City-Infos
City-Info Warschau


- Insider-Tipp
- Top Highlights
Übernachten
Dobranoc - schlafen Sie gut!
Luxushotels einer internationalen Kette, individuell ausgestattetes Künstlerhotel, Apartment oder einfaches Hostel: Warschau bietet vielfältige Schlafplätze
Eine Unterkunft zu finden sollte in Warschau bei aktuell über 25 000 Gästebetten in Hotels, Pensionen, Herbergen und Mietapartments kein Problem sein. Und die Zahl der Übernachtungsgelegenheiten steigt noch immer. Zwar scheint der große Hotelbauboom abzuebben, doch vor allem in der gehobenen Komfort- und in der Luxusklasse zeigt der Trend klar aufwärts. Alle großen internationalen Hotelketten sind in der Stadt vertreten. Daneben finden Warschau-Besucher auch individiuelle Unterkünfte, die in Berlin oder Paris nicht genauso aussehen.
Allerdings sind die Hotels in Warschau generell recht teuer. Achten Sie auf Wochenendpakete und spezielle Rabatte auf den entsprechenden Websites. Sie lassen die Hauptstadtpreise mitunter beträchtlich sinken. Buchungsmöglichkeiten finden Sie unter: www.hotele-online.pl, www.topwarsaw-hotels.com, www.polishtravel.com.pl, www.polishhotels.pl. Recht neu ist auch das Angebot komfortabler Apartments. Mehr Infos unter: www.warsawapartments.org, www.warsawapartments.pl.
Schon etwas intensiver suchen muss man hingegen nach preiswerten Bed-&-Breakfast-Angeboten, kleineren Hotels und Pensionen. Eine Liste auch günstiger Offerten finden Sie unter www.warsawtour.pl.
Frühstück haben alle Hotels und Hostels im Angebot. Manchmal ist es allerdings nicht im Zimmerpreis enthalten.
Übernachten
Luxushotels
Le ReginaExklusives Boutiquehotel in einer ruhigen Straße der Neustadt, nahe dem Marktplatz, in einem kleinen, renovierten Palast aus dem 18. Jh. Mit seinen Säulengängen und dem Innenhof erinnert es ein wenig an ein Kloster - nur ist es wesentlich luxuriöser. Spabereich mit Swimmingpool, Fitnessraum und Sauna. Restaurant La Rotisserie mit exklusiver internationaler Küche, Lobbylounge mit Kamin. Zimmer unterschiedlicher Kategorie: Standard, Superior, Deluxe und Suiten. DZ 250-1350 Euro (Präsidentensuite), 61 Zi., Kościelna 12, Tel. 02 25 31 60 60, Fax 02 25 31 60 61, www.leregina.com, Bus 175, 518 Plac Krasińskich
Le Royal Méridien BristolHier übernachteten schon Berühmtheiten wie John F. Kennedy, Pablo Picasso und die Rolling Stones. Opernstar Jan Kiepura sang einst auf dem Balkon. Das erste und immer noch größte Warschauer Nobelhotel in exklusiver Lage am Königsweg, nahe bei Schloss und Altstadt. Das Gebäude aus dem 19. Jh. ist für Warschau Inbegriff des Luxus. Ausladende Gänge und Konferenzräume unten, die Zimmer aufwändig eingerichtet. Recht groß und daher nicht so individuell. Edelrestaurant Malinowa, Café Bristol und Bar. DZ ab 160 Euro. 205 Zi., Krakowskie Przedmieście 42/44, Tel. 02 25 51 10 00, Fax 02 26 25 25 77, www.lemeridien-bristol.com, Busse 116, 122 174, 175 Hotel Bristol
RialtoDas stilvollste der drei Warschauer Luxushotels ist erst 2001 durch den kompletten Umbau eines unspektakulären Eckhauses entstanden. Ganz in der Atmosphäre des Art déco gehalten, dabei intim und persönlich. Jeder der Räume ist individuell möbliert (mit Originalmöbeln vom Anfang des 20. Jhs.). Stadtbekannt das Restaurant des Schweizer Chefs Kurt Scheller. Fitnessraum, Dampfbad und Sauna. DZ ab 150 Euro, 44 Zi., ul. Wilcza 73, Tel. 02 25 84 87 00, Fax 02 25 84 87 01, www.hotelrialto.pl, Metro Politechnika
Übernachten
Appartements und Ferienwohnungen
Babka Tower SuitesModerne Apartments in den oberen Stockwerken eines Hochhauses beim Einkaufszentrum Arkadia. 50 Apt., Al. Jana Pawła II 80/D44, Penthouse D, 10. Stock, Eingang von ul. Dzika, Treppenhaus D, Tel. 02 26 37 32 73, Fax 02 26 37 32 60, www.babkatower.com, Metro Dworzec Gdański, €€
Royal Route ResidenceEinzel-, Doppel- und Mehrfachapartments bis hin zu Studios - neu, sauber, voll ausgestattet. Das Beste ist die Lage: direkt an der Fußgängerzone Chmielna und der Nowy Świat, im Restaurant- und Kneipenviertel, nur wenige Schritte von fast allen wichtigen Sehenswürdigkeiten entfernt. Nowy Świat 29/3, Tel. 02 28 87 98 00, Fax 02 28 31 49 56, www.warsawapartments.net, Bus u. a. 175, 518 Foksal, €
Übernachten
Jugendherbergen
Die Hostels bieten Mehrbett- und Doppelzimmer (mit Bad) sowie Küchenbenutzung. Sie sind modern, gepflegt und preiswert.
BotelDie vielleicht romantischste Übernachtung im Budgetbereich: Auf der Weichsel liegen zwei Schiffe vor Anker, mit kleinen, sauberen Kajüten (1-2 Pers.). Auf dem Sonnendeck gibt es immer ein frisches Bier. Gemeinschaftsbad und -küche. 10 Gehminuten ins Zentrum. 28 Kajüten, Most Poniatowskiego, Tel./Fax 02 26 28 58 83, www.hostels-botel.com, www.botel.pl, €
Dom Przy RynkuAm stimmungsvollen Neustadtmarkt in einem frisch renovierten historischen Gebäude. Nur im Juli und August und an Wochenenden, sonst dient das Haus als Kinderheim. Individuelle Zimmer mit Charakter. Etagenbad, moderne Küche. 40 Plätze (2-4 Pers./Zi.), Rynek Nowego Miasta 4, Tel. 02 28 31 50, www.cityhostel.net, Bus u. a. 180, 518 Plac Zamkowy, €
KanoniaMitten in der Altstadt nur wenige Schritte von Schloss und Marktplatz. Frisch renoviert und sauber, Zimmer für 2 bis 14 Pers. 9 Zi., Jezuicka 2, Tel. 02 28 87 65 60, Fax 02 26 35 06 76, www.kanonia.pl, Bus Plac Zamkowy, €
Nathan's VillaProfihostel in einem schönen Innenhof direkt am Plac Konstytucji mit allem, was der Backpacker wünscht: 30 Minuten täglich Highspeed-Internet gratis, kostenlose Wäscherei. Moderne Zimmer, Bäder und Küche. 10 Zi., Piękna 24/26, Tel. 02 26 22 29 46, www.nathansvilla.com, Metro Politechnika, €
Oki DokiKünstlerische Alternative zu Standardhostels. Zentral zwischen Kulturpalast und Altstadt im Club- und Restaurantviertel. Jedes Zweibettzimmer ist mit antiken Möbeln ausgestattet, von Künstlern individuell gestaltet mit Namen statt Nummer (Engel, Afrika oder Kitsch). Zusätzlich Mehrbettzimmer. Küche, Bar, TV-Raum. Auto- und Fahrradverleih. 30 Zi., Plac Dabrowskiego 3, Tel. 02 28 26 51 12, Fax 02 28 26 83 57, www.okidoki.pl, Metro Świętokrzyska,
Amarylis B&BEines der wenigen Bed-&-Breakfast-Angebote, in einem gehobenen, ruhigen Wohnviertel des westlichen Stadtteils Wola. Es gibt gute Tram- und Busanbindung. Garten. 6 Zi., Rzędzińska 19, Tel./Fax 02 28 64 62 91, www.amarylisbnb.com, Bus 501, Tram 8, 10 Plac Kasztelański, €
Übernachten
Hotels Kategorie gehoben
Hotel Kyriad PrestigeNur wenige Minuten von Bahnhof und Flughafen. Moderne Zimmer, freundliche Atmosphäre. Es gibt Restaurant, Sauna, Jacuzzi und Fitnessraum. 144 Zi., ul. Towarowa 2, Tel. 02 25 82 75 00, Fax 02 25 82 75 01, www.kyriadprestige.com.pl, Bus, Tram Plac Zawiszy
Polonia PalaceHier lebt das elegante Warschau der 20er- und 30er-Jahre wieder auf. Prächtig restauriertes Gebäude schräg gegenüber vom Kulturpalast, abends mit seiner Beleuchtung ein echter Blickfang. Elegant und luxuriös im altmodischen Stil. Suiten mit kräftigen Aufpreisen. Das Hotelrestaurant bietet eine Mischung aus polnischer und mediterraner Gourmetküche. Wellness- und Fitnessbereich. 206 Zi., Jerozolimskie 45, Tel. 02 23 18 28 00, Fax 02 23 18 28 01, www.poloniapalace.com, Metro Centrum
Hotel RadissonInternationaler Standard im Business- und Hochhausviertel, nur wenige Minuten von Zentrum und Zentralbahnhof. Fitnesszentrum, Restaurant, Bar. 311 Zi., ul. Grzybowska 24, Tel. 02 23 21 88 88, Fax 02 23 21 88 89, www.radisson.com, Bus u. a. 500, 510 Rondo ONZ
The Westin WarsawIm modernen Wolkenkratzerviertel. Gläserner Panoramafahrstuhl. Exzellenter Service. Das Hotel wirbt mit dem »bequemsten Himmelbett der Welt«. 361 Zi., Jana Pawła II, Tel. 02 24 50 80 00, Fax 02 24 50 81 11, www.westin.pl, Bus 500, 510 Rondo ONZ
St. Andrew's PalaceIn der schönen ul. Chmielna in einem klassischen Warschauer Hinterhof. Vollständig modernisiertes Gebäude, aber im Stil seines Baujahres 1900. 24 Suiten mit kompletter Ausstattung. Tägliche Reinigung. Nobel, aber auch recht teuer: Suiten ab 120 Euro, günstiger bei längerem Aufenthalt. Chmielna 30, Tel. 02 28 26 46 40, Fax 02 28 26 96 35, www.residence.com.pl, Metro Centrum, €€€
Übernachten
Hotels Kategorie standard
Airport Hotel OkęcieGepflegtes Haus, eingerichtet im Vorkriegsstil der 30er-Jahre, nur 800 m vom Warschauer Flughafen und 4,5 km vom Zentrum entfernt. Zwei Restaurants und eine Cocktailbar. Zimmer mit Internetzugang. Shuttlebus alle 30 Minuten zum Flughafen. 172 Zi., ul. 17 Stycznia 24, Tel. 02 24 56 80 00, Fax 02 24 56 80 29, www.airporthotel.pl, Bus 175, 17 Stycznia
CampanileDas Haus hat ein freundliches, modernes Ambiente. Die neuen Zimmer sind allerdings nicht besonders groß. Wasserkocher im Zimmer. 194 Zi., ul. Towarowa 2, Tel. 02 25 82 72 00, Fax 02 25 82 72 01, www.campanile.com.pl, Bus 127, 128, 130, 175, Tram 7, 8, 9, 12 Plac Zawiszy
Dedek ParkKleines, im Park Skaryszewski und am See Kamionkowskie ruhig gelegenes Hotel auf der rechten Weichselseite. Gut 2 km vom Zentrum. Sat-TV, Internet. Traditionelles polnisches Essen bekommt man in der dazugehörigen Karczma u Dedka. 15 Zi., Al. Zieleniecka 6/8, Tel. 02 26 19 77 81, Fax 02 26 19 45 18, www.dedek.pl, Tram 7, 8, 25 Al. Zielenecka
HetmanEinzige echte Übernachtungsalternative auf der anderen Weichselseite, mitten im alten Praga. Mit Taxi oder Tram braucht man 5 Min. ins Zentrum. In renoviertem Altbau mit elegantem Flair und ordentlichen Zimmern. 68 Zi., ul. Kłopotowskiego 36, Tel. 02 25 11 98 00, Fax 02 26 18 51 39, www.hotelhetman.pl, Tram 3, 6, 13, 21, 25, 26 Dworzec Wileński
IbisInternationaler Standard, aber für alle, die in einer fremden Stadt in ein vertrautes Hotel gehen wollen, machen die drei Warschauer Ibis-Standorte, davon zwei in Zentrumsnähe, ein solides Angebot. Interessante Preisnachlässe zum Wochenende. 189 Zi., Al. Solidarności 165, Tel. 02 25 20 30 00, Fax 02 25 20 30 30, www.ibishotel.com, Bus 119, 125, 170, 171, 190, 333; Muranowska 2, Tel. 02 23 10 10 00, Fax 02 23 10 10 10, Bus 127, 180, Tram 15, 19, 35, 36 Muranowska
MariaEin wenig abseits vom Zentrum, nahe dem Einkaufstempel Arkadia und dem Friedhof Powązki. Sympathisches Haus mit familiärer Atmosphäre. Spa-Bereich. 24 Zi., Al. Jana Pawła II 71, Tel. 02 28 38 40 62, Fax 02 28 38 38 40, www.hotelmaria.pl, Bus 500, 510 Rondo AK Radosław (Rondo Babka)
MDMDas Reizvollste ist die Lage: Das MDM residiert in ebenjenem Haus am Plac Konstytucji, auf das die sozialistische Paradestraße Marszałkowska zuführt. Das hat Stil. Die Zimmer sind vergleichsweise groß, allerdings ist die Einrichtung schon ein wenig in die Jahre gekommen. 120 Zi., Plac Konstytucji 1, Tel. 02 23 39 16 00, Fax 02 26 21 41 73, www.syrena.com.pl, Metro Politechnika
Hotel ReytanModernisierte Zimmer mit Internetanschluss, teilweise King-Size-Betten, Sonderangebote an Wochenenden und bei Internetbuchung. Spazierentfernung von Parks, Kinos und Pubs, per Metro oder Bus 10 Minuten zum Zentrum. 86 Zi., ul. Rejtana 6, Tel. 02 26 46 31 76, Fax 02 26 46 29 89, www.reytan.pl, Metro Pole Mokotowskie
Hotel WitkowskiNeu eingerichtetes, gemütliches Hotel in Flughafennähe, 10 Autominuten vom Zentrum. Internet auf den Zimmern. 39 Zi., Al. Krakowska 131, Tel. 02 28 46 70 70, Fax 02 28 86 62 36, www.hotelwitkowski.pl, Bus 182 Cyprysowa
Übernachten
Hotels Kategorie günstig
Etap HotelDas günstigste und neueste Standardhotel. Alles ist sehr einfach, aber praktisch. TV. 176 Zi., St. Zagórna 1, Tel. 02 27 45 36 60, Fax 02 26 22 55 01, www.orbis.pl, Bus 155, 171, 185 Towar
HarendaSympathisches Haus am Königsweg zur Altstadt mit bekanntem Bier- und Restaurantgarten und Club im Keller (Musik, Kabarett, Theater). Besonderes Angebot: Bei zwei Tagen Aufenthalt zahlt man nur für eine Nacht. Auch Last-Minute-Offerten. 43 Zi., ul. Krakowskie Przedmieście 4/6, Tel. 02 28 26 00 71, Fax 02 28 26 26 25, www.hotelharenda.com.pl, Bus u. a. 111, 116, 122, 175, 180 Uniwersytet
MazowieckiEhemaliges Armeehotel in bester Lage, unten gutes polnisches Essen im Kuźnia Smaku. Einfache Einrichtung in einem nicht komplett renovierten Haus, aber sauber. Für alle, die sozialistische Atmosphäre schnuppern wollen. 56 Zi., Mazowiecka 10, Tel. 02 28 27 23 65, Fax 02 26 87 91 17, www.hotelbelwederski.pl, Metro Świętokrzyska, Bus 175 Ordynacka
Mercure Fryderyk ChopinDas Hotel ist schöner, als es von außen den Anschein hat. Geschmackvoll eingerichtete Zimmer. Fitnesscenter und Sauna. 249 Zi., Al. Jana Pawła II 22, Tel. 02 25 28 03 00, Fax 02 25 28 03 03, www.mercure.com, Bus 500, 510 Rondo ONZ
Premiere ClasseHier wird kein Platz verschenkt: In den Zimmern, jeweils mit kleinem Bad, steht nicht mehr als ein Doppelbett, ein Tisch und ein Stuhl. Dafür ist alles neu und sauber. 126 Zi., Towarowa 2, Tel. 02 26 24 08 00, Fax 02 26 20 26 29, Bus 127, 128, 130, 175, Tram 7, 8, 9, 12 Plac Zawiszy
Sehenswertes
Warschaus Schätze
Überlaufene und vergessene Viertel, Straßen und Parks, kleine und große Kirchen, königliche und kommunistische Paläste
Warschau ist eine Stadt der Kontraste. Im Herzen urpolnisch, ein paar Straßenecken weiter von den Wohngebirgen des Sozialismus fast erdrückt, zwischendrin wachsen die Spiegelglastürme des Kapitals in den Himmel. Da ragt der ungeliebte Kulturpalast in stalinistischem Zuckerbäckerstil auf, daneben lockt die kleine Altstadt mit dem wiederaufgebauten Königsschloss, Kirchen allenthalben von Gotik bis Klassizismus, Jugendstilvillen neben Wohnblocks, Barockpaläste neben supermoderner Glas- und Stahlarchitektur: Warschau ist ein Kind vieler Zeiten, faszinierend widersprüchlich. In diesem Sinne hat die Millionenmetropole ihren Gästen viel zu bieten, viel zu zeigen, viel zu sagen - und Jahr für Jahr kommen mehr Menschen, um Polens Hauptstadt kennen- und in den meisten Fällen wohl auch lieben zu lernen. Sie sind willkommen: Die touristische Infrastruktur ist in den letzten Jahren kräftig ausgebaut und modernisiert worden. Im Innenstadtbereich weisen blaue Schilder auf Polnisch und Englisch den Weg zu Sehenswürdigkeiten, die Buslinie 180 fährt die wichtigsten Attraktionen der Stadt vom Schloss Wilanów bis zum Powązki-Friedhof ab. Es verkehrt auch ein Doppeldeckerbus mit der Nummer 100 von der Altstadt nach Praga und dann wieder zurück in Richtung Zentrum (nur am Wochenende, alle 2 Std.). Die Informationstafeln der Stadtverwaltung sind bis in die Außenbezirke hinein zweisprachig. Ein wenig vernachlässigt wurde bis jetzt die Weichsel. Gerade der wilde Zustand des Weichselufers hat seinen Reiz, den Sie zu Fuß oder auf dem Fahrrad erkunden können. Vom Innenstadtbereich bis ganz in den Norden führt ein Weg direkt am Wasser entlang. Schön ist auch eine Fahrt mit der Wasserstraßenbahn, einem Ausflugsschiff mit Café und Restaurant (im Sommer stündlich, Sa/So alle 2 Std., www.zeglugastoleczna.pl).
Sehenswertes
Statuen und Denkmäler
Ghetto-DenkmälerBereits 1946 errichtete man in der Zamenhofa-Straße (ul. Zamenhofa) einen ersten Gedenkstein für die im Ghetto umgekommenen und ermordeten Juden. Neben dem Mahnmal, einem Bunkereingang nachempfunden, erinnert das zwei Jahre später aufgestellte Denkmal der Ghettohelden (Pomnik Bohaterów Getta) an die Opfer des Aufstands im April 1943. Im ehemaligen Ghetto pferchten die Nazis zeitweise eine halbe Million Juden ein. Viele starben an Hunger und Seuchen, die meisten wurden in Viehwaggons zum Vernichtungslager Treblinka gebracht und dort ermordet. Als die SS am 19. April 1943 mit einer weiteren Liquidierungsaktion beginnen wollte, wurde sie mit Schüssen empfangen. Die jungen Kämpfer machten sich keine Illusionen, aber sie wollten sich nicht wehrlos zur Schlachtbank treiben lassen. Der ungleiche Kampf dauerte 28 Tage. Nur wenige der rund 60 000 Menschen, die sich zu der Zeit noch im Ghetto befanden, überlebten.
Nikolaus-Kopernikus-Denkmal (Pomnik Mikołaja Kopernika)Erhaben und weise, einen Globus in seiner Linken, sitzt er auf seinem Sockel vor der Polnischen Akademie der Wissenschaften, wie ihn der dänische Bildhauer Per Thorvaldsen 1830 erschaffen hat: Nikolaus Kopernikus oder, wie die Polen ihn nennen, Mikołaj Kopernik. In Warschau ist der verehrte Gelehrte freilich nur wenige Male gewesen. Sein weltbewegendes astronomisches Hauptwerk »De Revolutionibus Orbium Coelestium« (»Von der Bewegung der Himmelskörper«) entstand nahe der Ostsee im heutigen Frombork (Frauenburg). Ecke Nowy Świat/ul. Świętokrzyska, Bus 180, 518 Uniwersytet
Sigismundsäule (Kolumna Zygmunta)Warschaus ältestes säkulares Denkmal. Seit 1644 steht die Säule mitten auf dem Schlossplatz und erinnert an die Verlegung der polnischen Hauptstadt von Krakau nach Warschau im Jahr 1596 unter König Sigismund III., der auf der fast 22 m hohen Säule steht. Von dort blickte der Spross der Wasa-Dynastie schon auf zahllose Liebespaare herab, die sich einer Tradition folgend hier zum ersten Rendezvous treffen. Inzwischen schaut er jedoch weit öfter auf Inlineskater, Touristen und Souvenirverkäufer. Früher wurden von der Säule aus alle offiziellen Entfernungen zwischen Warschau und dem Rest des Landes gemessen. Heute ist sie vor allem ein idealer Startpunkt für Stadtspaziergänge. Plac Zamkowy, Bus 180, 518 Plac Zamkowy
SireneDer Wappenfigur der Stadt wurde natürlich auch ein Denkmal gewidmet. Die um 1850 geschaffene, unverkennbar romantisch geprägte Bronzeskulptur der wehrhaften Nixe steht seit Kurzem wieder auf ihrem angestammten Platz: dem Altstädtischen Markt (Rynek Starego Miasta). In den Nachkriegsjahrzehnten zierte sie immer mal wieder einen anderen Ort der Stadt, zuletzt den Innenhof des Schlosses. Rynek Starego Miasta, Bus 180, 518 Plac Zamkowy
Sehenswertes
Friedhöfe und Grüfte
Cmentarz PowązkowskiMit über 200 Jahren der älteste katholische Friedhof Warschaus mit gewaltigen Ausmaßen. Allein an der Powązkowska-Straße zieht er sich gut einen Kilometer entlang. Der Friedhof ist für die Warschauer von besonderer Bedeutung. An Allerheiligen, am 1. November, besuchen ihn Zehntausende, um Kerzen zu entzünden und der Toten zu gedenken. Unter Schatten spendenden alten Bäumen und zwischen kunstfertigen Grabkapellen liegen einige der größten Polen begraben, besonders entlang der 1925 eingerichteten Ehrenallee (Aleja Zasłużonych): Opernlegende Jan Kiepura, die Komponisten Witold Lutosławski und Henryk Wieniawski, Władysław Szpilman (der »Pianist« aus dem gleichnamigem Film), aber auch kommunistische Führer wie Bolesław Bierut, Polens einziger kommunistischer Präsident nach dem Zweiten Weltkrieg.
Sehenswertes
Bauwerke
Königsschloss (Zamek Królewski)Königreich und Untergang, Neugeburt als Republik, Kriegszerstörung und Wiederaufbau: An keiner Gedenkstätte Warschaus sind Wohl und Wehe der polnischen Geschichte eindrucksvoller und exemplarischer erlebbar als im Königsschloss an der Weichsel. Hinter der schlicht scheinenden roten Fassade erwarten den Besucher nicht nur Ausstellungen europäischer Kunst und adlige Hochkultur. Das Schloss bringt auch sein eigenes dramatisch-wechselvolles Schicksal in die historische Retrospektive ein.
Krasiński-Palais (Pałac Krasińskich)Der niederländische Architekt Tylman van Gameren entwarf Warschaus schönsten Barockpalast 1677. An der prachtvollen Fassade wirkte ein junger Bildhauer mit, der später in Berlin berühmt werden sollte: Andreas Schlüter. Heute beherbergt das von einem schönen Park umgebene Palais am westlichen Rand der Neustadt die Nationalbibliothek, zu deren Schätzen Drucke aus dem 11. Jh. und eine kostbare Handschriftensammlung zählen. Einen interessanten Kontrast zum barocken Palast bildet der gegenüber liegende Oberste Gerichtshof mit seiner modernen Spiegelglasfassade. pl. Krasińskich 3/5, Bibliothek Mo-Fr 9-17 Uhr, Eintritt frei, Bus 180, 518 pl. Krasińskich
Kulturpalast (Pałac Kultury i Nauki)Obwohl die Warschauer dem Bau lange mit Widerwillen begegneten, avancierte er zum Wahrzeichen der Stadt. Daran änderten auch die futuristischen Wolkenkratzer nichts - seinen Gegnern zum Trotz, die hofften, der Kulturpalast würde langsam, aber sicher zugebaut. Erbaut wurde der Koloss 1952-1955 auf Geheiß Stalins, entworfen von einem sowjetisch-polnischen Architektenkollektiv nach dem Vorbild der Moskauer Lomonossow-Universität. Der Monumentalbau war zur Entstehungszeit das zweitgrößte Gebäude in ganz Europa: 230,68 m Höhe inklusive Spitze, 42 Etagen, 3288 Räume, 1 Mio. m³ umbauter Raum. Immer noch ist es das höchste Haus Polens. Besucher gelangen mit einem Fahrstuhl in die 30. Etage auf 114 m Höhe - mit einem einzigartigen Panoramablick auf Warschau (Eintrittskarten in der Lobby). Zur Jahrtausendwende wurde die zweitgrößte Uhr Europas am Turm des Kulturpalasts enthüllt. Ihre vier Zifferblätter haben einen Durchmesser von je 6 m.
Nationaltheater und Metropolitan-HausNeben der Philharmonie wichtigster Ort für klassische Musik in Warschau, mit dem größten Theatersaal Europas (1900 Plätze). Die klassizistische Fassade - auch sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und ist eine gelungene Rekonstruktion - beeindruckt mit antiken Säulen und kunstvollen Skulpturen. Vor dem Gebäude erstreckt sich der Theaterplatz (Plac Teatralny), den regelmäßig Open-Air-Veranstaltungen und Demonstrationen füllen. Vor dem Gebäude steht eine Skulptur des Dramatikers und Theatergründers Stanisław Moniuszko.
Schloss WilanówWohl das schönste Warschauer Schloss, einstige Sommerresidenz der Könige und später des polnischen Adels. Gerade umfangreich saniert und renoviert, erstrahlt die prachtvolle Barockfassade wieder in jenem Glanz, wie sie Ende des 17. Jhs. nach einem Entwurf des Baumeisters Agostino Locci geschaffen wurde. Der Name Wilanów ist italienischen Ursprungs - abgeleitet vom lateinischen Villa Nova (neue Stadt). Auch deutsche Adlige residierten hier, unter ihnen August II., König von Sachsen - er war gleichzeitig polnischer König.
Universitätsbibliothek (Biblioteka Uniwersytecka)Etwas abseits, unterhalb des Königswegs, wurde 1999 die neue Universitätsbibliothek eröffnet. Ihre hellgrüne Fassade mit aufgeschlagenen Büchern und Inschriften auf Polnisch, Russisch, Griechisch, Arabisch, Hebräisch und Indisch, Musiknoten, mathematischen Zeichen und einem violetten Kunstgerüst daneben symbolisiert die Vielfalt der bibliophilen Schätze, die in diesem Haus gehütet werden. Höhepunkt des Ensembles ist zweifellos der Bibliotheksgarten. Verwinkelte Wege und Pflanzentunnel führen vorbei an botanischen Raritäten und kleinen Wasserbiotopen hin zu Aussichtspunkten mit schönem Blick auf die Weichsel und das Stadtzentrum. Vom Garten gelangt man über eine lange Treppe (es gibt auch einen Fahrstuhl) auf das Dach des Gebäudes. Durch große, runde Fenster kann man in den Hauptsaal der Bibliothek hinabblicken, wo Studenten unter dem imposanten Glas-Stahl-Gewölbe ihren Lesestoff zusammensuchen. ul. Dobra 56/66, Bus 118, 150, 506 Biblioteka Uniwersytecka
Sehenswertes
Kirchen und religiöse Stätten
St.-Annen-Kirche (Kościół św. Anny)Ein Schmuckkästchen am Eingang zur Altstadt, in Sichtweite des Schlosses. Offiziell nicht die wichtigste Kirche der Stadt und auch eher eines ihrer kleineren Gotteshäuser, doch von großer Bedeutung für die Warschauer. Auch Papst Benedikt XVI. besuchte St. Anna bei seiner Polenreise im Mai 2006. Das Gotteshaus hat den Status einer akademischen Kirche und wird von Studenten betreut. Ein barocker Rausch empfängt den Besucher im Inneren: vergoldeter Schmuck an Wänden und Stirnseiten, ein prachtvoller Altar, üppig ausgemalte Deckengewölbe. Wegen der guten Akustik und der wunderschönen Orgel finden hier oft Konzerte statt. St. Annen ist eine der ältesten Kirchen Warschaus. Der Bau wurde schon 1454 im gotischen Stil begonnen, später kam es mehrfach zu Umgestaltungen. Ihr barock-klassizistisches Aussehen erhielt die Fassade erst 1788. Nach der Zerstörung im Krieg zwischen 1946 und 1962 wieder errichtet. Krakowskie Przedmieście 68, Bus u. a. 180, 518 Plac Zamkowy
Evang.-Augsburgische Dreifaltigkeitskirche (Kościół Ewangelicko-Augsburski)Nach ihrem Bau Ende des 18. Jhs. im klassizistischen Stil war sie für einige Zeit das größte Sakralgebäude Warschaus. Heute ist sie die einzige evangelische Kirche der Stadt und neben Gottesdiensten an Sonntagen und zu besonderen Anlässen vor allem ein Ort für Konzerte. Mo/Mi 14-18, Di/Do/Fr 9-14 Uhr, pl. Małachowskiego 1, Bus 106, 160, 310 Zachęta
Heiliggeistkirche (Kościół św. Ducha)Die Kirche des Paulanerordens besteht seit gut 300 Jahren und war von Beginn an alljährlich der Ausgangspunkt für alle Warschauer Pilger, die sich auf den tagelangen Fußmarsch nach Tschenstochau machten, dem größten polnischen und einem der drei wichtigsten europäischen Wallfahrtsorte. Direkt neben der Kirche steht ein kleiner, schon über zwei Jahrhunderte alter Kiosk. Er besitzt eine eigene Hausnummer und gilt daher als das kleinste Gebäude Warschaus. ul. Długa 3, Bus 116, 122, 174, 518 Plac Krasińskich
Heiligkreuzkirche (Kościół św. Krzyża)Eines der wichtigsten Warschauer Gotteshäuser mit einer großen Christusfigur über dem Eingang. Ende des 17. Jhs. im Barockstil erbaut nach dem Vorbild der römischen St. Andrea Della Valle, mit einem 70 m langen, 39 m breiten und 20 m hohen Hauptschiff. Den Grundstein legte der legendäre König Jan III. Sobieski. Die größte Orgel Warschaus ist hier zu bewundern. Berühmt ist die Heiligkreuzkirche für etwas anderes: Hier wird das Herz von Frédéric Chopin aufbewahrt, wie es der polnische Nationalkomponist in seinem Testament verfügte. Sein Körper liegt in Paris begraben. Auf dem Chopin-Epitaph in der Kirche steht ein Zitat aus dem Matthäus-Evangelium: »Wo Dein Schatz, da ist auch Dein Herz« sowie die Inschrift »Für Frédéric Chopin - die Landsleute«. Krakowskie Przedmieście 3, Bus u. a. 180, 518 Uniwersytet
Kathedrale Johannes' des Täufers (Katedra św. Jana Chrzciciela)Die gotische Johannes-Kathedrale ist die älteste und bedeutendste Kirche der Stadt. Seit 1798 hat sie die Funktion eines Doms, seit 1817 ist sie die Kathedrale des Erzbistums Warschau. In der Krypta befinden sich die Gräber großer polnischer Persönlichkeiten, u. a. des letzten Königs Stanisław August Poniatowski, des Literaturnobelpreisträgers Henryk Sienkiewicz (»Quo Vadis?«) und des ersten polnischen Präsidenten nach dem Ersten Weltkrieg, Gabriel Narutowicz. Die Kathedrale wurde im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört und gleich danach wieder aufgebaut. Besonders schön sind die rekonstruierten alten Skulpturen und die Glasfenster mit Darstellungen polnischer Heiliger sowie das wertvolle Kruzifix. Bei der Wiedererrichtung wurde zur Erinnerung an die Zerstörungen durch deutsche Truppen in eine Wand die Raupenkette eines deutschen Panzers eingearbeitet. Krypta tgl. 10-13 u. 15 bis 17.30 Uhr, ul. Świętojańska 8, Bus u. a. 180, 518 Plac Zamkowy
Mariä-Empfängnis-Kirche (Kościół Nawiedzenia NMP)Die einzige im Originalzustand erhaltene gotische Kirche verbirgt sich am Ende der Neustadt. Mit ihrer roten Backsteinfassade aus dem 15. Jh. und dem frei stehenden Glockenturm unterscheidet sie sich von den meisten anderen Kirchen der Stadt. Direkt neben dem Gebäude finden Sie eine Aussichtsplattform, von der aus Sie den Blick auf die Weichsel genießen können. Przyrynek 6, Bus 116, 122, 174, 518 Plac Krasińskich
Maria-Magdalena-Kirche (Cerkiew św. Marii Magdaleny)Die einzige große russisch-orthodoxe Kirche der Stadt, Sitz des Metropoliten von Warschau, erbaut 1869. Der mächtige, gelbe Fünfkuppelbau mit den charakteristischen Zwiebeltürmen zieht im Stadtteil Praga rechts der Weichsel schon von Weitem die Blicke auf sich. Unweit einer riesigen Straßenkreuzung dringt der Lärm bis an die heiligen Mauern, und doch öffnet sich hinter der Schwelle die stille Welt einer östlichen Mysterienkirche: Der kleine Raum (ohne Sitzbänke, typisch für die Orthodoxie) ist mit Teppichen ausgelegt, die Wände und der Altar sind mit Blattgold und alten Ikonen überreich geschmückt. Oft steht eine Babuschka mit Kopftuch am Verkaufstisch für Kerzen, kleine Ikonen und andere orthodoxe Devotionalien. Jeden Tag um 16 Uhr können Sie hier einen Gottesdienst erleben mit typischen liturgischen Gesängen, Weihrauch und vielen Kerzen. Al. Solidarności 52, Bus 100, 120, 125, 144, 160, 170, Tram 2, 3, 6, 13, 25, 26 Dworzec Wileński
Nożyk-SynagogeDas einzige (von einst über hundert) jüdische Gotteshaus, das den Zweiten Weltkrieg überstand, ist nach seinem Gründer Zalman Nożyk benannt. Es ist gut 100 Jahre alt. Während der deutschen Besatzung Warschaus gehörte die Synagoge zum sogenannten kleinen Ghetto. Die Nazis verwendeten sie als Pferdestall und Kornspeicher. Erst 1977 wurde sie renoviert und gehört heute wieder der jüdischen Gemeinde. Die Mauern, die Balustrade und die Säulen des Innenraums sind ganz in Weiß gehalten. ul. Twarda 6, Besichtigung außerhalb der Gebetszeiten (Sa geschl.), Bus 160, 460 Plac Grzybowski
Sehenswertes
Plätze
Plac BankowyDer weiträumige Bankenplatz lebt von seinen Gegensätzen. Westlich liegt der klassizistische ehemalige Sitz der Börse aus dem 19. Jh. Die Fassade besteht aus zwei Etagen von Bogengängen. Heute finden Sie hier eine Gemäldesammlung mit Motiven Johannes Pauls II. Im Hintergrund an der ul. Bielańska verbergen sich die Ruinen der Nationalbank aus dem Zweiten Weltkrieg. Architektonischer Leuchtturm des Platzes ist der spiegelglasblaue Wolkenkratzer, das erste wichtige Hochhaus Polens nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Der Bau war umstritten - auch weil an der Stelle früher eine Synagoge stand; eine Gedenktafel erinnert daran. In dem weißen Palast aus dem 19. Jh. gegenüber sitzen heute die Warschauer Verwaltung und das Stadtoberhaupt. Auf der anderen Seite der Kreuzung steht das Arsenal, das einst Offiziersschule war, dann Gestapo-Gefängnis und heute das Archäologische Museum beherbergt. Metro Plac Bankowy
Plac KonstytucjiSozialismus pur. Nicht nur beim Kulturpalast konnten sich die Architekten des Betonzeitalters ausleben, sondern auch am Verfassungsplatz und der Marszałkowska-Straße, die in Überbreite direkt auf ihn zuführt: Mächtige Wohnhäuser säumen die Paradestraße. Den Platz selbst markieren drei hohe Kandelaber, die wie überdimensionierte Kerzenhalter aussehen. Wofür sie stehen, kann heute niemand mehr sagen. Durch große Torbögen in den Wohnblöcken rechts und links vom Platz gelangen Fußgänger in die Nebenstraßen. Die Bögen wurden übrigens so gebaut, dass ein Panzer sie blockieren konnte. Oben hängt die älteste Neonreklame Warschaus. Metro Politechnika
Plac PiłsudskiegoEin sehr großer, leerer Platz, benannt nach dem Marschall, der Polen 1918 in die Unabhängigkeit führte. Er wird häufig für Großveranstaltungen genutzt, etwa große Papstmessen, zuletzt mit Benedikt XVI. im Mai 2006. Am Westende des Piłsudski-Platzes befindet sich das Grab des Unbekannten Soldaten, eine Stätte zum Gedenken an namenlose im Kampf um die Freiheit Polens gefallene Helden. Das symbolische Grabmal, an dem eine ewige Flamme brennt, liegt unter den Arkaden des ehemaligen Sächsischen Palais. Es wurde in den 1920er-Jahren errichtet, nach dem Zweiten Weltkrieg in Teilen wieder aufgebaut und mit Urnen von Gefallenen aus allen Orten versehen, an denen Polen kämpften und starben. Die Gedenkstätte wird von Soldaten bewacht. Den feierlichen Wachwechsel können Sie immer sonntags um 12 Uhr sehen. Den Plänen der Stadtoberen zufolge soll das gesamte Sächsische Palais in den kommenden Jahren wieder errichtet werden. Vermutlich wird es wie das Königsschloss originalgetreu aufgebaut werden. Zuvor sind aber noch Ausgrabungen am früheren Standort des Palastes geplant.
Plac Zamkowy (Schlossplatz)Der Schlossplatz mit der Sigismundsäule in seiner Mitte ist nicht sehr groß, bildet aber den Anfangspunkt des Königswegs und gilt als eigentliches Zentrum der Stadt. Auf der einen Seite geht es hinunter zur Weichsel und zum Schloss, auf der anderen Seite beginnt die alte Stadtmauer, auf deren Resten man heute entlangspazieren kann. Restaurants mit Panoramablick locken viele Touristen an. Eine kuriose Erscheinung ist die lange Rolltreppe (der Eingang liegt ein wenig versteckt), die vom Rand des Schlossplatzes hinunter zur Schnellstraße führt. Sie war bei ihrer Inbetriebnahme 1949 die erste elektrische Rolltreppe Polens und ist erst vor Kurzem nach langer Pause wieder in Betrieb genommen worden. Alte Fotos beweisen, welch eine Attraktion diese technische Errungenschaft einst war. Bus u. a. 180, 518 Plac Zamkowy
Plac ZbawicielaNur wenige Meter vom monumentalen Plac Konstytucji entfernt liegt einer der schönsten Warschauer Plätze - der Plac Zbawiciela: kreisrund, durchschnitten von Straßenbahngleisen, nicht spektakulär, aber ruhig und intim. Auch hier findet sich neben einigen älteren und einigen ganz modernen Gebäuden die Sandsteinarchitektur der 1960er-Jahre mit ihren mächtigen Arkadengängen. Sie bieten Raum für Lokale, von denen aus Sie die Atmosphäre dieses Platzes am besten genießen können. Alte Frauen mit einer traumhaft bunten Auswahl an Blumen sitzen in der warmen Jahreshälfte auf dem Bürgersteig. Der gesamte Platz wurde 2006 renoviert und wirkt jetzt noch freundlicher, besonders die Erlöserkirche (Najświętszego Zbawiciela, ul. Marszałkowska 37), die mit ihrem hellen, weiträumigen Inneren einen Besuch wert ist. Metro Politechnika
Sehenswertes
Stadtviertel
Altstadt (Stare Miasto)Warschaus Herz und Seele. Hier pulsiert das Leben zwischen Straßenhändlern, wimmelnder Alltagseile und Touristen, denen ein buntes Volk aus Souvenirhändlern, Schauspielern, Schnellzeichnern und Droschkenkutschern Waren und Dienste anbietet.
MariensztatDie malerische Mariensztat liegt im nördlichen Teil von Powiśle, dem fast vergessenen Stadtviertel an der Weichsel. Obwohl direkt unter der Altstadt, scheint sie in ihrer Ruhe und Gelassenheit doch meilenweit von ihr entfernt. Auf dem Marktplatz, der wie die Piazza einer italienischen Kleinstadt daliegt, oder in einem der angrenzenden Lokale sollte man eine Pause einlegen. Hier prägen niedrige Gebäude mit kleinen Balkonen im Stil des 18. Jhs. das Bild, und es gibt viel Grün. Die Straße ul. Mariensztat führt direkt zum bewachsenen Hang und dann als Fußweg hinauf in die Altstadt. Die ul. Bednarska indes verläuft mit ihren hübsch renovierten Bürgerhäusern steil aufwärts zum Königsweg (Krakowskie Przedmieście). Von der Mariensztat fällt der Blick auf die Rückseite des Schlosses. Warum dieses Viertel einen deutsch klingenden Namen hat (Mariensztat, ausgesprochen Marienstadt), ist übrigens bis heute nicht geklärt. Bus u. a. 180, 518 Plac Zamkowy
Neustadt (Nowe Miasto)Durch das vom venezianischen Stil geprägte Neustädtische Tor und die Barbakane, eine im 16. Jh. errichtete Verstärkung des eigentlichen Tores, gelangen Sie von der Alt- direkt in die Neustadt. Das Ambiente bleibt ähnlich: Kopfsteinpflaster, alt anmutende, niedrige Häuser, Restaurants, Kirchen. Erst auf den zweiten Blick bemerkt man den etwas anderen Charakter dieses Viertels: Die Fassaden sind deutlich weniger repräsentativ. Das hat historische Gründe. Die Altstadt war traditioneller Sitz der reichen Kaufleute, die Neustadt eher das Viertel kleiner Handwerker.
PragaStadtteil mit einem leicht morbiden und gleichzeitig alternativen Charme. Vor einigen Jahren noch als Hochburg von Kleinkriminellen in Verruf, ist er inzwischen als Künstler- und Lebenskünstlerviertel im Kommen. Im alten Praga sind im Zweiten Weltkrieg die meisten Gebäude unzerstört geblieben, weil die sowjetischen Truppen bereits bis dorthin vorgedrungen waren. Viele Häuser wurden seitdem nicht renoviert und verfielen über die Jahrzehnte. Ein interessanter Spaziergang führt die Ząbkowska- und die Brzeska-Straße entlang. Hier finden sich sowohl frisch renovierte Fassaden mit Kneipen und Lokalen als auch (v. a. in der Brzeska) noch der Charakter des alten Praga: bröckelnde Backsteinfassaden und gusseiserne Balkone, die Fotomotive der anderen Art bieten. In vielen Innenhöfen stehen kleine Marienkapellen, die den Hausbewohnern im Zweiten Weltkrieg als Kirchenersatz dienten und seither gepflegt und mit frischen Blumen versorgt werden. Etwas Zurückhaltung und Diskretion beim Fotografieren sind zu empfehlen - hier leben viele arme Menschen in schwierigen Verhältnissen. Im Stadtteil Praga liegt auch der Warschauer Zoo sowie die Wodkafabrik Koneser (Ząbkowska 27/31), in der nicht nur das polnische Nationalgetränk destilliert wird, sondern Ateliers und Kunstausstellungen untergebracht sind. In der Fabryka Trzciny treten hochkarätige Musiker auf. Legenden des Alten Praga sind der Bazar Różyckiego sowie der riesige Jarmark Europa im Zehnjahresstadion. Tram 3, 6, 13, 21, 25, 26 Ząbkowska
Saska KępaFür die Warschauer das Diplomatenviertel. Auch die deutsche Botschaft ist hier noch angesiedelt, wird aber gegen Ende des Jahrzehnts wegziehen. Saska Kępa gehört zum Stadtteil Praga. Touristen sind hier mangels berühmter Sehenswürdigkeiten selten anzutreffen, obwohl das Viertel zu den schönsten in Warschau zählt. Viele Villen aus der Zwischenkriegszeit sind erhalten und oft auch gepflegt. Dieser Stadtbezirk mit rund 40 000 Einwohnern wirkt wie ein eigenes kleines Städtchen mit Geschäften, Cafés, Restaurants, Postamt und Kirche. Viele Grünanlagen (u. a. Park Skaryszewski mit See) und die Weichsel trennen Saska Kępa von den umliegenden Stadtteilen und machen es zu einer Insel. Schilder weisen den Weg zu den verschiedenen Botschaften, die oft in imposanten Herrenhäusern und eleganten Villen residieren. Besonders streng bewacht und gut versteckt: die Vertretung des Irak. Besonders schön: die portugiesische Botschaft (ul. Francuska 37). Beginnen Sie den Spaziergang am Kreisverkehr Rondo Waszyngtona. Tram 7, 8, 9, 22, 24, 25 Rondo Waszyngtona
Stary ŻoliborzEinheimische halten dieses stille Viertel mit seinen Bürgerhäusern, Villen und ruhigen Straßen für die schönste Wohngegend der Stadt. Die Umgebung strahlt mit ihren alten Bäumen einen verwunschen-melancholischen Charme aus. Einen Spaziergang beginnen Sie am besten am Plac Wilsona. Von dort können Sie das Straßengeflecht hinter dem Kino Wisła erkunden. Zu einem Spaziergang lädt auch der Park Żeromskiego ein, direkt am Plac Wilsona. Er ist klein, aber mit seinen Hügeln und verschlungenen Wegen ideal zum Flanieren und Ausruhen nach einem Besichtigungstag in Warschau. Im Park führt ein Weg zu den Resten einer alten Festung mit Aussichtspunkt. Die Zitadelle (Cytadela) wurde während der polnischen Teilung im 18. Jh. von der russischen Besatzungsmacht als Gefängnis und Ort für Hinrichtungen errichtet. Sie sollte als Abschreckung für aufständische Polen dienen. Viele politische Gefangene waren hier inhaftiert. Metro Plac Wilsona
Museen
Marie Curie und andere Helden
Gefeierte Polen, große Meister, alte Tiere und junge Avantgardisten prägen die bunte und dynamische Warschauer Museumskultur
Warschau eine Stadt der Museen zu nennen ist gewiss nicht übertrieben, und die Vielfalt der musealen Themen ist immens: Fast 50 Ausstellungen widmen sich allem erdenklich Interessanten von der Karikatur bis zur Geschichte der polnischen Armee, von avantgardistischen Installationen der Gegenwartskunst bis zu Gemälden von Klassikern wie Rembrandt, Dürer und Leonardo da Vinci. Auch Kurioses und Exotisches hat seinen Platz, etwa im Pazifik-, im Jagd- oder im Museum der Lederzunft. Für Geschichtsinteressierte sind das Nationalmuseum und das Schloss ein Muss. Bekannt sind Warschaus Museen zudem dafür, sich beständig um berühmte Leihgaben aus aller Welt zu bemühen und sie in mitunter spektakulären Sonderausstellungen zu präsentieren. Neue Schauen werden oft mit großen Plakataktionen angekündigt und sind auch für Warschauer ein Grund, immer wieder ihre Museen aufzusuchen. Daher sollten Sie während eines Warschau-Besuchs unbedingt einen Blick in den aktuellen Veranstaltungskalender werfen (»Warsaw Insider«, www.warsawinsider.pl). Auch unter den ständigen Exponaten gibt es Juwelen, etwa die Panorama-Stadtansichten des italienischen Meisters Canaletto im Schloss. Unter den Neuschöpfungen ist vor allem das 2004 eröffnete Museum des Warschauer Aufstands sehenswert.
Die Museen und Galerien sind in der Regel vom späten Vormittag bis zum späten Nachmittag geöffnet und haben einen Ruhetag in der Woche, meist montags. Oft endet der Einlass allerdings schon 45 Minuten vor der offiziellen Schließzeit, und die aufpassenden Damen und Herren in den Ausstellungssälen nehmen es mit dem Feierabend meist ziemlich genau.
Es gibt die schöne Tradition, dass in vielen Museen an einem Tag in der Woche der Eintritt frei ist. Bei lebhafter Nachfrage kann das Kontingent an Gratistickets aber auch schnell erschöpft sein. Beschriftungen, Erläuterungen, Kataloge und Führungen sind gewöhnlich auf Polnisch und Englisch, seltener auf Deutsch. Übersicht: www.thevisitor.pl/muzea.php.
Museen
Museen
Centrum Sztuki Współczesnej (Zentrum für moderne Kunst)Das Zentrum für Moderne Kunst ist ebenso ein Ort für museale, multimediale Ausstellungen wie für Konzerte moderner Musik und Inszenierungen avantgardistischer Theaterstücke. Pro Jahr gibt es hier rund 50 Ausstellungen und über 300 Aufführungen. In einem kleinen Saal - und im Sommer auch im Innenhof - werden populäre, aber anspruchsvollere Kinofilme präsentiert, oft in Reihen (z. B. Woody Allen). Das Kunstzentrum residiert fürstlich im schönen Ujazdowski-Schloss nahe dem Łazienki-Park. Über 400 Jahre reicht die Geschichte des einstigen Adelssitzes zurück, der sogar eine Weile als Militärhospital diente und seit 1985 das Museum beherbergt. Die ausgestellten Werke der Gegenwartskunst kontrastieren reizvoll mit der barocken Architektur. Jeden Monat gibt das Zentrum eine Broschüre mit dem aktuellen Veranstaltungskalender heraus. Di-So 11-19, Fr 11-21 Uhr, Eintritt 12 Zł., Zamek Ujazdowski, Al. Ujazdowskie 6, www.csw.art.pl, Bus 116, 118, 119, 123 Plac na Rozdrożu
Galeria FoksalDie äußerlich unscheinbare Galerie, versteckt im einstigen Zamoyki-Palais am Ende der Foksal-Straße, setzt seit Jahrzehnten Trends in der polnischen Avantgardekunst. Internationale Größen wie Joseph Beuys stellten hier ihre Werke aus. Die von Wiesław Borowski seit 1966 allein geführte Galerie ist bei Insidern landesweit für ihre Aussstellungen bekannt, während das breite Publikum noch nicht einmal in Warschau Notiz von ihr nimmt. Die Galerie ist auch ein Ort für ausgefallene Installations- und Filmprojekte. Mo-Fr 12-17 Uhr, Eintritt frei, ul. Foksal 1/4, www.galeriafoksal.pl, Bus 111, 116, 175 Foksal
Galeria ZachętaDas prachtvolle Gebäude nahe dem Grab des Unbekannten Soldaten, erbaut von 1899 bis 1903 als Sitz eines Kunstvereins, ist schon wegen seiner Architektur einen Besuch wert. Die Galerie Zachęta ist die größte und angesehenste Kunstgalerie Polens und bietet ständig wechselnde Ausstellungen moderner Kunst, nicht selten mit Werken von internationalem Rang, etwa von Henri de Toulouse-Lautrec, Pablo Picasso, Paul Cézanne, Roy Lichtenstein, Max Ernst oder Fernand Léger. Zum festen Bestand der Zachęta gehören 600 Gemälde, 2600 Grafiken, Zeichnungen, Radierungen sowie Skulpturen und Stoffe - mit Schwerpunkt auf den 1960er- und 1970er-Jahren. Sonderausstellungen sind oft historischen Themen gewidmet. Die Galerie schrieb auch schon selbst Geschichte: 1922 wurde hier der erste Präsident der Republik Polen, Gabriel Narutowicz, ermordet. Di-So 12-20 Uhr, Eintritt 10 Zł., Do frei, pl. Małachowskiego 3, www.zacheta.art.pl, Bus 106, 160, 460 Zachęta (Wunschhaltestelle)
Muzeum Azji i Pacyfiku (Asien- und Pazifikmuseum)Das wohl exotischste Museum der Stadt bewahrt mehrere Tausend Exponate aus Afghanistan, China, Indien, Indonesien, der Mongolei, Nepal, Vietnam und Ozeanien und anderen Gebieten Südost- und Mittelasiens: von traditioneller Kleidung und Stoffen Dutzender Völker und Stämme über edles Geschirr bis hin zu Steinmetzarbeiten, die mehr als 1000 Jahre alt sind. In mehreren über die Stadt verteilten Galeriefilialen des Museums sind weitere, zeitlich begrenzte Ausstellungen asiatischer Kunst zu sehen. Vorträge, Workshops und eine Bibliothek mit 12 000 Bänden runden das Angebot ab. Fr-So u. Di 13-19, Mi/Do 11-17 Uhr, Eintritt 5 Zł., Do frei, ul. Freta 5, www.muzeumazji.pl, Bus u. a. 180, 518 Plac Zamkowy
Muzeum Etnograficzne (Völkerkundemuseum)Warschaus Völkerkundemuseum hat eine über 100-jährige Geschichte und bietet einen tiefen Einblick in die polnische Kulturgeschichte. Die große Schausammlung reicht von Trachten und traditioneller Handwerkskunst über Gebrauchsgegenstände bis zu Schmuck und Kunstwerken aller Art. Interessant sind Zeugnisse ehemals polnischer Gebiete im Osten, die heute zur Ukraine, zu Weißrussland oder zu Litauen gehören. Außerdem gibt es Abteilungen über Lateinamerika, Afrika und Australien mit Ozeanien. Temporäre Schauen ergänzen das Angebot, darunter Themen wie »Die Märchenwelt des Hans Christian Andersen«. Di/Do/Fr 9-16, Mi 11-18, Sa/So 10-17 Uhr, 1. Wochenende im Monat geschl., Eintritt 8 Zł., Mi frei, ul. Kredytowa 1, www.pme.art.pl, Metro Święto krzyska
Muzeum Geologiczne (Geologisches Museum)Unterabteilung des staatlichen Geologieinstituts mit einem riesigen Mammut vor dem Eingang. Auch Dinosauriern wird hier viel Raum gewidmet. Weitere Ausstellungen: »Die Geschichte Polens in Stein geschrieben«, »Geologische Metamorphosen in der Weltgeschichte« oder »Magmatismus«. Mo-Fr 9-15, So 10-14 Uhr, Eintritt frei, ul. Rakowiecka 4 (Eingang von ul. Wiśniowa), www.pgi.gov.pl/muzeum_geologiczne, Metro Pole Mokotowskie
Muzeum Historyczne Miasta (Stadtmuseum)In einer eindrucksvollen Retrospektive stellt das Haus am Altstadtmarkt die wechselhafte und ereignisreiche Geschichte Warschaus dar. Gezeigt werden Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Kunsthandwerk, Münzen, Fotos, Bücher, Zeitschriften, Postkarten und vieles mehr. Hinzu kommen wechselnde Sonderausstellungen mit thematischem Bezug zur polnischen Hauptstadt. Im Kino des Museums laufen Filme zur Historie der Stadt, auch auf Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Di/Do 11-18, Mi/Fr 10-15.30, Sa/So 10.30-16.30 Uhr, Eintritt 6 Zł., Rynek Starego Miasta 28-42, www.mhw.pl, Bus u. a. 180, 518 Plac Zamkowy
Muzeum Karykatury (Karikaturenmuseum)Eine Perle der Warschauer Museumsszene, allein schon wegen der Lage in der Kozia-Straße (ul. Kozia) nahe der Altstadt, aber auch, weil es in ganz Europa nur wenige Karikaturenmuseen gibt. Zu sehen sind wechselnde Ausstellungen mit Karikaturen und (nicht immer jugendfreien) satirischen Zeichnungen - meist auf ein Thema oder auf einen Künstler zugeschnitten, wobei natürlich häufiger Werke polnischer Zeichner gezeigt werden. Eines der jüngsten Museen der Stadt, gegründet 1978, am jetzigen Ort erst seit 1983. Zum festen Repertoire der Einrichtung gehören 20 000 Werke, vom 18. Jh. bis heute. Di-So 11-17, Do 11-18 Uhr, Eintritt 4 Zł., Sa Eintritt frei, ul. Kozia 11, www.muzeumkarykatury.pl, Bus u. a. 180, 518 Plac Zamkowy
Muzeu Kolekcji im. Jana Pawła II. (Sammlung Paul II.)Der repräsentative Kuppelbau der früheren Nationalbank beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen europäischer Kunst in Warschau. Zu sehen sind Skulpturen, Grafiken und Malerei aus fünf Jahrhunderten: Albrecht Dürer, Francisco de Goya, Tizian, Jan van Dyck. Im Kuppelsaal werden oft Sonderausstellungen gezeigt. Die Sammlung ist dem verstorbenen Papst Johannes Paul II. gewidmet. Di-So 10-17 Uhr (im Winter 10-16 Uhr), Eintritt 5 Zł., plac Bankowy 1, Metro Plac Bankowy, www.muzeummalarstwa.pl
Muzeum Marii Skłodowskiej-CurieJeder kennt Maria Skłodowska. Außerhalb Polens aber nur unter dem Namen Marie Curie. Die Polin heiratete, zog mit ihrem Mann nach Frankreich und wurde als Pionierin auf dem Forschungsgebiet der Radioaktivität weltberühmt. In dem Haus in der Warschauer Neustadt, in dem sie geboren wurde, ehrt ein Museum das Andenken der zweifachen Nobelpreisträgerin. Die Ausstellung zeigt Fotos ihres Lebens, persönliche Habseligkeiten wie Notizbücher, Briefe sowie Nachbauten eines Reaktors und ihres ersten Laboratoriums sowie der dazugehörigen Werkzeuge. Allerdings konzentriert sich das Museum eher auf das Privatleben der Curie. Die Innenräume sind im Stil der damaligen Zeit gehalten. Di 8.30-16, Mi-Fr 9.30-16, Sa 10 bis 16, So 10-15 Uhr, Eintritt 8 Zł., ul. Freta 16, www.ptchem.lodz.pl/pl/muzeum.html, Bus u. a. 180, 518 Plac Zamkowy
Muzeum Narodowe (Nationalmuseum)Eines der größten und bedeutsamsten Museen Polens. Das Gebäude wurde 1926 eigens als Domizil des Nationalmuseums erbaut und architektonisch im strengen Stil der neuen Sachlichkeit auf diese Nutzung ausgerichtet. Der Grundstock einer nationalen Kunstsammlung in Warschau ist allerdings viel älter: Sie reicht als Museum der schönen Künste in die Mitte des 19. Jhs. zurück. Plünderungen und der groß angelegte Kunstraub durch die Nazis brachten der Exposition unersetzliche Verluste bei. Die heutige Ausstellung umfasst eine Gemäldegalerie u. a. mit Bildern von Rembrandt, Leonardo da Vinci, Jacob Jordaens und Lukas Cranach. Kunstliebhabern sei v. a. die Sammlung polnischer Malerei von der Renaissance bis in die Moderne empfohlen (u. a. Jan Matejko, Stanisław Wyspiański). Zum musealen Fundus gehören zudem eine Abteilung mittelalterlicher Handwerkskunst, herausragende Schnitz- und Steinmetzarbeiten schlesischer Meister und verschiedene Münzsammlungen. Bekannt ist das Nationalmuseum für seine hervorragenden thematischen Sonderausstellungen, darum unbedingt auf aktuelle Offerten achten. Di/Mi, Fr-So 10-16, Do 10-18 Uhr, Eintritt 17 Zł. für alle Ausstellungen, Sa frei für feste Ausstellungen, Al. Jerozolimskie 3, www.mnw.art.pl, Bus u. a. 180, 518 Foksal
Muzeum Plakatu w Wilanowie (Plakatmuseum)Ein Kleinod in der Warschauer Museumslandschaft, das im Schatten der Pracht von Schloss Wilanów leider schnell übersehen wird: Im alten Rennstall Ujeżdżalnia auf dem Schlossgelände hat das erste Plakatmuseum Europas (gegründet 1968) sein Zuhause. Es ist ein faszinierendes Sammelsurium von sage und schreibe 54 000 Werken aus Polen und aus dem Ausland. Schon früh wurde in Polen das Medium Plakat als Kunst begriffen, bildete sich eine polnische Plakatschule heraus, die internationalen Ruhm genoss. Dazu gehören Namen wie Henryk Tomaszewski, Franciszek Starowieyski und Jan Lenica. Seit 1994 ist das Museum fester Ort der Internationalen Plakat-Biennale. Alle zwei Jahre wählt die Jury in drei Kategorien aus 2000 Arbeiten die besten aus. Ein Schwerpunkt liegt auf jeweils neuen Werken, doch auch Plakate vergangener Jahrzehnte sind präsent. Besonders interessant: polnische Plakate aus sozialistischen Zeiten. Di-So 10-16, Mo 12-16 Uhr, Eintritt 8 Zł., Mo frei, ul. St. Kostki Potockiego 10/16, www.postermuseum.pl, Bus u. a. 180 Wilanów
Muzeum Powstania Warszawskiego (Museum des Warschauer Aufstands)Dem Heldenmut der Warschauer ist dieses Museum gewidmet - in Erinnerung an den Aufstand gegen die Nazi-Besatzung 1944, der niedergeschlagen wurde und in der Zerstörung weiter Teile der Stadt und ihrer Schätze endete. Eröffnet 2004 zum 60. Jahrestag des Aufstands, setzt das Museum zur Dokumentation und authentischen Vermittlung der damaligen Ereignisse auch auf multimediale Technik. Alte Radiosendungen, Filmaufnahmen, aber auch moderne Simulationen sollen die Taten der Aufständischen verständlich machen - in einigen Fällen freilich mit einem Pathos hart an der Kitschgrenze. Mo/Mi/Fr 8-18, Do 8-20, Sa/So 10-18 Uhr, Eintritt 4 Zł., So frei, ul. Grzybowska 79 (Eingang von ul. Przyokopowa), www.1944.pl, Bus 106, 155, Tram Muzeum Powstania Warszawskiego
Muzeum Techniki (Technikmuseum)Erfindungen und Wunder der Technik, Geniales und Kurioses aus allen Epochen der Geschichte. So können die Besucher beispielsweise die berühmte Dechiffriermaschine Enigma aus dem Zweiten Weltkrieg bewundern oder das in Polen einzige Exemplar eines »gläsernen Fräuleins«, an dem die Funktionen des menschlichen Organismus dargestellt werden (zusätzliche Gebühr von 1 Zł.). Sehenswert auch der künstliche Sternenhimmel im Planetarium. Wie in allen anderen Einrichtungen, die im Kulturpalast ihren Sitz haben (Kino, Kongresssaal), lohnt sich der Besuch schon, um den gigantomanischen Bau der Stalin-Ära einmal in Ruhe von innen betrachten zu können. Di-Fr 9-17, Sa/So 10-17 Uhr, Eintritt 8 Zł., pl. Defilad 1 (Pałac Kultury i Nauki), www.muzeum-techniki.waw.pl, Metro Centrum
Essen und Trinken
Piroggen in der Milchbar
Wer Warschau kulinarisch genießen will, hat eine große Auswahl - von der einfachen Volkskantine bis zum Edelitaliener
Gastronomisch hat Warschau in den letzten Jahren eine radikale Wandlung durchgemacht. Vom Einheitsbrei der sozialistischen Restaurants blieb kaum etwas übrig. Längst kann die polnische Hauptstadt Lokale, Cafés und Imbisse beinahe für jeden Geschmack und in allen Preisklassen bieten. Auch die internationale Küche hielt längst Einzug: Neben italienischen, auffallend vielen vietnamesischen und den obligatorischen Chinarestaurants werben Inder, Japaner, Türken und Araber mit ihren kulinarischen Spezialitäten um die Gunst der Gäste. Typisch, beliebt und entsprechend verbreitet sind auch Lokale, in denen nach Art und Tradition osteuropäischer Nachbarn gekocht wird - von litauisch bis russisch. Die Warschauer selbst gehen, so legen es Umfragen nahe, besonders gern italienisch und mexikanisch essen. Und wenn nationale Küche, dann vorzugsweise in einem Lokal mit rustikal-folkloristischem Flair.
Ein Relikt des Sozialismus finden Sie auch in Warschau immer noch: die Milchbar (bar mleczny). Diese schlichten Kantinen haben den gastronomischen Wandel nicht nur überlebt, sie sind in den letzten Jahren regelrecht wiederentdeckt worden - weil man hier einfach, schnell und unschlagbar günstig etwas zu essen bekommt. In der Milchbar wird aufgetischt, was die Polen sich auch zu Hause selbst kochen: bigos, Piroggen, Schweinekoteletts, Kartoffelpuffer, Klöße, Pfannkuchen. An altmodischen Tafeln stehen mit Kreide die Speisen (kein Preis hinter dem Gericht bedeutet: gerade nicht im Angebot), an der Kasse wird bezahlt und dann der Bon zur Essensausgabe gebracht. An der Küchenklappe vor den dampfenden Aluminiumtöpfen sind alle gleich: Obdachlose, Studenten, Rentner, Angestellte in Nadelstreifen. Die Milchbar ist eben eine echte Volkskantine. Eine der besten Milchbars der Stadt ist die Rusałka (ul. Floriańska 14) im Stadtteil Praga. Auch gut: Uniwersytecki, ul. Krakowskie Przedmieście 20/22.
Wie vielerorts gilt auch in Warschau: Restaurants, die auffallen, sind nicht immer die besten. Wenn das Lokal gut besucht ist und an den Tischen viele Einheimische sitzen, ist das ein gutes Zeichen.
Achten Sie darauf, was auf der Speisekarte steht. Manchmal werden für Fleisch oder Fisch 100-Gramm-Preise angegeben, und dann zahlt der Gast so viel, wie sein Kotelett oder Dorsch angeblich gewogen hat. In einigen Restaurants ist es üblich, auf die Preise von vornherein zehn Prozent für den Service aufzuschlagen - was allerdings auf der Karte vermerkt sein sollte. In solchen Fällen können Sie sich das Trinkgeld sparen - sonst beträgt es ebenjene zehn Prozent des Preises. »Stimmt so« heißt in der polnischen Entsprechung »Danke« (dziękuję) - sagen Sie also nicht »Danke«, wenn Sie noch Restgeld erwarten! Sprachlich kommt man in fast jedem Restaurant mit Englisch zurecht. Allgemein gilt leider: Oft sind Gerichte, die auf der Karte stehen, gerade nicht zu haben. Leere Teller gleich abzuräumen, während der Begleiter noch isst, gehört übrigens zur polnischen Höflichkeit.
Mittags wird in Warschau gern und ausgiebig dienstlich geluncht. Für solche Anlässe preisen viele Restaurants Sonderangebote an (z. B. Lunch mit Kaffee 20 Zł.). Fast alle Gaststätten bieten durchgehend warme Küche. Frühstücks- und Brunchbuffets setzen sich hingegen erst allmählich durch - es gibt sie bisher vor allem in guten Hotels und in einzelnen Lokalen im Zentrum, etwa bei Blikle in der Straße Nowy Świat. Viele Restaurants öffnen erst mittags. Entsprechend gut besucht sind morgens und vormittags die Cafés, die in meist heller und freundlicher Atmosphäre Latte macchiato und Café au Lait anbieten - zu westeuropäischen Preisen.
Essen und Trinken
Gourmettempel
Ale GloriaNeues Edelrestaurant von Marta Gessler, die aus Warschaus berühmtester und traditionsreichster Gastronomiefamilie stammt. Kombinationen aus der deftigen polnischen Küche und exklusiver Cuisine, z. B. Carpaccio aus gebackenen Schweinshaxen mit Rettich und eingelegten sauren Gurken oder Rehkeule in Sahne-Burgun-der-Sauce eingelegt. Tgl., Plac Trzech Krzyży 3, Tel. 02 25 84 70 80, www.alegloria.pl, Bus 116, 118, 119, 122 pl. Trzech Krzyży, Menü ab 20 Euro
BelvedereMit Abstand eine der teuersten Adressen in Warschau, aber wunderschön gelegen im königlichen Bäderpark Łazienki an der Neuen Orangerie und besonders edel ausgestattet, mit schöner Terrasse. U. a. polnischer Vorspeisenteller, grüner Spargel mit geräucherter Forelle, Hasenlenden in Sahnesauce. Tgl., ul. Agrykola 1, Tel. 02 28 41 22 50, www.belvedere.com.pl, Bus 116, 118, 119, 122 Gagarina, Menü ab 30 Euro
Kurt Scheller's RestaurantNobelrestaurant im Boutiquehotel Rialto. Küchenchef ist der umtriebige Schweizer Partylöwe und Starkoch Kurt Scheller, der auch eine eigene Kochschule besitzt. Auf der Speisekarte stehen raffinierte Gerichte und Spezialitäten wie Gänselebervariationen, gebackenes Medaillon mit getrocknetem Schinken oder Torte mit Wisentgrasaroma. Tgl., ul. Wilcza 73, Tel. 02 25 84 87 71, www.hotelrialto.pl, Metro Politechnika, Busse Plac Konstytucji, Menü ab 25 Euro
Essen und Trinken
Cafés
Café BlikleViele reden von Tradition, Blikle steht dafür: Seit fast 150 Jahren besteht die Konditorei mit Café an der schicken Straße Nowy Świat und ist jedem Warschauer ein Begriff. Berühmt: die selbst gemachten Pralinen und kleinen Torten. Auch zum Mitnehmen. Tgl., ul. Nowy Świat 35, www.blikle.pl, Bus u. a. 180, 518 Foksal
Caffe BalgeraRuhiger Ort nahe dem Plac na Rozdrożu mit schöner Terrasse. Große Kuchentheke, Eis und italienische Spezialitäten wie Tiramisu. Sehr guter Kaffee und bequeme Korbstühle auf der großen Empore. Tgl., ul. Koszykowa 1, Bus u. a. 116, 118, 180 Plac na Rozdrożu
KarmaHelles, modernes Café mit Panoramascheiben zum charmanten Plac Zbawiciela. Sympathische Atmosphäre mit einer riesigen Kaffeeröstmaschine im Raum. Draußen stehen Tische unter den Arkaden. Geheimtipp: Pinky, ein kühles, erfrischendes Getränk aus Himbeeren. W-Lan-Anschluss. Tgl., Plac Zbawiciela 9, Metro Politechnika
Między SłowamiDas Café ist benannt nach dem polnischen Titel des Films »Lost In Translation«. In zeitloser, vielleicht sogar nostalgischer Atmosphäre werden in einem ruhigen Innenhof der Fußgängerzone viele Sorten Kaffee, Kuchen und Imbisse serviert. Frühstück ab 7.30 Uhr. Tgl., ul. Chmielna 30, www.miedzyslowami.com.pl, Metro Centrum
Pożegnanie z AfrykąBenannt nach dem Hollywood-Klassiker »Jenseits von Afrika« mit Dutzenden von exklusiven Kaffeesorten. Das Original steht in der Neustadt, ein zweites Café wurde in ruhiger Lage am Königsweg eröffnet (Krakowskie Przedmieście 62). Angeschlossen ist ein Kaffeeladen mit großer Auswahl. Tgl. 11-21 Uhr, ul. Freta 4/6, www.pozegnaniezafryka.pl, Bus u. a. 116, 122, 174, 175 Plac Krasińskich
Essen und Trinken
Restaurants internationale Küche
BalbinkaTürkisches Kleinrestaurant, direkt am Wolkenkratzer Millennium Plaza. Schöner kleiner Garten, klassische türkische Küche. Unbedingt Platz lassen für baklawa, Blätterteig mit Honig und Nüssen! So geschl., Al. Jerozolimskie 119, Tel. 02 26 25 44 40, Bus 127, 175, Tram 7, 8, 9, 24, 25 pl. Zawiszy, €
BorpinceGemütliches ungarisches Restaurant im Club- und Restaurantviertel mit allem, was Sie sich von dieser Küche wünschen. Reiche Weinauswahl. Tgl., ul. Zgoda 1, Tel. 02 28 28 22 44, www.borpince.pl, Metro Centrum, €€
Bulgaria MagicaDer Klassiker des Hauses als Imbiss oder Beilage: Pommes mit Sirene, einem würzigen bulgarischen Schafskäse. Außerdem: Varna-Spezialität (Hähnchenfilet in Sahne-Champignon-Sauce), Kjufte (Hackfleischbällchen) oder Kawarma, Fleischstücke mit Zwiebeln und Paprika. Koch Ilija Dimov arbeitete für ein Restaurant in der bulgarischen Botschaft. Tgl., ul. Marszałkowska 3/5, Tel. 02 28 25 18 16, www.bulgariamagica.pl, Bus 117, 122, Tram 18, 19 pl. Unii Lubelskiej, €
LalkaTypische traditionelle polnische Atmosphäre (lalka heißt Puppe, und wie eine Puppenstube sieht das Lokal auch aus). Die Küche ist überwiegend mediterran. Warschauer Klassiker werden aber auch geboten. Tgl., ul. Bolesława Prusa 2 (Hotel Sheraton), Tel. 02 26 57 67 06, Bus u. a. 180, 518 Plac Trzech Krzyży, €€€
The MexicanGut zu erkennen an der Parade alter, grüner VW-Käfer vorm Eingang, die in Mexiko zuletzt vom Band liefen. Einer der schönsten Restaurantinnenhöfe Warschaus mit Springbrunnen. Klassische mexikanische Variationen von Fajitas, Quesadillas, Burritos, Tacos und Tortillas. Die Kellner sind in bunte Trachten gekleidet, und bei der Rechnungsübergabe wird schon mal wie im Wilden Westen ein Pistolenschuss abgegeben. Tgl., Foksal 10 a, Tel. 02 28 26 90 21, www.mexican.pl, Bus 116, 175, 180, 518 Foksal, €
OrchideaFusionküche mit asiatischem Einschlag, von der jungen Besitzerin nach ihren Asienreisen kreiert. Immer freundliche Bedienung. Große Auswahl an vegetarischen Gerichten wie würzige Tofuvariationen mit Gemüse und Jasminreis oder gedünstetes Gemüse in Kokosmilch und Chili. Tgl., ul. Szpitalna 3, Tel. 02 28 27 34 36, www.restauracjaorchidea.pl, Bus 116, 122, 180, Metro Centrum, €€
Qchnia ArtystycznaDie Künstlerküche ist die erste Adresse für Freunde der internationalen Nouvelle Cuisine - kleine Portionen auf großen Tellern, aber dafür edle Kreationen. Terrasse mit Blick auf die Weichsel. Direkt neben dem Ujazdowski-Schloss gelegen. Tgl., Al. Ujazdowskie 6, Tel. 02 26 25 76 27, www.qchnia.pl, Bus 116, 118, 119, 122 pl. Na Rozdrożu, €€€
RubikonSicher eines der besten italienischen Restaurants der Stadt. Das Rubikon bietet gediegene Atmosphäre in einer schönen Villa mit Parkettboden und großen Weinregalen. Tgl., ul. Wróbla 3/5, Tel. 02 28 47 66 55, www.rubikon.waw.pl, Metro Służew, €€€
Ryżowe PoleAuch an Warschau ist die weltweite Sushimode nicht vorbeigegangen. Hier kommen die Freunde des japanischen Rohfisches auf ihre Kosten. Man kann die Köche beim Zubereiten beobachten. Tgl., ul. Zgoda 5, Tel. 02 25 56 47 37, Bus 116, 122, 180, Metro Centrum, €€
Tam-TamFreie Variationen verschiedener afrikanischer Küchen und das beste irische Dunkelbier: Murphy's. Zentral gelegen. Stilvolle Einrichtung, hübscher Garten. Am Wochenende mutiert das Tam-Tam zum Club. Tgl., Foksal 18, Tel. 02 28 28 26 22, www.tamtam.com.pl, Bus 116, 122, 175, 518 Foksal, €€
Essen und Trinken
Restaurants
BiosfeeraIn grün-alternativem Ambiente gibt es originelle Zusammenstellungen. Kein Alkohol. Schöner Innenhof. Tgl., Al. Niepodległości 80, Tel. 02 28 98 01 55, www.biosfeera.com, Metro Raclawicka, €
Cztery PoryDas »Vier Jahreszeiten« bietet polnische Küche in der Ausstattung eines Jazzclubs der 30er-Jahre. Fr/Sa Jazzkonzerte. Tgl., ul. Marszałkowska 140, Tel. 02 26 92 86 76, www.czterypory.pl, Metro Świętokrzyska, €€€
Delicja PolskaTraditionslokal mit polnischer Küche der feineren Art. Besonders gut: Gans auf altpolnische Art mit Pistazien. Große Auswahl an Weinen. Tgl., ul. Koszykowa 54, Tel. 02 26 30 88 50, www.delicjapolska.pl, Metro Politechnika, €€€
Dom Restauracyjny GesslerHier trifft sich die kulturelle und politische Elite. Doch die Spitzenpreise entsprechen nicht der Leistung und dem immer noch klangvollen Namen. Abends Volksmusik. Tgl., Rynek Starego Miasta 21/21 a, Tel. 02 28 31 44 27, Bus Plac Zamkowy, €€€
Folk GospodaAbseits der Touristenpfade, aber zentrumsnah. Das beste der neuerdings so beliebten rustikalen Restaurants im Gebirgsstil mit viel Holz und traditionellen polnischen Speisen. Abends folkloristische Livemusik. Gartenterrasse. Tgl., ul. Waliców 13/Ecke Grzybowska, Tel. 02 28 90 16 05, www.folkgospoda.pl, Bus 106, 155 Mennica, €€
GreenwayKette vegetarischer Restaurants mit südamerikanischem Einschlag. Gilt auch bei den Einheimischen als willkommene Alternative zum schweren polnischen Essen. Tgl., Filiale z. B. ul. Krucza 23/31, Tel. 02 26 21 64 47, www.greenway.pl, Bus 116, 122, 180 pl. Trzech Krzyży, €
Gospoda pod KogutemKlassisches polnisches Restaurant mit schöner Terrasse und rustikalem Innenraum. Tgl., ul. Freta 48, Tel. 02 26 35 82 82, www.gospodapodkogutem.pl, Bus 116, 122, 174, 175, 195 Plac Krasińskich, €
Jazz Bistro GwiazdeczkaModerne Alternative zu den Traditionsrestaurants der Altstadt. Hoher, heller Speisesaal mit Glasdach. Tgl., Piwna 40, Tel. 02 28 87 87 65, Busse Plac Zamkowy, €€
KrokiecikAltbekannte Bar im Zentrum. Mischung aus Schnellimbiss und Restaurant. Serviert werden klassische Kartoffelgerichte. Tgl., ul. Zgoda 1, Tel. 02 28 27 30 37, www.krokiecik.pl, Metro Centrum, €
Kuźnia SmakuDie »Geschmacksschmiede« ist eines der wenigen Restaurants mit üppigem Frühstück. Stilvolle Einrichtung. Tgl., ul. Mazowiecka 10, Tel. 02 28 26 30 24, www.kuzniasmaku.com, Metro Świętokrzyska, €€€
PasiekaDeftige polnische Gerichte im dörflichen, rustikalen Stil mit großen Holztischen. Spezialitäten des Hauses sind Piroggen, Rouladen und Trinkhonig. Tgl., ul. Freta 7/9, Tel. 02 28 31 46 16, Busse Plac Zamkowy oder Metro Plac Bankowy, €
PierogarniaDas beste der vielen Restaurants, die sich auf den polnischen Klassiker spezialisiert haben: Mindestens ein Dutzend verschiedener Sorten Piroggen gibt es hier. Die Pierogarnia ist malerisch an der steilen Straße vom Königsweg nach Mariensztat gelegen. Tgl., ul. Bednarska 28/30, Tel. 02 28 28 03 92, Bus u. a. 116, 122, 174 Hotel Bristol, €
Restauracja Polska RóżanaPolnische Spezialitäten in der gehobenen Atmosphäre einer renovierten Villa. Tgl., ul. Chocimska 7, Tel. 02 28 48 12 25, www.restauracjapolska.com.pl, Bus 122, 130, 167 Rakowiecka, €€€
SekretDieses dem Namen nach geheimnisvolle Lokal bietet anständige polnische Traditionsküche in angenehmem Ambiente. Tgl., ul. Jezuicka 1/3, Tel. 02 26 35 74 74, www.restauracjasekret.pl, Bus u. a. 180, 518 Plac Zamkowy, €€
Siedem GrzechówSieben Sünden: traditionsreiches Lokal im Stil des Vorkriegs-Warschau mit Swingmusik. Spezialität: Kaninchen mit grünen Klößen. Tgl., ul. Krakowskie Przedmieście 45, Tel. 02 28 26 47 70, www.siedemgrzechow.com, Bus Plac Zamkowy, €€€
Słodki … SłonySieht mit seiner phantastischen Kuchentheke und der gemütlichen Einrichtung wie ein Café aus. Doch es werden auch Salate und eine Handvoll Hauptgerichte serviert. Trotzdem sind die exklusiven Süßspeisen die Hauptattraktion. Tgl., ul. Mokotowska 45, www.slodki-slony.pl, Tel. 02 26 22 49 34, Bus 159, 107 Krucza, €€€
Smaki WarszawyGroße Auswahl an Warschauer und polnischen Traditionsgerichten. Tgl., ul. Żurawia 47/49 (Ecke Poznańska), Tel. 02 26 21 82 68, www.smakiwarszawy.pl, €€
Stara SzafaTraditionsrestaurant, altmodisch eingerichtet mit antiken Utensilien. Polnische Küche mit internationalen Akzenten. Tgl., ul. Ludna 10 a, Tel. 02 26 22 48 12, www.staraszafa.pl, Bus 101 Czerniakowska, €€
U FukieraEines der bekanntesten und ältesten Warschauer Restaurants am Altstadtmarkt, das für viele immer noch Sinnbild eines fürstlichen polnischen Essens ist - inzwischen gibt es aber viel Konkurrenz, die Vergleichbares für weniger fürstliche Preise bietet. Edle Innenausstattung. Tgl., Rynek Starego Miasta 27, Tel. 02 28 31 10 13, www.ufukiera.pl, Bus Plac Zamkowy, €€€
Einkaufen
Shoppingtempel und Straßenbuden
Gigantische Einkaufszentren prägen Warschaus neue Marktwirtschaft, doch die Stände der Kleinhändler halten sich auch weiterhin
Immer mehr Besucher aus dem Westen entdecken Polens Hauptstadt als Shopping-City. Ob traditionelles Kunstgewerbe, Schmuck oder Mode - das Angebot ist riesig und reicht von internationalen Marken bis zu einheimischen Labels. Dabei liegen die Preise um bis zu 30 Prozent unter Westniveau.
Warschaus große Einkaufsstraßen heißen Nowy Świat, Chmielna und Marszałkowska. In der Altstadt prägen feine Boutiquen das Bild. Ein deutlicher Trend geht in Richtung riesiger Einkaufszentren, die mit Macht ins Zentrum drängen.
Doch in Warschaus Hypermarktwirtschaft klaffen auch tiefe soziale Gräben. Es hat schon seinen Grund, dass neben Luxusboutiquen vor allem die Stände der Kleinhändler das Straßenbild prägen - und dass alle staatlichen Versuche, die Buden aus der Stadt zu verbannen, bislang scheiterten. Hier kaufen jene ein, die sich die glitzernde Luxuswarenwelt nicht leisten können. Im bunten Durcheinander der Buden, deren Angebot von Blumen über Waschpulver und illegal gebrannte CDs bis zu frischem Gartenobst reicht, schlägt der Puls des Warschauer Einkaufsalltags.
Einkaufen
Bücher und Antiquariate
Czuły BarbarzyńcaBuchladen und Café in einem. Nahe der Universitätsbibliothek treffen sich hier viele Studenten, oft Lesungen oder Happenings. ul. Dobra 31, Bus 118, 155 Zajęcza
EmpikErste Adresse für Bücher (auch englisch- und deutschsprachige), Musik, Filme, Zeitungen und Konzerttickets. Internationale Presse. Nowy Świat 15/17 sowie in zahlreichen Einkaufszentren, www.empik.pl, Bus u. a. 180, 518 Foksal, Marszałkowska 116/122, Metro Centrum
TrafficUngewöhnlichster Buch- und Plattenladen der Stadt in einem alten Kaufmannshaus. Hier kann jeder ungestört in Büchern und Zeitungen blättern. Dazu gibt es den Traffic Club mit kostenlosem W-Lan-Zugang und Verkauf von Konzerttickets (Tel. 02 26 92 14 20). Bracka 25, www.traffic-club.pl, Metro Centrum
Einkaufen
Sonstiges
ulica ChmielnaDie Boutiquen stehen in Warschaus einziger Fußgängerstraße außerhalb der Altstadt dicht an dicht, dazwischen zahlreiche Restaurants. Metro Centrum
ulica MokotowskaElegante Boutiquen in restaurierten oder in im alten Stil neu erbauten Häusern: feine Kleidung bekannter und unbekannterer Marken, stilvolle Möbel (Nr. 71), der Innenausstatter Maison Creative (Nr. 45), Designerumstandsmode bei Maya Cormier (Nr. 61) und originelle Kinderkleidung bei Endo (Nr. 51/53). Gutes Essen gibt es im modernen Przegryź, im gemütlichen Zapiecek oder im Adler mit bayerischer Küche. Bus 180, 518 Plac Trzech Krzyży
Nowy ŚwiatSchmuck, Kunstgalerien und natürlich exklusive Kleidung und Schuhe in der einzigen Warschauer Straße, die selbst zu Kommunismuszeiten elegant war. Kein Besucher kommt an der »Neuen Welt« vorbei, denn sie ist Teil des Königswegs in Richtung Schloss und Altstadt. Bus u. a. 175, 180, 518
Einkaufen
Kaufhäuser und Passagen
ArkadiaBei Eröffnung Ende 2004 war es das größte Einkaufszentrum Mitteleuropas, heute ist es mit monatlich 1,7 Mio. Besuchern das beliebteste Warschaus. Hier finden Sie so ziemlich jede Bekleidungsmarke sowie einen Supermarkt und einen Baumarkt. Insgesamt gibt es im Arkadia 230 Läden, 30 Restaurants und 15 Kinos. Mo-Sa 10-22, So 10-21 Uhr, Al. Jana Pawła II 82, www.arkadia.com.pl, Bus 500, 510, Tram 1, 2, 16, 17 Rondo Radosława
Złote TarasyDas neueste und mit 225 000 m² auch größte Einkaufs- und Vergnügungszentrum, das erste mitten im Zentrum, direkt bei Kulturpalast und Hauptbahnhof. Die »Goldenen Terrassen« sollen im Frühjahr 2007 eröffnet werden. Schon jetzt bestechen sie durch ihr wellenförmiges Glasdach. Fast alle denkbaren Marken und Läden sowie ein Kino sind hier vertreten. Metro Centrum, Bus, Tram Dworzec Centralny
Einkaufen
Geschenke, Souvenirs und Kurioses
BanasikKeramik und Glas vom Feinsten, vieles aus polnischer Produktion, u. a. das berühmte Bunzlauer Geschirr. ul. Piękna 28/34, Metro Politechnika, Bus, Tram Plac Konstytucji
CepeliaFür alle, die etwas typisch Polnisches mitnehmen wollen, bietet Cepelia in mehreren Filialen Volkskunst mit künstlerischem Anspruch: Möbel, Schmuck, Malerei, Keramik, Glas. U. a. ul. Chmielna 8, Metro Centrum, Filialen: ul. Marszałkowska 99/101, pl. Konstytucji 5, www.cepelia.pl
Einkaufen
Delikatessen
Bazar PolnaMarkthalle mit Tradition. Hier gab es schon zu Kommunismuszeiten Luxusware, besonders Lebensmittel. Reiche Auswahl. So geschl., ul. Polna 13, www.bazarpolna.pl, Metro Politechnika
Hala MirowskaÜber 100 Jahre alte Markthalle. Davor ein Meer von Blumen. Innen erwartet Sie eine beeindruckende Auswahl an Gemüse und Fisch. So geschl., pl. Mirowski 1, Tram 16, 17, 19 Hala Mirowska
MielżyńskiVorreiter der sich immer stärker ausprägenden Weinkultur. Kleines Bistro. Burakowska 5/7, www.mielzynski.pl, Bus u. a. 180, 518 Rondo Radosława
WedelDer Laden von Warschaus bekanntestem Süßwarenhersteller ist eine Attraktion. Klassiker sind die Wedel-Torte (Waffel mit Schokomasse) und die Ptasie mleczko (»Vogelmilch«), Schokokonfekt, sowie selbst gemachte Pralinen. Schönes Café! ul. Szpitalna 8, www.wedelpijalnie.pl, Metro Centrum
Einkaufen
Mode
Cropp TownPolnische Mode für junge Leute. In den meisten Bekleidungsgeschäften vertreten, spezielle Cropp-Town-Boutiquen in den Zentren. In vielen Einkaufszentren z. B. Arkadia, www.cropptown.pl
HexelineDamenmode der gehobenen Klasse made in Poland. Auch Taschen und Schuhe. Galeria Mokotów, ul. Wołoska 12, www.hexe.com.pl, Tram 10, 17, 18 Rzymowskiego
MonnariPolnisches Modelabel für Frauen mit Claudia Schiffer als Werbeträgerin. Nur in Einkaufszentren wie Arkadia, www.monnari.com.pl
Ola Styl StudioSchräge Kollektionen, auch mit knalligem Rot oder Pink. Für alle, die gern auffallen. Nur in Einkaufszentren, www.olastyl.com.pl
OlimpiaElegante polnische Strickwaren für Frauen, teilweise auch für Männer. CH Targówek, ul. Głębocka 15, www.olimpia.com.pl, Bus 132 (von Metro Plac Wilsona)
ReservedMode mit Pfiff. Die bekannteste polnische Marke für legere, trendige Kleidung. ul. Chmielna 1/3 sowie in vielen Einkaufszentren, www.rereserved.com
Vistula WólczankaVistula und Wólczanka, die beiden Riesen auf dem polnischen Markt für exklusive Mode, schlossen sich 2006 zusammen. Männermode in lässigem Stil. ul. Marszalkowska 85, www.vistula.com.pl, www.wolczanka.com.pl, Metro Centrum
BatyckiFamilienbetrieb und ältester polnischer Produzent von Lederwaren. ul. Zgoda 9, www.batycki.pl, Metro Centrum, in vielen Einkaufszentren
WittchenExklusive Lederwaren aller Art. ul. Marszałkowska 72, www.wittchen.pl, Metro Centrum, auch in Einkaufszentren
Einkaufen
Schuhe
RyłkoSchuhe aller Art in mittlerer Preisklasse und ordentlicher Qualität. In Einkaufszentren, www.rylko.pl
Einkaufen
Schmuck und Uhren
W. KrukDer älteste Juwelier Polens - Synonym für edle Geschenke. Seit über 160 Jahren werden in zahlreichen Zweigstellen zeitloser Schmuck und Uhren angeboten. u. a pl. Konstytucji 6, www.wkruk.pl, Tram Plac Konstytucji, auch in vielen Einkaufszentren
Einkaufen
Märkte
Bazar RóżyckiegoDer mit weit über 100 Jahren älteste Warschauer Basar hat etwas vom Ruhm früherer Tage verloren, ist aber einen Besuch wert. Mitten im alten Praga können Sie noch einiges vom Klima des alten Warschau spüren. Mo-Fr 6-17, Sa 6-15 Uhr, Tram 3, 8, 13, 21, 25, 26 Ząbkowska
Giełda staroci na KoleAlte Uhren, Radios, Möbel und allerlei Nippes werden in der »alten Börse« (Giełda staroci) feilgeboten. Aber Vorsicht: Nicht alle Offerten sind Schnäppchen. Feilschen! Sa/ So 7-13 Uhr, ul. Obozowa Ecke ul. Ciołka, Bus 129, 159, 167, Tram 1, 12, 20, 23, 24 Dalibora
Jarmark EuropaDer wohl größte Basar Europas, auf dem am Zehnjahresstadion (Stadion Dziesięciolecia) auf 32 ha von illegal gebrannten CDs bis hin zu meist gefälschter Kleidung so ziemlich alles zu erwerben ist. Seit Jahren versprechen Politiker, diesen skurrilen Handelsplatz zu schließen - bisher erfolglos. Der Jarmark gehört zum Warschau-Besuch dazu. Auf Wertsachen aufpassen! Tgl., Al. Zieleniecka 1, Bus 117, 509, Tram 7, 8, 9, 24, 25 Rondo Waszyngtona
Unterhaltung
Die Nacht ist kurz
Wo tagsüber Bankangestellte in Maßanzügen durch die Straßen eilen, erwacht die Stadt abends zu ihrem zweiten Leben - und weiß, sich zu vergnügen
Die Nacht zum Tag machen? Nichts leichter als das. Warschaus Nachtschwärmerszene boomt und pulsiert so heftig, wie es kaum ein Gast aus dem Westen im katholischen Polen erwartet. Alles ist in Bewegung. Besonders im Bermudadreieck der Straßen Marszałkowska, Świętokrzyska und Mazowiecka öffnen fast im Monatsrhythmus neue Lokale, Diskos, Clubs, andere verschwinden genauso schnell wieder. Dabei hat das Warschauer Nachtleben durchaus auch eine ernsthafte Seite zu bieten. Die festlichen Abendaufführungen der nationalen Philharmonie etwa sind landesweit berühmt. Wie auch immer, für den Nachhauseweg ist gesorgt: Nachtbusse, die im Halbstundentakt vom Zentralbahnhof aus in alle Richtungen ausschwärmen, machen den Feierabend zu einem autofreien Vergnügen.
Warschaus Nachtleben hat auch seine Besonderheiten. So empfangen manche Clubs, die besonders trendy sind oder sich zumindest dafür halten, den Besucher mit einer sogenannten Selektion. Wenn dem Türsteher das jeweilige Gesicht nicht gefällt, wird er nach Einladung oder Clubkarte gefragt, was bedeutet, dass man nicht hineinkommt. In solchen Lokalen zahlen die Gäste oft Eintrittsgelder von ca. 10 Euro und mehr. Ohnehin sind die Eintrittspreise für Diskotheken und Clubs in Warschau sehr hoch. Dafür kommen Frauen oft gratis hinein, zumindest an Wochentagen. Weniger elitär geht es in Studentenclubs wie dem Stodoła zu. Auch viele Restaurants haben abends regelmäßig Livemusik im Programm. Und musikalisch hat Warschau eine Vielfalt zu bieten, wie sie nur ein Schmelztiegel der Kulturen zwischen Ost und West generieren kann. Voll auf ihre Kosten kommen Jazzfans: Jazz ist in Polen sehr populär, und die Hauptstadt ist die unumstrittene Hochburg der nationalen Szene.
In einer Stadt, in der Supermärkte bis Mitternacht geöffnet haben und sogar die Hauptpost durchgehend arbeitet, gehören zum Nachtleben auch 24-Stunden-Lokale und Restaurants, in denen man noch nachts um drei ein deftiges Essen bestellen kann. Die Nacht ist kurz in Warschau, und die Öffnungszeiten sehr flexibel. Die gängige Regel lautet: »Schluss ist nach dem letzten Gast.«
Unterhaltung
Diskotheken, Clubs und Ballhäuser
BazaarDisko für Fans von elektronischen Klängen wie Vocal House, Electro, und House. Phantasievolle Einrichtung. Die Betreiber betonen ausdrücklich ihre Toleranz und Offenheit für Gäste verschiedener Nationalitäten, Generationen und Kulturen. Konzerte und DJ-Abende. ul. Jasna 13, www.clubbazaar.pl, Metro Świętokrzyska
Centralny Dom QulturyFür alle, denen die Mehrheit der Warschauer Clubs mit ihrer Kontrolle an der Tür zu snobistisch ist, bietet das CDQ eine Alternative: günstiger, toleranter, entspannter. Drum 'n' Bass, Punk, Hip-Hop. ul. Burakowska 12, www.cdq.pl, Bus 121, 122, 148 Sady Żoliborskie
The CinnamonNobles Lokal im von Sir Norman Foster erbauten Metropolitan-Gebäude, nahe der Altstadt. Riesige Auswahl an Drinks. Sieben Köche sorgen für anspruchsvolle Speisen. Sitzplätze in der Piazza des Metropolitan. Achtung, Selektion: Nicht jeder wird reingelassen! Tgl. ab 9 Uhr, Plac Piłsudskiego (Metropolitan), www.thecinnamon.pl, Busse 116, 122, 174, 175 Hotel Bristol (Krakowskie Przedmieście)
Fabryka TrzcinyVielseitiges Kulturzentrum in einer alten Fabrik des kulturell aufblühenden Stadtteils Praga. Taxi zumindest für die Rückfahrt empfehlenswert. Zur Fabrik gehören ein Restaurant, Ausstellungs-, Konzert- und Konferenzsäle im Stil der Studentenclubs aus den 60er-Jahren, ergänzt durch avantgardistische Akzente. Im Club der »Schilfrohrfabrik« gibt es regelmäßig hochkarätige Konzerte. Otwocka 14, Tel. 02 26 19 05 13, www.fabrykatrzciny.pl, Busse 138, 170, 307 Naczelnikowska
Jadłodajnia FilozoficznaDer ultimative Treffpunkt nicht nur für Bob-Marley-Fans. Regelmäßig Reggae-Nächte. Außerdem Chill-out und New Jazz sowie elektronische Musik. Konzerte, Ausstellungen, Vernissagen, Filmvorführungen und Tanzevents machen den »Philosophischen Speisesaal« zu einem richtigen Kulturzentrum. Schwer zu finden, weil hinter einem alten Tor im Hinterhof! Dobra 33/35, www.filozoficzna.art.pl, Bus 118, 128, 155 Zajęcza
KlubokawiarniaClub und Café unter einem Dach, augenzwinkernd im kommunistischen Stil mit Propagandaplakaten und anderen Relikten eingerichtet. Sehr beliebt, großer Andrang, nicht jeder kommt hinein. Musik u. a. Acid Jazz, House. ul. Czackiego 8, www.klubokawiarnia.pl, Metro Świętokrzyska
Klub TygmontErste Adresse für Jazzfreunde, mitten im Club- und Kneipenviertel der Stadt. Livekonzerte von regionalen und nicht selten auch internationalen Musikern. Beim Türsteher wichtig: das jazzige Aussehen. Auch Trip Hop und Latino-Klänge. Mazowiecka 6/8, www.tygmont.com.pl, Metro Świętokrzyska
PaprotkaEiner der beliebtesten Warschauer Clubs, hip (oder snobistisch, je nach Geschmack), mit dezent unterkühlter Atmosphäre und schicken Sofas. pl. Piłsudskiego 9, www.paprotka.pl, Bus 116, 175, 180 Uniwersytet
PewexPewex ist jedem Polen ein Begriff. In den Läden dieses Namens konnte man zu Kommunismuszeiten Westwaren kaufen. Nostalgischer Charakter, aber gleichzeitig trendy mit 70er-Jahre-Design. Junges Publikum aus dem Künstler- und Studentenmilieu. Nowy Świat 22/28, Pavillon 26 (im Hinterhof), Bus 175, 180, 518 Foksal
PiekarniaDie »Bäckerei« (piekarnia) ist ein polenweit bekannter, angesagter Club, der sich in einer kleinen Nebenstraße unweit des Powązki-Friedhofs versteckt und der das Clubbing nach Warschau gebracht hat. Internationale DJs legen hier für Hunderte Gäste House, Electro oder Progressive auf. ul. Młocińska 11, www.piekarnia.art.pl, Bus 500, 510, Tram 1, 2, 16, 17 Rondo Radosława
RegeneracjaZählt ebenfalls zu den bekanntesten Warschauer Clubs mit DJs aus dem In- und Ausland. Übliche Clubbing-Musik: House, Acid, Electro. ul. Puławska 61, Bus 117, 138, 524 Dworkowa
SofiaRestaurant und Nightclub mit großer Auswahl an Drinks, polnischem Essen, gemütlichen Sitzbereichen. Auf der Bühne Tanz und Striptease-Shows. Nicht billig! pl. Powstańców Warszawy 1/3, Tel. 02 28 27 16 93, www.sofia.net.pl, Metro Świętokrzyska
StodołaGroßer Studentenclub mit 50-jähriger Tradition. Hervorragende Konzerte (Rock, Jazz, Techno, Latino-Sound). Offen und unkompliziert. Rauchfreie Zone. ul. Batorego 10, www.stodola.pl, Metro Pole Mokotowskie
TurbooSchwulenclub, aber offen für Heteros. Auf 500 m² findet sich alles Mögliche - von Disko und Bar über Kino bis hin zur Sauna. Warschau hat eine aktive Homoclubszene. ul. Marszałkowska 3/5, www.turboo.pl, Tram 18, 19, 35 Plac Unii Lubelskiej
UtopiaEiner der angesagtesten Orte der Schwulenclubszene, aber auch für Heteros. Allerdings strenge Gesichtskontrolle an der Eingangstür. Der einzige Warschauer Club, in dem auf der Theke getanzt wird. Nichts für Freunde von Intimsphäre: Die Toilettentüren sind durchsichtig. ul. Jasna 1, www.utopia.waw.pl, Metro Świętokrzyska
Unterhaltung
Kinos
IluzjonGroßer altmodischer Saal mit überlebensgroßen Porträts von internationalen Kinolegenden und verschiedenen Darstellungen des Wahrzeichen Warschaus, der Sirene. Geboten werden Filmklassiker aus aller Welt, auch Themenabende oder -wochen sowie exotischere Filme aus Asien oder Afrika. Das Ganze in der Atmosphäre vergangener Zeiten. Dazugehörige Kneipe mit guten Snacks. ul. Narbutta 50 a, Tel. 02 26 46 12 60, www.filmweb.pl/iluzjon, Metro Pole Mokotowskie
KinotekaModerner Kinokomplex im historischen Gebäude des Kulturpalasts. Gute Blockbuster und anspruchsvollere Filme, so wie in Polen üblich im Original mit polnischen Untertiteln. pl. Defilad 1, Tel. 02 25 51 70 70, www.kinoteka.pl, Metro Centrum
Unterhaltung
Bars und Kneipen
Bar TureckiHervorragende Döner und weitere türkische Gerichte, in der Nähe der meisten Clubs und der Nachtbushaltestellen, durchgehend geöffnet. Zgoda 5, Metro Centrum/Świętokrzyska
City CafeMischung aus Kneipe und Café mit Metall- und Ledereinrichtung, direkt an der polytechnischen Hochschule (Politechnika). Für alle, die lieber sitzen und reden wollen, anstatt zu tanzen. W-Lan-Anschluss. ul. Polna 54, www.citycafebar.pl, Metro Politechnika
Łysy PingwinEigentlich eine einfache Kneipe, und doch ist der »Glatzköpfige Pinguin« eines der angesagtesten Lokale der Stadt. Sofas in Zebramuster, eine Bar und eine Handvoll Steh- und Sitzplätze. Mitten im alten Praga. Jazz, Chill-out und RnB. Regelmäßig DJ-Abende. ul. Ząbkowska 11, Tram 7, 8, 9, 24, 25 Ząbkowska
Piano BarGemütliche, stilvolle Kneipe mit sanfter Beleuchtung und einer beeindruckenden Theke. Natürlich steht hier ein Klavier, das auch regelmäßig benutzt wird. Konzerte meist mit Jazzcharakter. ul. Chmielna 15, Metro Centrum
SzpilkaEiner der ersten modernen Clubs in den 90er-Jahren. Tagsüber ein ganz normales Café, abends ein Club, der bekannt ist dafür, die ganze Nacht geöffnet zu haben (nur 6-7 Uhr geschl.). Wer Hunger hat oder sich unterhalten will, geht zu Szpilka. pl. Trzech Krzyży 18, Bus 180, 518 Plac Trzech Krzyży
W Oparach Absurdu»In den Dämpfen des Absurden« heißt diese Kneipe im alten Praga mit einem verrückt anmutenden Stilmix: alte Möbel, Sessel und Nähmaschinen mit romantischer Kerzenbeleuchtung sowie Teppiche. Ungezwungene, ausgelassene Atmosphäre mit eigenem Charakter. Regelmäßig Livemusik und einer der wenigen Orte, an denen auch Warschauer Lieder gespielt werden. Snacks gibt es an der Theke. Achtung: gelegentlich geschlossene Veranstaltungen. Biergarten. Ząbkowska 6, Tram 7, 8, 9, 24, 25 Ząbkowska
Unterhaltung
Opern, Konzerte und Musicals
Filharmonia NarodowaWichtigster Ort der Stadt für klassische Konzerte mit zwei Sälen, einem für 1000 und einem Kammermusiksaal für 400 Besucher. Das Hausorchester ist eines der profiliertesten in Polen, doch auch das international anerkannte Orchester »Sinfonia Varsovia« tritt hier regelmäßig auf. So musizierten in der Nationalphilharmonie 2005/2006 mit Joshua Bell, Hillary Hahn, Anne-Sophie Mutter, Gidon Kremer und Nigel Kennedy allein fünf weltberühmte Geiger. Auch Klassikfestivals und -wettbewerbe haben hier ihren Platz. Vorverkauf und Abendkasse vor Ort. ul. Jasna 5, Tel. 02 25 51 71 11, www.filharmonia.pl, Metro Centrum
Teatr Muzyczny RomaDas Musicaltheater der Stadt. Durchschnittlich gibt es nur eine Premiere pro Saison, doch die hat es meist in sich. Mit großem Erfolg lief »Cats« in einer polnischen Version und »Tanz der Vampire« nach der Filmvorlage des polnischstämmigen Regisseurs Roman Polanski. ul. Nowogrodzka 49, Tel. 02 26 28 89 98, Reservierungen: rezerwacja@teatrroma.pl, www.teatrroma.pl, Metro Centrum
Teatr SabatEdel eingerichtetes Revuetheater im Zentrum für bis zu 250 Besucher, man sitzt an Tischen, in Logen oder im Vip-Bereich. Im Angebot u. a. Konzerte, Shows, Modeschauen, Galas. ul. Foksal 16, Tel. 02 28 26 23 55, www.teatr-sabat.pl, Busse Foksal (bei Nowy Świat)
Teatr Studio BuffoMusiktheater mit wechselndem Programm. Ob das Musical »Metro«, ein amerikanischer oder ein Zigeunerabend - das Publikum wird von hervorragenden Sängern unterhalten. Tickets vor Ort und an Vorverkaufsstellen. ul. Marii Konopnickiej 6, Tel. 02 26 22 63 93, www.studiobuffo.com.pl, Bus 180, 518 Plac Trzech Krzyży
Teatr Wielki (Opera Narodowa)Im »Großen Theater« mit über 200-jähriger Tradition hat die Nationaloper ihren Sitz. Besonderer Wert wird bei den Inszenierungen auf polnische Komponisten gelegt, vom Klassiker Stanisław Moniuszko, dem Gründer der Oper, bis zum zeitgenössischen Krzysztof Penderecki. Doch auch alle großen Namen der internationalen Opernwelt sind vertreten - zuletzt Richard Wagner mit dem kompletten »Ring des Nibelungen«. Außerdem Ballettinszenierungen. Eine Hauptbühne für 1841 Besucher und eine kleine Bühne mit 248 Sitzplätzen. Im ersten Stock befindet sich Polens einziges Theatermuseum. Aufführungen Sept.-Juni Di-So, pl. Teatralny 1, Tel. 02 26 92 02 00, www.teatrwielki.pl, Metro Ratusz
Unterhaltung
Theater und Kleinkunst
Teatr PoloniaGegründet und betrieben von der berühmten Schauspielerin Krystyna Janda im alten Kinosaal Polonia - eines der wenigen privaten Theater in Warschau. Aufführungen immer noch inmitten von Baugeräten, weil die Renovierungsarbeiten noch lange andauern. Große Nachfrage, schnell ausverkauft. ul. Marszałkowska 56, Eingang ul. Piękna 28, Tel. 02 26 21 61 41, www.teatrpolonia.pl, Metro Politechnika
Teatr ŻydowskiEinziges jüdisches Theater der Stadt, Vorführungen meist in Jiddisch mit polnischer Übersetzung, doch Stücke wie »Anatevka« versteht man auch ohne Sprachkenntnisse. pl. Grzybowski 12/16, Tel. 02 26 20 62 81, www.teatr-zydowski.art.pl, Metro Świętokrzyska
Insider-Tipp
Royal Route Residence
Wie zu Hause: Hochwertige, aber günstige Apartments gibt es bei Royal Route Residence
Dom Przy Rynku
Familiär wohnen: Hostelzimmer mit Blick auf den Markplatz bietet das gemütliche Dom Przy Rynku
Universitätsbibliothek (Biblioteka Uniwersytecka)
Zu Besuch bei schlauen Köpfen: Der schöne Garten der Uni-Bibliothek bietet Ausblicke auf die Stadt und Zugang zum Dach des Gebäudes
Maria-Magdalena-Kirche (Cerkiew św. Marii Magdaleny)
Zwiebeltürme: Die russisch-orthodoxe Maria-Magdalena-Kirche entführt die Besucher weit nach Osten
Neustadt (Nowe Miasto)
Auf der langen Straße: Die ulica Długa (Lange Straße) glänzt mit schmuckvollen Fassaden und kleinen Palästen
Galeria Foksal
Versteckter Schatz: Kunstfreaks aus ganz Polen kennen die Galeria Foksal, im Gegensatz zu den meisten Warschauern
Bulgaria Magica
Magisch - bulgarische Köstlichkeiten: Bulgaria Magica ist gemütlich und verspricht würzige Gaumenfreuden
Pierogarnia
Gefüllte Täschchen: Nirgendwo wird das polnische Nationalgericht in solcher Vielfalt geboten wie in der Pierogarnia
ulica Mokotowska
Das Gute liegt so nah beieinander: Auf der ulica Mokotowska können Sie auf wenigen hundert Metern wunderbar shoppen
Giełda staroci na Kole
Ganz schön alt: Antikwaren, so weit das Auge reicht, jedes Wochenende in der Giełda staroci
Centralny Dom Qultury
Alternatives Clubleben: Tanzen und gute Musik ohne Snobs und Gesichtskontrolle gibt es im Centralny Dom Qultury
Jadłodajnia Filozoficzna
Wo die Rasta-Locken wippen: Reggae-Nächte, Chill-out und New Jazz in cooler Umgebung bei Jadłodajnia Filozoficzna
Iluzjon
Zeitmaschine: Das Kino Iluzjon versetzt seine Besucher weit zurück in die Geschichte
Top Highlights
Le Royal Méridien Bristol
Hier übernachteten schon Berühmtheiten wie John F. Kennedy, Pablo Picasso und die Rolling Stones. Opernstar Jan Kiepura sang einst auf dem Balkon. Das erste und immer noch größte Warschauer Nobelhotel in exklusiver Lage am Königsweg, nahe bei Schloss und Altstadt. Das Gebäude aus dem 19. Jh. ist für Warschau Inbegriff des Luxus. Ausladende Gänge und Konferenzräume unten, die Zimmer aufwändig eingerichtet. Recht groß und daher nicht so individuell. Edelrestaurant Malinowa, Café Bristol und Bar. DZ ab 160 Euro. 205 Zi., Krakowskie Przedmieście 42/44, Tel. 02 25 51 10 00, Fax 02 26 25 25 77, www.lemeridien-bristol.com, Busse 116, 122 174, 175 Hotel Bristol
Rialto
Das stilvollste der drei Warschauer Luxushotels ist erst 2001 durch den kompletten Umbau eines unspektakulären Eckhauses entstanden. Ganz in der Atmosphäre des Art déco gehalten, dabei intim und persönlich. Jeder der Räume ist individuell möbliert (mit Originalmöbeln vom Anfang des 20. Jhs.). Stadtbekannt das Restaurant des Schweizer Chefs Kurt Scheller. Fitnessraum, Dampfbad und Sauna. DZ ab 150 Euro, 44 Zi., ul. Wilcza 73, Tel. 02 25 84 87 00, Fax 02 25 84 87 01, www.hotelrialto.pl, Metro Politechnika
Oki Doki
Künstlerische Alternative zu Standardhostels. Zentral zwischen Kulturpalast und Altstadt im Club- und Restaurantviertel. Jedes Zweibettzimmer ist mit antiken Möbeln ausgestattet, von Künstlern individuell gestaltet mit Namen statt Nummer (Engel, Afrika oder Kitsch). Zusätzlich Mehrbettzimmer. Küche, Bar, TV-Raum. Auto- und Fahrradverleih. 30 Zi., Plac Dabrowskiego 3, Tel. 02 28 26 51 12, Fax 02 28 26 83 57, www.okidoki.pl, Metro Świętokrzyska,
Polonia Palace
Hier lebt das elegante Warschau der 20er- und 30er-Jahre wieder auf. Prächtig restauriertes Gebäude schräg gegenüber vom Kulturpalast, abends mit seiner Beleuchtung ein echter Blickfang. Elegant und luxuriös im altmodischen Stil. Suiten mit kräftigen Aufpreisen. Das Hotelrestaurant bietet eine Mischung aus polnischer und mediterraner Gourmetküche. Wellness- und Fitnessbereich. 206 Zi., Jerozolimskie 45, Tel. 02 23 18 28 00, Fax 02 23 18 28 01, www.poloniapalace.com, Metro Centrum
Cmentarz Powązkowski
Mit über 200 Jahren der älteste katholische Friedhof Warschaus mit gewaltigen Ausmaßen. Allein an der Powązkowska-Straße zieht er sich gut einen Kilometer entlang. Der Friedhof ist für die Warschauer von besonderer Bedeutung. An Allerheiligen, am 1. November, besuchen ihn Zehntausende, um Kerzen zu entzünden und der Toten zu gedenken. Unter Schatten spendenden alten Bäumen und zwischen kunstfertigen Grabkapellen liegen einige der größten Polen begraben, besonders entlang der 1925 eingerichteten Ehrenallee (Aleja Zasłużonych): Opernlegende Jan Kiepura, die Komponisten Witold Lutosławski und Henryk Wieniawski, Władysław Szpilman (der »Pianist« aus dem gleichnamigem Film), aber auch kommunistische Führer wie Bolesław Bierut, Polens einziger kommunistischer Präsident nach dem Zweiten Weltkrieg.
Königsschloss (Zamek Królewski)
Königreich und Untergang, Neugeburt als Republik, Kriegszerstörung und Wiederaufbau: An keiner Gedenkstätte Warschaus sind Wohl und Wehe der polnischen Geschichte eindrucksvoller und exemplarischer erlebbar als im Königsschloss an der Weichsel. Hinter der schlicht scheinenden roten Fassade erwarten den Besucher nicht nur Ausstellungen europäischer Kunst und adlige Hochkultur. Das Schloss bringt auch sein eigenes dramatisch-wechselvolles Schicksal in die historische Retrospektive ein.
Kulturpalast (Pałac Kultury i Nauki)
Obwohl die Warschauer dem Bau lange mit Widerwillen begegneten, avancierte er zum Wahrzeichen der Stadt. Daran änderten auch die futuristischen Wolkenkratzer nichts - seinen Gegnern zum Trotz, die hofften, der Kulturpalast würde langsam, aber sicher zugebaut. Erbaut wurde der Koloss 1952-1955 auf Geheiß Stalins, entworfen von einem sowjetisch-polnischen Architektenkollektiv nach dem Vorbild der Moskauer Lomonossow-Universität. Der Monumentalbau war zur Entstehungszeit das zweitgrößte Gebäude in ganz Europa: 230,68 m Höhe inklusive Spitze, 42 Etagen, 3288 Räume, 1 Mio. m³ umbauter Raum. Immer noch ist es das höchste Haus Polens. Besucher gelangen mit einem Fahrstuhl in die 30. Etage auf 114 m Höhe - mit einem einzigartigen Panoramablick auf Warschau (Eintrittskarten in der Lobby). Zur Jahrtausendwende wurde die zweitgrößte Uhr Europas am Turm des Kulturpalasts enthüllt. Ihre vier Zifferblätter haben einen Durchmesser von je 6 m.
Schloss Wilanów
Wohl das schönste Warschauer Schloss, einstige Sommerresidenz der Könige und später des polnischen Adels. Gerade umfangreich saniert und renoviert, erstrahlt die prachtvolle Barockfassade wieder in jenem Glanz, wie sie Ende des 17. Jhs. nach einem Entwurf des Baumeisters Agostino Locci geschaffen wurde. Der Name Wilanów ist italienischen Ursprungs - abgeleitet vom lateinischen Villa Nova (neue Stadt). Auch deutsche Adlige residierten hier, unter ihnen August II., König von Sachsen - er war gleichzeitig polnischer König.
St.-Annen-Kirche (Kościół św. Anny)
Ein Schmuckkästchen am Eingang zur Altstadt, in Sichtweite des Schlosses. Offiziell nicht die wichtigste Kirche der Stadt und auch eher eines ihrer kleineren Gotteshäuser, doch von großer Bedeutung für die Warschauer. Auch Papst Benedikt XVI. besuchte St. Anna bei seiner Polenreise im Mai 2006. Das Gotteshaus hat den Status einer akademischen Kirche und wird von Studenten betreut. Ein barocker Rausch empfängt den Besucher im Inneren: vergoldeter Schmuck an Wänden und Stirnseiten, ein prachtvoller Altar, üppig ausgemalte Deckengewölbe. Wegen der guten Akustik und der wunderschönen Orgel finden hier oft Konzerte statt. St. Annen ist eine der ältesten Kirchen Warschaus. Der Bau wurde schon 1454 im gotischen Stil begonnen, später kam es mehrfach zu Umgestaltungen. Ihr barock-klassizistisches Aussehen erhielt die Fassade erst 1788. Nach der Zerstörung im Krieg zwischen 1946 und 1962 wieder errichtet. Krakowskie Przedmieście 68, Bus u. a. 180, 518 Plac Zamkowy
Heiligkreuzkirche (Kościół św. Krzyża)
Eines der wichtigsten Warschauer Gotteshäuser mit einer großen Christusfigur über dem Eingang. Ende des 17. Jhs. im Barockstil erbaut nach dem Vorbild der römischen St. Andrea Della Valle, mit einem 70 m langen, 39 m breiten und 20 m hohen Hauptschiff. Den Grundstein legte der legendäre König Jan III. Sobieski. Die größte Orgel Warschaus ist hier zu bewundern. Berühmt ist die Heiligkreuzkirche für etwas anderes: Hier wird das Herz von Frédéric Chopin aufbewahrt, wie es der polnische Nationalkomponist in seinem Testament verfügte. Sein Körper liegt in Paris begraben. Auf dem Chopin-Epitaph in der Kirche steht ein Zitat aus dem Matthäus-Evangelium: »Wo Dein Schatz, da ist auch Dein Herz« sowie die Inschrift »Für Frédéric Chopin - die Landsleute«. Krakowskie Przedmieście 3, Bus u. a. 180, 518 Uniwersytet
Plac Konstytucji
Sozialismus pur. Nicht nur beim Kulturpalast konnten sich die Architekten des Betonzeitalters ausleben, sondern auch am Verfassungsplatz und der Marszałkowska-Straße, die in Überbreite direkt auf ihn zuführt: Mächtige Wohnhäuser säumen die Paradestraße. Den Platz selbst markieren drei hohe Kandelaber, die wie überdimensionierte Kerzenhalter aussehen. Wofür sie stehen, kann heute niemand mehr sagen. Durch große Torbögen in den Wohnblöcken rechts und links vom Platz gelangen Fußgänger in die Nebenstraßen. Die Bögen wurden übrigens so gebaut, dass ein Panzer sie blockieren konnte. Oben hängt die älteste Neonreklame Warschaus. Metro Politechnika
Plac Piłsudskiego
Ein sehr großer, leerer Platz, benannt nach dem Marschall, der Polen 1918 in die Unabhängigkeit führte. Er wird häufig für Großveranstaltungen genutzt, etwa große Papstmessen, zuletzt mit Benedikt XVI. im Mai 2006. Am Westende des Piłsudski-Platzes befindet sich das Grab des Unbekannten Soldaten, eine Stätte zum Gedenken an namenlose im Kampf um die Freiheit Polens gefallene Helden. Das symbolische Grabmal, an dem eine ewige Flamme brennt, liegt unter den Arkaden des ehemaligen Sächsischen Palais. Es wurde in den 1920er-Jahren errichtet, nach dem Zweiten Weltkrieg in Teilen wieder aufgebaut und mit Urnen von Gefallenen aus allen Orten versehen, an denen Polen kämpften und starben. Die Gedenkstätte wird von Soldaten bewacht. Den feierlichen Wachwechsel können Sie immer sonntags um 12 Uhr sehen. Den Plänen der Stadtoberen zufolge soll das gesamte Sächsische Palais in den kommenden Jahren wieder errichtet werden. Vermutlich wird es wie das Königsschloss originalgetreu aufgebaut werden. Zuvor sind aber noch Ausgrabungen am früheren Standort des Palastes geplant.
Altstadt (Stare Miasto)
Warschaus Herz und Seele. Hier pulsiert das Leben zwischen Straßenhändlern, wimmelnder Alltagseile und Touristen, denen ein buntes Volk aus Souvenirhändlern, Schauspielern, Schnellzeichnern und Droschkenkutschern Waren und Dienste anbietet.
Neustadt (Nowe Miasto)
Durch das vom venezianischen Stil geprägte Neustädtische Tor und die Barbakane, eine im 16. Jh. errichtete Verstärkung des eigentlichen Tores, gelangen Sie von der Alt- direkt in die Neustadt. Das Ambiente bleibt ähnlich: Kopfsteinpflaster, alt anmutende, niedrige Häuser, Restaurants, Kirchen. Erst auf den zweiten Blick bemerkt man den etwas anderen Charakter dieses Viertels: Die Fassaden sind deutlich weniger repräsentativ. Das hat historische Gründe. Die Altstadt war traditioneller Sitz der reichen Kaufleute, die Neustadt eher das Viertel kleiner Handwerker.
Praga
Stadtteil mit einem leicht morbiden und gleichzeitig alternativen Charme. Vor einigen Jahren noch als Hochburg von Kleinkriminellen in Verruf, ist er inzwischen als Künstler- und Lebenskünstlerviertel im Kommen. Im alten Praga sind im Zweiten Weltkrieg die meisten Gebäude unzerstört geblieben, weil die sowjetischen Truppen bereits bis dorthin vorgedrungen waren. Viele Häuser wurden seitdem nicht renoviert und verfielen über die Jahrzehnte. Ein interessanter Spaziergang führt die Ząbkowska- und die Brzeska-Straße entlang. Hier finden sich sowohl frisch renovierte Fassaden mit Kneipen und Lokalen als auch (v. a. in der Brzeska) noch der Charakter des alten Praga: bröckelnde Backsteinfassaden und gusseiserne Balkone, die Fotomotive der anderen Art bieten. In vielen Innenhöfen stehen kleine Marienkapellen, die den Hausbewohnern im Zweiten Weltkrieg als Kirchenersatz dienten und seither gepflegt und mit frischen Blumen versorgt werden. Etwas Zurückhaltung und Diskretion beim Fotografieren sind zu empfehlen - hier leben viele arme Menschen in schwierigen Verhältnissen. Im Stadtteil Praga liegt auch der Warschauer Zoo sowie die Wodkafabrik Koneser (Ząbkowska 27/31), in der nicht nur das polnische Nationalgetränk destilliert wird, sondern Ateliers und Kunstausstellungen untergebracht sind. In der Fabryka Trzciny treten hochkarätige Musiker auf. Legenden des Alten Praga sind der Bazar Różyckiego sowie der riesige Jarmark Europa im Zehnjahresstadion. Tram 3, 6, 13, 21, 25, 26 Ząbkowska
Galeria Zachęta
Das prachtvolle Gebäude nahe dem Grab des Unbekannten Soldaten, erbaut von 1899 bis 1903 als Sitz eines Kunstvereins, ist schon wegen seiner Architektur einen Besuch wert. Die Galerie Zachęta ist die größte und angesehenste Kunstgalerie Polens und bietet ständig wechselnde Ausstellungen moderner Kunst, nicht selten mit Werken von internationalem Rang, etwa von Henri de Toulouse-Lautrec, Pablo Picasso, Paul Cézanne, Roy Lichtenstein, Max Ernst oder Fernand Léger. Zum festen Bestand der Zachęta gehören 600 Gemälde, 2600 Grafiken, Zeichnungen, Radierungen sowie Skulpturen und Stoffe - mit Schwerpunkt auf den 1960er- und 1970er-Jahren. Sonderausstellungen sind oft historischen Themen gewidmet. Die Galerie schrieb auch schon selbst Geschichte: 1922 wurde hier der erste Präsident der Republik Polen, Gabriel Narutowicz, ermordet. Di-So 12-20 Uhr, Eintritt 10 Zł., Do frei, pl. Małachowskiego 3, www.zacheta.art.pl, Bus 106, 160, 460 Zachęta (Wunschhaltestelle)
Muzeum Narodowe (Nationalmuseum)
Eines der größten und bedeutsamsten Museen Polens. Das Gebäude wurde 1926 eigens als Domizil des Nationalmuseums erbaut und architektonisch im strengen Stil der neuen Sachlichkeit auf diese Nutzung ausgerichtet. Der Grundstock einer nationalen Kunstsammlung in Warschau ist allerdings viel älter: Sie reicht als Museum der schönen Künste in die Mitte des 19. Jhs. zurück. Plünderungen und der groß angelegte Kunstraub durch die Nazis brachten der Exposition unersetzliche Verluste bei. Die heutige Ausstellung umfasst eine Gemäldegalerie u. a. mit Bildern von Rembrandt, Leonardo da Vinci, Jacob Jordaens und Lukas Cranach. Kunstliebhabern sei v. a. die Sammlung polnischer Malerei von der Renaissance bis in die Moderne empfohlen (u. a. Jan Matejko, Stanisław Wyspiański). Zum musealen Fundus gehören zudem eine Abteilung mittelalterlicher Handwerkskunst, herausragende Schnitz- und Steinmetzarbeiten schlesischer Meister und verschiedene Münzsammlungen. Bekannt ist das Nationalmuseum für seine hervorragenden thematischen Sonderausstellungen, darum unbedingt auf aktuelle Offerten achten. Di/Mi, Fr-So 10-16, Do 10-18 Uhr, Eintritt 17 Zł. für alle Ausstellungen, Sa frei für feste Ausstellungen, Al. Jerozolimskie 3, www.mnw.art.pl, Bus u. a. 180, 518 Foksal
Muzeum Plakatu w Wilanowie (Plakatmuseum)
Ein Kleinod in der Warschauer Museumslandschaft, das im Schatten der Pracht von Schloss Wilanów leider schnell übersehen wird: Im alten Rennstall Ujeżdżalnia auf dem Schlossgelände hat das erste Plakatmuseum Europas (gegründet 1968) sein Zuhause. Es ist ein faszinierendes Sammelsurium von sage und schreibe 54 000 Werken aus Polen und aus dem Ausland. Schon früh wurde in Polen das Medium Plakat als Kunst begriffen, bildete sich eine polnische Plakatschule heraus, die internationalen Ruhm genoss. Dazu gehören Namen wie Henryk Tomaszewski, Franciszek Starowieyski und Jan Lenica. Seit 1994 ist das Museum fester Ort der Internationalen Plakat-Biennale. Alle zwei Jahre wählt die Jury in drei Kategorien aus 2000 Arbeiten die besten aus. Ein Schwerpunkt liegt auf jeweils neuen Werken, doch auch Plakate vergangener Jahrzehnte sind präsent. Besonders interessant: polnische Plakate aus sozialistischen Zeiten. Di-So 10-16, Mo 12-16 Uhr, Eintritt 8 Zł., Mo frei, ul. St. Kostki Potockiego 10/16, www.postermuseum.pl, Bus u. a. 180 Wilanów
Muzeum Powstania Warszawskiego (Museum des Warschauer Aufstands)
Dem Heldenmut der Warschauer ist dieses Museum gewidmet - in Erinnerung an den Aufstand gegen die Nazi-Besatzung 1944, der niedergeschlagen wurde und in der Zerstörung weiter Teile der Stadt und ihrer Schätze endete. Eröffnet 2004 zum 60. Jahrestag des Aufstands, setzt das Museum zur Dokumentation und authentischen Vermittlung der damaligen Ereignisse auch auf multimediale Technik. Alte Radiosendungen, Filmaufnahmen, aber auch moderne Simulationen sollen die Taten der Aufständischen verständlich machen - in einigen Fällen freilich mit einem Pathos hart an der Kitschgrenze. Mo/Mi/Fr 8-18, Do 8-20, Sa/So 10-18 Uhr, Eintritt 4 Zł., So frei, ul. Grzybowska 79 (Eingang von ul. Przyokopowa), www.1944.pl, Bus 106, 155, Tram Muzeum Powstania Warszawskiego
Belvedere
Mit Abstand eine der teuersten Adressen in Warschau, aber wunderschön gelegen im königlichen Bäderpark Łazienki an der Neuen Orangerie und besonders edel ausgestattet, mit schöner Terrasse. U. a. polnischer Vorspeisenteller, grüner Spargel mit geräucherter Forelle, Hasenlenden in Sahnesauce. Tgl., ul. Agrykola 1, Tel. 02 28 41 22 50, www.belvedere.com.pl, Bus 116, 118, 119, 122 Gagarina, Menü ab 30 Euro
Café Blikle
Viele reden von Tradition, Blikle steht dafür: Seit fast 150 Jahren besteht die Konditorei mit Café an der schicken Straße Nowy Świat und ist jedem Warschauer ein Begriff. Berühmt: die selbst gemachten Pralinen und kleinen Torten. Auch zum Mitnehmen. Tgl., ul. Nowy Świat 35, www.blikle.pl, Bus u. a. 180, 518 Foksal
Orchidea
Fusionküche mit asiatischem Einschlag, von der jungen Besitzerin nach ihren Asienreisen kreiert. Immer freundliche Bedienung. Große Auswahl an vegetarischen Gerichten wie würzige Tofuvariationen mit Gemüse und Jasminreis oder gedünstetes Gemüse in Kokosmilch und Chili. Tgl., ul. Szpitalna 3, Tel. 02 28 27 34 36, www.restauracjaorchidea.pl, Bus 116, 122, 180, Metro Centrum, €€
Folk Gospoda
Abseits der Touristenpfade, aber zentrumsnah. Das beste der neuerdings so beliebten rustikalen Restaurants im Gebirgsstil mit viel Holz und traditionellen polnischen Speisen. Abends folkloristische Livemusik. Gartenterrasse. Tgl., ul. Waliców 13/Ecke Grzybowska, Tel. 02 28 90 16 05, www.folkgospoda.pl, Bus 106, 155 Mennica, €€
Słodki … Słony
Sieht mit seiner phantastischen Kuchentheke und der gemütlichen Einrichtung wie ein Café aus. Doch es werden auch Salate und eine Handvoll Hauptgerichte serviert. Trotzdem sind die exklusiven Süßspeisen die Hauptattraktion. Tgl., ul. Mokotowska 45, www.slodki-slony.pl, Tel. 02 26 22 49 34, Bus 159, 107 Krucza, €€€
U Fukiera
Eines der bekanntesten und ältesten Warschauer Restaurants am Altstadtmarkt, das für viele immer noch Sinnbild eines fürstlichen polnischen Essens ist - inzwischen gibt es aber viel Konkurrenz, die Vergleichbares für weniger fürstliche Preise bietet. Edle Innenausstattung. Tgl., Rynek Starego Miasta 27, Tel. 02 28 31 10 13, www.ufukiera.pl, Bus Plac Zamkowy, €€€
Traffic
Ungewöhnlichster Buch- und Plattenladen der Stadt in einem alten Kaufmannshaus. Hier kann jeder ungestört in Büchern und Zeitungen blättern. Dazu gibt es den Traffic Club mit kostenlosem W-Lan-Zugang und Verkauf von Konzerttickets (Tel. 02 26 92 14 20). Bracka 25, www.traffic-club.pl, Metro Centrum
Nowy Świat
Schmuck, Kunstgalerien und natürlich exklusive Kleidung und Schuhe in der einzigen Warschauer Straße, die selbst zu Kommunismuszeiten elegant war. Kein Besucher kommt an der »Neuen Welt« vorbei, denn sie ist Teil des Königswegs in Richtung Schloss und Altstadt. Bus u. a. 175, 180, 518
Złote Tarasy
Das neueste und mit 225 000 m² auch größte Einkaufs- und Vergnügungszentrum, das erste mitten im Zentrum, direkt bei Kulturpalast und Hauptbahnhof. Die »Goldenen Terrassen« sollen im Frühjahr 2007 eröffnet werden. Schon jetzt bestechen sie durch ihr wellenförmiges Glasdach. Fast alle denkbaren Marken und Läden sowie ein Kino sind hier vertreten. Metro Centrum, Bus, Tram Dworzec Centralny
Cepelia
Für alle, die etwas typisch Polnisches mitnehmen wollen, bietet Cepelia in mehreren Filialen Volkskunst mit künstlerischem Anspruch: Möbel, Schmuck, Malerei, Keramik, Glas. U. a. ul. Chmielna 8, Metro Centrum, Filialen: ul. Marszałkowska 99/101, pl. Konstytucji 5, www.cepelia.pl
Wedel
Der Laden von Warschaus bekanntestem Süßwarenhersteller ist eine Attraktion. Klassiker sind die Wedel-Torte (Waffel mit Schokomasse) und die Ptasie mleczko (»Vogelmilch«), Schokokonfekt, sowie selbst gemachte Pralinen. Schönes Café! ul. Szpitalna 8, www.wedelpijalnie.pl, Metro Centrum
W. Kruk
Der älteste Juwelier Polens - Synonym für edle Geschenke. Seit über 160 Jahren werden in zahlreichen Zweigstellen zeitloser Schmuck und Uhren angeboten. u. a pl. Konstytucji 6, www.wkruk.pl, Tram Plac Konstytucji, auch in vielen Einkaufszentren
Jarmark Europa
Der wohl größte Basar Europas, auf dem am Zehnjahresstadion (Stadion Dziesięciolecia) auf 32 ha von illegal gebrannten CDs bis hin zu meist gefälschter Kleidung so ziemlich alles zu erwerben ist. Seit Jahren versprechen Politiker, diesen skurrilen Handelsplatz zu schließen - bisher erfolglos. Der Jarmark gehört zum Warschau-Besuch dazu. Auf Wertsachen aufpassen! Tgl., Al. Zieleniecka 1, Bus 117, 509, Tram 7, 8, 9, 24, 25 Rondo Waszyngtona
Klub Tygmont
Erste Adresse für Jazzfreunde, mitten im Club- und Kneipenviertel der Stadt. Livekonzerte von regionalen und nicht selten auch internationalen Musikern. Beim Türsteher wichtig: das jazzige Aussehen. Auch Trip Hop und Latino-Klänge. Mazowiecka 6/8, www.tygmont.com.pl, Metro Świętokrzyska
Piekarnia
Die »Bäckerei« (piekarnia) ist ein polenweit bekannter, angesagter Club, der sich in einer kleinen Nebenstraße unweit des Powązki-Friedhofs versteckt und der das Clubbing nach Warschau gebracht hat. Internationale DJs legen hier für Hunderte Gäste House, Electro oder Progressive auf. ul. Młocińska 11, www.piekarnia.art.pl, Bus 500, 510, Tram 1, 2, 16, 17 Rondo Radosława
Kinoteka
Moderner Kinokomplex im historischen Gebäude des Kulturpalasts. Gute Blockbuster und anspruchsvollere Filme, so wie in Polen üblich im Original mit polnischen Untertiteln. pl. Defilad 1, Tel. 02 25 51 70 70, www.kinoteka.pl, Metro Centrum
Teatr Muzyczny Roma
Das Musicaltheater der Stadt. Durchschnittlich gibt es nur eine Premiere pro Saison, doch die hat es meist in sich. Mit großem Erfolg lief »Cats« in einer polnischen Version und »Tanz der Vampire« nach der Filmvorlage des polnischstämmigen Regisseurs Roman Polanski. ul. Nowogrodzka 49, Tel. 02 26 28 89 98, Reservierungen: rezerwacja@teatrroma.pl, www.teatrroma.pl, Metro Centrum
Teatr Wielki (Opera Narodowa)
Im »Großen Theater« mit über 200-jähriger Tradition hat die Nationaloper ihren Sitz. Besonderer Wert wird bei den Inszenierungen auf polnische Komponisten gelegt, vom Klassiker Stanisław Moniuszko, dem Gründer der Oper, bis zum zeitgenössischen Krzysztof Penderecki. Doch auch alle großen Namen der internationalen Opernwelt sind vertreten - zuletzt Richard Wagner mit dem kompletten »Ring des Nibelungen«. Außerdem Ballettinszenierungen. Eine Hauptbühne für 1841 Besucher und eine kleine Bühne mit 248 Sitzplätzen. Im ersten Stock befindet sich Polens einziges Theatermuseum. Aufführungen Sept.-Juni Di-So, pl. Teatralny 1, Tel. 02 26 92 02 00, www.teatrwielki.pl, Metro Ratusz
Auftakt
Entdecken Sie Warschau!
Die Metropole des neuen Europas präsentiert sich spannend, lebendig und voller Kontraste
Königsschloss und Helden der Arbeit, Tempel des Kapitalismus und Partys in Abbruchhäusern: In Polens Hauptstadt geht alles zusammen. Warschau ist eine Stadt der Gegensätze, voller Bilder, die nicht recht zueinanderpassen wollen. Da ist die kleine Altstadt mit ihren malerischen Gassen und den schönen Kaufmannshäusern, umgeben vom Betongebirge sozialistischer Plattenbauten. Von vergangenen Epochen zeugen Kirchen in katholisch-barocker Pracht, doch alles wird überragt von einem Kulturpalast, der einst den Sieg des Stalinismus symbolisieren sollte. Daneben die Wahrzeichen des neuen Warschaus: spiegelverglaste Wolkenkratzer und hypermoderne Einkaufszentren, groß wie Flugzeughangars. Lebte der Maler Bernardo Bellotto (1697-1768) - als Canaletto bekannt geworden und berühmt für seine präzisen Stadtansichten - im Hier und Heute, seine Gemälde sähen wohl etwas anders aus. Vielleicht gäben Sie den großartigen Panoramablick von der zweigeschossigen grünen Danziger Brücke (Most Gdański) wieder: links der alte, wieder lebendige Stadtteil Praga, rechts die City mit ihrer wachsenden Skyline aus Wolkenkratzern und Bürotürmen, die nachts kunstvoll beleuchtete Świętokrzyska-Brücke mit ihrer gewaltigen Hängekonstruktion und die kleine Altstadt mit den roten Ziegeldächern auf einem Hügel über der Weichsel.
Es sind diese stellenweise atemberaubenden Kontraste, die den Reiz Warschaus ausmachen, weniger die gewachsene Schönheit klassischer Architektur. Mit der Aura einer jahrhundertealten Baukunst kann die polnische Hauptstadt nämlich nicht mehr dienen: Warschau war am Ende des Zweiten Weltkriegs zu über 90 Prozent zerstört. Nahezu alles, was alt aussieht, ist Kopie des zerstörten Originals, bis ins Detail meisterlich rekonstruiert: Kirchen, Paläste, ganze Straßenzüge, die komplette Altstadt. Die Gemälde Canalettos spielten dabei übrigens eine entscheidende Rolle, denn es fanden sich kaum bessere Vorlagen als jene 23 perspektivisch akkuraten Ansichten, die heute die Ausstellung im ebenfalls wiederaufgebauten Königsschloss krönen.
Warschau, seine Wiedergeburt inbegriffen, ist in diesem Sinn auch ein großes Memorial einer bewegten und tragischen Geschichte. Deren Zeugnissen begegnet man in der Stadt auf Schritt und Tritt. Gedenktafeln an Hausfassaden und viele Denkmäler ehren die Freiheitskämpfer gegen die Zarenherrschaft und die Sowjetbesatzung, doch vor allem die Aufständischen gegen die Okkupation durch die Deutschen während des Zweiten Weltkriegs. Der zahllosen Opfer zu gedenken ist viel mehr als ein Ritual. Die Polen sind sehr geschichtsbewusst, und das hat seine Gründe. Das kollektive Erinnern an die Märtyrerrolle als »Christus der Völker« wurzelt tief im nationalen Bewusstsein. Freiheit war in der polnischen Geschichte nie selbstverständlich.
Warschau ist eine vergleichsweise junge Hauptstadt. Die Krakauer betonen gern, dass ihr Ort schon Zentrum des Königreichs Polen war, als in Warschau noch die Kühe grasten. Um das Jahr 1300 wurde Warszawa erstmals urkundlich erwähnt, doch erst 1596 stieg es zur Hauptstadt auf, als König Zygmunt (Sigismund) III., gebürtiger Spross der schwedischen Wasa-Familie, seine Residenz hierher verlegte. Ende des 18. Jhs. zog die dunkle Zeit der Teilungen auf - ein Kapitel, das noch heute das Geschichtsbild der Polen stark prägt. Die mächtigen Nachbarn Preußen, Russland und Österreich-Ungarn rissen sich in drei Schritten 1772, 1793 und 1795 das ganze Land unter den Nagel. Polen verschwand von der europäischen Landkarte. Warschau fiel nach der dritten Teilung an Preußen und wurde erst 1918 wieder Hauptstadt einer freien Republik. Die Goldenen Zwanziger brachten der Stadt einen gewaltigen Boom, die Metropole expandierte, blühte auf, atmete Lebenslust.
Mit der Okkupation durch die Nazis 1939 endete dieser kurze Frühling so schnell, wie er gekommen war. Sechs Jahre lang litt Warschau unter der Terrorherrschaft. 1943 kam es zum Aufstand im jüdischen Ghetto. Der ungleiche Kampf endete mit einem Blutbad. Noch mehr Opfer forderte der Warschauer Aufstand ein Jahr danach. Als die Rote Armee so nahe war, dass man auf Hilfe hoffen konnte, erhob sich die Untergrundbewegung der Armia Krajowa (Heimatarmee) gegen die deutschen Besatzer. Aber die sowjetische Unterstützung blieb aus, die Deutschen schlugen den Aufstand nieder und legten als Vergeltung fast ganz Warschau in Schutt und Asche.
Doch die Bewohner kehrten zurück und unternahmen große Anstrengungen, die Stadt schnell auferstehen zu lassen. Das Nachkriegsmotto prangt noch heute unübersehbar am zentralen De-Gaulle-Kreisverkehr: »Ganz Polen baut seine Hauptstadt auf«. Eine Millionenstadt komplett zu restaurieren, dazu waren die Menschen freilich nicht in der Lage. Daher trat anstelle des historischen Warschaus in vielen Vierteln der Zweckbau des Betonzeitalters: Plattenblocks, graue Quader mit jeweils Hunderten von Wohnungen, die das Stadtbild Warschaus bis heute dominieren. In der Peripherie entstanden ganze Satellitenstädte nach diesem Muster.
So schlicht und schmucklos die sozialistischen Herrscher die Wohnsiedlungen der Arbeiterklasse entwarfen, so prunkvoll bauten sie die öffentlichen Gebäude, Symbole der Macht, verteilt auf das gesamte Stadtzentrum: die Gebäude der Staatsbank und die Residenz der Kommunistischen Partei am Drei-Kreuze-Platz (Plac Trzech Krzyży), die Skulpturen der »Helden der Arbeit« am Plac Konstytucji und die Marszałkowska-Straße, in ihrer gewalzten Breite wie geschaffen für 1.-Mai-Paraden. Und alles dominierend der Kulturpalast, Nachkriegsgeschenk der Sowjetunion, hartnäckig ungeliebt und inzwischen doch zum Wahrzeichen Warschaus avanciert. Der stalinistische Monumentalbau, zuckerbäckerhaft dekoriert, beherbergt heute Büros, Museen, einen Konzertsaal, ein Kino. Dank seiner Turmspitze ist der Kulturklotz immer noch das höchste Haus der Stadt.
Doch das heutige Stadtbild wird nicht nur von den Kontrasten der Innenstadt geprägt. Warschau hat auch sehr exklusive Viertel, rings um das Adelsschloss Wilanów etwa oder das Diplomatenviertel von Saska Kępa mit seinen wundervollen Parkanlagen. Für manchen Warschau-Insider am spannendsten ist die Metropole des neuen Europas mit ihren knapp 1,7 Mio. Einwohnern dort, wo sie sich vieles von ihrer ursprünglichen Gestalt bewahrte. Besonders im alten Stadtteil Praga rechts der Weichsel: Hier stand 1944 schon die Rote Armee, daher ließen die Deutschen das Viertel unangetastet.
Im einst als Hochburg der Kleinkriminellen berüchtigten Praga stehen noch die meisten Altbauten - einige mit abgestürzten Balkonen und abgeblätterten Fassaden, andere frisch saniert und renoviert. Mittendrin wächst munter eine alternative Kneipen-, Club- und Konzertszene in Abbruchhäusern oder Industriebauten wie der Wodkafabrik Koneser oder der Schilfrohrfabrik (Fabryka Trzciny): Gründerzeitziegel und ausgediente alte Schornsteine als Background für eine moderne Clublounge. Exzentrische Künstler und Studenten eröffnen und besuchen Galerien, malen, musizieren und diskutieren in Kneipen, die »Glatzköpfiger Pinguin« oder »Dämpfe des Absurden« heißen. Sie geben dem alten Stadtteil mit seinem morbiden Charme einen neuen Charakter.
Unterdessen werden die Brachflächen, die es nach dem Sturz des Kommunismus 1989 im Herzen der Stadt noch immer gab, zusehends vom neuen Warschau gefüllt. In einer Art Wettlauf um die lukrativsten Lagen und ambitioniertesten Projekte wachsen luxuriöse Hotels und die Zentralen von Unternehmen, die ihr im Boom der letzten Jahre reichlich verdientes Geld in das Hochziehen futuristischer Hochhäuser stecken. Frei nach dem Motto: Wer in einem Büroturm mit weniger als 30 Etagen arbeitet, ist noch nicht ganz oben.
Paradox: Trotz des Baubooms herrscht in Warschau nach wie vor eine akute Wohnungsnot. Vor allem in den tristen Trabantensiedlungen teilen sich nicht selten drei Generationen eine 50-Quadratmeter-Wohnung in einem Plattenblock. Denn vor allem junge Familien und alleinerziehende Mütter können sich eigene vier Wände nicht leisten: Sozialer Wohnungsbau findet kaum noch statt, und in puncto Immobilienpreise hat Warschau längst Westniveau erreicht.
Dennoch kauft sich jeder, der es irgendwie kann, eine kleine Wohnung, auch wenn die Finanzierung schwer fällt. Immerhin sind in der Hauptstadt im Unterschied zur Landesarbeitslosenrate von 16 Prozent nur 6 Prozent arbeitslos gemeldet. Das Durchschnittsgehalt beträgt in Warschau umgerechnet fast 900 Euro gegenüber 700 Euro im Rest des Landes. So gibt es inzwischen eine Mittelschicht, die zwischen den Verlierern der Transformation und den neuen Höchstverdienern, die sich in der City Luxusapartments gönnen, steht. Besonders schlimm sind weiterhin die Rentner dran, von denen viele mit 300 Euro im Monat auskommen müssen.
Wegen der verlockenden Möglichkeiten träumen viele Polen davon, in der Hauptstadt Karriere zu machen. Die Metropole bietet Arbeitsplätze, Aufstiegschancen und ein Kulturleben, das in seiner Vielfalt längst manch westliche Großstadt in den Schatten stellt. Und das lockt vor allem junge Leute nach Warschau.
Mag bei den Polen außerhalb der Hauptstadt auch oft eine Distanz oder bestenfalls Hassliebe zu Warschau spürbar sein, mögen die besserverdienenden, sichtlich wohlhabenden Warschauer sogleich als neureiche Snobs oder zumindest arrogante Angeber gelten, die mit Sonnenbrille im Jeep durch die Provinz rasen: Die junge Generation identifiziert sich mit ihrer Stadt und hat viel Spaß an ihr. Die Clubszene im Bermudadreieck der Straßen Marszałkowska, Świętokrzyska und Mazowiecka ist ein bunter und sehr vitaler Beweis dafür.
Auch touristisch hat sich in den letzten Jahren viel getan. Die pulsierende Lebendigkeit einer europäischen Großstadt, viele wiederaufgebaute Sehenswürdigkeiten neben neuen, architektonisch wagemutigen Wahrzeichen und nicht zuletzt ein bunter Mix aus Einkaufszentren, Factory-Outlets und Boutiquen, der längst das Zeug zum Shopping-Insidertipp hat: Zu erleben gibt es in Warschau mehr als genug. Im Zeitalter der Billigflieger lohnt sich die Stadt mittlerweile auch für einen Kurzbesuch. Ist es vom Berliner Alexanderplatz bis zur Sigismundsäule vor Warschaus Königsschloss doch auch nicht weiter als zum Kölner Dom. Warschau liegt sozusagen mittendrin im neuen Europa: eine Stadt im Umbruch, widersprüchlich, aufregend, voller Leben und noch längst nicht fertig.
Unterhaltung
Die Nacht ist kurz
Wo tagsüber Bankangestellte in Maßanzügen durch die Straßen eilen, erwacht die Stadt abends zu ihrem zweiten Leben - und weiß, sich zu vergnügen
Die Nacht zum Tag machen? Nichts leichter als das. Warschaus Nachtschwärmerszene boomt und pulsiert so heftig, wie es kaum ein Gast aus dem Westen im katholischen Polen erwartet. Alles ist in Bewegung. Besonders im Bermudadreieck der Straßen Marszałkowska, Świętokrzyska und Mazowiecka öffnen fast im Monatsrhythmus neue Lokale, Diskos, Clubs, andere verschwinden genauso schnell wieder. Dabei hat das Warschauer Nachtleben durchaus auch eine ernsthafte Seite zu bieten. Die festlichen Abendaufführungen der nationalen Philharmonie etwa sind landesweit berühmt. Wie auch immer, für den Nachhauseweg ist gesorgt: Nachtbusse, die im Halbstundentakt vom Zentralbahnhof aus in alle Richtungen ausschwärmen, machen den Feierabend zu einem autofreien Vergnügen.
Warschaus Nachtleben hat auch seine Besonderheiten. So empfangen manche Clubs, die besonders trendy sind oder sich zumindest dafür halten, den Besucher mit einer sogenannten Selektion. Wenn dem Türsteher das jeweilige Gesicht nicht gefällt, wird er nach Einladung oder Clubkarte gefragt, was bedeutet, dass man nicht hineinkommt. In solchen Lokalen zahlen die Gäste oft Eintrittsgelder von ca. 10 Euro und mehr. Ohnehin sind die Eintrittspreise für Diskotheken und Clubs in Warschau sehr hoch. Dafür kommen Frauen oft gratis hinein, zumindest an Wochentagen. Weniger elitär geht es in Studentenclubs wie dem Stodoła zu. Auch viele Restaurants haben abends regelmäßig Livemusik im Programm. Und musikalisch hat Warschau eine Vielfalt zu bieten, wie sie nur ein Schmelztiegel der Kulturen zwischen Ost und West generieren kann. Voll auf ihre Kosten kommen Jazzfans: Jazz ist in Polen sehr populär, und die Hauptstadt ist die unumstrittene Hochburg der nationalen Szene.
In einer Stadt, in der Supermärkte bis Mitternacht geöffnet haben und sogar die Hauptpost durchgehend arbeitet, gehören zum Nachtleben auch 24-Stunden-Lokale und Restaurants, in denen man noch nachts um drei ein deftiges Essen bestellen kann. Die Nacht ist kurz in Warschau, und die Öffnungszeiten sehr flexibel. Die gängige Regel lautet: »Schluss ist nach dem letzten Gast.«
Angesagt
Angesagt!
Events, Meetings und Aktionen, die Sie kennen und nicht verpassen sollten!
Sportlich: Masa Krytyczna»Kritische Masse« heißt die »größte monatliche, nichtkommerzielle Veranstaltung in Mittelosteuropa«, wie die Organisatoren stolz verkünden. Am letzten Freitag eines jeden Monats treffen sich Radfahrer, Inlineskater und Menschen auf allen Arten von Rädern, die ohne Motor betrieben werden, und fahren im Konvoi durch die Stadt. Ein besonderes Bild entsteht schon, wenn der Schlossplatz sich von allen Seiten mit immer mehr Radlern füllt und in den benachbarten Straßen für eine Weile der Autoverkehr lahmgelegt wird. Mit der Fahrt wird neben der Freude am Biken auch der Umweltschutz propagiert. Kürzlich gab es die erste Masa Krytyczna für Kajaks auf der Weichsel, sie läuft aber noch nicht regelmäßig. Treffpunkt immer am letzten Fr des Monats um 18 Uhr, pl. Zamkowy, www.masa.waw.pl
Morgenstund … - Sobotni bieg porannyFrühaufsteher, die morgens ein paar Kilometer joggen, haben an jedem Samstag die Möglichkeit, dies mit vielen anderen zusammen im malerischen Las Bielański zu tun. Organisiert wird der Samstagmorgenlauf von SBBP, die auch den Warschau-Marathon veranstalten. Startpunkt ist an der Kreuzung Podleśna und Klaudyny um 8 Uhr. http://www.sbbp.pl/
Täglich neu feiern: Klub HybrydyDieser Studentenclub rühmt sich zu Recht damit, jeden Tag einen anderen Musikstil zu spielen, sodass für Fans einer bestimmten Richtung meist ein fester Wochentag im Kalender angestrichen ist. Tipp: Dienstags ist es bei Acid Jazz der 90er besonders schön. Di-Sa 21-3 Uhr, Eintritt 12 Zł.
Still got the BluesDie Warsaw Blues Night ist nach längerer Pause wieder da. Im Klub Proxima (ul. Żwirki i Wigury 99 a) präsentieren sich einmal pro Monat hervorragende Bluesmusiker aus dem In- und Ausland. www.wbn.psblues.pl
Ausflüge und Touren
In die Wildnis und zu edlen Villen
Ins Villenstädtchen Konstancin JeziornaKonstancin Jeziorna ist freilich nicht nur ein Wohnquartier des Wohlstands, sondern als Kurort allen Besuchern öffentlich zugänglich. Sie erreichen das Städtchen zwei- bis viermal pro Stunde mit den Stadtbussen 700 vom Zentralbahnhof und 710 von der Metro-Station Wilanowska. Die Fahrt dauert nur ca. 40 Minuten (24 km) und kostet 4,80 Zł. in eine Richtung. Steigen Sie im Zentrum aus, z. B. an der Haltestelle Papiernia. Die Papierfabrik (ul. Mirkowska 45) an einem kleinen See ist eine der ältesten noch arbeitenden Fabriken in der gesamten Region um Warschau. Sie ist nicht regelmäßig zu besichtigen, aber auch von außen durchaus sehenswert. Direkt neben der Fabrik bilden einige schmuckvolle, leider etwas heruntergekommene weiße Häuser einen typischen Wirtschaftshof. Die Ausflugstour führt nun die Mirkowska-Straße hinauf, vorbei an der Nummer 56, einem großen Ziegelbau, einst das Krankenhaus für die Fabrikangestellten. Der Weg fürht an der neogotischen Kirche der hl. Jungfrau Maria vorbai und trifft dann auf die Al. Wojska Polskiego, in die Sie rechts abbiegen. Keine hundert Meter hinter der Kirche steht rechts die Villa Amelin des Fabrikgründers. Durch eine Fernsehserie in den 70er-Jahren lernte ganz Polen dieses prachtvolle Haus kennen. Gegenüber verbirgt sich hinter Wiesen und Bäumen der Obory-Adelspalast aus dem 17. Jh., der einen Abstecher wert ist. Am Ende der Straße befindet sich das kleine Einkaufszentrum Alte Papierfabrik (Stara Papiernia), das gründerzeitliche Backsteinmauern (die ältesten stammen aus dem Jahr 1837) mit Elementen moderner Architektur wie Holz, Glas und Beton verbindet. Noch vor zehn Jahren war diese Fabrik eine Ruine. Sollten Sie hier eine Rast einlegen wollen - die Gelegenheit ist günstig. Im Café Vanilia können Sie die ungewöhnlich pikanten Pralinen mit Pfeffer probieren. Auch das Restaurant Pomidoro (€€) ist empfehlenswert (Stara Papiernia Mo-Sa 10-20, So 10-18 Uhr, www.starapapiernia.pl).
Puszcza Kampinoska: Ab in die Natur!Fahren Sie mit der Metro bis Plac Wilsona und von dort mit dem Stadtbus 701 ins Zentrum des Warschauer Vororts Łomianki (Haltestelle Kampinoska, Fahrkarte 4,80 Zł. in eine Richtung). Von dort sind es nur wenige Schritte bis zu einem der zahlreichen Eingänge in den zweitgrößten polnischen Nationalpark, der im Urbett der Weichsel liegt und auch dem heutigen Flussverlauf immer nahe bleibt. Im östlichen Teil des Reservats liegt Palmiry. Der Ort hat eine grausame Geschichte. Hier brachten die Nazis während der Besatzungszeit 1939-1945 über zweitausend Häftlinge des Untersuchungsgefängnisses Pawiak um. Unter den Opfern war ein großer Teil der polnischen geistigen Elite: Wissenschaftler, Autoren, Politiker und Dissidenten. Ein Denkmal auf dem Waldfriedhof und ein Museum erinnern an das Massaker.
Nach Pułtusk und zum Zalew ZegrzyńskiTäglich fahren mehrere Busse von Warschau nach Pułtusk (ab Westbahnhof - Dworzec Zachodni, 13 Zł.). Auf dem Hin- oder Rückweg sollten Sie aber bei gutem Wetter auf jeden Fall in Zegrze am Zalez Zegrzyński aussteigen und eine Pause einlegen (in diesem Fall das Ticket in Warschau nur bis Zegrze kaufen und zur Weiterfahrt beim Busfahrer dann eine Fahrkarte nach Pułtusk). Eine schöne Alternative für die Etappe nach Zegrze ist im Sommer auch der sogenannte Schienenbus bis Nieporęt. Von dort kommen Sie per Taxi oder zu Fuß nach Zegrze. Der Schienenbus fährt vom Bahnhof Dworzec Gdański (auch Metrostation) ab: Szynobus Zegrzyk, im Sommer fünfmal täglich, 6,80 Zł., Fahrzeit nach Nieporęt direkt am See ca. 1 Std., www.mazowieckie.com.pl
Bloß nicht
Bloß nicht!
Auch in Polens Hauptstadt gibt es Dinge, die Sie lieber nicht tun sollten
Alkohol im Freien trinkenEin kühles Bier auf die Hand nach dem Kino oder romantisch auf der Stadtmauer sitzend ein Fläschchen trinken? Leider ist dies verboten. Die zahlreichen Polizisten und die Stadtwache (Straż Miejska) bestrafen die Täter sofort, indem sie umgehend 100 Zł. verlangen. Einzige Chance: sich als unwissender Ausländer herausreden.
Taxi ohne Telefonnummer auf dem Dach nehmenLeider ist die Stadt der unseriösen Taxifahrer noch nicht Herr geworden. Zwar sind inzwischen Fiskalkassen in Taxis Pflicht, und der Fahrgast muss den Taxameter sehen können. Aber an Bahnhöfen und Flughäfen stehen reihenweise entweder sogenannte Personentransporte (Przewóz osób) oder ganz einfach Taxis, die zwar legal fahren, aber Wucherpreise verlangen. Generell gilt: Taxis mit Telefonnummer auf dem Dach sind in Ordnung.
Sorglos über den Zebrastreifen gehenFußgänger leben in ganz Polen, aber besonders in Warschau gefährlich. Halten vor dem Zebrastreifen gleicht einem Gnadenakt. Fußgänger warten in der Regel so lange, bis eine Lücke im Fahrzeugstrom entsteht. Am besten vorsichtig, aber entschlossen die Straße betreten und die Autos zum Halten zwingen, dazu sind sie verpflichtet.
Polen mit Russland gleichsetzenSprüche wie »Ihr wart ja damals alle in der Sowjetunion« hört man immer mal wieder, sind aber nicht nur historisch falsch, sondern vor allem verletzend. Auch als Satellit Moskaus war Polen immer ein eigenständiges Land, und besonders die Menschen in Warschau, das im 19. Jh. zum russischen Zarenreich gehörte, reagieren empfindlich. So sollten Sie davon absehen, mögliche Russischkenntnisse einzusetzen - versuchen Sie es lieber mit Englisch.
Bargeldvorräte mitbringenImmer noch glauben viele, sie müssten ein Bündel Euro-Banknoten mitbringen und dann vor Ort in Wechselstuben oder Banken gehen, um zu tauschen. Viel praktischer ist es, das Geld an einem der zahlreichen Geldautomaten (bankomat) abzuheben. Buchstäblich an jeder Ecke gibt es diese Automaten, die sogar Erklärungen auf Deutsch anbieten. Die Gebühren sind gering, der Kurs besser als in der Wechselstube (kantor). Wenn Sie trotzdem Geld tauschen möchten, dann in der Wechselstube - auf keinen Fall bei einem Schwarzhändler auf der Straße!
Einkaufen
Shoppingtempel und Straßenbuden
Gigantische Einkaufszentren prägen Warschaus neue Marktwirtschaft, doch die Stände der Kleinhändler halten sich auch weiterhin
Immer mehr Besucher aus dem Westen entdecken Polens Hauptstadt als Shopping-City. Ob traditionelles Kunstgewerbe, Schmuck oder Mode - das Angebot ist riesig und reicht von internationalen Marken bis zu einheimischen Labels. Dabei liegen die Preise um bis zu 30 Prozent unter Westniveau.
Warschaus große Einkaufsstraßen heißen Nowy Świat, Chmielna und Marszałkowska. In der Altstadt prägen feine Boutiquen das Bild. Ein deutlicher Trend geht in Richtung riesiger Einkaufszentren, die mit Macht ins Zentrum drängen.
Doch in Warschaus Hypermarktwirtschaft klaffen auch tiefe soziale Gräben. Es hat schon seinen Grund, dass neben Luxusboutiquen vor allem die Stände der Kleinhändler das Straßenbild prägen - und dass alle staatlichen Versuche, die Buden aus der Stadt zu verbannen, bislang scheiterten. Hier kaufen jene ein, die sich die glitzernde Luxuswarenwelt nicht leisten können. Im bunten Durcheinander der Buden, deren Angebot von Blumen über Waschpulver und illegal gebrannte CDs bis zu frischem Gartenobst reicht, schlägt der Puls des Warschauer Einkaufsalltags.
Essen und Trinken
Piroggen in der Milchbar
Wer Warschau kulinarisch genießen will, hat eine große Auswahl - von der einfachen Volkskantine bis zum Edelitaliener
Gastronomisch hat Warschau in den letzten Jahren eine radikale Wandlung durchgemacht. Vom Einheitsbrei der sozialistischen Restaurants blieb kaum etwas übrig. Längst kann die polnische Hauptstadt Lokale, Cafés und Imbisse beinahe für jeden Geschmack und in allen Preisklassen bieten. Auch die internationale Küche hielt längst Einzug: Neben italienischen, auffallend vielen vietnamesischen und den obligatorischen Chinarestaurants werben Inder, Japaner, Türken und Araber mit ihren kulinarischen Spezialitäten um die Gunst der Gäste. Typisch, beliebt und entsprechend verbreitet sind auch Lokale, in denen nach Art und Tradition osteuropäischer Nachbarn gekocht wird - von litauisch bis russisch. Die Warschauer selbst gehen, so legen es Umfragen nahe, besonders gern italienisch und mexikanisch essen. Und wenn nationale Küche, dann vorzugsweise in einem Lokal mit rustikal-folkloristischem Flair.
Ein Relikt des Sozialismus finden Sie auch in Warschau immer noch: die Milchbar (bar mleczny). Diese schlichten Kantinen haben den gastronomischen Wandel nicht nur überlebt, sie sind in den letzten Jahren regelrecht wiederentdeckt worden - weil man hier einfach, schnell und unschlagbar günstig etwas zu essen bekommt. In der Milchbar wird aufgetischt, was die Polen sich auch zu Hause selbst kochen: bigos, Piroggen, Schweinekoteletts, Kartoffelpuffer, Klöße, Pfannkuchen. An altmodischen Tafeln stehen mit Kreide die Speisen (kein Preis hinter dem Gericht bedeutet: gerade nicht im Angebot), an der Kasse wird bezahlt und dann der Bon zur Essensausgabe gebracht. An der Küchenklappe vor den dampfenden Aluminiumtöpfen sind alle gleich: Obdachlose, Studenten, Rentner, Angestellte in Nadelstreifen. Die Milchbar ist eben eine echte Volkskantine. Eine der besten Milchbars der Stadt ist die Rusałka (ul. Floriańska 14) im Stadtteil Praga. Auch gut: Uniwersytecki, ul. Krakowskie Przedmieście 20/22.
Wie vielerorts gilt auch in Warschau: Restaurants, die auffallen, sind nicht immer die besten. Wenn das Lokal gut besucht ist und an den Tischen viele Einheimische sitzen, ist das ein gutes Zeichen.
Achten Sie darauf, was auf der Speisekarte steht. Manchmal werden für Fleisch oder Fisch 100-Gramm-Preise angegeben, und dann zahlt der Gast so viel, wie sein Kotelett oder Dorsch angeblich gewogen hat. In einigen Restaurants ist es üblich, auf die Preise von vornherein zehn Prozent für den Service aufzuschlagen - was allerdings auf der Karte vermerkt sein sollte. In solchen Fällen können Sie sich das Trinkgeld sparen - sonst beträgt es ebenjene zehn Prozent des Preises. »Stimmt so« heißt in der polnischen Entsprechung »Danke« (dziękuję) - sagen Sie also nicht »Danke«, wenn Sie noch Restgeld erwarten! Sprachlich kommt man in fast jedem Restaurant mit Englisch zurecht. Allgemein gilt leider: Oft sind Gerichte, die auf der Karte stehen, gerade nicht zu haben. Leere Teller gleich abzuräumen, während der Begleiter noch isst, gehört übrigens zur polnischen Höflichkeit.
Mittags wird in Warschau gern und ausgiebig dienstlich geluncht. Für solche Anlässe preisen viele Restaurants Sonderangebote an (z. B. Lunch mit Kaffee 20 Zł.). Fast alle Gaststätten bieten durchgehend warme Küche. Frühstücks- und Brunchbuffets setzen sich hingegen erst allmählich durch - es gibt sie bisher vor allem in guten Hotels und in einzelnen Lokalen im Zentrum, etwa bei Blikle in der Straße Nowy Świat. Viele Restaurants öffnen erst mittags. Entsprechend gut besucht sind morgens und vormittags die Cafés, die in meist heller und freundlicher Atmosphäre Latte macchiato und Café au Lait anbieten - zu westeuropäischen Preisen.
Feste und Events
Feste, Events und mehr
Jazz, Klassik, Filme, Bücher und heidnische Rituale an der Weichsel
Es ist schwer, Warschaus Fest- und Kulturkalender auf dem neuesten Stand zu halten, denn buchstäblich jedes Jahr werden neue Festivals und Ereignisse aus der Taufe gehoben. Besonders in musikalischer Hinsicht entwickelt sich die Stadt; Spitzenkünstler, vor allem in den Bereichen Klassik und Jazz, geben zahlreiche Konzerte. Übersicht über aktuelle Veranstaltungen: www.warsawinsider.pl
Behörden und Banken (aber nicht Geschäfte) bleiben an diesen Tagen geschlossen.
1. JanuarNeujahr
März/AprilOstermontag
1. MaiTag der Arbeit
3. MaiJahrestag der Verfassung vom 3. Mai 1791
Mai/JuniFronleichnam
15. AugustMariä Himmelfahrt
1. NovemberAllerheiligen
11. NovemberJahrestag der Unabhängigkeit 1918
25./26. DezemberWeihnachtsfeiertage
AprilDas zweiwöchige Beethoven-Festival vereint jedes Jahr um die Osterzeit einige der besten Klassikinterpreten der Welt. Dabei wird außer Beethoven von Bach bis Jazzvariationen auf klassische Themen alles gespielt (www.beethoven.org.pl).
MaiInternationale Buchmesse im Kulturpalast mit Tausenden der neuesten Werke aus aller Welt (www.bookfair.pl).
JuniWianki - die kürzeste Nacht des Jahres wird in alter heidnischer Tradition als Noc Świętojańska oder Noc Kupały gefeiert, am schönsten zu beobachten am Weichselufer: Jungfrauen, Feuerwerk, Konzerte - alles, was dazugehört von mittags bis in die Nacht (www.estrada.com.pl/wianki).
JuliWarschau entwickelt sich zum Hotspot für Jazzliebhaber, vor allem wegen der Warsaw Summer Jazz Days mit Größen wie Herbie Hancock, Bobby McFerrin und Paco de Lucia (www.adamiakjazz.pl). Außerdem: Jazz in der Altstadt jeden Samstag, auch im August, mit Gratiskonzerten vor dem Königsschloss.
AugustBeim Wettbewerb der Parktheater (Konkurs Teatrów Ogródkowych) präsentieren polnische und ausländische Bühnen ihre Inszenierungen im Frascati-Park. Beginn ist im Mai, im August laufen die Finalrunden. Der Wettbewerb ist Teil des Sommerfestivals Warschauer Gärten: Mo Theater, außerdem Tanz, Pantomime, Kabarett, Musik und Filmvorführungen (www.kto.kijowski.pl).
SeptemberDas Singer-Festival (Festiwal Kultury Żydowskiej Warszawa Singera) lässt seit 2004 die jüdische Kultur mit ihrer reichen Geschichte in Warschau wieder aufleben. Mit Konzerten, Theaterspektakeln, Ausstellungen, Lesungen, Workshops, Filmen (www.shalom.org.pl/eng).
OktoberDas FilmFest Warszawa hat sich zum international beachteten Event gemausert. In mehreren Kinos werden cineastische Neuheiten aus aller Welt präsentiert, polnische Filme meist mit englischen Untertiteln (www.wff.pl).
NovemberWer an Allerheiligen in der Stadt bleiben muss oder will, kommt zum Powązki-Friedhof, um dort den Gottesdienst zu feiern. Besonders beeindruckend ist ein Gang über den Friedhof nach Einbruch der Dunkelheit, wenn Zehntausende brennender Kerzen eine einmalige Atmosphäre schaffen.
Museen
Marie Curie und andere Helden
Gefeierte Polen, große Meister, alte Tiere und junge Avantgardisten prägen die bunte und dynamische Warschauer Museumskultur
Warschau eine Stadt der Museen zu nennen ist gewiss nicht übertrieben, und die Vielfalt der musealen Themen ist immens: Fast 50 Ausstellungen widmen sich allem erdenklich Interessanten von der Karikatur bis zur Geschichte der polnischen Armee, von avantgardistischen Installationen der Gegenwartskunst bis zu Gemälden von Klassikern wie Rembrandt, Dürer und Leonardo da Vinci. Auch Kurioses und Exotisches hat seinen Platz, etwa im Pazifik-, im Jagd- oder im Museum der Lederzunft. Für Geschichtsinteressierte sind das Nationalmuseum und das Schloss ein Muss. Bekannt sind Warschaus Museen zudem dafür, sich beständig um berühmte Leihgaben aus aller Welt zu bemühen und sie in mitunter spektakulären Sonderausstellungen zu präsentieren. Neue Schauen werden oft mit großen Plakataktionen angekündigt und sind auch für Warschauer ein Grund, immer wieder ihre Museen aufzusuchen. Daher sollten Sie während eines Warschau-Besuchs unbedingt einen Blick in den aktuellen Veranstaltungskalender werfen (»Warsaw Insider«, www.warsawinsider.pl). Auch unter den ständigen Exponaten gibt es Juwelen, etwa die Panorama-Stadtansichten des italienischen Meisters Canaletto im Schloss. Unter den Neuschöpfungen ist vor allem das 2004 eröffnete Museum des Warschauer Aufstands sehenswert.
Die Museen und Galerien sind in der Regel vom späten Vormittag bis zum späten Nachmittag geöffnet und haben einen Ruhetag in der Woche, meist montags. Oft endet der Einlass allerdings schon 45 Minuten vor der offiziellen Schließzeit, und die aufpassenden Damen und Herren in den Ausstellungssälen nehmen es mit dem Feierabend meist ziemlich genau.
Es gibt die schöne Tradition, dass in vielen Museen an einem Tag in der Woche der Eintritt frei ist. Bei lebhafter Nachfrage kann das Kontingent an Gratistickets aber auch schnell erschöpft sein. Beschriftungen, Erläuterungen, Kataloge und Führungen sind gewöhnlich auf Polnisch und Englisch, seltener auf Deutsch. Übersicht: www.thevisitor.pl/muzea.php.
Praktische Hinweise
Von Anreise bis Zoll
Hier finden Sie kurz gefasst die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Warschau-Reise
AutoAuf der A2 von Berlin nach Warschau. Auf polnischer Seite zunächst ca. 150 km holprige Landstraße, dann drei Autobahnabschnitte, die je 11 Zł. Gebühr kosten. Ein weiterer Abschnitt ist bis Mitte 2007 gebührenfrei. Vor Warschau nochmals ca. 100 km schlechte Landstraße. Es gibt keine Umleitungsstraße um Warschau, die Straße führt direkt ins Zentrum. Die 600 km von Berlin dauern mindestens 8 Std. Aus Österreich über Tschechien nach Breslau (Wrocław) und weiter in Richtung Warschau.
BahnVon Berlin nach Warschau dreimal täglich mit dem Eurocity Berlin-Warszawa-Express in gut 5 Std. (ca. 40 Euro). 2 Stunden länger fahren die beiden Nachtzüge. Knapp 12 Std. braucht der direkte Nachtzug von Köln. Dreimal täglich fährt der Eurocity von Wien nach Warschau, 8 Std. www.bahn.de
BusVon zahlreichen deutschen Städten starten kleine und große Busse nach Warschau. Die Reise endet meistens am Westbahnhof (Dworzec Zachodni). www.eurolines.de
FlugzeugWarschaus Flughafen Fryderyk Chopin, auch Okęcie genannt (Tel. 02 26 50 42 20, www.lotnisko-chopina.pl), liegt nur ca. 10 km vom Zentrum entfernt. Die Passagierzahlen steigen rapide (2006 über 10 Mio.), daher wird er gerade vergrößert. Die großen Linien (Lufthansa, Lot, Austrian Airlines, KLM, Swiss) landen beim Hauptterminal, die Billigflieger beim benachbarten Behelfsterminal Etiuda, u. a. Germanwings (www.germanwings.com), Wizzair (www.wizzair.com), SkyEurope (www.skyeurope.com). Das Angebot ändert sich laufend.
Polnisches Fremdenverkehrsamt- Kurfürstendamm 71, 10709 Berlin, Tel. 030/210 09 20, www.polen-info.de, Mo-Fr 10-12 und 14-16 Uhr
Touristeninformation- Krakowskie Przedmieście 89, Ecke pl. Zamkowy (am Königsschloss), Tel. 022 94 31, tgl. 9-20, Okt.-April 9-18 Uhr, www.wcit.waw.pl
Auf den wenigen Autobahnen und Schnellstraßen gilt 130 km/h, auf Landstraßen 90 km/h, in geschlossenen Ortschaften 50 km/h, von 23 bis 5 Uhr 60 km/h. Vielerorts gibt es Radarkontrollen. Ausländer zahlen direkt vor Ort. Viele Straßen sind in schlechtem Zustand, haben Löcher und tiefe Spurrinnen. Es wird waghalsig überholt, achten Sie auf entgegenkommende Autos auf Ihrer Spur! Beim Überholen kann von hinten ein anderes Auto auf der linken Spur angerast kommen.
Botschaft der Bundesrepublik DeutschlandDąbrowiecka 30, 03-932 Warszawa, Tel. 02 25 84 17 00, Fax 02 25 84 17 39, www.ambasadaniemiec.pl, Bus 117, 138, 146, 147 Obrońców
Botschaft der Republik ÖsterreichGagarina 34, 00-748 Warszawa, Tel. 02 28 41 00 81, Fax 02 28 41 00 85, www.aussenministerium.at/warschau, Bus u. a. 180 Stępińska
Botschaft der Schweizerischen EidgenossenschaftAleje Ujazdowskie 27, 00-540 Warszawa, Tel. 02 26 28 04 81, Fax 02 26 21 05 48, www.eda.admin.ch/warsaw, Bus u. a. 180, 518 Plac Trzech Krzyży
Im Krankheitsfall übernimmt die Krankenkasse die Kosten für ärztliche Leistungen in Polen. Allerdings brauchen Sie die europäische Versicherungskarte (EHIC), die kostenlos bei Ihrer Krankenkasse erhältlich ist. Sie müssen vor Ort bezahlen und bekommen das Geld von Ihrer Kasse später erstattet.
www.e-warsaw.pl ist die offizielle Seite der Stadt Warschau (mit guter deutscher Übersetzung). Auch beim Tourismusportal www.warsawtour.pl findet der User viele praktische Informationen, von der Unterkunft über Veranstaltungen bis hin zum aktuellen Wetter.
Es gibt inzwischen sehr viele Internetcafés und es werden ständig neue eröffnet. Die meisten haben von 9 bis 22 Uhr geöffnet. Zentral ist das Internet Café (Nowy Świat 18/20), gemütlich ist Incognito (Krzywe Koło 22).
Der Winter dauert von Dezember oft bis in den April hinein und kann sehr ungemütlich sein, im Sommer (Mai-Sept.) herrscht mitteleuropäisches Klima.
Internationale Presse in den Medienhäusern von EMPIK (u. a. Nowy Świat, ul. Marszałkowska, in Einkaufszentren). Die deutschsprachige Monatszeitung polen-rundschau ist ebenfalls dort erhältlich.
Local Rent a Car Poland Ltd., ul. Marszałkowska 140, Tel. 02 28 26 71 00, www.lrc.com.pl, pro Tag ab 30 Euro. Angebote für Autovermietungen finden Sie unter www.marcopolo.de.
Krankenwagen 999, vom Handy 112, Polizei 997, Feuerwehr 998. Polizeirufnummer für ausländische Touristen: 08 00 20 03 00, vom Handy 48 60 89 99 99, dort englischsprachiger Ansprechpartner, seltener deutschsprachige
Ein dichtes Bus- und Straßenbahnnetz durchzieht die Stadt, die meisten Linien führen von einem Ende Warschaus durch das Zentrum zum anderen. Außerdem gibt es die fast fertige erste Metrolinie. Sie fährt von ca. 5 bis 0.30 Uhr, alle 3 bis 4 Minuten in den Stoßzeiten, außerhalb alle 4 bis 8 Minuten. Busse und Straßenbahnen fahren bis ca. 23 Uhr. Danach verkehren im Halbstundentakt Nachtbusse (beginnend mit der Ziffer 6), die vom Zentralbahnhof starten. Nachtbusse halten nur auf Klingelzeichen. Fahrkarten sind an Kiosken oder etwas teurer beim Fahrer (kein Wechselgeld!) zu bekommen.
Kaufhäuser, große Einkaufszentren und viele Supermärkte haben täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Restaurants und Cafés haben in der Regel keinen Ruhetag. Viele Museen sind montags geschlossen. Kleine Lebensmittelläden und Markthallen öffnen Mo-Fr 10-19, Sa 10-14 Uhr, Banken Mo-Fr 9-18, Sa 9 bis 14 Uhr.
Die Hauptpost (Poczta Główna, ul. Świętokrzyska 31/33) ist rund um die Uhr geöffnet. Briefe bis 50 g innerhalb Polens kosten 1,30 Zł., nach Europa 2,40 Zł. Priorytet-Briefe kosten mehr (Standardbrief 3 Zł.), kommen aber in der Regel innerhalb von drei Werktagen in ganz Europa an. Schreiben Sie auf den Umschlag Priorytet, oder kleben Sie einen am Schalter erhältlichen Aufkleber mit dieser Aufschrift auf.
Währung ist der Złoty (Zł., auf Finanzmärkten PLN), der aus 100 groszy besteht (1 grosz). Der Złoty hat sich in den letzten Jahren zu einer stabilen Währung gemausert und hält sich seitdem bei ca. 4 Zł. pro Euro. Eine Euro-Einführung ist frühestens 2010 zu erwarten. Grundnahrungsmittel und Busfahrkarten sind günstig, Restaurants, Kinos und Luxusprodukte wie Elektronik liegen dagegen auf Westniveau. Dabei verdienen die Warschauer ungefähr nur halb so viel. Am besten Geld an einem Automaten (bankomat) abheben, die es überall gibt. Der Bargeldtausch lohnt sich kaum.
Natürlich kann immer und überall etwas passieren, doch im Prinzip ist jede Ecke Warschaus rund um die Uhr sicher. Die Warschauer selbst haben jedoch eine übertrieben scheinende Angst vor Kriminalität: Nahezu jeder Wohnblock wird von Wachmannschaften beschützt, Türen werden doppelt und dreifach mit Spezialschlössern abgeschlossen, Fahrräder kaum im Freien länger stehen gelassen, fast alle Autos haben eine Alarmanlage. Trotzdem ist es ratsam, nicht leichtsinnig, aber entspannt an das Thema heranzugehen: keine Wertsachen im Auto lassen, Geldbörse am Körper - das reicht fast immer.
Sightseeingbusse (Doppeldecker mit offenem Dach) stehen am Schlossplatz (Plac Zamkowy) bereit. Ab 65 Zł. pro Stunde bieten verschiedene Reiseveranstalter individuelle thematische Führungen per Bus an, u. a. Wawatour, ul. Sycowska 24/1, Tel/Fax 02 28 46 62 51, www.tour.waw.pl.
Nehmen Sie nur Taxis mit Telefonnummer auf dem Dach. Leuchtet die Nummer, ist das Taxi frei. Startgebühr sind 6 Zł., pro Kilometer kommen 2-3 Zł. hinzu. Nachttarife liegen ca. 50 Prozent darüber.
Telefonzellen (budka telefoniczna) der staatlichen Gesellschaft TP akzeptieren nur Karten (karty telefoniczne), an Kiosken ab 10 Zł. aufwärts. Telefonieren ins Ausland ist teuer (über 2 Zł./Min.). Für Anrufe mit einem nichtpolnischen Handy zahlen Sie doppelt: Roaming- und Auslandsgebühren. Alternative für Notebookbesitzer: in einem Hotspot per Skype telefonieren. Man kann auch ein Prepaidpaket fürs Handy ohne Simlock kaufen. Günstig ist z. B. das Starterpaket von Heyah (www.heyah.pl).
Anstelle von toaleta oder WC sind Damentoiletten oft durch einen Kreis, Männertoiletten durch ein Dreieck gekennzeichnet. Selbst in Restaurants wird bisweilen eine Gebühr von 1-1,50 Zł. verlangt.
In der Regel werden 10 Prozent gegeben, wenn nicht automatisch 10 % Service auf die Rechnung geschlagen wurden.
Es gilt die MEZ, Sommerzeit wie in Deutschland.
Für Tabakwaren gilt eine Übergangsfrist bis Ende 2008. Es dürfen 200 Zigaretten eingeführt werden. Für alle anderen Produkte (Alkohol, Kaffee etc.) gelten die Regeln des europäischen Binnenmarkts. Zur Einreise aus Deutschland, Österreich und der Schweiz reicht der Personalausweis. Nähere Informationen unter www.zoll.de
Sehenswertes
Warschaus Schätze
Überlaufene und vergessene Viertel, Straßen und Parks, kleine und große Kirchen, königliche und kommunistische Paläste
Warschau ist eine Stadt der Kontraste. Im Herzen urpolnisch, ein paar Straßenecken weiter von den Wohngebirgen des Sozialismus fast erdrückt, zwischendrin wachsen die Spiegelglastürme des Kapitals in den Himmel. Da ragt der ungeliebte Kulturpalast in stalinistischem Zuckerbäckerstil auf, daneben lockt die kleine Altstadt mit dem wiederaufgebauten Königsschloss, Kirchen allenthalben von Gotik bis Klassizismus, Jugendstilvillen neben Wohnblocks, Barockpaläste neben supermoderner Glas- und Stahlarchitektur: Warschau ist ein Kind vieler Zeiten, faszinierend widersprüchlich. In diesem Sinne hat die Millionenmetropole ihren Gästen viel zu bieten, viel zu zeigen, viel zu sagen - und Jahr für Jahr kommen mehr Menschen, um Polens Hauptstadt kennen- und in den meisten Fällen wohl auch lieben zu lernen. Sie sind willkommen: Die touristische Infrastruktur ist in den letzten Jahren kräftig ausgebaut und modernisiert worden. Im Innenstadtbereich weisen blaue Schilder auf Polnisch und Englisch den Weg zu Sehenswürdigkeiten, die Buslinie 180 fährt die wichtigsten Attraktionen der Stadt vom Schloss Wilanów bis zum Powązki-Friedhof ab. Es verkehrt auch ein Doppeldeckerbus mit der Nummer 100 von der Altstadt nach Praga und dann wieder zurück in Richtung Zentrum (nur am Wochenende, alle 2 Std.). Die Informationstafeln der Stadtverwaltung sind bis in die Außenbezirke hinein zweisprachig. Ein wenig vernachlässigt wurde bis jetzt die Weichsel. Gerade der wilde Zustand des Weichselufers hat seinen Reiz, den Sie zu Fuß oder auf dem Fahrrad erkunden können. Vom Innenstadtbereich bis ganz in den Norden führt ein Weg direkt am Wasser entlang. Schön ist auch eine Fahrt mit der Wasserstraßenbahn, einem Ausflugsschiff mit Café und Restaurant (im Sommer stündlich, Sa/So alle 2 Std., www.zeglugastoleczna.pl).
Stadtspaziergänge
Erlaufen Sie sich ein Stück Warschau!
Der Königsweg (Trakt Królewski)Diese Route ist der Weg der Wege, seit Warschau im 16. Jh. Hauptstadt des Königreichs Polen wurde. Er verbindet den Adelspalast Wilanów mit den königlichen Parks und dem Königsschloss in der Altstadt. Besonders lohnend ist der hier beschriebene letzte Streckenabschnitt, der gesäumt ist von vielen repräsentativen Bauwerken und dem Sehenswertesten, was Warschau zu bieten hat: Nobelstraße, Universität, Schloss, Präsidentenpalast, Altstadt. Der königliche Spaziergang dauert zwei bis drei Stunden.
Edle Bäume und prächtige GebäudeDie Tour beginnt wie der erste Stadtspaziergang auf dem Plac Trzech Krzyży. Sie gehen nun aber stadtauswärts die elegante Aleje Ujazdowskie entlang. Beidseits der Straße buhlen frisch restaurierte Villen um die Gunst des Betrachters, rechts etwa der Pałac Karnowskich des Deutschen Historischen Instituts, das diesen exklusiven Sitz angeblich für 10 Mio. Euro erwarb und für so viel Luxus prompt harsche öffentliche Kritik einstecken musste. Der Weg führt jetzt mitten durch das Botschaftsviertel. Bald taucht die politisch gewichtigste, doch architektonisch leider umso hässlichere Gesandtschaft auf: der kantig-graue Kasten der US-amerikanischen Botschaft. Gegenüber fällt der Blick links durch die Bäume auf den Sejm, das polnische Parlament. Folgen Sie der Allee, vorbei am ersten kleinen Park der seit dem 12. Jh. bekannten Schlossanlage Ujazdowski, die heute das Zentrum für Moderne Kunst beherbergt. Am Zaun des Parks zur Straße hin werden oft auf mehreren Hundert Metern Fotos zu verschiedenen Themen ausgestellt.
Monumentales damals und heuteLos geht es am Plac Zbawiciela, den Sie am besten mit der Metro (Haltestelle Politechnika) erreichen. Viele Straßenbahnlinien überqueren den relativ kleinen Platz, dessen Charme sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Schlendern Sie am besten die ul. Marszałkowska entlang in Richtung Zentrum. Rechts und links dominieren breite Arkaden mit großen Torbögen, während der Blick schon nach wenigen Schritten auf den mächtigen Plac Konstytucji fällt. Die schnurgerade und nach Art stalinistischer Prachtstraßen extrabreit ausgewalzte ul. Marszałkowska führt aus dem Stadtmittelpunkt direkt auf diesen Platz zu - hier konnten die 1.-Mai-Paraden und andere Demonstrationen kommunistischer Macht abgehalten werden. Die Gebäude rund um den Platz und entlang der Straße atmen noch immer den Geist dieser Zeit: Reliefs von Arbeitern, mit Werkzeugen bewaffnet wie für einen Kampf, schmücken die Fassaden der sandsteinfarbenen, monumentalen Blöcke. Schreiten Sie auf dieser Paradestraße voran bis zum etwa einen halben Kilometer entfernten eigentlichen Stadtzentrum, dem Rondo Dmowskiego. Unterqueren Sie diesen großen Kreisverkehr diagonal, sodass Sie beim Hinausgehen direkt auf den Kulturpalast (Pałac Kultury i Nauki) zugehen. Dieses Wahrzeichen der Stadt können Sie nun nach rechts um 270 Grad umrunden, vorbei am Haupteingang. Werfen Sie einen Blick in das Gebäude, lohnend ist auch ein Kurzausflug hinauf in den 30. Stock. Von der zweithöchsten Aussichtsplattform Warschaus schweift der Blick weit über diese Stadt der Kontraste.
Stichworte
Die wehrhafte Nixe
Kurioses, Wissenswertes und Alltägliches aus einer Stadt, die immer wieder für eine Überraschung gut ist
Frédéric ChopinNur 38 Jahre alt ist Frédéric Chopin geworden, doch sein Schaffen leuchtet in der polnischen Nationalkultur als heller Stern. Für die Polen ist Chopin nicht nur der geniale Komponist und Pianist der Romantik, seine Werke symbolisieren auch Freiheitswillen und Nationalbewusstsein in Zeiten der Unterdrückung. Darum wird Chopin in Polen verehrt wie ein Heiliger.
HundeEgal wie klein die Wohnung, ein Hund gehört für viele Warschauer einfach dazu. Freundschaften werden bei gemeinsamen Hundespaziergängen geschlossen, es bilden sich Vereine, Hundezüchter präsentieren in Stadien ihre Kreationen und veranstalten Wettbewerbe. Die deutschen Klassiker Dackel (meist bei älteren Menschen) und Schäferhund sind auch in Polens Hauptstadt die beliebtesten Haustiere. Die neueste Mode: Labradore.
MetroDer Legende nach bot die Sowjetunion Warschau nach dem Krieg ein Geschenk an und ließ der Stadt die Wahl - zwischen Metro und Kulturpalast. Wäre dies wahr, verdammte sicher jeder Warschauer die damaligen Machthaber für das Votum pro Palast, auch wenn er inzwischen zu einem Symbol der Metropole geworden ist. Schöne Metrostationen wie in Moskau sind der polnischen Hauptstadt also entgangen, stattdessen wird immer noch an der ersten und einzigen (!) Linie gebaut. Das habe, meinen Spötter, wenigstens den Vorteil, dass sich niemand verfahren kann. Die Linie soll 2008 fertiggestellt werden. Geplant ist der Bau einer zweiten Trasse, die von West nach Ost unter der Weichsel hindurch verlaufen soll und angesichts der täglichen Staus auf den wenigen Brücken sehnlich erwartet wird.
SireneZwei Schwestern sind die Symbole zweier Städte: Warschaus und Kopenhagens. Die beiden, so will es die Legende, waren Nixen und schwammen einst aus dem Atlantik in die Ostsee. Eine blieb in Dänemark, die andere schwamm weiter und weiter und erreichte so über Danzig und die Weichsel schließlich Warschau. Ihr schöner Gesang reizte einen reichen Kaufmann, der bald auf die Idee kam, Geld mit der Meerjungfrau zu verdienen. Er entführte sie aus dem Wasser und stellte sie auf Jahrmärkten zur Schau. Doch ein tapferer Fischersohn befreite die Meerjungfrau und übergab sie wieder ihrem geliebten Element. Die Syrena versprach, als Dank von nun an die Stadt zu beschützen. Daher trägt sie auf dem Warschauer Wappen, das sie schmückt, Schwert und Schild.
Warschauer AufstandAls die Rote Armee im Sommer 1944 auf ihrem Vormarsch nach Westen Warschau erreichte, erhoben sich dort am 1. August etwa 23 000 Freiheitskämpfer der Heimatarmee AK (Armia Krajowa) gegen die deutschen Besatzer. Die polnische Exilregierung, der die AK unterstand, wollte mit der Selbstbefreiung Warschaus auch sowjetischen Besitzansprüchen auf Polen zuvorkommen. Der ungleiche Kampf gegen die schwer bewaffneten Deutschen dauerte 63 Tage, doch der Freiheitswille der Warschauer scheiterte an der militärischen Übermacht und der brutalen Vernichtungsstrategie der Hitlerarmee. Nach der Kapitulation der AK am 2. Oktober erschossen SS-Einheiten mehr als 40 000 Zivilisten und legten auf Befehl Himmlers fast die gesamte Stadt in Schutt und Asche: Systematisch wurde ein Haus nach dem anderen gesprengt. Durch den Warschauer Aufstand verloren über 200 000 Polen ihr Leben. Die sowjetischen Truppen standen währenddessen am anderen Ufer der Weichsel, griffen aber nicht ein. Stalin hatte seinen Offizieren jegliche Hilfe untersagt, weil er kein Interesse an einem selbst befreiten, unabhängigen Polen hatte.
WeichselDie Weichsel, polnisch Wisła, trennt und verbindet zwei Stadtteile Warschaus. Darum ist der Fluss oft ein Ärgernis, weil Grund für viele Staus vor den (zu wenigen) Brücken. Trotzdem mögen die Warschauer ihren Strom. Die Weichsel ist Polens heiliger Fluss und mit 1067 km auch der längste des Landes. Als Biała Wisełka (Weiße Weichsel) am Fuß des Widderbergs in den Westbeskiden entspringend, strömt er nordwärts durch geschichtsträchtige Städte wie Krakau und Thorn und mündet schließlich in einem breiten Delta westlich von Danzig in die Ostsee. Der Erste, der die Weichsel schriftlich erwähnte, war der Römer Plinius. Er nannte sie in seiner »Naturgeschichte« (77 n. Chr.) Vistula, später wurde Vicsla daraus. Der Strom und seine 24 Nebenflüsse entwässern ein Gebiet von fast 200 000 km². 914 km der Weichsel sind schiffbar. Als »Hafenstadt« hat es Warschau allerdings nicht leicht, denn oft ist der Wasserstand der Weichsel so niedrig, dass sogar leichte Ausflugsschiffe auf Grund laufen. Die Weichsel ist einer der letzten großen Flüsse Europas, die nicht befestigt wurden und ein natürliches Bett haben.
WodkaFast jeder Besucher in Warschau meint, dass er wódka trinken und dazu na zdrowie! ausrufen müsse. Tatsächlich war der klare Schnaps lange Zeit das polnische Nationalgetränk und wurde in den vergangenen Jahrzehnten in Unmengen konsumiert. Doch die Trinkgewohnheiten haben sich gewandelt: Bier trat seit der Wende unaufhaltsam seinen Siegeszug an. Und wenn schon Spirituosen getrunken werden, dann eher Drinks und Cocktails. Wodka pur hat es immer schwerer. Auf dem Dorf noch nicht so sehr, doch ganz bestimmt in Warschau.
Übernachten
Dobranoc - schlafen Sie gut!
Luxushotels einer internationalen Kette, individuell ausgestattetes Künstlerhotel, Apartment oder einfaches Hostel: Warschau bietet vielfältige Schlafplätze
Eine Unterkunft zu finden sollte in Warschau bei aktuell über 25 000 Gästebetten in Hotels, Pensionen, Herbergen und Mietapartments kein Problem sein. Und die Zahl der Übernachtungsgelegenheiten steigt noch immer. Zwar scheint der große Hotelbauboom abzuebben, doch vor allem in der gehobenen Komfort- und in der Luxusklasse zeigt der Trend klar aufwärts. Alle großen internationalen Hotelketten sind in der Stadt vertreten. Daneben finden Warschau-Besucher auch individiuelle Unterkünfte, die in Berlin oder Paris nicht genauso aussehen.
Allerdings sind die Hotels in Warschau generell recht teuer. Achten Sie auf Wochenendpakete und spezielle Rabatte auf den entsprechenden Websites. Sie lassen die Hauptstadtpreise mitunter beträchtlich sinken. Buchungsmöglichkeiten finden Sie unter: www.hotele-online.pl, www.topwarsaw-hotels.com, www.polishtravel.com.pl, www.polishhotels.pl. Recht neu ist auch das Angebot komfortabler Apartments. Mehr Infos unter: www.warsawapartments.org, www.warsawapartments.pl.
Schon etwas intensiver suchen muss man hingegen nach preiswerten Bed-&-Breakfast-Angeboten, kleineren Hotels und Pensionen. Eine Liste auch günstiger Offerten finden Sie unter www.warsawtour.pl.
Frühstück haben alle Hotels und Hostels im Angebot. Manchmal ist es allerdings nicht im Zimmerpreis enthalten.


ab 300 €



