Eigentlich schon im 16. Jahrhundert gegründet, machte sich das Dorf Katowice erst drei Jahrhunderte später als Stadt einen Namen. Rund 345.000 Einwohner zählt Katowice, das vor allem von der Bergbau- und Hüttenindustrie des 19. Jahrhunderts profitierte.
Im Zuge der Industrialisierung kamen zu den Straßenzügen neugotischen Stils moderne Wohn- und Geschäftsgebäude hinzu. Die Mischung aus Industrie- und sakralen Gebäuden ist eines der hervorstechendsten Merkmale des Verwaltungs- und Kulturzentrums im Oberschlesischen Industriegebiet, das mehr als zwei Millionen Einwohner in 14 dicht beieinander liegenden Städten zählt.
Sowohl als Arbeitgeber als auch für das Image Polens als neues EU-Mitgliedsland hat Kattowitz die entsprechenden Voraussetzungen mitgeschaffen. Wirtschaft und Wissenschaft haben hier einen festen Sitz, sitzen sozusagen am Stammtisch Polens.
Neben modernen Wohn- und Geschäftsgebäuden gibt es im Zentrum von Kattowitz einige Straßenzüge im neogotischen Stil aus dem 19. Jahrhundert. Sehenswert sind unter anderem das Wyspanskiego-Theater und das Schlesische Museum. Das Museum zeigt eine bedeutende Sammlung polnischer Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Große Bekanntheit genießt darüber hinaus die Sporthalle, die im Volksmund „Untertasse" genannt wird: Sie fasst 11.000 Zuschauer und wird für Messen und große Konzerte genutzt.
Katowice/Kattowitz wurde einmal die „amerikanischste aller polnischen Städte" genannt. Der Vergleich liegt nahe: Hier entstanden einige der ersten Wolkenkratzer in Europa. Berühmte deutsche und polnische Architekten prägen bis heute das Stadtbild. Zu den höchsten Bauten gehört der vierzehnstöckige Wolkenkratzer in der Zwirki-i-Wigury-Str. 15, entworfen 1929 von Tadeusz Kozlowski. Stahl bildete das Skelett des Baus, der als eines der höchsten Hochhäuser Europas entstand. Stahl wurde zur gleichen Zeit darüber hinaus für einen weiteren bekannten Bau genutzt: Als einer der ersten in Polen hat Tadeusz Michejda mit diesen (zu der Zeit) neuen Materialien eine funktionalistische Villa für den damals bekannten Rechtsanwalt Edmund Kazimierczak gebaut. Das Gebäude in der ul. Bratków beherbergt heute das Restaurant „Bohéme". Bei der Sanierung wurde großen Wert darauf gelegt, dass der ursprüngliche Stil bewahrt blieb.
Eine gelungene Verbindung von Modernität und Tradition stellt das Hotel Monopol in der ul. Dworcowa dar. In dem eklektizistischen Bau war Anfang des 20. Jahrhunderts ein Luxushotel eröffnet worden. Später stand das Gebäude lange leer, jetzt wurde es aufwändig saniert. Moderne, klare Formen im Inneren verbinden sich mit den verspielt wirkenden Fassadenelementen im Stil der Gotik und der Renaissance zu einer spannungsvollen Mischung. Neu ist das Unicenter im Stadtzentrum: Hier befinden sich Geschäfte, ein Multiplex-Kino und das neue Hotel Qubus Residence.
Zu den interessantesten Vierteln von Katowice gehört Nikiszowiec. Die Siedlung im Südosten der Stadt entstand in zwei Etappen zwischen 1908 und 1924 für Tausende Arbeiter des damaligen Bergwerks Giesche. Architekten waren die Berliner Brüder Zillmann. Die roten dreigeschossigen Häuserzeilen umschließen große Innenhöfe. Noch bis in die 70er Jahre befanden sich dort öffentliche Backöfen für die Bewohner und kleine Ställe. Dann wurden die Höfe begrünt. Zur Anlage gehörten kleine Geschäfte, die zum Teil bis heute im Familienbesitz blieben, eine neubarocke Kirche, Schule und Restaurant. Die denkmalgeschützte Anlage zählt europaweit zu den am besten erhaltenen Bergarbeitersiedlungen des frühen 20. Jahrhunderts. In einem kleinen Museum wird das Leben der früheren Bewohner dokumentiert.
In der Umgebung von Katowice gibt es zahlreiche sehenswerte Holzkirchen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Über mehr als 600 Hektar erstreckt sich der große Kultur- und Freizeitpark zwischen Katowice und Chorzow/Königshütte. In ihm befinden sich unter anderem der Zoologische Garten, ein Planetarium, ein Rosarium, und der sehr sehenswerte Ethnographische Park mit 57 historischen Gebäuden aus der Region. Außerdem gibt es dort ein sehr großes Sport- und Unterhaltungsangebot.
In Kattowitz kein Problem. Im Zentrum des Oberschlesischen Industriegebietes befinden sich zahlreiche Geschäfte und Einkaufszentren.
Probieren Sie Wassersuppe, Schlesische Rindsrouladen, Rotkohl oder Schlesische Klöße. Absolute Köstlichkeiten, die Sie bei einem Besuch in der Region auf keinen Fall auslassen sollten. Die traditionellen Gerichte werden in einigen „rustikalen“ Gasthöfen serviert.
Obwohl man heute noch an manchen Orten die für Oberschlesien typische Architektur erkennen kann, sind traditionelle Wohnungseinrichtungen, Volkstrachten, alte Sitten und Bräuche kaum anzutreffen, da sie sich alle im Laufe der Zeit radikal verändert haben. Lediglich einige Museen präsentieren noch diese vergangene Welt. Dort werden neben Wohnungseinrichtungen und Trachten auch Geräte und Gegenstände des täglichen Bedarfs ausgestellt. In Kattowitz, in einem der Mietshäuser (ul. Szafranka), ist das Museum für die Stadtgeschichte von Katowice untergebracht. Hier werden zwei in Polen einmalige Ausstellungen präsentiert: „In dem bürgerlichen Haus – zwischen Alltag und Feiertag“ sowie „Bei den Nachbarn – auf den Zimmern und in der Küche“. Die Expositionen zeigen die Lebensgewohnheiten von Großbürgertum und Mittelstand in den Originalräumen des 19. und 20. Jahrhunderts.
Touristeninformation
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