City-Info Funchal
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Unterhaltung
Unterhaltung
Funchal
Ausgehen in FunchalVor allem an den Wochenenden ist immer etwas los in Funchal, meist musikalisch - und das oft live. Große Konzerte finden in der Regel in der Madeira Tecnopolo (Caminho da Penteada) statt, kleinere in den Räumen von FNAC (Madeira Shopping | Caminho Sta Quitéria | www.fnac.pt).
Atrakas BarBeliebte Adresse im Hafen, minimalistisch-industriell gestylt, mit Panoramafenster zur Stadt. Tgl. 9-2 Uhr | Molhe da Pontinha
Café do TeatroSehen und gesehen werden - auf einen kleinen Schwarzen oder einen Cocktail treffen sich hier die Schönen und Schicken im Alter zwischen 20 und 40, oft auch aus der Gayszene. Tgl. 9-23 Uhr | im Teatro Municipal | Av. Arriaga
Cais do Carvão CaféLounge, Bar, Club im Retrostil mit großer überdachter Terrasse, Chill-outmenü und regelmäßigen Partys. Jardins Panorâmicos ( Küstenpromenade) www.ccclube.com
Casino da MadeiraVielerlei Glücksspielattraktionen (Mindestalter 21 Jahre) und das Copacabana, wo jedes Wochenende eine Liveband spielt. Av. do Infante | www.casinodamadeira.com
Chega de SaudadeBar, Café, Restaurant - mit Mobiliar zum Kaufen. Abends oft Livemusik. Praça da ACIF/Rua dos Aranhas 20
Jam Jazz Club/VespasZwei Locations unter einem Dach: Oberhalb des Containerhafens finden Jazzfreunde bei Livejazz ebenso ihr Plätzchen wie Diskogänger. Do-So 23-4 Uhr | Av. Sá Carneiro 60
Marcelino Pão e vinhoJeden Tag ab 22 Uhr Fado mit verschiedenen Interpreten in rustikalem Barambiente. Nur sonntags machen die Musiker und der singende Wirt Senhor Amaro Pause. Mindestkonsum 7,50 Euro. Travessa das Torres | Altstadt
Teatro Municipal Baltazar DiasDas Stadttheater ist häufig auch Konzertsaal. Madeira hat ein klassisches Orchester, und oft gastieren auch ausländische Künstler. Av. Arriaga | Tel. 291233569
Unterhaltung
Porto Santo
Penedo do SonoÖstlich der Altstadt entstand die Vergnügungszone Penedo do Sono. Dort sorgt eine Reihe von Restaurants und Bars für Animation.
ChallengerFetzige Rhythmen bis in den frühen Morgen, meist Rock und Pop, aber auch Hiphop und andere Dancemusic. Nur im Sommer, tgl. ab 22 Uhr | Rua Estêvão Alencastre
Cine CaféEin beliebter Treffpunkt im Retrostil zum Drink vor der Disko. Rua Dr. Nuno Silvestre Teixeira (in der 1. Etage, über der Bibliothek des Kultur- und Kongresszentrums)
Pub ZarcoLegendärste Kneipe der Insel, urig, gemischtes Publikum. Tgl. ab 18 Uhr | Rua João Gonçalves Zarco
Auskunft
Auskunft
Funchal
Direcção Regional do TurismoAv. Arriaga 18 | Tel. 291211900 | Fax 291232151 | www.madeiratourismo.com
Auskunft
Der Süden
TouristeninformationForte de São Bento | Tel. 291951675
Auskunft
Der Norden
TouristeninformationAm Hafen | Tel. 291852555 | turismo.pmoniz@madeiratourism.org
TouristeninformationSítio do Serrado | Tel. 291572992
Auskunft
Der Osten
TouristeninformationForte Nossa Senhora do Amparo | Tel. 291962289
Câmara Municipal de Santa CruzRathaus | Largo do Município | Tel. 291520100
Auskunft
Porto Santo
Posto do Turismo de PortoAv. Dr. Manuel Gregório Pestana Júnior | im Centro de Artesanato | Tel. 291985189 | turismo.psanto@madeiratourism.org
Direcçao Regional do AeroportoFlughafenauskunft: Tel. 291980120
Porto Santo LineFährverbindungen von/nach Madeira. Rua Estevão de Alencastra, Lj 6/7 | Tel. 291982939, Infotel. 291210300 | Fax 291982543 | www.portosantoline.pt
Einkaufen
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Funchal
André CorreiaDesignerroben aus edelsten Stoffen und ausgefallener Modeschmuck. Rua do Surdo 5a
Casa do TuristaAuf mehreren Etagen Kunsthandwerk und Wein der Insel. Rua do Conselheiro José Silvestre Ribeiro 2
DiogosGroßes Sortiment eigener Madeira Weine (Barbeito) sowie von anderen Herstellern. Dazu die neuen Tischweine der Insel. Av. Arriaga 48
Fábrica Santo AntónioHausgemachte Bonbons, Konfitüren, Sorbets und Plätzchen in historischem Laden. Trav. do Forno 27/29
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Der Osten
O RelógioHinter der von einem Uhrturm gekrönten Fassade eines ehemaligen britischen Sommersitzes liegt Madeiras größter Korbwarenmarkt, der Teil des touristischen Pflichtprogramms ist: Alle Reisebusse und Taxitourchauffeure machen hier Halt. Im Keller des mehrgeschossigen Gebäudes, das vom Flaschenkorb bis zur Wäschetruhe alles in den Verkaufsregalen stehen hat, wurde eine Schauwerkstatt eingerichtet. Tgl. 9-18 Uhr | Largo da Achada
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Porto Santo
Centro de ArtesanatoIn den Shops des Kunsthandwerkszentrums werden u. a. kleine Windmühlen, Strohhüte und Kreationen aus Muscheln angeboten. Rua Manuel Gregório Pestana Jun.
Essen und Trinken
Essen und Trinken
Funchal
Chocolate ArtWinzige Laden- und Kaffeebar mit Schwerpunkt auf schokoladigen Versuchungen. Ecke Rua Do Conselheiro/Av. Arriaga | €
Golden Gate Grand CaféNicht nur zur bica trifft man sich in dieser historischen Institution, sondern auch zum wechselnden Mittagsmenü mit internationalem Touch. Av. Arriaga 29 | Tel. 291234383 | €€
Grand Café ColumbusGroße Auswahl an Sandwiches mit verschiedenen Broten; Salate und Pasta. Außerdem täglich frisch zubereitetes Eis. Av. do Mar e das Comunidades Madeirenses 36 | Tel. 291242170 | €-€€
Dom pepeAnspruchsvoll verfeinerte traditionelle Küche der Insel und Portugals mit dem Service eines großen Hauses. Exzellente Weinkarte. Rua da Levada dos Barreiros | Tel. 291763240 | €€€
O AbadeTagessuppen und Hausmannskost zu günstigen Preisen. Travessa do Cabido | Tel. 291214600 | €
Restaurant Clube NavalTraditionelle portugiesische Küche, aber auch Nouvelle Cuisine mit wunderbarem Meerblick. Wie wäre es mit arroz de tamboril (Reis mit Seeteufel und Shrimps) oder Tournedos im Blätterteig? Rua Quinta Calaça 1 | am Küstenweg Frente Mar | Tel. 291761139 | €€€
Restaurante Cidade VelhaDer elegante Neuzugang im alten Fischerviertel, entstanden in einer ehemaligen Garage. Klasse statt Masse steht hier auf der Karte, vom Stockfisch in der Maiskruste bis hin zum Pfeffersteak. Rua do Portão de Santiago 21 | Tel. 291232021 | €€€
Restaurante do ForteAnspruchsvolle Interpretation lokaler und portugiesischer Produkte, wie Kaninchen oder Papageienfisch, in einem edlen Zeltpavillon innerhalb der São-Tiago-Festung. Rua Portão São Tiago | Tel. 291235470 | www.restaurantedoforte.com | €€€
RisoAlles dreht sich um das Reiskorn in diesem modernen Lokal mit wunderbarer Klippenterrasse. Portugiesische Klassiker treffen dabei auf Asia-Aromen und fantasievolle Variationen von knackig bis süß. Rua de Santa Maria 274 | Tel. 291280360 | €€€
Sabores do PaqueteFeinere Gerichte wie z.B. ein Carpaccio aus verschiedenen Fischen und Meerestieren. Modernes Ambiente, traditionelle Aperitifhappen. Rua da Casa Branca 34 A | Tel. 291761291 | €€
Essen und Trinken
Der Süden
YachthafenMehrere moderne, neue Lokale mit großen Terrassen, die meist Gerichte der einheimischen Küche anbieten, liegen im Yachthafen.
Rocha marEine aufgepeppte Marisqueria, beliebt für ihre Fisch- und Meeresfrüchtegerichte. Vila da Calheta (gegenüber vom Yachthafen) | Tel. 291823600 | €€
Casa de Chá O FioGeschmackvolles „Teehaus“ mit Terrasse, an einem Aussichtspunkt gelegen. Regionale Spezialitäten und hausgemachte Kuchen. Salão de Baixo | Tel. 291882170 | €€
O FornoMarta Silva aus Fajã da Ovelha an ihrer neuen Wirkungsstätte: mit unschlagbar günstigen Tagesgerichten und ihren Klassikern wie Kaninchen und Tintenfisch. Salão (an der Hauptstraße neben dem Friedhof) | Mobiltel. 966072879 | €€
Borda dAguaLichter Neubau an der Esplanade mit Terrasse am Meer und Spezialitäten wie fejoada marisco (Meeresfrüchtetopf) oder Degenfisch in Wein und Knoblauch. Rua Engenheiro Pereira Ribeiro | Tel. 291957697 | €€
Essen und Trinken
Der Norden
Gaivota Pastelaria Mary DoceNeben bestem Gebäck auch deftige lokale Speisen und Pizza. Lugar do Tenente | im Haus der Gaivota-Apartments | Tel. 291850040 | €
SalguieroFrischen Fisch verspeisen - mit Meerblick in rustikal-zeitgenössischem Ambiente. Lugar do Tenente | Tel. 291850080 | €€
O PescadorBehaglich-moderne kleine Gaststätte mit Schwerpunkt Fisch und Meeresfrüchte - z.B. saltimbocca de tamboril. Pico António Fernandes | Tel. 291572272 | €€
Restaurante Rancho MadeirenseDeftiges vom Grill im urigem Ambiente eines Reitstall-Areals auf dem Weg zum Pico Ruivo. Pico António Fernandes | Tel. 291570230 | €€
Ferro VelhoTraditionelle einheimische und internationale Gerichte, rustikales Ambiente. Rua da Fonte Velha | Tel. 291842763 | €-€€
Quebra MarMadeirische und internationale Kost. Spezialität: Fisch. Sítio do Calhau | Tel. 291842338 | €-€€
Essen und Trinken
Der Osten
Casa de Pasto O BoleoUriges Restaurant am Rand des Kirchplatzes mit täglich wechselndem Angebot einheimischer Küche. Kleine Straßenterrasse. Sítio da Igreja | Tel. 291922128 | €-€€
BaíaBeliebte Adresse im neuen Yachthafen mit großer Terrasse zum Wasser. Spezialitäten: Fisch, Meeresfrüchte. Am Wochenende Karaoke. Porto de Recreio | Tel. 291966502 | €€
La VillaGroßzügiges, helles, modernes Ambiente für leichte, italienisch angehauchte Küche mit fantasievollen Aromen. Offene Lounge für Kaffee und Drinks. Im Forum Machico | Mobiltel. 911199902 | €€
O GalãFrische Mischung aus Bar, Konditorei und Restaurant. Einheimische Kost zu vernünftigen Preisen. Rua General António Teixeira de Aguiar 1-7 | Tel. 291965720 | €-€€
Marisqueria Sá MarFast alles, was das Meer hergibt, vom Stockfisch über Napfschnecken bis zum tagesfrischen Fang. Rua Bela de São José 19 | Tel. 291524233 | €
Essen und Trinken
Porto Santo
O FornoDeftiges aus dem Ofen, wie schon der Name des Lokals verheißt: Fleisch, Fisch, Hühnchen. Rampa da Fontinha | am Ortsausgang von Vila Baleira | Tel. 291985141 | €-€€
Pé na ÁquaTatsächlich fast mit zumindest einem „Fuß im Wasser“ genießt man die Spezialität des Strandlokals: gegrillten Tintenfisch. Sítio das Pedras Pretas | Tel. 291983114 | €€
SalinasGute internationale Küche am Ortsausgang, direkt am Strand. 19-24 Uhr | Rua Goulart Medeiros | Praia da Fontinha | Tel. 291980450 | €€
Solar do InfanteModernes Ambiente für traditionelle Gerichte - viele Zutaten kommen aus dem Meer. Av. Dr. Manuel Gregório Pestana Jun. | im Centro de Artesanato | Tel. 291985270 | €€
Freizeit und Sport
Freizeit und Sport
Funchal
Strände/BadenBeliebt bei jungen Einheimischen ist die Praia Formosa im Westen Funchals (Bus 35). Alternativen sind die Badeanstalten Lido, Ponta Gorda (beide Rua Gorgulho) und Barreirinha (Largo do Socorro). Alle tgl. 9-19 Uhr, im Winter 9-18 Uhr
TennisEiner der schönsten Courts liegt im Park der Quinta Magnolia. Rua Dr. Pita | Tel. 291763237
Freizeit und Sport
Der Süden
FreizeitangeboteIn Arco de Calheta bietet die Paragliding School von Hartmut Peters (Sítio da Achada de Santo Antão | Mobiltel. 964133907 | www.madeira-paragliding.com) Gleitschirmflüge, Wanderungen, Tauchkurse und Mountainbikes an. Zudem können Flüge in einer kleinen Privatmaschine arrangiert werden.
Freizeit und Sport
Der Norden
LavapoolsSchwimmen in den Lavapools: Im Ortszentrum wurden die flachen, zur offenen See hin allmählich tiefer werdenden Becken mit Beton befestigt und durch Umkleidekabinen ergänzt (ganzjährig | Gebühr 1,25 Euro). Einige Schritte weiter kann man beim Restaurant Cachalote ebenfalls in Becken aus erstarrter Vulkanmasse steigen; hier gibt es aber keine Umkleidekabinen.
Freizeit und Sport
Der Osten
BadenAm Ostzipfel des Strandes liegt unterhalb einer schwarzen Felsmauer die Badeanlage Praia das Palmeiras. Im Ortsteil Ribeira da Boaventura wurde ein neuer Badekomplex geschaffen. Über eine kleine, geschützte Bucht zwischen dem Wassersportbereich und den zwei Swimmingpools hat man einen bequemen Zugang zum Meer. Eine weitere Attraktion ist Santa Cruz neuer Aquapark mit zwei Pools, Rutschbahnen, Wasserlöchern etc.
Freizeit und Sport
Porto Santo
FreizeitangeboteNeben Surfen, Kitesurfen, Sportfischen, Segeln, Rudern, Kanu (Angebote nur Juli-Sept.) sind Jeepsafaris und Paragliden möglich. Zu buchen z.B. über Lazermar (Rua João Gon-çalves Zarco 66 | Tel. 291983379).
GolfFast 6,5 km Distanz und neun Gewässer umfasst der 18-Loch-Par-72-Parcours des Porto Santo Golfe. Der von Severiano Ballesteros entworfene Platz verfügt zudem über einen 9-Loch-Kurs. Ein kleines Spa steht für die Spieler zur Verfügung. Das Clubhaus birgt ein öffentlich zugängliches Restaurant (€€-€€€) mit guter lokaler und internationaler Küche (Greenfee: 9 Löcher 40 Euro, 18 Löcher 65 Euro | Sítio da Lapeira-Ana Ferreira | Tel. 291983778 | www.portosantogolf.com).
RadfahrenRäder verleiht Colombo | Av. Vieira de Castro 38 | Tel. 291984438.
ReitenReitkurse und Ausritte bietet das Centro Hípico (Sítio da Ponta | Tel. 291983258), zu dem das Restaurante Equestre (€-€€) gehört.
SträndeBereits am Hafenbecken beginnt der goldgelbe Sandstrand Campo de Baixo, der sich bis zur Ponta da Calheta zieht. Westlich von Vila Baleira wird er breiter, ab hier ist er auch bewacht, es gibt Toiletten, Duschen (kostenpflichtig) und Snackbars. Selbst zur Hochsaison weitgehend ungestört bleibt man an der felsigen Bucht von Zimbralinho mit ihrem türkisfarbenen Wasser, da sie ab dem kleinen Pass bei Morenos nur noch zu Fuß erreicht werden kann.
TauchenTauchkurse und -gänge z.B. über die Tauchbasis im Clube Naval de Porto Santo | Porto Santo Sub | am Yachthafen Porto Santo | Tel. 291983259 | www.portosantosub.com.
WandernAuf der Inselkarte des Fremdenverkehrsamts (kostenlos) sind drei Wanderwege eingezeichnet (z.B. die Vereda Pico Castelo/Moledo und die Vereda Pico Branco/Terra Chá im Nordostzipfel der Insel), die ausgeschildert sind.
Sehenswertes
Sehenswertes
Funchal
Avenida ArriagaKathedrale und Praça do Infante mit dem Denkmal von Heinrich dem Seefahrer bilden die Endpunkte der von Jakaranda-Bäumen überschatteten Flaniermeile der City. An ihrem Saum liegen das Anfang des 20. Jhs. erbaute Teatro Municipal, die ehemalige Handelskammer mit ihren traditionsreichen Azulejo-Bildern und der kleine Jardim Municipal, dessen erste Gewächse bereits um 1880 aus Paris und Porto eingeführt wurden. Ursprünglich standen an Stelle der mächtigen Stadtparkbäume die Ruinen eines Franziskanerklosters. Reste der dazugehörigen Nebengebäude finden sich noch innerhalb der Adegas de São Francisco, des Sitzes der Madeira Wine Company. Führungen Mo-Fr 10.30 u. 15.30, Sa 11 Uhr | Eintritt 4,50 Euro | Av. Arriaga 28 | www.madeirawinecompany.com
Avenida do MarDie „Straße des Meers“ ist zugleich Hauptverkehrsader und Flaniermeile. Zahlreiche Bushaltestellen liegen an ihrem Saum, an der Atlantikseite zieht sich die breite, begrünte Hafenpromenade entlang. Tags wie abends ist sie mit ihren Cafés und Restaurants auch bei den Einheimischen eine beliebte Adresse zum Bummeln. Große Kreuzfahrtschiffe liegen an der Mole, Yachten schaukeln auf den Wellen, darunter auch die berühmte, zum Lokal umgebaute „Vagrant“ der Beatles. Gegenüber, auf der Stadtseite, ragt die Fortaleza de São Lourenço auf und etwas weiter östlich die Alfândega Velha, das alte Zollamt, heute Sitz des Inselparlaments.
Casa Museu Frederico de FreitasDie Villa aus dem 17. Jh. beherbergt wertvolle Möbel, alte Azulejos, religiöse und chinesische Kunst. Auch sammelte ihr früherer Besitzer gezeichnete und gemalte Ansichten seiner Heimat Madeira. Mo geschl. | Eintritt 2 Euro | Calçada de Santa Clara
Convento de Santa ClaraIn dem Ende des 15. Jhs. für den Klarissinnenorden errichteten Klosterbau ist heute ein Kindergarten untergebracht. Die Wände der Klosterkirche sind ganz mit Azulejos aus dem frühen 17. Jh. bedeckt. In der Kirche befinden sich die Grabstätten der beiden Töchter João Zarcos sowie angeblich die von Zarco selbst. Eintritt 2 Euro | Calçada de Santa Clara
Fortaleza do picoDie Anfang des 17. Jhs. erbaute Festung barg später die Seetelegrafenstation Funchal. Heute von der Seestreitmacht genutzt, bietet die Fortaleza einen der besten Ausblicke auf Madeiras Hauptstadt.
Fortaleza de São LourençoDas Fort, erbaut an der Stelle eines Wehrturms aus dem 16. Jh., gehörte zum Festungsgürtel, der Funchal vom 17. bis ins 19. Jh. umgab. Inzwischen dient es der Regierung als Residenz des Ministers der Republik sowie des Militärkommandanten. An bestimmten Tagen ist der Zutritt jedoch erlaubt (Di, Do), es gibt auch Führungen (Mi 10, Fr 15, Sa 10 und 11 Uhr). Zwischen Av. Arriaga und Av. do Mar, Eingang Av. de Zarco
Forte de São TiagoMit dem Bau der Festung am Ostrand der Bucht wurde 1614 begonnen, im 18. Jh. kamen weitere Gebäudeteile hinzu. Über Treppengänge gelangt man auf die Dachplattform, von der sich ein schöner Rundblick bietet. In den Obergeschossen wurde das Museu de Arte Contemporânea (Museum zeitgenössischer Kunst) eingerichtet. Dort können Sie Werke portugiesischer Künstler von den 60er-Jahren bis heute betrachten. Eintritt 3 Euro | Rua Portão de São Tiago
Igreja do Soccoro/Igreja de São TiagoEinem Gelübde folgend, errichteten die Bewohner Funchals nach der Pestepidemie Anfang des 16. Jhs. an dieser Stelle eine Wallfahrtskapelle. Zwei Jahrhunderte später wurde dann die heutige „Kirche des Beistands“ gebaut. Sie besitzt die stilreinste Barockfassade aller Kirchen Madeiras. Rua de Santa Maria
Kathedrale SéIm Auftrag König Manuels I. zwischen 1485 und 1514 erbaut, ist die Hauptkirche Funchals eines der wenigen erhaltenen manuelinischen Gebäude der Stadt. Ihr Name leitet sich ab von sede do bispo, Sitz des Bischofs. Bekrönt von einer Turmspitze aus vielfarbigen Kachelschindeln zeigt sie eine schlichte Natursteinfassade, in der das majestätische Portal im gotischen Stil den Blickfang bildet. Die Apsisseite gibt sich verspielter: mit schraubenartig gedrechselten Türmchen und einer verschnörkelten Brüstung. Im düsteren Inneren besticht vor allem die aus dem 16. Jh. stammende Holzdecke mit ihren Elfenbeinintarsien. Rua da Sé
Madeira Story CenterInteraktives Museum, das seine Besucher auf eine virtuelle Reise zu den Anfängen Madeiras schickt und sie teilhaben lässt an den wichtigsten historischen Ereignissen des Archipels. Eintritt 10 Euro | Rua Don Carlos I 27-29 | www.storycentre.com
Mercado dos LavradoresErst 1941 errichtet, allerdings mit deutlichen Reminiszenzen an den Stil des Art déco, zeigt der „Markt der Arbeiter“ vor allem im Eingangsbereich schöne, großformatige Azulejo-Bilder. Die eigentliche Attraktion ist jedoch die Fülle der Produkte. So mancher Verkäufer verhält sich jedoch aufdringlich und verlangt nach dem Probebissen vom ahnungslosen Touristen Fantasiepreise für seine Ware. Im Erdgeschoss liegen um den Innenhof Metzgereien, Wein- und Korbwarenläden sowie der Stand einer Schuhfabrik, in der typische Folklorestiefel und auch Sandalen hergestellt werden. Aus dem Hof führen einige Stufen hinab zur Fischhalle. Mo-Do 8-19, Fr 7-20, Sa 7-14 Uhr | Rua Brigadeiro Oudinot
Museu de Arte SacraDas Museum für Kirchenkunst im ehemaligen Bischofspalais birgt eine bedeutende Sammlung flämischer Gemälde aus dem 16.-18. Jh., Heiligenbilder aus derselben Epoche sowie Kirchenschmuck. So/Mo geschl. | Eintritt 3 Euro | Rua do Bispo 21
Museu do VinhoDie kleine Sammlung umfasst Illustrationen, FotoFgrafien und Gerätschaften zum Weinbau auf Madeira. Sa geschl. | Eintritt frei | Rua 5 de Outubro 78
Museu Municipal do FunchalAusgestopfte Säugetiere und Vögel veranschaulichen im Naturhistorischen Museum die Fauna Madeiras. Weitere Exponate widmen sich der Flora und Geologie der Insel. Das Aquarium gibt Einblicke in die Meereswelt. Mo geschl. | Eintritt 2 Euro | Rua da Mouraria 31
Núcleo Museológico da Cidade Do Açúcar - CMFDas Zuckermuseum im ehemaligen Haus des flämischen Zuckerbarons João Esmeraldo erzählt anhand von Stichen, Gemälden und Dokumenten von der Zuckerherstellung auf Madeira und ihren kulturellen wie künstlerischen Folgen. Sa/So geschl. | Eintritt 1,80 Euro | Praça Colombo 5
Núcleo Museológico do I.v.b.A.MAusstellung wertvoller Stickereiarbeiten - darunter Wandteppiche und Gobelins - aus Madeira. In einigen Räumen des Stickereimuseums werden diese Arbeiten zusammen mit typischem Mobiliar und Trachten gezeigt. Sa/So geschl. | Eintritt 2 Euro | Rua Visconde de Anadia 44
Parque de Santa CatarinaHoch über dem Hafenbecken erstreckt sich das weite Hangareal mit exotischen Bäumen, Blumenbeeten und drei markanten Gebäuden. Der Stadt am nächsten steht die barocke Capela de Santa Catarina, der Nachfolgebau jener Kapelle, die die Frau des Inselentdeckers João Zarco an dieser Stelle errichten ließ. Nördlich des Teichs schimmert durch die dichte Pflanzenpracht das roséfarbene Gemäuer der Quinta Vigia. Das historische Herrenhaus aus dem 17. Jh., das ursprünglich den Namen Quinta das Angústias trug, dient dem Präsidenten der Regionalregierung als Amtssitz und Gästehaus. Die Quinta kann nicht von innen besichtigt werden, ihr schöner Park ist aber zugänglich. Eine Statue erinnert daran, dass die österreichische Kaiserin Elisabeth (Sisi) 1860/61 hier logierte. Ein paar Schritte weiter in Richtung Hotelzone reckt sich aus dem Wiesengrün das Kasino. Oscar Niemeyer, Architekt des modernen Brasília, schuf es in Gestalt einer Dornenkrone aus nacktem Beton. Gleich nebenan sehen Sie ein weiteres von ihm entworfenes Gebäude: den geschwungenen Stelzenbau des einstigen Casino Palace Hotels. Av. do Infante
Photographia Museu VicentesIm restaurierten ehemaligen Atelier von Vicente Gomes da Silva, des ersten Profifotografen Portugals, erzählen Kameras und ein Fotoarchiv, das von der Fotografenfamilie Vicente zusammengetragen wurde, Fotografiegeschichte. So geschl. | Eintritt 2 Euro | Rua Carreira 43
Praça do MunicípioDen schwarz-weiß gepflasterten Platz säumen drei der wichtigsten historischen Gebäude Funchals. An der Stirnseite steht die ehemalige Stadtresidenz des einst reichsten Manns der Insel, Graf João José Carvalhal. Seit Ende des 19. Jhs. ist Funchals Rathaus in dem Barockpalast mit seinem prachtvollen, mit Azulejos geschmückten Innenhof untergebracht. Die gesamte Westseite des Platzes dominiert das frühere Jesuitenkolleg, heute die Universität Madeiras, mit der integrierten Igreja do Colégio. Gegenüber dem Gotteshaus liegt der historische Bischofspalast, mittlerweile Sitz des Museums für religiöse Kunst.
Quinta das CruzesAngeblich hatte bereits João Zarco hier eine Residenz. Das heutige Herrenhaus stammt allerdings aus dem 18. Jh. Als Museum macht es jetzt anschaulich, in welchem Stil die reichen Bürger Madeiras einst lebten. Manchmal finden hier auch klassische Konzerte statt. Umgeben ist die Quinta von einem archäologischen Park. Mo geschl. | Eintritt 3 Euro, Garten frei | Museu das Quinta das Cruzes | Calçada do Pico 1
Santa-Maria-Viertel/Zona VelhaZwischen den Ufern des João Gomes-Flusses und der Festung São Tiago lag die Keimzelle Funchals. Die namengebende Kirche Santa Maria do Calhau ist nicht mehr erhalten. Am Ostrand des Altstadtviertels steht aber noch die Capela do Corpo Santo, eine von Fischern erbaute Wallfahrtskapelle aus manuelinischer Zeit. Trotz Restaurierung und Nachbildung der historischen Architektur weht noch ein Hauch des ursprünglichen Geistes durch die Gassen. In den Abendstunden geht es ziemlich rund, denn viele Kneipen, Restaurants und Bars (mit zum Teil sehr aufdringlichen Schleppern vor der Tür) zogen in die alten Fischerhäuser ein. Über ihre Dächer schwebt die moderne Kabinenseilbahn von der Talstation im Promenadenpark hinauf nach Monte (tgl. 10-18 Uhr | 10 bzw. 14,50 Euro (Hin- und Rückfahrt).
Sehenswertes
Der Süden
Capela dos Reis MagosDie Dreikönigskapelle im Ortsteil Lombo dos Reis von Estreito da Calheta, dem Oberdorf, ist eines der wenigen noch nahezu unverfälscht erhaltenen Bauwerke aus manuelinischer Zeit. Leider ist die Kapelle meist verschlossen.
Casa das Mudas - Centro de ArtesIn dem architektonisch kühnen Kunstzentrum werden nicht nur Ausstellungen jeglicher Art gezeigt, sondern auch regelmäßig internationale Kinofilme (meist Sa 17 u. 21 Uhr | 3 Euro). Das Restaurant mit Panoramaterrasse (Tel. 291827316 | €€) serviert zeitgenössisch interpretierte lokale und portugiesische Speisen. Di-So 10-19 Uhr | Eintritt 5 Euro | Vale dos Amores | Sítio da Vargem | Tel. 291822808
Igreja do Espírito SantoIm 15. Jh. begonnen, wurde die Pfarrkirche mehrfach verändert. Aus den Anfängen stammen noch die Verzierungen am Portal. Sehenswert sind auch die im Mudéjar-Stil geschnitzte Decke und der Tabernakel aus Ebenholz und Silber im Seitenschiff.
Sociedade dos Engenhos da CalhetaHinter dem komplizierten Namen verbirgt sich eine der wenigen noch intakten Zuckerrohrmühlen der Insel. Regelmäßig wird hier im Frühjahr mit historischen Gerätschaften Zuckerrohrschnaps (aguardente) gebrannt und mel de cana, Zuckerrohrhonig, hergestellt. Mit Probierstube (Verkostung 0,50 Euro) und Shop. Besichtigung ganzjährig Mo-Fr 8-20, Sa u. So 10-20 Uhr | Eintritt frei | Vila Calheta
AltstadtDer historische Stadtkern liegt um die verkehrsberuhigte Rua do Visconde. Kleine Geschäfte bieten hier alles Alltagsnotwendige feil und haben mitunter sogar einen Schanktresen integriert. In einer schönen Gartenanlage mit hohen alten Bäumen versteckt sich die Câmara Municipal (Rathaus) - eine rosé getünchte Quinta aus dem späten 18. Jh.
Igreja de São BentoAuffälligstes Merkmal der Pfarrkirche ist die Turmspitze mit weiß-blauem Kachelmuster und dem Kugelsymbol (Armillarsphäre) der portugiesischen Entdecker. Bereits um 1440 wurde der Grundstein gelegt; das Gotteshaus zählt somit zu den ältesten der Insel. Während der Barockzeit erhielt es allerdings ein völlig neues Gesicht. Original erhalten sind das von Portugals König Manuel I. gestiftete Taufbecken in der Kapelle rechts vom Eingang sowie die manuelinische Kanzel.
Museu Etnográfico da MadeiraUntergebracht ist das Volkskundemuseum in einem Herrenhaus des 15. Jhs., das ursprünglich dem Kloster Santa Clara gehörte. In stilvollem Rahmen werden alte Handwerke dokumentiert, Transportmethoden, Anbau- und Erntetechniken auf der Insel. In einem kleinen Souvenirshop können Sie hübsche, im Museum hergestellte Webarbeiten kaufen. Ein Teil des Museums dient als Galerie mit Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst. Mo geschl. | Eintritt 2,50 Euro | Rua São Francisco 24
Sehenswertes
Der Norden
Capela de São VicenteIn den Felsen, der direkt in der Flussmündung des Ribeira de São Vicente steht, baute man 1692 eine winzige Kapelle, die dem hl. Vinzenz geweiht ist. Das markante Heiligtum ist auch auf einer portugiesischen Briefmarke wiedergegeben.
Grutas de São VicenteAm Ortsausgang in Richtung Encumeada-Pass veranschaulichen die Grutas de São Vicente die geologische Vergangenheit Madeiras. Auf ca. 700 m Länge wurde hier ein vor 400000 Jahren - beim letzten Vulkanausbruch auf der Insel - entstandenes, Mitte des vorigen Jahrhunderts erstmals erforschtes Lavatunnelsystem für Besucher erschlossen. Hinzugekommen ist inzwischen ein modernes Centro do Vulcanismo, ein Pavillon, in dem Besucher u. a. eine virtuelle Reise ins geologische Herz Madeiras erleben und sich über den Vulkanismus auf der ganzen Welt informieren können (Führungen port./engl. tgl. 10-18 Uhr | Eintritt Grotte u. Pavillon 8 Euro | Sítio do pé do Passo | www.grutasecentrodovulcanismo.com). Zum Gelände gehört auch ein Pflanzenpark mit nahezu allen endemischen Küstengewächsen Madeiras (Eintritt frei).
Igreja de São VicenteAltarraum und Seitenaltäre der Kirche aus dem 17. Jh. sind mit den typischen Goldschnitzereien (talha dourada) des portugiesischen Barocks ausgestattet. Die Wände ziert ein schöner Azulejo-Fries, und auf dem Deckengemälde im Hauptschiff sieht man den hl. Vinzenz, wie er den nach ihm benannten Ort segnet.
Sehenswertes
Der Osten
Banda dÁlemAm östlichen Ufer des Ribeira da Machico beginnt das historische Fischerviertel. Um den von hohen indischen Lorbeerbäumen beschatteten Hauptplatz Largo dos Milagres mit dem unscheinbaren gleichnamigen Kirchlein entstanden Cafés und Geschäfte, doch Fischerei gehört noch immer zum Alltag. Wo einst eine kleine Werft war, auf der Holzboote gezimmert wurden, erstreckt sich zwar nun der neue Yachthafen, aber vom Kai an seiner Ostflanke laufen wie ehedem die Fischerboote aus.
Capela dos MilagresJoão Zarco, so heißt es, gab um 1425 den Auftrag zum Bau der „Kapelle der Wunder“ - als erster Kirche Madeiras überhaupt. Die heutige Capela dos Milagres stammt allerdings von 1810. Die Vorgängerbauten fielen - bis auf Giebelwappen und Spitzbogenportal - einer Brand- und einer Flutkatastrophe zum Opfer. Seeleute fanden aber wunderbarerweise die vom Hochwasser ins Meer geschwemmte Christusstatue wieder. Ein Gemälde links des Altars schildert diese Begebenheit.
FestungenMit drei Forts versuchten die Bewohner Machicos im 18. Jh. ihre leicht zugängliche Bucht vor Piratenüberfällen zu schützen. Zwei sind erhalten: das restaurierte Forte de São João Baptista im Osten und das dreieckige Forte de Nossa Senhora do Amparo. Nur einen Steinwurf entfernt von Letzterem zieht sich die neue, fast 2 km lange Uferpromenade entlang, zwischen dem modernen Komplex des multifunktionalen Forum Machico und der Mündung des Machico-Flusses.
Nossa Senhora da ConceiçãoDie Stadtkirche wurde bereits im 15. Jh. errichtet. Das Seitenportal mit drei Marmorsäulen stiftete König Manuel I. Auch das Hauptportal trägt noch Verzierungen aus manuelinischer Zeit: fratzenhafte Gesichter, die das Böse und das Gute symbolisieren. Im Innern wurde das Gotteshaus während der Barockzeit kräftig umgestaltet, original erhalten sind nur die beiden Seitenkapellen. Eine von ihnen trägt das Wappen der Familie Teixeira. Auf dem Platz vor der Kirche steht die Statue von Tristão Vaz Teixeira, der von Machico aus den Ostteil Madeiras regierte.
Sehenswertes
Porto Santo
Câmara MunicipalDas von zwei Drachenbäumen gesäumte Rathaus ist ein schönes Beispiel für die portugiesische Architektur der Renaissance. Erbaut im 16. Jh., wurde es allerdings später mehrfach verändert. Der Eingang, über dem Landeswappen und Königskrone prangen, liegt im ersten Stock, zwei Treppenaufgänge führen hinauf. Von ihrem Absatz lässt sich schön die Pflasterung mit schwarz-weißen Bändern und einer Windrose des von Palmen beschatteten Largo do Pelourinho betrachten.
Casa Colombo - Museu do Porto SantoDas 1989 eröffnete Kolumbus-Museum versammelt Exponate zur Schifffahrt und zur Geschichte Porto Santos, vor allem aber Stücke, die sich um das Leben und Wirken des Entdeckers ranken: Schiffsmodelle, Seekarten, Porträtstiche. Die Sammlung verteilt sich auf zwei Gebäude. Das rückwärtige gilt als Kolumbus Wohnhaus. Mo geschl. | Eintritt 1 Euro | Travessa da Sacristia 2 u. 4 | www.museucolombo-portosanto.com
Nossa Senhora da PiedadeMeeresblau leuchtet das Azulejo-Medaillon an der weißen Fassade der Pfarrkirche. 1430 begründet, war das Gotteshaus immer wieder Attacken von Piraten ausgesetzt. Daher blieb vom Ursprungsbau nur die Mudejaren-Kapelle an der Südseite erhalten. Ihre heutige Barockgestalt verdankt die Kirche Baumeistern des 17. Jhs. Sie birgt ein Altarbild von Max Römer. Der deutsche Maler besuchte Porto Santo in den 40er-Jahren mehrmals. Rua Cristóvão Colombo
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Funchal
Choupana Hills ResortHolz, Stein, Korbgeflecht - Madeiras typische Materialien, zeitgenössisch-exotisch eingesetzt zur Ausstattung luxuriöser Stelzenbungalows hoch über Funchal. Gutes Restaurant. 64 Zi. | Travessa do Largo da Choupana | Tel. 291206020 | Fax 291206021 | www.choupanahills.com | €€€
Golden ResidenceNeues, modern designtes Vier-Sterne-Apartmenthotel mit medizinischem Bereich (deutscher Arzt). Prä- ventionsprogramme, großer Wellnessbereich. 172 Zi. | Rua do Cabrestante 25 | unterhalb des Einkaufszentrums Fórum Madeira | Tel. 291710100 | www.goldenresidencehotel.com | €€-€€€
Porto Santa MariaElegant-modernes Haus zwischen dem alten Fischerviertel und der Meerespromenade. Warme Farben, Sonnenterrasse, kleiner Out- und Indoorpool. 146 Zi. | Av. do Mar 50 | Tel. 291206700 | Fax 291206720 | www.portostamaria.com | €€€
Quinta da Casa BrancaFlacher Glasbau mitten in einem gepflegten Herrenhausgarten mit historischem Hauptgebäude. Alle Zimmer mit privater Terrasse. 43 Zi. | Rua da Casa Branca 9 | Tel. 291700770 | Fax 291765070 | www.quintacasabranca.pt | €€-€€€
Quinta Jardins do LagoCharmant-elegantes historisches Herrenhaus mit modernem Annex und großzügigem Poolbereich. Ambitioniertes Restaurant. 40 Zi. | Rua Dr. J. Lemos Gomes 29 | Tel. 291750100 | Fax 291750150 | www.jardinsdolago.com | €€-€€€
Reids PalaceDie Legende lebt - und hat sich bei Wahrung aller traditionellen Gediegenheit ein zeitgenössisches Lifting erlaubt. Beim stilvollen englischen Afternoon-Tea (26 Euro, keine Freizeitkleidung) auf der Terrasse mit Blick auf Funchals Hafen oder im französischen Gourmetrestaurant Les Faunes können auch jene, die nicht hier wohnen, etwas erspüren von dem besonderen Charme der 1891 eröffneten Nobelherberge. Das neue Management setzt auf Familienfreundlichkeit (betreuter Kinderpool) und Wellness: Die einstige Wäscherei wurde zu einem lichtdurchfluteten Spa umgebaut. Ein subtropischer Park staffelt sich vom Haus hinab zum Meer. 164 Zi. | Estrada Monumental 139 | Tel. 291717171 | Fax 291717177 | www.reidspalace.com | €€€
Residencial da MariazinhaTypisch madeirisches Ambiente in einem restaurierten Altstadthaus im Fischerviertel. Kleiner Innenhof, großzügige Räume. 10 Zi. | Rua de Santa Maria 155 | Tel. 291220239 | Fax 291241731 | www.residencialmariazinha.com | €€
Residencial Queimada de BaixoVon der schlichten Pension in einer der verkehrsberuhigten Straßen zwischen Kathedrale und Rathausplatz lässt sich in wenigen Minuten die gesamte Innenstadt erkunden. 8 Zi. | Rua de Queimada da Baixo 46 | Tel. 291213250 | Fax 291213259 | €
Vila VicênciaDrei privat geführte Villen in ruhiger Gartenlage unweit der Küstenpromenade. Einrichtung im landtypischen Stil. Die Besitzerin spricht Deutsch. 29 Zi. | Rua da Casa Branca 45 | Tel. 291771527 | Fax 291771538 | www.vilavicencia.com | €-€€
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Der Süden
AtrioIm Quinta-Stil errichtetes Anwesen, deutsch geführt, mit individuell gestalteten, schönen Zimmern, Pool, Hanggarten und Kaminbar. 10 Zi. | Lombo dos Moinhos Acima | Estreito da Calheta | Tel. 291820400 | Fax 291820419 | www.atrio-madeira.com | €€
Casa do Calhau GrandeVier unabhängig mietbare renovierte historische Steinhäuser für jeweils zwei bis vier Selbstversorger auf einem Gelände mit Pool an einem Berghang oberhalb von Calheta. Massapez | Arco de Calheta | Mobiltel. 962806626 | www.casadocalhaugrande.com | €€
Quinta do EspigãoEinsam auf einer bewaldeten Klippe gelegenes, charmant ausgestattetes Privathaus. Hier das Dinner einzunehmen ist auch für Nicht-Hausgäste (ab 6 Pers.) möglich. 3 Zi. | Serrado | Tel. 291882166 | Fax 291882166 | www.convista.net | €€-€€€
Residencial O FarolFreundliche Pension an der Straße zum Leuchtturm. Im Erdgeschoss ein beliebtes Restaurant. Salão de Baixo | Tel. 291880010 | Fax 291880019 | www.residencialofarol.pt.vu | €€
Quinta do CaboucoHoch in den Hügeln gelegenes historisches Landhaus mit Biogarten, aus dem die Gäste sich bedienen dürfen. 3 Zi. | Caminho do Cabouco | Fax 291957532 | www.quintadocabouco.com | €
Residencial São BentoPension mit im alt-madeirischen Stil möblierten Zimmern. 22 Zi. | Rua 1 Dezembro | Tel. 291951506 | Fax 291951505 | €
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Der Norden
Casa do RibeirinhoHundert Jahre altes Steinhaus zwischen Meer und Bergen mit zehn Betten für Selbstversorger. Sítio do Ribeirinho | Santa de Porto Moniz | Tel. 291850140 | Fax 291850149 | www.moniztur.com | €
Moniz SolModernes 3-Sterne-Haus in jungem Design, nur ein paar Schritte vom Hafen. 46 Zi. | Tel. 291850150 | Fax 291850155 | www.hotelmonizsol.com | €€
Casas do Campo do PomarQuinta-Areal oberhalb des Ortes mit vier Studios, drei Häuschen und drei Zimmern im Haupthaus. Sítio do Lombo do Curral | Tel. 291520868 | www.madeira-rural.com | €
O ColmoDas einst schlichte, zentral im Ort gelegene Residencial ist zu einem modernen Mittelklassehaus gewachsen mit Strohhäuschen im Hof, Schwimmbad und behaglichem Ambiente. 43 Zi. | Sítio do Serrado | Tel. 291570290 | Fax 291574312 | www.hotelocolmo.com | €-€€
Casa da CaméliaZwei einfache Doppelstockhäuschen auf einem Privatgrundstück; urige Gemeinschaftsküche in separatem Gebäude. 4 Zi. | Sítio do Poiso | Tel. 291842206 | Fax 291842208 | €
Solar da BicaGepflegtes, modernes Landhaus oberhalb des Ortskerns in Richtung Encumeada-Tunnel. 10 Zi. | Sítio dos Lameiros | Tel. 291842018 | Fax 291842023 | www.solarbica.com | €€
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Der Osten
Quinta da Portada BrancaSechs Zimmer in einem stilvoll restaurierten, inseltypisch ausgestatteten Landhaus aus dem 19. Jh. Casais dÁlem | Tel. 291922119 | Fax 291922689 | €€
Hotel Dom Pedro Baía clubModerner Bettenturm an der Westflanke der Bucht mit Tauchbasis, Tennisplatz, tropischem Garten und großer Poolanlage. 218 Zi. | Estrada de São Roque | Tel. 291969500 | Fax 291969501 | www.dompedro.com | €€
Residencial AmparoModerne Pension unweit des Amparo-Forts. Im zugehörigen Restaurant gibt es Leckereien wie espada mit Shrimps und Käse überbacken. 12 Zi. | Rua da Amargura | Tel. 291968120 | Fax 291966050 | www.residencialamparo.web.pt | €
Residencial Santo AntónioBei Wanderern beliebtes B & B mit schlichtem Ambiente und kleinem Restaurant, nur knapp 75 m vom Strand. 14 Zi. | Rua Cónego César de Oliveira | Tel. 291524198, Tel. 291524264 | www.residencialsantoantonio.com | €
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Porto Santo
Parque de CampismoEinfacher, aber recht großzügiger Campingplatz beim Hotel Torre Praia. Eigener Strandzugang. Ganzjährig | Fontinha | Reservierung: Tel. 291982628, Tel. 291982160
Porto SantoIn zeitgenössischem Design mit großem Garten, Sandhalle (in der man auch bei schlechtem Wetter in den Genuss des Heilsandes kommt) und traditionellen Akzenten wie Korbmöbeln präsentiert sich das Vier-Sterne-Haus. 97 Zi. | Campo de Baixo | Tel. 291980140 | Fax 291980149 | www.hotelportosanto.com | €€
Torre PraiaKomfortables, modernes Strandhotel in Zentrumsnähe, mit kleinem Pool, großer Sonnenterrasse und Turmbar. 62 Zi. | Rua Goulart Medeiros | Tel. 291980450 | Fax 291982487 | www.torrepraia.pt | €€€
Vila Baleira ThalassaDreiteiliger Gebäudekomplex, dessen Zimmerpart per Tunnel mit dem Thalasso- und Spazentrum sowie dem Strandclub verbunden ist. Kinderpool und Spielplatz. 256 Zi. | Sítio do Cabeço da Ponta | Tel. 291980800 | Fax 291980801 | www.vilabaleira.com | €€-€€€
Ziele in der Umgebung
Ziele in der Umgebung
Funchal
Cabo Girão und Fajã dos PadresDas Kap der Umkehr , 19 km westlich von Funchal und nah bei Câmara de Lobos, zählt zu den höchsten Klippen der Welt. Mehr als 500 m fällt das Land hier fast lotrecht ins Meer. Von der Aussichtsplattform lässt sich entdecken, dass auf den kleinen Felsvorsprüngen Wein und Gemüse angebaut werden. Ganz in der Nähe des Cabo Girão verbindet eine ursprünglich als Transportmittel für die Bauern errichtete Seilbahn (5 Euro) den Ort Rancho mit den Feldern am Küstensaum.
Câmara de LobosLobos marinhos, Mönchsrobben, die sich zur Zeit der Entdeckung Madeiras in der Bucht tummelten, standen Pate für den Namen des zwischen zwei Felsklippen entstandenen Ortes. Er liegt nur 9 km westlich von Funchal und ist heute mit 15000 Ew. der zweitgrößte der Insel. João Zarco gründete ihn bald nach seiner Ankunft und ließ am Hafen ein Kirchlein erbauen. 1723 wurde die Capela Nossa Senhora de Conceição jedoch umgestaltet. Ihr Inneres birgt u. a. Gemälde mit Fischfangszenen.
CaniçoZwiebelfelder prägten die Region von Caniço (1200 Ew.), 11 km östlich von Funchal, bevor der Tourismus hier in großem Stil Einzug hielt. Vor allem Deutsche bauten sich an den Küstenhängen Häuser, auch mächtige Zeilen von Apartmentblöcken und große Hotelanlagen ragen hier auf. Der neue Ortsteil Caniço de Baixo bildet mit dem benachbarten Garajau inzwischen nach Funchal das zweitwichtigste Fremdenverkehrszentrum Madeiras. Das „Zwiebelfest“ am zweiten Maiwochenende wird zur Erinnerung an alte Zeiten aber immer noch gefeiert.
Curral das Freiras„Stall der Nonnen“ bedeutet wörtlich der Name des tiefsten Inseltals. Er verweist auf die früheren Eigentümer des Landes, die Klarissinnen vom Kloster Santa Clara in Funchal. Sie ließen in dem Felskessel ihr Vieh weiden. Im 16. und 17. Jh., als die Insel immer wieder von Piraten überfallen wurde, zogen sich die frommen Frauen mehrfach in den Schutz der bis zu 700 m hohen Bergwände zurück. Nachdem sie 1566 einen besonders brutalen Freibeuterangriff unbeschadet überstanden hatten, ließen sie als Dank eine Kapelle bauen. Vom Friedhof der an gleicher Stelle später errichteten Kirche bietet sich ein schöner Ausblick.
Jardim BotânicoRund 2000 der schönsten tropischen und subtropischen Gewächse gedeihen auf dem 3,5 ha großen Areal der Quinta do Bom Sucesso („Zum guten Erfolg“). Sie gehörte einst der Hotelfamilie Reid und liegt etwa 300 m oberhalb der Inselmetropole. Versteckt im üppigen Grün und zwischen zum Teil mehr als hundert Jahre altem Baumbestand liegt eine kleine Caféterrasse. Nur wenige Schritte entfernt liegt die Talstation der über das eindrucksvolle Gebiet des Ribeira de João Gomes führenden Seilbahnverbindung zum Largo das Babosas in Monte (7,75 Euro, hin- u. zurück 12,25 Euro | www.telefericojardimbotanico.com). Am Westzipfel des Gartens gewährt ein miradouro Ausblick auf Funchal.
MonteDas kühle Klima, die reiche Vegetation, der schöne Blick auf das Meer und die Nähe zur Inselhauptstadt (8 km), machten Monte bereits vom 18. Jh. an zu einer begehrten Adresse reicher und eleganter Europäer. Sogar Österreichs letzter Kaiser, Karl I., logierte hier. 1921 bot ihm die Familie Machado ihre Quinta da Monte als Zuflucht im Exil an. Inzwischen ist das lange Zeit verfallene Anwesen restauriert, und der wiederhergestellte Garten mit der Teeterrasse lädt zum Flanieren ein (Quinta Jardim do Imperador | Caminho do Pico | Mo-Sa 9.30-17.30 Uhr | Eintritt 6 Euro).
Palheiro-GärtenAn der Straße nach Camacha, 9 km östlich von Funchal, erstreckt sich auf 600 m Höhe eine der schönsten und abwechslungsreichsten Gartenlagen der Insel: die Palheiro-Gärten. Die Quinta do Palheiro Ferreiro ist seit 1885 Hauptwohnsitz der britischen Weinhändlerfamilie Blandy. Um ihre private Landvilla rankt sich ein englischer Garten mit subtropischen Pflanzen. Hinter der Kapelle öffnet sich der Garten mit üppigen Strelitzienbüschen und einem Seerosenbecken; vor der Quinta liegt der Versunkene Garten mit seiner exotischen Farbenfülle. Berühmt sind die Palheiro-Gärten aber vor allem für ihre Kamelien (Mo-Fr 9-16.30 Uhr | Eintritt 9 Euro).
Ziele in der Umgebung
Der Süden
Jardim do Mar und Paúl do MarDie beiden Fischerdörfer zählen zu den ältesten Orten der Insel. Jardim do Mar hat 650 Ew. und liegt inmitten einer fruchtbaren Landschaft auf einem Küstenplateau, 5 km von Calheta entfernt. Vom Hauptplatz des alten Stadtkerns führt ein Sträßchen hinab ans Meer, wo einst ein Fort stand und sich nun eine protzige Promenade hinzieht. Zu ihr gelangt man auch durch die verwinkelten Gassen des historischen Zentrums. Ein kleines Steinhaus mit Hochterrassen direkt an der esplanada beherbergt das auf Meeresgerichte spezialisierte Lokal Portinho (Sítio da Piedade | Tel. 291827135 | €). Im Landhausstil eingerichtet ist das Hotel Jardim do Mar (30 Zi. | Sítio da Piedade | Tel. 291823616 | Fax 291823617 | €€)
Madalena do MarZahlreiche wohlhabende Funchaleser haben in dem gediegenen Küstenort (700 Ew.) ihre Wochenendvillen. Er ist 3,5 km von Calheta entfernt und zieht sich an einer weiten Bucht am Fuß steiler Bananenterrassen entlang. Beliebt ist das Restaurante Praia Mar an der neuen Promenade (Banda dAlém | Tel. 291974164 | €€) mit schöner Holzterrasse zum Meer und Fischspezialitäten.
Paul da SerraDie Hochebene, 11 km nordöstlich von Calheta, erinnert an schottische Hochmoorlandschaften. Nur robuste Pflanzen, Gräser, Ginster und Adlerfarn, halten das raue Klima auf der fast 1000 m hohen Gebirgsplatte aus. Sie ist ein für die gesamte Insel wichtiges Auffangbecken für Regenwasser. Es wird über Levadas verteilt und auch gezielt in Kraftwerke geleitet. Auch Dutzende von Windgeneratoren recken ihre Flügel in den Himmel. Bei gutem Wetter bieten sich von der Panoramastraße traumhafte Ausblicke.
PrazeresDer Ort (1500 Ew., 7,5 km nordwestlich von Calheta) ist bestens geeignet als Basis für Wanderungen im Westteil der Insel: hinab nach Paul do Mar, längs verschiedener kleiner Levadas oder hinauf zur Hochebene Paul da Serra. Einzige Attraktionen sind der Tier- und Pflanzenpark Quinta Pedagógica mit lauschigem Café (tgl. 9-20, im Sommer bis 21 Uhr | Eintritt Garten frei, Zoo 1 Euro) sowie die doppeltürmige Pfarrkirche. Sie stammt aus dem 18. Jh., wurde aber um 1940 restauriert. Gemütlich speisen können Sie im kleinen Restaurante Chico (Rua Igreja | Tel. 291822836 | €-€€), übernachten im Eco-Hotel Jardim Atlântico (97 Zi. | Lombo da Rocha | Tel. 291822200 | Fax 291822522 | www.jardimatlantico.com | €€€) mit Beauty- und Wellnesseinrichtungen.
Achadas da CruzEine moderne Seilbahn (teleférico) ist die Hauptattraktion des sonst verschlafen wirkenden Örtchens (200 Ew.) 10 km nordöstlich von Ponta do Pargo. Fast senkrecht schwebt die Kabine die gut 300 Höhenmeter hinab zu den Feldern am von Felsen gesäumten Meer.
Capela da Nossa Senhora da Boa Morte/CaboEinsam steht die kleine Wallfahrtskirche aus dem frühen 20. Jh. auf einem Landvorsprung, weit außerhalb von Cabo (ca. 50 Ew.), 4 km nordöstlich von Ponta do Pargo. Zu ihren Füßen plätschert versteckt eine Quelle, aus der die Bäuerinnen früher ihr Wasser holten. Dabei erschien ihnen angeblich mehrfach die Jungfrau Maria. Ende Juli/Anfang August wird dieselbe mit einer Prozession geehrt - einer der wenigen Anlässe, bei denen die Kapelle geöffnet ist.
Fajã da OvelhaDer Ort (1100 Ew.), 12 km südlich von Ponta do Pargo, balanciert auf einer Kuppe hoch über dem Atlantik. Die Kirche São João Batista mit dem schönen Glockenturm stammt aus dem 17. Jh. Im Dorf selbst stehen noch einige typische alte Häuser. Von Fajã da Ovelha öffnet sich ein reizvoller Blick auf den Felsen, unter dem Paul do Mar liegt - am besten von der Terrasse des Restaurante Precipício (Tel. 291872425 | €) aus, das Hausmannskost und frischen Fisch serviert. Die beste poncha der Gegend gibt es in der Snackbar Moinho (Tel. 291872181 | €) im Ortsteil Maloeira; entsprechend eng und urig geht es hier vor allem am Wochenende zu.
Boca da Encumeada13 km nördlich von Ribeira Brava und gut 1000 m über dem Meeresspiegel öffnet sich dieser Mund (boca) auf dem Höhenzug und gibt ein aufregendes Panorama frei: auf die Nordküste mit São Vicente, die Hochebene Paul da Serra, das Tal von Serra de Água, das wilde Gebirgsherz mit seinen Schluchten und Picos. An der Passhöhe beginnen auch mehrere anspruchsvolle Wanderstrecken - z.B. über den Pico do Jorge und den Pico das Torrinhas zum Pico Ruivo.
Ponta do SolZwischen zwei hohen Felsenkaps staffelt sich der Ort (4000 Ew., 3,5 km westlich von Ribeira Brava) vom Meer himmelwärts. Der alte Kern umfasst nur knapp zwei Dutzend Häuser, die Kirche - dann beginnen schon die terrassierten Bananenfelder. Am Küstensaum erstreckt sich grauer Kieselstrand über die kleine, von Einheimischen im Sommer gern besuchte Bucht. An der Uferpromenade entstanden zwei Hotels und laden Kaffeehausstühle ein; auf einer Klippe balanciert die Snackbar Poente (Tel. 291973579 | €) mit Meerblick und einfachen Gerichten.
Ziele in der Umgebung
Der Norden
Ribera da JanelaDas Wasser des gleichnamigen Flusses, der an dieser Stelle mündet, hat sich in Jahrtausenden ein grandioses, wild zerfurchtes Tal gegraben, dessen Felswände zum Teil noch mit niedrigem Lorbeerwald überzogen sind. Die Schlucht gehört zu den eindrucksvollsten der Insel. Der Ort (370 Ew., 2 km südöstlich von Porto Moniz) und der Fluss haben ihren Namen von einem fingerförmigen Felsen vor der Mündung, in dessen Spitze im Lauf der Zeit eine fensterartige Öffnung (janela) entstanden ist. Vom Ortsende führen eine Straße und die Levada dos Cedros hinein ins Fanal, eines der ursprünglichsten Gebiete der Insel.
FaialUmgeben von Rebterrassen und Obstgärten ruht das anmutige 2200-Seelen-Dorf, 9 km südöstlich von Santana, am Fuß eines fast 600 m hohen Küstenberges - des Penha de Águia. Fischadler sollen dort genistet haben, und von einer bestimmten Stelle aus gleicht seine Westflanke einem Vogelgesicht - daher der Name. Vom Gipfel hat man einen herrlichen Blick über die Nordküste. Wenn Sie Lust haben auf frische Speckforelle mit einem Berg Gemüse und Süßkartoffeln, sind Sie richtig in der Casa de Chá do Faial (Lombo do Baixo | Tel. 291572223 | €€). Auch Einheimische und Reiseveranstalter schätzen das großzügige, mit Holz und Korbmöbeln ausgestattete Restaurant. Die Dachterrasse ermöglicht einen schönen Rundblick.
Pico RuivoMadeiras höchster Gipfel (1862 m), 10 km südwestlich von Santana, ist über Achada do Teixeira ein herrliches Wanderziel. Wenn das Wetter mitspielt, bietet sich von der Holzplattform des Gipfels ein grandioses Panorama. Mit guter Kondition und entsprechender Ausrüstung können Sie weiterwandern zum 1818 m hohen Pico do Arieiro und am Schluss der Tour einkehren in der Bar da Pousada do Arieiro (Tel. 291230110 | €). Die Pousada selbst ist geschlossen.
Porto da CruzDer Hafen (porto) des Kreuzes (cruz), das die ersten der heute 3200 Bewohner aufstellten, zählt zu den ältesten Orten der Insel und liegt 12 km südöstlich von Santana. Mit einer Strandpromenade und Badebecken hat er sich zeitgemäß herausgeputzt. An der Landspitze zwischen zwei lavaschwarzen (Sand-)Stränden steht eine der wenigen verbliebenen Zuckermühlen Madeiras. Urige Weinkeller, zum Teil fast 400 Jahre alt, liegen ebenfalls in der Gemeinde. Zünftige Einkehrmöglichkeit bietet die Snackbar A Pipa (Casas Próximas | Tel. 291563310 | €) mit guten Speisen aus Meer und Gebirge. Sollten Sie übernachten wollen, empfiehlt sich direkt im Ort die einfache, familiäre Albergaria Penedo (8 Zi. | Rua Dr. João Freitas 23-25 | Tel. 291563011 | Fax 291563012 | albergariaopenedo@netmadeira.com | €).
QueimadasEin 4,5 km langes, schmales Sträßchen führt von Santana hinauf zu dieser regierungseigenen Feriensiedlung. Sie liegt malerisch auf 900 m Höhe in einer Lichtung, umgeben von Rhododendren und einer Teichlandschaft mit Picknicktischen. Von Queimadas aus bieten sich verschiedene Wandermöglichkeiten an. So kann man abzweigen zur Levada do Caldeirão Verde. Sie führt mit prachtvollen Ausblicken auf die Küste über den kleinen, von einem Wasserfall gespeisten grünen See Caldeirão Verde in den Naturpark Madeira.
São JorgeHauptattraktion des Orts (2000 Ew., 6 km nordwestlich von Santana) ist die Igreja de São Jorge. Mit ihren vergoldeten Barockschnitzereien und dem Kachelfries aus dem 18. Jh. gilt die Pfarrkirche als das schönste und kunsthistorisch wertvollste Gotteshaus des Nordens. Direkt hinter der Kirche steht der Nachbau eines für die Region von São Jorge einst typischen, viereckigen Strohdachhauses. Es birgt das kleine Lokal Casa de Palha (Achada Grande | Tel. 291576382 | €), in dem Sie einfache Gerichte bekommen. Von der Kirche führt eine Straße zur ins Meer ragenden Ponta de São Jorge mit dem Leuchtturm (farol).
Ponta DelgadaEinmal im Jahr erlebt der sonst eher beschauliche Ort (1400 Ew., 7 km östlich von São Vicente) einen Massenansturm: am ersten Septembersonntag, wenn die Wallfahrer kommen, um die Holzfigur des Senhor Bom Jesus zu verehren. Das Kruzifix soll im 15. Jh. in einer Kiste hier angespült worden sein. Das später an der Fundstelle errichtete Gotteshaus brannte zu Beginn des 20. Jhs. fast vollständig aus. Dabei fing auch das Kreuz Feuer. Ein verkohlter Rest konnte gerettet werden. Er wird in der neuen, im Barockstil dekorierten Kirche hinter Glas aufbewahrt.
Rosário4 km südlich von São Vicente reckt sich einsam auf einem Hügel ein Glockenturm. In den 50er-Jahren ließen die Gemeindemitglieder diese nur aus den Turmmauern bestehende Kapelle zu Ehren der Jungfrau von Fátima erbauen.
SeixalSeixal liegt 7,5 km westlich von São Vicente. Bereits aus der Ferne sieht man die Häuser des rund 800 Ew. zählenden Ortes auf einer Felsnase leuchten. Fast jedes hat einen Garten mit Reben, deren Trauben im Herbst von den großen Weinkompanien für die Herstellung von Madeira aufgekauft werden. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Seixal schon 1553. Die damals 50 Bewohner hatten eine Kapelle errichtet, die São Antão geweiht war, dem Schutzheiligen des Viehs. Nachdem die Bevölkerung stetig gewachsen war, musste das Gotteshaus im 18. Jh. erweitert werden. Wie es zu jener Zeit Brauch war, finanzierten die Fischer des Ortes den Bau durch die Abgabe der Hälfte ihres Fangs. Fährt man heute von der Kirche gen Westen, weist ein Schild zur piscina, dem Meeresschwimmbad. Aus dem Meer direkt auf den Tisch kommen die Fische am Hafen im Restaurante Brisa Mar (Cais do Seixal | Tel. 291854476 | €-€€). Übernachten können Sie im zugehörigen Estalagem (12 Zi. | Fax 291854477 | brisamar@clix.pt). Oder in der Casa das Videiras (4 Zi. | Sítio da Serra dÁgua | Tel. 291854020 | Fax 291222667 | www.casa-das-videiras.com | €), einem Landhaus an den Hängen der Serra de Água, mit Salon und Terrasse in schöner Gartenumgebung.
Ziele in der Umgebung
Der Osten
Passo do PoisoAus allen vier Himmelsrichtungen treffen auf dieser Passhöhe, die sich 10 km nordwestlich von Camacha auf 1400 m erhebt, Straßen zusammen. Von hier geht es weiter hinauf zum Pico do Arieiro, hinüber nach Santo da Serra, hinunter nach Funchal und nach Faial. Aus einem ehemaligen Hirtenunterstand an der Kreuzung ist vor einiger Zeit ein beliebtes rustikales Restaurant geworden, wo vor einem flackernden Kaminfeuer die würzige Brotsuppe açorda und schmackhafte Rindfleischspieße aufgetischt werden: Casa de Abrigo do Poiso (12-23.30 Uhr | Tel. 291782269 | €-€€).
Ribeiro FrioAm „kalten Bach“, einige Kehren nördlich des Poiso-Passes, 14 km nordwestlich von Camacha, hat die staatliche Forstbehörde eine Forellenzucht eingerichtet und um die Fischbecken herum einen kleinen botanischen Garten angelegt. Nicht weit entfernt serviert das urige Restaurante Ribeiro Frio, auch bekannt als Victors Bar (12-18 Uhr | Tel. 291575898 | €-€€) frische und hausgeräucherte Forellen.
CaniçalFischerei und Bootsbau prägen noch immer Madeiras östlichste Gemeinde (3500 Ew.), 7 km nordöstlich von Machico. An die Vergangenheit Caniçals als große Walfangstation erinnert das Museu da Baleia (Mo geschl. | Eintritt 1,25 Euro | Largo Manuel Alves | ab 2009: Pedra dEira | www.museudabaleia.com). In seinen Räumen dokumentiert das Museum die Geschichte des Walfangs auf Madeira, der erst in den 80er-Jahren eingestellt wurde - vom Fang mit der Handharpune bis zur Verarbeitung des Kadavers. Eindrucksvollstes Ausstellungsstück ist das Halbmodell eines jungen Pottwals. Es ist mit gut 13 m genauso groß wie die einstigen Boote der Walfänger.
Pico do FachoÖstlich von Machico (ca. 4,5 km) führt eine schmale Straße hinauf zum Pico do Facho, von dessen 322 m hoher Kuppe man bei gutem Wetter bis Porto Santo sieht. Der „Fackelberg“ hat seinen Namen von den Holzfeuern, die Wachposten dort früher zur Warnung vor Piraten entzündeten.
Ponta de São LourençoKarg und windig gibt sich die Ostspitze Madeiras, 11 km von Machico entfernt. Unglaublich, dass sie einst üppig bewaldet war. Man begann schon frühzeitig mit der Abholzung und ließ dann später Ziegen hier weiden, die alles junge Grün sofort fraßen. So prägen heute kahle Kuppen, die nur im Frühjahr ein Blütenteppich überzieht, das Landschaftsbild, und bizarre, wie von Kinderhand hingewürfelte Felsen steigen ockerfarben, rostrot, grau und grünschwarz aus dem türkisblauen Meer auf. Die geteerte Zufahrtstraße zur Ponta de São Lourenço endet auf einem Parkplatz an der Baía de Abra. Oberhalb dieser Bucht liegt ein Picknickplatz mit herrlichem Blick auf das Meer und die Landzunge. Von der Baía de Abra geht es nur zu Fuß weiter bis zur östlichen Inselspitze (ca. 3 Stunden hin und zurück; Trittsicherheit ist unbedingt erforderlich). Man kann aber auch schon auf halbem Weg, oberhalb des lavagrauen Sandsträndchens Prainha (im Sommer bewirtschaftet), abzweigen auf eine Piste, die zur Ponta do Rosto führt.
PortelaDer „Ort“, 9 km nordwestlich von Machico, markiert die Wasserscheide der Insel. Er besteht allerdings lediglich aus einem Taxistand, einer Bushaltestelle und einem Aussichtspunkt mit rustikalem Restaurant, dem Miradouro da Portela (Tel. 291966169 | €). Von hier bietet sich ein grandioser Blick auf den Adlerfelsen Penha de Águia an der Nordküste. Links, etwas hinter den Blumenständen, beginnt der thematisch angelegte „Weg für alle“ (12,5 km) nach Fajã dos Rolos, geeignet für Rollstuhlfahrer, Biker und Spaziergänger.
Santo da SerraSchon lange bevor Robert Trent Jones den ersten Golfplatz Madeiras für Santo da Serra (eigentlich Santo António da Serra) entwarf, lockte es viele Auswärtige in die anmutige, meist von einer frischen Brise durchwehte Hügellandschaft, 8,5 km westlich von Machico, in die der Ort (600 Ew.) eingebettet liegt. Zuckerbarone und andere begüterte Herrschaften Madeiras erbauten hier ihre Sommersitze. Darunter auch die aus England eingewanderte Weinhändlerfamilie Blandy. Ihr Anwesen Quinta do Santo da Serra kurz vor der Kirche ist inzwischen öffentlich; den riesigen Garten nutzen die Madeirenser gern zu einem Picknick. Es gibt dort auch einen kleinen Zoo mit Ponys, Rehen und Hirschen. Im hinteren Teil des Gartens bietet der Miradouro dos Ingleses ein prächtiges Panorama des Inselostens. Die Blandys ließen einst von diesem Ausguck aus den Schiffsverkehr nach Madeira beobachten.
Ziele in der Umgebung
Porto Santo
CamachaUm diesen Ort (450 Ew.), 4 km nördlich von Vila Baleira, liegen die meisten Rebfelder der Insel. Hauptsächlich reifen hier Tafeltrauben, doch man presst auch verschiedene Weine. Sie haben einen hohen Alkoholgehalt. Wer mag, kann die schweren Tropfen Porto Santos direkt im Ort probieren, z.B. unter dem Strohdach des Restaurants Estrela do Norte (Sítio da Camacha | Tel. 291983500 | €€). In der Nähe von Camacha können Sie sich auch einmieten in der charmanten, ruhigen Quinta do Serrado (25 Zi. | Sítio de Pedregal | Tel. 291980270 | Fax 291980279 | quintaserrado@oninet.pt | €-€€). Das Anwesen hat einen kleinen Pool; im Restaurant steht oft köstliches Zicklein auf der Karte.
Capela de Nossa Senhora da Graça2 km nordöstlich von Vila Baleira klammert sich oberhalb von Casinhas schneeweiß das Kirchlein Nossa Senhora da Graça an den Hang. Eine Marienerscheinung im 16. Jh. war der Grund für ihren Bau. Er wurde 1812 zerstört und Anfang der 50er-Jahre neu errichtet. Jeweils Mitte August gedenkt die Bevölkerung der Schutzpatronin mit einer Prozession.
Fonte da AreiaVor der Kulisse bizarrer Sandsteinformationen liegt 6 km nordwestlich von Vila Baleira eine Süßwasserquelle. Hübsch gefasst und von üppigem Grün umstanden, lockt sie Einheimische wie Touristen zur Picknickrast. Wer aus der Quelle trinkt, sagte man früher, werde gleich 20 Jahre jünger. Ursprünglich galt ihr Wasser sogar als heilkräftig, später nutzten die Einheimischen die „Sandquelle“ als öffentlichen Waschplatz.
Ponta da Calheta6 km südwestlich von Vila Baleira, an der Ponta da Calheta, ist Porto Santo zu Ende. Doch zum Greifen nah liegt vor der Westspitze der Insel die Ilhéu de Baixo mit ihren bizarren Kalksteinformationen. An bestimmten Tagen schießt das Wasser in hohen Fontänen aus einem ihrer Felsen. Den besten Blick auf dieses Schauspiel hat man vom Restaurant O Calheta (Ponta da Calheta | Tel. 291984380 | €€). Dort werden Fischspezialitäten serviert, und man bietet kostenlosen Transfer von und zum Hauptort.
PortelaEine kräftige Brise weht an vielen Tagen im Jahr über Porto Santo. Diesen Umstand machten sich seine Bewohner bereits vor Jahrhunderten zu Nutze und bauten Windmühlen, um das damals noch reichlich vorhandene Korn zu mahlen. Wann genau die erste Mühle errichtet wurde, ist strittig. Anfang des 20. Jhs. wird von 30 moinhos auf der Insel berichtet. Inzwischen sind jedoch die meisten verfallen. Drei hat man allerdings restauriert und auf das Hochplateau Portela gestellt.
Quinta das PalmeirasTatkräftige Menschenhände haben eine Oase in der Wüste geschaffen: In dem kleinen botanischen Garten 5 km nordwestlich von Vila Baleira wimmelt es von exotischen Vögeln - frei fliegend, in Käfigen, auf Stangen. Juli-Sept. tgl. 10-13 u. 15-17 Uhr, Okt.-Juni 10-18 Uhr | Eintritt 2 Euro | Sítio dos Linhares
Serra de Fora und Serra de DentroÜber den Aussichtspunkt Portela geht es hinein in die verkarstete Landschaft von Serra de Fora. Am Ortsausgang des verschlafenen Örtchens , 3 km nordöstlich von Vila Baleira, lässt sich das steinerne Rund eines traditionellen Dreschplatzes (aira) erkennen. 2 km weiter nördlich liegt Serra de Dentro zwischen den kahlen Kegeln des Pico Gandaia, des Pico do Cabrito und Pico do Facho, des höchsten Gipfels (517 m) der Insel, von dessen Spitze einst Leuchtfeuer von nahenden Schiffen kündeten. Ursprünglich war dies die wasserreichste Zone der Insel. Heute lebt niemand mehr in den grauen, zum Teil schon verfallenen Basaltblockhäusern.
Insider-Tipp
Ausgehen in Funchal
Bücher, Tonträger und mehr: Die FNAC Funchal bietet jeden Monat interessante Musik- und Kulturevents
Chega de Saudade
„Nie wieder Sehnsucht“: Im „Chega de Saudade“ in Funchal paaren sich (käufliches) Design, Musik und Kulinarisches
Freizeitangebote
Madeira von oben: Aus der Vogelperspektive lässt sich die Atlantikinsel von einem kleinen Motorflieger aus beobachten
Strände
Einsame Bucht: Wem es im Sommer zu voll ist am Strand von Porto Santo, der steigt ab in die entlegene Zimbralinho-Felsenbucht
Casa das Mudas - Centro de Artes
Kinoerlebnis im Kunstzentrum: Regelmäßig zeigt die Casa das Mudas anspruchsvolle Filme aus der ganzen Welt
Quinta do Espigão
Dinner auf der Klippe: Nicht nur Hausgäste können die kulinarische Abendtafel der privaten Quinta do Espigão genießen
Quinta do Cabouco
Pflücken gerne erlaubt: Im Obst- und Gemüsegarten der Quinta do Cabouco dürfen sich die Hausgäste kostenlos bedienen
Curral das Freiras
Versteckter Nonnenblick: Der terrassierte Gottesacker von Curral das Freiras bietet ein schönes Talpanorama
Jardim Botânico
Blütenpracht mit Earl Grey: Lady Betty züchtet in der Quinta da Boavista herrliche Orchideen und hat eine winzige Teeterrasse anlegen lassen
Fajã da Ovelha
Poncha-Ziel Mühle: Für den Zitronen-Honig Cocktail Poncha pilgern die Einheimischen von weit her in die Bar Moinho
São Jorge
Ungestörte Aussicht: Ein weiter Blick von der Wachtspitze Ponta Vigia auf die Nordküste Madeiras
Ribeiro Frio
Eselsritt im Ökopark: Im ca. 1000 ha großen Parque Ecológico do Funchal Ausflüge auf dem Rücken eines Grautiers unternehmen
Portela
Ein Weg für alle: Der Themenweg vom Portela-Pass nach Fajã dos Rolos wurde auch für Rollstuhlfahrer angelegt
Santo da Serra
Großmutters Kuchen: Mit Backwaren nach alten Familienrezepten verwöhnt die Quinta Serra Golf auch Nachmittagsgäste
Ponta da Calheta
Petrus zu Ehren: Eindrucksvoll feiern die Einwohner von Porto Santo den Patron der Fischer
Top Highlights
Lavapools
Schwimmen in den Lavapools: Im Ortszentrum wurden die flachen, zur offenen See hin allmählich tiefer werdenden Becken mit Beton befestigt und durch Umkleidekabinen ergänzt (ganzjährig | Gebühr 1,25 Euro). Einige Schritte weiter kann man beim Restaurant Cachalote ebenfalls in Becken aus erstarrter Vulkanmasse steigen; hier gibt es aber keine Umkleidekabinen.
Strände
Bereits am Hafenbecken beginnt der goldgelbe Sandstrand Campo de Baixo, der sich bis zur Ponta da Calheta zieht. Westlich von Vila Baleira wird er breiter, ab hier ist er auch bewacht, es gibt Toiletten, Duschen (kostenpflichtig) und Snackbars. Selbst zur Hochsaison weitgehend ungestört bleibt man an der felsigen Bucht von Zimbralinho mit ihrem türkisfarbenen Wasser, da sie ab dem kleinen Pass bei Morenos nur noch zu Fuß erreicht werden kann.
Mercado dos Lavradores
Erst 1941 errichtet, allerdings mit deutlichen Reminiszenzen an den Stil des Art déco, zeigt der „Markt der Arbeiter“ vor allem im Eingangsbereich schöne, großformatige Azulejo-Bilder. Die eigentliche Attraktion ist jedoch die Fülle der Produkte. So mancher Verkäufer verhält sich jedoch aufdringlich und verlangt nach dem Probebissen vom ahnungslosen Touristen Fantasiepreise für seine Ware. Im Erdgeschoss liegen um den Innenhof Metzgereien, Wein- und Korbwarenläden sowie der Stand einer Schuhfabrik, in der typische Folklorestiefel und auch Sandalen hergestellt werden. Aus dem Hof führen einige Stufen hinab zur Fischhalle. Mo-Do 8-19, Fr 7-20, Sa 7-14 Uhr | Rua Brigadeiro Oudinot
Photographia Museu Vicentes
Im restaurierten ehemaligen Atelier von Vicente Gomes da Silva, des ersten Profifotografen Portugals, erzählen Kameras und ein Fotoarchiv, das von der Fotografenfamilie Vicente zusammengetragen wurde, Fotografiegeschichte. So geschl. | Eintritt 2 Euro | Rua Carreira 43
Santa-Maria-Viertel/Zona Velha
Zwischen den Ufern des João Gomes-Flusses und der Festung São Tiago lag die Keimzelle Funchals. Die namengebende Kirche Santa Maria do Calhau ist nicht mehr erhalten. Am Ostrand des Altstadtviertels steht aber noch die Capela do Corpo Santo, eine von Fischern erbaute Wallfahrtskapelle aus manuelinischer Zeit. Trotz Restaurierung und Nachbildung der historischen Architektur weht noch ein Hauch des ursprünglichen Geistes durch die Gassen. In den Abendstunden geht es ziemlich rund, denn viele Kneipen, Restaurants und Bars (mit zum Teil sehr aufdringlichen Schleppern vor der Tür) zogen in die alten Fischerhäuser ein. Über ihre Dächer schwebt die moderne Kabinenseilbahn von der Talstation im Promenadenpark hinauf nach Monte (tgl. 10-18 Uhr | 10 bzw. 14,50 Euro (Hin- und Rückfahrt).
Grutas de São Vicente
Am Ortsausgang in Richtung Encumeada-Pass veranschaulichen die Grutas de São Vicente die geologische Vergangenheit Madeiras. Auf ca. 700 m Länge wurde hier ein vor 400000 Jahren - beim letzten Vulkanausbruch auf der Insel - entstandenes, Mitte des vorigen Jahrhunderts erstmals erforschtes Lavatunnelsystem für Besucher erschlossen. Hinzugekommen ist inzwischen ein modernes Centro do Vulcanismo, ein Pavillon, in dem Besucher u. a. eine virtuelle Reise ins geologische Herz Madeiras erleben und sich über den Vulkanismus auf der ganzen Welt informieren können (Führungen port./engl. tgl. 10-18 Uhr | Eintritt Grotte u. Pavillon 8 Euro | Sítio do pé do Passo | www.grutasecentrodovulcanismo.com). Zum Gelände gehört auch ein Pflanzenpark mit nahezu allen endemischen Küstengewächsen Madeiras (Eintritt frei).
Casa Colombo - Museu do Porto Santo
Das 1989 eröffnete Kolumbus-Museum versammelt Exponate zur Schifffahrt und zur Geschichte Porto Santos, vor allem aber Stücke, die sich um das Leben und Wirken des Entdeckers ranken: Schiffsmodelle, Seekarten, Porträtstiche. Die Sammlung verteilt sich auf zwei Gebäude. Das rückwärtige gilt als Kolumbus Wohnhaus. Mo geschl. | Eintritt 1 Euro | Travessa da Sacristia 2 u. 4 | www.museucolombo-portosanto.com
Reids Palace
Die Legende lebt - und hat sich bei Wahrung aller traditionellen Gediegenheit ein zeitgenössisches Lifting erlaubt. Beim stilvollen englischen Afternoon-Tea (26 Euro, keine Freizeitkleidung) auf der Terrasse mit Blick auf Funchals Hafen oder im französischen Gourmetrestaurant Les Faunes können auch jene, die nicht hier wohnen, etwas erspüren von dem besonderen Charme der 1891 eröffneten Nobelherberge. Das neue Management setzt auf Familienfreundlichkeit (betreuter Kinderpool) und Wellness: Die einstige Wäscherei wurde zu einem lichtdurchfluteten Spa umgebaut. Ein subtropischer Park staffelt sich vom Haus hinab zum Meer. 164 Zi. | Estrada Monumental 139 | Tel. 291717171 | Fax 291717177 | www.reidspalace.com | €€€
Atrio
Im Quinta-Stil errichtetes Anwesen, deutsch geführt, mit individuell gestalteten, schönen Zimmern, Pool, Hanggarten und Kaminbar. 10 Zi. | Lombo dos Moinhos Acima | Estreito da Calheta | Tel. 291820400 | Fax 291820419 | www.atrio-madeira.com | €€
Monte
Das kühle Klima, die reiche Vegetation, der schöne Blick auf das Meer und die Nähe zur Inselhauptstadt (8 km), machten Monte bereits vom 18. Jh. an zu einer begehrten Adresse reicher und eleganter Europäer. Sogar Österreichs letzter Kaiser, Karl I., logierte hier. 1921 bot ihm die Familie Machado ihre Quinta da Monte als Zuflucht im Exil an. Inzwischen ist das lange Zeit verfallene Anwesen restauriert, und der wiederhergestellte Garten mit der Teeterrasse lädt zum Flanieren ein (Quinta Jardim do Imperador | Caminho do Pico | Mo-Sa 9.30-17.30 Uhr | Eintritt 6 Euro).
Palheiro-Gärten
An der Straße nach Camacha, 9 km östlich von Funchal, erstreckt sich auf 600 m Höhe eine der schönsten und abwechslungsreichsten Gartenlagen der Insel: die Palheiro-Gärten. Die Quinta do Palheiro Ferreiro ist seit 1885 Hauptwohnsitz der britischen Weinhändlerfamilie Blandy. Um ihre private Landvilla rankt sich ein englischer Garten mit subtropischen Pflanzen. Hinter der Kapelle öffnet sich der Garten mit üppigen Strelitzienbüschen und einem Seerosenbecken; vor der Quinta liegt der Versunkene Garten mit seiner exotischen Farbenfülle. Berühmt sind die Palheiro-Gärten aber vor allem für ihre Kamelien (Mo-Fr 9-16.30 Uhr | Eintritt 9 Euro).
Paul da Serra
Die Hochebene, 11 km nordöstlich von Calheta, erinnert an schottische Hochmoorlandschaften. Nur robuste Pflanzen, Gräser, Ginster und Adlerfarn, halten das raue Klima auf der fast 1000 m hohen Gebirgsplatte aus. Sie ist ein für die gesamte Insel wichtiges Auffangbecken für Regenwasser. Es wird über Levadas verteilt und auch gezielt in Kraftwerke geleitet. Auch Dutzende von Windgeneratoren recken ihre Flügel in den Himmel. Bei gutem Wetter bieten sich von der Panoramastraße traumhafte Ausblicke.
Boca da Encumeada
13 km nördlich von Ribeira Brava und gut 1000 m über dem Meeresspiegel öffnet sich dieser Mund (boca) auf dem Höhenzug und gibt ein aufregendes Panorama frei: auf die Nordküste mit São Vicente, die Hochebene Paul da Serra, das Tal von Serra de Água, das wilde Gebirgsherz mit seinen Schluchten und Picos. An der Passhöhe beginnen auch mehrere anspruchsvolle Wanderstrecken - z.B. über den Pico do Jorge und den Pico das Torrinhas zum Pico Ruivo.
Pico Ruivo
Madeiras höchster Gipfel (1862 m), 10 km südwestlich von Santana, ist über Achada do Teixeira ein herrliches Wanderziel. Wenn das Wetter mitspielt, bietet sich von der Holzplattform des Gipfels ein grandioses Panorama. Mit guter Kondition und entsprechender Ausrüstung können Sie weiterwandern zum 1818 m hohen Pico do Arieiro und am Schluss der Tour einkehren in der Bar da Pousada do Arieiro (Tel. 291230110 | €). Die Pousada selbst ist geschlossen.
Caniçal
Fischerei und Bootsbau prägen noch immer Madeiras östlichste Gemeinde (3500 Ew.), 7 km nordöstlich von Machico. An die Vergangenheit Caniçals als große Walfangstation erinnert das Museu da Baleia (Mo geschl. | Eintritt 1,25 Euro | Largo Manuel Alves | ab 2009: Pedra dEira | www.museudabaleia.com). In seinen Räumen dokumentiert das Museum die Geschichte des Walfangs auf Madeira, der erst in den 80er-Jahren eingestellt wurde - vom Fang mit der Handharpune bis zur Verarbeitung des Kadavers. Eindrucksvollstes Ausstellungsstück ist das Halbmodell eines jungen Pottwals. Es ist mit gut 13 m genauso groß wie die einstigen Boote der Walfänger.
Ponta de São Lourenço
Karg und windig gibt sich die Ostspitze Madeiras, 11 km von Machico entfernt. Unglaublich, dass sie einst üppig bewaldet war. Man begann schon frühzeitig mit der Abholzung und ließ dann später Ziegen hier weiden, die alles junge Grün sofort fraßen. So prägen heute kahle Kuppen, die nur im Frühjahr ein Blütenteppich überzieht, das Landschaftsbild, und bizarre, wie von Kinderhand hingewürfelte Felsen steigen ockerfarben, rostrot, grau und grünschwarz aus dem türkisblauen Meer auf. Die geteerte Zufahrtstraße zur Ponta de São Lourenço endet auf einem Parkplatz an der Baía de Abra. Oberhalb dieser Bucht liegt ein Picknickplatz mit herrlichem Blick auf das Meer und die Landzunge. Von der Baía de Abra geht es nur zu Fuß weiter bis zur östlichen Inselspitze (ca. 3 Stunden hin und zurück; Trittsicherheit ist unbedingt erforderlich). Man kann aber auch schon auf halbem Weg, oberhalb des lavagrauen Sandsträndchens Prainha (im Sommer bewirtschaftet), abzweigen auf eine Piste, die zur Ponta do Rosto führt.
Ponta do Pargo
Santana
Auftakt
Was für eine Insel!
Vielfarbige Blütenpracht und frühlingshafte Temperaturen selbst im Winter machen Madeira zu einem ganz besonderen Ziel in Europa. Zudem besitzt kaum eine andere Insel auf rund 800 km² Fläche so abwechslungsreiche, spektakuläre Landschaften. Steile Küsten, grüne Täler, uralter Lorbeerwald, imposante Gipfel, weit verzweigte Levada-Kanäle - stets gibt es etwas Neues zu entdecken. Aber nicht nur für Naturliebhaber ist Madeira ein Paradies. Land und Meer bieten vielfältige Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten; in Funchal werden Kultur und Shopping großgeschrieben, Strände und Spas laden zum Entspannen ein.
In kühnem Linksbogen schwebt das Flugzeug über die tiefblauen Wellen. Dann folgt plötzlich ein Schwenk nach rechts - und schon berühren die Räder die Landebahn. Bemvindo - willkommen auf Madeira, der grünen Perle im Atlantik.
Jahrzehntelang flogen alle Piloten die gebirgige, knapp 60 km lange Vulkaninsel nur mit der Nase nach Osten an. Dank der neuen, verlängerten und ins Meer hinein verbreiterten Piste geht es nun auch umgekehrt - also nicht entgegen, sondern mit der Flugrichtung. Atemberaubend bleibt die Ankunft trotzdem. Denn oft taucht die Ponta de São Lourenço, der karge Ostzipfel der Insel, unvermittelt unter dem Bauch der Maschine aus einer dicken, grauen Wolken- oder Nebelsuppe auf.
Der ewige Frühling auf Madeira - nein, er ist keine Legende. Aber nicht immer trägt er eine heitere Miene zur Schau. Mild heißt nicht unbedingt sonnig - die saftige Natur kommt nicht von ungefähr. Überdies weist das nur 22 km breite, auf demselben Breitengrad wie Casablanca und gut 900 km vom Mutterland Portugal entfernt gelegene Eiland beträchtliche Höhenunterschiede auf. Auf dem Pico Ruivo (1862 m), dem höchsten der verwitterten Lavagipfel, liegen die Temperaturen stets deutlich unter denen am Meeressaum. Oft pfeift auf den Höhen und Landzungen ein kalter Wind - zahlreiche Windräder erzeugen dort inzwischen Energie. Seine Puste hält in vielen Fällen aber auch schlechtes Wetter auf, sodass über dem Gipfel blauer Himmel strahlt, während unterhalb alles im Trüben versinkt.
Im Inselinneren entsprechen Klima und Vegetation dem Hochgebirge; es regnet deutlich häufiger als an der sonnenverwöhnten Südküste. Diesen Umstand machten sich schon die ersten Siedler im 15. Jh. zunutze, indem sie schmale Kanäle schufen, die das kostbare Nass von den felsigen Höhen im Norden auf ihre Zuckerrohrfelder leiteten. Noch heute funktioniert dieses System der levadas. Und die Wartungspfade erfreuen sich inzwischen großer Beliebtheit als weit verzweigtes Netz von Wanderwegen. Zusammen mit den veredas, den alten Kopfsteinpflasterwegen, führen sie von den steilen, stellenweise felsig-schroffen Küsten hinein ins grüne Herz der Insel mit seinen wilden Schluchten und Jahrmillionen alten Gesteinsformationen. Nur wenige Menschen leben hier. Aber nahezu nach jeder Biegung blickt man auf ein neues, oft atemberaubendes Panorama. Vor allem im Nordwesten, wo noch Reste des ursprünglichen, von der Unesco inzwischen zum Weltnaturerbe erklärten Lorbeerwalds erhalten sind.
Aber Madeiras Naturzauber hat noch viele andere Facetten. Mehr als 700 verschiedene Pflanzenarten wachsen auf der Insel, die seit den 80er-Jahren zu zwei Dritteln als Naturpark ausgewiesen ist. Das subtropische Klima lässt Wein auf den in die Hänge geschlagenen Terrassenfeldern ebenso gedeihen wie Bananen und eine Fülle anderer exotischer Früchte. In den Bergen duften wilde Kräuter, Blüten in allen Formen und Farben säumen die kurvigen Straßen. Im frühen 19. Jh. wetteiferten vor allem reiche Engländer, die sich - oft auf dem Rückweg aus den britischen Kolonien - auf der portugiesischen Insel niedergelassen hatten oder zumindest dort überwinterten, um die schönsten und außergewöhnlichsten jardins. So entstanden um ihre Anwesen die berühmten Gärten und Parks.
Britische Bürger prägten bald auch die wirtschaftliche Entwicklung Madeiras. Sie führten den Weinhandel ebenso zur Blüte wie den Tourismus. Von Letzterem lebt - direkt oder indirekt - inzwischen das Gros der rund 260000 Madeirenser. Landwirtschaft spielt eine immer geringere Rolle; viele junge Einheimische scheuen die schwere, kaum einträgliche Arbeit auf den terrassierten Feldern. Denn selten ist auf diesen poios der Einsatz von Traktoren oder Pflügen möglich - die Erde wird nur mit Hacken und Sicheln bestellt. Früher brachten die Bauern ihre Ernte meist persönlich, auf dem Rücken eines Esels oder per Boot, zum Verkauf in die Hauptstadt. Inzwischen steuern die Aufkäufer per Lastwagen die Dörfer an.
Da es lange Zeit kaum Straßenverbindungen auf der Insel gab, beschränkte sich auch der Fremdenverkehr zunächst auf die Hauptstadt Funchal. Seinen ersten Boom erlebte der Tourismus bereits im späten 19. und frühen 20. Jh. Kaiser, Könige, Künstler - alle wollten mit einem Mal einen Teil des Jahres auf der „Blumeninsel“ verbringen. Viele folgten dem Ratschlag ihres Arztes. Denn Madeiras konstantes, mildfeuchtes Klima galt damals als hervorragende Medizin bei Atemwegsbeschwerden, bei schwachem Herzen und „nervösen Störungen“. Elisabeth von Österreich (Sisi) war wohl die berühmteste Person in der Riege der Gesundheitsbesucher.
Im 21. Jh. rückt das körperliche Wohlergehen wieder zunehmend in den Vordergrund bei der Vermarktung der Insel. Wellness heißt das Zauberwort. Neue Hotelanlagen mit entsprechenden Einrichtungen wuchsen und wachsen empor - nicht nur in Funchal. Doch bislang blieb die Metropole auch das touristische Zentrum der Insel. Und so ächzt der charmante historische Stadtkern in einem immer breiteren Gürtel moderner Architektur und erstickt in den Morgen- und Abendstunden fast im Verkehr. Bis hinauf nach Monte kriechen zudem die neuen (Hochhaus)-Siedlungen, denn trotz hoher Mieten drängt die junge Bevölkerung in die Metropole. Hier gibt es Arbeit - oder zumindest Abwechslung vom stillen Landleben. Neue Straßen und Tunnels haben die Wege verkürzt, sodass die Familienbande nicht abreißen müssen, nur weil Sohn oder Tochter nun in der Hauptstadt leben.
Aber nicht nur die Einheimischen, auch Besucher profitieren von der größtenteils durch EU-Gelder finanzierten Verbesserung der Infrastruktur. Selbst einst abgelegene Orte sind nun in weniger als drei Stunden von Funchal aus zu erreichen; das Unterkunftsangebot unterwegs wurde kräftig ausgeweitet und aufgewertet. Gleiches gilt für sportliche Aktivitäten: Ob Golfen oder Drachenfliegen, Surfen oder Tauchen, Klettern oder Mountainbiken - alles ist inzwischen möglich auf Madeira. Sogar goldgelben Sand hat man im Auftrag von Alberto João Jardim, der die Insel seit mehr als einem Vierteljahrhundert als Kopf der konservativen Sozialdemokraten regiert, an einige Strände gebracht.
Eine echte Konkurrenz für die kilometerlange Sandstrandküste von Porto Santo bedeutet das allerdings nicht. Die wüstenartige Schwesterinsel liegt nur eine knapp dreistündige Schiffsfahrt oder einen Flugzeughupfer entfernt. Mit den Ilhas Desertas etwa 30 km südöstlich, wo inzwischen wieder eine wachsende Population der einst vom Aussterben bedrohten Mönchsrobben lebt, und den ebenfalls unbewohnten, rund 250 km entfernten Ilhas Selvagens bildet das ungleiche Paar den Archipel Madeira. Entdecken Sie auf ihm Ihre Lieblingsorte!
1351Unter der italienischen Bezeichnung Isola di Legno (Holzinsel) erscheint Madeira erstmals auf einer Seekarte
1418/19Die portugiesischen Seefahrer João Gonçalves Zarco, Tristão Vaz Teixeira und Bartolomeu Perestrelo landen auf Porto Santo und Madeira und nehmen die Inseln für Portugal in Besitz
um 1440Prinz Heinrich der Seefahrer lässt die ersten Malvasier-Reben von Kreta nach Madeira bringen
1497Funchal wird alleinige Hauptstadt
1580-1640Portugal und damit Madeira kommen unter spanische Herrschaft
1703Portugal und England legen ihre Handelsbeziehungen fest. In der Folge gerät der Weinhandel auf Madeira unter englische Kontrolle
1947Wasserflugzeuge beginnen mit einem geregelten Luftverkehr zwischen Portugal und Madeira
1960Eröffnung des Flughafens von Porto Santo
1964Einweihung des Flughafens Santa Catarina auf Madeira
1976Madeira erhält als autonome Region einen Sonderstatus in Portugal
1986Portugal tritt der EU bei
2000Einweihung des erweiterten Flughafens Santa Catarina und Auftakt zum drastischen Ausbau des Schnellstraßennetzes auf Madeira
2007Inselpräsident João Jardim erzwingt durch seinen Rücktritt aus Protest gegen die Politik Lissabons Neuwahlen auf Madeira und wird zum neunten Mal wiedergewählt
http://blog.madeirawindbirds.comKundenblog (auf Englisch) eines Veranstalters in Funchal, der sich auf Naturtourismus spezialisiert hat (z.B. Vogelbeobachtung)
www.madeirablog.euprivater blog auf Englisch mit z. T. witzigen Fotos und Infos
www.urlaub-portugal-reise.de/blog/category/madeira/privater deutschsprachiger Blog
pt-blogger.blogspot.comdeutschsprachiger Blog über ganz Portugal
http://mums-team.podspot.de/rssMadeira - Die Blumeninsel - Audiopodcast (2007) in drei Episoden, in denen jeweils ein Interview mit einem Inselkenner geführt wird
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/0/0,4070,5265088-0,00.htmlAuswanderer auf Madeira - Die Kölnerin Claudia Gomes ist ausgewandert und hat mit ihrem Mann Rafael auf Madeira eine kleine Firma gegründet. Videopodcast (2007)
Müde Beine machten einstmals erfinderischEin britischer Handelsherr aus Monte, so heißt es, sei der Vater dieser madeirischen Besonderheit. Er suchte ein Beförderungsmittel, das ihn rasch und bequem hinab in sein Kontor in Funchal bringen konnte. Straßen gab es zu seiner Zeit noch nicht auf der Insel, nur schmale, steile Pflasterwege. Für Pferd und Wagen, Esel oder Muli waren sie oft ungeeignet. So erfolgte der Transport von Waren meist zu Fuß. Alte, Kranke und wohlhabende Fremde trug man in Hängematten oder Sänften. In Funchal kam Mitte des 19. Jhs. der Ochsenschlitten auf. In derselben Epoche erfand man den leichteren Korbschlitten (carro de cesto). Bei dem genügen zwei kräftige Männer, um ihn anzustoßen, bergab zu lenken und vor allem wieder zum Start zurückzuziehen.
Zwei Inseln, die eigentlich nur Bergspitzen sindMadeira und Porto Santo sind nichts anderes als die Spitzen eines gigantischen Vulkangebirges, dessen Basis in mehr als 4000 m Tiefe liegt. Vor 10-20 Mio. Jahren tauchten sie - nach einer Serie von Eruptionen - aus den Atlantikwellen auf. Bis vor rund 2000 Jahren setzten sich die vulkanischen Aktivitäten auf dem Archipel fort. Noch heute kann man auf Madeira an einigen Stellen den Verlauf der Lavaströme und die Lavaschlote gut erkennen: in und bei Porto Moniz, zwischen Pico do Arieiro und Pico Ruivo, zwischen Fajã da Ovelha und Jardim do Mar und in den Grotten von São Vicente.
Madeira ist ein wichtiges Anbaugebiet für Aloe VeraManchmal schnitt meine Mutter eines von den fleischigen Blättern ab und tupfte es uns auf kleine Wunden", erinnert sich Dona Maria. Die meisten Madeirer aber betrachteten die überall wuchernde, nur einmal im Jahr kräftig orangefarben blühende Aloe Vera eher als Unkraut. Das hat sich geändert. Vor allem an der Südküste, aber auch bei Seixal im Norden, wird die Wüstenlilienart inzwischen kultiviert, und die Nachfrage wächst ständig. Dreimal im Jahr können die Bauern drei Pflanzenarme „ernten“. Gleich vor Ort werden sie pulverisiert oder in ein Konzentrat verwandelt. Die Weiterverarbeitung erfolgt in Lissabon: zu Kosmetika vor allem. Die weißen Tuben und Fläschchen mit dem Bild der Aloe findet man inzwischen nicht nur im Flughafenshop, sondern auch in den Supermärkten Madeiras.
Rachels TöchterHelena Marques schrieb diesen Roman, eine Familiengeschichte, die im 19. Jh. auf Madeira spielt.
Die sanften Riesen der MeereHeld der Erzählung von Nina Rauprich ist der zwölfjährige Manuel, der im Walfängerdorf Caniçal lebt. Spannend und informativ, auch für Erwachsene.
Blütenwolken, Wein und ewig Frühlingeine Lesereise über die Insel. Reportagen- und Essaysammlung von Rita Henss
Moby DickKlassiker (1956) von John Huston nach dem Roman von Herman Melville, in der Hauptrolle Gregory Peck. Die Eingangssequenzen mit den Walfängerbooten wurden auf Madeira gedreht.
Bis Morgen, MarioDokumentation von Solveig Nordlund zum Thema Straßenkinder auf Madeira (1993)
Madeira - Eine Perle im AtlantikImpressionen von den schönsten Orten der Insel, dazu Informatives (DVD, 2007)
Szene
Trend Guide Madeira
Die heißesten Entdeckungen und Hotspots! Unser Szene-Scout zeigt Ihnen, was angesagt ist
Melanie Uhkötterarbeitet im Reids Palace Hotel in Funchal. Zweieinhalb Jahre dauert dort ihre Hotelfachausbildung. Zeit genug, um die Insel kennen und lieben zu lernen. Sobald das Wochenende naht, trifft sie sich mit Freunden an der Lido-Promenade und anschließend zum Clubben. Im Idealfall geht es Sonntags dann zu einem BBQ in die Berge. Für Melanie die schönste Art, abzuschalten und das Flair der Insel aufzusaugen.
KreativitätMadeiras Künstler inspirieren ganz Portugal. Vorreiterin ist Nini Andrade Silva. Bereits zweimal hat sie den Andrew Martin International Interior Designer of the Year Award gewonnen. Der sogenannte Design-Oscar katapultierte die Interior-Spezialistin an die Spitze der internationalen Designerriege. Ihre Firma Esboco Interiores in Funchal (www.esboco.com) entwirft Häuser, Restaurants, Hotels und neuerdings auch eine Möbellinie. Die international erfolgreiche Designerin Fátima Lopes schöpft ihre kreative Power aus der Schönheit ihrer Heimat Madeira (www.fatima-lopes.com). Ihre Outfits gibts in der Boutique Zekita zu kaufen (Rua do Surdo 34 | Funchal). Für spektakuläre Architektur sorgt der Madeirer Paulo David. Er erschuf in Calheta das Kunstzentrum Casa das Mudas (Vale de Amores). Das futuristische Gebäude aus schwarzem Basalt thront wie eine Festung hoch oben auf einer Klippe und sorgte weltweit für Furore.
AdventureNatur pur, hohe Berge, viel Wildnis - die Vulkaninsel ist ein Paradies für Extremsportler. Canyoning, Abseilen und Klettern stehen in den Bergen hoch im Kurs. Bei Terras de Aventura (www.terrasdeaventura.com) bucht man die Adrenalintrips. Seit Kurzem entwickelt sich außerdem eine aktive Fliegerszene: Immer mehr Paraglider und Drachenflieger erobern den Himmel. Hotspots sind der Pico da Cruz und der Miradouro da Madalena. Die Flugschulen Terras de Aventura Turismo (Lda. Caminho do Amparo 25 | Funchal | www.madeira-island.com/aventura) und Madeira Airbase Airadventours bringen Wagemutige sicher in die Luft und wieder auf den Boden (Sitio da Achada de Santo Antão | Arco da Calheta | www.madeira-paragliding.com).
DJ-CultureDas Nachtleben der Insel mausert sich. Immer mehr In-Clubs eröffnen und überzeugen mit Design und Beats. Neuester Trend: internationale DJs einfliegen lassen. In Sachen Style macht dem CCC Cais do Carvao Café in Funchal so schnell keiner was vor. Pinke Retro-Plastikstühle, feuerrote Sofas, grüne Leuchten und Ornamente sorgen für den Designkick (Jardins Panorâmicos, Passeio Público marítimo | www.ccclube.com). Szenegänger haben das Qasbah Oriental Caffé, in dem modernes Design auf Orient trifft, für sich entdeckt. Das gilt übrigens auch für die Sound-Architektur - von Elektro bis Oriental ist alles dabei (Promenade do Lido, Gorgulho | Funchal | http://qasbahcaffe.com). Ein weiterer Club-Hotspot neben Funchal ist Câmara de Lobos. Die Straßen in der Innenstadt avancieren zur Partylocation. Der Drink der Stunde ist der poncha, ein Mixgetränk aus frisch gepresstem Zitronensaft, Honig und Zuckerrohrschnaps. Local Favourite ist übrigens die Bar Number Two (Largo do Poço, Estreito Câmara de Lobos). Aktuelle Clubbing-Termine unter: www.madeirabynight.com.
Hoch hinausSpätestens seit die Surfweltmeisterschaft Station auf Madeira gemacht hat, entdecken die Cracks unter den Wellenreitern die Insel für sich. Bei bis zu 4 m hohen Wellen kommen die Profis an den Surfspots Fajã da Areia, Jardim do Mar und Ponta Pequen an ihre Grenzen. Schon das Zusehen sorgt für Nervenkitzel! Auf dem Insider-Blog http://madeirasurf.blogspot.com gibt es eine Preview. Wer es den Könnern nachmachen will, geht zur Surfschule Clube Naval São Vicente (Porto do Varadouro, Fajã da Areia - Baia, São Vicente | http://cnsaovicente.no.sapo.pt).
Spots an!Dramatische Landschaften und weite Ausblicke - eigentlich ist Madeira die ideale Kulisse, um große Momente auf das Zelluloid zu bannen. Dementsprechend hoch waren auch die Ansprüche des ersten Funchal International Film Festivals, das zukünftig Trends in Sachen Kunstfilm und Independent-Produktionen auf die Festivalbühne bzw. die Leinwand bringen wird (www.funchalfilmfest.com). Die ebenfalls neu gegründete Madeira Film Commission soll junge Filmschaffende auf die Insel als Setting aufmerksam machen und sie bei Dreharbeiten und Locationsuche unterstützen.
Fado & JazzJazz ist das Stichwort, das die Augen von Musikfans zum Leuchten bringt. Wenn sich dieser mit melancholischen Fado-Klängen paart, entsteht ein Sound, der so eindringlich wie schräg ist. Auf dem jungen Funchal Jazz Festival (www.funchaljazzfestival.com) geben sich jetzt schon bekannte Größen die Klinke in die Hand. Nnenna Freelon z.B. begeisterte das Publikum. Dies ist Jazz lautet der Titel einer Eventreihe in der In-Location Chega de Saudade (Rua dos Aranhas 20 | Funchal | http://chegadesaudadecafe.blogspot.com). Und im Hotspot Cafe do Teatro trifft sich die Clubbing-Szene Funchals jeden Freitag zum Joy of Jazz (Im Teatro Municipal | Avenida Arriaga | www.cafedoteatro.com).
RejuvenationRejuvenation heißt der neue Wellnesstrend. Die Basis für die verjüngenden Treatments bilden natürliche Öle, die direkt auf der Insel gewonnen werden. Im Spa des Reids Palace Hotel (Estrada Monumental 139 | Funchal | www.reidspalace.com) folgt man dem Trend und setzt auf die asiatische Heilphilosophie Ytsara. Zutaten wie Früchte und Blumen kommen zum Einsatz, um das physische und psychische Wohlbefinden ins Gleichgewicht zu bringen. Das Chandra Spa (im Hotel Quinta do Estreito, Rua José Joaquim da Costa, Câmara de Lobos | www.quintadoestreitomadeira.com) folgt dem Motto: mehr Gefühl, weniger Technik. Verwendet werden hauptsächlich Aromen aus frischen, einheimischen Zutaten.
Fusion-KücheDie Kombination aus traditionellen Gerichten, die von mutigen Jungköchen neu interpretiert werden, und visionären Interior-Ideen preisgekrönter Architekten feiert Erfolge. Mächtige Holzpfeiler und lichtes Ambiente, entworfen von Michel de Camaret und Didier Lefort, bilden im Xôpana (im Choupana Hills Resort, Traveso do Largo da Choupana | Funchal | www.choupanahills.com) den Rahmen für Perlgraupen-Taboulé mit kristallisierten Korianderblättern. Das Restaurant des CS Madeira - Atlantic Resort liegt auf einem Felsvorsprung direkt über dem Meer. Auf stylishen Möbeln von Philippe Starck lässt man sich internationale Küche schmecken (Estrada Monumental 175-177 | Funchal | www.cs-madeira.com). Das Fora dÁgua an der Lido-Promenade besticht nicht nur durch seinen minimalistischen Stil mit viel Glas und Weiß, sondern auch durch seine exquisiten, innovativen Gerichte (Estrada Monumental, Edifício Ocean Park, Loja 9 | Funchal).
Stichworte
Quintas, Levadas und Azulejos
Auf Madeira können Sie Eigenartiges und Einzigartiges kennenlernen
AzulejosOb als Fries, Medaillon oder großflächiges Wandbild - Portugals blau-weiße Zierkacheln gehören auch auf Madeira zur Bautradition. Die ältesten stammen aus dem 17. Jh., die meisten indes entstanden als Kopien Anfang des 20. Jhs. Dekoration einerseits, bilden die azulejos andererseits einen Hitze- und Witterungsschild an den Mauern. Verbreitet sind heute auch mehrfarbige Kacheln mit Blüten- oder Rankenmuster, ein Erbe Brasiliens.
Britisches ErbeEngland spielt eine wichtige Rolle in Madeiras Geschichte. Engländer waren es, die im Weinbau der Insel großen Einfluss ausübten - und noch immer fast die gesamte Madeiraproduktion in Händen halten. Ebenso wie eine der Tageszeitungen der Insel, eine Vielzahl von Reiseagenturen und Hotels. Die erste Luxusherberge eröffnete allerdings ein Schotte - Mr. William Reid. Das englische Fräulein Elizabeth Phelps kommerzialisierte 1860 die madeirische Weißstickerei. Und das Gros der ersten Feriengäste kam aus Großbritannien. Kein Wunder, dass diszipliniertes Schlangestehen heute ebenso zum Alltag gehört wie Toastbrot.
EmigrationDas Phänomen der Aus- und Rückwanderung kennt Madeira seit den Anfängen seiner Besiedlung. Viele der vom Festland stammenden frühen Bewohner sahen die Insel nur als Sprungbrett für ein Leben in der Kolonie Brasilien. Maurische, schwarzafrikanische und von den Kanaren stammende Sklaven kehrten nach ihrer Freilassung wieder in ihre Heimatländer zurück. Ausländische Zuckerhändler verließen Madeira, als ihr Geschäft sich nicht mehr rentierte. Ihre Arbeiter mussten anderweitig nach Beschäftigung suchen: Sie wanderten aus. Gleiches geschah, als der Mehltau im 19. Jh. fast den gesamten Bestand des Inselweins vernichtete. Beliebte Ziele, um sich eine neue Existenz aufzubauen, waren Brasilien, Venezuela und Südafrika, England und die Kanalinseln. Viele Emigranten kehrten inzwischen zurück, bauten aufwändige Häuser.
FaunaDie Fauna Madeiras ist bescheiden, denn nur wenige Tierarten schafften es, aus eigener Kraft auf den Archipel zu gelangen: Fledermäuse, Insekten und Vögel. Etwa 200 Vogelarten leben auf der Insel, darunter der Madeira-Buchfink und das Madeira-Sommergoldhähnchen. Einzige Reptilienart ist die Mauereidechse. Sie ist sehr verbreitet und frisst in den Weinbergen und Obstplantagen gern die überreifen Früchte. Vielfältiger ist die Meeresfauna - angefangen vom typischen Schwarzen Degenfisch bis hin zu Thun- und Tintenfischen. Auch Wale und Delphine sieht man mitunter, sogar die bedrohten Mönchsrobben sind zurückgekehrt. Das Gros der Nutztiere - alle von Menschen auf die Insel gebracht - sieht man selten: Schweine bleiben im Stall, Kühe und Ziegen halten die Bauern meist in den traditionellen, spitzdachigen Hütten (palheiros).
FloraVon dem Lorbeerdschungel (laurisilva), der einst die gesamte Insel überzog, ist nur noch ein Bruchteil erhalten und bildet den Kern des 1982 gegründeten Naturparks Madeira. Mehrere Dutzend endemischer Pflanzenarten wachsen hier und eine Fülle von Farnen, Flechten, Moosen, Lorbeerarten, darunter der Madeira-Mahagoni (vinhático). Riesenlöwenzahn und Maiglöckchenbaum säumen manchen Wanderpfad. Oberhalb 1200 m bestimmen Baum- und Besenheide das Bild, gesprenkelt vom Zitronengelb des Madeira-Veilchens und weiß blühendem Steinbrech. An einigen wenigen felsigen Küstenabschnitten lässt sich noch die ursprüngliche Tieflandflora entdecken. Sonst ist das üppige Grün weitgehend Menschenwerk: von Bananenterrassen über Eukalyptus- und Akazienhaine bis hin zu ausgedehnten Kakteenbeständen und (sub)tropischen Gärten. Das ganze Jahr über steht immer irgendetwas in Blüte. Im Frühjahr z.B. der Afrikanische Tulpenbaum, Hortensien, Rhododendren, Korallensträucher und die zartlila Jakaranda-Bäume. Im Sommer Schmucklilien (Agapanthus), der Natternkopf „Stolz Madeiras“, Frangipani (Plumeria) und der Drachenbaum. Im Herbst öffnen Belladonnalilien ihre Kelche, Kapokbäume und Begonien blühen. Im Winter erfreuen Callas, Kamelien und Weihnachtssterne in großen Büschen das Auge. Ganzjährig sorgen Hibiskus, Bougainvillea, Mimose, Strelitzie, Anturie, Jasminnachtschatten und Kap-Rose für ein Feuerwerk der Farben.
FrüchteDank mehrerer Jahrhunderte intensiver Kultivierung und klimatisch exzellenter Bedingungen entwickelte sich Madeira zu einem wahren Garten Eden. Vom Apfel bis zur Zitrone gedeiht fast alles auf der Insel: Ananas, Aprikosen und Bananen ebenso wie Kirschen, Mangos, Melonen, Orangen, Papayas, Maracujas, Pflaumen, Tafeltrauben (auf Porto Santo) und Cherimoyas. Dazu Guaven, Feigen, nêspera (eine Mispelart), pitanga (Kirschmyrte) und aração (Rosenapfel). Eine Mischung aus Obst und Gemüse sind die süßsäuerlichen, auch tomate inglês genannten tomatillos (südamerikanische Baumtomaten). Aus den Passionsfrüchten wird auf Madeira auch licor de maracujá, Sirup und Limonade hergestellt.
LevadasBereits kurz nach der Entdeckung der Insel schufen Sklaven die ersten dieser künstlichen Wasserläufe, um das Nass ferner Quellen auf die Zuckerrohrplantagen zu leiten. Im 19. Jh., als der Zuckerrohranbau eine neue Blüte erlebte, revitalisierte und erweiterte man das historische Kanalsystem. Heute umfasst es etwa 2000 km; 85 km davon verlaufen in Tunneln. Die levadas (von levar, tragen) sind einmalig in Europa, und ihre Versorgungspfade bieten die Möglichkeit zu einzigartigen Spaziergängen und Wanderungen. Einst Eigentum der Großgrundbesitzer, gehören die schmalen Kanäle nun dem Staat. Von ihm kauft jeder Bauer eine gewisse Wassermenge pro Jahr. Ein levadeiro überwacht die Verteilung. Er ist auch für die Instandhaltung der Rinnen verantwortlich.
Madeira-WeinDas Geheimnis des hochprozentigen Süßweins liegt in der Zugabe von Branntwein bzw. Tresterbrand, durch den der zweite, aufgrund von Zuckerzusatz normalerweise ausgelöste Fermentierungsprozess gestoppt wird, und in der anschließenden Erwärmung der Rebflüssigkeit. Ursprünglich besorgte diese Erwärmung die Natur langsam durch Sonneneinstrahlung. Inzwischen greifen fast alle Hersteller zu technischen Hilfen. In Stahltanks und mit Wasserspiralen ist das Ziel rasch erreicht - zu rasch bisweilen.
PortugalSeit 1976 hat Madeira als autonome Region einen Sonderstatus innerhalb Portugals und wird von einem eigenen, von den Bewohnern gewählten Präsidenten regiert. In inneren Angelegenheiten erlangte Madeira somit eine gewisse Selbstständigkeit. Die Regierung in Lissabon übt jedoch eine kontrollierende Funktion über das Inselparlament aus, und wichtige Entscheidungen werden immer noch „auf dem Kontinent“ gefällt, wie die Madeirer sagen. Zu ihren Brüdern und Schwestern do continente pflegen sie spürbar eine recht große emotionale Distanz. Doch mangels entsprechender Möglichkeiten auf der Insel ziehen immer mehr junge Leute zu Lehre oder Studium nach Lissabon, Porto oder Coimbra.
QuintasHunderte dieser Herrenhäuser und Landsitze überzogen einst die Insel. Adelige Portugiesen ließen die ersten im 15. Jh. erbauen. Das Gros indes datiert aus dem 18. und 19. Jh., als der Weinhandel blühte und britische Kaufleute sich in Scharen auf Madeira niederließen. Sie beauftragten Architekten aus der ganzen Welt, um die neuesten Stiltrends umzusetzen, und ließen Gärtner Landschaftsoasen mit exotischer Vegetation um die repräsentativen Bauten anlegen. Grundstücksspekulation und Neubauten bedeuteten ab Mitte des 20. Jhs. dann für viele Quintas das Ende. Inzwischen besinnt man sich jedoch wieder auf dieses exquisite architektonische Erbe - die historischen Häuser werden restauriert und als Hotels oder Pensionen, Sitz von Institutionen oder Museen genutzt. In der Betonflut insularer Bauwut, die lange Zeit durch EU-Gelder geschürt wurde, bilden sie einen angenehmen Kontrast.
UmweltDas Umweltbewusstsein lässt noch zu wünschen übrig auf dem Archipel. Das fängt an bei der Müllentsorgung und endet beim Umgang mit Wasser und Abwasser. Abfall und Schutt landen vor allem außerhalb der Städte vielerorts nach wie vor in Gebirgsschluchten und Bachbetten statt in den Gemeindetonnen und an den neuen „Ecopontos“ mit Behältern für Altglas, Papier, Batterien und Haushaltsabfall.
ZuckerrohrPrinz Heinrich der Seefahrer brachte das Zuckerrohr Anfang des 15. Jhs. von Sizilien nach Madeira. Die erste Zuckermühle ging 1450 in Betrieb, und um 1500 exportierte die Insel jährlich 1500 t des weißen Goldes nach Europa. Die einheimischen Zuckerbarone ließen sich ihre Ware oft mit Kunstwerken bezahlen - daher besitzt Madeira eine beachtliche Sammlung flämischer Malerei des 15./16. Jhs. Allmählich erwuchs jedoch starke Konkurrenz aus Südamerika. Madeira gab daher den Zuckerrohranbau im großen Stil auf. Wie wichtig er einmal für die Insel war, kann man am Wappen von Funchal ablesen: Es zeigt fünf Zuckerhüte.
Feste und Events
Blumenschmuck und Feuerwerk
Madeirer feiern oft und gern. Anlässe gibt es das ganze Jahr über genug
Das Knallen von Feuerwerksraketen kündet schon am Vormittag von dem bevorstehenden Ereignis: Weinlese, Kirschernte, Frühlingsblüte - für alles gibt es eine festa auf der Insel. Lange Messen und Prozessionen prägen die religiösen Feste; danach geht es bei Folklore, Diskomusik, Tanz und deftigem Essen ganz weltlich zu. Neben traditionellen Feierlichkeiten stehen auf dem Festkalender zunehmend auch „junge“ Events, wie die Fins de Semana Musicais, Wochenenden klassischer Musik in den Gärten und Sälen von Funchal (Juli/August).
1. JanuarAno Novo (Neujahr)
März/AprilSexta-feira Santa (Karfreitag)
25. AprilDia de Portugal (Jahrestag der Nelkenrevolution)
1. MaiDia do Trabalho (Tag der Arbeit)
JuniCorpo de Deus (Fronleichnam)
10. JuniDia de Camões (Todestag des Nationaldichters Luís Vaz de Camões)
15. AugustAssunção (Mariä Himmelfahrt)
5. OktoberDia da República (Tag der Republik)
1. NovemberTodos os Santos (Allerheiligen)
1. DezemberDia da Restauração (Unabhängigkeitstag)
8. DezemberImaculada Conceição (Mariä Empfängnis)
25. DezemberNatal (Weihnachten)
FebruarKarneval: Große Parade à la Rio de Janeiro mit Samba-Tanzgruppen und Themenwagen von der Avenida do Infante bis ins Zentrum Funchals
AprilFesta da Flor: Blumenfest zur Frühlingsblüte in Funchal. Höhepunkt ist ein Straßenumzug mit blumengeschmückten Wagen.
JuniAtlantik-Festival: Hochkarätige Konzerte und Ballettgastspiele in Funchal und Calheta, gepaart mit dem Internationalen pyrotechnischen Wettbewerb und Straßenmusik (den ganzen Monat; Feuerwerkskonzerte jeweils samstags)
Juli24 Horas da Bailar: Folklorefestival in Santana mit Tanz- und Musikgruppen, Infoständen der Gemeinden, hausgemachten Spezialitäten und Kirmes
AugustNossa Senhora do Monte: religiöser Höhepunkt des Jahres. Am Tag von Mariä Himmelfahrt ehren die Madeirenser die Schutzpatronin der Insel mit einer Wallfahrt. Von weit her strömen Pilger zur reich geschmückten Kirche von Monte.
SeptemberMadeira Weinfestival: Weinverkostungen und Ausstellungen auf der Avenida Arriaga in Funchal und in Estreito de Câmara de Lobos
Oktober/NovemberFesta do Senhor dos Milagres: nächtliche Prozession zu Ehren des Wundertätigen Jesus in Machico Kastanienfest in Curral das Freiras mit Kastanienbrot, Likör, Folklore
DezemberSilvesterfeuerwerk in der Bucht der schon seit dem 8. Dez. mit Lichterketten geschmückten Inselmetropole. Im Hafen sammeln sich die Kreuzfahrtschiffe, die das neue Jahr mit kräftigem Tuten begrüßen.
Essen und Trinken
Espada und Espetada
In den Kochtöpfen Madeiras dominiert nach wie vor Bodenständiges
Süßweinfans lecken sich beim Namen Madeira sofort die Lippen: ein herrlicher Tropfen als Aperitif oder zum Ausklang eines Essens. Aber beginnen wir mit dem Anfang: Der besteht bei einem typisch madeirischen Essen meist aus einer Suppe. Danach folgt eine üppige Portion Deftiges.
Denn in der bäuerlichen Traditionsküche der Insel ist „gut“ ein Synonym für „viel“. Leider werden die schmackhaften bodenständigen Spezialitäten wie zum Beispiel Weizen- oder Wasserkressesuppe (sopa de trigo, sopa de agriões), Kutteleintopf (dobrada), gekochtes Zicklein (cabrito) oder carne vinho e alhos fast nur noch im Familienkreis serviert. Wenn Sie ein wenig suchen, werden Sie jedoch vielleicht in einer dörflichen Kneipe fündig. Für die rustikalen, bei Einheimischen beliebten Snackbars in Funchal mit ihren günstigen Tagesgerichten (prato do dia), sind die althergebrachten Speisen meist zu zeitaufwendig. Die Köche in den Touristenhotels und -lokalen setzen auf internationalen Standard, in den (noch wenigen) Gourmetrestaurants dominieren Französisches, Fernöstliches oder Crossover-Küche, wobei es die Herdkünstler schaffen, auch aus Produkten wie bacalhau (Stockfisch) überraschende Geschmackserlebnisse zu zaubern.
Die Säulen der Inselküche aber bilden espada und espetada - Degenfisch und Rindfleischspieß. Beliebt als Hauptmahlzeit ist zudem Thunfisch (atum), oft serviert in einer kräftigen Zwiebeltunke. Seltener stehen frischer Schwertfisch (espadarte), Zackenbarsch (garoupa), Sackbrasse (pargo), Goldbrasse (dourada), Papageifisch (bodião) oder cavaco, eine Art Languste, auf der Speisekarte. Caramujos (Langostinos) und caracoles (Meeresschnecken) werden in kleineren Bars auf dem Land mitunter auf einem Zettel an der Tür als Tagesspezialität angekündigt. Fast in allen Lokalen hingegen gibt es Napfschnecken (lapas). Frische Bergforellen (trutas) bieten eine köstliche Abwechslung zum Meeresgetier. Sie werden auf Madeira gezüchtet.
Dem recht teuren Fisch ziehen Madeirer gern frango und bife vor - Huhn und Beefsteak. Bei Festen brutzeln als Alternative zur espetada meist Dutzende ganzer Hähnchen auf Grillrosten. Leider kommen die Hühner fast alle aus Geflügelfarmen. Ihr Beefsteak verzehren die Einheimischen häufig in Form eines Sandwiches. Das Fleisch stammt in den seltensten Fällen von den wenigen einheimischen Rindern, sondern wird im großen Stil importiert - ebenso wie jenes vom Schwein.
Bei den Beilagen führt allerorten die Kartoffel, in Form von Pommes oder gekocht. Wer Glück hat, findet auf der Speisekarte mitunter auch noch milho frito, eine mit Kräutern gewürzte, in Würfel geschnittene Maispolenta. Oder die in der Schale gebackenen Süßkartoffeln (batata doce). In Sachen Gemüse dominieren Karotten und Bohnen aus den Inselgärten, manchmal bietet ein Wirt auch die im Familienkreis oft servierten pimpinelos (Chayote) an. Alles andere ist eingeführt, oft aus Afrika.
Dafür kommt das Bier aus heimischer Produktion. „Coral“ heißt die größte Marke. Möchten Sie ein frisch gezapftes, ordern Sie ein imperial, mit Limonade gemischt einen shandy. Heimischer Tafelwein, wie ihn engagierte Winzer seit etwa zehn Jahren als Roten, Weißen oder als Rosé keltern, wird noch selten getrunken, eher schon die Tropfen vom portugiesischen Festland.
Auf Festen indes spielt der einheimische Rebensaft - im Volksmund scherzhaft café de setembro, Septemberkaffee genannt - eine wichtige Rolle. Allerdings wird er aus Plastikkannen ausgeschenkt, ist selten älter als ein Jahr und stammt aus traditioneller privater Produktion. Sein Geschmack ist erdig bis sauer, weswegen sogar die Einheimischen ihn mit Limonade mischen. In Santo da Serra und Camacha hat eine andere Mixtur Tradition: cidra, also Apfelmost, angereichert mit Zucker oder Honig.
Quere sobremesa? Die Frage nach dem Nachtisch fehlt niemals und wird auf Madeira gern mit ja beantwortet. Zur Wahl stehen hausgemachte Kuchen (bolos), Maracujapudding, Flan oder frische Früchte.
Nach dem Essen bestellen Madeirer unbedingt einen Kaffee. Möchten sie ihn klein und schwarz, ordern sie eine bica (Espresso) oder eine bica curta (die noch stärkere Variante). Soll das Gebräu etwas mit Milch aufgehellt werden, verlangt man einen garoto. Die große Variante dieses Milchkaffees heißt chinesa.
Aus Zitronenschale und heißem Wasser brüht man auf der Insel einen chá de limão. Sowohl ihn als auch den Kaffee gibt es pingado - mit einem Schuss Alkohol (meist Whisky).
Bei der Rechnung gilt dann „einer für alle“. Getrenntes Zahlen ist unüblich, geteilt wird im Nachhinein, oder man revanchiert sich beim nächsten Restaurantbesuch. Bon apetite!
açordadeftige, klare Brotsuppe mit Knoblauch und Ei, im besten Fall in einer großen Schüssel serviert, aus der sich der Gast mehrmals bedienen kann
bolo do cacorundes, flaches Weißbrot, ursprünglich nur aus Süßkartoffeln, heute weitgehend aus Mehl, das auf heißen Eisenplatten gebräunt wird
bolo de meldunkler, runder Gewürzkuchen mit Zuckerrohrsirup
caldeiradadicker, würziger Fischeintopf
carne vinho e alhosgewürfeltes Schweinefleisch, lange in Wein und Essig mit Knoblauch und Lorbeer oder Fenchel mariniert, dann geschmort
castanhétassardellenartige kleine Fische, gebraten und angerichtet in Knoblauchöl
espadader Schwarze Degenfisch wird fast überall serviert, oft als Filet mit Banane. Die Einheimischen kochen ihn aber auch mit Wein und Knoblauch
espetadadas Nationalgericht der Insel. Traditionell wird das Rindfleisch frisch geschnitten, in grobem Lorbeersalz gewendet und auf einen Lorbeerstecken gespießt, den man über offener Glut brutzeln lässt
lapasfrisch von den Meeresfelsen geerntet schmecken die Napfschnecken besonders gut. Zubereitet werden sie mit Knoblauchbutter und Zitronensaft auf einer heißen Metallplatte, von der man sie dann auch isst
ponchadie Fischer von Câmara de Lobos rühmen sich, Erfinder dieses Getränks aus Zitronensaft, Honig und Zuckerrohrschnaps zu sein
prego (no prato)„Nagel (auf dem Teller)“ heißt wörtlich übersetzt die Kombination aus einem dünnen Stück gebratenem Rindfleisch mit Salatblatt und Tomate. Gern wird das Trio zwischen zwei Brötchenhälften gepackt
tremoçossalzig eingelegte Lupinenkerne, die alternativ zu Hühnermägen oder geschnetzelten Schweineohren als Knabberei (dentinhos) zum Bier serviert werden
Einkaufen
Filigranes, Florales, Flüssiges
Stickereien, Blumen und Madeira-Wein gehören zu den beliebtesten Souvenirs
Der Madeira-Wein ist das wohl bekannteste Souvenir aus Madeira. Doch es gibt auch noch andere schöne Erinnerungsstücke von der Insel. Wie wäre es mit exotischen Früchten, Blütenhonig (oft in hübsch dekorierten Gläsern), Aloe-Vera-Produkten (hergestellt in Caniçal), einem bolo de mel (am besten bei einem lokalen Bäcker kaufen), einem Anona- oder Maracujalikör oder auch aguardente de cana, Zuckerrohrrum?
Ein hübsches Mitbringsel sind auch handgemachte Trachtenstiefel oder Sandalen (alternativ: die eleganten portugiesischen Schuhkreationen vor allem in den Boutiquen von Funchal). Lustig und nützlich zugleich sind die erdfarbenen, aus grober Wolle gestrickten Ohrenklappenmützen mit Bommelspitze, mit denen sich auf dem Land noch viele Männer gegen Wind und Kälte schützen.
An fröhliche Feste erinnern brinquinhos. Diese traditionellen Klapperinstrumente (eine Art Schellenbaum) gibt es in einigen Varianten. Bei der modernen sorgen Kronkorken für die Töne, ursprünglich taten dies winzige Kastagnetten. Meist tragen Folklorepüppchen sie auf dem Rücken. Die ganz aus Holz gefertigten brinquinhos sind immer schwieriger zur finden. Gleiches gilt für die bonecas de massa, Teigfiguren, die zu religiösen Festen gebacken und mit Seidenpapier verziert werden.
BlumenStrelitzien, Proteas, Orchideen sowie andere exotische Blumen und Pflanzen werden auf der Insel von mehreren Gärtnereien wie auch vom Jardim Botânico gezüchtet und können direkt dort gekauft bzw. geordert werden (mitunter schickt man sie Ihnen sogar ins Hotel). Seriöse Händler, auch in kleineren Geschäften, verpacken die fragile Fracht ohne großen Aufpreis schonend für den Transport. Blumenzwiebeln, z.B. Agapanthus, gibt es in Funchals Markthalle.
KorbwarenFür Korbwaren existiert ein Qualitätssiegel wie für Stickereien noch nicht - daher stammt auch nicht jedes Stück tatsächlich aus lokaler Produktion. Am besten, man sucht direkt einen der Flechter in seiner Heimwerkstatt auf. Oder vertraut den Kooperativen. Das Angebot ist breit gefächert - vom Flaschenkorb bis zur Gartenbank. Sperrige Stücke werden auch verschickt. Korbwaren aus der Flechter-Kooperative von Camacha: Vimescope, Rue da Carreira 102, Funchal
Madeira-StickereienPolitische Regenten schätzen sie ebenso wie Modezars: die echten, zarten Madeira-Stickereien (bordados). Eine britische Lady sorgte dafür, dass das traditionelle Handwerk der Fischerfrauen verfeinert wurde und fast zur Industrie erblühte. Inzwischen üben jedoch nur noch wenige bordadeiras die schlecht bezahlte Stickkunst beruflich aus - entsprechend hoch sind die Preise. Und groß ist die Versuchung, das Angebot mit billiger, maschineller Importware aufzustocken. Achten Sie beim Kauf daher auf das Gütesiegel des IVBAM (Instituto do Vinho, do Bordado e do Artesanato da Madeira), zu dem inzwischen auch ein Mode- und Designzentrum gehört.
Madeira-WeinBeim Erwerb von Madeira-Wein lautet die Faustregel: Fünf Jahre Reifezeit sind das Minimum für Qualität. Eine gute, alte Flasche kostet dann schon mal so viel wie ein Abendessen. Aber sie hält sich, selbst angebrochen, mehrere Monate. Der Familienbetrieb Artur de Barros e Sousa erzeugt seine Weine als einziges Unternehmen auf der Insel noch nach der traditionellen Methode, also in Holzfässern und ohne künstliches Erhitzen. Das Ergebnis ist eine kleine Auswahl feinster Tropfen. Rua dos Ferreiros 109, Funchal
Funchal
Alles trifft sich in der Fenchelbucht
Funchal ist nicht nur die Hauptstadt Madeiras, sondern auch das pulsierende touristische Zentrum
Klein-Lissabon nannten italienische Seefahrer den Ort Funchal bereits im 16. Jh., wenige Jahre, nachdem Inselentdecker João Zarco seine Residenz von Câmara de Lobos in die mit wildem Fenchel (funcho) bewachsene Bucht verlegt hatte.
Der Zuckerexport ließ das Städtchen erblühen, und bald ragten elegante Bauten auf zwischen den Ufern der Flüsse Ribeira de Santa Luzia, Ribeira de São João und Ribeira de João Gomes, die hier ins Meer münden.
Heute leben in Funchal rund 132000 Menschen - über die Hälfte aller Madeirer. Weit ist die Metropole die wie ein Amphitheater um sie aufragenden Berghänge hinaufgekrochen. Im Südwesten hat sie sich auch am Küstensaum breit gemacht mit einem stetig wachsenden Hotelviertel, das eine schicke, begrünte Uferpromenade erhielt und bald auch die allerletzten Bananenfelder verdrängt haben wird. Und im Osten braucht Funchal nicht mehr viel, um mit dem Nachbarn Caniço zu verschmelzen.
Der historische Stadtkern sowie das alte, kräftig herausgeputzte Fischerviertel lassen sich recht gut zu Fuß erkunden. Für einen ersten Überblick eignet sich die kommentierte Tour (75 Min., auch auf Deutsch) mit dem doppelstöckigen Open-Air-Panoramabus (7,50 Euro, Ticket ganztägig gültig, Infotel. 968342413).
Alle Museen Funchals gewähren am 18. Mai (Weltmuseumstag) und am 27. Sept. (Welttourismustag) freien Eintritt. Gleiches gilt für den Jardim Botânico, den man auch an seinem Geburtstag (30. April) und am Weltwaldtag (21. März) kostenlos besuchen kann.
Der Süden
Von der Küste ins Hochmoor
Im Süden und Südwesten gibt sich Madeira mal lieblich und wach, mal spröde und verschlafen
Fischerdörfer am Saum des Meeres, Bananenfelder, ein karges Hochplateau, Weingärten und reizvolle kleine Badebuchten - nur wenige Kilometer von der quirligen Inselmetropole zeigt Madeira sich vielerorts noch in unverfälschter landschaftlicher Schönheit.
Von steilen Uferfelsen springen kräftige Kaskaden auf schmale Strände und kurvige Straßen, dichtes Agapanthusgrün säumt die Fahrbahn, fast jedes Haus steht umgeben von üppiger Blumenzier, lauschige Picknickplätze mit gemauerten Grills für die espetada laden zur Rast. Zwar dringt der Tourismus auch im Süden immer weiter vor, doch gibt es nach wie vor genügend Möglichkeiten für individuelles Entdecken.
Durch ein enges, von einer neuen Straße dominiertes Flusstal zieht sich die wichtigste Gemeinde des Südwestens (8000 Ew.) von der Küste steil in die Höhe.
Hauptsehenswürdigkeit der sechs verstreute Ortsteile umfassenden Gemeinde (1300 Ew.) ist der 1922 auf der Rocha da Vigia eingeweihte Leuchtturm (farol) in Salão de Baixo.
Der Küstenort mit seinen 9000 Ew. liegt an der Mündung eines breiten, bei Regen „wild“ (brava) fließenden Flusses (ribeira).
Zahlreiche Picknickplätze mit gemauerten Grillkaminen säumen die Straße zwischen Prazeres und Ponta do Pargo. Machen Sie es wie die Einheimischen und bereiten Sie sich dort Ihr Mittagessen aus mitgebrachten Einkäufen zu.
Der Norden
Wilde Kulisse, herrliche Blicke
Lange Zeit war Madeiras rauer Norden nur auf dem Seeweg zu erreichen
Zwischen Porto Moniz und Porto da Cruz zeigt sich die Insel von ihrer rauen Seite: Die Küste ist steiler, das Meer gebärdet sich wilder, oft bläst ein kräftiger Wind - beides zur Freude der Surfer -, und es fällt fast doppelt so viel Regen wie im Süden. Zum Ausgleich gibt es jedoch eine Fülle spektakulärer Erlebnisse und Bilder.
Eine schmale Klippenstraße schlängelt sich oft hart am Saum der Wellen entlang. Inzwischen wurden zwar vielerorts Ausweichtunnel in den Fels getrieben, trotzdem bleibt die Fahrt ein Abenteuer - schon wegen der herrlichen Ausblicke und der Wasserfälle, die von der Höhe herunterstieben. Bizarr geformte Gesteinstürme und jahrtausendealte natürliche Pools aus erkalteter Lava - fast überall ergänzt zu modernen Badeanlagen - zählen ebenfalls zum Panorama. Mancherorts klammern sich auch Rebterrassen an die schroffen Hänge, von Zäunen aus Baumheide sorgsam geschützt. Und immer wieder öffnen sich fruchtbare Täler zum Herzen der Insel, ziehen sich hinauf bis in die Bergregionen mit kantigen Felsgipfeln, kargen Hochplateaus und Laurazeendschungeln.
Berühmt für seine Vulkanbecken, zieht das schmucke Küstenörtchen (2900 Ew.) im Sommer und an Wochenenden Besucher in Scharen an - vor allem einheimische.
Santana ist der bekannteste Ort (5000 Ew.) an der Nordküste - dank seiner strohgedeckten historischen (Holz-)Häuser.
In den 80er-Jahren mit EU-Mitteln herausgeputzt, hat das 4000 Ew. zählende Vorzeigedorf Madeiras inzwischen sogar einen Denkmalschutzpreis bekommen.
Mehr als 5000 m² umfasst der neue Campingplatz bei Ribeira da Janela. Pro Person und Tag kann man hier für 1,70 Euro (bis 25 Jahre) bzw. 2,80 Euro übernachten. Die Zeltgebühren liegen zwischen 3 Euro (bis 4 m²) und 7 Euro (mehr als 25 m²).
Der Osten
Kontraste satt und viel Geschichte
Im östlichen Teil der Insel landeten die Entdecker, und hier wachsen die meisten Zukunftsprojekte
Abwechslungsreich wie keine zweite Region zeigt sich Madeiras Osten. Kühle, grüne Höhen kontrastieren mit karger, wüstenfarbener Erde, zeitgenössische Architektur paart sich mit traditionsreichen Stätten uralten Handwerks.
Der östliche Teil der Insel, zwischen Gaula und dem Pico do Castanho, ist zugleich ihr geschichtsträchtigster. Entdecker, Piraten und geflohene Liebende gingen an seiner Küste vor Anker, Walfänger übten ihr blutiges Handwerk aus, reiche Handelsherren ließen sich prächtige Sommersitze errichten. Inzwischen prägen der modern ausgebaute internationale Flughafen Santa Catarina und mit Machico die drittgrößte Stadt der Insel das Landschaftsbild. Weiteres Zeugnis des raschen Fortschritts sind der Porto Novo, der neue Frachthafen, der Aquaparque bei Santa Cruz, der Yachthafen von Quinta do Lorde und neue Sportanlagen beim Flughafen.
Fast 700 m über Meeresniveau erhebt sich der flache Bergrücken, auf dem der 6500-Seelen-Ort thront.
Im breiten, fruchtbaren Tal des Machico-Flusses zieht sich Madeiras drittgrößte, von Câmara de Lobos in der Einwohnerzahl erst jüngst überflügelte Stadt (12000 Ew.) von der Küste die Berghänge hinauf.
Obwohl es zu den ältesten Siedlungen Madeiras zählt, wird das 10000 Ew. zählende Küstenstädtchen kaum von Touristen besucht.
Wer hartnäckig fragt, erhält im Touristenbüro von Machico Adressen für - vom Büro offiziell nicht registrierte - Privatzimmer im Ort und in der Umgebung - die Nacht kostet dort meist nicht mehr als 25 Euro. Ansonsten unschlagbar günstig und zentral: die 11 einfachen Zimmer des Residencial O Facho | Praçeta 25 Abril | Machico | Tel. 291962786
Porto Santo
Schönheit aus Sand und Fels
Madeiras Nachbarinsel bietet kilometerlangen Strand und kristallklares Meer - und im Sommer viel Action
Dourada, die Vergoldete, nennen die Porto Santaner ihre Insel. Fast 9 km heller, feiner Sand an der Südküste sind der Grund für diesen Namen - und die karamellfarbene Erde, die sich nur im Frühjahr mit einem grünen Hauch überzieht.
Sonst dominiert auf Madeiras trockener kleiner Schwester - die sich rühmen kann, als erstes Eiland des Archipels entdeckt worden zu sein - felsige Nacktheit. Nur wenige Tausend Bäume klammern sich mit ihren Wurzeln an die Handvoll Kegelberge - erste Resultate eines bereits kurz nach der Revolution 1974 gestarteten Aufforstungsprogramms, das nun jedoch mit einer eigenen Baumschule und sachgerechter Pflanzung (per Hand!) an die Anforderungen angepasst wurde.
Unvorstellbar, dass sich auf dem rund 11 km langen und 6 km breiten Eiland einst Drachenbaumwälder dehnten und später Kornfelder wogten. Bereits wenige Jahre, nachdem ein Sturm die portugiesischen Ritter João Gonçalves Zarco und Tristão Vaz Teixeira an die Küste des zuvor unbekannten Porto Santo verschlagen hatte, diente das Inselchen Entdeckungsfahrern als Proviantstation. Christoph Kolumbus war einer der ersten von ihnen, er landete schon 1478, allerdings noch als Zuckerhändler, auf Madeira. Wenig später, so die Legende, heiratete er Felipa Moniz, die Tochter von Bartolomeu Perestrelo, dem ersten Legatskapitän (eine Art Gouverneur) Porto Santos.
Im 16. Jh. schließlich entdeckten spanische und italienische Kaufleute, welchen Reichtum ihnen die Drachenbaumwälder Porto Santos zu bescheren vermochten: Das Harz des palmenartigen Liliengewächses war damals in Europa begehrt als Farbsubstanz für Stoffe und Lacke. Kräftig ließen die Händler daraufhin die Stämme ausbluten. Derartiger Raubbau, aber auch Brandrodung und Überweidung zerstörten im Lauf der Zeit die Inselvegetation. Der fruchtbare Boden trocknete aus, Regen und Wind spülten die Ackerkrume in den Atlantik. Der Bau des Nato-Flughafens verschlang weiteres Anbauland. Nun liegen die noch bis ins 20. Jh. mit Obst und Gemüse bebauten Terrassenfelder weitgehend brach, die Dörfer sind verfallen.
Fast alle der rund 5000 Inselbewohner leben inzwischen an der Südküste. Der Tourismus ist zum Wirtschaftsfaktor Nummer eins avanciert. Allerdings kommen hauptsächlich Festlandportugiesen und Madeirer. In der Hochsaison zwischen Juli und September explodieren die Preise; ein Hotelzimmer kostet dann leicht doppelt so viel wie im April oder Oktober. Dafür gibt es aber auch jede Menge Action - vom Beachvolleyballturnier bis zu Music-and-Dance-Events. Außerhalb der portugiesischen Urlaubsmonate hingegen liegt die Insel, auf der fast das ganze Jahr über ein moderates Klima herrscht und herrliche Gesteinsformationen zu bewundern sind, wie in einem Dornröschenschlaf.
Mithilfe des weitläufigen 18-Loch-Golfplatzes, der im Norden noch um weitere, bereits konzipierte 18 Löcher vergrößert werden soll, und durch die bessere Vermarktung des Thalasso-Angebots sowie des als heilkräftig (u. a. bei Rheuma) geltenden Sandes wollen die Fremdenverkehrsstrategen dies jedoch ändern. Die beiden riesigen neuen Strandanlagen Colombos Beach & Spa Resort und Pestana Porto Santo erweitern überdies nicht nur Porto Santos Angebot an Hotelbetten und Ferienapartments, sondern werden auch durch ein Spielkasino attraktiv. Zudem haben einige portugiesische Fußballstars, darunter der auf Madeira geborene Cristiano Ronaldo, ca. 8 ha Küstenland gekauft, auf dem sie ein weiteres Tourismusprojekt realisieren möchten. Sichtbare Zeichen einer gewollten Veränderung sind auch das erweiterte Straßennetz, das neue Shoppingcenter Zarco am Saum der Strandzone und der neu angelegte Fahrradweg zwischen Vila Baleira und Ponta da Calheta.
Kaum größer als ein Dorf ist die Hauptstadt (2600 Ew.) der Insel und ebenso anmutig wie ein solches.
Nicht nur Taxis und Pferdedroschken steuern den Hafen von Porto Santo an, sondern auch der Linienbus!
Ausflüge und Touren
Höhepunkte für Wanderer
Bizarre Vulkangipfel, rauschende Wasserfälle und ein Levada-Parcours mit herrlichen Küstenblicken
Pico do Arieiro/Pico Ruivo - Madeiras Höchste GipfelBuchstäblich zu den Höhepunkten Madeiras führt diese Wanderung, Sie tauchen ein in eine weitgehend urwüchsige Wildnis aus schroffem Fels und karger Gebirgsvegetation. Aber die Wanderung ist schwer. Es gilt, z. T. steile, über bis zu 700 m reichende An- und Abstiege über hohe Felsstufen zu bewältigen. Mitunter ist der Weg schmal und ausgetreten, auch fünf oft Wasser führende, unbeleuchtete Tunnel sind zu durchqueren. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gute Kondition sind unabdinglich. Dauer: ca. 6,5 Stunden. Ausrüstung: knöchelhohe Wanderstiefel, Trinkwasser, Proviant, Fernglas, evtl. Wanderstock und Taschenlampe. An- und Abfahrt: per Mietwagen oder Taxi zum Parkplatz an der Bar do Pico do Arieiro unterhalb des Gipfels.
Boca do Risco - Aussichtsbalkon auf die NordküsteSo abwechslungsreich wie diese Levada-Route vom Ostzipfel Madeiras nach Porto da Cruz sind nur wenige Wanderstrecken auf der Insel: Kleinere Siedlungen liegen am Weg, einsame Kiefernwälder, schluchtartige Felsdurchbrüche und kultivierte Terrassenlandschaften. Immer bieten sich unterwegs überwältigende Ausblicke auf die raue Nordküste. Die Wanderung ist mittelschwer, erfordert aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, da große Teile des Weges ausgesetzt verlaufen, also ohne Sicherung steil mehrere Hundert Meter in die Tiefe abbrechen. Außerdem können starke Regenfälle den Weg abgeschwemmt haben. Sie sollten daher nur bei wirklich gutem Wetter aufbrechen. Wer sich den Abstieg zur Küste nicht zutraut, wandert nur bis zur Boca do Risco und von dort zurück nach Machico (ca. 3 Stunden), sonst dauert die Tour ca. 4,5 Stunden. Ausrüstung: Wanderschuhe, Proviant, Trinkwasser, Fernglas, evtl. Wanderstock. An- und Abfahrt: Bus Nr. 113 von Funchal oder Machico bis zum Caniçal-Tunnel (Haltestelle Pico do Facho), von Porto da Cruz mit dem Bus Nr. 53 zurück nach Machico. Der 113er verkehrt werktags zwischen 7 und 9 Uhr viermal, samstags einmal, sonntags zweimal. Der 53er fährt ab 13 Uhr viermal, samstags nur um 15.30 und 17 Uhr, sonntags schon um 13.30 Uhr.
Rabaçal - Wasserzauber und Wildes GrünFast jeden Wanderer auf Madeira zieht es nach Rabaçal. Das feuchte Tal zwischen der Hochebene Paul da Serra und dem zur Nordküste weisenden Höhenzug vom Pico da Fajã da Lenha bis Fanal birgt auf engstem Raum zahlreiche Möglichkeiten, sich wie im Dschungel zu fühlen. Dichtes Grün säumt hier Levadas und Bäche, über Felswände stürzt Quellwasser herab. Diese Wanderung ist leicht bis mittelschwer. An- und Abfahrt: mit Mietwagen oder Taxi bis zum Parkplatz oben an der ER 110 bei Rabaçal. Lokale Veranstalter bieten Tagestouren an. Die Wege können durch die hohe Feuchtigkeit im Talkessel sehr rutschig sein. Ausrüstung: stabiles Schuhwerk mit guter Profilsohle, evtl. Nässeschutz und Proviant. Dauer: 40 Minuten bzw. etwa 2 Stunden.
24h
Ein Tag auf Madeira
Action pur und einmalige Erlebnisse.
Gehen Sie auf Tour mit unserem Szene-Scout
Ab in die Berge!Gut gefrühstückt? Dann feste Schuhe anziehen, und schon gehts los. Startpunkt für die Wanderung ist Cabo Girão - mit 580 m die höchste Steilküste Europas. Wow-Effekte garantiert! Wo? Madeira Explorers | Donnerstag, Abholung am Hotel | Preis: 23 Euro | Anmeldung nötig: Tel. 291763701 | www.madeira-explorers.com
Easy livingNach der Wanderung holt man sich den Power-Booster bei einer Outdoor-Massage. Im vom britischen Architekten James Ward entworfenen Superstylo-Spa des Hotels The Cliff Bay liegt man nicht nur im Trend, sondern auch in einer frischen Brise, während man von sanften Händen durchgeknetet wird. Tief durchatmen und genießen! Wo? Estrada Monumental, 147 | Funchal | Preis: 25 Minuten für 45 Euro | www.portobay.com
Träume erfüllenLieblingspferd satteln, aufsitzen und lostraben. Jetzt werden Kindheitsträume wahr. Einmal über den Strand galoppieren, dabei den Wind im Gesicht und die Kraft des Pferdes spüren. Das Gefühl von Freiheit erfasst einen bestimmt schon nach wenigen Minuten. Wo? Reitclub Associação Hípica da Madeira at Quinta Vila Alpires | Caminho dos Pretos | Funchal | Anmeldung nötig: Tel. 291792582 | Preis: 50 Minuten für 30 Euro
Verspäteter LunchAn der Küste entlang nach Jardim do Mar: In dem kleinen Dorf mit den schmalen, verwinkelten Gassen und den bunten Häusern führt der Weg direkt ins Zentrum zu Joes Bar. Schon von Weitem riecht man die Spezialität des Hauses: scharfes Chicken Piri-Piri! Schmecken lassen, chillen und anschließend runter zum Strand gehen und den Surfern zugucken. Wo? Sítio da Igreja | Jardim do Mar | www.jardimdomar.net
Dolphin WatchingSehen oder nicht sehen, das ist nun die Frage. Gemeint sind Delphine und Wale. Das Boot Ribeira Brava legt am Hafen von Calheta ab und nimmt Kurs aufs offene Meer. Schon nach einiger Zeit ist die Chance groß, dem Spiel der Meeresbewohner zuzusehen. Sie springen aus dem Wasser, schwimmen neben dem Boot, und schnell gewinnt man den Eindruck, als würden sie einen anlachen. Wo? Anmeldung nötig: Tickets bei RMK Tours | Calheta | Preis: 30 Euro | Tel. 291823840 | www.lobosonda.com | www.madeira-rmktours.com
Fisch oder Fleisch?Kann es sein, dass der Magen knurrt? Dann auf dem Rückweg nach Funchal einen Stopp in der Vila do Peixe einlegen. Den Fisch an der Glastheke aussuchen und während er im offenen Kamin brutzelt die Aussicht genießen! Was dann auf den Tellern landet, ist delikat: z.B. Schwarzer Degenfisch mit Banane. Wer lieber Fleisch isst, bestellt das Steak on Stone, das auf einem heißen Stein am Tisch gegrillt wird. Wo? Dr. João Abel de Freitas, 30 A | Câmara de Lobos | Tel. 291099909
Der Drink danachNach dem Essen trifft man sich zum After-Dinner-Drink. Durch die Straßen schlendern und in der Bar Number Two einen Nikita bestellen: Wer iritiert ist aufgrund der Zusammensetzung - Ananas, Weißwein, Vanilleeis, Bier und Eis -, wird überrascht sein! Und nach dem zweiten fühlt man sich so richtig portugiesisch. Wo? Largo do Poço | Estreito Câmara de Lobos
Party der SuperlativeZurück in Funchal wartet einer der schicksten Clubs Madeiras. Im Vespas ist alles mega! Grellbunte Lasershows, tanzende Go-Gos und DJ-Sound vom Feinsten. Hier wird die Nacht zum Erlebnis. Wo? Av. Sa Carneiro, 7 | Funchal | www.discotecavespas.com
Sport und Aktivitäten
Von Biken bis Putten
Neben den klassischen Angeboten für Wanderer und Wassersportler gibt es auch allerlei Neues
Mit seinen Levadas und Gipfelpfaden ist Madeira ein facettenreiches Wanderparadies. Golfer freuen sich über eine knappe Handvoll recht spektakulärer Plätze. Auch für Taucher, Surfer und andere Wassersportler gibt es viele Möglichkeiten.
Mit Blick auf jüngere Besucher entwickelt man auch neue Angebote. So umfasst die Palette der Outdoor-Aktivitäten inzwischen Trekking, Canyoning, See-Kajakfahren, Quadtouren, Drachen- und Gleitschirmfliegen, Klettern, Mountainbiken und Jeepsafaris. Die Inselregierung hat sich zudem kräftig engagiert in Sachen Küsten- und Badetourismus. An der Nord-, der Ost- und der Südküste wurde in neue Wasserfreizeitanlagen und Yachthäfen investiert. Existierende Strandzugänge (wie etwa bei Reis Magos) wurden verbessert, andernorts völlig neue Infrastrukturen geschaffen (so am Lagoa-Strand in Porto da Cruz, in São Vicente, São Jorge, Ponta Delgada und Ribeira do Faial). Der Strand von Garajau wurde mit einer Seilbahn erschlossen; Lugar de Baixo macht künftig mit goldenem Sandstrand der Bucht von Calheta Konkurrenz.
Drachen- & GleitschirmfliegenMadeiras Topografie stellt für Paraglider und Drachenflieger eine echte Herausforderung dar, denn es gibt nur wenige geeignete Startplätze und noch weniger Landepunkte. Für Anfänger gibt es Tandemflüge. Infos: Aerogene Lda. | Sítio da Achada de Santo Antão | Arco da Calheta | Mobiltel. 964133907 | www.madeira-paragliding.com
GolfMadeiras Greens liegen an ausgesucht schönen Punkten. Vom 27-Loch-Parcours von Santo da Serra (Tel. 291550100 | www.santodaserragolf.com) haben die Spieler eine atemberaubende Aussicht auf die Ostküste. In den Höhen östlich von Funchal bietet der 18-Loch-Platz Palheiro Golf (Sítio do Balançal S. Gonçalo | Tel. 291792116 | www.palheirogolf.com) ebenfalls ein eindrucksvolles Panorama. Ein Nick-Faldo-Kurs ist ab Mitte 2008 in Ponta do Pargo bespielbar. Die 18-Loch-Anlage ist spektakulär nahe beim Leuchtturm konzipiert.
HochseeangelnBei verschiedenen lokalen Reiseagenturen, an der Hotelrezeption oder direkt im Yachthafen von Funchal lassen sich solche Trips buchen. Infos: Katherine B Big Game Fishing (Tel. 291752685 | www.fishmadeira.com); Madeira Fishing Centre (Tel. 291231063 | www.madeirafishingcentre.com); Madeira Gamefish (Mobiltel. 966129750 | www.madeiragamefish.com); Nautisantos Big Game Fishing (Tel. 291231312 | www.nautisantosfishing.com). Alle Boote liegen in Funchals Yachthafen.
MountainBikingSteile Anstiege, rasante Abfahrten, einsame Berg- und Waldpfade - Madeira hat Bikern einiges zu bieten. Leihmöglichkeiten und organisierte Touren u.a. bei Rainer Waschkewitz | Rua dos Emigrantes Casa F | Caniço | www.bergziegen-madeira.com und Terras de Aventura Lda. | Caminho do Amparo 25 | Funchal | Tel. 291708990 | Mobiltel. 962721702 | www.terrasdeaventura.com.
Segeln & BootstourenWer einen Segelschein hat, kann bei Aquasports im Lido (Funchal, Rua do Gorgulho) Jollen mieten. Mitsegeln können Sie auf einer gecharterten Luxusyacht oder als Gruppenpassagier auf kleineren Booten - sogar zu den Ilhas Desertas. Auf einigen Trips besteht die Möglichkeit, Wale und Delphine zu beobachten. Bonita da Madeira (Apt. Baia Bloco Este, Loja 1, Estrada Monumental 187 | Funchal | Tel. 291762218 | www.bonita-da-madeira.com): 20 m lange Karavelle aus Holz. Lobosonda Lda. (Caminho do Areeiro de Baixo 9 | Funchal | Tel. 291771582 | www.lobosonda.com): restaurierter Fischkutter. Visões Aquedélicas Lda. (Travessa Pilar, Lt. 6 | St. António/Funchal | Mobiltel. 967044217 | belugasubmarine@hotmail.com): Trimaran mit Bullaugen, der halb unter Wasser schwimmt.
Surfen & WellenreitenDie Wellen vor den Küsten Madeiras sind eine echte Herausforderung für Surfer und Wellenreiter. Vor allem die Küstengewässer bei Jardim do Mar und Paul do Mar sowie östlich von São Vicente bieten hervorragende Voraussetzungen. Der beste Zeitraum: September bis Februar.
TauchenEine Menge exotischer Fischarten tummelt sich in den glasklaren Gewässern und lässt Taucherherzen höher schlagen - ebenso wie bizarre unterseeische Lavaformationen und Höhlen. Die Tauchbasen liegen an der Süd- bzw. Südostküste und auf Porto Santo. Viele stehen unter deutscher/deutschsprachiger Leitung. Infos z.B. bei: Madeira Divepoint (im Hotel Carlton | Largo Antonio Nobre | Funchal | Tel. 291239579 | www.madeiradivepoint.com); Manta Diving Center (im Hotel Galomar | Caniço de Baixo | Tel. 291935588 | www.mantadiving.com).
WandernDas beste Mittel, Madeira wirklich zu erkunden, sind die eigenen Füße - zum Beispiel bei einer Levadawanderung. Stets sollten Touren umsichtig geplant werden. Denken Sie an mögliche Wetterumschwünge (plötzlicher Nebel, Regen, Temperaturgefälle). In manchen Tunneln steht oft ganzjährig Wasser, außerdem sind viele unbeleuchtet. Geländer und Handseile und auch Wegmarkierungen stellen noch die Ausnahme dar. Ein Leit- und Bewertungssystem für die Bergregionen - gelbe Tafeln mit ein bis drei schwarzen Sternen -, wird erst an wenigen Stellen umgesetzt. Start- und Endpunkt der Strecken sind mitunter weit voneinander entfernt und nicht immer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Eine zuverlässige Lösung ist die Verabredung mit einem Taxifahrer, der Sie am Ziel Ihrer Wanderung erwartet. Organisierte Wanderungen bieten u. a.: Veredas do Sol (Av. Arriaga 50 | Funchal | Mobiltel. 965076867 | www.veredasdosol.com); Madeira Explorers (Centro Comercial Monumental Lido | Shop 5, 3. Etage | Tel. 291763701 | Mobiltel. 969528022 | www.madeira-levada-walks.com).
Mit Kindern reisen
Das Abenteuer Natur
Alte Schiffe, bunte Fische und Geheimnisse entdecken
Brauchten Eltern noch vor ein paar Jahren reichlich Fantasie, um ihre Kinder während eines Urlaubs auf Madeira zu beschäftigen, so hat sich inzwischen das Angebot für den Nachwuchs deutlich verbessert. Die Küsten sind zwar steil und das Meer zeigt sich nicht gerade von seiner sanften Seite. Es entstanden (und entstehen) jedoch künstliche Strandlagunen mit flachem Zugang zum Wasser, zum Beispiel in Calheta oder Lugar do Baixo. Eine faszinierende Alternative zu ihnen sind die Lavapools von Porto Moniz.
FunchalIn Funchal tummeln sich Familien gerne im Barreirinha-Bad, vor allem aber im Lido-Bad und im Ponta-Gorda-Bad. Beide liegen an der Küstenpromenade im Hotelviertel.
Der SüdenWer mit seinem Nachwuchs einen Ausflug in die Bergwelt Madeiras plant, kann unterwegs in der Quinta Pedagógica dos Prazeres Strauße und Lamas bestaunen. Auch viele Hühnerarten, Schweine, Pferde und Esel gehören zu dem kleinen Zoo des Quinta-Gartens. Tgl. 9-20, im Sommer bis 21 Uhr | Eintritt Garten frei, Zoo 1 Euro
Der NordenViel zu entdecken und reichlich Bewegungsmöglichkeiten an Klettergerüsten und anderen Spielgeräten gibt es im Parque Temático da Madeira in Santana. Juni-Dez. tgl. 10-19 Uhr | Jan.-Mai Di-So 10-19 Uhr | Eintritt 10 Euro, Kinder 8 Euro | Fonte da Pedra | www.parquetematicodamadeira.pt
Der OstenDie Praia das Palmeiras in Santa Cruz hat sich mit Meerwasserbassin, Pontoninseln und Comicfiguren auf Kinder eingestellt. Hier gibt es z.B. kostenloses Plastikspielzeug, eine Schatzinsel mit einem „echten“ Drachen und ein Klettergelände. Tgl. 9-19 Uhr
Praktische Hinweise
Von Anreise bis Zoll
Urlaub von Anfang bis Ende: die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Madeirareise
AnreisePauschalarrangements mit Flug und Unterkunft sind die einfachste und meist auch preiswerteste Variante. Ein reiner Charterflug kostet im Sommer ca. 350 Euro. Die einzige Linienverbindung bietet Air Portugal (TAP) - täglich zweimal, allerdings mit Umsteigen in Lissabon. Das Ticket kostet mindestens 400 Euro. Von Lissabon fliegt die TAP im Sommer auch mehrmals wöchentlich direkt nach Porto Santo. Sonst verkehren von Madeira bis zu fünfmal täglich Maschinen der SATA (Flugdauer ca. 20 Minuten). Madeiras Flughafen (Tel. 291520700) liegt in Santa Catarina bei Santa Cruz, etwa 20 km vom Zentrum Funchals entfernt. Verbunden mit der City ist er durch die Buslinien 20, 78, 53, 156 (Haltestelle etwa 200 m unterhalb des Flughafengebäudes) sowie durch den Aerobus (hält vor dem Ankunftsterminal).
ICEP Portugal - Handels- und TouristikamtKaiserhofstr. 10 | 60313 Frankfurt/M. | Tel. 069/290549 (Bandansage) | www.visitportugal.com
Direcção Regional do TurismoAv. Arriaga 18 | Funchal | Tel. 291211900 | Fax 291232151 | www.madeiratourism.org | www.madeiratourismo.com | www.madeiraislands.travel
AutoDie Höchstgeschwindigkeit liegt in allen Orten bei 50 km/h, auf Landstraßen bei 90 km/h. Trotzdem treten die Einheimischen gern mal kräftiger aufs Gaspedal. Auch die Promillegrenze von 0,5 und die Gurtpflicht nehmen nicht alle ernst. Es besteht Warnwestenpflicht. Die Hauptstraßen Madeiras und Porto Santos sind asphaltiert und weitgehend in gutem Zustand; viele verlaufen inzwischen in Tunnels. Parkplätze im Zentrum Funchals sind rar und teuer.
CampingCampen außerhalb der offiziellen Campingplätze ist nur mit einem Berechtigungsschein der Forstbehörde (Direcção Regional de Florestas | Funchal | Tel. 291740060/1) möglich. Die lokalen Forsthäuser weisen dann Standorte zu. Madeiras Campingplatz liegt bei Ribeira da Janela, auf Porto Santo gibt es ein Zeltterrain nahe des Hauptorts Vila Baleira.
Diplomatische VertretungenFür Deutschland: Honorarkonsulat | Mo-Fr 10-12.30 Uhr | Largo do Phelps 6 | Funchal | Tel. 291220338 | Fax 291230108
EinreiseFür EU-Bürger und Schweizer genügen Personalausweis oder Reisepass.
Geld & PreiseAuch auf dem Land gibt es inzwischen fast überall Geldautomaten. Die Summe pro Abhebung ist jedoch auf 200 Euro begrenzt; d. h., wer 400 Euro ziehen will, zahlt zwei Mal Gebühr. In größeren Hotels, Restaurants und Geschäften können Sie mit Kreditkarte zahlen. Das Preisniveau entspricht ungefähr dem deutschen. Grundnahrungsmittel wie Brot sind staatlich subventioniert und günstiger, andere Produkte wie z.B. Kosmetika und Hygieneartikel sind teurer. Außerhalb der Touristenzonen lebt man generell preiswerter.
GesundheitViele Hotels vermitteln in Notfällen den jeweiligen Hotelarzt. Grundsätzlich ist eine medizinische Konsultation sofort zu bezahlen. Die Rechnung kann man bei der Krankenkasse in Deutschland einreichen. Die EHIC (European Health Insurance Card) oder den Auslandskrankenschein tauscht im Bedarfsfall z.B. das Centro de Saúde in Funchal (Mo-Fr 9.30-12 und 14-16 Uhr | Rua das Hortas 67 | Tel. 291229161) in einen portugiesischen Behandlungsschein um. Er gilt jedoch nur in den staatlichen Krankenhäusern, Ambulanzen und Gesundheitszentren.
Internet & wlanInformationen über die Insel u. a. bei www.madeira-web.com (Reiseführer mit aktuellen Meldungen und Webcam, auch deutsch); www.madeira-island.com (detaillierte Inselvorstellung mit einer Fülle von Links, engl.); www.madeiraapartments.com (Ferienapartments u. -häuser, engl.); www.tourmadeira.com (Reiseführer, Anzeigen von Restaurants, Shops, Einrichtungen etc., deutsch); www.madeirabynight.com (Veranstaltungen, port.); www.madeira-club.de (unabhängiges Portal mit Hotelverzeichnis und -links, deutsch); www.madeirarural.com (Verzeichnis und Buchungsportal ländlicher Unterkünfte, deutsch); www.madeira-urlaub.com (Seite des Portugal-Spezialveranstalters Sea Breeze Travel, deutsch); www.horariosdofunchal.pt (Busfahrplan der Insel, engl.). Über Porto Santo informiert ausführlich, aber nur auf Portugiesisch, die Website der Câmara Municipal (Verwaltung) www.cm-portosanto.pt.
Klima & ReisezeitEs herrscht ganzjährig ein mildes Klima, selbst im Januar und Februar liegen die Tagestemperaturen an der Küste im Süden nur ausnahmsweise unter 15 Grad. Die wärmsten Monate sind Juli, August und September, trotzdem klettert das Thermometer selten über 25 Grad.
MedienViele Hotels bieten deutschen TV-Empfang. Radio Turista sendet täglich um 9 Uhr ein halbstündiges Programm für deutsche Gäste (Mittelwelle 1485 kHz). Deutsche Welle hören Sie auf 15275 oder 17869 kHz.
MietwagenAn den Flughäfen von Madeira und Porto Santo sind (inter)nationale Mietwagenfirmen vertreten. Ebenso in beiden Hauptstädten. Regionale Anbieter locken oft mit Sonderangeboten, es lohnt aber auf jeden Fall der Preisvergleich mit deutschen Offerten. Leihwagenkunden müssen mindestens 21 Jahre alt sein. Die Fahrzeugpreise liegen zwischen 30 und 70 Euro, bei unbegrenzten Kilometern. In der Regel kommen auf diese Preise noch 13 Prozent Steuer pro Tag. Die Zustellung zu einem Hotel in Funchal ist meist frei, für Flughafenanmietung und -abholung wird eine Gebühr (ca. 15 Euro) erhoben.
NotrufNotruf/Ambulanz: Tel. 112
Öffentliche VerkehrsmittelPer Bus erreichen Sie fast jeden Ort auf Madeira und auch die meisten Sehenswürdigkeiten.
ÖffnungszeitenTouristenbüros, kleinere Geschäfte und öffentliche Einrichtungen (z.B. Museen) haben in der Regel Mo-Fr 9-12.30 und 14.30-18 Uhr geöffnet, Sa 9-13 Uhr. Bankzeiten sind Mo-Fr meist 9-15 Uhr. Supermärkte und Einkaufszentren sind durchgehend bis 22 Uhr offen, auch Sa und So.
PostEin rot-weißes Schild mit Reiter und den Buchstaben CTT kennzeichnet die Poststationen. Geöffnet sind sie meist Mo-Fr 9-12.30 Uhr und 14-17.30 Uhr. Die Hauptpost von Funchal (Av. Zarco) ist Mo-Fr 9-20 Uhr und Sa 9-12.30 Uhr geöffnet. Briefmarken (selos) werden außer am Postschalter auch in lizenzierten Bars und Zeitungsläden bzw. Kiosken verkauft.
TaxiDie Gebührenordnung steckt meist hinter dem Beifahrersitz. Grundgebühr: 1,50 Euro, für jede weiteren 90 m 0,05 Euro, Nachtzuschlag 20 Prozent. Die Fahrt vom/zum Flughafen kostet je nach Ort 20-30 Euro. Bei Inseltouren ist ein Wagenpreis zwischen 25 und 90 Euro zu zahlen. Es gibt keinen zentralen Taxiruf, die Nummern der Halteplätze stehen in den gelben Seiten des Telefonbuchs sowie auf den Agendaseiten der Tageszeitung „Diário de Notícias“.
Telefon & HandyAm preisgünstigsten führen Sie Auslandsgespräche von der Hauptpost. Zudem gibt es fast überall in Funchal und in den größeren Orten Kartentelefone für Gespräche auch ins Ausland (internacionais). Telefonkarten sind bei der Post, an Kiosken und in Tabakläden erhältlich.
TrinkgeldIn Restaurants und Taxis ist es üblich aufzurunden. Zimmermädchen, Portier, Kofferträger, Tour Guide und Schuhputzer freuen sich ebenfalls über einen kleinen Zusatz zum meist kargen Verdienst.
UnterkunftRund 32000 Gästebetten gibt es zurzeit auf Madeira, das Gros in Funchal. Meist handelt es sich um Vier- und Fünf-Sterne-Häuser (nach portugiesischem Verständnis). Darüber hinaus gibt es Aparthotels von einfach bis komfortabel, estalagens (einfachere Hotels) und albergarias sowie Pensionen (pensão, residencial) und die Landunterkünfte des turismo de habitação (TH) bzw. turismo rural (TR). Mitunter sind dies ehemalige Herrensitze (quintas) - allerdings nutzen auch Hotels die begehrte Bezeichnung.
ZeitAuf dem Archipel gilt Greenwicher Zeit. Daher ist es immer eine Stunde früher als in Deutschland.
ZeitungenSpeziell für Touristen gibt es (u. a. beim Fremdenverkehrsamt) gratis „Madeira Aktuell“ (deutsch), „Madeira Life“ (portugiesisch, englisch, deutsch) und das „Madeira Island Bulletin“ (englisch).
ZollEU-Bürger können Waren zum persönlichen Gebrauch zollfrei ein- und ausführen. Für Schweizer gelten als Freimenge z.B. 200 Zigaretten, 2 l Wein, 1 l Spirituosen. www.zoll.de
Poncha1,60-2 Euro für einen Cocktail
Bica70 Cent für einen Espresso
Lapas5 Euro für eine Portion Napfschnecken
Benzin1,30 Euro für 1 l Normalbenzin
Imbiss2,50 Euro für ein Sandwich
Souvenir18,50 Euro für eine Flasche Madeira (10 Jahre alt)
Unser Insider
MARCO POLO Autorin Rita Henss im Interview
Rita Henss aus Frankfurt hat seit 1999 ein zweites Zuhause auf Madeira und erfreut sich immer wieder an der üppigen Natur der Insel.
Wie kamen Sie nach Madeira?Während der Recherche zu meinem ersten Reiseführer über Madeira lernte ich auf einem Dorffest meinen heutigen Lebensgefährten kennen. Er lebte damals bereits mehrere Jahre auf der Insel und konnte sich nicht vorstellen, nach Frankfurt zu ziehen. So verbrachte ich immer häufiger längere Zeit bei ihm.
Und wie geht es Ihnen dort?Für mich ist Madeira ein wunderbarer Kontrast zur deutschen Großstadthektik. Es herrscht ein völlig anderer Rhythmus, eine freundliche Gelassenheit. Die Menschen sind sehr herzlich, sie haben immer Zeit für ein Schwätzchen. Inzwischen habe ich mich auch ganz gut an den Dialekt gewöhnt. Probleme habe ich nur - wie viele Einheimische auch - mit der Bauwut der Inselregierung.
Wo und wie leben Sie genau?Unser Haus steht im westlichsten Zipfel der Insel, auf einer bewaldeten Klippe. Von meinem Schreibtisch schaue ich auf den Atlantik. Zur Dorfmitte zwei Täler weiter sind es zu Fuß etwa 20 Minuten. Mehrere der Tante-Emma-Lädchen dort sind mit einem Kaffeeausschank verbunden, wo es am Tresen gleich noch die neuesten Dorfnachrichten gibt. Sonntags gehen wir gern auf den Bauernmarkt ein paar Dörfer weiter; Großeinkäufe und kulturelle Aktivitäten bedeuten eine halbe bis dreiviertel Stunde Autofahrt nach Calheta oder Funchal.
Was machen Sie beruflich?Ich arbeite als freie Journalistin und Buchautorin. Geografisch habe ich mich dabei auf Südeuropa und die arabischen Länder spezialisiert; thematisch spannt sich der Bogen von der klassischen Reisereportage bis hin zu Texten über Architektur und Genuss. Auftraggeber sind deutsche und deutschsprachige Verlage, Zeitschriften und Zeitungen.
Was machen Sie in Ihrer Freizeit?Garten und Weinberg bedürfen das ganze Jahr über der Pflege, und während die Hände beschäftigt sind, formen sich im Kopf oft neue Ideen für Bücher oder Reportagen. Oft unternehme ich mit Freunden auch Wanderungen über die Insel; ich koche gern und lese viel.
Mögen Sie die Küche Madeiras?Als Fischliebhaberin freue ich mich immer wieder, wenn es frische lapas (Napfschnecken) gibt oder wenn Thunfischzeit ist. Selten widerstehen kann ich auch bei ofenwarmem bolo de caco. Bei fast allen Dorffesten wird er am Straßenrand gebacken. Dazu esse ich gern einen espetada (Rindfleischspieß) am Lorbeerstecken.
Bloß nicht
Auf Portugiesisch heißt das viel höflicher: por favor, não!
Oben ohneWie alle Südländer legen die Madeirer großen Wert auf korrekte Kleidung. Nackte Männeroberkörper sind außer am Strand ein absolutes Tabu, auch durch knappe Freizeitkleidung bei Frauen zeigen sich sowohl viele Dorf- als auch Stadtbewohner irritiert. Unbedeckte weibliche Brüste werden allenfalls am Hotelpool akzeptiert; in öffentlichen Badeanstalten und am Strand erregen sie heftigen Anstoß.
Levadas „säubern“Madeiras Bewässerungssystem unterliegt komplizierten Regeln. Jeder Bauer zahlt für eine gewisse Levadazeit, außerhalb dieser blockiert er den Zugang zu seinen Kanälen mit Steinen oder alten Kleidern. Entfernen Sie niemals solche vermeintlichen Verschmutzungen in den Levadas, sonst bringen Sie das ausgeklügelte Verteilersystem durcheinander.
Stöckelschuhe einpackenMadeira ist kein Pflaster für Highheels. Steile Anstiege und Kopfsteinpflaster machen selbst in Funchal den Bummel zu einem sportlichen Akt. Geben Sie also Sneakers den Vorzug vor Sandalen oder Pumps. Und bei Wanderausflügen sollten Sie unbedingt knöchelhohe Stiefel mit gutem Sohlenprofil tragen. Die Wege sind mitunter sehr schmal und ausgesetzt, selten gepflegt oder gar gesichert, oft besteht Rutschgefahr.
Distanzen unterschätzenIn Kilometern gemessen weist Madeira keine großen Entfernungen auf. Doch immer wieder müssen Schluchten und Berge überwunden werden. Zwar nimmt die Zahl der Tunnel ständig weiter zu, aber vielerorts gilt es noch, sich auf schmalen, steilen, kurvigen Sträßchen zum Ziel zu winden. Nebel, Wegsperrungen, Felsbrocken (es kommt gerade nach Regentagen immer wieder zu Steinschlag!) oder behäbige Baufahrzeuge stellen oft weitere Hindernisse dar. Planen Sie deshalb stets reichlich Zeit für ihre Ausflugsfahrten ein.
Achtlos mit Feuer umgehenIn den Sommermonaten trocknet die Vegetation selbst auf der sonst reichlich feuchten Insel oft stark aus. Eine achtlos weggeworfene brennende Zigarette oder ein unsachgemäßes Grillfeuer können dann eine Brandkatastrophe auslösen. Vor allem im dünn besiedelten Westen Madeiras lodern fast jedes Jahr großflächige Brände, mitunter noch kräftig angefacht durch starken Wind.
Anreißern nachgebenDie Auswahl ist groß an Restaurants in Funchal, vor allem in der Altstadt. Aber seriöse Unternehmen haben es nicht nötig, aggressive Werber, die mit der Speisekarte fuchteln, auf die Straße zu stellen. Lassen Sie sich keinesfalls nötigen von diesen Anreißern; lehnen Sie freundlich, aber bestimmt ab.


ab 50 €


