Wo Himmel und Meer eins werden, Farben und Düfte die Sinne betören und Oasen Wüsten zum Leben bringen liegt Agadir – die Stadt der Erneuerung und der sanften Lebensart. Die Hauptstadt des Südwesten Marokkos ist leicht über den internationalen Flughafen Al Massira Airport mit Direktverbindungen zu zahlreichen deutschen Verkehrsflughäfen zu erreichen. Die einst blühende und schöne Stadt Agadir wurde in einer Nacht im Februar 1960 in nur wenigen Sekunden von einem verheerenden Erdbeben zerstört, bei dem über 15.000 Menschen unter den Ruinen begraben wurden. Das neue errichtete Agadir, entwickelte sich bis heute zu einer modernen Stadt, die bis auf die teilweise erhaltene Kasbah keine historischen Bauten mehr hat. Aber dennoch ist Agadir mit seiner Umgebung eine Reise wert und ein Paradies für Freunde unbegrenzter Weite und Natur. Hier kann man sich an den Kilometer langen Sandstränden vom Alltagsstress erholen oder die Freuden des Wassersports auskosten – ein Bad im Meer, Jet-Ski, Kite-Surf oder Windsurfing gehören zum täglichen Bild an der Atlantikküste. Romantische Spaziergänge, Ausritte zu Pferd oder auf dem Kamel entlang der unberührten Küste sind einfach traumhaft. Wer gerne mehr von Marokko sehen möchte, kann von Agadir aus reizvolle Oasensiedlungen besuchen und die schöne Landschaften erkunden. Am Abend bietet Agadir nach einem interessanten Ausflug oder einem Bummel über einen bunten Markt viele Möglichkeiten. In Bars, Restaurants, Pianobars und Kasino gibt es unzählige Gelegenheiten, sich zu amüsieren und marokkanische Nächte zu genießen. Kurzum: Agadir bietet alles, was Europäer für einen unvergesslichen Urlaub am Ozean benötigen.

Daten & Fakten

Einwohnerzahl: ca. 678.596
Land: Marokko
Zeitzone: UTC + 00:00
Telefoncode: +212

SEHENSWERTES

[+] Der traditionell marokkanische Charme findet sich auch in neuen Bauten.

Das verheerende Erdbeben, das Agadir im Jahr 1960 heimsuchte, zerstörte weite Teile der historischen Stadt – imposante Prachtbauten gibt es leider nicht mehr. Dennoch hat Agadir ein paar interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten und ist zudem ein hervorragender Ausgangspunkt, um die Umgebung zu erkunden.

Souk El Had
Hinter sechs Meter hohen Zinnenmauern mit Bastionen breiten an Wochenenden über 2.000 Händler ihre Waren aus. Die Fadris, die Bewohner Agadirs, versorgen sich hier mit Agrarprodukten der Souss-Ebene, Gewürzen, Textilien und Kunsthandwerk. Dieses bunte und rege Treiben sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Kasbah (Ancien Talborjit)Die ruinenhaften Überreste in 236 Meter Höhe sind das Wahrzeichen Agadirs. Bis zu dem Erdbeben  diente es als Bollwerk des 16. Jahrhunderts gegen die Portugiesen. Wer den Aufstieg auf sich nimmt, wird mit einem überwältigenden Panoramablick über die Stadt, den Strand und den Hafen belohnt.

Naturpark Souss-Massa
Durch eine einzigartige Fauna und Flora zeichnet sich das Feuchtgebiet an der Mündung der Flüsse Souss und Massa aus. Die tropische Vegetation ist durch kaktusförmige Euphorbien und Wolfsmilchgewächse gekennzeichnet. Die etwa 34.000 Hektar große Fläche erstreckt sich über unterschiedliche Landstriche und Lebensräume für verschiedene, teilweise auch seltene Tierarten. Darunter befindet sich eine der letzten Kolonien einer kahlköpfigen Ibis-Art.

Medina Polizzi
Der Sizilianer Coco Polizzi schuf die Medina Polizzi, die einem großen Freilichtmuseum gleicht. Die Anlage mit weiß getünchten Gebäuden aus Naturstein in verschiedenen Stilformen, schmalen Gassen - einem Netz von Fußgängerwegen, Läden in denen Kunsthandwerker arbeiten, Souvenirgeschäften und Cafes ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Goulimime
Goulimine, etwa 200 Kilometer südwestlich von Agadir gelegen, ist gleich in zweifacher Hinsicht bedeutend. Der Ort ist der bedeutendste Markt der marokkanischen Sahara und der größte Kamelmarkt Afrikas. Auf dem ummauerten Marktplatz wechseln jährlich über 40.000 Kamele ihren Besitzer. Bei Sonnenaufgang treffen hier jeden Samstag Herden mit  einigen hundert Tieren ein – Kamele, Ziegen und Esel. Von Agadir führt die Fahrt über Tiznit durch die Sous-Ebene, durch die landschaftlich eindrucksvollen Ausläufer des Anti-Atlas, die allmählich in Stein- und Geröllwüste übergehen nach Goulimime.

Tafraoute
Bizarr mutet sich die rund 170 Kilometer südöstlich von Agadir gelegene Oasenstadt Tafaroute an. Sie liegt 1.000 Meter über dem Meeresspiegel in den Hängen des westlichen Anti-Atlas. Eine Erosion schuf eigenartige Naturdenkmäler aus rosafarbenen Grantistein, vor die die Bewohner gleichfarbene Häuser bauten. Ganz besonders sehenswert ist der Ort während der Mandelblüte im Februar. Schon auf dem Weg dorthin sind zahlreiche Speicherburgen und traumhafte Landschaftspanoramen zu sehen. Wer Zeit hat, sollte einen Abstecher ins Tal der Ammeln machen.

Tiznet
Die Oasensiedlung Tiznet mit ihrem typisch südmarokkanischen Stadtbild liegt etwa 90 Kilometer südlich von Agadir. Breit angelegte Gassen und mehrstöckige Häuser, umschlossen von einer kilometerlangen, ockerfarbenen Stampferdemauer mit gewaltigen Türmen und sechs Toren prägen das Bild. Der bedeutendste Marktort des südlichen Sous ist berühmt für seinen schwer und originell gearbeiteten Silberschmuck der Berberfrauen, der nach Gewicht verkauft wird und hauptsächlich als Kapitalanlage dient. Auch feinere Silberarbeiten, ziseliert, emailliert oder mit Halbedelsteinen besetzt, wundervolle Berberdolche und Fantasia-Gewehre stammen aus Tizniter Werkstätten. Wer diesen beeindruckenden Ort besucht, sollte auf jeden Fall durch die  verschlungenen Gassen der malerischen Medina bummeln und die außerhalb der alten Stadtmauer gelegene ehemalige Wasserquelle und die von senegalesischen Sklaven errichteten Moschee besuchen.

EINKAUFEN

[+] Landestypische Märkte finden Sie in jeder Stadt.

In den Souks, den  kommerziellen Vierteln in einer arabischen Stadt, sind Händler und Handwerker jeder Art anzutreffen: Schuster und Juweliere, Apotheker und Lederwarenhändler, Teppich- und Tuchverkäufer, Töpfer und Weber. Die Ateliers und Läden der Handwerker und Händler gruppieren sich nach Handwerkszweigen, die ihre alten Traditionen bewahrt haben. Maschinen gibt es äußerst selten. Es ist spannend, durch die engen, vor der Sonne durch Blenden aus geflochtenem Schilfrohr geschützten und von unaufhörlicher Aktivität belebten Gassen zu flanieren und zu entdecken.
Wer in das Reich der Händler tritt, sollte allerdings eines wissen: Begehren, Handeln, Kaufen. Zur Kunst des Handelns gehört ein Lächeln und Minztee. Wenn Ware gefällt, sollte man sich das nicht anmerken lassen und in Ruhe den angebotenen Tee genießen. Die Diskussion um den begehrten Teppich oder das Silbertablett gespickt mit Informationen über Land und Leute macht einfach Spaß.

ESSEN / TRINKEN

[+] Die farbenfrohe Küche spieglt die Vielfalt des Landes wider.

Geschmackvoll, voller Düfte und farbenfroh ist die marokkanische Küche – sie spiegelt die Vielfalt des Landes wider und ist weltweit für ihre köstlichen Gerichte bekannt. Ein traditionelles Gericht ist Couscous, deren Variationen vielfältig sind und je nach Region mit verschiedenem Gemüse, Fleisch und Gewürzen angerichtet werden. Das typisch marokkanische Essen ist ein Erlebnis der Sinne: Die Gäste sitzen auf Bänken um einen runden Tisch und bedienen sich mit der rechten Hand aus einer Schüssel oder Schale. Während des Essens wird Wasser oder Fruchtsaft getrunken, Bier und Wein so gut wie nie. Zum Dessert wird der typische Pfefferminztee oder ein süßer, orientalischer Mokka gereicht.  Eine Essensregel sollte allerdings beachtet werden: „Peel it, boil it or forget it!“.
Wer nach dem Essen noch ausgehen möchte, sollte eines der Lokalitäten mit Meerblick in Agadir oder ein orientalisches Nachtlokal aufsuchen. Viele Diskotheken haben Tanzflächen unter freiem Himmel eingerichtet.

DER BESONDERE TIPP

[+] Nehmen Sie eine Einladung zum Tee gerne an.

Marokko ist ein gastfreundliches Land, wenn man seine Sitten respektiert. Hier ein paar nützliche Hinweise: Provokative Kleidung, vor allem kurze Röcke, durchsichtige und schulterfreie Oberteile bei Frauen sollten nicht getragen werden, sie können das Moralempfinden der Einheimischen verletzen. Wer als Zeichen der Gastfreundschaft einen Minztee angeboten bekommt, sollte ihn nicht ablehnen. Die Marokkaner deuten die Geste als Akt der Ablehnung. Während des Ramadan ist es unhöflich, tagsüber in der Öffentlichkeit zu essen, zu trinken und zu rauchen. Noch ein Rat zum Schluss. In Agadir gibt es zwei Arten von Taxen. Die kleinen, blauen fahren nur innerhalb der Stadt gegen einen relativ festen Preis. Die großen, gelben machen längere Fahrten auch zu anderen Städten. Vor Fahrtbeginn sollte der Preis ausgehandelt werden.

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