City-Info Madrid

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Sehenswertes

Das grosse Treiben

Die beste Art, Madrid zu entdecken: sich treiben lassen und durch die Straßen streifen

In Wirklichkeit hat Madrid gar keine Sehenswürdigkeiten - von den Meninas im Prado und dem Guernica im Reina Sofía einmal abgesehen. Selbst ausgesprochene Kunstmuffel haben keine Ausrede: Wer Madrid besucht, darf den Prado, das Reina Sofía und das Thyssen-Bornemisza nicht unbeachtet lassen.

Diese drei Gemälde- und Skulpturensammlungen bergen einige der wertvollsten Schätze der Kunstgeschichte, die auf dieser Welt zu bewundern sind. Alle drei sind in Gehweite am Paseo del Prado aufgereiht. Aber sonst sind Madrids Prachtbauten weniger prächtig als die anderer europäischer Städte, seine Kirchen nicht so prunkvoll, seine Alleen bescheidener. Macht nichts: Die meisten Madridbesucher behalten die Stadt dennoch in wunderbarer Erinnerung - ohne genau sagen zu können, was Madrid so einmalig macht.

In Wirklichkeit ist es nämlich so: Die ganze Stadt ist sehenswert, genauer: ihr historisches Zentrum. Die Straßen und Plätze strahlen Harmonie und Leben aus. Die Architektur - das meiste stammt aus dem ausgehenden 19. und dem beginnenden 20. Jh. - ist nur in wenigen Fällen dazu angetan, Blicke der Begeisterung auf sich zu ziehen, doch wer die Häuserzeilen entlanggeht, fühlt sich aufgehoben. So wie die Madrider selbst. Schließen Sie sich ihrem Treiben an, schlendern Sie ziellos umher, beobachten Sie die Menschen. So werden Sie auf Ihre ganz persönlichen Sehenswürdigkeiten stoßen.

Keines der Madrider Innenstadtviertel - seiner barrios - heißt übrigens im Alltag so, wie es auf den offiziellen Stadtplänen verzeichnet ist. Die Namen zentraler Plätze, Straßen oder Metrostationen haben im Sprachgebrauch der Madrider die administrativen Namen verdrängt, so sehr, dass sich kaum einer mehr an sie erinnert.

Sehenswertes

Stadtviertel

Calle Mayor

Die „Hauptstraße“ war schon Hauptstraße im mittelalterlichen Madrid, aber architektonische Zeugen aus jener Zeit sind nicht mehr zu finden. Heute ist sie eine lebendige Wohn-, Büro- und Einkaufsstraße im Herzen der Stadt mit schön restaurierten Gebäuden wie dem Edificio de la Compañía Colonial (Nr. 16/18) von 1909 mit Art-nouveau-Elementen an der Fassade. Weiter westlich, an der Plaza de la Villa vorbei (und damit eigentlich schon im Madrid de los Austrias), stehen einige der ältesten Adelspaläste Madrids: gleich hinterm Rathaus der schlichte Palacio del Marqués de Camarasa (Nr. 69, Ende 16./Anfang 17. Jh.), der heute Teile der Stadtverwaltung beherbergt; der Palacio de los Consejos (Nr. 79, frühes 17. Jh.), heute Sitz des Staatsrats und des Wehrbereichskommandos, und gegenüber der Palacio del Duque de Abrantes (Nr. 86, Mitte 17. Jh.), heute italienisches Kulturinstitut. | Metro 1, 2, 3: Sol

Convento de las Descalzas Reales

In dem Stadtpalast, der 1557 zum Franziskanerinnenkloster umgewidmet wurde, leben heute noch 21 Nonnen. Er war ein Ort der Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen der Madrider Aristokratie. Überall sind Gemälde und Gobelins zu bewundern, eingehüllt in die Atmosphäre der Renaissance. | 5 Euro (nicht in Madrid Card inbegriffen) | Di-Do und Sa 10.30 bis 12.45 und 16-17.45, Fr 10.30-12.45, So 11-13.45 Uhr | Plaza de las Descalzas 3 | Metro 3, 5: Callao

Museo Nacional del Prado

Der Architekt Juan de Villanueva begann 1785 im Auftrag Karls III. mit dem Bau des Prado (zu Deutsch „Wiese“) im neoklassischen Stil. Im Villanueva-Bau sind heute Werke vom 12. bis zur Mitte des 19. Jhs. ausgestellt. Schwerpunkt ist die spanische Malerei. Der Prado besitzt die umfassendsten Sammlungen von Werken El Grecos (1541 bis 1614), Velázquez (1599-1660) und Goyas (1746-1828), zudem der Velázquez-Zeitgenossen José de Ribera, Francisco de Zurbarán und Bartolomé Esteban Murillo. Außerdem herausragende Gemälde der Flamen Hieronymus Bosch, Rubens und Brueghel, der Deutschen Dürer und Cranach, der Italiener Botticelli, Rafael, Tizian, Tintoretto und Caravaggio und Hunderter Maler mehr.

Museo Thyssen-Bornemisza

Thyssen, ein Name aus Stahl. Friedrich, Zweitgeborener des Gründervaters des Ruhrimperiums August Thyssen, wollte vom Stahl nichts wissen, heiratete eine ungarische Baronin mit Namen Bornemisza und sammelte Kunst. Ihr gemeinsamer Sohn Hans-Heinrich (1921-2002) wurde Schweizer Staatsbürger und sammelte weiter, mit Vorliebe deutsche Expressionisten. Bei seinem Tod hatte er rund 1500 Werke beisammen, die einen fast enzyklopädischen Gang durch die Kunstgeschichte Europas und Nordamerikas erlauben. Der zentrale Teil dieser Sammlung, etwa 800 Gemälde, ist seit 1992 im Madrider Museum Thyssen-Bornemisza im Palacio Villahermosa (18. Jh.) zu sehen. 2004 ist ein moderner Anbau des Villahermosa-Palasts fürs Publikum geöffnet worden, in dem 220 weitere Gemälde ausgestellt sind. Ein chronologischer Spaziergang durch die Kunst vom 13. bis zum 20. Jh. beginnt im zweiten Stockwerk und endet im Erdgeschoss. | 6 Euro | Di-So 10-19 Uhr | www.museothyssen.org | Paseo del Prado 8 | Metro 2: Banco de España

Plaza de la Cibeles

Nicht wirklich ein heimeliger Platz: Hier trifft die zwölfspurige Calle de Alcalá auf den zwölfspurigen Paseo de Recoletos und den Paseo del Prado. Was also macht den Charme dieser Straßenkreuzung aus? Es liegt am Fotomotiv: In Ermangelung eines Wahrzeichens, das diesem Namen Ehre machen könnte, hat sich die Fuente de la Cibeles vor dem Palacio de Comunicaciones als Ersatzwahrzeichen Madrids etabliert. Wer als Fotograf besonderes Geschick besitzt, bekommt auch noch die Puerta de Alcalá im Hintergrund mit aufs Bild - manche wagen sich dafür sogar vom Bürgersteig in den wilden Verkehr hinaus.

Plaza Mayor

Auf Madrids „Hauptplatz“ vergeht die Zeit etwas langsamer als im Rest der Stadt. Die Besucher lassen sich auf den Stühlen der Restaurant-terrazas nieder, die gerade von der Sonne beschienen werden, und hören den Straßenmusikern zu, die ihnen elektrisch verstärkt aufspielen. Rund ums eingezäunte Reiterstandbild Philipps III. in der Mitte des Platzes versammeln sich junge Touristen, um zu plaudern, zu dösen oder Gitarre zu spielen. Vor den Arkaden bauen mittelmäßige Karikaturisten ihre Staffelei auf und warten auf Kundschaft. Eine Welt ohne Alltag.

Puerta del Sol

„Nos vemos en el Oso y el Madroño“ - wir sehen uns beim Bären und dem Erdbeerbaum. Das Madrider Stadtwappen, das als Skulptur den Eingang zur Calle Carmen markiert, ist Treffpunkt all derer, denen kein besserer eingefallen ist. Besonders am Abend kann man hier Dutzende von Menschen beobachten, die suchenden Blicks auf ihre Freundinnen und Freunde warten. Sobald sich alle gefunden haben, ziehen sie davon.

Real Jardín Botánico

Vor mehr als 200 Jahren, im Jahr 1781, ließ Karl III. den Botanischen Garten gleich neben dem Prado anlegen. Und mehr als 200 Jahre alt sind die ältesten der rund 30000 Bäume, Büsche und Blumen aus aller Welt, zwischen denen die Besucher wandeln wie in einem großen Garten. Seit 2005 beherbergt der Jardín Botánico auch die Bonsaisammlung des ehemaligen Ministerpräsidenten Felipe González. | 2 Euro | tgl. 10 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit | www.rjb.csic.es | Plaza de Murillo 2 | Metro 1: Atocha

Retiro

Ein weißblauer Frühlingshimmel wölbt sich über Madrid, Zeit, mit Mann, Frau, Kind, Oma, Opa und Hund durch den Retiro zu streifen. Die Kastanien stehen schon in vollem Laub und beginnen zu blühen. Arbeiter richten lärmend die Wege unter den mächtigen Bäumen her. Über den kleinen künstlichen See rudert ein Liebespaar. Auf dem asphaltierten Uferweg stimmt ein schwarzer Saxofonist einen Ohrwurm an: Qué será, será, whatever will be, will be … Eine Frau zieht trockenes Stangenbrot aus einer Plastiktüte und zertritt es am Boden, für die Tauben. Ein vornehm ausschauender Herr hat einen Campingtisch aufgebaut und liest dem ersten Kunden am Tag aus der Hand, der macht ein ernstes Gesicht. Auf der anderen Seite des Sees, unter dem mächtigen Reiterdenkmal von Alfons XII., liegen Jugendliche faul in der Sonne und rauchen ohne allzu viel Heimlichtuerei einen Joint.

San Ginés

Die kleine Barockkirche von 1645 wurde nach einem Feuer Ende des 19. Jhs. renoviert. Sie birgt einen Schatz: das El-Greco-Gemälde „Die Austreibung der Wechsler aus dem Tempel“ (1614), das auch als Allegorie auf den Kampf der katholischen Kirche gegen den Protestantismus verstanden werden kann. Jeden Montag um 12.30 Uhr öffnet die Kirche für Kunstliebhaber, die das Bild - hinter einer Glasscheibe - ausführlich betrachten können. | Arenal 13 | Metro 1, 2, 3, 5: Sol, Ópera

Campo Del Moro

Der elegante Garten hinterm Palacio Real mit seinen großzügigen Rasenflächen wird von den Madridern missachtet, weil er so umständlich zu erreichen ist: Vom Königspalast aus ist ein Fußmarsch bergab auf dem schmalen Bürgersteig an der viel befahrenen Cuesta de San Vicente fällig. Wer sich dennoch hinwagt (z.B. etwas bequemer mit der Metro), hat den Park fast ganz für sich allein. Kurios: die Fuente de las Conchas, auf deren Rand drei steinerne Kinder große Muschelschalen an den Mund halten. Auf der Spitze des Brunnens umarmt eine weitere Kinderfigur einen Delphin. | April-Sept. tgl. 10-20, Okt.-März 10-18 Uhr, bei offiziellen Anlässen geschl. | Metro 6, 10: Príncipe Pío

Catedral Nuestra Señora de la Almudena

Dass Madrids Kathedrale ein zeitgenössisches Bauwerk ist, erst 1993 geweiht, sieht man ihr in keinem Detail an. „Anachronistisch“ und eine „Fälschung ohne wahren Wert“ nennt sie der Architekt Enrique Domínguez Uceta. Das ursprüngliche Projekt von 1880 sah eine Kathedrale im neogotischen Stil vor, doch mehr als die (neoromanische) Krypta wurde davon bis 1911 nicht verwirklicht. 1947, wenige Jahre nach Ende des Bürgerkriegs, wurden die Arbeiten wieder aufgenommen, diesmal einem klassizistischen Plan folgend, nach dem Beispiel des Königspalasts nebenan. Die Bauarbeiten stockten, und erst unter einer sozialistischen Regionalregierung in den Achtzigerjahren wurden sie zu Ende geführt. Das Ergebnis befriedigt die wenigsten. Aber ein bisschen ins Herz geschlossen haben die Madrider ihre Kathedrale trotzdem - spätestens seit hier Kronprinz Felipe am 22. Mai 2004 seine Letizia geheiratet hat. | Tgl. 10-19.30 Uhr | Bailén | Metro 2, 5: Ópera

Convento de la Encarnación

Das barocke Augustinerinnenkloster, errichtet zu Beginn des 17. Jhs., wird noch von neun Nonnen bewohnt. Der beeindruckende Altarchor ist aus Gips, ansonsten ist das Kloster reich mit Kunst ausgestattet. | 3,60 Euro | Di-Do und Sa 10.30-12.45 und 16 bis 17.45, Fr 10.30-12.45, So 11 bis 13.45 Uhr | Plaza de la Encarnación 1 | Metro 2, 5: Ópera, Santo Domingo

Jardines de las Vistillas

Ein kleiner Park südwestlich des Viaducto, in dem Sie Momente der Stille und einen herrlichen Blick auf die fernen Berge der Sierra de Guadarrama genießen können. | Metro 5: La Latina

Palacio Real

Italienische Architekten sollten Mitte des 18. Jhs. für Philipp V. mit einem neuen Königspalast den Glanz von Versailles nach Madrid bringen - es wurde trotzdem ein sehr spanischer Bau: streng, quadratisch, mächtig. Im Innern füllt üppige, barocke Pracht die drei noblen seiner sieben Etagen: 100000 m², über die sich Spaniens Könige und ihr Hofstaat ausbreiten konnten. Durch 50 seiner 280 königlichen Gemächer werden Besucher in einer guten Stunde hindurchgejagt, eine Reise durch eine Märchenwelt voller kostbarer Gemälde, Wandteppiche, Deckenmalereien, Stuckornamente, Lüster, Möbel, Uhren, Geschirr, Degen, Gewehre, Rüstungen, Landkarten, Bücher - und schließlich durch die Königliche Apotheke. Für den Blick auf Kleinigkeiten bleibt kaum Zeit. Lassen Sie sich einfach von der Atmosphäre des Prunks einfangen, den sich die Bourbonen erlaubten, während die meisten ihrer Untertanen von wenig mehr als 500 g Brot am Tag und etwas Lammfleisch lebten.

Plaza de Oriente

Ein vornehmer Platz, wie sich das in direkter Nachbarschaft zum Palacio Real gehört, mit vielen vornehmen Leuten. Die verlassen gerade in ihrem schönsten Staat das Teatro Real - Madrids Opernhaus - oder suchen einen Tisch im Café del Oriente, wo die Kellner und auch die Preise ein wenig vornehmer sind als andernorts in Madrid. Der Befehl zum Bau des Platzes stammte von José Bonaparte, den sein Bruder Napoleon 1808 als spanischen König eingesetzt hatte. José, der Pariser Luft gewöhnt war, fand Madrid zu eng und winkelig und ließ allerorten Wohnhäuser oder Kirchen abreißen, um Raum für Plätze zu schaffen. Die halbrunde Plaza de Oriente vollendete dann allerdings erst die Bourbonenkönigin Isabella II.

Plaza de la Villa

Ein stiller, eher unscheinbarer Platz an der Südseite der Calle Mayor. Hier steht das Rathaus Madrids, die Casa de la Villa, errichtet 1644 bis 1696. Teile der Stadtverwaltung sind in der benachbarten Casa Cisneros untergebracht, einem vielfach umgebauten Palast aus dem 16. Jh. Auf der Ostseite des Platzes steht das älteste profane Gebäude Madrids, die Casa y Torre de los Lujanes, ein Adelspalast aus dem 15. Jh. mit Eingangstor hinter einem Hufeisenbogen, in dem heute die Real Academia de Ciencias Morales y Políticas untergebracht ist. | Metro 2, 5: Ópera

Real Basílica de San Francisco el Grande

Madrids kunsthistorisch bedeutendste Kirche, erbaut 1761-1768 im neoklassischen Stil und von einer Kuppel mit 33 m Durchmesser und 72 m Höhe überwölbt. In den Seitenkapellen teilen sich Gemälde spanischer Künstler des späten 19. Jhs. die Aufmerksamkeit mit Werken von Zurbarán, Cano und Goya. Die letzte Renovierung wurde 2006 abgeschlossen - eine gründliche: Sie zog sich 34 Jahre hin. | 3 Euro | Okt.-Juni Di bis Sa 11-12.30 und 16-18.30, Juli bis Sept. 11-12.30 und 17-19.30 Uhr | San Buenaventura 1 | Metro 5: La Latina

Viaducto

Schon der Architekt des Palacio Real, Giovanni Battista Sacchetti, träumte im 18. Jh. davon, den topografischen Einschnitt zwischen dem Königspalast und der Basílica San Francisco el Grande mit einer Brücke zu überwinden, doch erst mehr als 100 Jahre später, 1874, machte ein eisernes Viadukt den Traum wahr. 1942 wurde die eiserne durch eine Stahlbetonbrücke im rationalistischen Stil ersetzt. Die Brücke hat viele Selbstmörder in Versuchung geführt, seit 1998 verhindern 2 m hohe Glasplatten den Sprung in die Tiefe. Auf der östlichen Seite der Brücke führen breite Treppen zur Calle Segovia hinunter. Wenn Sie diese Straße ein Stück hinabgehen bis auf Höhe des Parque de Atenas, haben Sie den schönsten Blick von unten auf die Brücke: Hinter dem Brückenbogen sehen Sie die verwinkelten Häuser rund um die Plaza de la Cruz Verde im romantischen Madrid de los Austrias. | Metro 2, 5: Ópera

Casa Longoria

Der katalanische Architekt José Grases Riera brachte mit diesem 1903 fertiggestellten Haus seine persönliche Vorstellung vom Modernismus (der spanischen Spielart des Jugendstils) nach Madrid. Dazu beauftragt hatte ihn der Bankier und Politiker Javier González Longoria. Über die Ästhetik der überbordenden Fassade lässt sich streiten, die runde Eisen-Bronze-Marmor-Treppe im Inneren dagegen ist von zeitloser Schönheit. Heute ist hier der spanische Autorenverband SGAE untergebracht. Nur wenige Schritte entfernt, in der Calle Mejía Lequerica 1, steht ein kurioses fünfstöckiges Wohnhaus vom Beginn des 20. Jhs., dessen Dachsims von mehr als 2 m langen steinernen Salamandern gehalten wird. | Fernando VI 4/Ecke Pelayo 61 | Metro 5, 10: Alonso Martínez

Gran Vía

„Als ich das erste Mal nach Madrid kam, stieg ich an der Gran Vía aus der Metro und schaute nach oben: Ich dachte, ich sei in New York“, erzählt Pablo Carbonell, ein in Spanien berühmter Musiker und Showmann. Nirgendwo ist Madrid so großstädtisch wie auf diesem knapp 1,5 km langen Boulevard. Er entstand nach Pariser Vorbild zwischen 1910 und 1931: ein gewaltiger Schnitt mitten ins historische Zentrum der Stadt. 358 Gebäude fielen der Spitzhacke zum Opfer, 14 Straßen verschwanden vom Stadtplan.

Museo Municipal

Im alten Madrider Hospiz (18. Jh.) ist seit 1929 das Stadtmuseum untergebracht. Das Eingangsportal erschlägt die Besucher fast mit seiner barocken Pracht. Drinnen sind Gemälde, Fotos und Dokumente zur Stadtgeschichte ausgestellt. Höhepunkt ist ein exaktes Modell Madrids aus dem Jahr 1830. | Eintritt frei | Di-Fr 9.30 bis 20 Uhr (Aug. 9.30-14.30 Uhr), Sa/So 10-14 Uhr | Fuencarral 78 | Metro 1, 10: Tribunal

Plaza de España

Auf dem großen Spanienplatz am westlichen Ende der Gran Vía verlieren sich die Passanten zwischen überwiegend nüchternen Zweckbauten und einem ununterbrochenen Verkehrsstrom an allen vier Rändern. Doch auf seiner südlichen Seite ist ein kleiner Park mit ein wenig Rasen unter Olivenbäumen angelegt worden, in dem sich die Madrider - ganz Großstädter - zum Plausch treffen und sich nicht von Lärm und fehlender Ästhetik schrecken lassen. In der Mitte des Platzes reitet seit 1928 Spaniens heimlicher Nationalheld Don Quijote auf seinem Pferd Rosinante, natürlich begleitet von Sancho Pansa. In ihrem Rücken blickt Miguel de Cervantes streng auf seine Romanfiguren hinab. Auffällige Gebäude sind das 28-stöckige Edificio de España von 1953 an der Nordostseite des Platzes (nach einem Besitzerwechsel steht es derzeit leer) und daneben die Torre de Madrid, ein 1957 fertiggestellter, 130 m hoher Wohnturm. | Metro 3, 10: Plaza de España

Templo de Debod

Der kleine altägyptische Tempel zu Ehren der Götter Amun und Isis (2. Jh. v. Chr.) ist das älteste Bauwerk Madrids. An seinem jetzigen Standort im Süden des Parque del Oeste ist er allerdings erst seit 1972 zu bestaunen. Die ägyptische Regierung schenkte den Tempel dem spanischen Staat zum Dank für die Hilfe spanischer Archäologen bei der Rettung Abu Simbels am westlichen Nilufer während des Baus des Assuanstaudamms in den Sechzigerjahren. Hier am Templo de Debod genießen Sie einen privilegierten Blick über den Casa de Campo und den Königspalast - es ist Madrids schönster Ort, der Sonne beim Untergehen zuzuschauen. | Eintritt frei | April bis Sept. Di-Fr 10-14 und 18-20, Sa/So 10-14, Okt.-März Di-Fr 9.45 bis 13.45 und 16.15-18.15, Sa/So 10 bis 14 Uhr | Paseo del Pintor Rosales | Metro 3: Ventura Rodríguez

Centro de Arte Reina Sofía

Das Reina Sofía beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen zeitgenössischer, vornehmlich spanischer Kunst vom Beginn des 20. Jhs. bis heute. Ihr goldenes Herz ist Picassos „Guernica“ (2. Stock, Saal 6), das der Maler 1937 während des Spanischen Bürgerkriegs im Auftrag der republikanischen Regierung für die Pariser Weltausstellung malte. Am 26. April 1937 hatten Flieger der deutschen Legion Condor über dem baskischen Städtchen Guernica ihre Bombenlast abgeworfen, drei Viertel des Ortes zerstört und Hunderte von Menschen getötet. Die deutschen Militärs auf Seiten Francos probten mit der Bombardierung zum ersten Mal den „totalen Krieg“, der sich die Zivilbevölkerung zum Ziel nimmt. Aufgewühlt und empört, machte sich Picasso ein sehr eigenes Bild von den Schrecken des Kriegs.

Colegiata de San Isidro

Madrids monumentalste Barockkirche, 1651 noch vor ihrer endgültigen Fertigstellung geweiht, war mehr als 100 Jahre Madrids provisorische Kathedrale: von 1885, als sich Madrid als eigenständige Diözese von Toledo löste, bis zur Weihung der Almudena 1993. Der Bau mit seiner enormen Kuppel und den geräumigen Seitenkapellen hat die richtigen Ausmaße dafür. Und schließlich liegen hier seit 1769 die Überreste des hochverehrten Madrider Stadtheiligen San Isidro. | Toledo 37 | Metro 5: La Latina

Estación de Atocha

Von außen sieht es aus wie ein Bahnhof, von innen wie ein überdimensionales Gewächshaus. Gut 100 Jahre lang fuhren Loks in die prächtige Halle unter das gewölbte Dach aus Eisen und Glas ein, bis sich die spanische Regierung in den Kopf setzte, eine Schnellbahnverbindung zur Expo 1992 in Sevilla zu schaffen. Für den modernen Zug, AVE getauft, baute der spanische Architekt Rafael Moneo eine neue Halle direkt hinter die alte, und auf einmal war Platz für den Palmengarten im Bahnhof. Am angenehmsten genießen Sie die tropische Atmosphäre im Restaurant Samarkand (tgl. | Tel. 915309746 | €€) auf einer erhöhten Terrasse auf der nördlichen Seite der Halle.

Museo Arqueológico Nacional

Jede Spanierin, jeder Spanier kennt die „Dame von Elche“, eine steinerne Skulptur aus vorrömischer Zeit, die bei Ausgrabungen in der Gegend von Elche in der Mittelmeerprovinz Alicante gefunden wurde. Ausgestellt ist sie heute in der Hauptstadt im Archäologischen Nationalmuseum, zu dessen Schätzen auch eine Sammlung westgotischer Kronen und Goldschmucks gehört - die Germanenstämme, die nach den Römern bis zur arabischen Eroberung 711 die Iberische Halbinsel beherrschten, hinterließen nur wenige Zeugnisse ihrer Kultur. | 3 Euro, Sa ab 14.30 Uhr und So gratis | Di-Sa 9.30-20, So 9.30 bis 15 Uhr | www.man.es | Serrano 13 | Metro 2, 4: Retiro, Serrano

Museo Sorolla

Die Villa aus dem frühen 20. Jh. war Wohnhaus und Werkstatt des spanischen Malers Joaquín Sorolla (1863 bis 1923) in seinen letzten Lebensjahren. Während man seine lichtdurchfluteten Bilder betrachtet, bekommt man zugleich einen Eindruck vom Leben des Künstlers. Schöner Garten im andalusischen Stil. | 2,40 Euro, So gratis | Di und Do-Sa 9.30 bis 15, Mi 9.30-18, So 10-15 Uhr | http://museosorolla.mcu.es | Paseo General Martínez Campos 37 | Metro 5, 7, 10: Gregorio Marañón, Rubén Darío

El Capricho de la Alameda de Osuna

Der kleine französische Park im Osten der Stadt entsprang einer Laune (spanisch: capricho) der Herzogin von Osuna Ende des 18. Jhs. Ein Park der Ruhe ohne Hunde, Radfahrer oder Fußballspieler, beliebt bei frisch Vermählten, die hier das offizielle Hochzeitsfoto machen lassen. | Nur an Wochenenden und Feiertagen geöffnet | Metro 5: El Capricho

Casa de Campo

Der Name des Parks bedeutet Landhaus - ein solches ließ Philipp II. Mitte des 16. Jhs. am westlichen Stadtrand von Madrid zum Jagdschlösschen ausbauen. Das dazugehörige königliche Jagdrevier wurde 1931 zur öffentlichen Anlage erklärt. Die gut 17 km² lockeren Kiefernwaldes sind heute die grüne Lunge Madrids, auch wenn ein laubwaldverwöhnter Mitteleuropäer das hügelige Baumland etwas karg finden wird. Die meisten Besucher zieht es in den Zoo und den Parque de Atracciones am Südostrand des Casa de Campo.

Museo de América

Spaniens Kolonialgeschichte in Amerika begann mit Kolumbus Reise 1492, die ihn eigentlich nach Indien führen sollte, und endete mit dem Verlust Kubas 1898. Das Amerikamuseum versucht diese Geschichte nachzuzeichnen, ohne deren schmerzhafte und oft menschenverachtende Aspekte zu vertiefen. Beeindruckend sind vor allem die Ausstellungsstücke aus der präkolumbischen Zeit. | 3 Euro, So gratis | Di-Sa 9.30-15, So 10-15 Uhr | http://museodeamerica.mcu.es | Avenida de los Reyes Católicos 6 | Metro 3, 6: Moncloa

Panteón de Goya

Die kleine Ermita de San Antonio de la Florida ist seit 1919 Goyas Grabstätte. In der Kirchenkuppel über ihm wölbt sich sein Fresko „Die wunderbare Erscheinung des heiligen Antonius in Lissabon“ - nach langjähriger Restaurierung wieder in voller Pracht zu bewundern. | 2 Euro | Di-Fr 9.30-20, Sa/So 10-14 Uhr | Glorieta de la Florida 5 | Metro 6, 10: Príncipe Pío

Plaza de Castilla

Wer in Madrid Großstadtgefühle vermisst, fahre zum Kastilienplatz im Norden der Stadt. Hier haben die US-amerikanischen Architekten John Henry Burgee und Philipp Johnson in den Neunzigerjahren als modernes Stadttor die Puerta de Europa errichtet: zwei Hochhaustürme, die sich um 15 Grad gekippt einander zuneigen. Die meisten nennen die schwarz verglasten, mit Stahl und Aluminium verschnürten Gebäude nach ihrem Bauherrn, dem Kuwait Investment Office, Torres KIO (KIO-Türme). Mit ihren 107 m und 27 Stockwerken reichen die Türme an wahre Wolkenkratzer nicht heran, doch ihre einmalige Form hat sie zum inoffiziellen Wahrzeichen Madrids werden lassen. Von hier sind auch die vier mehr als 200 m hohen, architektonisch interessanten Wolkenkratzer zu sehen, die gerade am nördlichen Ende des Paseo de la Castellana, auf dem ehemaligen Trainingsgelände von Real Madrid, entstehen. | Metro 1, 9, 10: Plaza Castilla

Plaza de Toros Las Ventas

Man kann den Stierkampf hassen und sich trotzdem von dieser monumentalen Arena am Schnittpunkt von Calle de Alcalá und Stadtautobahn beeindrucken lassen. Sie wurde im nachempfundenen Mudejarstil erbaut, mit Hunderten von Hufeisenbögen in der Backsteinfassade. 1934 fand hier die erste corrida statt. 23000 Menschen haben in dem gewaltigen Rund Platz.

Essen und Trinken

Gute Zutaten, einfache Rezepte

Die Spanier sind stolz auf ihre einfache, geradlinige Küche, deren Geheimnis die exzellenten, frischen Ingredienzien sind

Jedes Jahr aufs Neue ärgern sich die spanischen Gastrokritiker, wenn im Dezember die Neuauflage des Michelin-Restaurantführers erscheint: wieder nur halb so viele Sterne für Spanien wie für Italien, ja gar wie für Deutschland.

Die Spanier lieben ihre Küche. Wenn sie in Fahrt kommen und die Vorzüge ihres Landes aufzuzählen beginnen, nimmt das Essen eine herausragende Stellung ein. Nur die Gastrotester wollen das offenbar nicht einsehen.

Kein Zweifel, dass die spanische Küche auf exzellente Zutaten zurückgreift. Frische ist selbstverständlich: frisches Gemüse, frisches Fleich und vor allem frischer Fisch und Meeresfrüchte. Vor den Toren Madrids öffnet jeden Morgen der nach Tokio zweitgrößte Fischmarkt der Welt seine Pforten. Fisch ist Teil der mediterranen Diät, die ein wichtiger Grund für die Langlebigkeit der Spanier sein soll. Ein zweites Element ist das Olivenöl, als virgen extra der reine Saft der Olive.

Doch außer Olivenöl, ein wenig Salz und Pfeffer und gerne etwas Knoblauch geben die Kastilier ihren Speisen traditionell wenig bei. Das ist es gerade, was ihnen an ihrer eigenen Küche so gefällt: der reine Geschmack der Tomate!, des Barsches!, des Schweins!, der Miesmuschel! Raffinierte Saucen, Gewürze, Gemüsekombinationen sind Sache der Spanier nicht. Ein Stück Fleisch, mit wenig Öl kurz gebraten, dazu hausgemachte Pommes frites - fertig ist das klassische Madrider Hauptgericht.

Die Küchentraditionen an der Küste, vor allem im Baskenland, Katalonien und Galicien, sind reicher als die im Landesinneren. Selbstverständlich lässt sich all das in Madrid probieren. Und natürlich gibt es hervorragende Restaurants mit kreativen Köchen wie in allen wohlhabenden Großstädten dieser Welt. Aber wer ein einfaches Mittagsmenü für 10 Euro oder weniger bestellt, darf gutes Handwerk, doch keine hohe Kunst erwarten.

Die Essenszeiten sind für Mitteleuropäer gewöhnungsbedürftig. Die Restaurants öffnen gegen 21 Uhr, aber gerade am Wochenende ist es auch nicht ungewöhnlich, sich erst um 23 Uhr zum Essen zu verabreden. Zu Mittag wird typischerweise zwischen 14 und 16 Uhr gegessen, meistens ist die Küche aber schon ab 13 Uhr angefeuert.

Essen und Trinken

Cafés

Café Comercial

Durch eine Drehtür geht es in den Eingangsbereich mit Tapatresen, dahinter kommt das Café mit lederbezogenen Sitzbänken und Marmortischen. Eine Institution seit 1887. | Mo-Sa 7.30-1, So 10-1 Uhr | Glorieta de Bilbao 7 | Metro 1, 4: Bilbao

Café Espejo

Dieses Café im Glashaus mitten auf dem Fußgängerboulevard des Paseo de Recoletos ist erst 1978 eröffnet worden, aber mit dem ganzen Charme des Jugendstils. | Mo-Fr 8-1, Sa/So 10.30-1 Uhr | Paseo de Recoletos 31 | Metro 4: Colón

Café Gijón

Wahrscheinlich das berühmteste Literatencafé Spaniens; eröffnet 1888, ist es auch heute immer voller Leute, vor allem älteren Semesters. | Tgl. 9 bis 1.30 Uhr | Paseo de Recoletos 21 | Metro 4: Colón

Café del Nuncio

Innen klassisch, draußen entspanntes Café auf den Stufen der Gasse Costanilla del Nuncio im Herzen von La Latina. | Tgl. 12-2 Uhr | Segovia 9 | Metro 5: La Latina

Café Ruiz

Dieses Café in Malasaña präsentiert sich so gemütlich, als wäre es 100 Jahre alt - dabei ist es erst von 1977. Am Wochenende meist brechend voll. | Tgl. 15-2 Uhr | Ruiz 11 | Metro 1, 4: Bilbao

Delic

Das junge Publikum drängelt sich am frühen Nachmittag um die kleinen Tische - es lockt das wahrscheinlich beste (und teure) Kuchenangebot Madrids. | Di-Sa 11-2, So 11-24 Uhr | Costanilla de San Andrés 14 | Metro 5: La Latina

Giangrossi

Das coolste Eiscafé Madrids: Eis als Delikatesse, in gestyltem Ambiente. | Tgl. 8-1 Uhr | Alberto Aguilera 1 | Metro 2, 4: San Bernardo

Nuevo Café Barbieri

Ein bisschen Wiener Kaffeehausatmosphäre zwischen Eisensäulen und Marmortischen - mit der Zeit etwas heruntergekommen, doch populär wie eh und je. Nicht ganz billig. | Tgl. 15-2 Uhr | Ave María 45 | Metro 3: Lavapiés

Essen und Trinken

Gartenlokale

Brasilerinho

Nur ein paar versteckte Tische am südwestlichen Eingang zum Viertel Conde Duque, gegenüber der Plaza de los Cubos. Leichte brasilianische Küche, jugendliches Ambiente. Freundlicher Service - aber der Laden ist nichts für Ungeduldige. | So geschl. | Plaza Cristino Martos 2 | Tel. 915482267 | Metro 3: Ventura Rodríguez | €€

Casa Granada

Eine andalusische Tapabar im sechsten Stock eines eher unansehnlichen Innenstadthauses. Doch die neun Tische auf dem Balkon bieten einen unvergleichlichen Blick über den Süden Madrids. Zum Einlass unten klingeln! | Tgl. | Doctor Cortezo 17 | Tel. 914200825 | Metro 1: Tirso de Molina | €

Iroco

Elegantes Restaurant im barrio Salamanca mit internationaler Küche und feiner Gartenterrasse. | Tgl. | Velázquez 18 | Tel. 914317381 | Metro4: Velázquez | €€-€€€

Pizzería Maravillas

Im Herzen des trubeligen Viertels Malasaña wird im Maravillas die wahrscheinlich beste Pizza Madrids serviert - ohne Besteck. Wer hier am Abend einen Platz ergattern will, sollte früh genug kommen. | Bei gutem Wetter tgl. | Plaza Dos de Mayo 9 | Metro 1, 10: Tribunal | €

La Platería

Gleich gegenüber dem Prado am Eingang zum barrio Huertas hat das Restaurantcafé ein paar Tische auf die kleine Plaza Platería Martínez gestellt. Gute, einfache Küche und freundliche Kellner. Keine Reservierung. | Tgl. | Moratín 49 | Atocha | Metro 1: Antón Martín | €

Plaza Olavide

Bei gutem Wetter ist der runde, verkehrsberuhigte Platz in Chamberí ein einziger Bienenkorb. Acht einfache Restaurants mit Dutzenden von Tischen vor der Tür. Typische Mahlzeit zum Teilen: eine große Salatschüssel und tortilla de patatas. | Metro 1, 2: Iglesia, Quevedo | €

Taquería del Alamillo

Einige heiß begehrte Tische zwischen viel Pflanztopfgrün in einem der schönsten Altstadtwinkel des Madrid de los Austrias. Traditionelle mexikanische Küche. | Di-Mittag und Mo geschl. | Plaza del Alamillo 8 | Tel. 913642088 | Metro 5: La Latina | €

Essen und Trinken

Restaurants Kategorie gehoben

La Favorita

Kreative Küche in familiärer Atmosphäre, vor dem Haus ein kleiner ummauerter Garten mit fünf Tischen - gute Gründe, dieses Restaurant zu lieben. Doch der eigentliche Clou sind die Kellner: Es sind ausgebildete Sänger, die zum Abendessen Opernarien schmettern. Es gibt noch zwei weitere solcher Opernrestaurants in Madrid, das La Favorita ist jedoch das schönste. | Sa-Mittag und So geschl. | Covarrubias 25 | Tel. 914483810 | www.restaurante-lafavorita.com | Metro 1, 5, 10: Alonso Martínez, Iglesia

Julián de Tolosa

Ein weithin bekannter spanischer Klassiker in der Cava Baja, Madrids bekanntester Restaurantstraße. Viel gerühmt wird es vor allem für seine baskischen Fleischgerichte (nur leicht gebraten), doch inzwischen stehen auch Fischgerichte auf der Karte. | So-Abend geschl. | Cava Baja 18 | Tel. 913658210 | Metro 5: La Latina

La Tasquita de Enfrente

Eine kleine, 30 Jahre alte Taverne in einer etwas schmuddeligen Ecke von Malasaña, die sich die Zuneigung der Madrider Gourmets erworben hat. Kreative spanische Küche und alles Frische vom Markt. | Mo-Mi-Abend, Sa-Mittag und So geschl. | Ballesta 6 | Tel. 915325449 | Metro 1, 3, 5: Gran Vía, Callao

Zaranda

Der junge Koch Fernando Pérez Arellano hat sich mit dem Zaranda 2005 auf eigene Beine gestellt. Der Erfolg kam sofort. Moderne, manchmal experimentelle Küche in gepflegtem Ambiente. | Sa-Mittag und So geschl. | San Bernardino 13 | Tel. 915412026 | www.zaranda.es | Metro 3, 10: Plaza de España

Essen und Trinken

Restaurants Kategorie standard

Arrocería Gala

Beliebtes Paellarestaurant in Huertas mit überdachtem Patio. | Tgl. | Moratín 22 | Tel. 914292562 | www.paellas-gala.com | Metro 1: Antón Martín

El Inti de Oro

Wahrscheinlich das beste peruanische Restaurant der Stadt. Spezialität ist ceviche, eine Art Meeresfrüchtesalat mit rohem, mariniertem Fisch. Nach dem Essen greift ein Freund des Hauses zur Gitarre und singt wunderschön kitschige Boleros. | Tgl. | Ventura de la Vega 12 | Tel. 914296703 | Metro 2: Sevilla

Isla del Tesoro

Die „Schatzinsel“ ist Madrids vegetarisches Restaurant mit der phantasievollsten (dem Namen entsprechenden) Einrichtung - und bietet auch noch gute Küche. | Tgl. | Manuela Malasaña 3 | Tel. 915931440 | Metro 1, 4: Bilbao

Laydown

Restaurant, Club, Bühne in einem. Die Gäste ziehen sich zum Abendessen die Schuhe aus und flegeln sich halb hockend, halb liegend in die weißen Polster. Als Menübeilage eine römisch inspirierte Show, anschließend DJ-Musik. Fr-, Sa- und So-Abend teurer. | Mo und mittags geschl., So Brunch 12.30-18 Uhr | Plaza Mostenses 9 | Tel. 915487937 | www.laydown.es | Metro 3, 10: Plaza de España

Matritum

Ein enges, meistens lärmend volles Restaurant, das trotzdem seine Eleganz bewahrt. Zu den originellen Kleinigkeiten zum Sattwerden können Sie unter 250 Weinen wählen. | Mo-Fr mittags geschl. | Cava Alta 16 | Tel. 913658237 | Metro 5: La Latina

La Musa Latina

Das coolste Restaurant, das La Latina zurzeit zu bieten hat. Avantgardistisch eingerichtet, traditionell inspirierte, moderne Küche - und Musik vom DJ. | Tgl. | Costanilla de San Andrés 12 | Tel. 913540255 | www.lamusalatina.com | Metro 5: La Latina

Ølsen

Die Filiale eines Restaurants aus Buenos Aires mitten in Huertas bringt skandinavisch inspirierte Küche auf den Tisch. Dazu passend nordisch kühles Ambiente und mehr als 70 Wodkasorten auf der Getränkekarte. | Mo geschl. | Prado 15 | Tel. 914293659 | www.olsenmadrid.com | Metro 1: Antón Martín

Le Petit Bistrot

Französische Küche, aber nicht überkandidelt, in entspanntem Ambiente in Huertas. Di-Sa besonders günstiges Mittagsmenü. | So-Abend und Mo geschl. | Plaza Matute 5 | Tel. 914296265 | www.lepetitbistrot.net | Metro 1: Antón Martín

Ribeira do Miño

Populäres galicisches Restaurant, meistens brechend voll, berühmt für seine Meeresfrüchte. Bestellen Sie einfach eine mariscada, und spüren Sie den Atlantischen Ozean auf der Zunge. | Mo geschl. | Santa Brígida 1 | Tel. 915219854 | www.marisqueriaribeiradomino.com | Metro 1, 10: Tribunal

Zeraín

Eine sidrería: Wer will, bekommt zum Essen sidra, den nordspanischen moussierenden Apfelwein. Dezent rustikales baskisches Restaurant in Huertas mit eilfertiger Bedienung. | So geschl. | Quevedo 3 | Tel. 914297909 | Metro 1: Antón Martín

Essen und Trinken

Restaurants Kategorie günstig

Bazaar

Junges, angesagtes Restaurant in Chueca, eingerichtet wie ein cooler Kolonialladen. Internationale Küche. | Tgl., keine Reservierung | Libertad 21 | www.restaurantbazaar.com | Metro 5: Chueca

La Buga del Lobo

Für diese Gegend von Lavapiés ein ziemlich elegantes Restaurant, spezialisiert auf Pilzgerichte - und mit einem überraschenden Salat des Hauses. | So-Abend geschl. | Argumosa 11 | Tel. 914676151 | www.labocadellobo.com | Metro 3: Lavapiés

Casa Mingo

Ein Klassiker seit 1917 - dabei gibt es (fast) nichts als Hühnchen und Salat - und zum Trinken sidra. Die Madrider lieben es. Bei gutem Wetter reiht sich auf der Straße Tisch an Tisch. Keine Reservierung. | Tgl. | Paseo de la Florida 34 | Metro 6, 10: Príncipe Pío

Con dos Fogones

Kleines, bunt-gemütliches Restaurant mit unprätentiöser internationaler Küche. Viele junge Leute. | Tgl. | San Bernardino 9 | Tel. 915596326 | www.condosfogones.com | Metro 3, 10: Plaza de España

La Finca de Susana

Vor dem Restaurant bilden sich immer wieder Schlangen - kein Wunder: So gut, in so elegantem Rahmen, für so wenig Geld kann man in Madrid sonst wohl nirgendwo essen. Wegen des großen Andrangs ist die Bedienung manchmal etwas hektisch. Keine Reservierung. | Tgl. | Arlabán 4 | www.lafinca-restaurant.com | Metro 2: Sevilla

Gula Gula

Eigentlich nur eine Salatbar - aber was für eine! Schon wegen der Lage im ersten Stock eines eleganten Eckhauses in der Gran Vía lohnt sich der Besuch. Das Salatbuffet ist exquisit, wer will, kann aber auch warm à la carte essen. Und nach dem Abendessen warten alle auf die „Gula-Gula-Show“. Fürs Wochenende muss man weit im Voraus reservieren, weil hier dann überdrehte Freundinnen Junggesellinnenabschied feiern. | Tgl. | Gran Vía 1 | Tel. 915228764 | www.gulagula.net | Metro 2: Sevilla, Banco de España

Ojalá

Jugendliches Restaurant in Malasaña. Zwischen schreiend grünen Wänden gibts originelle Küche zu vernünftigen Preisen. Der Chill-out-Bereich im Keller ist mit feinem Sand ausgelegt. | Tgl. | San Andrés 1 | Tel. 915232747 | Metro 1, 10: Tribunal

Essen und Trinken

Landestypisches

Tapasbars

De tapas durch Madrid zu ziehen, das heißt Ruhe bewahren und sich nicht von den Menschenmengen vor dem Tresen und an den besetzten Tischen abschrecken lassen. Reservieren ist normalerweise nicht möglich - aber irgendwann kommt die Reihe doch an Sie. Eine Tapa ist eine kleinere Portion, die allein nicht ganz satt macht - und von 1 bis 5 Euro kosten kann. Größere Portionen heißen raciones.

El Abuelo

„Der Großvater“ ist ein Klassiker - seit mehr als 100 Jahren serviert man hier in der Nähe der Puerta del Sol vor allem gambas und langostinos. Ziemlich touristisch. | Tgl. | Victoria 12 | Metro 1, 2, 3: Sol

Almendro 13

Ein Klassiker im Madrid de los Austrias mit rustikaler spanischer Küche. Bestellt wird an der Durchreiche, wenn das Essen fertig ist, erklingt eine kleine Glocke. Der Laden ist häufig so rappelvoll, dass sich die Gäste draußen auf die Kühlerhauben der parkenden Autos setzen. | Tgl. | Almendro 13 | Metro 5: La Latina

Automático

Die wohl populärste Kneipe und Tapabar auf der belebtesten Straße im Stadtteil Lavapiés - im Sommer mit Tischen vor der Tür. Die ensaladilla rusa, ein Tapaklassiker, ist nach der Umfrage eines lokalen Magazins die beste Madrids. | Mo-Do mittags geschl. | Argumosa 17 | Metro 3: Lavapiés

Bocaíto

Der kleine Raum vor dem Tresen ist meistens gedrängelt voll, denn hier werden die klassischen (vor allem andalusischen) Tapas überdurchschnittlich gut zubereitet. Eine Tür weiter geht es in das Restaurant gleichen Namens. | Sa-Mittag und So geschl. | Libertad 6 | Metro 2, 5: Chueca, Banco de España

Cava Baja

Das ist kein Lokal, sondern eine ganze Straße: In der Calle Cava Baja drängen sich die Traditionsrestaurants und Tapabars. In der Hausnummer 30 lädt die Casa Lucas seit 1997 zu kreativen Tapas - traditioneller Schinken oder Käse fehlen. Gute Alternativen: in derselben Straße (Nr. 24) La Chata oder gleich um die Ecke La Turuleta in der | Calle Almendro 25. | Metro 5: La Latina

Cervecería Cervantes

Der Besuch lohnt allein schon wegen der tostadas de gambas (Garnelentoasts) mit ordentlich Knoblauch. | So-Abend geschl. | Plaza de Jesús 7 | Metro 1, 2: Banco de España, Antón Martín

La Inquilina

Jugendliches Café, Restaurant und Tapabar in Lavapiés. Spezialisiert auf Quiches und originelle und ausgefallene tostas, z. B. mit Ziegenkäse und Johannisbeermarmelade. | Di-Mittag, Mi-Mittag, Do-Mittag und Mo geschl. | Ave María 39 | Metro 3: Lavapiés

Lizarran

Im Baskenland heißen die Tapas pintxos - sie werden auf dem Tresen unter einer Glasvitrine präsentiert, und jeder bedient sich selbst nach Gusto. Zur Abrechnung präsentiert man die Zahnstocher, die in jedem pintxo stecken. Die Kette Lizarran trägt diese Tradition in alle Winkel Spaniens. | Tgl. | Gómez de Mora 1 | an der Puerta Cerrada | Metro 5: La Latina

El Maño

Der Marmortresen ist noch immer derselbe, über den hier im Jahr 1927 zum ersten Mal Wein vom Fass verkauft wurde. Heute füllt sich der Laden unter einem langen, schmalen Spiegel an der Decke mit Tapahungrigen, die z.B. die tortilla con pisto (Omelett mit Gemüsesauce) bestellen. Bei entsprechendem Wetter werden alle Flügeltüren geöffnet, und dann ist es fast so, als sitze man im Freien. | So-Abend und außer Fr-So mittags geschl. | Palma 64 | Metro 2, 3: Noviciado

La Musa de Espronceda

Ein ausgesprochen gemütlicher Laden in einer etwas ungemütlichen Ecke in der Nähe des Cine Doré. Ein großer Tresen mitten im Lokal lädt zu Tapas ein, die Tische ringsum zum Mittag- und Abendessen, darunter liegt ein Keller voll Kultur. | So-Mittag und Mo geschl. | Santa Isabel 17 | Metro 1: Antón Martín

El Pez Gordo

Im „Dicken Fisch“ finden Sie Marmortische, viel Rauch, laute Debatten - und eine kurze, vorzügliche Tapakarte. Die Spezialität des Hauses sind migas de Almería, ursprünglich ein Armeleuteessen auf der Grundlage von Brotkrümeln. | Mo und mittags geschl. | Pez 6 | Metro 2, 3, 5: Noviciado, Callao

Essen und Trinken

Gourmettempel

Asiana

Ein Sinnenfest. Tagsüber ein Laden für asiatische Antiquitäten, wandelt sich der Gewölbekeller abends zum intimen Restaurant mit gerade sieben Tischen. Der kaum 20-jährige Chefkoch Jaime Renedo beweist seine Kunst im wöchentlich wechselnden Degustationsmenü. | 91 Euro | So/Mo und mittags geschl. | Travesía de San Mateo 4 | Tel. 913104020 | www.asianadeco.com | Metro 1, 10: Tribunal

La Broche

Das Restaurant im Hotel Miguel Ángel bietet minimalistisches Ambiente, Chefkoch Sergi Arola eine der aufregendsten Küchen Spaniens - nur für aufgeschlossene Gaumen. | Ab 65 Euro | Sa/So geschl. | Miguel Ángel 29/31 | Tel. 913993437 | www.labroche.com | Metro 7, 10: Gregorio Marañón

El Chaflán

Ein Olivenbaum unterm Glasdach erwartet den Gast und die Küche Juan Pablo Felipes: Niemand versteht es wie er, der spanischen Küche die originellsten Seiten abzugewinnen. | Ab 75 Euro | Sa-Mittag und So geschl. | Avenida Pío XII 34 | Tel. 913506193 | www.elchaflan.com | Metro 9: Pio XII

Santceloni

Erst 2001 ist das Restaurant des Hotels Hesperia in Betrieb gegangen und hat sich in kürzester Zeit einen Namen als eines der besten Spaniens gemacht. Der katalanische Küchenchef Santi Santamaria bringt auf die Karte, was die Jahreszeit zu bieten hat. | Ab 110 Euro | Sa-Mittag und So geschl. | Paseo de la Castellana 57 | Tel. 912108840 | www.restaurantesantceloni.com | Metro 7, 10: Gregorio Marañón

Einkaufen

Rastro oder Custo

Einkaufsparadies Madrid: feilschen auf dem Flohmarkt, flanieren in der Modemeile Calle Fuencarral

Ja, Klamotten und Schuhe sind in Madrid tatsächlich immer noch ein wenig billiger zu haben als in Mittel- und Nordeuropa. Aber es ist kein Problem, sein Geld mit vollen Händen auszugeben - spanische und internationale Modedesigner warten auf Sie mit Metropolenpreisen, Edelboutiquen verkaufen wenig Stoff für viele Euros. Einkaufen ist eine Wonne in Madrid.

Wer, um zu sparen, nicht gleich Mode aus zweiter Hand auf dem Sonntagsflohmarkt Rastro suchen will, mag die rebajas (Schlussverkäufe) im Januar/Februar und Juni/Juli ausnutzen. Traditionelle Geschäfte öffnen montags bis freitags zwischen 10 und 14 und dann wieder von 17 bis 20 Uhr sowie am Samstagvormittag. Kaufhäuser und Ketten verzichten auf die lange Mittagspause und schließen auch erst am Samstagabend. Sonntags dürfen Buch- und Plattenläden sowie kleine Geschäfte mit begrenzter Auswahl öffnen. Für alle anderen legt die Regionalregierung jeweils zu Jahresbeginn 20 verkaufsoffene Sonntage fest, darunter gewöhnlich sämtliche August- und Dezembersonntage.

Die wichtigsten Einkaufsstraßen der Innenstadt sind die Calle Preciados und die Calle Carmen zwischen Puerta del Sol und Plaza Callao - eine Fußgängerzone ohne besonderen Charme, aber mit großem Angebot an Mode und Waren des täglichen Bedarfs zu vernünftigen Preisen. Nördlich davon hat sich die Gran Vía zwischen Plaza España und Red de San Luis trotz dröhnenden Verkehrs zur belebten Einkaufsmeile entwickelt. Südlich der Puerta del Sol drängen sich in der Calle Carretas günstige Klamottengeschäfte. Wer seinen Kaufrausch vorplanen will, kann sich unter www.eldibuk.com inspirieren lassen.

Einkaufen

Landestypisches

El Flamenco Vive

Der spanische Laden mit dem ausführlichsten Angebot an Flamencoplatten, -literatur, -gitarren und -kostümen. Stöbern und bestellen auch im Internet unter www.elflamencovive.es. | Conde de Lemos 7 | Metro 2, 5: Ópera

Einkaufen

Bücher und Antiquariate

La Librería

Seit 1986 spezialisiert auf Madridliteratur. www.edicioneslalibreria.com | Mayor 80 | Metro 2, 5: Ópera

Einkaufen

Musik und Videos

FNAC

Die Madrider Filiale der französischen Medienkaufhauskette bietet auf vier Etagen eine großartige Auswahl an Büchern, CDs und Filmen. Wer hier nicht fündig wird, muss schon sehr ausgefallene Interessen haben. www.fnac.es | Preciados 28 | Metro 3, 5: Callao

Musical Ópera

Madrids bedeutendste Adresse für alte und klassische Musik: CDs, Literatur und Instrumente. www.musicalopera.es | Carlos III 1 | direkt neben dem Teatro Real | Metro 2, 5: Ópera

Einkaufen

Delikatessen

Antigua Pastelería del Pozo

Eine Zeitreise: Die 1830 gegründete Bäckerei ist die älteste Madrids. | Pozo 8 | Metro 1, 2, 3: Sol

Bomec

In Spaniens Supermärkten gibts nur Teebeutel - in diesem orientalisch anmutenden Teepalast alle Teeblätter der Welt. | San Joaquín 8 | Metro 1, 10: Tribunal

Cacao Sampaca

Ein Fest der Sinne für alle Schokoladengenießer: die feinsten, hausgemachten Spezialitäten zum Mitnehmen oder zum Probieren an Ort und Stelle. | www.cacaosampaka.com | Orellana 4 | Metro 4, 5, 10: Alonso Martínez

Casa Mira

Hier kaufen die Madrider Marzipan und die Weihnachtsspezialität turrón. | Carrera San Jerónimo 30 | Metro 2: Sevilla

Góndiaz

In diesem kleinen Laden in der Nähe des Königspalasts hängt der beste Schinken Spaniens, in gedämpftes Licht getaucht, von der Decke. Bestellungen sind auch online möglich: www.gondiaz.es. | Plaza de la Marina Española 7 | Metro 2: Santo Domingo

Mariano Madrueño

Familienbetrieb seit 1895, spezialisiert auf spanische Weine. Alles vom Marqués de Riscal (Rioja) aus dem Jahr 1896 bis zur Lese des vergangenen Jahrs. www.madrueno.com | Postigo de San Martín 3 | Metro 3, 5: Callao

Patrimonio Comunal Olivarero

Um die 150 Olivenölsorten der besten Qualität virgen extra sind in den Regalen des kleinen, etwas nüchternen Ladens aufgereiht wie anderswo Wein. Bestellen kann man auch unter www.pco.es. | Mejía Lequerica 1 | Metro 5, 10: Alonso Martínez

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Märkte

Mercado de San Miguel

Madrids schönster Markt ist eine Konstruktion von 1916 aus Glas und hellgrün gestrichenem Gusseisen. Wegen fehlender Kundschaft hatten zuletzt leider alle bis auf zwei Stände ihre Rollläden heruntergelassen - ein Investor will hier demnächst ein neues Marktkonzept ausprobieren. | Plaza de San Miguel | Metro 2, 5: Ópera

Mercado Vallehermoso

Der Markt im Bezirk Chamberí hat das Flair des frühen 20. Jhs. bewahrt: nicht alles Beton, wie in vielen anderen Madrider Markthallen, sondern Backstein und Holz. Am meisten Betrieb herrscht vormittags. | Fernando el Católico 14 | Metro 2: Quevedo

Rastro

Ein wirklich schreckliches Menschengewimmel erfüllt am Sonntagvormittag die Straßen rund um die Plaza Cascorro. Der Besuch des Rastros gehört zur Sonntagsroutine vieler Madrider wie für andere der Kirchgang. An die 80000 Menschen zwängen sich an den 1300 Ständen vorbei. Die meisten suchen nichts Bestimmtes - und kaufen doch immer irgendetwas. Außergewöhnliche Entdeckungen gibt es kaum zu machen. Aber der Rastrobesuch ist eine gute Ausrede, um sich hinterher bei Wein und Tapas in einer der vielen Bars der Gegend mit Freunden zu treffen.

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Kunst, Handwerk und Design

Antigua Casa Talavera

„Dieses Haus hat keine Filialen“ verkündet das stolze Motto auf den Visitenkarten des besten, etwas versteckt gelegenen Keramikladens Madrids. Die Großeltern des heutigen Besitzers Fernando Sánchez gründeten das Geschäft 1903, und genau wie sie verkauft er immer noch ausschließlich handgemachte Ware aus den spanischen Zentren der Keramikherstellung wie Talavera de la Reina oder Granada. | Isabel la Católica 2 | Metro 2: Santo Domingo

Casa de Diego

„Mañana lloverá“ steht neben den Eingangstüren: Morgen wirds regnen. Die Casa de Diego verkauft seit 1858 Regenschirme und Spazierstöcke, aber auch kunstvolle Fächer aus eigener Produktion. www.casadediego.net | Puerta del Sol 12 | Metro 1, 2, 3: Sol

Casa Jiménez

Hier kaufen traditionsbewusste Madriderinnen mantones (fransenbesetzte Schultertücher) und mantillas (den Kopf bedeckende Spitzenüberwürfe). | Preciados 42 | Metro 3, 5: Callao

Enjabonarte

Hier bekommen Sie Seifen, die aussehen wie handgemacht, viele auf Olivenölbasis, und Badesalze. www.enjabonarte.es | Hortaleza 33 | Metro 1, 5: Gran Vía

José Ramírez

Ende des 19. Jhs. begann der Gitarrenbauer José Ramírez seine eigene Werkstatt aufzubauen, die heute von seiner Urenkelin Amalia Ramírez in vierter Generation weitergeführt wird. Die besten Gitarristen Spaniens kaufen hier ihre Instrumente, sei es für Klassik, Flamenco oder Pop. www.guitarrasramirez.com | Paz 8 | Metro 1, 2, 3: Sol

Romero Díaz

Eleganter Geschenkeladen in Salamanca mit allem, was der Besucher gerne „made in Spain“ mit nach Hause nimmt: von Kunsthandwerk über mantillas bis zu spanischem Wein. www.romerodiaz.com | Jorge Juan 64 | Metro 2, 9: Príncipe de Vergara

Seseña

Capas, ein klassisches spanisches Kleidungsstück, sind ärmellose Mäntel (Capes) für Männer und Frauen, eigentlich längst aus der Mode und doch bei manchen wohlhabenden Spaniern immer noch gefragt. Nirgendwo gibt es bessere als hier. | www.sesena.com | Cruz 23 | Metro 1, 2, 3: Sol

Tununtunumba

Eine kunterbunte kleine Schatztruhe in Huertas: Das Geschäft verkauft Musikinstrumente aus aller Welt, vor allem verschiedene Trommeln und Flöten. Zum Angebot gehören außerdem Silberschmuck, Papierlampen und Weltmusik-CDs. | www.tununtunumba.com | Santa María 34 | Metro 1: Antón Martín

Kunstgalerien

Im Rücken des goldenen Museumsdreiecks, in Lavapiés und Huertas, ist in den vergangenen Jahren der Distrito Arte - oder, nach den Zustellbezirken der Post, Distrito 12/14 - Madrids mit Dutzenden von Galerien für zeitgenössische Kunst herangewachsen. In Lavapiés lohnt sich vor allem der Weg in die Calle Doctor Fourquet, in Huertas in die Calle San Pedro. In einer Parallelstraße der San Pedro Richtung Paseo del Prado hat das Kunst- und Kulturzentrum La Fábrica (Alameda 9 | www.lafabrica.com) seinen Sitz.

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Kaufhäuser und Passagen

El Corte Inglés

Wenn Sie partout nicht wissen, wo Sie eine bestimmte Sache bekommen können, dann lohnt es sich fast immer, im Corte Inglés vorbeizuschauen, der einzigen spanischen Kaufhauskette. Nicht ganz billig, aber mit unübersehbar vielfältigem Angebot. Die beiden Innenstadthäuser: Preciados 3 | Metro 1, 2, 3: Sol | und Plaza de Callao 1 | Metro 3, 5: Callao

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Mode

Calle Almirante

Es ist, als wäre das Barrio de Salamanca über den Paseo de Recoletos nach Chueca herübergeschwappt: Hier gibt es edle Mode zu ebenso edlen Preisen. In der Almirante 9 residiert der Stardesigner Jesús del Pozo (www.jesusdelpozo.com), gegenüber bei Momo (Almirante 8) gibt es ausgefallene junge Mode und Accessoires. Schauen Sie auch in der gut fünf Minuten entfernten Boutique Pez (Regueros 15) vorbei und lassen sich allein vom ungewöhnlichen Ladendesign überraschen. | Metro 5: Chueca

Calle Fuencarral

Ein Phänomen, wie sich diese Innenstadtstraße in nicht einmal zehn Jahren vollkommen gewandelt hat: Von einer düsteren, etwas heruntergekommenen Durchfahrtsstraße wurde sie zur hippsten Modemeile der Stadt - ein bisschen London in Spanien. Alles begann mit Lack- und Lederläden für die schrägen Vögel der Chueca-Nächte. Es folgten Boutiquen für junge Leute mit Mut zum Besonderen. Und auf einmal lassen sich hier auch etablierte Marken wie Adolfo Domínguez, Mango oder Diesel und der Barceloneser Stardesigner Custo (Nr. 29) nieder. In der Hausnummer 45 ist der Mercado de Fuencarral untergebracht, ein Dreietagenkaufhaus für Madrids coole Jugend. Spätestens seit 2004 direkt daneben ein Starbucks-Café aufgemacht hat, ist klar, dass die Calle Fuencarral ihre Vergangenheit als alternativer Geheimtipp hinter sich hat. Schuhe ohne Ende gibts übrigens in der Seitenstraße Augusto Figueroa. | Metro 1, 5, 10: Gran Vía, Tribunal

Calle Serrano

Die Gegenwelt zur Calle Fuencarral: Im Barrio Salamanca herrschen noch etwas konservativere Vorstellungen von gutem Kleidungsgeschmack. Fast sämtliche großen spanischen Modemacher und -marken haben sich an der Calle Serrano südlich der Calle José Ortega y Gasset niedergelassen: Carolina Herrera (Nr. 16), Adolfo Domínguez (Nr. 18), Camper (Nr. 24), Loewe (Nr. 26 und 34), Purificación García und La Perla (Nr. 28), Zara (Nr. 48); auf der anderen Straßenseite Agatha Ruiz de la Prada (Nr. 27) mit Hang zu Knallbuntem und Roberto Verino (Nr. 33). Dazwischen die berühmtesten Juweliere: Carrera y Carrera (Nr. 76) und Suárez (Nr. 62).

The Deli Room

Originelle Boutique, spezialisiert auf weniger bekannte spanische Designer. In einer alter Schlachtereitheke stehen flippige Schuhe. | Santa Bárbara 4 | Metro 1, 10: Tribunal

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Sonstiges

Sprint

Die Läden dieser Kette sind 24 Stunden an allen Tagen des Jahres geöffnet. In der Innenstadt z.B.: Arenal 28 | Metro 2, 5: Ópera

Vips

Hier bekommen Sie Presse, Bücher, DVDs und CDs, aber auch Lebensmittel bis 3 Uhr morgens. In der Innenstadt z.B.: Gran Vía 43 | Metro 3, 5: Callao

Unterhaltung

Die Nacht ein Fest

Abends hält es niemanden zu Hause. Die Madriderinnen und Madrider brauchen Marcha

Wann schlafen die eigentlich? Auf der Gran Vía stauen sich die Autos und in der Calle Huertas die Menschen - morgens um drei. Von Donnerstagabend bis Sonntagmorgen ist die Stadt ununterbrochen in Bewegung, auf der Suche nach marcha.

Wörtlich übersetzt heißt das Marsch, gemeint ist: nur kein Stillstand. ¿A dónde vamos ahora? - wohin gehen wir jetzt? - ist die x-mal wiederholte Frage im Lauf der Nacht. Am liebsten verabreden sich die Madrider in großen Gruppen. Sie wollen sich amüsieren, wollen lachen, trinken, rauchen, tanzen. Und wenn es geht auch flirten. Salir para ligar - ausgehen, um anzubändeln, das ist die Trieb-Feder vieler Nachtschwärmer.

Wenn Spanier von Bars reden, meinen sie Tapabars oder Cafés. Bars oder Kneipen im deutschen Sprachsinn werden eher Pubs genannt (was bei den Spaniern wie paffs klingt). In vielen Pubs wird auch getanzt. Von einer discoteca sprechen die meisten erst, wenns Eintritt kostet. Um der eigenen Sprachverwirrung zu entgehen, hat sich ein Oberbegriff für alle angesagten Läden eingebürgert: sitio de marcha - ein Ort, wo was los ist. Nichts leichter, als sich dem Treiben anzuschließen. Wer in der Innenstadt übernachtet, muss nur aus dem Hotel treten und ist schon mitten drin.

Jedes Viertel hat sein abendliches Nervenzentrum: die Plaza Santa Ana in Huertas, die Calle Argumosa in Lavapiés, die Plaza Humilladero in La Latina, die Plaza Dos de Mayo in Malasaña, die Plaza Chueca in Chueca. Die heißen Sommernächte verbringen die Madrider am liebsten auf der Straße in den terrazas genannten Freiluftbars. Sie feiern das Leben, sie genießen, dass es ihnen gut geht - von der Müdigkeit einmal abgesehen. In Wirklichkeit brauchen nämlich auch die Madrider Schlaf.

Unterhaltung

Bars und Kneipen

Acuarela Café

Ein gemütliches Café an der Plaza Chueca. Auf Sofas und Sesseln suchen die Gäste ein wenig Erholung von der marcha. | Tgl. 15-2 Uhr | Gravina 10 | Metro 5: Chueca

Bonanno

Der zurzeit angesagteste Laden an der Plaza Humilladero im Herzen von La Latina. Der DJ legt die neuesten Tendenzen der Popmusik auf. Tapas. | Tgl. 12-2 Uhr | Plaza Humilladero 4 | Metro 5: La Latina

Café Belén

Holzbalken stützen die Decke, auf den Marmortischen brennen Kerzen - ein bisschen schick, ein bisschen alternativ. Und sehr starker Kaffee. | Tgl. 16-3 Uhr | Belén 5 | Metro 5: Chueca

Café Galdós

Traditionscafé, unter neuer Leitung als Treffpunkt junger Leute wiedereröffnet. Entspannte Musik für entspannte Gespräche, Tapas, Ausstellungen und hin und wieder Kurzfilme. | Mo-Sa 12-2.30 Uhr | Madrazo 10 | www.cafegaldos.com | Metro 2: Sevilla

Casa Pueblo

Eine liebevoll eingerichtete Bar, die direkt aus den 1920er-Jahren in die Gegenwart gereist zu sein scheint. Ein Klavier steht für Livemusik bereit, doch meistens läuft Jazz aus der Konserve. | Di-So 19-2 Uhr | León 3 | Metro 1: Antón Martín

Chocolatería San Ginés

Ein nächtliches Ritual: erst tanzen gehen und dann am frühen Morgen hier mit churros con chocolate den Magen stimulieren. 1895 gegründet. | Tgl. 18-7 Uhr | Pasadizo San Ginés 5 | Metro 1, 2, 3: Sol

Cock

Ein großer Saal, der leicht verstaubte Eleganz ausstrahlt und in dem sich ein erwachsenes Publikum nicht an schnöden Kellnern stört. Das ist Teil der Coolness dieses Ortes. | Tgl. 19-3 Uhr | Reina 16 | Metro 1, 5: Gran Vía

Costello

Angenehm gestylter Laden für die Schönen des Abends und der Nacht. Die „White Lounge“ lädt zum Entspannen ein, auf der Bühne im Keller gibts Livemusik. | Tgl. 18-3.30 Uhr | Caballero de Gracia 10 | www.costelloclub.com | Metro 1, 5: Gran Vía

Josealfredo

Cocktailbar, deren düsterer Charme sich nicht gleich jedem auftut - aber ab Mitternacht ist sie gerammelt voll. | Di-Sa 21-2.30 Uhr | Silva 22 | Metro 3, 5: Callao

Larios Café

Die Leute - und das Ambiente - sind mindestens so cool wie in New York. Im Untergeschoss tanzen sie. Für den später Hunger wird im Restaurantbereich (€€) bis 2.30 Uhr serviert. | So bis Do 20.30-4, Fr/Sa 20.30-6 Uhr | Silva 4 | Metro 2: Santo Domingo

La Recoba

Eine kuriose Restaurantkneipe am Rand von Lavapiés. Wen er mag, dem singt der Wirt einen Tango. Pizza bis morgens um 6. | Tgl. 13-6 Uhr | Magdalena 27 | Metro 1: Antón Martín

Viva Madrid

Schöne, wunderbar gekachelte Bar bei der Plaza Santa Ana. Sie fehlt auf keiner Touristenroute - was die Einheimischen nicht schreckt. | Tgl. 13-2 Uhr | Manuel Fernández González 7 | Metro 1, 2, 3: Sol, Antón Martín

Unterhaltung

Diskotheken, Clubs und Ballhäuser

Frühclubs & Afterhours

Afterhours heißen in Spanien einfach afters und sind illegal. Trotzdem gibt es in Madrid Dutzende von ihnen. Sie wechseln immer wieder Namen und Ort. Das sorgt dafür, dass wirklich nur Tanzfreaks Bescheid wissen.

La Cartuja

Ein unprätentiöser Laden für ein unprätentiöses Publikum, das ohne Pause vor allem zu Latinohits tanzt. | Mi-Sa 23-5.30 Uhr | Eintritt 8 Euro | Cruz 10 | Metro 1, 2, 3: Sol, Sevilla

Joy

Ein Klassiker in Madrids Nightlife. Die Schönen der Nacht (und die, die es gerne wären) tanzen im alten Theater Eslava zu frenetischen Rhythmen. | Tgl. 23.30-6 Uhr | Eintritt 12 bis 15 Euro | www.joy-eslava.com | Arenal 11 | Metro 1, 2, 3: Sol

Mondo/The Room

Die DJs legen das Aktuellste an tanzbarer Musik auf. Über dem Eingang steht Stella, aber donnerstags und samstags heißt es Mondo, am Freitag The Room. | Nächte auf Fr, Sa, So 1 bis 6.30 Uhr | Eintritt 12 Euro | Arlabán 7 | Metro 2: Sevilla

Ocho y medio

So heißt der Flamingo-Club in Freitagnächten, wenn er dem Indiepop und einem gemischt-entspannten Publikum gehört. Angesagt! Die Donnerstage und Samstage sind musikalisch weniger verlässlich. | Nächte auf Fr, Sa, So 1-6 Uhr | Eintritt 9 Euro | Mesonero Romanos 13 | Metro 3, 5: Callao

Palacio de Gaviria

Madrids sicherlich schönste Diskothek residiert in einem Stadtpalast, 1846 im Auftrag des Bankiers Manuel Gaviria erbaut, eingeweiht von Königin Isabella II. Wo früher die Aristokratie ihre Feste feierte, tanzt heute das Volk: in 13 Sälen unter Kronleuchtern, zwischen Fresken und Spiegeln. Donnerstags ist der Tanzpalast von Erasmus-Studenten überlaufen. | So-Mi 23-4, Do-Sa 23 bis 6 Uhr | Eintritt 10-15 Euro | Arenal 9 | www.palaciogaviria.com | Metro 1, 2, 3: Sol

El Sol

Madrids berühmteste Rockdiskothek und -bühne, Überlebende der movida der Achtzigerjahre. | Di-Sa 23-5.30 Uhr | Eintritt 10 Euro | Jardines 3 | Metro 1, 5: Gran Vía

Tropical House

Eine der größten Salsadiskotheken Madrids. Das überwiegend lateinamerikanische Publikum ist angezogen, als käme es direkt von einer Hochzeit. | So und Di 20-3, Mi-Sa 23.30-6 Uhr | Eintritt 5-10 Euro | Martín de los Heros 14 | Metro 3, 10: Plaza de España

Unterhaltung

Landestypisches

Candela

Etwas düstere Bar in Lavapiés, Treffpunkt der Flamencokünstler und ihrer Fans. | Tgl. 23-5.30 Uhr | Eintritt frei | Olmo 2 | Metro 1: Antón Martín

Casa Patas

Populäres Restaurant, in dessen Hinterzimmer an sechs Abenden die Woche purer Flamenco live gegeben wird. Immer noch das Madrider Flamencolokal. Karten kosten um 25 Euro und sollten zwei Tage im Voraus reserviert werden. | Programm Mo-Do 22.30, Fr/Sa 21 und 24 Uhr | Cañizares 10 | Tel. 913690496 | www.casapatas.com | Metro 1: Antón Martín

Corral de la Morería

Madrids ältestester tablao (seit 1956), nahe den Jardines de las Vistillas. Reservieren! | Tgl. 20.30-2, Aufführungen ab 22 Uhr | Eintritt ab 32 Euro | Morería 17 | Tel. 913658446 | www.corraldelamoreria.com | Metro 5: La Latina

La Soleá

Nirgendwo ist die Chance größer, einen spontanen Flamencoabend zu erleben. | Di-Sa 22.30-6 Uhr | Eintritt frei | Cava Baja 34 | Tel. 913653308 | Metro 5: La Latina

Las Tablas

Eine neue Bühne, 2003 von zwei jungen Flamencotänzerinnen gegründet und weniger touristisch als die alteingesessenen tablaos. | Tgl. 19-1, Aufführung 22.30 Uhr | Plaza de España 9 | Tel. 915420520 | www.lastablasmadrid.com | Metro 3, 10: Plaza de España

Unterhaltung

Kinos

Madrider Kinos

Madrid ist eine Kinostadt. An einem Abend können Sie zwischen etwa 70 Filmen wählen. Das komplette Programm steht in den Tageszeitungen, der Eintritt kostet etwa 6,50 Euro. Üblicherweise laufen Filme in spanisch synchronisierter Fassung, doch bietet Madrid auch ein großes Angebot an Kinos, die sich aufs Original mit Untertiteln spezialisiert haben.

Cine Doré

Das modernistische Kino aus dem Jahr 1923 zeigt Klassiker der Filmgeschichte in der Originalversion. | Mo geschl. | Eintritt 2,50 Euro | Santa Isabel 3 | Metro 1: Antón Martín

Plaza de los Cubos

Der Name hat sich für einen kleinen Platz in der Nähe der Plaza de España eingebürgert. Dort bieten vier Kinos mit insgesamt 20 Sälen internationale Filme in Originalversion mit spanischen Untertiteln. Direkt am Platz das Princesa, im Durchgang zur Calle Martín de los Heros das Renoir Princesa, in der Straße Martín de los Heros das Golem (Nr. 14) und das Renoir Plaza España (Nr. 12). | Metro 3, 10: Plaza de España

Unterhaltung

Kulturzentren

Círculo de Bellas Artes

Der „Kreis der schönen Künste“ ist in einem Prachtbau des Madrider Architekten Antonio Palacios aus dem Jahr 1926 untergebracht. Ein brillanter Rahmen für Vorträge, Ausstellungen und Konzerte. Im Erdgeschoss gibt es ein großartiges Café - das kostet allerdings 1 Euro Eintritt. | Tgl. | Alcalá 42 | www.circulobellasartes.com | Metro 2: Banco de España

Cuartel Conde Duque

Im Hof der ehemaligen Kaserne aus dem 18. Jh. wird im Sommer eine Bühne aufgebaut und dazu eine Zuschauertribüne für 2000 Menschen. Im Juli gibt es jeden Abend Livemusik internationaler Spitzenklasse, im August Ballett und Flamenco. Madrids schönster Veranstaltungsort unter den Sternen. | Conde Duque 9 | Metro 3: Ventura Rodríguez

Unterhaltung

Livemusik

Café Central

Seit 1982 ist das Café Central Madrids Tempel des Jazz und verwandter Musikstile, zugleich aber auch ein vornehm-gemütliches Café. | Tgl 13.30-2.30 Uhr | Eintritt 8-12 Euro | Plaza Ángel 10 | Metro 1, 2, 3: Sol

Calle 54

Bar und Restaurant (€€€) mit erwachsenem Publikum, 2003 vom Filmemacher Fernando Trueba und Freunden als neuer Pilgerort des Latinjazz eröffnet. | Mo-Sa 13-3, Konzerte 23 Uhr | Eintritt gratis-25 Euro | Paseo de la Habana 3 | Tel. 902141412 | www.calle54.net | Metro 6, 8, 10: Nuevos Ministerios

Clamores

Großer Jazzkeller, in dem einige der bedeutendsten Konzerte in Madrid stattfinden. | Tgl. 19-3 Uhr | Eintritt 5-20 Euro | Alburquerque 14 | www.salaclamores.com | Metro 1, 4: Bilbao

Honky Tonk

Ein Klassiker. Elegante Kneipe und Diskothek mit Liverockmusik ab 0.30 Uhr. | Tgl. 22-5.30 Uhr | Eintritt frei | Covarrubias 24 | Metro 1, 4, 5, 10: Bilbao, Alonso Martínez

El Junco

Ein etwas versteckt gelegener Jazzkeller, der sofort sein Publikum erobert hat. Nach den Konzerten DJ-Musik bis in den frühen Morgen. | Tgl. 23-6 Uhr | Eintritt frei | www.eljunco.com | Plaza Santa Bárabara 10 | Metro 4, 10: Alonso Martínez

Libertad 8

1976 - wenige Monate nach Diktator Francos Tod - eröffnet, ist der Name „Freiheit 8“ nicht nur Straße und Hausnummer, sondern auch Programm. Ein Ort für Liedermacher und populäre Musik der leiseren Art. | Tgl. 16-2 Uhr | Eintritt um 4 Euro | Libertad 8 | www.libertad8cafe.es | Metro 5: Chueca

Unterhaltung

Opern, Konzerte und Musicals

Klassik in Madrid

Was Opern und Konzerte angeht, spielt Madrid nicht in der ersten europäischen Liga mit. Das Opernhaus ist das Teatro Real (www.teatro-real.com | Plaza Oriente | Metro 2, 5: Ópera); im Teatro de la Zarzuela (http://teatrodelazarzuela.mcu.es | Jovellanos 4 | Metro 2: Banco de España) werden zarzuelas - eine spanische Form des Singspiels - auf die Bühne gebracht.

Unterhaltung

Szenelokale

Costa Castellana

Das Wort ist ein Scherz: Ums den Freunden zu zeigen, die ihren Urlaub an der Costa Blanca oder der Costa del Sol verbringen, haben sich die Daheimgebliebenen die „kastilische Küste“ ausgedacht. Gemeint sind die terrazas auf den breiten Fußgängerstreifen inmitten des Verkehrs des Paseo de la Castellana nördlich der Plaza Colón. Ein etwas älteres Publikum zieht die Straßenbars auf dem Paseo de Recoletos vor. | Nur Juli/Aug., tgl. bis 2 Uhr | Metro 4: Colón

Ananda

Auf dieser Mega-terraza mit ostasiatisch inspirierter Dekoration neben dem Bahnhof Atocha treffen sich die Madrider pijos - das sind die Leute, denen Ansehen und Aussehen über alles gehen. | Ende Mai-Aug. tgl. 23 bis 5 Uhr | Eintritt ab 12 Euro | Avenida Ciudad de Barcelona | Metro 1: Atocha Renfe

Atenas

Die angesagteste Freiluftbar Madrids. Vor der Theke herrscht gegen 2 Uhr morgens ein fürchterliches Gedrängel. Wer endlich sein teures Bier in der Hand hat, lässt sich im kühlen Gras des Parque de Atenas nieder. Der DJ legt dazu Housemusik auf. | Nur Juli/Aug. tgl. bis 2.30 Uhr | Segovia, Ecke Cuesta de la Vega | Metro 5, 6: Puerta del Ángel, La Latina

Calle del Cristo

Ein Fußgängersträßchen etwas abseits der gewöhnlichen Touristenpfade, das sich bei gutem Wetter mit Dutzenden von Tischen füllt. | Tgl. bis 1 Uhr | Metro 2, 3, 10: Noviciado, Ventura Rodríguez

Casa de América

Die Gäste der entspannten terraza vor dem Amerikahaus reden etwas leiser als anderswo. Vornehm und sehr teuer. | Juli/Aug. Mo-Sa 21-2 Uhr | Paseo de Recoletos 2 | Metro 2: Banco de España

Marula Café

Bei Sommerwetter stellt das Marula Café - ein angesagter Club - Korbsessel auf seine Terrasse unterhalb des Viaducto. Beim Blick auf die Brückenbögen glaubt man sich mit etwas Phantasie in eine gotische Kathedrale versetzt. Um 22 Uhr hat man die Tische fast für sich, ab Mitternacht ist es brechend voll. | Tgl. bis zum frühen Morgen | www.marulacafe.com | Caños Viejos 3 | Metro 5: La Latina

Unterhaltung

Theater und Kleinkunst

Madrider Bühnen

Das spanische Theater ist der Tradition verhaftet und hat anspruchsvollen Besuchern nur selten Aufregendes zu bieten. Ein wichtiges Madrider Theater ist das Centro Dramático Nacional María Guerrero (http://cdn.mcu.es | Tamayo y Baus 4 | Metro 2, 4: Colón, Banco de España). Spannender sind oft die kleinen, privaten Theater wie z.B. das Alfil (www.teatroalfil.com | Pez 10 | Metro 2, 10: Noviciado).

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Pompöse Pracht und preiswerte Etagenhotels

Kein Problem, in Madrid eine billige Herberge oder ein Luxushotel zu finden. Nur in der Mittelklasse ist das Angebot weniger breit gestreut

Geschäftsreisende, die auf Firmenkosten unterwegs sind, finden in Madrid leicht eine angemessene Unterkunft. Sie können zwischen 370 Hotels mit gut 40000 Betten wählen; die Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt.

Doch drei Viertel der Hotels tragen mindestens drei Sterne und sind entsprechend teuer, wenn auch nicht Pariser oder New Yorker Niveau erreicht ist. Fragen Sie bei der Reservierung immer nach dem Preis, er liegt oft unter den offiziellen Angaben auf der Website - prüfen Sie deshalb auch vermeintliche Sonderangebote von Hotelvermittlern im Internet durch direkte Anfrage im Hotel.

Für Touristen, die keine Reisespesen von der Steuer absetzen können, wird die Suche etwas schwieriger. Schon einfache Zweisternehotels verlangen häufig mehr als 100 Euro die Nacht fürs Doppelzimmer. Zum Glück gibt es die Alternative der hostales, was sich mit Herberge oder Pension übersetzen lässt. An die 1000 sind über ganz Madrid verstreut. Meistens sind es umgebaute Wohnungen in Altstadthäusern; sie nehmen eine oder höchstens zwei Etagen ein und werden oft von Ehepaaren geführt, die selbst in einer Ecke des hostal ihre private Bleibe haben.

Diese Pensionen hatten lange keinen besonders guten Ruf, und das meist ganz zu Recht. Doch Madrid ist reicher geworden, die Bedürfnisse der Gäste sind gestiegen, und das Angebot hat nachgezogen. Die meisten Pensionen werden regelmäßig renoviert, Fernseher und eine kleine Klimaanlage sind längst keine Ausnahme mehr, ein eigenes Bad ist üblich. Wer sonst keinen Luxus und nicht mehr als einen ruhigen Platz zum Schlafen sucht, ist in den hostales gut aufgehoben und muss dafür selten mehr als 50 Euro hinlegen.

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Hotels Kategorie gehoben

Tryp Ambassador

Viersternehotel in einem ehemaligen Herzogspalast in Sichtweite des Teatro Real. Zwei schöne, glasüberdachte Höfe, ein großzügiges Treppenhaus und Zimmer mit viel Platz. Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Angebote ab 92 Euro. 182 Zi. | Cuesta de Santo Domingo 5/7 | Tel. 915416700 | Fax 915591040 | www.solmelia.com | Metro 2, 5: Ópera, Santo Domingo

Catalonia Las Cortes

Prachtvolles Viersternehotel, 2006 in einem Stadtpalast aus dem 18. Jh. in Huertas nahe der Plaza Santa Ana eröffnet - mit restaurierten Deckenfresken. 65 Zi. | Prado 6 | Tel. 913896051 | Fax 913896052 | www.hoteles-catalonia.es | Metro 1: Antón Martín

ME Madrid Reina Victoria

Cool, cool, cool, modern und teuer: Das alte Stierkämpferhotel an der Plaza Santa Ana ist seit seiner Wiedereröffnung 2006 nicht wiederzuerkennen. Statt Fernseher: Homecinema, statt Mini-: Maxibar. 192 Zi. | Plaza Santa Ana 14 | Tel. 917016000 | Fax 915220307 | www.mebymelia.com | Metro 1, 2, 3: Sol

Room Mate Alicia

In einem spektakulären Industriebau vom Beginn des 20. Jhs. an der Plaza Santa Ana ist nach langem Leerstand 2005 ein hippes Hotel eingerichtet worden. Sehr helle Zimmer. Angebote ab 107 Euro. 34 Zi. | Prado 2 | Tel. 913896095 | Fax 913694795 | www.room-matehoteles.com | Metro 1, 2, 3: Sol

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Hotels Kategorie standard

Abalu

Ehemaliges hostal, das sich zum gemütlich-eleganten Etagenhotel gemausert hat. Komfort und familiäre Atmosphäre zu vernünftigem Preis. 10 Zi. | Pez 19 | Tel. 915314744 | Fax 915214492 | www.hotelabalu.com | Metro 2: Noviciado

Ateneo

Günstiges Dreisternehotel in einem restaurierten Stadthaus aus dem 18. Jh. gleich neben der Puerta del Sol (aber unweit des Straßenstrichs). 38 Zi. | Montera 22 | Tel. 915212012 | Fax 915233136 | www.hotel-ateneo.com | Metro 1, 2, 3: Sol

Petit Palace Londres

Modern-gemütliches Hotel mit eher kleinen Zimmern in einem renovierten Stadthaus mitten im Gewusel um die Puerta del Sol. 76 Zi. | Galdo 2 | Tel. 915314105 | Fax 915314101 | www.hthoteles.com | Metro 1, 2, 3: Sol

Miau

Günstiges, kleines Hotel in Huertas an der Plaza Santa Ana. Geschmackvoll schlicht eingerichtet. Am Wochenende hört man aber trotz guter Fenster die zahlreichen Nachtschwärmer. 20 Zi. | Príncipe 26 | Tel. 913697120 | Fax 914297460 | www.hotelmiau.com | Metro 1, 2, 3: Sol, Antón Martín

Negresco

Kleines Innenstadthotel mit dem Komfort eines großen. In einer ruhigen Seitenstraße der Gran Vía gelegen. 19 Zi. | Mesonero Romanos 12 | Tel. 916323520 | Fax 916323501 | www.partner-hotels.com | Metro 3, 5: Callao

Petit Palace Puerta del Sol

Hotel mit kühlem Schick in einem sanierten Altstadtgebäude von 1855. 64 Zi. | Arenal 4 | Tel. 915210542 | Fax 915210561 | www.hthoteles.com | Metro 1, 2, 3: Sol

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Hotels Kategorie günstig

Alfaro

Die günstige Pension liegt zentral auf halbem Weg zwischen Prado und Plaza Mayor. Sehr gepflegt, alle Zimmer mit Fernseher und Klimaanlage. 20 Zi. | Ventura de la Vega 16 | Tel. 914296173 | www.hostalalfaro.com | Metro 2: Sevilla

Comercial

Wunderbar gemütliches hostal in idealer Lage direkt neben der Plaza Mayor. Einige Zimmer mit Gemeinschaftsbad. Sehr günstig, auch für Einzelreisende. 11 Zi. | Esparteros 12 | Tel. 915226630 | Fax 915216756 | www.hostalcomercial.com | Metro 1, 2, 3: Sol

Montaloya

Modernes, sehr gut ausgestattetes hostal am Rand von Lavapiés, 2004 eröffnet. 11 Zi. | Plaza Tirso de Molina 20 | Tel. 913600305 | Fax 913691152hostal@montaloya | Metro 1: Tirso de Molina

Plaza dOrt

Das beliebte hostal liegt gleich neben der Plaza Santa Ana in Huertas. Wen es nicht stört, dass einige Zimmer entweder Toilette oder Dusche teilen, der findet hier ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. 24 Zi. | Plaza del Ángel 13 | Tel. 914299041 | Fax 914201297 | www.plazadort.com | Metro 1, 2, 3: Sol

Santander

Familiäres Zweisternehotel in Huertas (an der Ecke Carrera San Jerónimo) mit dem Charme vergangener Zeiten. 35 Zi. | Echegaray 1 | Tel. 914299551 | Fax 913691078 | www.hotelsantandermadrid.com | Metro 2: Sevilla

Tijcal I

Liebevoll dekoriertes und sehr gut in Schuss gehaltenes hostal, bestens gelegen: 30 m von der Plaza Mayor entfernt. 31 Zi. | Zaragoza 6 | Tel. 913655910 | Fax 913645260 | www.hostaltijcal.com | Metro 1, 2, 3: Sol

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Appartements und Ferienwohnungen

Apartasol

Geschmackvoll renovierte Apartments auf zwei Etagen eines Altstadthauses Nähe Puerta del Sol. Fassade und Treppenhaus werden gerade saniert. 10 Apartments | Zwei Personen 70 Euro/Nacht | Carretas 27 | Tel. 915219459 | Fax 915321626 | www.apartasol.com | Metro 1, 2, 3: Sol

Príncipe

Apartments und komfortable Zimmer mit Einbauküche in einem schönen Altstadthaus mitten im trubeligen Huertas. 22 Studios, 12 Apartments, 2 Suiten | Ein- oder Zweipersonenstudio 87 Euro/Nacht | Príncipe 11 | Tel. 914294470 | Fax 914294249 | www.atprincipe11.com | Metro 2: Sevilla

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Luxushotels

Orfila

Eine Oase der Ruhe am Rand der Innenstadt. Das kleinste Luxushotel Madrids residiert hinter der Fassade eines Stadtpalasts aus dem späten 19. Jh., im Rücken sogar ein Stück Garten. 32 Zi. | Ab 337 Euro | Orfila 6 | Tel. 917027770 | Fax 917027772 | www.hotelorfila.com | Metro 4: Colón

Ritz

König Alfons XIII. fand, das damals noch etwas provinzielle Madrid brauche auch ein Ritz wie die Weltstädte Paris oder London. 1910 wurde sein Traum wahr. Bis heute ist das Hotel neben dem Prado eine der liebsten Adressen von Königen und Staatschefs. 167 Zi. | Angebote ab 326 Euro, sonst ab 545 Euro | Plaza de la Lealtad 5 | Tel. 917016767 | Fax 917016776 | www.ritz.es | Metro 2: Banco de España

Urban

Der 2004 eröffnete, ultramoderne Neubau aus Glas und schwarzem Stein verbirgt eine avantgardistische Innenarchitektur, dazu als Kontrapunkt exotische Antiquitäten. Die Bar auf der Dachterrasse ist Treffpunkt von Madrids Happy Few. 6 Zi. | Ab 230 Euro. | Carretera de San Jerónimo 34 | Tel. 917877770 | Fax 917877799 | www.derbyhotels.com | Metro 2: Sevilla

The Westin Palace

Eröffnet 1912, ist das Palace noch immer Madrids berühmtestes Hotel. Größte Attraktion war und ist die säulengestützte Glaskuppel im Erdgeschoss. 465 Zi. | Angebote ab 213 Euro, sonst ab 395 Euro | Plaza de las Cortes 7 | Tel. 913608000 | Fax 913608100 | www.palacemadrid.com | Metro 2: Banco de España

Mit Kindern unterwegs

Grosse Stadt für kleine Leute

Stopp dem Museenmarathon: ein paar Tipps für den Madridbesuch mit Kindern

Mit Kindern unterwegs

Mit Kindern unterwegs

Faunia

Dieser Natur-Themenpark ist mehr als ein Zoo: Statt Tiergehegen bietet er komplette Lebensräume, vom tropischen Regenwald bis zum polaren Ökosystem. Im Insektenhaus kann man in einen Bienenstock hineinschauen oder zusehen, wie sich Schmetterlinge entpuppen. Im Angebot auch eine Reise ins Innere eines Vulkans. | 21 Euro, Kinder (3-12 Jahre) 15 Euro, bis 3 Jahre frei | Mitte Feb. bis Anfang Jan. tgl. (Nov.-Feb. Mo/Di geschl.) 10 Uhr-Einbruch der Dunkelheit | Avenida de las Comunidades 28 | www.faunia.es | Metro 9: Valdebernardo

Movie World

2002 eingeweihter Freizeitpark von Warner Brothers, der Besucher in die Hollywoodfilmwelt versetzt, 25 km südlich von Madrid in San Martín de la Vega. Kaufen Sie die Eintrittskarten einschließlich Zugticket ohne Aufschlag am Schalter der Vorortbahn Cercanías im Bahnhof Atocha, von dort Linie C3 nach Pinto, dort umsteigen in die Linie C3A bis Parque de Ocio. Abfahrt in Atocha 9.04 und 10.02 Uhr, weiter im Stundentakt, Fahrzeit 37 Minuten. | 33 Euro, Kinder (5-11 Jahre) 25 Euro, bis 5 Jahre frei | Mitte März-April Fr-So, Mai Do-So, Juni Mi-So, Juli-Mitte Sept. tgl., Mitte Sept.-Anfang Nov. Sa/So 10 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit | www.warnerbrospark.com

Museo de Cera

Hier im Madrider Wachsfigurenkabinett stehen sie alle beisammen, die Helden der spanischen und internationalen Popkultur: Lady Di, Mutter Teresa, Albert Einstein, das spanische Kronprinzenpaar, Miguel Indurain, James Dean … Die Kleinen freuen sich an Heidi, ET und Bart Simpson, die etwas Größeren an der Schreckenskammer mit Frankenstein, Freddy Krueger und Kollegen. | 15 Euro, Kinder (4-10 Jahre) 9 Euro | Mo-Fr 10-14.30 und 16.30-20.30, Sa/So 10-20.30 Uhr | Paseo de Recoletos 41 | www.museoceramadrid.com | Metro 4: Colón

Négone

Moderne Zeiten: Négone ist ein Spiel, das virtuelle und reale Welt vermischt. Die Teilnehmer versuchen, aus dem Hochsicherheitsgefängnis Mazzinia auszubrechen, irgendwann im 23. Jh. Mindestalter acht Jahre, Kinder bis zwölf Jahre sollten von einem Erwachsenen begleitet werden. Die Spielanweisungen gibt es auch auf Englisch. | 14 Euro, Fr/Sa ab 16 Uhr 17 Euro | So-Do 11-22, Fr/Sa 11-2.30 Uhr | Capitán Haya 1 | www.negone.com | Metro 10: Santiago Bernabéu

Parque de Atracciones

Der Freizeitpark am Südostrand des Stadtwalds Casa de Campo bewahrt noch etwas vom Ambiente der Sechzigerjahre, als er gegründet wurde: Er ist wie ein großer Dorfjahrmarkt - mit modernen Fahrgeschäften. Die spektakulärste Attraktion: El Viejo Caserón, ein Geisterhaus mit Schreckgestalten aus Fleisch und Blut. | 24,40 Euro (ohne Viejo Caserón), Kinder (3-6 Jahre) 13,90 Euro, bis 3 Jahre frei | Mitte Sept.-April Sa/So, Mai Di-So, Juni-Anfang Sept. tgl. 12 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit | www.parquedeatracciones.es | Metro 10: Batán

Zoo

Der Madrider Zoo wurde 1972 im Stadtwald Casa de Campo in der Nähe des Parque de Atracciones eröffnet. Mit 6000 Tieren 500 verschiedener Arten ist er einer der bedeutendsten in Europa. Neben den Gehegen für Landtiere (darunter seit kurzem Koalabären) sind ein Delphinarium, ein Seelöwengehege, ein tropisches Aquarium mit 35 Becken und ein Aviarium mit 60 Vogelarten entstanden. Mindestens zweimal täglich gibt es Delphin-, Seelöwen-, Raubvogel- und Papageienshows. Auf die Kleinsten wartet ein Streichelzoo. | 14,90 Euro, Kinder (3-7 Jahre) 12,20 Euro, bis 3 Jahre frei | tgl. 11-mindestens 18, Juni bis Aug. 10.30-mindestens 20 Uhr | www.zoomadrid.com | Metro 10: Casa de Campo

Insider-Tipp

Campo Del Moro

Der stille Park: Ein vornehmer Garten direkt hinterm Königspalast: der wenig besuchte Campo del Moro

Plaza de Oriente

Unterirdisches Mittelalter: Unter der Plaza de Oriente stößt man auf Überreste von Madrids maurischer Architektur

Viaducto

Architektonische Kontraste: Ein Bild fürs Urlaubsalbum: das Madrid de los Austrias hinter den Bögen des Viaducto

Museo Municipal

Madrid auf einen Blick: Das historische Zentrum als Papiermodell im Museo Municipal

Templo de Debod

Ägyptischer Sonnenuntergang: Hinterm Stadtwald versinkt die Sonne und taucht den Templo de Debod in goldenes Licht

El Capricho de la Alameda de Osuna

Wochenendlaune: Ein verschwiegener Park am Stadtrand - El Capricho de la Alameda de Osuna

Casa Granada

Tapas mit Aussicht: Ein ganz normaler Hauseingang und plötzlich im sechsten Stock die Casa Granada

Pizzería Maravillas

Pizza am Sommerabend: Voll besetzte Tische auf der grünen Plaza Dos de Mayo - die Pizzeria Maravillas verwöhnt ihre Gäste

La Favorita

Singende Kellner: Opernarien zum Nachtisch: Das gibts im Restaurant La Favorita

Mercado Vallehermoso

Einkaufen wie die Madrider: Frische Lebensmittel und schöne Architektur: der Mercado Vallehermoso in Chamberí

Calle Serrano

Die Gasse der Mode: Die Boutiquen des Callejón de Jorge Juan im Barrio de Salamanca

La Soleá

Der Flamenco lebt: Die ganze Kneipe eine Bühne - im La Soleá sind die Gäste die wahren Künstler

Cuartel Conde Duque

Bühne unterm Sternenhimmel: Genuss für die Ohren und den ganzen Menschen: die Sommerkonzerte im Kulturzentrum Conde Duque

Marula Café

Die schönste Terrasse: In Korbsesseln Mojitos trinken: auf der terraza des Marula-Cafés

Top Highlights

Museo Nacional del Prado

Der Architekt Juan de Villanueva begann 1785 im Auftrag Karls III. mit dem Bau des Prado (zu Deutsch „Wiese“) im neoklassischen Stil. Im Villanueva-Bau sind heute Werke vom 12. bis zur Mitte des 19. Jhs. ausgestellt. Schwerpunkt ist die spanische Malerei. Der Prado besitzt die umfassendsten Sammlungen von Werken El Grecos (1541 bis 1614), Velázquez (1599-1660) und Goyas (1746-1828), zudem der Velázquez-Zeitgenossen José de Ribera, Francisco de Zurbarán und Bartolomé Esteban Murillo. Außerdem herausragende Gemälde der Flamen Hieronymus Bosch, Rubens und Brueghel, der Deutschen Dürer und Cranach, der Italiener Botticelli, Rafael, Tizian, Tintoretto und Caravaggio und Hunderter Maler mehr.

Museo Thyssen-Bornemisza

Thyssen, ein Name aus Stahl. Friedrich, Zweitgeborener des Gründervaters des Ruhrimperiums August Thyssen, wollte vom Stahl nichts wissen, heiratete eine ungarische Baronin mit Namen Bornemisza und sammelte Kunst. Ihr gemeinsamer Sohn Hans-Heinrich (1921-2002) wurde Schweizer Staatsbürger und sammelte weiter, mit Vorliebe deutsche Expressionisten. Bei seinem Tod hatte er rund 1500 Werke beisammen, die einen fast enzyklopädischen Gang durch die Kunstgeschichte Europas und Nordamerikas erlauben. Der zentrale Teil dieser Sammlung, etwa 800 Gemälde, ist seit 1992 im Madrider Museum Thyssen-Bornemisza im Palacio Villahermosa (18. Jh.) zu sehen. 2004 ist ein moderner Anbau des Villahermosa-Palasts fürs Publikum geöffnet worden, in dem 220 weitere Gemälde ausgestellt sind. Ein chronologischer Spaziergang durch die Kunst vom 13. bis zum 20. Jh. beginnt im zweiten Stockwerk und endet im Erdgeschoss. | 6 Euro | Di-So 10-19 Uhr | www.museothyssen.org | Paseo del Prado 8 | Metro 2: Banco de España

Plaza de la Cibeles

Nicht wirklich ein heimeliger Platz: Hier trifft die zwölfspurige Calle de Alcalá auf den zwölfspurigen Paseo de Recoletos und den Paseo del Prado. Was also macht den Charme dieser Straßenkreuzung aus? Es liegt am Fotomotiv: In Ermangelung eines Wahrzeichens, das diesem Namen Ehre machen könnte, hat sich die Fuente de la Cibeles vor dem Palacio de Comunicaciones als Ersatzwahrzeichen Madrids etabliert. Wer als Fotograf besonderes Geschick besitzt, bekommt auch noch die Puerta de Alcalá im Hintergrund mit aufs Bild - manche wagen sich dafür sogar vom Bürgersteig in den wilden Verkehr hinaus.

Plaza Mayor

Auf Madrids „Hauptplatz“ vergeht die Zeit etwas langsamer als im Rest der Stadt. Die Besucher lassen sich auf den Stühlen der Restaurant-terrazas nieder, die gerade von der Sonne beschienen werden, und hören den Straßenmusikern zu, die ihnen elektrisch verstärkt aufspielen. Rund ums eingezäunte Reiterstandbild Philipps III. in der Mitte des Platzes versammeln sich junge Touristen, um zu plaudern, zu dösen oder Gitarre zu spielen. Vor den Arkaden bauen mittelmäßige Karikaturisten ihre Staffelei auf und warten auf Kundschaft. Eine Welt ohne Alltag.

Retiro

Ein weißblauer Frühlingshimmel wölbt sich über Madrid, Zeit, mit Mann, Frau, Kind, Oma, Opa und Hund durch den Retiro zu streifen. Die Kastanien stehen schon in vollem Laub und beginnen zu blühen. Arbeiter richten lärmend die Wege unter den mächtigen Bäumen her. Über den kleinen künstlichen See rudert ein Liebespaar. Auf dem asphaltierten Uferweg stimmt ein schwarzer Saxofonist einen Ohrwurm an: Qué será, será, whatever will be, will be … Eine Frau zieht trockenes Stangenbrot aus einer Plastiktüte und zertritt es am Boden, für die Tauben. Ein vornehm ausschauender Herr hat einen Campingtisch aufgebaut und liest dem ersten Kunden am Tag aus der Hand, der macht ein ernstes Gesicht. Auf der anderen Seite des Sees, unter dem mächtigen Reiterdenkmal von Alfons XII., liegen Jugendliche faul in der Sonne und rauchen ohne allzu viel Heimlichtuerei einen Joint.

Palacio Real

Italienische Architekten sollten Mitte des 18. Jhs. für Philipp V. mit einem neuen Königspalast den Glanz von Versailles nach Madrid bringen - es wurde trotzdem ein sehr spanischer Bau: streng, quadratisch, mächtig. Im Innern füllt üppige, barocke Pracht die drei noblen seiner sieben Etagen: 100000 m², über die sich Spaniens Könige und ihr Hofstaat ausbreiten konnten. Durch 50 seiner 280 königlichen Gemächer werden Besucher in einer guten Stunde hindurchgejagt, eine Reise durch eine Märchenwelt voller kostbarer Gemälde, Wandteppiche, Deckenmalereien, Stuckornamente, Lüster, Möbel, Uhren, Geschirr, Degen, Gewehre, Rüstungen, Landkarten, Bücher - und schließlich durch die Königliche Apotheke. Für den Blick auf Kleinigkeiten bleibt kaum Zeit. Lassen Sie sich einfach von der Atmosphäre des Prunks einfangen, den sich die Bourbonen erlaubten, während die meisten ihrer Untertanen von wenig mehr als 500 g Brot am Tag und etwas Lammfleisch lebten.

Centro de Arte Reina Sofía

Das Reina Sofía beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen zeitgenössischer, vornehmlich spanischer Kunst vom Beginn des 20. Jhs. bis heute. Ihr goldenes Herz ist Picassos „Guernica“ (2. Stock, Saal 6), das der Maler 1937 während des Spanischen Bürgerkriegs im Auftrag der republikanischen Regierung für die Pariser Weltausstellung malte. Am 26. April 1937 hatten Flieger der deutschen Legion Condor über dem baskischen Städtchen Guernica ihre Bombenlast abgeworfen, drei Viertel des Ortes zerstört und Hunderte von Menschen getötet. Die deutschen Militärs auf Seiten Francos probten mit der Bombardierung zum ersten Mal den „totalen Krieg“, der sich die Zivilbevölkerung zum Ziel nimmt. Aufgewühlt und empört, machte sich Picasso ein sehr eigenes Bild von den Schrecken des Kriegs.

Estación de Atocha

Von außen sieht es aus wie ein Bahnhof, von innen wie ein überdimensionales Gewächshaus. Gut 100 Jahre lang fuhren Loks in die prächtige Halle unter das gewölbte Dach aus Eisen und Glas ein, bis sich die spanische Regierung in den Kopf setzte, eine Schnellbahnverbindung zur Expo 1992 in Sevilla zu schaffen. Für den modernen Zug, AVE getauft, baute der spanische Architekt Rafael Moneo eine neue Halle direkt hinter die alte, und auf einmal war Platz für den Palmengarten im Bahnhof. Am angenehmsten genießen Sie die tropische Atmosphäre im Restaurant Samarkand (tgl. | Tel. 915309746 | €€) auf einer erhöhten Terrasse auf der nördlichen Seite der Halle.

Café Espejo

Dieses Café im Glashaus mitten auf dem Fußgängerboulevard des Paseo de Recoletos ist erst 1978 eröffnet worden, aber mit dem ganzen Charme des Jugendstils. | Mo-Fr 8-1, Sa/So 10.30-1 Uhr | Paseo de Recoletos 31 | Metro 4: Colón

Iroco

Elegantes Restaurant im barrio Salamanca mit internationaler Küche und feiner Gartenterrasse. | Tgl. | Velázquez 18 | Tel. 914317381 | Metro4: Velázquez | €€-€€€

La Tasquita de Enfrente

Eine kleine, 30 Jahre alte Taverne in einer etwas schmuddeligen Ecke von Malasaña, die sich die Zuneigung der Madrider Gourmets erworben hat. Kreative spanische Küche und alles Frische vom Markt. | Mo-Mi-Abend, Sa-Mittag und So geschl. | Ballesta 6 | Tel. 915325449 | Metro 1, 3, 5: Gran Vía, Callao

Matritum

Ein enges, meistens lärmend volles Restaurant, das trotzdem seine Eleganz bewahrt. Zu den originellen Kleinigkeiten zum Sattwerden können Sie unter 250 Weinen wählen. | Mo-Fr mittags geschl. | Cava Alta 16 | Tel. 913658237 | Metro 5: La Latina

Ribeira do Miño

Populäres galicisches Restaurant, meistens brechend voll, berühmt für seine Meeresfrüchte. Bestellen Sie einfach eine mariscada, und spüren Sie den Atlantischen Ozean auf der Zunge. | Mo geschl. | Santa Brígida 1 | Tel. 915219854 | www.marisqueriaribeiradomino.com | Metro 1, 10: Tribunal

Casa Mingo

Ein Klassiker seit 1917 - dabei gibt es (fast) nichts als Hühnchen und Salat - und zum Trinken sidra. Die Madrider lieben es. Bei gutem Wetter reiht sich auf der Straße Tisch an Tisch. Keine Reservierung. | Tgl. | Paseo de la Florida 34 | Metro 6, 10: Príncipe Pío

La Finca de Susana

Vor dem Restaurant bilden sich immer wieder Schlangen - kein Wunder: So gut, in so elegantem Rahmen, für so wenig Geld kann man in Madrid sonst wohl nirgendwo essen. Wegen des großen Andrangs ist die Bedienung manchmal etwas hektisch. Keine Reservierung. | Tgl. | Arlabán 4 | www.lafinca-restaurant.com | Metro 2: Sevilla

Almendro 13

Ein Klassiker im Madrid de los Austrias mit rustikaler spanischer Küche. Bestellt wird an der Durchreiche, wenn das Essen fertig ist, erklingt eine kleine Glocke. Der Laden ist häufig so rappelvoll, dass sich die Gäste draußen auf die Kühlerhauben der parkenden Autos setzen. | Tgl. | Almendro 13 | Metro 5: La Latina

El Flamenco Vive

Der spanische Laden mit dem ausführlichsten Angebot an Flamencoplatten, -literatur, -gitarren und -kostümen. Stöbern und bestellen auch im Internet unter www.elflamencovive.es. | Conde de Lemos 7 | Metro 2, 5: Ópera

Góndiaz

In diesem kleinen Laden in der Nähe des Königspalasts hängt der beste Schinken Spaniens, in gedämpftes Licht getaucht, von der Decke. Bestellungen sind auch online möglich: www.gondiaz.es. | Plaza de la Marina Española 7 | Metro 2: Santo Domingo

Mercado de San Miguel

Madrids schönster Markt ist eine Konstruktion von 1916 aus Glas und hellgrün gestrichenem Gusseisen. Wegen fehlender Kundschaft hatten zuletzt leider alle bis auf zwei Stände ihre Rollläden heruntergelassen - ein Investor will hier demnächst ein neues Marktkonzept ausprobieren. | Plaza de San Miguel | Metro 2, 5: Ópera

Rastro

Ein wirklich schreckliches Menschengewimmel erfüllt am Sonntagvormittag die Straßen rund um die Plaza Cascorro. Der Besuch des Rastros gehört zur Sonntagsroutine vieler Madrider wie für andere der Kirchgang. An die 80000 Menschen zwängen sich an den 1300 Ständen vorbei. Die meisten suchen nichts Bestimmtes - und kaufen doch immer irgendetwas. Außergewöhnliche Entdeckungen gibt es kaum zu machen. Aber der Rastrobesuch ist eine gute Ausrede, um sich hinterher bei Wein und Tapas in einer der vielen Bars der Gegend mit Freunden zu treffen.

Antigua Casa Talavera

„Dieses Haus hat keine Filialen“ verkündet das stolze Motto auf den Visitenkarten des besten, etwas versteckt gelegenen Keramikladens Madrids. Die Großeltern des heutigen Besitzers Fernando Sánchez gründeten das Geschäft 1903, und genau wie sie verkauft er immer noch ausschließlich handgemachte Ware aus den spanischen Zentren der Keramikherstellung wie Talavera de la Reina oder Granada. | Isabel la Católica 2 | Metro 2: Santo Domingo

Casa de Diego

„Mañana lloverá“ steht neben den Eingangstüren: Morgen wirds regnen. Die Casa de Diego verkauft seit 1858 Regenschirme und Spazierstöcke, aber auch kunstvolle Fächer aus eigener Produktion. www.casadediego.net | Puerta del Sol 12 | Metro 1, 2, 3: Sol

Calle Fuencarral

Ein Phänomen, wie sich diese Innenstadtstraße in nicht einmal zehn Jahren vollkommen gewandelt hat: Von einer düsteren, etwas heruntergekommenen Durchfahrtsstraße wurde sie zur hippsten Modemeile der Stadt - ein bisschen London in Spanien. Alles begann mit Lack- und Lederläden für die schrägen Vögel der Chueca-Nächte. Es folgten Boutiquen für junge Leute mit Mut zum Besonderen. Und auf einmal lassen sich hier auch etablierte Marken wie Adolfo Domínguez, Mango oder Diesel und der Barceloneser Stardesigner Custo (Nr. 29) nieder. In der Hausnummer 45 ist der Mercado de Fuencarral untergebracht, ein Dreietagenkaufhaus für Madrids coole Jugend. Spätestens seit 2004 direkt daneben ein Starbucks-Café aufgemacht hat, ist klar, dass die Calle Fuencarral ihre Vergangenheit als alternativer Geheimtipp hinter sich hat. Schuhe ohne Ende gibts übrigens in der Seitenstraße Augusto Figueroa. | Metro 1, 5, 10: Gran Vía, Tribunal

Calle Serrano

Die Gegenwelt zur Calle Fuencarral: Im Barrio Salamanca herrschen noch etwas konservativere Vorstellungen von gutem Kleidungsgeschmack. Fast sämtliche großen spanischen Modemacher und -marken haben sich an der Calle Serrano südlich der Calle José Ortega y Gasset niedergelassen: Carolina Herrera (Nr. 16), Adolfo Domínguez (Nr. 18), Camper (Nr. 24), Loewe (Nr. 26 und 34), Purificación García und La Perla (Nr. 28), Zara (Nr. 48); auf der anderen Straßenseite Agatha Ruiz de la Prada (Nr. 27) mit Hang zu Knallbuntem und Roberto Verino (Nr. 33). Dazwischen die berühmtesten Juweliere: Carrera y Carrera (Nr. 76) und Suárez (Nr. 62).

Chocolatería San Ginés

Ein nächtliches Ritual: erst tanzen gehen und dann am frühen Morgen hier mit churros con chocolate den Magen stimulieren. 1895 gegründet. | Tgl. 18-7 Uhr | Pasadizo San Ginés 5 | Metro 1, 2, 3: Sol

Viva Madrid

Schöne, wunderbar gekachelte Bar bei der Plaza Santa Ana. Sie fehlt auf keiner Touristenroute - was die Einheimischen nicht schreckt. | Tgl. 13-2 Uhr | Manuel Fernández González 7 | Metro 1, 2, 3: Sol, Antón Martín

Palacio de Gaviria

Madrids sicherlich schönste Diskothek residiert in einem Stadtpalast, 1846 im Auftrag des Bankiers Manuel Gaviria erbaut, eingeweiht von Königin Isabella II. Wo früher die Aristokratie ihre Feste feierte, tanzt heute das Volk: in 13 Sälen unter Kronleuchtern, zwischen Fresken und Spiegeln. Donnerstags ist der Tanzpalast von Erasmus-Studenten überlaufen. | So-Mi 23-4, Do-Sa 23 bis 6 Uhr | Eintritt 10-15 Euro | Arenal 9 | www.palaciogaviria.com | Metro 1, 2, 3: Sol

Casa Patas

Populäres Restaurant, in dessen Hinterzimmer an sechs Abenden die Woche purer Flamenco live gegeben wird. Immer noch das Madrider Flamencolokal. Karten kosten um 25 Euro und sollten zwei Tage im Voraus reserviert werden. | Programm Mo-Do 22.30, Fr/Sa 21 und 24 Uhr | Cañizares 10 | Tel. 913690496 | www.casapatas.com | Metro 1: Antón Martín

Círculo de Bellas Artes

Der „Kreis der schönen Künste“ ist in einem Prachtbau des Madrider Architekten Antonio Palacios aus dem Jahr 1926 untergebracht. Ein brillanter Rahmen für Vorträge, Ausstellungen und Konzerte. Im Erdgeschoss gibt es ein großartiges Café - das kostet allerdings 1 Euro Eintritt. | Tgl. | Alcalá 42 | www.circulobellasartes.com | Metro 2: Banco de España

Café Central

Seit 1982 ist das Café Central Madrids Tempel des Jazz und verwandter Musikstile, zugleich aber auch ein vornehm-gemütliches Café. | Tgl 13.30-2.30 Uhr | Eintritt 8-12 Euro | Plaza Ángel 10 | Metro 1, 2, 3: Sol

Catalonia Las Cortes

Prachtvolles Viersternehotel, 2006 in einem Stadtpalast aus dem 18. Jh. in Huertas nahe der Plaza Santa Ana eröffnet - mit restaurierten Deckenfresken. 65 Zi. | Prado 6 | Tel. 913896051 | Fax 913896052 | www.hoteles-catalonia.es | Metro 1: Antón Martín

Room Mate Alicia

In einem spektakulären Industriebau vom Beginn des 20. Jhs. an der Plaza Santa Ana ist nach langem Leerstand 2005 ein hippes Hotel eingerichtet worden. Sehr helle Zimmer. Angebote ab 107 Euro. 34 Zi. | Prado 2 | Tel. 913896095 | Fax 913694795 | www.room-matehoteles.com | Metro 1, 2, 3: Sol

Petit Palace Puerta del Sol

Hotel mit kühlem Schick in einem sanierten Altstadtgebäude von 1855. 64 Zi. | Arenal 4 | Tel. 915210542 | Fax 915210561 | www.hthoteles.com | Metro 1, 2, 3: Sol

Tijcal I

Liebevoll dekoriertes und sehr gut in Schuss gehaltenes hostal, bestens gelegen: 30 m von der Plaza Mayor entfernt. 31 Zi. | Zaragoza 6 | Tel. 913655910 | Fax 913645260 | www.hostaltijcal.com | Metro 1, 2, 3: Sol

Sol, Huertas und Retiro

Madrid de los austrias/La latina


Auftakt

Was für eine Stadt!

Was hat Madrid bloß an sich? Die Stadt besitzt kein Metropolenflair wie Berlin oder London. Sie kann auch nicht mit spektakulären Bauwundern prahlen wie Rom oder Paris. Wahrscheinlich ist es ihre uneitle Bescheidenheit, die die Besucher gefangen nimmt. Die Stadt mit ihren 3,2 Mio. Ew. platzt vor Energie aus allen Nähten. Das historische Herz Madrids kennt keine stillen Stunden, keine ausgestorbenen Fußgängerzonen - Madrid ist die Hauptstadt der marcha, des nimmermüden Nachtlebens. Und nebenbei die Stadt des Prado, des Reina Sofía und des Thyssen-Bornemisza, dreier Kunsttempel von Weltruf.

Wer tagsüber die Calle del Pez entlangläuft, wird unweigerlich Ramón begegnen. Ramón ist schrecklich geschäftig, aber für Komplimente hat er immer Zeit. „Wie schön Sie heute sind, Señora!“, sagt er den jungen und besonders gern den alten Damen. Vor jedem Kinderwagen bleibt er stehen und fragt: „Wie gehts denn dem Kleinen?“, und den Männern ruft er zu: „An die Arbeit, Spanier!“ Niemand fühlt sich belästigt, die Angesprochenen erwidern den Gruß und gehen mit amüsiertem Lächeln weiter. Sie kennen Ramón, sie wissen, er ist nicht der Klügste. Die Ladenbesitzer der Straße geben ihm kleine Aufträge, er trägt Brot aus, bringt Altpapier zum Container, verteilt die Madrider Gratiszeitung. Ramón gehört dazu: gar nicht wegzudenken aus der Calle del Pez.

Madrid ist das größte Dorf Spaniens, hat einmal ein Radiojournalist über die Stadt gesagt, und er hat es nicht etwa böse gemeint. Das Leben in den barrios, den Stadtvierteln, vor allem im alten Madrid hat etwas vom Leben auf dem Dorf. Die Menschen, die in den schmalen Straßen der Altstadt leben, kennen sich, sie grüßen sich, fragen nach dem Befinden des Hundes und kommentieren die letzten Neuigkeiten: Letizia (die Frau des Kronprinzen Felipe) wirkt ja wieder etwas glücklicher!, van Nistelrooy (einer der Stürmerstars von Real Madrid) hat ja gestern wieder ein phänomenales Tor geschossen!, Ibarretxe (der Ministerpräsident des Baskenlandes) soll uns bloß in Ruhe lassen!

Mit 3,2 Mio. Ew. ist Madrid die größte Stadt Spaniens, doch die ländlichen Wurzeln der Metropole verkümmern nicht. Die Madrider kommen vom Land. Es gibt nur wenige alteingesessene Familien in der Stadt, die meisten Bewohner sind Zugezogene oder Kinder von Zugezogenen oder höchstens Enkel von Zugezogenen. Deswegen macht sich auch an jedem verlängerten Wochenende eine Autokarawane von Madrid in alle Winkel Spaniens auf. Voy al pueblo, sagen sie dann, ich fahr aufs Dorf: Gemeint ist das Dorf der Eltern, der Onkel oder Tanten oder Großeltern. Jeder Madrider hat irgendwo in Spanien seine zweite Heimat.

Seit der Habsburgerkönig Philipp II. das unbedeutende kastilische Städtchen Mitte des 16. Jhs. zur Hauptstadt seines Reiches erkor, hat Madrid nicht aufgehört, Immigrantenstadt zu sein. Über Jahrhunderte war es vor allem der königliche Hof, der Arbeit versprach. Doch die Lebensbedingungen der meisten Bewohner waren so miserabel, dass mehr Menschen starben als geboren wurden. Ohne die Zugezogenen aus Galicien, Andalusien, der Extremadura, dem Baskenland oder dem kastilischen Umland hätte Madrid nicht überlebt. Trotzdem wuchs die Stadt sehr langsam. 1910 lebten in London mehr als 7 Mio. Menschen, in Berlin gut 2 Mio. - in Madrid gerade 500000.

Der Anschluss an Europa sollte noch Jahrzehnte auf sich warten lassen. Spanien und Madrid erlebten das Drama des Bürgerkriegs (1936 bis 1939) und der anschließenden Diktatur des Generals Francisco Franco bis zu dessen Tod Ende 1975. Politisch blieb das Land auf dem Nullpunkt, wirtschaftlich begann es sich erst ab den Sechzigerjahren langsam zu entwickeln.

Während es Madrid nicht gut ging, ging es dem Rest Spaniens noch schlechter. Die Landflucht entvölkerte ganze Regionen. Die Menschen suchten ihr Glück in Deutschland oder in der Schweiz, in Katalonien oder in Madrid. 1950 lebten in Madrid schon gut 1,5 Mio. Menschen, 1970 mehr als 3 Mio. Ein Ring von ärmlichen, schnell gebauten Häusern und Hütten umzog bald die alte Stadt. Die meisten von ihnen sind im Lauf der Jahre gesichtslosen Wohnblocks gewichen - darin lebt es sich etwas besser als in den selbst gezimmerten Behausungen, doch architektonischen Charme sucht man in den Vororten Madrids vergebens.

Die eigene Erfahrung als Zugezogener macht die meisten Madrider toleranter gegenüber allem Fremden. Seit Mitte der Neunzigerjahre kommt der Großteil der Immigranten nicht mehr aus Andalusien oder von der galicischen Küste, sondern aus Afrika, Osteuropa, China und vor allem aus Lateinamerika. Nicht, dass die Einheimischen ohne jede Vorurteile wären, aber im Alltag lassen sie das niemanden so leicht spüren.

Wirklich Großstadt ist Madrid erst seit dem Ende des Franco-Regimes. Nach dem Tod des Diktators 1975 machte sich Spanien auf den Weg zur Demokratie; beinahe alles verlief friedlich in der Stratosphäre der Politik. Doch die wahre Befreiung aus fast 40 Jahren Muff und Enge fand auf den Straßen statt - eine Explosion der Lebenslust. „Es war eine unbesonnene, verspielte, kreative Epoche voller fiebriger Nächte“, erklärt Pedro Almodóvar. Für ein paar Jahre, Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger, war Madrid die heißeste Stadt der Welt.

Die heute 40- bis 50-Jährigen trauern den Tagen der Movida Madrileña (etwa: der Madrider Bewegung) immer noch hinterher. Doch nicht nur die Lust auf marcha - auf lange, durchtanzte Nächte - hat überlebt, sondern auch der offenere Geist. Das Schwulenviertel Chueca ist der Stolz der Stadt, der Día del Orgullo Gay das größte Volksfest Madrids. Ein alltägliches Miteinander: In einer Seitenstraße der Calle del Pez wohnt Marta, eine verlebte Transsexuelle, die hin und wieder auf den Strich vorm Kino Luna geht - aber wenn sie vor ihrer Haustür den Bürgersteig kehrt, tratscht sie mit den Nachbarinnen wie alle anderen auch.

Besucher aus dem Rest Spaniens finden Madrid vor allem groß und laut. Die Größe ist eine Frage der Perspektive, der Lärm ist messbar. Der Autoverkehr ist lästiger als in anderen Städten, weil Madrid extrem dicht bebaut ist und die Straßen vor allem im Zentrum kleinstädtisch schmal sind. Das schlägt sich auch auf die Luftqualität nieder. Die Madrider lassen sich davon nicht schrecken. Sie trinken ihren Kaffee auf den Bürgersteigen der Gran Vía und schlagen sich die Nächte inmitten des Verkehrs der Castellana um die Ohren. Das Phänomen der abends und sonntags ausgestorbenen Fußgängerzonen kennt die spanische Hauptstadt nicht: Abgesehen davon, dass es an Fußgängerzonen mangelt, lieben die Madrider das Leben auf der Straße, zu jeder Zeit.

Madrid ist übrigens die am höchsten gelegene Hauptstadt Europas (wenn man von San Marino und Andorra absieht), eine Tafel am Sitz der Regionalregierung an der Puerta del Sol zeigt die Meter über Normalnull an: 650,7. Doch ansonsten sehen die Madrider keinen Grund, ihre Stadt für etwas Besonderes zu halten. Sie hat ja noch nicht einmal ein richtiges Wahrzeichen - und sie ist trotz ihrer langen Geschichte eine junge Stadt: Mitte des 9. Jhs. von Arabern gegründet, erlangte sie erst im 16. Jh. politische Bedeutung und wuchs erst im späten 20. Jh. zur Weltstadt heran. Ihre beste Zeit erlebt sie gerade jetzt, als wohlhabende Hauptstadt eines Landes, das sich endlich dem Rest Europas geöffnet hat. Und als liebenswürdiges Städtchen, in dem auch der geschäftige Ramón nicht verloren geht.

Madrid hält auf Trab - eine Adresse zum Relaxen

Seit 2003 lädt das arabische Bad Medina Mayrit zu einer Zeitreise in die maurische Epoche Spaniens ein. Im Heißwasserbecken unter steinernen Bögen, in warmen Orangetönen bemalt, lassen sich Lärm und schlechte Luft Madrids für anderthalb Stunden vergessen. Die Entspannung ist komplett, wenn Sie sich am Beckenrand 15 Minuten professionell massieren lassen. Nur mit Reservierung | Bad mit Massage 35,50 Euro | Mo-Fr Bad plus Mittagessen 32 Euro | www.medinamayrit.com | Einlass alle 2 Std. tgl. 10-24 Uhr | Atocha 14 | Metro 1, 2, 3: Sol, Tirso de Molina

Einmal Real Madrid erleben

Was für ein Club! 29-mal die spanische Liga gewonnen, 17-mal den Vereinspokal, neunmal den Europacup. Der beste Verein des 20. Jhs., beschied die Fifa. 72000 Mitglieder hat der 1902 gegründete Fußballclub Madrid, der sich seit 1920 real - königlich - nennt. Die Erfolge bringen Neider hervor: Als „Club des Regimes“ schmähen ihn seine Gegner, das Franco-Regime ist gemeint, aber es war eher Franco, der sich der Erfolge der Fußballer bediente, als dass sich der Club dem Diktator angedient hätte. Das Stadion von Real Madrid wurde 1947 eingeweiht, heute passen rund 75000 Zuschauer hinein. Benannt ist es nach Santiago Bernabéu, dem Präsidenten mit der längsten Amtszeit (1943-1978). Wer ein Spiel miterleben will, besorgt sich Tickets am besten übers Internet (www.realmadrid.com, „próximo partido/next match“ anklicken) oder direkt am Stadion. Bei Spitzenspielen haben Nichtmitglieder keine Chance - außer auf dem Schwarzmarkt, wo Karten bis zu 300 Euro kosten. Wer leer ausgeht, für den gibt es die geführte Tour durchs Stadion einschließlich Trophäensammlung. 10 Euro | Mo-Sa 10-19, So 10.30-18.30 Uhr (außer Spieltage) | Zugang über Tor 42 an der Südseite des Stadions | Metro 10: Santiago Bernabéu

Volksfest, Straßenfete oder schlichte Plage?

Tausende Jugendliche treffen sich Fr und Sa abends auf einem der angesagten Plätze der Innenstadt, zum Beispiel auf der Plaza Dos de Mayo, der Plaza Santa Bárbara oder der Plaza San Ildefonso. Überall kreisen die botellas - entweder litronas (1 l Bier) oder große Plastikflaschen mit calimocho, einer Mischung aus Rotwein und Cola. Nicht selten artet das Vergnügen zum kollektiven Besäufnis aus, und an den Häuserwänden stehen die Jungs und pinkeln. 2002 wurde es der Madrider Regionalregierung zu viel: Sie verbot den Alkoholkonsum auf der Straße und den Alkoholverkauf nach 22 Uhr. Die Jugendlichen feiern weiter - wenn nicht auf den Plätzen, dann in den Straßen ringsum.

www.madaboutmadrid.com

die nützlichste Blogsite über Madrid. Hier finden Sie (auf Englisch) immer wieder aktualisierte Hinweise und Ideen für den Madridbesuch.

www.travelpod.com/travel-blogcity/Spain/Madrid/tpod.html

eine weitere englische Blogsite mit Erfahrungsberichten von Madridreisenden.

www.blogger.com

Wer sich für die typischen Blogs junger Leute interessiert, die ein paar Monate in Madrid verbringen, suche auf dieser Website - Stichwort „Madrid“, dann „erweiterte Suche“ und die gewünschte Sprache anklicken.

http://blog.handelsblatt.de/madridmueller

Wöchentliche Berichte aus Politik und Wirtschaft liefert Handelsblatt-Korrespondentin Stefanie Müller.

www.madridfuerdeutsche.com

Auf dieser Website finden Sie auch eine Rubrik mit Blogs zu unterschiedlichsten Alltagsthemen.

Radio Círculo

Radio Círculo ist ein mehrsprachiges lokales Kulturradio vom Madrider Círculo de Bellas Artes.

www.radioruido.com

Kontrastprogramm aus der Arbeitervorstadt Getafe: Pasión por el Ruido - „Leidenschaft für den Lärm“ -, ein selbst gestricktes Hardcore-Punkradio, jede Woche eine laute Stunde im Netz.

http://audioinmadrid.libsyn.com

In Madrid ist ein unregelmäßiges Informationsprogramm auf Englisch über das gute Leben in Madrid.

http://podcast.spanisch-live.de

kleine, leichte Hörstücke auf Spanisch - Sprachunterricht per Podcast.

www.podcastdirectory.com

die beste Suchmaschine für Podcasts, Stichwort Madrid eingeben.

Mehr als nur Dauerlauf durch den Retiro

Wer nach ein paar Stunden im Museum wieder seinen Körper spüren will, kann es den Einheimischen nachmachen und über die Wege des Retiro joggen. Mitten im Park liegen die städtischen Sportanlagen La Chopera mit Fußballfeldern und Tennisplätzen sowie der Möglichkeit zum Muskelaufbautraining (4,10 Euro | Sept.-Juli Mo-Fr 9-21 Uhr). Auch die ausgedehnten Grünzonen des Casa de Campo bieten sich zum Laufen an. Am Rand des Stadtwalds öffnet zudem im Sommer von Juni bis August Madrids schönstes städtisches Freibad (4,10 Euro | tgl. 11 bis 21 Uhr | Avenida del Ángel | ganz in der Nähe der Metro 10: Lago).

Diese Traditionsläden lohnen auch ohne Kaufabsicht

Die Antigua Farmacia de la Reina in der Calle Mayor 59 ist eine alte Apotheke mit Regalen voll tönerner Töpfe bis unter die geschnitzte Holzdecke. Der Almacén de Pontejos an der Plaza de Pontejos 2 führt ein phantastisches Kurzwarenangebot, von jedem nur denkbaren Knopf über Reißverschlüsse in allen Längen und Farben bis zu Spitzenbesätzen und Stickvorlagen. Etwas versteckt in Huertas in der Calle Cervantes 6 liegt der Almacén de Licores, Madrids wohl kuriosester Getränkeladen, der derart mit Tausenden unterschiedlicher, meist eingestaubter Flaschen vollgestellt ist, dass kaum noch Platz für Kunden bleibt. In der Antigua Casa Crespo (gegründet 1863) in der Calle Divino Pastor 29 verkauft Maxi Garbayo schon in vierter Generation spanische alpargatas, die traditionellen Stoffschuhe mit Hanfsohle, und Korbwaren aus Espartogras. Caramelos Paco in der Calle Toledo 55 ist ein Kinderparadies seit 1936: Die Süßigkeiten drängen sich von innen gegens Schaufenster, als wollten sie es eindrücken.

Diese Frage wird Ihnen in Madrid kein Kellner stellen

Das Essen war gut, der Kaffee hat die Lebensgeister geweckt - Zeit zu zahlen. ¡La cuenta, por favor! Wer jetzt den Kellner mit der Aufschlüsselung der Rechnung belästigen will - „Ich hatte Menü Nummer drei, Pepito den bacalao a la vizcaína“ -, der wird einen ziemlich ratlosen Blick ernten. Gezahlt wird in Spanien immer zusammen, und jeder trägt den gleichen Anteil dazu bei, unabhängig davon, ob er etwas mehr oder etwas weniger konsumiert hat als sein Sitznachbar. Ist jemand erst später dazugekommen und hat nur etwas getrunken, dann wird er selbstverständlich eingeladen. Die Madrider sind großzügig, und bei kleineren Summen findet sich oft einer, der für die ganze Runde bezahlt. Nachahmenswert!

Ein ziemlich ungewöhnlicher Theaterabend

Das Theater Sala Mirador in Embajadores hat einen alten Traum frustrierter Theaterbesucher wahr gemacht: Die Schüler der Schauspielschule von Cristina Rota dürfen mit Tomaten beworfen werden. Trotzdem trauen sich die Akteure schon seit Jahren jedes Wochenende wieder auf die Bühne, um dem Publikum ein wirklich verrücktes Spektakel zu bieten. Ein Wrestlingabend ist nichts dagegen. La Katarsis del Tomatazo | Doctor Fourquet 31 | Tel. 915395767 | Fr/Sa 22.30 Uhr | 18 Euro - Karten frühzeitig kaufen | Metro 3: Lavapiés

Die besten Absichten

ist ein dramatisch-komisches Sittengemälde aus dem Madrid der 1930er-Jahre. Der Autor, Max Aub (1903-1972), war Sohn eines Deutschen und einer Französin, aber seine Werke schrieb er auf Spanisch.

Goya oder Der arge Weg der Erkenntnis

Lion Feuchtwangers Roman beschreibt das ausgehende 18. Jh.: Damals „war fast überall in Westeuropa das Mittelalter ausgetilgt. Auf der Iberischen Halbinsel dauerte es fort.“

Die Metropole der langen Nächte - Madrider Eigenheiten

Das Madrid von heute beschreibt Peter Burghardt, Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, in den kurzen Kapiteln dieses Buchs - eine ideale Lektüre zur Einstimmung auf den Madridbesuch.

Womit habe ich das verdient?

Wer einen Eindruck von der Wirklichkeit rund um die M 30 - den mittleren Autobahnring Madrids - bekommen will, schaue sich Pedro Almodóvars Film von 1984 an: Zwar schamlos überzeichnet, ist er doch bis heute einer der besten Madridfilme.

Abre los ojos

Der erfolgreichste spanische Regisseur neben Altmeister Almodóvar ist der Jungstar Alejandro Amenábar: In diesem Mysterydrama aus dem Jahr 1997 sind einige der ungewöhnlichsten Bilder von Madrid zu sehen: zum Beispiel eine völlig leer gefegte Gran Vía.


Szene

Trend Guide Madrid

Die heißesten Entdeckungen und Hotspots! Unser Szene-Scout zeigt Ihnen, was angesagt ist

Nina und Pascal Amos Rest …

… sind verliebt - in Madrid. Die Journalistin und der Fotograf pendeln zwischen der spanischen Metropole und dem Ruhrgebiet und wollen nie mehr anders leben. Warum? Weil sie fasziniert sind von der Mischung aus kosmopolitischem Lifestyle und spanischem Flair. Weil sie Kultur, Kulinarien und Couture mögen. Und weil die Madrider selten vor 22 Uhr zu Abend essen - genau wie sie. (www.vidit.net)

Sleep well

Künstler verpassen den Hotels der spanischen Metropole eine Erfrischungskur und lassen dabei extravagante Interiors mit coolen Specials entstehen. Das Hotel Puerta América ist die Kopie eines Modern-Art-Museums: Jedes Zimmer wurde von einem anderen Künstler gestaltet (Avenida de América 41 | www.hoteles-silken.com). Das Hotel De las Letras ist schnell zum neuen Hotspot für die Literatur- und Kunstwelt avanciert (Gran Vía 11 | www.hoteldelasletras.com). Die Originalarchitektur der Zwanzigerjahre und das avantgardistische Innere mit Bibliothek und Lounge-Dachterrasse ergeben einen raffinierten Stilmix. Auf Individualität setzt das lässige Hospedaje Dolce Vita im Szene-Viertel Chueca. Kein Zimmer sieht aus wie das andere (Calle de San Bartolomé 4 | www.hospedajedolcevita.com).

Esskultur

Food meets Style - diesem neuen Trend sind die Madrider definitiv verfallen. Im Moma Gold wird Essen zum Genuss für alle Sinne (José Abascal 56 | www.moma56.com). In von Design-Shootingstar Tomás Alía gestylten Räumen wird mediterran-moderne Küche serviert. Wie in einem wunderbaren Traum vereinen sich im Pandelujo (Jorge Juan 20 | www.pandelujo.es) Kochkunst und Einrichtung. Und für alle, die es eilig haben, heißt das Erfolgsrezept Fast Good, Fast Food in spacigem Ambiente - ein Plan, der aufgeht! Das von Starkoch Ferran Adrià Acosta, auch bekannt als Vorreiter der Molekularküche, entwickelte Konzept findet immer mehr Anhänger: seine neue Restaurantkette Fast Good expandiert (z.B. Calle Padre Damián 23 | www.fast-good.com).

Give me Fever

Schräger, bunter, lauter: Madrid hält in Sachen Party und Events konsequent die Daumen hoch. Jedes Jahr treffen sich beim MTV Day an der Plaza de Toros de las Ventas die Besten der spanischen Popszene zu Live-Konzerten (www.mtv.es). Mehr auf Rock gepolt sind die Fans auf dem Metro Rock Festival, die sich im Parque Juan Carlos I (www.metrorock.net) zu einem atemberaubenden Event einfinden. Tausende rocken unter freiem Himmel zu internationalen und nationalen Bands.

Spa de Ciudad

Man hetzt von Termin zu Termin, und will trotzdem nicht auf die Entspannung zwischendurch verzichten? Die Madrider haben die Lösung: Day-Spas sind im Kommen. Immer mehr gönnen sich einen Kurzurlaub im Wellness-Center - ohne dafür viel Geld auszugeben. Die perfekte Portion Wohlbefinden direkt nach dem Flug gibts im Elysium Travel Spa am Madrider Flughafen (Terminal 4 | www.elysium.es). 30 Minuten Zeit zwischen Sightseeing und Shopping? Das Zeitfenster ist perfekt für einen Stopp im Vitalagua. Bei einer Geothermal-Massage tankt man Kraft (ab 25 Euro, Suero de Quiñones 22 | www.vitalagua.com). Entspannung mit allen Sinnen: Im Aqua Spa Center warten spezielle Hydrotherapie-Anwendungen und Behandlungen mit Wein oder Schokolade (Calle Alcántara 54 | www.aquaspacenter.com).

Cinematheque Madrid

Als kreatives Zentrum des Landes ist Madrid in Sachen Film ganz vorn mit dabei: Jedes Jahr finden in der Hauptstadt Filmfestivals wie Picture Europe! (www.picture-europe.eu) und das Dokumentarfilmfestival der Documenta Madrid statt (www.documentamadrid.com). Vertreter des Joven Cine Español, des neuen spanischen Kinos, sorgen auch international mit Regisseuren wie Alejandro Amenábar, Manuel Huerga und Agustín Diaz Zanes für Furore. Beim Les Gai Cine Mad, Madrids Gay-and-Lesbian-Filmfestival im November, zeigen Filmemacher aus verschiedenen Ländern Werke rund um die Liebe. Die Szene feiert danach auf zahlreichen Partys (www.lesgaicinemad.com). Cineasten kommen auch während des Jahres auf ihre Kosten: Im Traditionstheater Capitol gibts Late-Night-Vorstellungen, die erst nach Mitternacht beginnen und total angesagt sind (Calle Gran Vía 41), Blockbuster mit spanischen Untertiteln laufen in den Kinos Cines Princesa und Renoir Princesa (Princesa 3 und 5 | www.cinesrenoir.com).

The Sound of town

In den angesagten Live-Clubs Madrids werden aus spanischen Newcomern oft Topstars, z.B. im Moby Dick Club (Av. del Brasil 5 | www.mobydickclub.com). In Sachen Pop, Rock und Punk steht der Wurlitzer Ballroom ganz oben: Angesagte Bands rocken hier die Bühne (Tres Cruces 12 | www.wurlitzerballroom.com). Vor allem die Performances der Newcomer-Sängerin Malú, der Nichte des Flamenco Gitarristen Paco de Lucía, sollte man nicht versäumen (www.maluweb.com).

Nightlife Hotspot

Das Leben tobt in den Restaurants, Bars und Clubs des In-Viertels Malasaña. Der neueste Trend ist Fusion Food - je abgefahrener das Gericht klingt, umso besser! Egal ob Baileys-Sorbet, Kiwi-Salsa oder Pollo Indio - probieren geht über Karte lesen. Die besten Adressen für hungrige und trendbewusste Nachtschwärmer sind The Reporter mit seinem schönen Garten (Fucar 6), Como me lo Como (Andreas Borrego 16 | www.comomelocomo.com) und A dos Velas (Calle San Vicente Ferrer 16 | www.adosvelas.net).

Made in Spain

Zu den Modemetropolen dieser Welt gesellt sich nun auch Madrid, die jungen Modemacher der Stadt begeistern die Branche mit ihrer Kreativität. Unter dem Namen La Casita de Wendy entwerfen zum Beispiel die Designer Inés und Iván extravagante Mode - Popstar Björk schwört auf den unkonventionellen Style des Duos (www.lacasitadewendy.com). Designerin Antonia steht auf Mangas und bringt diese auf Shirts und Kleider. In ihrem angesagten Store Lost People verkauft sie nicht nur eigene Entwürfe, sondern auch die von befreundeten Designern (Calle Santa Bárbara 6 | Malasaňa | www.lostpeopleshop.com).


Stichworte

¡Vente pa Madrid!

Hintergründe zum Flamenco und zum Stierkampf, zum König und zu einem Filmverrückten

Pedro Almodóvar

Spaniens großer Filmemacher Pedro Almodóvar, Jahrgang 1951, ist ein Landmensch, der in der Stadt seine Heimat gefunden hat. Er wuchs in einem Dorf der Mancha im Herzen Spaniens auf. Mit 18 ging er gemeinsam mit seinem Bruder nach Madrid. Dort lernte er das Leben kennen. Und so hat er Madrid zur Hauptdarstellerin der meisten seiner Filme gemacht. Almodóvar ist nicht der Provokateur, für den ihn viele halten. Almodóvar zeigt nur das Leben, wie es auch ist. Und er zeigt es mit Witz und Selbstverständlichkeit. Nicht alle Spanier lieben ihn dafür. Aber seine Filme - zuletzt „Alles über meine Mutter“ (Todo sobre mi Madre), „Sprich mit ihr“ (Hable con ella), „Volver“ - werden in aller Welt verstanden.

Flamenco

Vente pa Madrid, singt die Flamencopopgruppe Ketama in einem ihrer berühmtesten Lieder: Komm nach Madrid! Madrid ist die heimliche Hauptstadt der Flamencokünstler, auch wenn viele von ihnen aus Andalusien stammen, von dort, wo der Flamenco in der zweiten Hälfte des 18. Jhs. entstand und wo sich zwischen 1860 und 1910 seine bis heute bewahrte klassische Form entwickelte. In Madrid finden die Sänger, Musiker und Tänzer die bedeutendsten Plattenstudios, die besten Veranstaltungsorte und das größte Echo im Rest des Landes.

Immigration

Noch Mitte der Neunzigerjahre konnte man in der Metro sitzen und nur lauter spanische Gesichter um sich sehen. Eine Provinzstadt, unberührt von den Menschenströmen dieser Welt. Das hat sich in wenigen Jahren gründlich geändert. Madrid ist auf dem Weg zur Weltstadt. 2007 erreichte der Ausländeranteil erstmals die 17-Prozent-Marke. Ein knappes Viertel der Immigranten stammt aus Ecuador, es folgen Rumänen, Kolumbianer und Bolivianer. Das Zusammenleben zwischen Einheimischen und Zugewanderten funktioniert leidlich.

Katholizismus

Was für eine merkwürdige Hauptstadt eines zu 75 Prozent katholischen Landes: Die Kirchen gehen im Häusermeer unter, die Semana Santa ist glanzlos, pompöse Wallfahrten stehen nicht im Kalender. Doch der Katholizismus lebt auch in Madrid weiter: Gut 18 Prozent der Hauptstädter gehen regelmäßig in die Messe, und am ersten Märzfreitag drängen sich bis zu einer viertel Million Gläubige vor der Kirche Jesús de Medinaceli, um der Christusfigur die Füße zu küssen. Eine Generationenfrage: Seit dem Ende der Franco-Diktatur 1975 kehren immer mehr junge Leute der Kirche den Rücken.

Klima

Nueve meses de invierno, tres meses de infierno - nein, der Winter dauert in Madrid nicht neun Monate, und die Sommermonate sind nicht durchgängig infernalisch heiß. Aber ein paar Hitzewochen mit an die 40 Grad im Schatten sind im Juli und August normal, und der Winter ist nicht mediterran mild, sondern kastilisch rau. Doch immer hängt der Himmel etwas höher als in Europas Norden.

Lärm

Wohl dem, der in Madrid mit tiefem Schlaf gesegnet ist. Am frühen Morgen treten Müllabfuhr und heitere Nachtschwärmer in ihren täglichen Wettkampf, wer wohl die meisten Anwohner aus ihren Betten aufzuschrecken versteht. Tagsüber schallt der Verkehrslärm von den Fassaden zurück, die knatternden Mopeds, brummenden Linienbusse, hupenden Taxis. Die Dauerbaustelle Madrid tut ein Übriges: Das anspruchsvolle Stadtsanierungsprogramm lässt Straßen und Plätze erstrahlen, doch die lärmenden Bauarbeiten rauben vielen den Nerv.

Monarchie

Juan Carlos I de Borbón y Borbón, Jahrgang 1938, ist populär. Als er 1975 nach dem Tod des Diktators Francisco Franco zum König der Spanier proklamiert wurde, flogen ihm nicht gerade die Sympathien seiner Landsleute zu. Er war König von Francos Gnaden; der General hatte den Enkel des letzten spanischen Königs Alfonso XIII einige Jahre zuvor zu seinem Nachfolger bestimmt. Doch mit klugen Entscheidungen half der frisch gekrönte König seinem Land auf dem Weg zur Demokratie. Im Februar 1981 ließ er beim Putschversuch einer Reihe von Polizisten der Guardia Civil keinen Zweifel an seiner Treue zur Verfassung und half mit, den Staatsstreich im Keim zu ersticken. Vom Respekt für den Vater profitiert heute auch der Sohn: Kronprinz Felipe ist beinahe so beliebt wie sein Vater, erst recht seit seiner Hochzeit mit der Journalistin Letizia Ortiz im Frühjahr 2004.

Stierkampf

Der Stierkampf ist kein Kampf, sondern ein merkwürdiges Ritual: Drei matadores bringen im Lauf eines Nachmittags jeweils zwei Stiere nach festgelegten Regeln um. Der Stier hat dabei heftig zu leiden, während der Stierkämpfer seine Gesundheit aufs Spiel setzt. Madrid ist die Welthauptstadt der tauromaquia. Die Saison in der Arena Las Ventas dauert ein halbes Jahr, von Ostern bis Oktober. Die meisten Spanier finden die corridas schrecklich, aber auch wieder nicht so schrecklich, dass sie sich dagegen organisieren würden.


Feste und Events

Volksfeste und viel Kultur

Madrids Festkalender bestimmen sowohl religiöse als auch weltliche Feste - von der Karfreitagsprozession bis zur Schwulendemo

Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, ist oft der folgende Montag Feiertag.

1. Januar

Año Nuevo

6. Januar

Reyes

März/April

Gründonnerstag, Jueves Santo

März/April

Karfreitag, Viernes Santo

1. Mai

Día del Trabajo

2. Mai

Día de la Comunidad, Fest der Region Madrid

15. Mai

San Isidro, Fest des Stadtpatrons

15. August

Asunción de la Virgen

12. Oktober

Día de la Hispanidad, im Gedenken an Kolumbus Landgang in Amerika 1492

1. November

Todos los Santos

9. November

Almudena, Tag der Stadtpatronin

6. Dezember

Día de la Constitución, Verfassungstag

8. Dezember

Inmaculada Concepción

25. Dezember

Navidad

5. Januar

Cabalgata de Reyes: Die Kinder schauen den Heiligen Drei Königen abends beim festlichen Einzug in Madrid zu. Wenn sie nach Hause kommen, haben die Reyes dort ihre Geschenke hinterlassen. Am nächsten Morgen wird ausgepackt.

Januar/Februar

Escena Contemporánea, internationales Off-Theater-Festival Ende Januar-Ende Februar auf verschiedenen Bühnen der Stadt. www.escenacontemporanea.com

März/April

Gründonnerstag/Karfreitag: Semana-Santa-Prozessionen in der Altstadt erinnern an die Passion Christi.

April

Madrid en Danza: dreiwöchiges internationales Tanzfestival auf verschiedenen Bühnen. www.madrid.org

Mai/Juni

2. Mai: Der Feiertag der Comunidad de Madrid erinnert an die Aufständischen, die sich am 2. Mai 1808 den Truppen Napoleons widersetzten.

Anfang Juni-Mitte Juli

Photo-España: Die ganze Stadt verwandelt sich in eine große Fotoausstellung. www.photoes.com

23./24. Juni

Noche de San Juan: In der Johannisnacht springen die jungen Madrider übers Feuer, z.B. auf der Plaza Dos de Mayo und auf dem Platz hinter der Kirche San Francisco el Grande.

Ende Juni/Anfang Juli

Día del Orgullo Gay: Die Schwulendemo in Chueca hat sich zum größten Volksfest Madrids entwickelt. www.madoweb.com

Juli-Mitte August

Veranos de la Villa: Theater, Musik und Tanz in der ganzen Stadt. www.festivalveranosdelavilla.com

August

6.-15. August: Verbena de la Paloma/San Cayetano/San Lorenzo: Die bodenständigsten Volksfeste im Madrider Sommer rund um die Plaza Cascorro im Rastroviertel und auf der Argumosa in Lavapiés.

Mitte Oktober-Mitte November

Festival de Otoño: herbstliches Kulturfestival auf vielen Bühnen.

Dezember

Weihnachtsmarkt auf der Plaza Mayor.


Sehenswertes

Das grosse Treiben

Die beste Art, Madrid zu entdecken: sich treiben lassen und durch die Straßen streifen

In Wirklichkeit hat Madrid gar keine Sehenswürdigkeiten - von den Meninas im Prado und dem Guernica im Reina Sofía einmal abgesehen. Selbst ausgesprochene Kunstmuffel haben keine Ausrede: Wer Madrid besucht, darf den Prado, das Reina Sofía und das Thyssen-Bornemisza nicht unbeachtet lassen.

Diese drei Gemälde- und Skulpturensammlungen bergen einige der wertvollsten Schätze der Kunstgeschichte, die auf dieser Welt zu bewundern sind. Alle drei sind in Gehweite am Paseo del Prado aufgereiht. Aber sonst sind Madrids Prachtbauten weniger prächtig als die anderer europäischer Städte, seine Kirchen nicht so prunkvoll, seine Alleen bescheidener. Macht nichts: Die meisten Madridbesucher behalten die Stadt dennoch in wunderbarer Erinnerung - ohne genau sagen zu können, was Madrid so einmalig macht.

In Wirklichkeit ist es nämlich so: Die ganze Stadt ist sehenswert, genauer: ihr historisches Zentrum. Die Straßen und Plätze strahlen Harmonie und Leben aus. Die Architektur - das meiste stammt aus dem ausgehenden 19. und dem beginnenden 20. Jh. - ist nur in wenigen Fällen dazu angetan, Blicke der Begeisterung auf sich zu ziehen, doch wer die Häuserzeilen entlanggeht, fühlt sich aufgehoben. So wie die Madrider selbst. Schließen Sie sich ihrem Treiben an, schlendern Sie ziellos umher, beobachten Sie die Menschen. So werden Sie auf Ihre ganz persönlichen Sehenswürdigkeiten stoßen.

Keines der Madrider Innenstadtviertel - seiner barrios - heißt übrigens im Alltag so, wie es auf den offiziellen Stadtplänen verzeichnet ist. Die Namen zentraler Plätze, Straßen oder Metrostationen haben im Sprachgebrauch der Madrider die administrativen Namen verdrängt, so sehr, dass sich kaum einer mehr an sie erinnert.


Im Herzen der Stadt und im Herzen Spaniens - der Platz mit dem Namen Puerta del Sol ist das Zentrum Madrids und das Zentrum des spanischen Fernstraßennetzes: der offizielle Kilometer null der sechs großen Nationalstraßen, die von Madrid aus wie die Speichen eines Spinnennetzes das Land durchziehen.


Das Viertel verdankt seinen - inoffiziellen - Namen den Habsburgern, die mit Karl V. im 16. Jh. den spanischen Thron bestiegen, bevor sie zu Beginn des 18. Jhs. nach dem spanischen Erbfolgekrieg von den Bourbonen abgelöst wurden.


Francisco Rodríguez betreibt an einer Ecke der Calle San Marcos seit 30 Jahren eine Kneipe, die seinen Namen trägt.


Deutschen Besuchern fällt sofort der Vergleich mit Berlin-Kreuzberg ein: Lavapiés ist Madrids Viertel mit dem höchsten Ausländeranteil - etwa 40 Prozent - und einer starken Anziehungskraft auf die alternative Szene.


Wer im Barrio de Salamanca sein Zuhause hat, der lebt auf der Sonnenseite des Lebens.



Wer lange Schlangen und drängelnde Besucher nicht fürchtet, der kann in vielen Museen einen Gratistag genießen. Im Prado und im Museo Sorolla ist es der Sonntag, im Reina Sofía und Museo Arqueológico der Samstagnachmittag ab 14.30 Uhr und der Sonntagvormittag. Der Königspalast erhebt mittwochs von EU-Bürgern keinen Eintritt - Ausweis nicht vergessen!


Essen und Trinken

Gute Zutaten, einfache Rezepte

Die Spanier sind stolz auf ihre einfache, geradlinige Küche, deren Geheimnis die exzellenten, frischen Ingredienzien sind

Jedes Jahr aufs Neue ärgern sich die spanischen Gastrokritiker, wenn im Dezember die Neuauflage des Michelin-Restaurantführers erscheint: wieder nur halb so viele Sterne für Spanien wie für Italien, ja gar wie für Deutschland.

Die Spanier lieben ihre Küche. Wenn sie in Fahrt kommen und die Vorzüge ihres Landes aufzuzählen beginnen, nimmt das Essen eine herausragende Stellung ein. Nur die Gastrotester wollen das offenbar nicht einsehen.

Kein Zweifel, dass die spanische Küche auf exzellente Zutaten zurückgreift. Frische ist selbstverständlich: frisches Gemüse, frisches Fleich und vor allem frischer Fisch und Meeresfrüchte. Vor den Toren Madrids öffnet jeden Morgen der nach Tokio zweitgrößte Fischmarkt der Welt seine Pforten. Fisch ist Teil der mediterranen Diät, die ein wichtiger Grund für die Langlebigkeit der Spanier sein soll. Ein zweites Element ist das Olivenöl, als virgen extra der reine Saft der Olive.

Doch außer Olivenöl, ein wenig Salz und Pfeffer und gerne etwas Knoblauch geben die Kastilier ihren Speisen traditionell wenig bei. Das ist es gerade, was ihnen an ihrer eigenen Küche so gefällt: der reine Geschmack der Tomate!, des Barsches!, des Schweins!, der Miesmuschel! Raffinierte Saucen, Gewürze, Gemüsekombinationen sind Sache der Spanier nicht. Ein Stück Fleisch, mit wenig Öl kurz gebraten, dazu hausgemachte Pommes frites - fertig ist das klassische Madrider Hauptgericht.

Die Küchentraditionen an der Küste, vor allem im Baskenland, Katalonien und Galicien, sind reicher als die im Landesinneren. Selbstverständlich lässt sich all das in Madrid probieren. Und natürlich gibt es hervorragende Restaurants mit kreativen Köchen wie in allen wohlhabenden Großstädten dieser Welt. Aber wer ein einfaches Mittagsmenü für 10 Euro oder weniger bestellt, darf gutes Handwerk, doch keine hohe Kunst erwarten.

Die Essenszeiten sind für Mitteleuropäer gewöhnungsbedürftig. Die Restaurants öffnen gegen 21 Uhr, aber gerade am Wochenende ist es auch nicht ungewöhnlich, sich erst um 23 Uhr zum Essen zu verabreden. Zu Mittag wird typischerweise zwischen 14 und 16 Uhr gegessen, meistens ist die Küche aber schon ab 13 Uhr angefeuert.

albóndigas

Hackfleischbällchen

boquerones fritos/en vinagre

frittierte/eingelegte Sardellen

calamares

Tintenfische

callos madrileños

Kutteleintopf

chipirones

kleine Tintenfische

chorizo

Paprikasalami

churros

frittierte Teigkringel (zum Frühstück, besonders beliebt con chocolate, mit heißer Schokolade)

cochinillo

Spanferkel

cocido madrileño

Madrider Eintopf mit chorizo, garbanzos (Kichererbsen) und Gemüse

cordero (asado)

(gebratenes) Lamm

croquetas

Fisch-, Fleisch- oder Schinkenkroketten

ensaladilla

Salat aus Kartoffeln, Gemüse und (meistens viel) Mayonnaise

gambas al ajillo/a la plancha

Garnelen in Knoblauchsauce/auf einer heißen Metallplatte gegrillt

jamón

luftgetrockneter Serrano-Schinken. Die besten kommen aus Andalusien und Extremadura

mejillones

Miesmuscheln

pulpo

Krake

patatas bravas

Bratkartoffeln mit scharfer Tomatensauce

pollo

Hähnchen

queso

Käse, meistens manchego (aus der Mancha)

tortilla

spanisches Kartoffelomelett

café solo/cortado/con leche

schwarzer Espresso/mit einem Schuss Milch/Milchkaffee

caña

kleines Glas Bier

cava

spanischer Sekt

clara

Bier mit gaseosa (süßer Sprudel)

horchata

herbes Erfrischungsgetränk aus Erdmandeln

tinto de verano

„Sommerrotwein“, halb Rotwein, halb gaseosa, mit viel Eis serviert


Wer mindestens einmal am Tag eine vollständige Mahlzeit zu sich nehmen will, der sollte das mit Blick auf den Geldbeutel am besten mittags und nichts abends tun. Fast alle Restaurants bieten montags bis freitags ein dreigängiges Mittagsmenü an, das einschließlich eines Getränks nur 8-12 Euro kostet.


Einkaufen

Rastro oder Custo

Einkaufsparadies Madrid: feilschen auf dem Flohmarkt, flanieren in der Modemeile Calle Fuencarral

Ja, Klamotten und Schuhe sind in Madrid tatsächlich immer noch ein wenig billiger zu haben als in Mittel- und Nordeuropa. Aber es ist kein Problem, sein Geld mit vollen Händen auszugeben - spanische und internationale Modedesigner warten auf Sie mit Metropolenpreisen, Edelboutiquen verkaufen wenig Stoff für viele Euros. Einkaufen ist eine Wonne in Madrid.

Wer, um zu sparen, nicht gleich Mode aus zweiter Hand auf dem Sonntagsflohmarkt Rastro suchen will, mag die rebajas (Schlussverkäufe) im Januar/Februar und Juni/Juli ausnutzen. Traditionelle Geschäfte öffnen montags bis freitags zwischen 10 und 14 und dann wieder von 17 bis 20 Uhr sowie am Samstagvormittag. Kaufhäuser und Ketten verzichten auf die lange Mittagspause und schließen auch erst am Samstagabend. Sonntags dürfen Buch- und Plattenläden sowie kleine Geschäfte mit begrenzter Auswahl öffnen. Für alle anderen legt die Regionalregierung jeweils zu Jahresbeginn 20 verkaufsoffene Sonntage fest, darunter gewöhnlich sämtliche August- und Dezembersonntage.

Die wichtigsten Einkaufsstraßen der Innenstadt sind die Calle Preciados und die Calle Carmen zwischen Puerta del Sol und Plaza Callao - eine Fußgängerzone ohne besonderen Charme, aber mit großem Angebot an Mode und Waren des täglichen Bedarfs zu vernünftigen Preisen. Nördlich davon hat sich die Gran Vía zwischen Plaza España und Red de San Luis trotz dröhnenden Verkehrs zur belebten Einkaufsmeile entwickelt. Südlich der Puerta del Sol drängen sich in der Calle Carretas günstige Klamottengeschäfte. Wer seinen Kaufrausch vorplanen will, kann sich unter www.eldibuk.com inspirieren lassen.


Shopping ist schon seit längerem keine billige Angelegenheit mehr in Madrid. Sie können natürlich sonntags auf dem Rastro stöbern, aber wer Ladengeschäfte vorzieht, der sollte es in Malasaña versuchen.


Unterhaltung

Die Nacht ein Fest

Abends hält es niemanden zu Hause. Die Madriderinnen und Madrider brauchen marcha

Wann schlafen die eigentlich? Auf der Gran Vía stauen sich die Autos und in der Calle Huertas die Menschen - morgens um drei. Von Donnerstagabend bis Sonntagmorgen ist die Stadt ununterbrochen in Bewegung, auf der Suche nach marcha.

Wörtlich übersetzt heißt das Marsch, gemeint ist: nur kein Stillstand. ¿A dónde vamos ahora? - wohin gehen wir jetzt? - ist die x-mal wiederholte Frage im Lauf der Nacht. Am liebsten verabreden sich die Madrider in großen Gruppen. Sie wollen sich amüsieren, wollen lachen, trinken, rauchen, tanzen. Und wenn es geht auch flirten. Salir para ligar - ausgehen, um anzubändeln, das ist die Trieb-Feder vieler Nachtschwärmer.

Wenn Spanier von Bars reden, meinen sie Tapabars oder Cafés. Bars oder Kneipen im deutschen Sprachsinn werden eher Pubs genannt (was bei den Spaniern wie paffs klingt). In vielen Pubs wird auch getanzt. Von einer discoteca sprechen die meisten erst, wenns Eintritt kostet. Um der eigenen Sprachverwirrung zu entgehen, hat sich ein Oberbegriff für alle angesagten Läden eingebürgert: sitio de marcha - ein Ort, wo was los ist. Nichts leichter, als sich dem Treiben anzuschließen. Wer in der Innenstadt übernachtet, muss nur aus dem Hotel treten und ist schon mitten drin.

Jedes Viertel hat sein abendliches Nervenzentrum: die Plaza Santa Ana in Huertas, die Calle Argumosa in Lavapiés, die Plaza Humilladero in La Latina, die Plaza Dos de Mayo in Malasaña, die Plaza Chueca in Chueca. Die heißen Sommernächte verbringen die Madrider am liebsten auf der Straße in den terrazas genannten Freiluftbars. Sie feiern das Leben, sie genießen, dass es ihnen gut geht - von der Müdigkeit einmal abgesehen. In Wirklichkeit brauchen nämlich auch die Madrider Schlaf.


Wer besonders sparsam ist, der kann sich von den (meist argentinischen) relaciones públicas ansprechen lassen, die Passanten vor allem in Huertas in ihre Kneipen zu lotsen versuchen und als Lockmittel la primera bebida gratis - ein erstes Gratisgetränk - anbieten.


Übernachten

Pompöse Pracht und preiswerte Etagenhotels

Kein Problem, in Madrid eine billige Herberge oder ein Luxushotel zu finden. Nur in der Mittelklasse ist das Angebot weniger breit gestreut

Geschäftsreisende, die auf Firmenkosten unterwegs sind, finden in Madrid leicht eine angemessene Unterkunft. Sie können zwischen 370 Hotels mit gut 40000 Betten wählen; die Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt.

Doch drei Viertel der Hotels tragen mindestens drei Sterne und sind entsprechend teuer, wenn auch nicht Pariser oder New Yorker Niveau erreicht ist. Fragen Sie bei der Reservierung immer nach dem Preis, er liegt oft unter den offiziellen Angaben auf der Website - prüfen Sie deshalb auch vermeintliche Sonderangebote von Hotelvermittlern im Internet durch direkte Anfrage im Hotel.

Für Touristen, die keine Reisespesen von der Steuer absetzen können, wird die Suche etwas schwieriger. Schon einfache Zweisternehotels verlangen häufig mehr als 100 Euro die Nacht fürs Doppelzimmer. Zum Glück gibt es die Alternative der hostales, was sich mit Herberge oder Pension übersetzen lässt. An die 1000 sind über ganz Madrid verstreut. Meistens sind es umgebaute Wohnungen in Altstadthäusern; sie nehmen eine oder höchstens zwei Etagen ein und werden oft von Ehepaaren geführt, die selbst in einer Ecke des hostal ihre private Bleibe haben.

Diese Pensionen hatten lange keinen besonders guten Ruf, und das meist ganz zu Recht. Doch Madrid ist reicher geworden, die Bedürfnisse der Gäste sind gestiegen, und das Angebot hat nachgezogen. Die meisten Pensionen werden regelmäßig renoviert, Fernseher und eine kleine Klimaanlage sind längst keine Ausnahme mehr, ein eigenes Bad ist üblich. Wer sonst keinen Luxus und nicht mehr als einen ruhigen Platz zum Schlafen sucht, ist in den hostales gut aufgehoben und muss dafür selten mehr als 50 Euro hinlegen.


Wer sich nicht daran stört, das Zimmer mit Unbekannten zu teilen, dem bieten sich in der Innenstadt zwei private Jugendherbergen an. Das wunderschöne Cats Hostel (186 Betten in 19 Schlafsälen und 6DZ | 18 Euro/Person inkl. Frühstück | Cañizares 6 | Tel. 913692807 | Fax 914299479 | www.catshostel.com | Metro 1: Antón Martín) residiert in einem Stadtpalast aus dem 18. Jh. zwischen Lavapiés und Huertas. Der maurisch gestaltete Innenhof wäre eines Luxushotels würdig. Treffpunkt der Travellerszene.


Mit Kindern unterwegs

Grosse Stadt für kleine Leute

Stopp dem Museenmarathon: ein paar Tipps für den Madridbesuch mit Kindern


Stadtspaziergänge

Mittelalter und gekachelte Neuzeit

Durch den im doppelten Wortsinn königlichen Retiro oder ganz volkstümlich auf der Spur der Kachelkunst

Das königliche Madrid

Was wäre Madrid ohne seine Könige? Philipp II. machte Madrid 1561 zur spanischen Hauptstadt, seitdem ist die Geschichte der Stadt eng mit der Geschichte der Monarchie verbunden. Folgen Sie königlichen Spuren auf diesem Spaziergang von Ost nach West quer durch die Innenstadt. Er dauert an die zwei Stunden, ein möglicher Besuch im Prado und im Botanischen Garten dabei nicht mit eingerechnet.

Madrid zwischen Kacheln

Wer die Atmosphäre der Stadt bei einem ersten Spaziergang auf sich wirken lassen will, der wird auf dieser beinahe ziellosen Route unmerklich von Stadtteil zu Stadtteil geführt: von Chamberí über Conde Duque und Malasaña quer durchs Zentrum, nach einem kurzen Abstecher ins Madrid de los Austrias hinein nach Lavapiés und zum Schluss nach Huertas. Den roten Faden bilden dabei nicht etwa die berühmtesten Monumente der Stadt, sondern kleine Läden und Lokale, deren Fassaden oder Innenräume liebevoll gekachelt sind. Nehmen Sie sich mindestens vier Stunden Zeit, vielleicht aber auch einen ganzen Tag.


24h

Ein Tag in Madrid

Action pur und einmalige Erlebnisse.

Gehen Sie auf Tour mit unserem Szene-Scout

Kaffeekult

Der Tag startet relaxed. Nach dem Ausschlafen bummelt man ins Trendviertel Chueca. Im gemütlichen Café Mama Inés schmeckt der Kaffee mit Milch am besten. In die Tasse kommen Kaffeesorten aus aller Welt - von Tansania bis Jamaika. Qué bueno! Wo? Calle Hortaleza 22 | Metro 1, 5: Chueca, Gran Vía | www.mamaines.com

Trennungsgrund

Pärchen werden sich jetzt trennen - jedenfalls für die nächste Stunde. Er besucht das legendäre Fußballstadion von Real Madrid und fühlt sich dabei den Göttern des runden Leders nahe. Das Alternativprogramm für sie: Shopping! In der Calle Lagasca gibt es einen Laden für Sportbekleidung und Accessoires nur für Frauen. Arme mit Klamotten vollladen und ab damit in die Kabine. Probieren, probieren und nochmals probieren. Von Yoga- über Surf- bis hin zu Dancemode - hier wird jede Frau fündig. Wo? Sie: Calle Lagasca 27 | Er: Calle de Santiago Bernabéu | Eintritt: 9 Euro | www.womanonsports.com | www.realmadrid.com

Rudertour

Ran an die Ruder und pull! Auf dem See im Parque del Retiro wartet schon das Boot dazu. Einsteigen und bis zur Mitte des Sees schippern. Die Stimmen der Leute aus dem Park werden auf dem Weg dorthin immer leiser, angekommen, genießt man Ruhe und Natur pur - mitten in der Stadt. Zurück an Land gehts wieder ab ins pralle Leben, denn der Park ist nicht nur grüne Oase, sondern auch die Showbühne der Madrilenen und Treffpunkt von Artisten und Schaustellern. Wo? Calle Alfonso XII | Bootsmiete: ab 4,30 Euro

Tapas statt Siesta

Hmmmm... original Serrano-Schinken, hausgemachte Würste aus Salamanca, Artischockentoasts, raffiniert eingelegte Sardellen und herrlich leckeres Fleisch, serviert mit Brot und Tomaten. Braucht es da noch mehr Überzeugungskraft? Die Tapas im Stop Madrid wollen einfach nur genossen werden! Wo? Hortaleza 11 | Tel. 915235442

Afternoon Glide

Aufsteigen und festhalten! Per Segway cruist man jetzt durch Madrid! Die Elektro-Stehroller sind der Renner. Wer denkt, das kann nicht gut gehen, hat recht, denn es geht nicht, sondern fährt! Etwas nach vorne beugen und die Entdeckungstour kann beginnen: Vorbeiflitzen an der Oper und weiter bis zum Templo de Debod - eben in die schönsten Ecken der Stadt. Wo? Startpunkt der geführten Tour ist die Plaza de España | 60 Euro | Anmeldung nötig Tel. 659824499 | www.madsegs.com

Wellness deluxe

Dunkles Holz, klare Linien, Lichtakzente: Im Wellness Center Avenida América erwartet einen durchgestyltes Interior Design. Eintauchen in den Luxus und bei einer Hot-Stone-Massage die Welt vergessen - das entspannt vollkommen. Danach ab in den Pool, um fit zu werden für die bevorstehende Nacht! Wo? Im Hotel Meliá | C/ Juan Ignacio Luca de Tena 36 | Massage 60 Euro | www.wellnessavenidaamerica.com

Feel the Beat

Der Elástico Flexiclub - der angesagteste Club Madrids - ist das Ziel für die Nacht. Zwei Räume - ein Style, und der ist cool! DJs heizen der In-Crowd ein, und verschiedene Sounds aus Independent, Elektropop und Rock beschallen den Club. Tanzen, bis die Beine nicht mehr können und noch ein bisschen länger! Die Musik machts möglich. Wo? Plaza del Carmen | Metro, 1, 5 Gran Vía | www.myspace.com/elasticoflexiclub

Fast Food seit 1895

Die Nacht ist noch nicht zu Ende! Wenn der Club schließt, gehts in die altehrwürdige Chocolatería San Ginés. Hier treffen sich die Nachtschwärmer zu einem süßen Absacker: churros con chocolate. Die heiße Schokolade ist so dickflüssig, dass sie nicht freiwillig aus der Tasse fließt. Genau jetzt kommen die churros zum Einsatz, denn das frittierte Schmalzgebäck ist zum Tunken und Löffeln da! Hochbetrieb ist täglich ab fünf Uhr morgens. Wo? Pasadizo de San Ginés | Metro, 1, 2, 3, 5: Sol, Ópera | Tel. 3656546


Ausflüge und Touren

Pause von der Grossstadt

Vier Tagesausflüge ins beschaulichere Umland: zu den Schlössern Philipps II. El Escorial und Aranjuez, ins mittelalterliche Toledo oder ins kuriose Dorf Chinchón

Sommerschloss und Park Aranjuez

Ein Ausflug ins Grüne zu einem der Lustschlösser Philipps II. und dessen üppigem, gepflegtem Park - von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt -, keine 50 km südlich von Madrid. Anfahrt mit der Bahn (Cercanías, Linie C3, vom Bahnhof Atocha) oder mit dem Bus von der Estación Sur de Autobuses, Metro 6: Méndez Álvaro.

Chinchón: Kastilisches Bilderbuchdorf und urige Bodegas

Wer sich einfach bei einem ausgedehnten Mittagessen auf einem der schönsten Dorfplätze Spaniens entspannen will, hat damit die beste Ausrede für einen Ausflug nach Chinchón rund 40 km südöstlich von Madrid. Anfahrt mit dem Bus der Linie 337 von der Plaza Conde de Casal (Metro 6) an der Schnellstraße Richtung Valencia.

Für viele Spaniens schönste Stadt: Toledo

Die Hauptstadt von Madrids südlicher Nachbarregion Kastilien-La Mancha ist eine der schönsten Städte Spaniens. Das mittelalterlich geprägte historische Zentrum der 70000-Ew.-Stadt 70km südlich von Madrid liegt malerisch auf einer Anhöhe in einer Schleife des Tajo. Am Wochenende ist die Stadt von Touristen überlaufen, montags sind viele Museen geschlossen, an allen anderen Tagen wird ein Ausflug nach Toledo einer der Höhepunkte Ihres Madridurlaubs. Vom Atocha-Bahnhof (, Metro 1: Atocha RENFE) fährt etwa stündlich ein AVE nach Toledo.

Kolossaler Palast in der Sierra: El Escorial

Einer der berühmtesten Paläste Europas, von dem aus Philipp II. sein Weltreich regierte, Welterbe der Unesco, auf gut 1000m Höhe am Fuß der Sierra de Guadarrama 40km nordwestlich Madrids gelegen. Nicht überbordende Pracht, sondern strenge Schönheit erwartet Sie, darin herausragende Kunst und das Panteón de los Reyes, das Mausoleum der spanischen Könige. Anfahrt mit der Bahn (, Cercanías, Linie C8, vom Bahnhof Atocha) oder mit den Bussen 661 bzw. 664 vom unterirdischen Busbahnhof bei der Metrostation Moncloa.


Praktische Hinweise

Von Anreise bis Zoll

Urlaub von Anfang bis Ende: die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Madridreise

Bahn

Züge aus dem Norden laufen im Bahnhof Chamartín ein, Züge aus Barcelona und dem Süden im Bahnhof Atocha. Von hier aus bringt Sie die Metro ans Ziel.

Flugzeug

Direktflüge nach Madrid bieten Lufthansa (www.lufthansa.com) von Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München, Iberia (www.iberia.com) von Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München, Swiss (www.swiss.com) von Zürich, Lan (www.lan.com) von Frankfurt, German Wings (www.germanwings.com) von Köln und Stuttgart, Austrian (www.aua.com) von Wien, Spanair (www.spanair.com) von Frankfurt, Stuttgart, München und Wien sowie Easyjet (www.easyjet.com) von Berlin und Basel. Air Berlin (www.airberlin.com) und Niki (www.flyniki.com) fliegen von den wichtigsten deutschen, österreichischen und schweizerischen Flughäfen mit Umstieg in Palma de Mallorca. Die beste Suchmaschine für Flüge, trotz des Namens nicht nur für Reservierungen auf den letzten Drücker: www.lastminute.com

Spanisches Fremdenverkehrsamt

zentrale Telefonnummer in Deutschland für die Bestellung von Broschüren und Infomaterial: 06123/99134 (Mo-Fr 9-18 Uhr)

Oficinas de Turismo

Plaza Mayor 27 | Tel. 915881636 | Metro 1, 2, 3: Sol | tgl. 9.30-20.30 Uhr

Deutschland

Fortuny 8 | Tel. 915579000 | www.madrid.diplo.de | Metro 4: Colón

Österreich

Paseo de la Castellana 91 | Tel. 915565504 | www.aussenministerium.at/madrid | Metro 10: Santiago Bernabéu

Schweiz

Núñez de Balboa 35 | Tel. 914363960 | www.eda.admin.ch/madrid | Metro 4: Velázquez

Geld & Kreditkarten

Bankfilialen mit Geldautomat (cajero automático) gibt es in Madrid an fast jeder Ecke. Die meisten Hotels und Restaurants sowie viele Geschäfte akzeptieren Kreditkarten, am verbreitetsten sind Visa und Mastercard.

Internet

Allgemeine Informationen über Spanien und Madrid: www.spain.info, die Website des Spanischen Fremdenverkehrsamts, auch auf Deutsch. www.esmadrid.com ist die Website der Stadt für Tourismus und Aktivitäten, auch auf Englisch und Französisch, www.turismomadrid.es die Site der Comunidad de Madrid, einige Elemente auch auf Deutsch. www.descubremadrid.com (auch auf Englisch) wird von der Madrider Handelskammer verantwortet. Nützliche Informationen und aktuelle Nachrichten aus Madrid gibt es (auf Deutsch) unter www.madriderzeitung.com. Aktuelles, Veranstaltungen, Mode in Madrid unter http://madrid.lanetro.com und www.elmundo.es/metropoli.

Internet Cafés und WLAN

Ein besonders gemütliches Internetcafé finden Sie gleich um die Ecke von der Plaza Santa Ana: La Bolsa de Minutos (Espoz y Mina 17 | Metro 1, 2, 3: Sol). Ein sympathisches Internetlokal ist auch das drop and drag (Augusto Figueroa 7 | Metro 5: Chueca) in Chueca.

Internet Cafés und WLAN

Wer kabellos ins Internet will, der muss in Spanien nach WiFi fragen. Hotspots sind noch nicht an vielen öffentlichen Orten eingerichtet, aber in den meisten Hotels - oft gegen saftiges Entgelt - zu haben.

Madrid Card

In den oficinas de turismo und vielen Reisebüros bekommen Sie die Madrid Card Cultura, die zum freien Eintritt in fast alle Madrider Museen und zur Bernabéu-Tour berechtigt. Sie kostet 24 Euro für einen Tag, 28 Euro für zwei Tage und 32 Euro für drei Tage. Die teurere Madrid Card schließt auch Besuche in Freizeitparks und die Stadtrundfahrten von Madrid Visión ein. www.madridcard.com, www.neoturismo.com

Notruf

Polizei, Feuerwehr, Rettungswagen: Tel. 112

Öffentliche Verkehrsmittel

Die Metro (www.metromadrid.es) ist das beste Fortbewegungsmittel in Madrid. Die zwölf Linien sind von 6 Uhr morgens bis 1.30 Uhr nachts in Betrieb. In den Hauptverkehrszeiten kommen die Bahnen etwa alle drei Minuten, am späten Abend dauert es bis zu 15 Minuten. Von der Plaza de la Cibeles starten zwischen 0 und 6 Uhr 24 Nachtbuslinien in die Vororte.

Parken

Wer Madrid mit dem Auto besucht, sollte vorher ein Hotel mit Garagenplatz reservieren. Mit grünen Strichen gekennzeichnete Stellplätze sind für Anwohner reserviert, für Besucher die blau markierten Plätze.

Post

Öffnungszeiten der Postämter (oficinas de correos) gewöhnlich Mo-Fr 8.30-14.30, Sa 9.30-13 Uhr. Schneller bekommt man Briefmarken im estanco (Tabakladen). Porto ins europäische Ausland 58 Cent. www.correos.es

Stadtrundfahrten

Madrid Visión bietet ganzjährig - mit Ausnahme des 1. Januar - zwei unterschiedliche Besichtigungsrouten im offenen Doppeldeckerbus durch Madrid. Gemeinsame Haltestelle beider Routen an der Fuente Neptuno neben dem Prado; alle zehn bis 25 Minuten (tagsüber, zum Teil auch bis spätabends) kommt ein Bus vorbei. Das gemeinsame Ticket für beide Routen kostet 15,30 Euro, für zwei Tage 20 Euro. Sie zahlen im Bus und können jederzeit aus- und wieder zusteigen. Ein Audioführer (auch auf Deutsch) erklärt die Sehenswürdigkeiten. www.madridvision.es

Taxis

Taxifahren ist vergleichsweise billig in Madrid. Wenn auf dem Dach des Taxis das grüne Licht leuchtet, ist es frei; Taxiruf Tel. 915478200. Das Taxameter startet bei 1,85 Euro. Für Fahrten vom und zum Flughafen ist ein Aufschlag von 5 Euro zu zahlen, für Fahrten von Bahnhöfen ein Zuschlag von 2,50 Euro. Von 22 bis 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen kostet die Fahrt mehr.

Telefon & Handy

Auslandsvorwahlen aus Spanien: Deutschland: 0049, Österreich: 0043, Schweiz: 0041, danach lassen Sie die erste Null der Ortsvorwahl weg. Bei Anrufen aus dem Ausland nach Spanien wählen Sie die Vorwahl 0034 und dann die komplette Rufnummer. Innerhalb Spaniens wählen Sie auch bei Ortsgesprächen immer die gesamte neunstellige Nummer. Spanische Mobiltelefonnummern fangen mit einer 6 an.

Trinkgeld

Zahlen Sie nur so viel Trinkgeld, wie Sie für richtig halten. Der Kellner bringt Ihnen zunächst immer das Wechselgeld auf einem Tellerchen, darauf können Sie dann ggf. ein paar Münzen liegen lassen. In teureren Restaurants sind fünf bis zehn Prozent üblich. Im Taxi runden Sie auf, einem Kofferträger im Hotel geben Sie 1 Euro.

Veranstaltungshinweise & Vorverkauf

Das Kulturprogramm finden Sie in der Wochenzeitschrift Guía del Ocio (www.guiadelocio.com/madrid) oder in der Freitagsbeilage Metropoli der Tageszeitung El Mundo (www.elmundo.es/metropoli). Konzerte sind montags im Lokalteil von El País aufgelistet. Einen kostenlosen Veranstaltungskalender verteilen auch die oficinas de turismo.

Zoll

Innerhalb der EU dürfen alle Waren für den persönlichen Verbrauch frei ein- und ausgeführt werden; Richtwerte hierfür sind z.B. 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen und 90 l Wein. Für Schweizer gelten erheblich geringere Freimengen.

Kaffee

Um 1,50 Euro für einen café solo

Imbiss

Ab 1,50 Euro für eine kleine Tapa

Wein

Um 2,50 Euro für ein Glas Wein

Diskothek

Um 15 Euro für den Eintritt am Wochenende

Metro

1 Euro für eine einfache Fahrt

Museum

6 euro für den Eintritt zum Prado


Unser Insider

MARCO POLO Autor Martin Dahms im Interview

Martin Dahms, Jahrgang 1963, ist 1993 nach Madrid gezogen. Er arbeitet dort als Zeitungsjournalist - und will gar nicht wieder weg.

Was hat Sie nach Madrid verschlagen?

Während meines Volontariats beim Hessischen Rundfunk hatte ich die Gelegenheit, einen Monat im ARD-Studio Madrid zu verbringen. Ich fühlte mich sofort zu Hause, verliebte mich außerdem noch in eine Spanierin - und ein Jahr später zog ich nach Madrid.

Was hält Sie nach so langer Zeit in Madrid?

Es sind vor allem die Menschen. Sie sind unkompliziert, immer zu einem Schwatz aufgelegt, bereit, über alles zu lachen. Der Umgang mit den Nachbarn, mit dem Gemüseverkäufer, mit den Kellnerinnen in der Cafeteria, in die ich morgens zum Frühstücken gehe, ist von einer ansteckenden Leichtigkeit. Die Madrider sind etwas ruppig. Aber dahinter steckt Herzlichkeit. Wenn du als Neuling zu einer Gruppe von Freunden stößt, werden die alles tun, damit du dich so schnell wie möglich als Teil der Gruppe fühlst. Ein wunderbarer Zug.

Was gefällt Ihnen weniger?

Die Madrider haben nicht gerade den Bürgersinn erfunden. Jenseits des persönlichen Kontakts scheinen ihnen ihre Mitmenschen egal zu sein. Wie sie an den Metrotüren drängeln, wie sie gedankenlos Abfall auf die Straße fallen lassen - das geht mir gehörig auf den Wecker. Vielen Madridern übrigens auch. Und manche Autofahrer parken hemmungslos auf den Busspuren oder in zweiter und dritter Reihe.

Was machen Sie beruflich in Madrid?

Ich bin freiberuflicher Zeitungsjournalist. Ich beliefere deutschsprachige Tageszeitungen - u.a. die Frankfurter Rundschau, die Stuttgarter Zeitung und die Berliner Zeitung - mit aktuellen Berichten aus Spanien und Portugal.

Wo leben Sie in Madrid?

In einer Wohnung in der Altstadt - sehr hell, ruhig gelegen, mit einer kleinen Dachterrasse. Ich habe mal ausgerechnet, dass ich von meiner Wohnung aus 60 verschiedene Kinosäle in 15 Minuten zu Fuß erreichen kann.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Da ich tagsüber nicht viele Menschen sehe, sondern allein in meinem Büro arbeite, gehe ich fast jeden Abend aus. Das heißt: Ich treffe Freunde. In Madrid ist es nicht so üblich, sich privat zu treffen. Stattdessen geht man gemeinsam essen oder in eine Kneipe. Und ich bin ein großer Kinofan, was in Madrid eine Freude ist - das Angebot ist phantastisch, und fast alle Filme laufen auch in der Originalversion.


Bloß nicht

Wenn die Eigenarten der Touristen auf die von Madrid stoßen

An fremde Tische setzen

Spanier setzen sich nicht zu fremden Leuten an den Tisch. Nur unter Jugendlichen sind die Sitten etwas lockerer. In Restaurants sind selbst freie Tische tabu: Der Gast wartet, bis er vom Kellner einen zugewiesen bekommt.

Mitklatschen

Jedenfalls nicht beim Flamenco. Die kunstvollen palmas sind Teil der Musik. Mancher im Publikum hat das richtige Gespür für die Rhythmen - ein frisch angekommener Tourist eher nicht.

Falsche Schlüsse ziehen

Das Küsschen links und Küsschen rechts ist in Spanien eine Grußformel wie anderswo das Händeschütteln. Machen Sie sich keine Hoffnungen!

Rauchen

Seit 2006 darf in Spanien an öffentlichen Orten nicht mehr geraucht werden. Doch Kneipen und Restaurants, die weniger als 100 m² messen, dürfen eine Ausnahme machen. An der Eingangstür muss der Hinweis stehen: „permitido fumar“ - Rauchen erlaubt.

Auf gerissene Taxifahrer hereinfallen

Am Flughafen Barajas stehen die Taxis Schlange und die Fahrgäste auch. Ein paar besonders schlaue Taxifahrer laufen in den Ankunftshallen herum auf der Suche nach Beute: frisch angekommenen Touristen. Die lotsen sie in ihren Wagen, um ihnen später Mondpreise abzuknöpfen. Also lieber, so wie alle anderen, am Taxistand Schlange stehen.

Schwarz gebrannte CDs und DVDs kaufen

Überall in der Innenstadt werden Sie auf junge Männer - meistens Schwarzafrikaner - stoßen, die auf einer Decke vor sich Hunderte von CDs und DVDs ausgebreitet haben. Die CD bekommen Sie für 3Euro, die DVD fürs Doppelte. Natürlich sind die Platten schwarz gebrannt. Hier zu kaufen ist nicht nur illegal, Sie tun noch nicht einmal den Immigranten einen Gefallen: Die sind ohne jeden sozialen Schutz, das dicke Geschäft machen mafiöse Hintermänner. Die Interpreten gehen sowieso leer aus.

Aufs Ampelgrün vertrauen

Eine Ampel wird von den Madridern nur als Ratgeber verstanden: Man kann sie beachten, muss aber nicht. Noch gefährlicher ist die Angewohnheit vieler Autofahrer, gerade noch bei Tieforange durchzubrausen. Augen auf!

Diebe in Versuchung führen

Tragen Sie so wenig Wertsachen wie möglich mit sich herum, passen Sie in der Metro und in Menschenmengen besonders gut auf, lassen Sie sich nicht von zwei, drei Unbekannten zugleich ansprechen, auch nicht von angeblichen Polizisten in Zivil.

Copyright: www.marcopolo.de
 

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