City-Infos

Wer kennt es nicht aus dem Wetterbericht, das „Azorenhoch“, dem wir so oft das schöne Wetter verdanken? Diese portugiesische Inselgruppe liegt mitten im Atlantik, etwa 1400 km entfernt vom portugiesischen Festland. Dabei haben die Azoreaner selbst hin und wieder mit dem Wetter zu kämpfen, kann das Wetter dort doch mehrmals täglich umschlagen.
Richtig kalt wird es nie, doch auch im Sommer liegen die Temperaturen bei höchstens 26°C. Bestehend aus neun Inseln bieten die Azoren ein vielfältiges Paradies für Urlauber, die überlaufene Touristenhochburgen meiden, stattdessen genießen möchten. Baden Sie in warmen Wasserfällen oder warmen Kraterseen, tauchen Sie ein in tiefblaues Meer, dass dank des Golfstroms besonders im Sommer immer recht warm ist. Entdecken Sie Wale und Delfine, die Sie wahrhaftig aus nächster Nähe beobachten dürfen.

[+] Die Azoren bieten eine blühende Artenvielfalt von Pflanzen und Blumen.

Kilometerlange Hortensienhecken blühen entlang der Straßenränder und trennen Felder voneinander wie Zäune; überhaupt ragen überall seltene, fantasievolle Blumen empor. Diese Artenvielfalt an Pflanzen gewannen die Azoreninseln durch die Vögel, die auf ihrem Weg von Amerika immer wieder Rast auf den Inseln machten und dabei viele Samen verloren. Diese konnten im azorentypischen immerfeuchten Klima wunderbar gedeihen. Und dann sind es die hohen Klippen, Vulkane, Wasserfälle und Geysiere, die diese Landschaft so malerisch machen. Kletterer, Wanderer, Reiter und Naturliebhaber erleben ein Reich zum Erholen und Zurückziehen; Segler, Taucher und Hochseefischer glauben, im Meer Überreste des sagenumwobenen Atlantis zu entdecken.

[+] Flores, Faja Grande - Ein wunderschöner Wasserfall speist den Teich Poco de Bacalhau.

Acht von neun Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Ihre Entdeckung lässt sich in das 15. Jahrhundert zurückführen. Heinrich der Seefahrer befahl Diego de Silves, nach dem Ende der Welt zu suchen, so traf dieser auf Santa Maria, die östlichste der Inseln, südlich von São Miguel gelegen. Weiter westlich, in der Mitte der Inselgruppe sind Faial, Pico, São Jorge, Graciosa und Terceira und ganz im Westen gelegen Corvo und Flores. Was man sah, beschrieb man als „Berge aus Feuer, Wind und Einsamkeit“, und das Geheimnisvolle haben die Azoren bis heute nicht verloren. „Azoren“ übrigens, weil ihre Entdecker die vielen ansässigen Bussarde für Habichte hielten, und so den Inseln den Namen „acores“ (port. = Habicht) gaben.

Daten & Fakten

Einwohnerzahl:  ca. 241.000
Land:  Portugal
Zeitone:  UTC -1:00; (Sommerzeit = UTC)
Telefoncode: Landesvorwahl +351

SEHENSWERTES

[+] Sao Miguel, Nordeste - Leuchtturm mit Aussichtspunkt und kleinem Fischereihafen am Kap Ponta do Arnel.

Wichtig ist, dass man sich schon vor seiner Azorenreise überlegt, wie man auf der Insel mobil sein möchte. Hauptsächlich bietet es sich an, mit dem Flugzeug zur nächsten Insel zu fliegen, oder eben mit der Fähre zu fahren. Ansonsten gibt es Autovermietungen, Taxis etc. Denn zu Fuß kann man allenfalls die kleine Insel Corvo erkunden. Doch es gibt traumhafte Wanderungen, stundenlange Ausflüge entlang der bunt verzierten Gehwege, die mit weißem Kalkstein und schwarzem Basalt vielerorts kunstvoll von Hand gestaltet wurden. So kann man die Inseln und viele ihrer Facetten kennenlernen, während man meist niemandem begegnet und höchstens von zwitschernden Vögeln begleitet wird.

„Pico Alto“ – Portugals größte Erhöhung auf der gleichnamigen Insel

Für seine 2351 m Höhe ist dieser noch heute aktive Vulkan bekannt. Wer den Pico besteigen will, sollte auf jeden Fall genügend Kondition mitbringen und allein 3 Stunden für den Aufstieg einplanen. Und wer sich nicht ganz sicher ist, sollte auf jeden Fall auch auf die Begleitung und Erfahrung eines Bergführers setzen. Die besten Monate für die Besteigung sind Juli und August, doch trotzdem sollte man stets wetterfeste Kleidung tragen und die Witterung nicht unterschätzen.
In jedem Falle ist genügend Proviant und ausreichend Wasser Teil der Grundausstattung für diesen Abenteuertrip. Ein besonderes Erlebnis ist der Aufstieg am Nachmittag mit Übernachtung im Gipfelbereich.

Ponta Delgada – das touristische Herz von São Miguel

Die größte Stadt der Azoren ist schon lang kein Fischerdörfchen mehr, aber dennoch überschaubar, wenn sich die Silhouette der langen Uferpromenade im klaren Meer spiegelt. Diese Stadt ist lebhaft und temperamentvoll wie die Azoreaner selbst, man begegnet ihrem ganz eigenen Charme in vielen Parks und Gärten und auf verspielten Plätzen. Zahlreiche Museen, Baudenkmäler, Geschäfte, reich geschmückte Kirchen und kleinere Kapellen reihen sich in den historischen Straßen aneinander. Das antike Rathaus, die alte Post, das Zollhaus – der Zauber der Stadt ist schon vor langer Zeit entstanden. Die „Praca 5 de Outubro“ ist ein nahezu quadratischer Platz, auf dem mittig ein Pavillon steht. Fast jede Woche findet hier ein kleiner Event statt. Im Sommer tummeln sich dann viele Menschen, denn oft gibt es Konzerte kleiner Bands. Der Hafen Ponta Delgadas wurde zum wichtigsten Handelspunkt der Azoren. Viele Unternehmen ließen sich im 19. Jahrhundert im Hafen nieder und man kann heute z.B. die beiden letzten Tabakfabriken dort besichtigen. 1993 wurde der Yachthafen „Marina Pero de Telve“ errichtet und seither weiter ausgebaut. Auf mehr als 140 Plätzen liegen viele kleine Schätze an und einige gute Werkstätten für Reparaturleistungen sind ansässig. An der Uferstraße gibt es ein Touristenbüro (Turismo), in dem man Pläne und wertvolle Tipps zur Stadtbesichtigung erhält. Man kann Ponta Delgada in einem halben Tag ablaufen, möchte man jedoch einen näheren Eindruck gewinnen, so sollte man einen ganzen Tag einplanen.

EINKAUFEN

Historische Städtchen in scheinbar unberührter Natur laden zum Bummeln ein, Gelegenheit zum Shopping findet man jedoch erst so richtig in Ponta Delgada oder anderen größeren Städte wie Angra do Heroismo oder Horta. Doch an sich sind die Azoren bei Weitem noch kein Touristengebiet, vielmehr reist man ins Unbekannte, trifft auf Einheimische, die mit Ihrer Gemütlichkeit und Gastfreundlichkeit begeistern und an Ihrem Leben teilhaben lassen. Viele Frauen sind im Textilbereich beschäftigt. Jede Insel betreibt sein individuelles Kunsthandwerk, dass man sehen und auch erwerben kann. Es gibt wenige Märkte und besonders typische „Mercearias“, vergleichbar mit kleinen Tante-Emma-Lädchen, in denen man alles bekommt, was man als Urlauber benötigt. Das ganze Jahr über wird frisches Obst und Gemüse angeboten, genau wie Käse und Brot, alles wird selbst angebaut und hergestellt.

ESSEN / TRINKEN

Die azoreanische Küche verspricht viele Gaumenfreuden. Vor allem dürfen Sie nicht darauf verzichten, eine auf den Azoren angebaute ausgereifte Ananas zu probieren. Genau wie die Zwergbanane bekommen sie diese Frucht überall, wo sie einkaufen können.
Die Einheimischen essen gut und gerne, kochen stets frisch und in großen Portionen. Fisch und Käse könnte man die Grundlage der azoreanischen Speisen nennen. Auf Knoblauch, Salz und das gekonnte Verfeinern mit vielen Gewürzen und Kräutern wird bei keiner Mahlzeit verzichtet. Jede Insel hat ihre eigenen Spezialitäten, so empfiehlt sich jederorts der „prato do dia“, das Tagesgericht. Auf allen Karten finden Sie typische Suppen und Eintöpfe, sowie den bekannten „arroz de Marisco“, eine bunte Mischung verschiedener Meeresfrüchte mit Reis.
Ob Sie diese Auswahl an frischem Fisch noch woanders finden, ist fraglich, denn das saubere und ungewöhnlich warme Wasser führt zu einer ganz besonderen Artenvielfalt. Ein weiterer Tipp ist das zarte Fleisch der Rinder, die auf den frischen, grünen Weiden der Azoren grasen, Hauptzutat des berühmten Eintopf „Alcatra“, den es ganz speziell auf der Insel Terceira auf nahezu jeder Speisekarte gibt. Das Rindfleisch wird dabei im Tontopf gegart. Auf São Miguel kann man den „Cozido de Furnas“ bestellen, eine Variation aus Rind-, Schweine- und Hühnchenfleisch, das zusammen mit Kartoffeln, Gemüse und Wurst in einem Topf mehrere Stunden lang in den Caldeiras von Furnas unter Erdwärme vor sich hingart (Der See in Furnas ist vulkanischen Ursprungs, aus dessen Erd- und Schlammlöchern es heute noch dampft und raucht. Der Topf wird in die Erdlöcher hinab gelassen). Es gibt zudem viele köstliche Desserts, probieren Sie doch mal den „Arroz Doce“, einen süßen Milchreis mit Zimt. Um den Überblick nicht zu verlieren, sollten Sie vorher vielleicht die wichtigsten Gerichte im Hinterkopf haben, denn es gibt kaum englische Karten.

Die Azoren sind Europas einziger Standort mit Tee-Anbau. Heute sind nur noch zwei Teeplantagen übrig geblieben. Von April bis September wird gepflückt, es entsteht grüner und schwarzer Tee. Man kann die Fabriken besuchen, die Teepflücker bei der Arbeit sehen und bei der Produktion hautnah dabei sein. Anschließend können Sie den Tee verköstigen und ihn hervorragend als Souvenir mitnehmen, er ist frei von Schädlingsbekämpfungsmitteln!

DER BESONDERE TIPP

Sao Miguel, Furnas - Heisse schwefelhaltige Quellen mit irdischer Energie.

Caldeira Velha – heiße paradiesische Oase auf São Miguel

Man darf nicht ganz so wählerisch sein, wenn man typische Sandstrände auf den Azoren sucht. Sie sind selten und klein, hellen Sand findet man sogar nur auf Santa Maria. Außerdem sollten Sie Acht geben, denn um alle Inseln herum gibt es im Meer Stellen mit starker Strömung. In einer Waldlichtung nahe dem Lagoa do Fogo und der Ribeira Grande liegt das hinter dampfenden Schwefelquellen versteckte Thermalschwimmbecken. Von heißen Quellen erwärmt kann man hier ganzjährig im Freien baden, ein plätschernder Wasserfall füllt das Becken mit eisenhaltigem klarem Wasser. Vor allem im Winter ist man häufig unter sich. Sehr beliebt sind solche Badebecken auch bei den Einheimischen, und dieses Exemplar ist ein besonders paradiesisches.

TOURISTEN-INFO

Associação de Turismo dos Açores
Av. Infante D. Henrique, 55 3º C
9500-150 Ponta Delgada
Tel.: +351 (0) 296 288 082
Fax: +351 (0) 296 288 083
acorescristina@sapo.pt