Grundwasser fließt, hat Prag Blut“, fasste ein Historiker die Geschichte der Stadt einmal zusammen. 1419 begannen mit dem ersten Prager Fenstersturz die Hussitenkriege, und der zweite Fenstersturz war 1618 der Auftakt des Dreißigjährigen Kriegs. Nachdem zwei katholische Adlige wortwörtlich aus der Prager Burg hinausgeworfen worden waren, begann ein Religionskrieg, den die Tschechen bitter bezahlen mussten. Als 1648 der Westfälische Friede geschlossen wurde, waren Böhmens Städte zerstört und die Bevölkerungszahlen halbiert. Mehr als drei Jahrhunderte später läutete der Einzug von Hitlers Truppen in Prag im März 1939 den Wahnsinn des Zweiten Weltkriegs ein, und im August 1968 zerstampften die Panzerketten des Warschauer Pakts den „Prager Frühling“ und damit für lange Zeit die Demokratiebewegungen in Ostmitteleuropa. Doch auch positive Signale gingen von Prag aus, beispielsweise mit der Gründung der ersten Universität Mitteleuropas durch Karl IV. 1348. Um 1600 galt der Hof von Rudolf II. mit den Gelehrten Johannes Kepler und Tycho Brahe als eine Hochburg der Naturwissenschaften. Und im November 1989 schließlich führten die unblutigen Massendemonstrationen der „Samtenen Revolution“ zum Rücktritt der sozialistischen Regierung.
Mächtige und ohnmächtige Herrscher, Hektik und Gemütlichkeit, verschiedene Religionen, zahlreiche Nationen, viele Hoffnungen: Prag war schon immer ein Ort, an dem europäische Geschichte geschrieben wurde. Was hier passierte, hatte Folgen - manchmal gute, oft genug aber auch böse. Für sensible Besucher ist all dies immer noch sichtbar. Und wenn sich dann nachts das orangefarbene Laternenlicht matt auf dem Kopfsteinpflaster spiegelt und die trägen Wellen der Moldau müde gegen die Pfeiler der Karlsbrücke schwappen, spürt man die Krallen von „Mütterchen Prag“ und den herben Reiz der böhmischen Schönen ganz tief, als erinnere sie an etwas, das man längst vergessen glaubte.
Karel Gott - beliebt und museumsreif zugleichDie Tschechen nennen ihn ehrfurchtsvoll „Meister“: Karel Gott, seit über 40 Jahren ein Star der Schlagerszene. Inzwischen hat er sogar ein eigenes Museum. Aus seiner früheren Sommerresidenz in einem Prager Vorort wurde Gottland - eine Pilgerstätte für alle Fans des „Biene-Maja“-Sängers. Den Besuchern stehen Gotts einstige Wohnräume offen - Schlaf- und Badezimmer eingeschlossen. Tgl. 10-18 Uhr | Eintritt 147 Kč | Pražská 78 | Jevany | www.gottland.cz | ab Metrostation Skalka (A) weiter mit Bus 381, 382, 387 bis Vyžlovka, dann 10 Min. Fußweg (Gesamtweg ab Zentrum ca. 1 Std.)
www.tschechien-online.orgPraktische Tipps, Nachrichten, sehr informative Restaurant- und Hotelkritiken sowie ein Forum, in dem alle denkbaren Themen von Wohnungssuche über Tipps fürs Nachtleben bis hin zu Aktivitäten eines deutschsprachigen Stammtischs besprochen werden.
www.kafkaesk.deAufwendig gestaltete Website über Franz Kafka und Prag mit Fotos und Texten zu Kaffeehäusern und Architektur in der Zeit Kafkas.
www.diskussion.kafkaesk.deIm Diskussionsforum tauschen Prag-Fans auch nicht-literarische Erfahrungen und Eindrücke aus.
http://prague.tvEnglischsprachiges Portal, das sich vor allem an in Prag lebende Ausländer richtet. Adressen und Veranstaltungshinweise sind auch für Touristen sehr nützlich.
www.radio.cz/de/Hervorragende Seite der deutschsprachigen Redaktion des Tschechischen Rundfunks. Thematisch sortiert finden sich hier alle aktuellen Radiobeiträge aus den Bereichen Politik, Kultur und Sport auch zum Download. Außerdem: our durch Prag, virtuelle Stadtbesichtigung, Tschechisch-Sprachkurs und vieles mehr.
www.czecot.com/de/Service-Portal mit Informationen über Hotels und Restaurants, aktuellem Wetterbericht, Veranstaltungskalender, galerie, zahlreichen Filmsequenzen von Prager Sehenswürdigkeiten und Links zu Webcams.
Fahrn, fahrn, fahrn mit der StraßenbahnEine Pragbesichtigung bei Regen muss keine Qual sein und auch nicht viel kosten - es gibt ja die Straßenbahn. Für nur 20 Kč kutschiert einen zum Beispiel die Linie 17 ausgehend von der Haltestelle Podolská vodárna am Moldauufer entlang, vorbei am Vyšehrad, dem Tanzenden Haus, dem Nationaltheater, der Karlsbrücke und dem Rudolfinum bis zum Messegelände (Výstaviště). Noch mehr Sehenswürdigkeiten beiderseits der tramvaj-Scheibe hat nur die Linie 22 zu bieten. Wenn Sie am Náměstí Míru in Richtung Weißer Berg (Bílá hora) einsteigen, geht es quer durch die Neustadt, vorbei am Nationaltheater über die Moldau auf die Kleinseite und dann hinauf auf die Burg bis hin zum Strahov-Kloster (Pohořelec). Wer hier den Ausstieg verpasst, den bringt die Bahn weiter bis zum Kloster Břevnov (Břevnovs-ký klášter) oder aber bis zur Endstation Weißer Berg. Doch Vorsicht: Die 22 wird im Volksmund auch „Pickpocket-Express“, Taschendiebexpress, genannt - aus gutem Grund!
Sport in Prag: Derbys auf Eis und RasenEgal ob Fußball oder Eishockey - in Prag stehen sich beim Lokalderby immer Slavia und Sparta gegenüber. Während sich in den Fußballstadien jedoch häufig nur einige wenige eingefleischte Fans auf den Rängen verlieren, ist ein Extraliga-Eishockeyspiel ein wirkliches Erlebnis. Lední hokej ist schließlich tschechischer Nationalsport. Tickets gibt es ab ca. 100 Kč entweder am Spieltag direkt am Stadion oder im Vorverkauf.
Zu Hause in Prag - manchmal auch anderswoAutobiografie der 1916 geborenen jüdischen Schriftstellerin Lenka Reinerová, die als letzte Vertreterin der deutschsprachigen Prager Literatur gilt.
Tschechien für Deutsche - Eine NachbarschaftskundeEinführung in Geschichte und Gegenwart Prags und der Tschechischen Republik, verfasst von Hans-Jörg Schmidt, einem der besten Kenner des Landes.
Ich habe den englischen König bedientBohumil Hrabals Schelmenroman vom Aufstieg eines Aushilfskellners in der NS-Zeit, 2006 von Oskar-Preisträger Jiří Menzel mit Julia Jentsch in der weiblichen Hauptrolle verfilmt.
KolyaEin Prager Musiker und eingefleischter Junggeselle nimmt einen kleinen russischen Jungen auf. Langsam kommen die beiden sich näher und erleben gemeinsam die Samtene Revolution im Herbst 1989. Jan Svěráks Film wurde 1997 mit dem Oscar für den besten ausländischen Film ausgezeichnet.
Pan TauFür viele eine Kindheitserinnerung: Die Abenteuer des stets lächelnden Herrn mit der Melone aus den 1960er- und -70er-Jahren produzierte das Tschechoslowakische Fernsehen zusammen mit dem WDR.
AmadeusDer in die USA emigrierte tschechische Regisseur Miloš Forman drehte in Prag in den 1980er-Jahren „seinen“ Mozart-Film.
Szene
Trend Guide Prag
Die heißesten Entdeckungen und Hotspots! Unser Szene-Scout zeigt Ihnen, was angesagt ist
Thomas Kirschnerist Redakteur bei Radio Prag (www.radio.cz), der Auslandswelle des Tschechischen Rundfunks. Was er an Prag liebt? Den aufregenden Mix aus Barock und Moderne, das Nightlife in den coolen Clubs, die Abende in schlichten Kneipen, wo zwischen jungen Künstlern und biederen Stammgästen immer ein Platz frei ist. Das Schöne an der Stadt: dass sie ständig Neues aufnimmt und sich trotzdem treu bleibt.
Nightlife HotspotFrüher graue Vorstadt - heute hippes Szene-Viertel. In Holešovice eröffnen neuerdings immer mehr trendige Bars und Clubs. Die Prager Szene hat ohnehin ein Faible für Independent und Underground - genau der richtige Trend, um Gewölbekeller und ehemalige Lagerhallen zu angesagten Locations zu machen. Die besten Partys im Viertel finden im Club Cross mit alternativem Programm und experimentellen Altmetall-Installationen statt (Plynární 23 | www.crossclub.cz). Stylishe Dance-Events, DJ-Sets, Live-Konzerte und Partys von Electro bis Funk gibts im Mecca (U Prúhonu 3 | www.mecca.cz).
Bohemian beatsDie Musikszene präsentiert sich innovativ und extravagant. Vorreiter der dynamischen Prager Sound-Avantgarde sind die Jungs von Sunshine - nach ihrem Erfolg in den Staaten ist die Progressive-Band jetzt auch zu Hause groß im Kommen (www.sunshine.estranky.cz). Aushängeschild in Sachen Pop ist Aneta Langerová. Die tschechische Siegerin der Castingshow Česko hledá SuperStar zeigt sich unabhängig, unangepasst und geheimnisvoll (www.langerovaaneta.cz). Als Live-Act liegen Sto zvířat in den Clubs voll im Trend: Prager Ska in zehnköpfiger Besetzung (www.stozvirat.cz).
Open Air-KunstMit abgefahrenen Installationen und Skulpturen verändert der Künstler David Černý die Innenstadt und haucht ihr kreatives Leben ein. Im Garten der Deutschen Botschaft (Vlašská 19 | www.deutsche-botschaft.cz) erinnert Černýs vierfüßiger Trabant an den Herbst 1989, an der Fassade des Fernsehturms krabbeln seine verstörenden schwarzen Riesenbabys (Mahlerovy sady 1 | www.davidcerny.cz). Und in der Lucerna-Passage (Vodičkova 36) hängt Černýs ironisches Statement zu Stolz und Staatlichkeit des Landes: Der Heilige Wenzel thront bäuchlings auf seinem toten Pferd - postmodernes Gegenstück zur Reiterstatue des Landespatrons am Nationalmuseum. Place to see!
Prager FashionFashion-Victims aufgepasst - die junge Designerriege geht neue Wege und bringt ihre Mode via Internet unters Volk. Statt edel und schick heißt es jetzt: lässig und cool. Die Grundfarben von Shirts & Co sind schrill, Comic- und Manga-Prints sind angesagt, und abgefahrene, kleine Details verpassen den Teilen einen besonderen Touch. Das modische Must-Have der Stadt ist die coole Streetwear von Vohoz - die gibt es natürlich nur in limitierter Auflage (www.vohoz.cz). Für Accessoires, Caps und Kapuzenpullover mit Print-Logo ist Delict zuständig - nicht nur für Skater (www.delict.cz).
WassersportRafting und Kajaking sind angesagter denn je. Im extra angelegten Wildwasserkanal suchen nicht nur Profis, wie die Weltmeister Marek Jiras und Tomas Màder und die Olympiasiegerin im Slalomfahren Štěpánka Hilgertová, die Herausforderung. Immer mehr Raftingbegeisterte stellen sich der Strömung und den Wellen (www.funinprague.com). Etwas ruhiger, aber genauso trendy: Kajak-Touren auf der Moldau avancieren zur Freizeitbeschäftigung Nummer eins in Prag. Die Route startet auf der Insel Cisarska louka am Stadtrand unterhalb der historischen Vysehrad-Festung. Ziel ist meist die Insel Strelecký ostrov, dort erholen sich die Sportbegeisterten mit einem Blick auf Karlsbrücke und Burg.
Go RetroSecondhand ist Trend in der böhmischen Metropole - und das nicht nur in Sachen Mode. Je schräger, absonderlicher und älter das Fundstück, desto interessanter ist es für die Retro-Trendsetter. Universalquelle und immer wieder Fundus umworbener „Schmuckstücke“: die Basare, kleine Läden, die sich in den Vorstädten an jeder dritten Straßenecke tummeln. Sozialistisches Playmobil und schrille Filzhandpuppen gibt es im Old Toys Collector Shop (Rybná 21). Alles Retro heißt es auch im gleichnamigen Secondhand-Laden Retro (Perlova 4 | www.prague-life.com). Hier leben die 60er und die 70er wieder auf. Everything is vintage. Von den Zeitungen an den Wänden bis hin zum kitschigen TV-Gerät, am abgefahrensten sind die Klamotten. Stöbern und die Zeit vergessen.
MikrobrauereienMikrobrauereien boomen, nicht zuletzt, weil sie neue Wege gehen und mit extravaganten Sorten wie Vanille- und Sauerkirschbier überzeugen. Die bekannteste Kleinbrauerei ist das U Fleků (Křemencova 11 | www.ufleku.cz). U Medvídků sorgt für Superlative (Na Perštýně 7 | www.umedvidku.cz): Die kleinste Restaurantbrauerei Tschechiens braut das stärkste Bier. Ausschließlich tschechische Rohstoffe verwendet die Neustädter Brauerei Novomestsky Pivovar (Vodičkova 20 | www.npivovar.cz).
Punk-LiteraturAnführer ist der literarische Tausendsassa Jaroslav Rudis. Als Grenzgänger zwischen Deutschland und Tschechien hatte er seinen Durchbruch mit dem U-Bahn-Roman Der Himmel unter Berlin. Das Tempo ist mitreißend, die Ereignisse teils komisch, teils tragisch. Für seine Punk-Literatur erhielt er den Jiří-Orten-Preis, und sein jüngstes Werk Grandhotel hat es nun sogar bis ins Kino geschafft (www.rudis.cz). Für Happenings sorgt das Prager Literaturhaus. Vor allem deutschsprachige Autoren, wie zum Beispiel Lenka Reinerova, fesseln mit ihren Lesungen das Publikum (www.prager-literaturhaus.com).
Stichworte
Apropos Prag
Wenige Orte wecken so viele Assoziationen an gesellschaftliche und künstlerische Ereignisse wie die Goldene Stadt
ArchitekturSkrupellos trampelten Habsburger, Faschisten und Kommunisten in Prag auf den Menschenrechten herum, aber an eine Vorschrift traute sich kein Regime: an das Baugesetz von 1886, das eine Beschränkung auf fünf Stockwerke vorsieht und noch heute gültig ist. Damals hatte die Moldaumetropole bereits einen fünf Jahrhunderte langen Städtebau hinter sich, der um 1350 mit dem Bau der Neustadt (Nové Město), des Veitsdoms und der Karlsbrücke durch Kaiser Karl IV. entscheidend beeinflusst worden war. Zu Beginn des 20. Jhs. war Prag dann neben Berlin, Paris und Wien ein Schnittpunkt der städtebaulichen Avantgarde: Adolf Loos entwarf im Stadtteil Střešovice seine Villa Müller, Jože Plečnik entwickelte Gestaltungselemente für den Hradschin, Le Corbusier und Walter Gropius kamen zu Studienaufenthalten. Als scharfen Kontrast dazu schuf der Sozialismus nach 1948 gesichtslose Straßenzüge. Die Siedlungen am Stadtrand und die Autobahn am Kopf des Wenzelsplatzes sind schlimme Bausünden. Der Bedarf an Kreativität wird seit 1990 nachgeholt, wenn auch nicht überall mit gelungenen Objekten: Während Frank Gehry und Vlado Milunic mit ihrem „Tanzenden Haus“ Begeisterungsstürme hervorriefen, rümpfen die Prager über das Hotel Don Giovanni nur die Nase.
Filmszene„Hollywood an der Moldau“ - diesen Ruf hat Prag spätestens seit 1995, als Tom Cruise hier für seine „Mission Impossible“ vor der Kamera stand. Inzwischen drängeln sich die internationalen Filmteams oft regelrecht im engen Gassengewirr der Hauptstadt. Im Frühjahr 2005 hielten sich Roman Polanski („Oliver Twist“), Josef Vilsmaier („Der letzte Zug“) und Edward Norton („Der Zauberer“) gleichzeitig zu Dreharbeiten in Prag auf. Auch James Bond alias Daniel Craig war schon hier, denn der 007-Streifen „Casino Royale“ entstand 2006 in Prag. Mit den legendären Barrandov-Studios besitzt Prag ein hochmodernes Produktionszentrum. Perfekter Service zu niedrigen Preisen - das macht die tschechische Traumfabrik so attraktiv. Und natürlich die historische Stadtkulisse. Die nutzte schon 1984 Miloš Forman für seinen Mozartstreifen „Amadeus“. Die Filmemacher, die zu kommunistischen Zeiten im Land blieben, verlegten sich auf unpolitische Kinder- und Märchenfilme - mit großem Erfolg: Man denke nur an „Pan Tau“ oder den Weihnachtsfilm „Drei Nüsse für Aschenbrödel“. Seit der Wende kann wieder zensurfrei gedreht werden. Zwar meist mit kleinen Budgets, aber mit beachtlichem Erfolg und einem kinobegeisterten Publikum.
Franz KafkaIm Alltagsleben war der Sohn eines jüdischen Gemischtwarenhändlers als Sachbearbeiter bei der Prager Arbeiter- und Unfallversicherung tätig. Aber daneben, meist nachts, schuf Franz Kafka (1883-1924) ein einzigartiges Werk deutschsprachiger Novellen und Romane. Der chronisch Lungenkranke verstand es in Texten wie „Der Prozess“ glänzend, den Einzelnen als Spielball höherer Instanzen darzustellen, und erwies sich in Geschichten wie „Die Verwandlung“ als Meister der Groteske. Dem kommunistischen Regime waren die kafkaesken Visionen zu wirklichkeitsnah, und bis 1989 blieb der Autor, der auf dem Neuen jüdischen Friedhof begraben liegt, in seiner Heimat verfemt. Für Kafka war Prag ein „Mütterchen mit Krallen“. Mit seiner Geburtsstadt verband ihn eine Hassliebe: „Man müsste sie von zwei Seiten anstecken“, schrieb er einmal. Nach langer Krankheit starb Kafka unverheiratet, kinderlos und zu keinem besonders großen Ruhm gelangt in einem Lungensanatorium in Kierling bei Wien. Sein Freund Max Brod verbrannte entgegen dem ausdrücklichen Wunsch Franz Kafkas dessen Texte nicht und schenkte damit der Welt ein großes Vermächtnis - und der Prager Tourismusindustrie einen unerschöpflichen Werbeträger. Seit 2003 besitzt Kafka in der Vězeňská-Straße ein eigenwilliges Denkmal.
John LennonBeatle John Lennon war bereits zu Lebzeiten ein Idol in der Tschechoslowakei. Nach seiner Ermordung 1980 schufen Jugendliche heimlich am Velkopřevorské-Platz nahe der Karlsbrücke eine Gedenkstätte für den Musiker: Sie kritzelten „Ihr habt Lenin, lasst uns Lennon“ an die ziegelbedeckte Absperrung zwischen dem Vorhof der französischen Botschaft und dem Palast des Malteserordens. Mit diesem subversiven Spruch wurde die „Lennon-Mauer“ bis 1989 zum Zankapfel zwischen Dissidenten und der Obrigkeit. Seit der politischen Wende kann hier jeder seine Parolen, Grüße oder Malereien loswerden. 2003 verewigte sich auch die Lennon-Witwe Yoko Ono.
Prager FrühlingBei diesem Begriff denken heute die meisten Prager eher an das gleichnamige internationale Musikfestival als an die Reformbewegung der 1960er-Jahre. Aber ohne den Versuch der damaligen Parteiführung um Alexander Dubček, in der Tschechoslowakei einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz zu schaffen, wäre die Geschichte des Ostblocks anders verlaufen. Dubček hatte offen mit dem Regime in Moskau gebrochen, als er innenpolitisch die Zensur aufhob und außenpolitisch zarte Bande mit dem Westen knüpfte. Nach mehreren Warnungen marschierten am 21. Aug. 1968 Truppen der Warschauer-Pakt-Staaten in die Tschechoslowakei ein und beendeten den „Frühling“ mit einer Eiszeit, die 21 Jahre dauern sollte. Offiziell wurde der Überfall als Versuch erklärt, einen Bürgerkrieg verhindern zu wollen, und der Westen scheute aus Angst vor einer internationalen Eskalation eine Intervention. Der 1992 gestorbene Alexander Dubček musste als Hilfskraft in der Slowakei arbeiten, andere Intellektuelle gingen ins westliche Exil.
Feste und Events
Klassik und Jazz, Film und Buch
In Prag waren schon immer Künstler von Weltrang zu Gast
1. JanuarNeujahr
März/AprilOstermontag
1. MaiTag der Arbeit
8. MaiEnde des Zweiten Weltkrieges
5. JuliTag der slawischen Apostel Kyrillos und Methodios
6. JuliTag der Verbrennung des Predigers Jan Hus in Konstanz 1415
28. SeptemberTag des hl. Wenzel
28. OktoberGründungstag der Tschechoslowakischen Republik 1918
17. NovemberTag des Freiheitskampfes
24.-26. DezemberWeihnachten
JanuarNeujahrskonzert: Gute Auftritte an verschiedenen Orten über den 1. Januar verteilt. Insider schwören auf das Konzert der Prager Symphoniker im Repräsentationshaus (Obecní dům). Metro: Náměstí Republiky (B)
FebruarHoliday World: Große Prager Freizeitmesse mit vielen Aktionen auf dem Ausstellungsgelände Výstaviště. Metro: Nádraží Holešovice (C)
MärzMatthäus-Kirmes: Prags ältester Rummelplatz mit Karussells und Schießbuden auf dem Ausstellungsgelände Výstaviště, Metro: Nádraží Holešovice (C)
Mai/JuniPrager Frühling: Anlässlich dieses klassischen Musikfestivals gastieren Mitte Mai-Mitte Juni ausländische Spitzenmusiker in Prag. Karten frühzeitig besorgen! Obecní dům | Metro: Náměstí Republiky (B) | www.festival.cz/de
JuliFolklorefestival: Musik, Handwerk und Tanz rund um den Obstmarkt (Ovocní trh) - mal im Juli, mal im August. Metro: Náměstí Republiky (B)
SeptemberPrager Herbst: Musik- und Theaterfestival mit internationalen Ensembles. Rudolfinum | Metro: Staroměstská (A)
OktoberInternationales Jazz-Festival: gewinnt wegen der vermehrten Teilnahme internationaler Künstler an Ansehen. Lucerna | Metro: Můstek (A, B) | www.jazzfestivalpraha.cz
NovemberTheaterfestival in deutscher Sprache: Ein Dutzend Bühnen präsentiert zeitgenössische Stücke und bewährte Klassiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Divadlo na Vinohradech | Metro: Náměstí Míru (A)
DezemberWeihnachtsmarkt: Budenzauber mit viel Glühwein und viel Kunsthandwerk. Staroměstské náměstí | Metro: Staroměstská (A)
Sehenswertes
Eine Stadt zwischen gestern und morgen
Unterwegs zu tanzenden Häusern, einer alten Neustadt und der „meistfotografierten Männergruppe seit den Beatles“
Schon Mozart war von der Vielfalt Prags beeindruckt. „Ich fahre jeden Tag den gleichen Weg nach Hause und sehe doch immer wieder etwas Neues“, sagte er 1791. Diese Erkenntnis ist noch heute gültig: Besucher und Einheimische staunen gleichermaßen über den Glanz renovierter Fassaden, wo zuvor monatelang Gerüste standen.
Und selbst dort, wo die Renovierung schon lange abgeschlossen ist, ändert sich ständig etwas - vor allem im Zentrum. Wo vor einem Jahr noch eine Bäckerei war, ist jetzt vielleicht eine Boutique, ein Friseursalon hat sich in ein modernes Café verwandelt, und die Kneipe um die Ecke hat einem Buchgeschäft Platz gemacht. Prag ist auch knapp zwei Jahrzehnte nach der demokratischen Wende in permanenter Bewegung. Nicht geändert hat sich dagegen die wunderschöne Anlage des historischen Stadtkerns links und rechts der Moldau. Im Krieg blieb Prag von Bombenangriffen weitgehend verschont. So lässt sich die Schwärmerei eines anderen Prag-Reisenden - Thomas Mann - noch heute gut nachvollziehen: „Ich bin froh, wieder einmal hier zu sein, in dieser Stadt, deren architektonischer Zauber fast einzigartig unter allen Städten der Welt ist.“
Millionen Touristen aus aller Welt hat die Prag-Faszination in den vergangenen Jahren ebenfalls gepackt - Rucksackreisende und Pauschaltouristen, Schüler auf Klassenfahrt und Studienreisende. Eine echte Nebensaison gibt es nicht, auch im Winter hat man die Karlsbrücke fast nie für sich allein. Wer das berühmte Bauwerk dennoch in Ruhe genießen möchte, sollte frühmorgens oder aber am späten Nachmittag kommen. Das Gleiche gilt auch für das zweite Wahrzeichen der Stadt, die Prager Burg. Außerdem lohnt es sich, vom ausgetretenen Pfad des Königswegs (vom Pulverturm bis hoch zur Burg) abzubiegen, um die Atmosphäre des umliegenden Gassengewirrs ohne Touristenrummel genießen zu können.
Wem der Gang durch das „Museum unter freiem Himmel“ nicht reicht, dem stehen zahlreiche echte Museen offen - bis auf montags, denn an diesem Tag bleiben die meisten Ausstellungsräume geschlossen. Die Eintrittspreise liegen bei fast allen Häusern deutlich niedriger als in anderen Ländern. Dies ist nicht als Liebesbeweis an die Touristen zu verstehen, sondern als Rücksicht auf die kulturinteressierten, aber noch nicht auf Westniveau verdienenden Tschechen. Einige Museen bieten die Erklärungstexte zu den Kunstwerken leider nur in tschechischer Sprache an. In solchen Fällen lohnt sich die Begleitung durch einen Fremdenführer des Prager Informationsdienstes PIS (Staromestské námestí 1 | Tel. 236002569 | guides@pis.cz) oder anderer Organisationen.
Der Hradschin ist das größte zusammenhängende Burgareal der Welt, dennoch ist er an manchen Tagen zu klein für die vielen Besucher.
Sie ist wohl das romantischste Viertel Prags: die Kleinseite unterhalb des Hradschin. Nicht nur Filmemacher sind von ihr begeistert, weil sie lediglich die Autos wegfahren und die Reklameschilder abmontieren müssen, um eine perfekte Kulisse für das 18. Jh. zu haben.
Die Altstadt gehörte schon immer zu den vitalsten Vierteln Prags. Seit dem 10. Jh., als sich hier die ersten Handwerker, Kaufleute und Kolonialwarenhändler niederließen, bedeutete Wandel für das Viertel Normalität.
Die Anlage dieses Stadtviertels war eines der größten urbanistischen Projekte des Mittelalters - und wie so vieles in Prag geht es auf deutschen Kaiser und böhmischen König Karl IV. zurück.
Billiger und aufregender als die üblichen Ausflugsdampferfahrten ist das Mieten eines Tret- oder Ruderboots am Ufer der Halbinsel Žofín (Zugang über Masarykovo nábřeží | 10 Uhr bis Sonnenuntergang | ca. 80 Kč/Std.). Rund um die Schützeninsel (Střelecký ostrov) paddelnd eröffnet sich einem eine ganz neue Perspektive auf Altstadt, Kleinseite und Karlsbrücke.
Essen und Trinken
Deftig böhmisch oder international
Kein kulinarisches Paradies, aber mehr als Knödel - in der Goldenen Stadt ist Kreativität oft der größte Küchenmeister
Zwar haben die Spezialitäten der Welt längst in Prag Einzug gehalten, doch sehen sich viele Restaurants als ewige Bastion der böhmischen Küche: An der Moldau wird meist deftig gegessen, und die Prager sind mit Fleisch, Knödeln und Kraut (vepřo-knedlo-zelo) oder Lendenbraten (svíčkova) immer noch zufrieden.
Man muss ein wenig suchen und ein wenig mehr bezahlen, wenn man frischen Salat oder Gemüse auf den Teller bekommen will. Wer sichergehen will, sollte rechtzeitig reservieren und besser bis 21 Uhr das Menü bestellen - in Prag schließen viele Küchen früh. Das Zusammenschieben von Tischen ist ebenso wie getrenntes Zahlen nicht überall üblich.
Prager Bierexperten schwören, dass die Kneipenbesitzer im Zentrum zwar die Zapfleitungen sauber halten, dafür aber in den Spelunken der Vorstadt der Gerstensaft besser schmeckt. „Die Krone macht das Bier“, sagt man hier und macht den Test: Bleibt eine 50-Heller-Münze auf dem Schaum liegen, versteht der Wirt sein Handwerk. „Wo andere Städte Grundwasser haben, hat Prag Bier“, bemerkte einmal der Schriftsteller Bohumil Hrabal. Tatsächlich drehen sich in der Hauptstadt viele Gespräche um die Frage, welcher Brauerei man den Vorzug gibt. Grundsätzlich entscheidet die Stammwürze (nicht zu verwechseln mit dem Alkoholgehalt) über den Geschmack: Zehngradiges Bier ähnelt dem Pils, zwölfgradiges ist herb und mancherorts stark wie Bockbier. Die Bedienungen in Prager Kneipen sind von der Qualität ihres Ausschanks so überzeugt, dass sie in den meisten Fällen die Gäste gar nicht fragen - sie stellen einfach einen neuen halben Liter hin, wenn der alte zur Neige zu gehen droht. Gibt es ein größeres Kompliment?
Bei Paukert Feinkost gibt es sie noch, die tschechische Fast-Food-Alternative: chlebíčky, kleine, mit verschiedenen Leckereien belegte Baguettescheiben, bei denen eins nie fehlen darf: Mayonnaise. Mo-Fr 8-19, Sa 8-17 Uhr | Národní 17 | Metro: Národní třída (B)
Becherovkanicht nur in Böhmen in aller Munde ist der milde Kräuterlikör aus Karlsbad (Karlovy Vary)
Eierpfannkuchen (palačinka)schmecken leicht, sind aber schwer zu machen. Sie ähneln Crêpes und sind mit Marmelade, Quark oder Speiseeis gefüllt
Fisch (ryba)ist an der Moldau oft gleichzusetzen mit der traditionellen böhmischen Weihnachtsspeise, dem Karpfen (kapr), der meist mit Mandeln, Lebkuchen und Zimt gewürzt wird
Kaffeewird in Tschechien oft aufgebrüht (türkisch) serviert, also mit Satz
Kartoffelsuppe (bramborová polévka)enthält neben Kartoffeln viele Pilze - mit frischem Brot ein himmlischer Genuss!
Knödel (knedlík)werden meist aus altbackenen Brötchen mit Mehl, Salz, Butter, Eiern und Milch gemacht und zu Fleisch, Wild und Geflügel gereicht
Kuttelflecksuppe (drštková polévka)hat sich nach feuchtfröhlichen Nächten als Katerkiller bewährt. Etwas dickflüssig, besteht sie aus etwa 600 g geschabtem Rindermagen (Kuttelflecken) und ist meist mit Majoran, Paprika und Knoblauch gewürzt - eine authentische Spezialität des Landes
Pflaumenschnaps (slivovice)und
Wacholderbranntwein (borovička)sind als scharfe Desserts auch in Prag beliebt
Rinderlende (svíčková)evorzugt als Feiertagsessen. Auf dem mageren Fleisch thront oft ein Sahnehäubchen zur Verfeinerung
Rouladen (moravský vrabec)stammen aus Mähren, sind aber auch in der „Hauptstadt Böhmens“ beliebt. Das Schweineschulterfleisch wird meist lecker mit K. u. K. (Kümmel und Knoblauch) angemacht
Zwetschgenknödel (švestkovy knedlík)werden am Ende der Zubereitung in Semmelbröseln gerollt und in einer Schüssel, mit Zucker und Zimt bestreut, serviert
Einkaufen
Glas ist nicht alles
Bücher, Bier und bunte Sachen: Lassen Sie Platz im Koffer - es gibt viel mitzubringen aus der böhmischen Hauptstadt
Typische Prager Souvenirs, lästerte eine Zeitung einmal, seien Oblaten aus Karlsbad, Bier aus Pilsen und polnisches Geld, das man beim Schwarztauschen bekomme.
Tatsächlich stellt sich die Frage, was „typisch Prag“ ist. Die Verkaufsschlager sind jedenfalls Kristall und Holzspielzeug. Preis und Qualität differieren jedoch gewaltig, oft innerhalb derselben Straße. Die vielleicht schönsten Marionetten findet man auf dem Havelmarkt (Havelský trh), der bekannteste Glashersteller ganz Tschechiens ist Moser.
Prag hat aber viel mehr Dinge zu bieten, für die die Stadt nicht unbedingt bekannt ist. Beispielsweise sind die meisten Antiquariate der Stadt exzellent bestückt. Auch Tonträger mit klassischen Werken, die von heimischen Orchestern aufgenommen wurden, sind äußerst empfehlenswert. Die Ausbildung der Musiker ist in kommunistischen Zeiten sehr ernst genommen worden, denn mit ihren Tourneen erspielten sie dem Regime wichtige Devisen.
Die größte Auswahl an Geschäften finden Sie rund um das „Goldene Kreuz“. Dieser Begriff bezeichnet das Viertel um den Wenzelsplatz und die Straßen Na příkopě, 28. října und Národní třída. Doch auch zwischen dem Altstädter Ring und der Karlsbrücke sowie in der Celetná-Gasse haben sich bemerkenswerte Geschäfte etabliert. Elegant hat sich die Pařížská-Straße herausgeputzt, in der Filialen internationaler Firmen sitzen. Auch zahlreiche Schmuck- und Antiquitätengeschäfte bieten hier ihre Waren an. Fragen Sie bei Interesse unbedingt nach einer Ausfuhrgenehmigung. In Tschechien gibt es kein Ladenschlussgesetz, viele Geschäfte sind bis 20 Uhr und länger sowie sonntags geöffnet.
CDs von tschechischen Labels sind immer noch ein Schnäppchen. Empfehlenswert sind die Klassik-Einspielungen von Supraphon (www.supraphon.com) oft mit Spitzeninterpreten und -ensembles. Wers moderner mag, der sollte sich das Angebot des Independent-Labels Indies (www.indiesrec.cz) anschauen, bei dem die Performance-Geigerin Iva Bittová oder der Roma-Rapper Radoslav Banga alias Gipsy.cz veröffentlichen.
Unterhaltung
Unterhaltung auf hohem Niveau
Polka und Pantomime, Pilsener und Projektionen: Das Kulturprogramm hat Prag mittlerweile den Ruf eines „Paris des Ostens“ eingebracht
Mit dem Beginn von Demokratie und Marktwirtschaft vergrößerte sich 1989 das Freizeitangebot der Moldaumetropole. Geradezu lawinenartig entstanden in kurzer Zeit Kneipen, Clubs und Kabaretts. Und mit der Zahl der Etablissements stieg das Niveau, denn Konkurrenz belebt das Geschäft. So können Pragbesucher heute aus einem reichen Angebot an Möglichkeiten für ein Abendvergnügen wählen.
Spätestens seit US-Präsident Bill Clinton im Januar 1994 im Reduta-Club Saxophon spielte, gilt Prag als europäische Jazzmetropole. Kenner schwören auf Konzerte von Flötenvirtuose Jiří Stivín, Bigband-Leader Milan Svoboda und Allrounder Karel Růžičká - einer der Herren spielt immer in Prag.
Längst steht die Moldaustadt auch auf den Tourneelisten internationaler Stars. Auftritte der Toten Hosen oder von Robbie Williams sind keine Seltenheit, und die Eintrittskarten sind deutlich billiger als zu Hause. Auch wenn Sie lieber klassische Musik hören, werden Sie nicht enttäuscht. Die Konzerte in den Kirchen der Altstadt haben eine besondere Atmosphäre, und die Auftritte der hervorragenden Philharmoniker sind ein Genuss. In den Theatern und Opernhäusern der Stadt geben in der Saison viele Ensembles - ebenso wie die aufgeführten Kinos - auch Vorstellungen in Deutsch oder Englisch.
Viele Pragreisende schätzen vor oder nach dem Konzertbesuch eine kurze Auszeit in einer der zahlreichen Kneipen und Gaststätten. Bier ist so etwas wie eine Religion in Prag, immerhin hält das Land den Weltrekord im Pro-Kopf-Verbrauch (etwa 160 l jährlich). In den knapp 1000 Bierstuben der Hauptstadt tobt seit Jahrzehnten ein Kampf zwischen dem in Prag gebrauten Gerstensaft und dem Bier aus Pilsen. Wahr ist: Beides schmeckt, und zwar am besten frisch gezapft.
Für die Generalproben der Tschechischen Philharmonie oder des Rundfunkorchesters im Dvořák-Saal des Rudolfinums kann man mit ein bisschen Glück Karten (70-120 Kč) bekommen. Die generálka findet meist vormittags statt. Vorverkauf (jeweils am 20. für den Folgemonat) im Rudolfinum | Ecke náměstí Jana Palacha/ulice 17. Listopadu | Mo-Fr 10-18 Uhr sowie abends 1 Std. vor Konzertbeginn
Übernachten
Schlafen Sie gut!
Aufbruch aus der Donaumonarchie - die modernen Herbergen wachsen über sich hinaus. Der Boom sorgt für ein breites Angebot mit großen Unterschieden
Prag ist schon seit mehreren Jahrzehnten ein Magnet für Touristen aus aller Welt. Seit der Zwangsumtausch (und für viele Länder auch die Visumpflicht) abgeschafft ist, strömen noch mehr Besucher in die Stadt als zu sozialistischen Zeiten. Auch aus diesem Grund kam es nach dem Wendejahr 1989 zu einem regelrechten Boom beim Bau von Hotels.
Heute grenzt es nicht mehr an ein Wunder, wenn man als Individualtourist während der Saison ein Zimmer in Prag bekommt - viele Hotels vermieteten noch vor wenigen Jahren ihre Betten Monate vorher pauschal an Reiseunternehmen. Wer aber auf eigene Faust an die Moldau reist, sollte trotzdem besser eine der Vermietungsstellen für Unterkünfte aufsuchen (zum Beispiel in den Prager Bahnhöfen Hlavní nádraží und Nádraží Holešovice) oder früh buchen.
Ein Problem ist bei vielen kleineren Häusern die Verständigung. Bei deutsch- oder englischsprachigen Anrufen kommt es oft zu ärgerlichen Missverständnissen, die sich manchmal erst sehr spät, nämlich bei der Ankunft im Hotel, klären. Ausdrücklich empfohlen sei daher, schriftlich (z. B. per Fax) zu reservieren. Dies kann auch in Deutsch geschehen.
Die Zahl der Privatunterkünfte ist in den letzten Jahren so sprunghaft gestiegen wie die der Hotelzimmer. Das liegt auch daran, dass viele Prager sich eine Wohnung in einer Plattenbausiedlung leisten und ihr Apartment im Zentrum vermieten. Entsprechende Anzeigen findet man auch in deutschen Zeitungen. Im Allgemeinen sind diese Angebote seriös und die Unterkünfte sauber.
In der ehemaligen Sportlerunterkunft Hostel Strahov gibt es Doppelzimmer mit Bad schon ab 29 Euro. 700 Betten | Vaníčkova 5 | Tel. 233353739 | http://strahov.prague-hostels.cz | Bus 217: Kolej
Mit Kindern unterwegs
Bahnen, Barbies, wilde Tiere
Die altehrwürdige Stadt hat auch den Jüngsten etwas zu bieten
Prag ist keine Stadt der Museen, sondern ein einziges Museum, behaupten viele. Auch für Kinder gibt es hier einiges zu entdecken. Zum Beispiel die 1891 gebaute Seilbahn auf den Petřín. Oben angekommen ist es nicht mehr weit zum historischen Spiegellabyrinth, in dem Spaß garantiert ist (April-Okt tgl. 10-18, Mai 10-22, Juni/Juli 10-20 Uhr, Nov. bis März Sa/So 10-17 Uhr). Aber auch die Prager Burg oder die Altstadt müssen nicht langweilig sein. Wer seinen Kindern eine Besichtigung schmackhaft machen will, dem seien die witzigen Comics von Lucie Seifertová empfohlen, in denen all die bekannten Prager Geschichten und Legenden spannend erzählt werden (in allen größeren Prager Buchhandlungen oder Souvenirshops auch auf Deutsch erhältlich).
Stadtspaziergänge
Wie man durch Häuser geht …
… lernt man beim Gang durch die alte europäische Metropole
Der Nostalgische Hauch der PassagenDie auf mittelalterlichen Fundamenten ruhenden Bauten ziehen sich in die Tiefe und bieten Durchgänge von beträchtlicher Länge. Zwei Stunden sollte man für den Gang durch die engen Häuserfronten schon einplanen.
Die Neustadt des KaisersSeit Karl IV. diesen Stadtteil 1348 anlegen ließ, ist natürlich einiges verändert worden. Geblieben ist jedoch eine Mischung aus Bürgerviertel und pompöser Wohnstatt statusbewusster Kaufleute - gut zu sehen in etwa drei Stunden.
Der Petřín: grüner FluchtpunktFrüher beackerten die Prager auf diesem Hügel Weinberge und Steinbrüche. Heute ist der Petřín ihr Lieblingsort für einen etwa zweistündigen Sonntagsausflug.
24h
Ein Tag in Prag
Action pur und einmalige Erlebnisse.
Gehen Sie auf Tour mit unserem Szene-Scout
City CruiserMit Speed in den Tag. Die Segway-Elektroroller warten. Trendy ist, wer drauf steht - also rauf auf das zweirädrige Gefährt und Gas geben. Über die Karlsbrücke vorbei am Wenzelsplatz bis zum Karlsplatz - das ist Sightseeing für Eilige und bringt Fun. Wo? Dukelských Hrdinů 40 | Preis: 2 Stunden 60 Euro | Anmeldung nötig: Tel. 774007014 | www.segway.cz/segwaytours
Prag kafkaeskVerwirrend, faszinierend - wer in die Welt Kafkas eintaucht, kann sich auf Einiges gefasst machen. Stellen Sie alle Sinne auf Bereitschaft und lassen Sie sich auf die multimediale Ausstellung im Kafka-Museum ein. Nicht erschrecken: Die düsteren Klänge und das Rabengekrächze wurden extra für die Ausstellung komponiert! Wo? Alte Herget-Ziegelei | Cíhelna 2b | Eintritt: 120 Kč | Tel. 257535507 | www.kafkamuseum.cz
High NoonLunchen in himmlischer Umgebung: auf dem Fernsehtum in Žižkov, dem höchsten Gebäude Tschechiens! In knapp 70 m Höhe ist der Appetit riesig: Ideal, um duftende Palatschinken und krosse Tigerkrevetten zu genießen und sich danach beim besten Blick auf die Stadt den Wind auf der Aussichtsplattform um die Nase wehen zu lassen. Wo? Mahlerovy Sady 1 | Tel. 242418778 | www.tower.cz | Eintritt und Lift: 150 Kč
WasseractionImmer schön Oberwasser behalten, denn nach dem Höhenerlebnis heißt es jetzt in die Pedalen steigen und die Moldau mit einem quietschgelben Tretboot erobern. Die Sonne scheint, das Wasser plätschert, wem entlockt dies nicht ein Lächeln - noch dazu, wenn die Tretarbeit von der Strömung erledigt wird. Herrlich! Wo? Bootsverleih Club Lavka | Novotného lávka 1 | Tel. 221082299 | www.lavka.cz | Preis: 50 Kč pro Person und Stunde
Sweet CultureRan an die Pinsel. Das Bild, das entstehen wird, ist nicht aus Öl oder Acryl, sondern - man glaubt es kaum - aus Schokolade! Im Schokoladenmuseum von Vladomír Čech zeigt der Besitzer selbst, wie die süßen Kunstwerke entstehen. Chocolate Art zum Anschauen, nicht zum Abbeißen! Wo? Muzeum čokoladových obrázu | Týnska 10 | Eintritt: 100 Kč | Tel. 0420607919438 | www.chocolate-paintings.com | www.vcech.com
Füsse zeigenEs kribbelt und kitzelt, macht glücklich und entspannt. Die Rede ist von einer traditionellen Thai-Fußmassage, die nun auf dem Programm steht: zurücklehnen, Körper und Geist eine Pause gönnen und sich verwöhnen lassen. Zweifellos die beste Art, um für die nächste Runde durch die Stadt wieder fit zu werden! Wo? Thai Foot Massage | Rytířská 19 | 30 Min. 15 Euro (400 Kč)
Around the WorldFür alle, denen das alles noch zu wenig ist, ist ein Dinner im Design-Restaurant Noodles genau das Richtige. Denn hier kommen Gerichte aus der ganzen Welt auf den Teller: von Spätzle mit Braten über Bami Goreng bis hin zu süßen Nudeln aus Tschechien. Na, schon entschieden? Wo? Im Hotel Yasmin | Politickych Veznu 12/913 | Tel. 234100879 | www.hotel-yasmin.cz | www.noodles.cz
Freie AuswahlGerstensaft ohne Ende: Im Pivovarský, dem Brauerei-Klub, gibts mehr als hundert tschechische und internationale Biersorten. Beim Durchprobieren einer kleinen Auswahl genießt man die sensationelle Kombination von modernem Ambiente und urigem Gewölbekeller. Wo? Křižíkova 17 | Tel. 222315777 | www.gastroinfo.cz/pivoklub
Ausflüge und Touren
Aus Böhmens Natur und Geschichte
Die nähere Umgebung von Prag bietet Kultur- und Naturinteressierten gleichermaßen lohnende Ziele
Die Tropfsteinhöhlen von KoněprusyDie Schönheit Böhmens ist viel besungen. Kaum jemand ahnt aber, dass der Landstrich auch einige Stockwerke unter Hain und Flur Sehenswertes bietet. Etwa 35 km südwestlich von Prag lassen die Tropfsteinhöhlen von Koněprusy die Augen groß werden und die Hände über Jahrtausende alten Kalk wandern, als Zugabe lädt die Umgebung der nahen Burg Karlštejn (etwa 15 km von Koněprusy entfernt) zum Spazierengehen ein - ein Tagesausflug für alle Sinne. Weste oder warmen Pullover nicht vergessen, unter Tage ist es kühl.
Wandern in der Wilden ScharkaEin Ausflug in die Natur ist von Prag aus ohne großen Aufwand möglich. Nach einer halben Stunde Fahrt per Straßenbahn oder Auto gelangen Sie in die westliche Peripherie der Metropole: zur Divoká Šárka, der Wilden Scharka. Voraussetzung für diesen Ausflug ist Lust aufs Spazierengehen, Wandern, Klettern und - wer mag - Baden.
Kutná Hora, eine Perle Böhmischer GotikDer „Euro des Mittelalters“ kam aus Böhmen - genauer gesagt: aus Kutná Hora (Kuttenberg). In der malerischen Stadt, deren historischer Kern Bestandteil des Unesco-Weltkulturerbes ist, wurde bis 1547 der beinahe europaweit akzeptierte „Prager Groschen“ geprägt. Etwa 250 Jahre lang war Kutná Hora nach Prag die wichtigste Stadt Böhmens, und in ihrer Blütezeit lebten dort so viele Menschen wie in London. Heute versucht die Stadt mit Einnahmen aus dem Tourismus und den Finanzimpulsen der örtlichen Tabakindustrie an die goldene Ära des böhmischen Königreichs anzuknüpfen. Die 25000-Ew.-Stadt liegt etwa 65 km östlich von Prag und ist mit dem Auto über die Schnellstraße 12, mit mehreren Bussen ab Bahnhof Florenc (Metro B, C) oder mit vielen Zügen vom Hauptbahnhof aus leicht zu erreichen. Im Zentrum gibt es zahlreiche Parkmöglichkeiten und Wechselstuben.
KZ-Gedenkstätte TheresienstadtEnde des 18. Jhs. wurde die Festung Theresienstadt, 50km nördlich von Prag, von Kaiser Franz Josef II. als Gefängnis für politische Gegner der Habsburger Monarchie genutzt. Als im März 1939 die deutschen Nationalsozialisten einmarschierten, legte die Prager Gestapo in der sogenannten Kleinen Festung ein Polizeigefängnis an, in dem sie Antifaschisten internierte - meist Kommunisten. In der Hauptfestung, der eigentlichen Stadt, entstand im Juni 1940 ein Getto für Juden, das zugleich Konzentrationslager war. Die ursprünglichen Einwohner wurden ausgesiedelt. Per Zug ist der Ort über das benachbarte Litoměřice (Leitmeritz) zu erreichen, vom Prager Bahnhof Florenc (Metro B, C) fahren mehrere Busse täglich dorthin. Die Fahrt dauert etwa 45 Minuten.
Praktische Hinweise
Von Anreise bis Zoll
Urlaub von Anfang bis Ende: Die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Prag-Reise
AutoAus Richtung Nürnberg führt ab dem Grenzübergang Waidhaus/Rozvadov eine Autobahn über Plzěn (Pilsen) nach Prag, die Autobahn aus Richtung Dresden ist bis auf das kurze Teilstück zwischen Ústí nad Labem (Aussig) und Lovosice, das bis 2011 gebaut sein soll, inzwischen fertig, und aus Richtung Österreich ist die schnellste Verbindung die Bundesstraße über České Budějovice (Budweis).
BahnVon Frankfurt/Main fahren mehrere Züge täglich (8 Stunden), ebenso von München (6 Stunden) und Berlin (5 Stunden). Eine Hin- und Rückfahrt von Frankfurt kostet etwa 200 Euro, von München ca. 110 Euro. Die Züge enden am zentralen Hauptbahnhof (Hlavní nádraží), einige auch schon an der Vorortstation Nádraží Holešovice; beide mit Metroverbindung zum Zentrum.
BusZwischen einigen deutschen Städten und Prag bestehen regelmäßige Busverbindungen. Sie sind nicht gerade bequem, aber billig und enden an einem der großen Busbahnhöfe in Prag. Vorsicht aber vor Passagieren, für die man „etwas für Verwandte“ mitnehmen soll. Oft genug handelt es sich bei diesen Dingen um Schmuggelware.
FlugzeugPrags Flughafen Ruzyně liegt 16km vor der Stadt. Tagsüber fahren dort ungefähr alle zehn Minuten zwei Linienbusse (100, 119) ins Zentrum (Fahrpreis 20 Kč). Tipp: Transfer mit dem Sammeltaxi, einem weißen VW-Transporter mit roter Aufschrift „Airport-Centrum“, der für etwa 120 Kč ab und zum Náměstí Republiky fährt. Billigflüge nach Prag bieten unter anderem Easyjet, Germanwings und Intersky an.
Tschechische Zentrale für TourismusFriedrichstr. 206 | 10969 Berlin | Tel. 030/2044770 | Fax 2010515 | www.czechtourism.com
PIS (Prager Informationsdienst)Rytýřská 31 | Staroměstské náměstí 1 | Tel. 12444
AutoIn Tschechien herrscht absolutes Alkoholverbot. Innerhalb geschlossener Ortschaften beträgt die Höchstgeschwindigkeit 50km/h, außerhalb 90km/h, auf Autobahnen 130km/h.
Banken & GeldwechselZum Bargeldtausch in einer Bank benötigt man den Personalausweis. Wechselstuben verlangen meist viel höhere Gebühren als Banken. Im Zentrum sind einige Geldautomaten vorhanden. Fast alle Hotels, Geschäfte und Restaurants akzeptieren Kreditkarten, viele auch Euro.
Notfallnummern für verlorene KreditkartenAmerican Express Tel. 222800222 | Visa und Euro-/Mastercard Tel. 272771111 | Diners Club Tel. 267197450
Deutsche BotschaftVlašská 19 | Praha 1 | Tel. 257113111 | Fax 257534056 | www.deutsche-botschaft.cz | Metro: Malostranská (A)
Österreichische BotschaftViktora Huga 10 | Praha 5 | Tel. 257090511 | Fax 257316045 | www.austria.cz | Metro: Anděl (B)
Schweizer BotschaftPevnostní 7 | Praha 6 | Tel. 220400611 | Fax 224311312 | www.eda.admin.ch | Metro: Dejvická (A)
EinreiseZur Einreise benötigen Deutsche, Österreicher, Schweizer den - gültigen - Personalausweis. Die Zollbeamten machen keine Ausnahmen.
FundbüroKarolíny Světlé 5 | Tel. 224235085 | Metro: Národní třída (B)
GesundheitDer Erste-Hilfe-Dienst steht im Notfall zur Verfügung, die Behandlung ist in der Regal kostenlos.
InternetDas World Wide Web hat sich in den vergangenen Jahren in Windeseile über Prag gespannt. Selbstverständlich tragen heute Firmen und Institutionen eine www-Adresse im Briefkopf. Wer sich im Internet vorbereiten will, kann dies unter www.pis.cz tun, der offiziellen Site der Stadtverwaltung. Allgemeine touristische Informationen finden Sie unter www.tschechien-online.org | www.czech.cz/de | www.prag.cz.
InternetcafésIn Prag stehen zahlreiche Terminals in Internetcafés zur Verfügung, z. B. im Káva Káva Káva | Národní 37 | - Spika | Dlážděná 4 | - Obecní dům | Náměstí Republiky 5
KartenvorverkaufTicketcentrum | Rytířská 31 | Bohemia Ticket International | Malé náměstí | Ticketpro | Salvátorská 10
NotrufZentraler Notruf Tel. 112; Feuerwehr Tel. 150; Pannenhilfe Tel. 1230; Polizei Tel. 158 (gebührenfrei); Rettungsdienst Tel. 155
Öffentliche VerkehrsmittelIm öffentlichen Personennahverkehr können gleiche jízdenky (Fahrkarten) für Straßenbahn, Metro und Bus benutzt werden. Wer nicht länger als 30 Minuten fährt, zahlt 14 Kč. Für alle anderen gilt das Ticket zu 20 Kč. Vor der Fahrt muss am Eingang gestempelt werden. Normale Fahrkarten gibt es per Automat an der Haltestelle oder bei den Kiosken. Verschiedene Netz- und Tageskarten sind in der Verkehrszentrale erhältlich (24-Stunden-Ticket 80 Kč | drei Tage 220 Kč | sieben Tage 280 Kč | fünfzehn Tage 320 Kč | U-Bahn-Station Muzeum.
PostHauptpost: Jindřišská 14 | Tel. 221131445 | Metro: Můstek (A, B). Briefe und Postkarten ins europäische Ausland kosten 11 Kč.
Preise & WährungEs gibt Münzen zu 50 Heller (100 Heller sind 1 Krone) sowie Münzen zu 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Kronen. Banknoten sind in Scheinen zu 50, 100, 200, 500, 1000, 2000 und 5000 Kč erhältlich.
StadtführungenOffizielle Fremdenführer und Rundfahrten kann man beim Prager Informationsdienst PIS buchen. Zahlreiche Reisebüros in der Stadt bieten nahezu identische Ausflüge zu recht unterschiedlichen Preisen an - ein Vergleich der verschiedenen Offerten lohnt sich in jedem Fall. Größte Anbieter sind das Prague Tourist Centre (Ecke Rytířská/Na můstku | Tel. 224212209) und Martin Tour (Štěpánská 61 | Tel. 224212473). Über alternative Stadtrundgänge informieren Plakate (auch in Deutsch und Englisch) im Zentrum. Treffpunkt ist der Pulverturm am Náměstí Republiky.
TaxiTrotz des im Jahr 2004 eingeführten Tarifs von 25 Kč pro km verlangen einige Fahrer immer noch Fantasiesummen. Verlassen kann man sich aber in der Regel auf die Dienste der beiden großen Taxi-Unternehmen AAA (Tel. 14014 u. 222333222) und City-Taxi (Tel. 257257257). Bei diesen Firmen können Sie sowohl den Fahrern als auch deren Taxametern getrost vertrauen. An zentralen Stellen der City hat der Magistrat gelbe Taxischilder aufgestellt, auf denen Orientierungspreise für besonders frequentierte Fahrtstrecken aufgelistet sind. Generell gilt: Kosten von über 1000 Kč sind in Prag regulär nicht zu erzielen! Ein Tipp für Autofahrer, deren Alkoholpegel über der strengen Null-Promillegrenze liegt: Die sogenannten „blauen Engel“ (Modrý anděl | Tel. 737222333 u. | Tel. 272700202) fahren Sie in Ihrem eigenen Wagen sicher nach Hause.
Telefon & HandyIn Tschechien sind alle Nummern neunstellig, sowohl im Fest- als auch im Mobilnetz. Der Landesvorwahl 00420 folgt keine lokale Vorwahl, da diese in die Festnetznummern integriert ist. Handynummern beginnen nicht mit 0, sondern mit 6 oder 7. In Notfällen hilft die Auskunft weiter: Tel. 1180. Es gelten die üblichen Vorwahlen nach Deutschland (0049), Österreich (0043) und in die Schweiz (0041).
TouristenneppPrag ist natürlich keine Hochburg des Verbrechens. Es gibt aber, wie in vielen Städten, Nepper und Betrüger. So kann es passieren, dass im Restaurant Gedeck, Livemusik oder der freundlich angebotene Schnaps auf die Rechnung aufgeschlagen werden. Wenn Sie mit einer Rechnung unzufrieden sind, bitten Sie um ein Gespräch mit dem Geschäftsführer. Der hat in den meisten Fällen wenig Interesse an einer unangenehmen Szene. Allgemein gilt: Lassen Sie sich immer eine nachvollziehbare Quittung geben und/oder rufen Sie im Ernstfall die Polizei. Die mag Abzocker gar nicht.
VeranstaltungskalenderDonnerstags erscheinen die deutschsprachige „Prager Zeitung“ sowie die englischsprachige „Prague Post“ mit einem kompletten Veranstaltungsprogramm. In vielen Gaststätten und in PIS-Filialen liegen außerdem Gratismagazine zum Mitnehmen aus.
ZollBei der Einreise aus Tschechien sind pro Erwachsenen zollfrei: 200 Zigaretten plus 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 Gramm Tabak sowie 110 l Bier, 90 l Wein, 10 l Spirituosen und Medikamente „in Mengen des Eigenbedarfs“. Nach dem EU-Beitritt Tschechiens wurden fast alle Dutyfreeshops an den Grenzübergängen geschlossen.
Oblaten1,50 Euro pro Schachtel
Espresso1,50 Euro für eine Tasse
Eis1 Euro für eine Kugel
Bier1,20 Euro für ein Glas (0,5 l)
Metro70 Cent für einen Einzelfahrschein
Imbiss2 Euro für ein Würstchen oder ein Sandwich
Unser Insider
MARCO POLO Autorin Antje Buchholz im Interview
Antje Buchholz arbeitet seit 2001 als freie Journalistin in Prag, spielt dort in einer Band und kann inzwischen sogar das „Ř“ aussprechen.
Was hat Sie nach Prag verschlagen?Als Teenager habe ich irgendwann ein Buch über den Prager Frühling in die Hände bekommen, das mich sehr bewegt haben muss. Ich las mehr darüber, war fasziniert von der Dissidentenbewegung - allen voran von Václav Havel. Er wurde zum Idol meiner Jugendzeit. Nach der Wende kam ich dann zum ersten Mal nach Prag, und 1994 und 1997 habe ich dann trotz meines zunächst noch dürftigen Tschechischs für jeweils ein Jahr an der Karlsuniversität studiert.
Was reizt Sie an Tschechien und Prag?Es ist spannend mitzuerleben, wie sich ein Land des „real existierenden Sozialismus“ zur Demokratie wandelt, wie eine Gesellschaft sich neu definiert und eine kleine Nation ihren Platz in Europa sucht. Ich mag den gesellschaftlichen Nonkonformismus, der auch so viele Jahre nach der Wende noch nicht ganz ausgestorben ist: In Prag ist es nichts Besonderes, wenn sich ein Professor und ein Lebenskünstler, ein Souvenirhändler und ein Journalist auf ein Bier treffen. Immer noch kann man hier eine Aufbruchstimmung erleben, die es so wohl nur im Osten gibt.
Was machen Sie beruflich?Ich arbeite als freie Journalistin für Print, Radio und Fernsehen. Hauptsächlich bin ich für das Prager ARD-Studio im Einsatz, das nicht nur für Tschechien, sondern auch für die Slowakei zuständig ist. Außerdem schreibe ich regelmäßig für die Katholische Nachrichtenagentur KNA. Das Schöne an der Arbeit ist, dass ich mich mit ganz unterschiedlichen Themen beschäftigen kann, denn von Politik über Wirtschaft und Kultur bis hin zum Sport berichte ich über alles.
Sprechen Sie tschechisch?Ich spreche so eine Art „Kneipen-Tschechisch“. Der Unterschied zwischen Schrift- und Umgangssprache ist im Tschechischen riesig. Das, was ich in Sprachkursen mühsam erlernt hatte, half mir in der Kneipe daher nicht richtig weiter. Letztendlich habe ich erst beim Bier wirklich tschechisch sprechen gelernt. Inzwischen beherrsche ich sogar das Ř - ein rollendes R, das synchron mit einem Sch artikuliert werden muss.
Was machen Sie in Ihrer Freizeit?Prag hat zwar das Image, eine Musikstadt zu sein, aber nach einem Klassikensemble, in dem ich Querflöte spielen könnte, habe ich bislang vergeblich gesucht. Stattdessen bin ich bei einer jungen Band gelandet, in der ich mich seit inzwischen drei Jahren als Rockflötistin versuche - mit mäßigem Erfolg, aber mit viel Spaß.
Bloß nicht
Wie in jeder Stadt gibt es in Prag Dinge, die man nicht tun sollte
Irgendwo parkenVon den Gerüchten, die über die angeblich so starke Kriminalität in Prag kursieren, stimmt eines leider doch: Die Stadt ist ein Zentrum der Autoknacker. Besonders interessant sind Wagen mit ausländischen Kennzeichen. Daher lohnt sich in jedem Fall ein Parkhaus oder ein bewachter Parkplatz. Wer dennoch an der Straße parkt (nur an Parkuhren erlaubt), sollte nichts im Wagen liegen und das Handschuhfach offen lassen.
Einfach Deutsch sprechenZwar stimmt es, dass viele Prager Deutsch sprechen - Sie sollten dies aber nicht voraussetzen und einfach auf Deutsch losplaudern. Versuchen Sie es lieber mit ein paar tschechischen Höflichkeitsfloskeln. Damit brechen Sie das erste Eis - und wenn Ihr Gegenüber kann, wird er von selbst ins Deutsche wechseln.
In jedes Taxi steigenSteigen Sie nie in ein Taxi ein, dass an einem für Touristen interessanten Ort wartet (Altstädter Ring, Wenzelsplatz). Allzu oft sind solche Wagen mit einem manipulierten Taxameter ausgerüstet. Lassen Sie sich auch nicht auf Preisverhandlungen vorab ein - dabei zahlen Sie am Ende immer drauf. Halten Sie sich einfach an die großen Unternehmen AAA und City-Taxi. Bei Betrugsverdacht gilt: wenigstens eine Quittung für die Polizei verlangen.
Zu sorglos seinPrag ist eine friedliche Stadt, in der man sich auch in Seitenstraßen und bei Nacht relativ sicher fühlen kann. Geldbeutel, die aus der Hosentasche ragen, werden von manchen Taschendieben jedoch als Einladung verstanden, ebenso wie Fotoapparate oder Handtaschen, die locker von der Schulter baumeln. Besonders aufpassen sollten Sie in überfüllten Straßenbahnen und in der Metro bei der Fahrt durchs Zentrum.
Schwarz wechselnNoch immer begegnen einem am Wenzelsplatz jene zwielichtigen Gestalten, die den Schwarztausch von Geld anbieten. Ignorieren sie ihre Angebote! Sonst wissen Sie nachher nur, wie polnische Złoty oder eine Prager Polizeiwache aussehen. Auch der Tausch in Wechselstuben kann wegen hoher Gebühren teuer werden. Am einfachsten ist es, mit der ec-Karte an den zahlreichen, zuverlässigen und mehrsprachigen Bankautomaten Kronen zu ziehen oder in einer Bank zu tauschen.
Beamte bestechenSie sind zu schnell gefahren oder haben eine Ampel bei Rot überquert? Versuchen Sie nicht, den Fall „mit Geld oder Likör“ aus der Welt zu schaffen. Die meisten tschechischen Polizisten lehnen so etwas ab und hängen Ihnen noch eine Klage wegen Bestechung an. Regeln Sie die Sache lieber regulär.


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