Landes-Info Litauen

Landes-Info Litauen

 
  • Auftakt
  • Angesagt
  • Ausflüge und Touren
  • Bloß nicht
  • Feste und Events
  • Praktische Hinweise
  • Stichworte

  • Insider-Tipp
  • Top Highlights
Bitte wählen Sie eine Kategorie:

Unterhaltung

Unterhaltung

Vilnius und Umgebung

Connect

Der Dance-Club im Zentrum für moderne Kunst zählt zu den angesagtesten Treffs der Stadt, hier legen die besten DJs Litauens und europäische Stars der Szene auf. Ruhiger geht's im Lounge-Club zu. Mi-Sa 22-4 Uhr | Vokiečiu 2 | www.connectclub.lt

Geležinis Vilkas

Nachtclub mit Kultcharakter. Den Laden schmücken eine Sammlung von Leninbildern, jede Menge Sowjet-Retrokrempel und Diktatorenspott von der Speisekarte bis zum Toilettenpapier. Tagsüber Restaurant mit russischer Küche (€€-€€€). | Tgl. 20-6 Uhr | Lukiškų 3 | Tel. 5/2124751

Nationale Philharmonie/Nationalinė Filharmonija

Das Orchester gehört zu den besten im Baltikum. In der Philharmonie geben auch Jazzer und Kirchenchöre Konzerte. | Aušros vartų 5 | Kartenvorverkauf: Di-Sa 11-19, So 11-13 Uhr | Tel. 5/2122290 | www.filharmonija.lt

Tamsta

Ausgesucht cooler Musikclub mit Gewicht auf Jazz, Hip-Hop und Funk. Freitags und samstags „Stardom-Night“ mit Konzerten lokaler und internationaler Bands. | Mi-Sa 19-3 Uhr | Strazdelio 1 | www.tamstaclub.lt

Ultra Imperiale

Riesiger Discopalast mit mehreren Tanzebenen, auch Liveacts, am Wochenende immer rappelvoll. | Do-Sa 20-6 Uhr | Goštauto 12 | Eintritt 7-17 Lt.

Unterhaltung

Aukštaitija

Los Patrankos

Der größte Tanzpalast in Kaunas. Drei Etagen, mit Kasino, oft Livemusik und am Wochenende immer voll. | Tgl. 12-5 Uhr | Savanorių 124

Philharmonie

Den aktuellen Konzertplan bekommen Sie im TIC. Konzertbeginn ist meist um 18 Uhr. | Sapiegos 5 | Tel. 37/200478

Senamiesčio Vyninė

Romantische Weinbar in der Altstadt. Tagsüber kann man hier auch gut essen. | Tgl. | Daukšos 23 | Tel. 37/227656 | €-€€

Skliautas

Angesagter Treff der Künstlerszene. Oftmals Jazzkonzerte. Tgl. | Rotušės 26a | Tel. 37/206843 | www.skliautas.com

Unterhaltung

Žemaitija

Kurpiai

Tagsüber eine beliebte Altstadtkneipe, abends Livejazz vom Feinsten. Das Kurpiai zählt zu den Top-Treffs der Szene im jazzverrückten Baltikum. Tgl. | Kurpių 1a | Tel. 46/410555 | www.jazz.lt

Memelis

Zum Pub-Restaurant umgebauter Speicher direkt am Memelufer. Oft rappelvoll. | Tgl. | Žvejų 4 | Tel. 46/403040 | www.memelis.lt | €

Vandenis Music Club

Der 2005 im Vandenis-Hotel am Botanischen Park eröffnete Club avancierte in kurzer Zeit zur angesagten Konzertadresse. Super Akustik, lockere Atmosphäre. | Mai-Okt. tgl. | Birutes 47 | www.vandenis.lt

Auskunft

Auskunft

Vilnius und Umgebung

TIC

Der Service von Auskunft bis Zimmervermittlung lässt keine Wünsche offen. Vilniaus 22 | Tel. 5/2629660 | Fax 2628169 (mit Infocomputer, auch auf Deutsch) und Didžoji 31 | Tel. 5/2626470 | Fax 2620762 | www.vilnius-tourism.lt

Auskunft

Dzūkija und Suvalkija

Touristeninformationsbüro

Čiurlionio 65 | Tel./Fax 313/51777, Tel. 313/60800 | Fax 52984 | www.druskininkai.lt

Turizmo informacijos centras

Kudirkos 41 | Tel. 343/51109 | Fax 56825 | www.marijampole.lt

Auskunft

Aukštaitija

TIC und Nationalparkzentrum Palūšė

Ausführliche Infos zu Wanderrouten, Übernachtungsmöglichkeiten und Campingplätzen. Hier gibt es auch eine Karte des Parks. | Tel./Fax 386/53135 | www.anp.lt

TIC

Zimmervermittlung, Stadtführungen, Ticketservice. | Laisvės 36 | Tel./Fax 37/323436 | www.visit.kaunas.lt

TIC

Zimmervermittlung, auch von guten Privatquartieren auf dem Land. Auf dem Boulevard am TIC steht ein Infocomputer mit einer Menge Tipps für Touristen, auch auf Deutsch. | Vilniaus 213 | Tel. 41/523110 | Fax 523111 | www.siauliai.lt

Auskunft

Žemaitija

TIC

Zimmervermittlung, Ausflüge, Veranstaltungstipps und Ticketservice. Hier gibt es auch den jährlich aktualisierten Stadtführer „Exploring Klaipėda“ (englisch) mit vielen Informationen auch zu Palanga und Neringa. | Turgaus 5 | Tel. 46/412186 | Fax 412185 | www.klaipedainfo.lt

TIC

Kretingos 1 | im Busbahnhof | Tel. 460/48811 | Fax 48822 | www.palangatic.lt

TIC

Urlaub auf dem Land, Nationalpark-Ausflüge. | Žemaitės 14 | Tel./Fax 444/52229 | www.telsiaitic.lt

Auskunft

Kurische Nehrung

Tourist-Information

Die Touristeninformation im Hotel Ažuolynas vermittelt auch Privatquartiere. Fax 469/53490

Agila Kulturzentrum

Zimmervermittlung, Exkursionen, Veranstaltungstipps, Ausstellungen, Café. | Taikos 4 | Tel. 469/52345 | Fax 52015 | www.visitneringa.com

Einkaufen

Einkaufen

Vilnius und Umgebung

Einkaufsstraßen

Die Haupteinkaufsstraßen sind der Gediminos prospektas, die Vilniaus und die Basanaviųiaus.

Souvenirs und mehr

Souvenirs suchen Sie am besten in der südlichen Altstadt, zum Beispiel bei Sauluva (Mykolo 4u. | Literatu 3 | www.sauluva.lt) und im Souvenirmarkt (Pilies 22 u. 23): Hier finden Sie Kunsthandwerk, Geschnitztes, Gewebtes, Keramik und Kirchenmalerei. | Tgl. 9-19 Uhr

(Super-)Märkte

Der Discounter IKI betreibt überall in Vilnius moderne Supermärkte, doch das Akropolis stellt alles in den Schatten: ein Einkaufszentrum von amerikanischer Dimension mit Maxima-Markt und über hundert Geschäften, Kinoforum und Vergnügungspark. In diesem größten Shoppingcenter Litauens gibt es sogar eine Eislaufbahn. Tgl. 8-24 Uhr | Ozo 25 | www.akropolis.lt

Einkaufen

Žemaitija

Einkaufsstraßen

Haupteinkaufsstraßen sind die H. Manto gatvė und die Tiltų gatvė. Hier finden Sie interessante Läden wie die Passage Klaipėdos Pasažas (Tiltų 26), in der junge litauische Mode angeboten wird. Bernstein, Handgewebtes und Kunsthandwerk gibt es vor allem in der Altstadt, z.B. bei Smėlio krantas (Žvejų 4). Erlesenen Bernsteinschmuck bieten Baltijos gintaras (Žvejų 1 | www.baltic-amber.lt) und Gintarinė planeta (Turgaus 2-11). Die vielleicht beste Kunstgalerie (Meno galerija) Klaipėdas finden Sie im historischen Kaufmannshof Bažnyčių 4/Dažu 10.

Einkaufen

Kurische Nehrung

Souvenirs

Originelle Souvenirs finden Sie in den Straßen Taikos und Naglių. Die Bernsteingalerie hat Filialen in der Skruzdynės 17a und der Naglių 14a.

Essen und Trinken

Essen und Trinken

Vilnius und Umgebung

Amatininkų Užeiga

In der urigen „Handwerkerschenke“ gibt's beste litauische Kost, und das noch weit nach Mitternacht. Am Wochenende Tanz. | Tgl. bis 5 Uhr | Didžioji 19 | Tel. 5/2617968 | €€

Aukštaitijai

Traditionelle altlitauische Küche vom Feinsten, eine riesige Terrasse und mitten in der Altstadt gelegen: eines der beliebtesten Restaurants in Vilnius. | Tgl. | Antokolskio 13 | Tel. 5/2120169 | €€

Café de Paris

Frühstück mit Café au lait und Croissants, aber auch Weine und Crêpes im französischen Kulturzentrum. | Tgl. | Didžioji 1 | Tel. 5/2611021 | €

Freskos

Gehobenes Speisen im alten Rathaus. Interieur aus Theaterkostümen und Bühnenrequisiten, vorzügliche Küche mit europäischen Gerichten. | Tgl. | Didžioji 31 | Tel. 5/2618133 | €€€

Idabasar

Das litauisch-deutsche Restaurant besitzt auch einen gemütlichen Bierkeller. | Tgl. | Subačiaus 3 | Tel. 5/2628484 | www.idabasar.lt | €€

Lokys

Gotisches, etwas düsteres Kellergewölbe, rustikale Atmosphäre, ein ausgestopfter Bär (lokys) schaut beim Essen zu. Es gibt vorzügliche Wildgerichte. | Tgl. | Stiklių 8 | Tel. 5/2629046 | €€

Skonis ir Kvarpas

Gewölbedecke, Kronleuchter, Art-déco-Mobiliar: Wer in diesem vielleicht gemütlichsten Café-Restaurant der Altstadt erst einmal Platz genommen hat, wird so schnell nicht wieder gehen wollen. Große Auswahl an Teesorten, Kaffeespezialitäten und Kuchen, die Küche ist eher einfach. | Tgl. | Trakų 8 | Tel. 5/2122803 | €

Stikliai

Dass in dem Edelrestaurant Staatsgäste und Prominente speisen, hat dem Stikliai zu fast legendärem Ruf verholfen. Dabei ist die französisch geprägte Küche vor allem teuer. | Tgl. | Gaono 7 | Tel. 5/2624501 | €€€

Tores

Internationale und heimische Küche in großer Auswahl, doch das Schönste ist der traumhafte Blick von der Gartenterrasse über die Altstadt: Das Restaurant liegt hoch über der Vilnia im Künstlerviertel Užupis. Zum Abendessen gibt's oft Livemusik. | Tgl. | Užupio 40 | Tel. 5/2629309 | www.tores.lt | €

Žemaičių Smuklė

In dem beliebten Restaurant wird altlitauisch aufgetischt und selbst gebrautes Bier eingeschenkt. Man kann im Keller sitzen, aber wenn das „Zemaitische Schatzkästchen“ im Sommer den Innenhof öffnet, ist es dort am schönsten. | Tgl. | Vokiečių 24 | Tel. 5/2616573 | €€

Essen und Trinken

Dzūkija und Suvalkija

Kolonada

Nach ihrer Restaurierung 2004 avancierte die von Säulen getragene historische Konzerthalle von 1928 vom Fleck weg zum Lieblingsplatz vieler Druskininkai-Gäste. Das Interieur: stylish, ein gekonnter Mix aus Nostalgie und Modern Art. Die Küche: leicht, italienisch angehaucht. Die Musik: gepflegt, von Jazz über Blues bis Klassik. Schöne Terrasse. | Tgl. | Kudirkos 22 | Tel. 313/51222 | www.kolonada.lt | €€

Picerija Sicilija

Wenn Ihnen nach dem vielen Salzwasser der Sinn mal nach Pizza, Pasta und Grappa steht. | Tgl. | Taikos 9 | Tel. 313/51865 | €.

Regina

Das Hotelrestaurant hat internationale Küche zu bieten - und eine schöne Sommerterrasse im Innenhof. | Tgl. | Kosciuskos 3 | Tel. 313/59060 | www.regina.lt | €€€

Keta

Rustikal, angenehme Atmosphäre, traditionelle Küche. Im Sommer sitzt man gut auf der zweistöckigen Terrasse. Zum Keta gehört auch das kleine, günstige Gästehaus (10 Zi.) nebenan. | Tgl. | Gedimino 14a | Tel. 343/52264 | keta@interplus.lt | €

Essen und Trinken

Aukštaitija

Aukštaičių užeiga

Dörflich-herzhafte litauische Küche, wie Sie sie in keinem Restaurant mehr bekommen: frisch geräucherter Schinken und Speck, gefüllte Pfannkuchen, gebackener Fisch. Das Lokal, in einem urigen Holzhaus eingerichtet, ist Mitglied im Netzwerk der „litauischen Kochkunst-Erben“, die sich der Bewahrung alter Rezepte verschrieben haben. Tgl. (im Sommer) | Palūšė | Tel. 386/47473 | €

Forto Dvaras

In dem rustikalen, bei den Einheimischen sehr populären Restaurant können Sie typische Gerichte aus allen historischen Regionen Litauens probieren. Die Speisekarte ist zur Sicherheit bebildert. Das Lokal liegt etwas außerhalb des Zentrums östlich der Neustadt hinter dem Azvuolynas-Park. | Tgl. | K. Baršausko g. 66a | Tel. 37/765101 | €€

55°

Der Name dieses schicken, zum Kaunas-Hotel gehörenden Restaurants in der Fußgängerzone steht für die Prozente des selbst gebrannten Wodkas, der auf litauisch „Samanė“ heißt und hier sogar ein eigenes kleines Museum hat. | Tgl. | Laisvės 79 | Tel. 37/750870 | €€

Miesto Sodas

Eines der moderneren neuen Restaurants auf der Laisvės-Allee, betont international, mit toller Terrasse zum Sehen und Gesehenwerden. In der Kelleretage geht abends die Post ab - im coolen Nachtclub Siena. | Tgl. | Laisvės 93 | Tel. 37/424424 | www.siena.lt | €€

Senieji Rusiai

In drei Kellersälen, dekoriert und eingerichtet mit historischen Waffen und Möbeln, erwartet Sie viel mittelalterliches Flair. Gekocht wird vorzüglich in den „Alten Kellern“, litauisch ebenso wie europäisch. | Tgl. | Vilniaus 34 | Tel. 37/202806 | www.seniejirusiai.lt | €€€

Juonė Pastuogė

Ein Gasthaus, wie es Litauer mögen: rustikal-gemütlich, mit überdachter Innenhofterrasse zum Draußensitzen, traditionelle litauische Gerichte. Am Wochenende oft Livemusik, dann wird es hier rappelvoll. | Tgl. | Aušros al. 31a | Tel. 41/524926 | www.jonis.lt | €€

Kapitonas Morganas

Mitten in der Fußgängerzone mit großer Straßenterrasse - kein Wunder, dass das Restaurant zu allen Tageszeiten gut besucht ist. | Tgl. | Vilniaus 183 | Tel. 4/526477 | €€

Presto

Das Café ist genau richtig für eine Pause zwischendurch beim Bummel auf dem Vilniaus-Boulevard. | Tgl. | Vilniaus 134 | Tel. 4/523500 | €

Essen und Trinken

Žemaitija

Anikės teatras

Im Sommer sitzt man in „Ännchens Theater“ am schönsten draußen unter Schirmen, abends im reichlich „theatralisch“ dekorierten Saal. Dort gibt's eine winzige Bühne, auf der manchmal geschauspielert wird. Die Küche: gediegen europäisch. Zum Anikės-Trio gehören noch ein chinesisches Restaurant und ein Weinlokal nebenan. | Tgl. | Sukilėlijų 6 | Tel. 46/314471 | www.anikecafe.lt | €€

Bambola

Populäre Pizzeria, auch Außer-Haus-Service. | Tgl. | H. Manto 1 | Tel. 46/312213 | €

Haemmerli

Ein Kuriosum an der Ostsee: Bündner Gerstensuppe und andere Alpen-Spezialitäten in einem original Schweizer Restaurant. | Tgl. Didžijoji vandens 13 | Tel. 46/311209 | www.haemmerli.meniu.lt | €€€

Meridianas

Der alte Dreimaster am Danė-Ufer nahe der Börsenbrücke (Biržos tiltas) wurde von der örtlichen Brauerei in eine Bar-Kneipe umgebaut. Hier wird deftige litauische Kost serviert, dazu frisches Švyturys-Bier vom Fass. | Tgl. | Danė-Kai | Tel. 46/310601 | €

Du Broliai

Zwei Brüder betreiben dieses noble Hotelrestaurant, das darum auch so heißt. Internationale Gerichte in großer Auswahl. | Tgl. | Vytauto 160 | Tel. 460/51270 | €€€

Elnio Ragas

Wildgerichte, dazu gutes litauisches Bier. | Tgl. | Basanavičiaus 25 | Tel. 460/53505 | €€

1925

Deftige litauische Küche in rustikalem Landhausambiente, abends Livemusik. | Tgl. bis 2 Uhr | Basanavičiaus 4 | Tel. 460/52526 | €

Essen und Trinken

Kurische Nehrung

Cafés und mehr

Entlang der Rėzos gatvė finden Sie viele gemütliche Cafés und Lokale. Typisch für Juodkrantė ist Räucherfisch (rūkyta žuvis).

Sorrentina

Traditionelle litauische Küche im blauen Holzhaus am Yachtclub; herrlicher Blick aufs Wasser. Tgl. | Rėzos 6a | Tel. 469/53357 | €€

Ešerine

Der hölzerne Rundbau unterm Schilfdach ist unübersehbar. Hier gibt es vor allem Fisch und landestypische Spezialitäten wie rųkytos ausis, geräucherte Schweineohren, beliebt zum Bier. Terrasse mit tollem Haffblick. | Tgl. | Naglių 2 | Tel. 469/52757 | €€€

Seklyčia

Litauisch essen im kleinen, gemütlichen Holzhaus mit Blick auf die Hohe Düne. Große Auswahl landestypischer Gerichte. | Tgl. | Lotmiskio 1 | Tel. 469/52945 | €€€

Sena sodyba

In diesem schönen Gartenlokal in der Altniddener Fischerreihe gibt es vor allem eines: frischen Räucherfisch. Dazu ein frisch gezapftes Švyturys-Bier und ein herrlicher Haffblick - was will man mehr? | Tgl. | Naglių 6-2 | Tel. 469/52782 | €

Freizeit und Sport

Freizeit und Sport

Dzūkija und Suvalkija

Freizeitangebote

Viele Sanatorien und Hotels vermieten Fahrräder. Im Kurpark gibt es Tennisplätze und Schwimmbad, am Druskonis-See einen Bootsverleih.

Aquapark Druskininkai

Diese Badelandschaft aus 18 verschiedenen Pools, einem atemberaubenden Rutschen-Tower, künstlichen Wasserfällen und Stromschnellen und diversen Fun- und Fitnessangeboten auf insgesamt 2,5 ha Fläche rühmt sich, der derzeit größte Aquapark Europas zu sein. Wie auch immer: Spaßfaktor XXL, für bis zu 1500 Besucher gleichzeitig. Vilniaus al. 13 | Tel. 313/52336 | www.akvapark.lt

Sonnenweg/Saulės takas

Einer der schönsten Spazierwege führt, von hölzernen Märchenlauben und Rastplätzen gesäumt, fast 4 km am Flüsschen Ratnyčia entlang. Der Weg beginnt am Gesundheitspark. | K. Dineikos/Sausoji

Freizeit und Sport

Aukštaitija

Palūšės valtinė

Tolle Touren durch den Nationalpark: individuell oder in Gruppen, im Kanu, per Fahrrad, zu Fuß oder als Autoroute, begleitet von ortskundigen Führern. | Bootshaus Palūšė | Tel. 686/90030 | www.valtine.lt

Freizeit und Sport

Žemaitija

Wassersportgeräte-Verleih

Verleih von Tretbooten, Jetski und Surfboards am Strand in der Nähe des Piers. 6 km nördlich von Palanga gibt es am Strand eine gute Windsurfstation (Tel. 285/11895).

Freizeit und Sport

Kurische Nehrung

Freizeitangebote

Am Hafen kann man Fahrräder ausleihen und zu einer Kutschfahrt starten. Radtour-Tipp: Von Nida nach Juodkrantė führt ein schöner Radweg durch den Nehrungswald. Viel Freizeitsport bietet die Neringa-Sportschule (Lotmiškio 2 | Tel. 469/52828). Die Ausflugsdampfer „Austeja“ und „Aistis“ starten im Sommer täglich vom Fischerhafen zu Rundfahrten auf dem Haff und hinüber ins Memeldelta bis Šilutė. www.pajuris.net

Sehenswertes

Sehenswertes

Vilnius und Umgebung

Alumnat/Alumnatas

So vornehm wohnten einst Studenten. Das 1582-1622 erbaute Internat mit seinem prächtigen Arkaden-Innenhof im Stil der italienischen Hochrenaissance liegt nahe der Universität. Universiteto

Aušros-Tor und südliche Altstadt/Aušros vartai

Mild lächelnd blickt die Barmherzige Muttergottes gesenkten Hauptes auf die Gläubigen herab, die vor ihr niederknien und beten. Das in Gold, Silber und Edelsteine gefasste, von zahllosen Votivgaben umgebene Marienbild in der klassizistischen Aušros-Torkapelle (1829) gilt als wundertätig und ist ein Wallfahrtsort für Katholiken aus ganz Osteuropa. Wegen der berühmten Madonna blieb das 1503-22 erbaute „Tor der Morgenröte“ vom Abriss verschont und ist das letzte erhaltene Tor (von einst neun) der alten Stadtmauer.

Fernsehturm/Televizijos Bokstas

Litauens Wolkenkratzer misst stolze 326 m, von der Aussichtsplattform (165 m) hat man bei klarem Wetter 60 km Fernsicht, die sich im Drehrestaurant Paukščių takas (tgl. | Tel. 5/2458877 | €€) auf 165 m auch bei einem Cappuccino genießen lässt. An ein tragisches Kapitel litauischer Geschichte erinnern Mahnmale und eine bedrückende Ausstellung im Erdgeschoss: Hier fanden 14 unbewaffnete Litauer den Tod, als sowjetische Spezialeinheiten den Fernsehturm am 13. Januar 1991 stürmten. Den Fernsehturm erreichen Sie mit der Buslinie 16 vom Bahnhof aus oder mit der 11 ab dem Lukiškių-Platz. Sausio 13-osios 10 (im Norden der Stadt) | tgl. 10-21 Uhr | Eintritt inkl. Lift 20 Lt. | www.lrtc.lt

Frank Zappa Memorial

Auf einer kleinen Grünfläche vor einer Klinik steht etwas einsam das Denkmal des 1993 verstorbenen charismatischen Musikers und Komponisten: eine zierliche Büste auf einer Metallsäule, dahinter zauberten Graffitisprayer ein kunstvolles Zappa-Bildnis an eine Mauer. Aufgestellt wurde die Büste 1995 auf Initiative unabhängiger Künstler und Fans. Frank Zappa, der sich in den Texten seiner Songs wie auch im Leben politisch engagierte, ist auch Schutzpatron der „Republik Užupis“. | Kalinausko 1

Gediminas-Prospekt/Gediminos prospektas

Die Lebensader der Neuen Stadt (Lukiškes) führt von der Kathedrale schnurgerade in westliche Richtung über den Lukiškių aikštė (vom einstigen Leninplatz gingen 1991 die Bilder des gestürzten Lenindenkmals um die Welt) bis hinunter zum Parlament (Seimas) am Nepriklausomybės aikšte, dem Unabhängigkeitsplatz. Es ist die Magistrale des modernen Vilnius, Hauptgeschäftsstraße, megawestlicher Prachtboulevard, Laufsteg der Schönen und der Nachtschwärmer. Unterwegs kommen Sie am Schauspielhaus mit der ausdrucksstarken Skulptur der „Fest der drei Musen“ vorbei und kreuzen dann die Vilniaus am Savivaldybės aikštė, dem wohl belebtesten Platz der Innenstadt mit dem neuen Rathaus und dem Regierungspalast. Am Parlamentsgebäude, in dem sich auch die Martynas-Mažvydas Nationalbibliothek befindet, sollen Reste der Barrikaden die Erinnerung an die Dramatik des Januar 1991 wachhalten, als Litauen seine zurückerkämpfte Freiheit verteidigte.

Gediminas-Turm/Gedimino Bokštas

Der wuchtige Gediminas-Turm auf dem 142 m hohen Burgberg (pilies kalnas) ist das Wahrzeichen von Vilnius. Den Aufstieg lohnt allein schon der Blick, der sich vom Burgberg und noch schöner von der Plattform des achteckigen Backsteinturms auf die Dächer der Altstadt bietet. Drinnen erinnert ein Museum, das Aukštutinės pilies muziejus (Di-So 11-17 Uhr) an die Obere Burg, die hier einst stand - gegründet 1323 von Großfürst Gediminas, der Litauen mächtig und Vilnius zur Hauptstadt machte.

Genozid-Gedenkstätte Paneriai/Panerių memorialas

Zwischen 1941 und 1944 brachten SS-Schlächter und ihre litauischen Helfer im Wald von Paneriai etwa 100000 Menschen um, die meisten davon Juden. Eine in ihrer Schlichtheit umso mehr bedrückende Gedenkstätte an den vier Erschießungsgräben erinnert an den Massenmord. | Agrastų 17 | Paneriai | 10 km südwestlich vom Zentrum Vilnius' | Genozid-Museum Mi-Sa 11-18 Uhr

Gotisches Ensemble/Šv. Onos ir Bernadinų Bažnyčia

Vilnius ist eine Barockstadt, doch die schönste ihrer 42 Kirchen flammt im Rot der Backsteingotik: Die anmutige, aus 33 Ziegelarten erschaffene Annakirche ist ein Juwel spätgotischer Baukunst und sucht in Nordosteuropa ihresgleichen. Gegen die filigrane Pracht und verspielte Symmetrie ihres Westgiebels wirkt die große, 1519 erbaute Bernhardiner-Kirche nebenan schlicht und schwer. Zusammen bilden die „ungleichen Schwestern“ das berühmte Gotische Ensemble. | Maironio 8 | Annakirche: Mo-Sa 10-15 u. 17-19, So 8-13 Uhr

Kathedralenplatz/Arkikatedros Aikšte

Wer die erzbischöfliche Hauptkirche von Vilnius mit ihren 20 m hohen, strahlend weißen dorischen Säulen und den Heiligenskulpturen auf dem Portikus zum ersten Mal sieht, denkt unwillkürlich an einen griechischen Tempel. Nichts erinnert mehr an die gotische Kirche, die hier einst stand: Architekt Laurynas Stuoka-Gucevičius übernahm nur den Grundriss, als er die Kathedrale St. Stanislaus (Arkikatedra bazilika) 1783 im Stil des Klassizismus neu aufbaute. In ihrem Inneren birgt sie Gemälde und einen barocken Altar, doch am berühmtesten ist die Kasimir-Kapelle, in der Litauens Nationalheiliger begraben liegt. Der 57 m hohe, frei stehende Glockenturm mit seinen 4 m dicken Mauern erinnert im Sockel noch die Untere Burg, die Keimzelle von Vilnius. König Mindaugas ließ an dieser Stelle 1251 die erste Kirche Litauens bauen. Um sie herum wuchs die Burg.

KGB-Museum/Genocido Aukų Muziejus

Welche Qualen politische Häftlinge in der sowjetischen Besatzungszeit durchlitten, ist auf sehr bedrückende Weise in der ehemaligen Gestapo-, dann der KGB-Kommandozentrale (1945-91) erlebbar. Einige Führer durch die beklemmende Ausstellung saßen selbst in den Folterzellen. | Aukų 2 | Gediminas-Prospekt | Di-So 10-17 Uhr | www.genocid.lt

Litauisches Nationalmuseum/Lietuvos nationalinis muziejus

Die Geschichte Litauens von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Das größte Museum des Landes im Neuen Arsenal auf den Überresten der Unteren Burg zeigt 700000 Exponate aus Archäologie, Volkskunst, Architektur. Vor dem Museum thront herrschaftlich König Mindaugas. | Arsenalo 1 | Di-So 10-17 Uhr (Mi freier Eintritt) | www.lnm.lt

Peter-und-Paul-Kirche/šv. Petro ir Povilo Bažnyčia

Apostel und Heilige, Fürsten, Ritter, Bettler, Menschen unterschiedlichsten Standes und Alters vom Kind bis zum Greis, Tod und Teufel in biblischen Szenen, Schlachten und philosophischen Sujets: Über 2000 Stuckfiguren schauen von Kuppel, Bögen und reich verzierten Wänden herab - und nicht ein Gesicht, nicht eine Pose, nicht ein einziges Motiv wiederholt sich. Italienische Meister schufen dieses schönste Werk des litauischen Hochbarocks in fast 20-jähriger Arbeit. | Antakalnio 1 | tgl. 7-12 u. 14-19 Uhr

Pilies Gatvė

Die Burgstraße, die älteste Straße der Altstadt, verband einst die Untere Burg mit dem Marktplatz. Wunderschön restaurierte Kaufmannshäuser, verwinkelt abzweigende Gassen, mittelalterliche Hinterhöfe, Kirchen und alte Klöster laden zum Bummeln ein. Die Pilies und ihre Verlängerung Didžioji gatvė, die Große Straße, sind berühmt für ihr Kunsthandwerk, den großen Souvenirmarkt und viele Straßencafés.

Republik Užupis

Der „Montmatre von Vilnius“. Hier wohnen vor allem Künstler und Leute, die bewusst und reichlich satirisch gegen Zeitgeist und Konsumwahn anleben und ihr Viertel jenseits der fünf Vilnia-Brücken zum Zeichen dessen 1997 als „Unabhängige Republik Užupis“ ausriefen. Weltweit haben die Res Publica Užupio und ihre kreativ-idealistischen Bewohner mehr als 200 Botschafter, unter ihnen auch der Dalai Lama, der das Viertel 2001 besuchte und zum Ehrenbürger ernannt wurde. Unbedingt besuchen sollte man die Galeriekneipe Užupio Kavinė gleich hinter der Brücke - sie ist der offizielle „Regierungssitz“ der Republik und ein sehr symbolhaltiger Ort ihrer Philosophie (Užupio 2 | Tel. 5/2122138 | tgl. 10-23 Uhr).

Staatliches Jüdisches Museum/Lietuvos Valstybinis Zydų Muziejus

Sechs Jahrhunderte blühte das jüdische Leben in Vilne, dem „Jerusalem des Nordens“. Vier Jahre brauchten die Nazis, um alles auszulöschen. Die bewegende Ausstellung in dem grünen Holzhaus bewahrt das Gedächtnis an die Litvak-Kultur und an Vilnius als Zentrum der jüdischen Aufklärung, sie zeichnet den Ghettoalltag und den Holocaust nach und informiert über Neuanfänge wie das „Jewish Ghetto Project“: die Restaurierung eines Teils des historischen jüdischen Viertels. | Pamėnkalnio 12 | Mo-Do 9-17 Uhr (Führungen auch auf Deutsch). Eine Filiale des Museums befindet sich im Jüdischen Gemeindezentrum | Pylimo 4. | www.jmuseum.lt | www.litjews.org

Synagoge

Die einzige erhaltene von einst fast hundert Synagogen in Vilnius wurde 1894 erbaut, überstand die Nazi- und die Sowjetzeit. Heute feiert hier die jüdische Gemeinde wieder Gottesdienste. | Pylimo 39 | So-Fr 10-14 Uhr

Universität

Die „Alma Mater Vilnensis“, 1579 aus einem Jesuitenkolleg hervorgegangen und älteste Hochschule des Baltikums, ist eine Welt für sich. Der palastartige Gebäudekomplex mitten in der Altstadt verbindet Barock, Renaissance und Klassizismus und umschließt zwölf Innenhöfe. Besonders schön ist der Große Hof mit seinen offenen Arkadengängen, gerahmt von der spätbarocken Johanneskirche. Die einstige Universitätskirche mit ihrem frei stehenden Renaissance-Glockenturm, dem höchsten der Altstadt (68 m), birgt das Wissenschaftsmuseum (Mo-Sa 10-17 Uhr).

Vingis-Park/Vingio parkas

Der größte, älteste und beliebteste aller Stadtparks liegt in einer weiten Flussschleife der Vilnia. Auf und vor der großen Amphitheaterbühne ist im Sommer immer etwas los. Alle vier Jahre finden hier die legendären Liederfeste statt. Ein Teil des Parks ist als botanischer Garten der Universität reserviert (Botanikos sodas | Tel. 5/2344450). Vergnügungspark im Vingis-Park und Fahrradverleih: Gedimino 100

Sehenswertes

Dzūkija und Suvalkija

M.-K.-Čiurlionis-Museum

Litauens berühmtester Komponist und Maler, Mikalojus Konstantinas Čiurlionis, wuchs in Druskininkai auf und schuf hier zwischen 1896 und 1910 viele seiner Werke. Das Gedenkmuseum war sein Elternhaus, im Sommer gibt es im Garten oft Klassikkonzerte. | Čiurlionio 35 | Fax 313/52755 | Di-So 12-18 Uhr

Forstmuseum „Echo des Waldes“/Miško namai „Girios aidas“

Von außen sieht es aus wie ein um einen Eichenstamm gebautes Hexenhaus, drinnen informiert das Museum auf drei Etagen über die Tiere und Pflanzen der Dzūkija-Wälder. | Čiurlionio 102 | Mi-So 10-18 Uhr

Kurpark

Hier liegen die meisten der neun modernen Heilzentren wie das runde Puselė-Sanatorium und das Physiotherapeutische Heilzentrum mit seinem futuristischen Turm. Im Kurpark sprudeln mehrere Mineralquellen, an deren Brunnen - wie auch in einer Trinkhalle - Sie die Heilwirkung des berühmten Salzwassers testen können. Der Park reicht bis an das Nemunas-Ufer. Dort legen im Sommer (Mai-Oktober) Ausflugsschiffe ab.

Bahnhof/Stotis

Mit dem Zug anzukommen ist in Marijampole eine Augenweide, seit der Jugendstilbahnhof von 1924 liebevoll restauriert worden ist. | Stoties 2

Landeskundliches Museum/Krašto muziejus

Die ethnografische Ausstellung gegenüber der Vinzent-und-Paul-Kirche zeigt Volkskunst und Trachten der Suvalkija aus dem 19. Jh. Die beeindruckende Ausstellung über die „Waldbrüder“ (litauische Partisanen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihren Verstecken in den tiefen Wäldern heraus gegen die sowjetischen Okkupanten kämpften) gilt als die beste zu diesem Thema in ganz Litauen. | Vytauto 29 | Di-So 9-17 Uhr

St.-Michaels-Basilika/Mažoji basilika

Die 1824 erbaute klassizistische Basilika mit ihrem prächtigen Doppelturm prägt die Altstadt und besitzt schöne Gemälde aus dem 18. und 19. Jh. | Bendoriaus 1

Sehenswertes

Aukštaitija

Ažvinčiai-Reservat

4200 undurchdringliche Hektar Urwald aus alten Eichen, Kiefern und Hochmooren, Heimat für seltene Vogelarten wie den scheuen Habichtskauz. Das Herzstück des Nationalparks ist Totalreservat, hinein kommen Sie nur mit Führung.

Imkereimuseum/Senovinis bitininkystės muziejus

Der Bienengott Babila behütet ein einzigartiges Museum in Štripeikiai, das in traditionellen Holzhäuschen die Geschichte der Imkerei zeigt. In der originellen „Honigbar“ können Sie einen Imbiss einnehmen: Weißbrot, Aukštaitija-Bauernkäse, frisches Gemüse und natürlich diverse Honigprodukte, ein Glas Met inklusive. | Mai-Okt. tgl. 10-19 Uhr

Palūšė

Nicht ein Nagel war nötig beim Bau von St. Joseph (1747-57), einer sehr schönen barocken Holzkirche mit einem eigentümlichen achteckigen Glockenturm. Palūšė („Beim Luchs“) ist das größte Dorf und Zentrum des Nationalparks.

Vaišnoriškės

Mitten in dem Walddorf steht eine riesige Linde - das Symbol für den Lindenblütenhonig, der Vaišnoriškės' Imker (und Bienen) berühmt gemacht hat. Ein süßes Mitbringsel, das Sie noch lange an Ihre Litauenreise denken lassen wird.

Museen

Kaunas ist eine Stadt der Museen. 36 Ausstellungen widmen sich allem erdenklich Interessanten von Litauens Sportgeschichte bis zur Entwicklung der Luftfahrt. Liste der Museen im TIC oder unter www.muziejai.lt.

Altstadt/Senamiestis

Fast 1 km lang bummelt sich die Vilniaus gatvė als Boulevard durch die Altstadt, die in Gassen und Winkeln viel mittelalterlichen Charme bewahrt hat - gesäumt von Baukunst aus vier Jahrhunderten, antiquierten Laternen und altmodischen Telefonzellen, Geschäften, Galerien, Cafés. Am Rathausplatz ragt die wuchtige Kathedrale St. Peter und Paul auf, Litauens größte gotische Kirche. In der Vilniaus 33 residierte das Staatsoberhaupt, als Kaunas 1920-39 Hauptstadt war. Die Präsidentenstatuen im Vorgarten erinnern an diese Zeit.

Burg/Kauno pilis

Kreuzritter, Krieg und Hochwasser, genutzt als Kaserne, Gefängnis, Waffenlager: Die Burgruine trägt die Narben bewegter Geschichte. Schön spazieren kann man von der Burg aus in den Santakos-Park am Zusammenfluss von Neris und Nemunas. | Papilio 1 | www.kaunopilis.lt

Čiurlionis-Kunstmuseum/Čiurlionio dailės muziejus

Eins der größten Museen des Landes. Es zeigt 360 Gemälde und Zeichnungen des Nationalkünstlers Mikolajus Konstantinas Čiurlionis und lässt im Musiksaal eindrucksvoll nacherleben, wie das Universalgenie seine symbolistische Malerei in Klänge umsetzte. | Putvinskio 55 | Di-So 12-18 Uhr

Freiheitsallee/Laisvės Alėja

Die Lebensader der Neustadt und Hauptgeschäftsstraße von Kaunas läuft als 1,7 km langer Boulevard schnurgerade auf die neobyzantinische Erzengel-Michael-Kirche mit ihren fünf Silberkuppeln (soboras) zu. Laden an Laden, kleine Restaurants und jede Menge Denkmäler litauischer Geschichte, gesäumt von Blumenrabatten und Linden. Die Freiheitsallee entstand 1982 als erste Fußgängerzone der Sowjetunion und könnte eine Renovierung gut vertragen, aber schön bummeln lässt es sich hier nach wie vor. Die Neustadt ließ schon der Zar bauen (1843). Weil Kaunas Festung war, durfte kein Haus höher als zwei Stockwerke sein.

Musikinstrumentenmuseum/Tautinės muzikos muziejus

500 Instrumente aus den klingenden Tiefen der litauischen Volksmusiktradition und aus vielen anderen Ländern. Originell. | Zamenhofo 12 | Mi-So 10-18 Uhr

9. Fort/IX. forto muziejus

In der alten Grenzfestung (1883) am nördlichen Stadtrand pferchten die Nazis ab 1941 etwa 35000 Juden des Ghettos Slobodka und später auch sowjetische Kriegsgefangene zusammen. Fast alle Häftlinge dieses Konzentrationslagers („Fabrik Nr. 1005-B“) wurden bis zum Oktober 1944 umgebracht, etwa 80000 Menschen. Nach dem Krieg übernahmen Stalins NKWD-Folterknechte den grauenvollen Ort als Gefängnis. Eine bedrückende Gedenkstätte. | Žemaičių 73 | Mi-Mo 10-18 Uhr, Führungen auch auf Deutsch

Perkūnas-Haus/Perkūno namai

Erker und Ziertürmchen des filigranen Ostgiebels wurden aus 16 Ziegelsteinarten komponiert und bilden so ein Kleinod spätgotischer Baukunst. Im Namen des Hauses klingt der heidnische Donnergott an, weil hier der Legende nach einst sein Haupttempel stand. | Aleksoto 6

Rathausplatz/Rotušės Aikšte

Geheiratet wird in Litauen traditionell freitags und sonnabends, und dann können Sie am Rathausplatz ganzen Paraden prächtiger bis pompöser Hochzeiten zuschauen. Denn das alte Rathaus von Kaunas, erbaut 1542, das mit seinem 53 m hohen Turm aussieht wie eine Kirche und im Volksmund nur „Weißer Schwan“ heißt, ist seit 1971 Standesamt. Durch diverse Umbauten im Laufe der Zeit vereint die schöne Fassade gleich drei Baustile - Barock, Renaissance, Klassizismus. Das gotische Kellergewölbe beherbergt ein Keramikmuseum (Di-So 12-18 Uhr).

Teufelsmuseum/Velnių muziejus

Fast 3000 Gehörnte aus aller Welt. Auf die Idee, Teufel zu sammeln, kam 1906 der exzentrische Impressionist Antanas Žmuidzinavičius (1876-1966), dessen Bilder hier auch ausgestellt sind. In der heidnischen Folklore verkörpert der Teufel nämlich nicht das Böse, im Gegenteil: Er ist eher ein komischer Kauz, der gern Schabernack treibt. | Putvinskio 64 | Di-So 11-17 Uhr

Vytautas-Militärmuseum/Didžiojo karo muziejus

Waffen aus der litauischen Geschichte - vom Jagdbogen bis zur Kanone. Interessant ist die Dokumentation über die beiden Atlantikflieger Steponas Darius und Stasys Girėnas, die am 15. Juli 1933 nach 6411 km, nur 650 km vor ihrem Ziel, dem Kaunasser Flughafen, abstürzten und ums Leben kamen.

Aušra-Museum/Aušros muziejus

Bedeutendes ethnografisches Museum mit etwa 70000 Exponaten. Zum Museum, das nach der ersten litauischen Zeitung („Morgenröte“, 1883) benannt ist, gehört auch das Ch.-Frenkel-Palais (Vytauto 89) mit großer Gemäldesammlung. | Aušros 47 | Di-Fr 11-19, Sa 11-16 Uhr

Peter-und-Paul-Kirche/šv. Petro ir Povilo Bažnyčia

Schon von Weitem grüßt der 71 m hohe schneeweiße Turm der Renaissancekirche. Aus der Nähe ist zu sehen, dass man bei ihrem Bau (1595-1625) auch an die Verteidigung der Stadt dachte: Die Erker der Basilika tragen Schießscharten. | Aušros 3

Sonnenuhr-Platz/Saulės Laikrodžio Aikšte

Auf einer 21 m hohen Säule steht seit 1986 ein Wahrzeichen der Stadt: der goldene Bogenschütze. Er ist zugleich Zeiger der größten Sonnenuhr Litauens. Als Zifferblatt dient der gesamte Platz, in den Metallziffern eingelassen sind. Man vermutet, dass sich Šiauliai vom litauischen šaulys (Schütze) oder saulė (Sonne) ableitet.

Vilniaus Gatvė

Die mit Springbrunnen und Blumenrabatten gestaltete Fußgängerzone ist die Flaniermeile der Stadt. Der Centrinė-Platz mit dem Uhrenturm wurde zum beliebten Treffpunkt junger Leute.

Sehenswertes

Žemaitija

Altstadt/Senamiestis

Wie ein Gitternetz breitet sich die denkmalgeschützte Altstadt mit ihren Gassen, Fachwerkhäusern und Speichern am Südufer der Danė aus, geprägt von 700 Jahren deutscher Geschichte. Zwischen kleinen Geschäften, Cafés und Galerien plätschert das Leben beschaulich dahin.

Lindenstraße/Liepų Gatvė

Die schönste Straße der Neustadt hat viel Vorkriegscharme bewahrt. Ihr Wahrzeichen ist das neogotische Hauptpostamt von 1893. Das Carillon im Glockenturm stimmt an Wochenenden kurz vor Mittag die Melodie „Ännchen von Tharau“ an. Am besten zu hören ist das Spiel der 48 Glocken vom Hof des Uhrenmuseums aus.

Memelburg/Pilies

Nur Reste sind erhalten von der Keimzelle Klaipėdas an der Danė-Mündung, dem 1252 vom Livländischen Orden gegründeten „castrum memele“. Der Name beruhte auf einem Irrtum: Die Ritter nahmen an, der Fluss sei die Memel. Interssante kleine Ausstellung im Burgmuseum. | Pilies 4 | Mi-So 10-18 Uhr | www.mlimuziejus.lt

Museum der Geschichte Klein-Litauens/Mažosios Lietuvos istorijos muziejus

Die ostpreußisch-litauische Kulturlandschaft in fast 60000 archäologischen und ethnografischen Exponaten. | Didžioji vandens 6 | Di-Sa 10-18 Uhr | www.mlimuziejus.lt

Theaterplatz/Teatro Aikšte

Das Herz der Altstadt. Beim Anblick des kopfsteingepflasterten einstigen Marktplatzes werden alte Memelländer sentimental. Vor dem Theater steht der Simon-Dach-Brunnen mit Klaipėdas Symbolfigur Tavaros Anika, dem „Ännchen von Tharau“. Das Liebeslied aus der Feder des Königsberger Musikprofessors Simon Dach (1605-59) hat die ostpreußische Pfarrerstochter Anna Neander unsterblich gemacht.

Uhrenmuseum/Laikrodžių Muziejus

Zeitmesser von der Sanduhr bis zum Atomchronometer in einem ehemaligen Bankhaus. Interessant ist die Äquatorsonnenuhr im Hof. | Liepų 12 | Di-So 12-17 Uhr

Bernsteinmuseum/Gintaro muziejus

Europas größtes Bernsteinmuseum zeigt wunderschöne Exemplare des Osteegoldes, wie den 3,5 kg schweren „Stein der Sonne“, den drittgrößten je gefundenen Bernsteinbrocken. Dazu eine Kopie des berühmten steinzeitlichen Bernsteinschmucks von Juodkrante und Tausende Inklusen: Bernstein zum Sattsehen - etwa 26000 Exponate. Vytauto 17( Schloss) Sept.-Mai Di-So 11-17, Juni-Aug Di-So 10-19 Uhr | www.pgm.lt

Botanischer Park

Litauens größter botanischer Garten, angelegt 1843, ist ein Werk des französischen Landschaftsarchitekten Edouard André. Mitten im Park steht das 1897-1902 im Stil der Neorenaissance erbaute Schloss der Grafen Tiškevičius. Es beherbergt heute das Bernsteinmuseum. Ebenfalls sehenswert: Rosarium, Orangerie und der 22 m hohe Birutė-Hügel mit einer kleinen, achteckigen Kapelle aus dem Jahr 1869.

Landungsbrücke

In Palanga führen viele Wege zum Meer, der beliebteste über die Flaniermeile Basanavičiaus auf die 470 m lange Landungsbrücke. An Sommerabenden avanciert Palangas Wahrzeichen zum Treff der Romantiker und Verliebten - der beste Platz, um den Sonnenuntergang zu genießen.

Bischofsdom/Šv. Antano Paduviečio Katedra

Dem heiligen Antonius von Padua geweiht. Außen Barock, innen prächtig ausgeschmückt im Übergang vom Barock zum Klassizismus. Der Ende des 18. Jhs. erbaute Dom zeugt von der großen Bedeutung Telšiais als Bischofssitz.

Heimatmuseum/Alka muziejus

Die Geschichte von Telšiai und Zemaiten. Das Museum besitzt eine ansehnliche Gemäldesammlung, darunter ein Werk von Lucas Cranach d. Ä.: „Die Anbetung der Könige“. | Muziejaus 31 | Mi-So 11-17 Uhr | www.zam.mch.mii.lt

Žemaitisches Freilichtmuseum/Kraštotyros Muziejus

Originalgetreu wieder aufgebaute historische Bauerngehöfte vermitteln anschaulich ein Bild des Dorflebens vor 150 Jahren. | Parko 8a | Mi-So 10-18 Uhr

Sehenswertes

Kurische Nehrung

Bernsteinbucht/Ginaro įlanka

In der wegen ihres Bernsteinvorkommens künstlich angelegten Bucht fand man auch 434 steinzeitliche Bernsteinschmuckstücke, den berühmten „Schatz von Schwarzort“.

Haffpromenade/Krantinejė

Entlang der 2,5 km langen Haffpromenade säumen moderne Plastiken den Weg. Die 31 Skulpturen litauischer, englischer und schwedischer Künstler entstanden 1997-99 als Ergebnis des Bildhauersymposiums „Erde und Wasser“. | Rėzos gatvė

Hexenberg/Raganų kalnas

Schon den alten Schwarzortern galt die dunkelwaldige Düne unweit der Kirche als sagenumwobener Ort. Holzbildhauer schufen hier Ende der 1970er-Jahre über 80 Figuren aus dem Schatz litauischer Märchen und Mythen. Die skurrilen Skulpturen säumen einen wundervollen Spazierweg durch Nehrungsurwald. | Rėzos 46 | Wegweiser ist eine hölzerne Hexe

Kunstmuseum/Dailės muziejus

Die Ausstellungshalle des Litauischen Kunstmuseums zeigt vor allem zeitgenössische Malerei. | Rėzos 3 | Mai-Sept. Di-So 10-18 Uhr | www.ldm.lt

Villenviertel

Sie hießen „Monbijou“, „Hubertus“ und „Waldfrieden“ und entstanden um 1880, als Schwarzort zum mondänen Ferienort aufstieg. Einige Häuser sind in den letzten Jahren stilvoll renoviert worden. Eine Perle: die wiederaufgebaute „Villa Flora“. Ihr einstiges Wirtschaftsgebäude beherbergt nun eine Pension gleichen Namens (17 Zi. | Tel./Fax 469/53024 | vilaflora@takas.lt | €€). | Kalno 7a

Bernsteingalerie/Gintaro Galerija-Muziejus

Niemand in Nida weiß mehr über Bernstein als Kaziemiras Mizgiris, in dessen Galeriemuseum das Gold der Ostsee in allen Facetten zu bewundern ist. Highlight: eine Kopie des „Schatzes von Schwarzort“. | Pamario 20 | Mai-Okt. tgl. 9-21, November tgl. 10-19 Uhr | www.ambergallery.lt

Ethnografisches Museum/Žvejo etnografinė sodyba

Das historische Fischergehöft am Haff, leicht zu erkennen an den vier Kurenkähnen im Vorgarten, versetzt den Besucher zurück in jene Zeit, als das Leben auf der Nehrung noch hart war. | Naglių 4 | Di-So 10-17 Uhr

Evangelische Kirche

Der Altarraum leuchtet im Niddener Blau, den Bogen darüber ziert die alte Inschrift aus der Bergpredigt: „Selig sind, die reinen Herzens sind“. 1992 wurde die neogotische Fischerkirche von Litauern und Deutschen liebevoll restauriert. | Pamario

Historisches Museum/Neringos istorijos muziejus

Warum die alten Niddener Fischer gern gebratene Nebelkrähen („Nehrungstauben“) verspeisten: Hier erfahren Sie es. | Pamario 53 | Di-Sa 10-17 Uhr

Kurenbretter/Krikštai

Etwas unheimlich wirken sie schon, die verwitterten Grabtafeln der alten Kuren auf dem Friedhof neben der Kirche, stumme Zeugen einer versunkenen, im Heidentum wurzelnden Kultur. Die Bretter aus Eiche, Linde und Birke, viele in Gestalt der als heilig verehrten Kröte, standen immer am Fuß der Gräber. | Pamario 43

Kurenkähne/Kurenai

Vom Hafen aus starten im Sommer täglich Boote zu Haffrundfahrten und zu Törns hinüber in das Delta des Nemunas. Heuern Sie auf einem Kurenkahn an! Die schweren Segler aus Eichenholz, an ihrer altertümlichen Takelung leicht erkennbar, sind originalgetreue Kopien jener Fischerboote, von denen es auf der Nehrung vor dem Krieg über hundert gab. Heute gibt es drei - die kurenai mit ihren rotbraunen Segeln, Seitenschwertern und den „Kurenwimpeln“ am Masttopp zählen wieder zu den Wahrzeichen der Nehrung. | Anheuern u.a. unter Tel. 469/52351 | Fax 52151

Parniddener Düne/Parnidžio kopa

Fast 200 steile Stufen sind es hinauf zur Parniddener Düne, doch den Aufstieg belohnt ein grandioses Panorama von der Aussichtsplattform mit ihrer „verunglückten“ Sonnenuhr (ein schwerer Orkan stürzte 1999 den gerade aufgestellten steinernen Obelisken um) über die „litauische Sahara“. Weit fliegt der Blick nach Süden über das mächtigste Wanderdünenfeld Europas, die Hohe Düne (Didžioji kopa). Haff, Ostsee, Küstenwald und meilenweit Sand, pastellfarben schattiert und vom Wind in immer neue bizarre Formen geschliffen - ein Bild elementarer Kraft. Man ahnt, wie unaufhaltsam diese bleichen Ungeheuer einst über die Dörfer herfielen und 14 von ihnen verschluckten. Auch Nida, vormals Nidden, 1385 erstmals als Noyden erwähnt und damit eine der ältesten Siedlungen der Nehrung, versandete drei Mal.

Thomas-Mann-Haus/Tomo Mano namelis

Zwar sind die Kiefern inzwischen in den „Italienblick“ hineingewachsen, den Thomas Mann von seinem Arbeitszimmer aus auf Haff und Dünen genoss. Doch immer noch sind Sie dem Charme Nidas hier so nahe wie schon der Literaturnobelpreisträger, der nach einem eher zufälligen Nehrungsbesuch „von der unbeschreiblichen Eigenart und Schönheit dieser Natur so ergriffen“ war, dass er 1929 in bester Niddener Lage ein Sommerhaus bauen ließ - auf dem sogenannten Schwiegermutterberg. Das reetgedeckte Holzhaus beherbergt heute eine kulturelle Forschungs- und Begegnungsstätte mit Museum. Skruzdynės 17 | Di-So 10-18 Uhr | www.mann.lt

Strände

Strände

Žemaitija

Strände der Umgebung

Der breite Sandstrand ist im Sommer rechts und links der Landungsbrücke oft überfüllt, doch finden Sie auf den 24 km zwischen Nimerseta und Šventoji auch ruhige Abschnitte. FKK-Fans sollten bitte auf die Schilder achten!

Strände

Kurische Nehrung

Strände der Umgebung

Alle drei Hauptstraßen nach Westen führen zum traumhaften Strand. Die Ostsee erwärmt sich zwar selbst im August selten über 23 Grad, dafür ist das Wasser sauber: In Nida weht die Blaue Flagge. Im Sommer fährt vom Zentrum ein Shuttlebus zum Strand.

Uebernachten

Uebernachten

Vilnius und Umgebung

Hotels

Es gibt inzwischen etwa hundert Hotels von Luxus bis schlicht. Die meisten Häuser sind in den letzten Jahren aufwendig renoviert worden und bieten westlichen Standard. Allerdings auch bei den Preisen: Vilnius ist deutlich teurer als alle anderen Städte Litauens. Vor allem die günstigen Hotels und Gästehäuser sind oft ausgebucht, daher sollte man unbedingt zeitig reservieren.

Astorija

Viersterneluxus (SAS Radisson) hinter einer renovierten Barockfassade, schöne Lage am Altstadtrand mit Blick auf den Kathedralenplatz. 120 Zi. | Didžioji 35 | Tel. 5/2120110 Tel. 2121762 | www.radissonsas.com | €€€

Centro Kubas

Kleines, folkloristisch geschmücktes Altstadthotel mit gemütlichen Zimmern. Etwas kitschig, aber schöne, ruhige Lage nahe der Universität. 14 Zi. | Stiklių 3 | Tel. 5/2660860 | Fax 2660863 | www.centrokubas.lt | €€

City Park

Neues, sehr modernes Hotel in exklusiver Lage in einer Seitenstraße am Kathedralenplatz. 75 Zi. | Stuokos-Gucevičiaus 3 | Tel. 5/2123515 | Fax 2107460 | www.citypark.lt | €€-€€€

Domus Maria

Im 15. Jh. wohnten hier Nonnen vom Orden der Unbeschuhten Karmeliterinnen. Heute bietet das 2004 restaurierte und zum Gästehaus umgebaute einstige Kloster einfache, aber günstige Zimmer in bester Altstadtlage am Aušros-Tor. 39 Zi. | Aušros vartų 12 | Tel. 5/2644880 | Fax 2644878 | www.domusmaria.vilnensis.lt | €

Mabre Residence

Stilvoll in einem alten Kloster eingerichtetes Hotel, Toprestaurant (Steakhouse), Sauna, Pool. Alles vom Feinsten. 34 Zi. | Maironio 13 | Tel. 5/2122195 | Fax 2122240 | www.mabre.lt | €€€

Mikotel

Einfaches Hotel in Bahnhofsnähe, bei Vilnius-Stammgästen sehr beliebt, da sauber und günstig. 24 Zi. | Pylimo 63 | Tel. 5/2609626 | Fax 2609627 | www.mikotel.lt | €

Rinno

Das kleine Hotel im jüdischen Viertel hat schöne große, modern eingerichtete und für die Lage sehr günstige Zimmer. 17 Zi. | Vingru 24 | Tel. 5/2622828 | Fax 2625929 | www.rinno.lt | €-€€

Shakespeare

Jedes Zimmer in diesem luxuriösen Boutique-Hotel ist nach einem berühmten Schriftsteller benannt und entsprechend gestaltet. Lage, Interieur, Service - alles Spitze. Der Preis freilich auch. 31 Zi. | Bernadinu 8/8 | Tel. 5/2665885 | Fax 2665886 | www.shakespeare.lt | €€€

Uebernachten

Dzūkija und Suvalkija

Draugystės sanatorija

In das noch aus sowjetischer Zeit stammende, von einem wuchtigen Säulenportikus geprägte Sanatorium wurde seit 2005 viel investiert, um es westlichen Gästen schmackhaft zu machen. Das hat sich gelohnt. Hier können Sie auch als Tourist ganzjährig therapeutische und medizinische Behandlungen sowie Heilschlammbäder buchen. Zur Kurklinik gehören zwei schöne Parkvillen in ruhiger Lage. 260 Zi. | V. Krėvės 7 | Tel. 313/60608 | Fax 53118 | www.draugyste.lt | €€

Druskininkai

Kaum zu glauben, dass hinter der modernen Holz-Glas-Fassade einst eine triste Sowjetherberge steckte. Feines Restaurant, Spa-Wellness, Mineralwasser-Whirlpool, hauseigenes Touristikbüro - in bester Lage im Zentrum, direkt an der Marienkirche. 50 Zi. | Kudirkos 43 | Tel. 313/52566 | Fax 51345 | www.hotel-druskininkai.lt | €€€

Europa Royale

Ganz neu in Druskininkai und mitten im Kurpark gelegen. Hinter der restaurierten Fassade aus dem 18. Jh. bietet das Spa-Hotel noblen Viersterne-Komfort, einen schönen Ausblick auf den Nemunas und eines der besten Restaurants des Kurortes. 101 Zi. | Vilniaus al. 7 | Tel. 313/42221 | Fax 42223 | www.europaroyale.com | €€€

Galia

Seit Jahren eines der beliebtesten Hotels in Druskininkai. Das Galia besteht aus drei sehr verschieden gestalteten kleinen Gästehäusern, Tipp: die rote Holzvilla in der Dabintos-Straße. 23 Zi. | Maironio 3 | Tel. 313/60510 | Fax 60512 | www.galia.lt | €€

Arvi

Hinter einer schmucklosen Fassade erwartet Sie ein kleines, modernes Dreisternehotel. 6 Zi | Kudirkos 24 | Tel. 343/97778 | Fax 51576 | €€€

Europa Royale

Das 2008 neu eröffnete komfortable Viersterne-Hotel ist nicht zu übersehen: Es steht am zentralen Basanaviciaus-Platz und überragt sogar das Rathaus. Zum Hotel gehört eine Filiale der in Litauen populären Restaurantkette Pizza Jazz. 47 Zi. | Basanaviciaus a. 8 | Tel./Fax 343/97767 | www.europaroyale.com | €€€

Uebernachten

Aukštaitija

Feriendorf Palūšė/Turizmo centras

Kleine Holzhäuser, teilweise mit Gemeinschaftsküche und -bad, alles ist einfach, aber sauber und gut in Schuss. 185 Betten (24 Zi. sind moderner u. winterfest) | Tel./Fax 386/47430 | www.paluse.lt | €-€€

Best Western Santakos

Luxuriöser Viersterne-Komfort hinter einer etwas unscheinbaren Backsteinfassade, mit Swimmingpool und Sauna, einem Nachtclub und einem exzellenten Restaurant. 40 Zi. | Gruodžio 21 | Tel. 37/302702 | Fax 302700 | www.santaka.lt | €€€

Kaunas

Helle, elegante Zimmer in einem schmuck restaurierten historischen Gebäude von 1891, vom verglasten Dachgeschoss toller Blick über die Stadt. Wer davon genug hat: Im Hotel gibt's einen Pool, ein Fitness-Center und auf der Terrasse eine Minigolfanlage. 57 Zi. | Laisvės 79 | Tel. 37/750850 | Fax 750851 | www.kaunashotel.lt | €€-€€€

Minotel

Freundliches Dreisterne-Hotel in der Altstadt nah beim Rathausplatz. 23 Zi. | Kuzmos 8 | Tel. 37/203759 | Fax 220355 | www.minotel.lt | €€

šaulys

Neues Viersterne-Hotel mitten in der Stadt, nahe der Fußgängerzone. Bestes Hotel in Šiauliai, auch das Restaurant stimmt. 39 Zi. | Vasario 16-osios 40 | Tel./Fax 41/520812 | Fax 520911 | www.saulys.lt | €€€

Uebernachten

Žemaitija

Astra

Das moderne Hotel liegt nahe der alten Burg am Haff und hat schöne große Zimmer, ist aber an der Straßenseite ziemlich laut. 14 Zi. | Pilies 2 | Tel. 46/313849 | hotelastra@takas.lt | €€

Europa Royale

Gediegener Viersterne-Komfort direkt am Theaterplatz. 50 Zi. | Žvejų 21/Teatro 1 | Tel. 46/404444 | Fax 404445 | www.europaroyale.lt | €€€

Euterpė

Die neueste Kreation in Klaipėdas gehobener Komfort-Hotellerie: modern, minimalistisch, schick. Am südlichen Rand der Altstadt. 22 Zi. | Daržu 9 | Tel. 46/474703 | Fax 474705 | www.euterpe.lt | €€€

Preliudija

Kleine Pension mitten in der Altstadt, die hinter der Fassade eines denkmalgeschützten Hauses von 1856 mit sechs modern eingerichteten Zimmern und freundlichem Service aufwartet. | Kepėjų 7 | Tel. 46/310077 | www.preliudija.com | €€

Alanga

Es gibt schickere Hotels in Palanga, aber kaum eins bietet so günstige und dabei noch sehr schöne (Balkon-) Zimmer. 47 Zi. | Neries 14 | Tel. 460/49215 | Fax 49316 | www.alanga.lt | €

Palanga

Fünfsterne-Luxus mit allem Drum und Dran. Vom Swimmingpool bis zum Spa-Wellness-Komplex: Palangas Spitzenhotel lässt kaum einen Wunsch offen. 46 Zi. | Birutės 60 | Tel. 460/41414 | Fax 41415 | www.palangahotel.lt | €€€

Palangos vetra

Das komfortable Dreisterne-Hotel liegt zentral in einer ruhigen Nebenstraße am Park. Sehr beliebt auch wegen seiner Wochenend- und Familienangebote. 31 Zi. | S. Daukanto 35 | Tel. 460/53032 | Fax 51021 | www.vetra.lt | €€

Tauras

Helle, modern ausgestattete Zimmer mit Balkon. Zum Haus gehört das Restaurant Feliksas mit herzhafter litauischer und internationaler Küche. 20 Zi. | Vytauto 116 | Tel./Fax 460/49111 | www.feliksas.lt | €€

Pas Stefą

Neues kleines Hotel in der Altstadt unterhalb des Doms mit einfachen, aber sehr wohnlichen Zimmern. Im rustikalen Restaurant des Hauses wird herzhaft litauisch aufgetischt. 7 Zi. | Respublikos 49 | Tel./Fax 444/74520 | www.passtefa.lt | €€

Uebernachten

Kurische Nehrung

Ažuolynas

Beliebter Hotelkomplex mit 75 modern ausgestatteten Zimmern. Boots- und Fahrradverleih, drei Bars, Disco, Pool und Freizeitangebote von Basketball bis Minigolf. | Rėzos 54 | Tel. 469/53310 | Fax 53316 | hotelazuolynas@takas.lt | €€

Eglių Slėnis

Eins der besten Hotels in Juodkrantė, großzügige, moderne Zimmer mit Balkon und Ausblick. Zum Haus gehört ein feines Restaurant. 35 Zi. | Levos kalno 28 | Tel./Fax 469/53364 | www.egliuslenis.lt | €€

Kurėnas

Pastellfarbige Holzgiebel, weinrote Balken - ein skandinavisch anmutender Kontrast zur alten Bäderarchitektur des Villenviertels, an dessen Rand das kleine Hotel steht. 13 Zi. | Rėzos 10 | Tel./Fax 469/53101 | kurenas@gmail.com | €€€

Inkaro kaimas

Die kleine Pension in einem historischen, rot-blau-weißen Fischerhaus liegt direkt am Haff und ist entsprechend beliebt: früh buchen! 6 Zi. | Nagliu 26-1 | Tel. 469/52123 | www.inkarokaimas.lt | €€

Jūratė

Nidas größter Ferienkomplex liegt zentral am Hafen und verteilt seine Gäste auf zehn Häuser sehr unterschiedlichen Standards. 220 Zi. | Pamario 3 | Tel. 469/52300 | Fax 51118 | jurate-nida@takas.lt | €-€€

Nidos Pušynas

Große, schöne, modern eingerichtete Zimmer in einem Ensemble traditioneller Fischerhäuser mit Haffblick. 21 Zi. | Purvynės 3 | Tel. 469/52221 | Fax 52762 | www.smilte.lt | €€-€€€

Nidos Smiltė

Hier wohnten Max Pechstein, Lovis Corinth und viele andere Maler der Niddener Künstlerkolonie. Gastwirt Hermann Blode hielt sie frei, nahm dafür ab und zu ein Bild in Zahlung. Die Gemäldesammlung verhalf dem Künstlergasthof zu Kultstatus. An die berühmte Vorkriegsgeschichte erinnert eine Ausstellung in dem nach wie vor beliebten Hotel direkt am Haff mit seinen 90 schlichten, etwas kleinen Zimmern. | Skruzdynės 2 | Tel. 469/52221 | Fax 52762 | www.smilte.lt | €-€€

Villa Banga

Von außen ein Niddener Fischerhaus wie aus dem Bilderbuch, innen eine gemütliche Pension mit sehr schönen Zimmern. Früh buchen! 8 Zi. | Pamario 2 | Tel. 469/51139 | Fax 52762 | www.nidosbanga.lt | €€

Kempingas Nidoje

Nidas Campingplatz liegt etwas versteckt an der Zufahrt zur Aussichtsplattform der Parniddener Düne. Zelte, Schlafsäcke etc. können Sie ausleihen. Gutes Freizeitangebot. Taikos 45a | www.kempingas.lt

Ziele in der Umgebung

Ziele in der Umgebung

Vilnius und Umgebung

Dieveniškės

Schon die geografische Lage macht diese an drei Seiten von Weißrussland umschlossene Landnase 70 km südöstlich von Vilnius interessant. In und um den Hauptort Dieveniškės leben sehr viele Polen in kultureller Autonomie, die Dörfer dieser ethnologisch sehr eigenartigen Region haben ihre Identität und Kultur bis hin zur Sprache bewahrt. | Infozentrum: Poškonys Tel. 380/46624

Europa-Park/Europos parkas

Als der junge Bildhauer Gintaras Karosas 1991 begann, in einem Wald 18 km nordöstlich von Vilnius einen Skulpturenpark anzulegen, hielten ihn alle für verrückt. Zumal er behauptete, die Mitte Europas liege in Wahrheit ebendort, nämlich 14 km südöstlicher, als von den Franzosen berechnet. Inzwischen ist Gintaras Karosas ein Star und sein Europa-Park nationale Kultstätte: Schon 90 Skulpturen von Künstlern aus aller Welt, darunter so renommierter wie Sol LeWitt und Dennis Oppenheim, stehen in dem 55 ha großen Museum. | Tgl. 9 Uhr bis Sonnenuntergang | Joneikiškių, Anfahrt über Verkiai | www.europosparkas.lt

Kernavė

Hier residierten König Mindaugas und Großherzog Traidenis. Fünf imposante Burghügel sind übrig geblieben von Litauens ältester bekannter Hauptstadt - noch vor Trakai. Heute ist Kernavė, 40 km nordwestlich von Vilnius, landesweit berühmt als archäologisches Reservat. Über Ausgrabungen und die Erforschung von 3000 Jahren Siedlungsgeschichte informiert ein Museum (Kerniaus 4 | Mi-So 10-17 Uhr, Mai/Juni auch Di).

Medininkai

Jedes litauische Kind lernt diesen Ort im Geografieunterricht kennen, denn bei Medininkai, 30 km südöstlich von Vilnius kurz vor der weißrussischen Grenze, liegt die höchste Erhebung des Landes - der 294 m hohe Juozapinės kalnas (Josephsberg), auf dem ein Gedenkstein an König Mindaugas erinnert. In dieser schönen Wandergegend am einsamen Rand EU-Europas zeugen imposante Ruinen von der Burg Medininkai, einst eine der größten des Baltikums.

Mittelpunkt Europas/Europos centras

Ein schlichter Findling und ein zum EU-Beitritt errichteter, von einem Sternenkranz gekrönter Obelisk auf dem alten Burghügel Bernotai bei Purnuškės, 25 km nördlich von Vilnius, markieren den Mittelpunkt Europas, wie ihn das Nationale Geografische Institut Frankreichs 1989 neu vermessen und festgelegt hat: 25° 19' östlicher Länge und 54° 54' nördlicher Breite - Schnittpunkt der Achsen Nordkap-Kreta und Ural-Gibraltar. | Aus Vilnius nach Norden in Richtung Moletai, bei Purnuškės links nach Bernotai (ausgeschildert)

Trakai

Nationales Wahrzeichen. Die Inselburg Trakai im Galvė-See, 30 km westlich von Vilnius, ist die alte Haupstadt Litauens. Von hier aus regierten die Großfürsten Vytautas, Kestutis und Gediminas im 13. Jh. ihr Reich. Trakai hat jeder Litauen-Reiseanbieter im Programm, darum gibt es hier oft Gedränge - doch die einzige gotische Wasserburg Europas zu besichtigen, sollten Sie nicht versäumen. Besonders imposant sind der Wohnturm (Donjon) und der sterngewölbte Thronsaal in der fünfstöckigen Hauptburg (Palas). Ein Geschichtsmuseum nimmt die meisten Räume ein. | Di-So 10-18 Uhr

Ziele in der Umgebung

Dzūkija und Suvalkija

Čiurlionis-Straße/Čiurlionio kelias

Auf der Fahrt in den 46 km nordöstlich liegenden Doppelort Varėna

Dzūkija-Nationalpark

Tiefe Kiefern- und Fichtenwälder prägen den 1991 gegründeten größten Nationalpark Litauens (560 km²), eine stille Wildnis nahe der Grenze zu Weißrussland. Eingebettet in den Park liegen 46 Seen, etwa 30 Flüsse, denkmalgeschützte Gehöfte und Dörfer, in denen Pferdegespanne ebenso alltäglich sind wie Kräuterkunde und Imkerei. Alljährlich in der ersten Augustwoche kann man in Zervynos, Puvočiai, Lynežeris und anderen Ethno-Dörfern während der „Tage des Handwerks“ Korbflechtern, Töpfern und Leinwebern zuschauen.

Grūtas-Park/Grūto parkas

Goodbye, Genossen: Im Wald von Grūtas, 7 km östlich von Druskininkai, haben die gestürzten Götzen aus Litauens Sowjetära Asyl gefunden. Der Reigen der steinernen und bronzenen Heroen in dem 20 ha großen Skulpturenpark reicht von Marx bis Stalin, dazwischen jede Menge Lenins, KGB-Gründer Dsershinksi und etliche litauische Kommunisten. Viehwaggons, Gulag-Wachtürme und Stacheldraht schaffen makabre Lageratmosphäre. Initiator dieser Mahnstätte für die 260000 Opfer der Sowjetrepression ist Pilzzucht-Millionär Viliumas Malinauskas, dessen Vater sowie viele seiner Angehörigen in sibirischen Straflagern umkamen. Malinauskas erhielt für das Projekt 2001 den alternativen Nobelpreis. | Tgl. 9-19 Uhr | www.travel.lt/grutas

Raigardas-Tal/Raigardo slenis

Das aus einer alten Schleife des Nemunas entstandene Raigardas-Tal, 9 km südlich von Druskininkai, ist das wohl schönste aller Ausflugsziele in der näheren Umgebung und auf Radwanderwegen bequem zu erreichen. Um die romantische Wald- und Seenlandschaft ranken sich viele Legenden. So soll hier einst ein litauisches Sodom gestanden haben, dessen Bewohner ein so unzüchtiges Leben führten, dass der erzürnte Donnergott Perkūnas sie samt ihrer Stadt in der Erde versinken ließ. Den Ausgang in die Welt verschließt seither der „Teufelsstein“ (Velnio akmuo) im denkmalgeschützten Ethno-Dorf Švendubrė.

Birštonas

Schon die alten Heiden wussten um die heilsame Wirkung der Salzquellen von Birštonas. Heute ist das Städtchen (3800 Ew.) im Nemunas-Schleifen-Regionalpark, 40 km östlich von Marijampole, der nach Druskininkai beliebteste Waldklimakurort Litauens und balneologisches Therapiebad, in dessen Sanatorien Tulpė und Versmė sich im Jahr fast 20000 Kurgäste erholen. Das Versmė-Sanatorium bietet auch Touristen renovierte Zimmer (125 Zi. | Scruogo 25 | Tel. 319/65662 | www.versme.com | €€€).

Vištytis

Der glasklare Vištytis-See, 45 km südwestlich von Marijampole, zählt zu den schönsten, tiefsten (55 m) und fischreichsten Seen Litauens. Er ist ein echter Geheimtipp für Wanderungen und Radtouren in der stillen Sūduva-Landschaft, fürs Angeln und Naturcampen. Im Regionalpark-Zentrum (Vytauto 8 | Tel. 342/63532 | Fax 54731) können Sie Boote und Fahrräder ausleihen; einen schönen Campingplatz gibt es in Zirgėniai direkt am See: Pušelė-Camping | Tel. 342/47509.

Ziele in der Umgebung

Aukštaitija

Anykščiai

„Litauens Weimar“ wird der Kurort (13000 Ew.) 90 km westlich des Nationalparks genannt, weil viele Schriftsteller des 19. Jhs. hier lebten. Das Literaturmuseum (Vienuolio 4 | Mi-So 9-18 Uhr) erzählt ausführlich davon. Nebenan steht (unter Glas!) eine sogenannte Klete - das altlitauische Vorratshaus gehörte einst zum elterlichen Hof des Dichters Antanas Baranauskas (1835-1902), der hier eines der berühmtesten litauischen Gedichte schrieb: „Der Hain von Anykščiai“, eine Hommage an Litauens heilige Natur. Der berühmte Hain (Anykščių šilelis) liegt 4 km südwestlich der Stadt und lässt sich wunderbar erwandern. | www.antour.lt

Kaunasser Meer/Kauno Jūros

Das „Meer“ ist ein Stausee, der größte Litauens, 93 km lang und ein Wassersportrevier par excellence. Es gibt mehrere Campingplätze, Bootsverleih und Ausflugsschifffahrt. Segeltörns und einfache Unterkunft im Yachtklub Žalgiris (Kauno Žalgirio jachtklubas) | 25 Zi. | Gimutienės 35 | Tel./Fax 37/769360 | www.jachtklubas.lt | €

Kėdainiai

Das beschauliche Provinzstädtchen (35000 Ew.), 52 km nördlich von Kaunas, war in ihrer Geschichte bekannt für religiöse Toleranz. Das sieht man noch heute: Es gibt zwei Synagogen, ein Minarett und sieben Kirchen. Eine ist etwas Besonderes: St. Joseph, eine hölzerne Stabkirche im sogenannten Volksbarockstil. Kėdainiai lohnt einen Ausflug allein schon seiner schön restaurierten Altstadt wegen. In den Gassen und Straßen rings um die vier (!) Marktplätze können Sie entspannt bummeln. Kedainiai ist Litauens Gurkenstadt. Das grüne Krummgemüse gibt's hier sogar als Gurkenschnaps - zum Gurkenfest im Juli. TIC: Didžioji 1 | Tel. 347/60363 | www.visitkedainiai.lt

Pažaislis-Kloster/Pažaislio vienuolynas

Das Klosterensemble am Westufer des Kaunasser Meeres ist ein Meisterwerk des Hochbarocks. Im Zentrum steht die prunkvolle, sechseckige Klosterkirche mit ihrer 53 m hohen Kuppel. Zwei (von einst zehn) Eremitenhäuschen erinnern noch an die Kamaldulensermönche, die das Kloster 1664 gründeten. Dieser strengste katholische Orden besaß das Anwesen bis 1831, danach wurde es orthodox, war zwischenzeitlich Nervenklinik, und ist heute wieder Kirche. | Kauno jūros 31 | Tel. 37/756485 (Führungen) | Di-So 11-17 Uhr

Rumšiškės

Litauen im Kleinen. Im Ethnografischen Freilichtmuseum (Liaudies buities muziejus), 10 km südöstlich von Kaunas am Ufer des Stausees, sind alle Regionen mit ihren typischen Häusern vertreten. Keine Modelle, sondern aus dem ganzen Land zusammengetragen und originalgetreu wieder aufgebaut: Windmühlen, Dorfschulen, Bauernhöfe und Tagelöhnerkaten, Bienenstöcke, Backöfen. Jede Region hat ihr eigenes Dörfchen. Nehmen Sie sich für Rumšiškės einen Tag Zeit: Allein ein Rundweg durch das parkartige Gelände ist 7 km lang. Unterwegs findet sich - im Žemaitija-Dorf - ein Wirtshaus aus dem 19. Jh. mit niederlitauischer Küche. Am Wochenende oft Folklorefeste oder Kunsthandwerksmärkte. | Ostern-Okt. Di-So 10-18 Uhr. Im TIC (Nėris 4-6 | Fax 346/47392 | turinfo@takas.lt) gibt es ein sehr gutes Faltblatt.

Berg der Kreuze/Kryžių Kalnas

Der Berg der Kreuze, 15 km nördlich von Šiauliai, ist Litauens bekanntestes Nationalheiligtum: Ein Wald aus Tausenden von Kreuzen, großen und kleinen, aus allen nur erdenklichen Materialien. Wenn der Wind über den kleinen Hügel weht, klirrt, klackert, klingelt es leise, zehntausendfach. Ein Besuch beeindruckt tief. Wann die ersten Kreuze aufgestellt wurden, ist unklar. Wohl nach der blutigen Niederschlagung der Aufstände gegen den Zaren 1863. Unter den Sowjets schwoll ihre Zahl an, der Hügel wurde zum Symbol des Widerstandes gegen das verhasste Regime. Moskau ließ über 5000 der Kreuze mit Bulldozern plattwalzen, doch umso mehr stellte man auf. Bis heute kommen täglich neue hinzu. | www.lcn.lt

Biržai

Sieben Brauereien und eine uralte Brautradition - so wird man Bierhauptstadt. Alljährlich im August steigt in Biržai (16000 Ew.), 70 km nordöstlich von Šiauliai, das große Bierfestival. Einzigartig im Baltikum ist die umgebende höhlenreiche, als Regionalpark erschlossene Seenlandschaft. Stadt- und Brauereiführungen: TIC | Vytauto 27 | Tel./Fax 450/33496 | www.birzai.lt

Ziele in der Umgebung

Žemaitija

Nemunas-Delta-Regionalpark

Memelland-Romantik pur. Üppige Niedermoorwiesen und Fischerdörfer prägen das weite Delta des Nemunas, des Memelstroms, der sich kurz vor Erreichen des Kurischen Haffs in sechs Nebenarme teilt. Sehenswert sind das Inselstädtchen Rusnė (Ruß) mit seiner Backsteinkirche und das malerische Haffdorf Mingė (Minja) - etwas übertrieben auch „litauisches Venedig“ genannt, weil der Fluss hier so etwas wie die Dorfstraße ist und die etwa 150 Ew. mehr Boot als Auto fahren.

Kretinga

In der geschichtsträchtigen Burgstadt (20000 Ew.), 11 km östlich von Palanga, steht ein Schloss, zu dem eine wundervolle Orangerie gehört. Mehr als 150 tropische Pflanzenarten gedeihen in dem Gewächshaus. Der wohltätige Graf Tiškevičius ließ es 1874 bauen. Im Schloss gibt es das stilvolle Café Pas grafą („Zum Grafen“ | Mo geschl.) und ein Heimatmuseum (Di-So 10-18 Uhr). Sehenswert ist auch das Ensemble der prachtvollen Maria-Verkündigungskirche von 1617 mit dem Franziskanerkloster nebenan. Im Park unterhalb des Klosters entspringt in einer Grotte eine Quelle, ihr werden seit Jahrhunderten Heilkräfte nachgesagt.

Orvydas' Garten/Orvydų Sodyba

Das „Absurditätenmuseum“ der Steinmetzfamilie Orvydas entstand als Ort des Widerstandes gegen die sowjetischen Besatzer: ein von winkligen Gassen und Wegen durchzogenes Labyrinth aus Grabsteinen, Findlingen, Marienbildern, Kruzifixen und behauenen Baumstämmen. Mehrfach versuchten Moskaus Statthalter, diese nationale Kultstätte räumen zu lassen. Erst nach einem Besuch Michail Gorbatschows 1980 auf dem Hof hörten die Repressalien auf. | Hinter Salantai in Richtung Plungė abbiegen, bis Gargždelė fahren | Tel. 445/58719 | Di-So 8-18 Uhr

Žemaitija-Nationalpark

Ein Mosaik aus weiten Wäldern und Hügelketten, 65 Flüssen und 27 kristallklaren Seen: Litauens jüngster Nationalpark, 30 km nordwestlich von Telšiai, ist ein Mekka für Naturfreunde, Radwanderer und Taucher. Im Park gibt es mehrere Ferienzentren mit guten Übernachtungsmöglichkeiten. Zentrum des Parks ist das Dorf Plateliai, in dem Sie auch die Touristinformation finden (Didzioji 8 | Tel. 448/49231 | Fax 49337). Bei Plokštinė hat man einen Atomraketenbunker in ein Museum verwandelt. Bis 1987 steckten in den 27 m tiefen Schächten russische Thermonuklearraketen (Mai-Sept. Di-So 9-17 Uhr).

Ziele in der Umgebung

Kurische Nehrung

Naglių-Reservat

Fast 10 km ziehen sich die „toten Dünen“ (kupsten) südlich von Juodkrantė hin, doch nur ein Bohlenweg führt hinein: quer durch das streng geschützte Reservat auf den 53 m hohen Naglių kopa, den Neegelnschen Berg, unter dem das Dorf Neegeln begraben liegt. Ein bizarres Stück Nehrung. Rastplatz bei Kilometer 31, gut ausgeschildert

Reiherberge/Garnių kalnai

600 Graureiher- und 1500 Kormoranenpaare nisten gesellig in einer der größten derartigen Vogelkolonien Europas kurz hinter Juodkrantė in Richtung Nida. | Aufstieg rechts der Straße zu einem Beobachtungspunkt

Smiltynė

Der nördlichste Ort der Nehrung, das ehemalige Sandkrug 18 km von Juodkrantė, entstand aus einer kar-čiama, einer Kneipe - eben dem Sandkrug. Schon 1429 wird der erstmals erwähnt. Ein nachgebautes Fischerdorf lässt heute noch gut das karge Nehrungsleben vor 150 Jahren nachempfinden. Wenn Sie sich über die einzigartige Flora und Fauna der Nehrung informieren wollen, besuchen Sie das Nationalpark-Museum (Kuršių nerijos gamtos muziejus ekspozicija) | Smiltynės 11 | Mai-Okt. Di-Do 11-18 Uhr). Im Infozentrum nebenan (Tel. 46/402257 | www.nerija.lt) organisiert man auch Exkursionen und Führungen.

Preila

In dem verträumten Haffdorf, 16 km nördlich, hat man das Gefühl, einer verlorenen Zeit auf der Spur zu sein. Preila entstand erst 1843, gegründet von Fischern, deren Dorf Karwaiten im Flugsand versunken war. Im Nehrungswald zwischen Preila und Nida ist die Chance am größten, einen der auf der Nehrung lebenden Elche zu beobachten. Dort ragt auch der Wetzekrugsberg (Vecekrugo kalnas) auf, mit 67 m die höchste Düne der Nehrung.

Mit Kindern reisen

Mit Kindern reisen

AukšTaitija

Höhlenexkursion Biržai

Rings um Biržai ganz im Norden des Landes nahe der Grenze zu Lettland erstreckt sich eine im Baltikum einzigartige Kalksteinlandschaft mit vielen Höhlen, Spalten, Löchern, Kratern und unterirdischen Gängen, die zu Erkundungen einladen und für Kinder zu einem abenteuerlichen Expeditionserlebnis werden. Viele der Höhlen sind kaum zugänglich, doch einige sind leicht erreich- und begehbar, am berühmtesten ist die Kuhhöhle (Karvės ola) nahe dem Dorf Karajimiškis, mit fast 50 m Länge auch das größte der bisher entdeckten 3000 Karstlöcher. Die Höhlen entstanden durch Auswaschungen des Grundwassers in dem gipshaltigen Untergrund. In der Parkverwaltung des Biržai-Regionalparks bietet man Touren und Führungen in diese bizarre Landschaft an. | Ramunių 2 | Tel./Fax 450/34264 | reg.parkas@is.lt

Kletterpark Lokės Pėda

Ein toller Spaß für Kinder wie für Erwachsene lockt im Sommer in der Nähe der Kleinstadt Jonava (40 km nordwestlich von Kaunas): der 2006 eröffnete Abenteuerpark Lokės Pėda („Bärentatze“). Sechs Klettertrails führen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden und Höhen bis zu 15 m durch die Baumkronen und über das Flüsschen Lokys. Die Tarzan-Touren über Seile, Netze, Hängebrücken und Strickleitern sind nichts für Angsthasen, doch man ist während der Kletterei mit Seilen und Karabinerhaken gesichert - ernsthaft passieren kann also nichts. Mai-Aug. tgl. 10-22 Uhr, Sept., Oktober tgl. 10-20 Uhr | www.lokespeda.lt

Wisentreservat

Wisente, die größten Landtiere Europas, waren auch in Litauen schon lange ausgestorben, der letzte wurde 1919 erlegt. Doch Ende der 1960-Jahre hat man sie wieder angesiedelt, und aus den vier Wisenten, die man damals aus Moskau herbrachte und bei Girelė, 20 km südwestlich von Panevėžys, auswilderte, ist mittlerweile eine große Herde von mehr als 40 Tieren hervorgegangen. Im Pažiliai-Wisent-Reservat (Fax 45/589108 | krparka@panevezys.com) des Krekenava-Regionalparks kann man diese riesigen wilden Rinder auch mit Kindern gut beobachten. Die meisten der Wisente leben zwar in freier Wildbahn, aber einige werden in Gehegen gehalten und kommen auch schon mal ganz nah - vor allem dann, wenn es Futter gibt.

Zoo Kaunas/Zoologijos sodas

Obwohl es 8000 Elche in Litauen geben soll, brauchen Sie schon großes Glück, um einen der riesigen Sumpfhirsche zu entdecken, aber mitten in Kaunas wird Ihnen das ganz sicher gelingen. Der einzige Zoo des Landes liegt am Rand des Azyolonas-Parks, zu sehen sind insgesamt etwa 2000 Tiere in 269 Arten, vom Löwen bis zum Laubfrosch. Die Anlage soll schon lange renoviert werden, was sie auch bitter nötig hätte, aber bislang fehlte dazu das Geld. | April-Sept. tgl. 9-19, Okt.-März 9-17 Uhr | Radvilėnu plantas 21 | Eintritt 4 Lt., Kinder 2 Lt. | www.zoosodas.lt

Mit Kindern reisen

Žemaitija

Katzenmuseum/Katinų muziejus

In der Station Junger Naturforscher in Šiauliai haben sich Kinder für Kinder etwas Erstaunliches ausgedacht: ein Katzenmuseum, ausgestattet mit Bildern und Fotos, Büchern, Gedichten, Katzenfiguren aus allen möglichen Materialien, Katzenfutterpackungen aus aller Welt und skurrilem Nippes aus dem Leben der Stubentiger und ihrer Liebhaber. Etwa 10000 Exponate sind seit 1990 eingetroffen. | Mi-So 11-17 Uhr | Žuvininkų 18 | Eintritt 2 Lt., Kinder 0,5 Lt.

Vergnügungspark Palanga

In Litauens Strandparadies Palanga kommt so schnell keine Langeweile auf, doch für alle Fälle gibt's auch einen Vergnügungspark mit kleinen Karussells und Autoskootern. | Jūrates gatvė | Eintritt frei

Mit Kindern reisen

Kurische Nehrung

Hexenberg/Raganų Kalnas

Geister, Gnome, Wunderwesen: Ein sagenhafter Wanderweg erwartet die Kids auf dem Hexenberg in Juodkrantė. Fast hundert Schnitzfiguren aus Volksmärchen säumen den Parcours über eine alte Wanderdüne. Am Anfang steht der „Märchenerzähler“; ist dann das „Hexentor“ durchschritten, gibt's kein Zurück mehr, denn ein Rastplatz findet sich erst am „Thron des Teufels“... Ein Heidenspaß für Kinder, zumal sie auf manchem kauzigen Waldgeist herumturnen dürfen. Wer es ein bisschen gruselig mag, besucht die bizarren Märchenwesen an diesem schon seit Jahrhunderten sagenumwobenen Ort nach Sonnenuntergang in der stillen Abenddämmerung oder - noch gespenstischer - bei Vollmond. Unvergesslich schön ist auf dem Hexenberg das Johannisfest zur Sommersonnenwende. | Rėzos 46 | eine hölzerne Hexe weist den Weg

Litauisches Meeresmuseum/Lietuvos Jūrų Muziejus

Das 1866-71 erbaute Fort Kopgalis auf der Nordspitze der Kurischen Nehrung beherbergt ein landesweit einzigartiges Meeresmuseum mit Tausenden von bunten Muscheln und Schnecken, Korallen und einem großen Aquarium (31 Becken) mit Ostseefischen und ihren tropischen Verwandten, in dessen Außenanlage sich Robben und Pinguine tummeln. Jährlich kommen fast 1 Mio. Besucher in die runde Festung. Attraktion ist das Delphinarium mit über tausend Sitzplätzen, in dem Schwarzmeerdelphine und Seelöwen ihre Kunststücke zeigen (je nach Jahreszeit zwei bis drei Shows pro Tag). Pinguine, Robben und Delphine werden hier auch gezüchtet. | Mai-Sept. Mi-So 10.30-18, Okt.-April Sa, So 10.30-17 Uhr | Smiltynės 3 | südwestl. von Klaipėda | Eintritt 4 Lt., Kinder 2 Lt. | www.muziejai.lt | www.juru.muziejus.lt

Insider-Tipp

Aquapark Druskininkai

Wasserlandschaft XXL: Kein neuer Aquapark ohne Superlativ. Der in Druskininkai nennt sich gleich mal „größter in Europa“

Frank Zappa Memorial

Zappa in memoriam: Unter den vielen Denkmälern in Vilnius ist dies wohl das skurrilste

Kathedralenplatz/Arkikatedros Aikšte

Majestätische Renaissance: Litauens Großfürsten sind ausgestorben. Ihren Burgpalast in Vilnius hat man trotzdem wieder aufgebaut

Imkereimuseum/Senovinis bitininkystės muziejus

Aukštaitijas Honigwälder: Der Bienengott Babila mitten im Dorf - das gibt es nur in Štripeikiai

Teufelsmuseum/Velnių muziejus

Mit Schalk im Nacken: Im Teufelsmuseum von Kaunas steht der gehörnte Geselle nicht immer nur für das Böse

Lindenstraße/Liepų Gatvė

Klaipėdas Glocken: Das Carillonspiel der Hauptpost klingt am schönsten im Hof des Uhrenmuseums

Landungsbrücke

Sunset Pier: An Sommerabenden wird die Landungsbrücke von Palanga zum Treffpunkt der Verliebten

Kurenkähne/Kurenai

Unter kurischen Segeln: Von Bord eines Kurenkahns aus wird die Nehrung zur Kulisse einer baltischen Sommerfantasie

Trakai

Großfürstens Palastwachen: In Trakai leben Nachfahren der Karäer, einer altjüdischen Sekte von der Krim

Birštonas

Salzwasser ohne Meer: Die heilsame Wirkung der Mineralquellen von Birštonas ist belegt

Kretinga

Kretinga tropicana: Seit über hundert Jahren gedeiht in der Orangerie des Grafenschlosses von Kretinga die Blütenpracht des tropischen Urwaldes

Žemaitija-Nationalpark

Gruselbunker: In den Wäldern der Žemaitija versteckten die Sowjets ihre Atomraketen. Heute darf jeder in die Abschusssilos hinabsteigen

Preila

Scheue Nehrunger: Im Nehrungswald zwischen Nida und Preila können Sie Elche entdecken

Litauisches Meeresmuseum/Lietuvos Jūrų Muziejus

Nemos Verwandtschaft: Einst preußische Festung, heute Meeresaquarium: Im Fort Kopgalis bei Klaipėda zeigen u.a. seltene Schwarzmeerdelphine Akrobatisches

Top Highlights

Gediminas-Prospekt/Gediminos prospektas

Die Lebensader der Neuen Stadt (Lukiškes) führt von der Kathedrale schnurgerade in westliche Richtung über den Lukiškių aikštė (vom einstigen Leninplatz gingen 1991 die Bilder des gestürzten Lenindenkmals um die Welt) bis hinunter zum Parlament (Seimas) am Nepriklausomybės aikšte, dem Unabhängigkeitsplatz. Es ist die Magistrale des modernen Vilnius, Hauptgeschäftsstraße, megawestlicher Prachtboulevard, Laufsteg der Schönen und der Nachtschwärmer. Unterwegs kommen Sie am Schauspielhaus mit der ausdrucksstarken Skulptur der „Fest der drei Musen“ vorbei und kreuzen dann die Vilniaus am Savivaldybės aikštė, dem wohl belebtesten Platz der Innenstadt mit dem neuen Rathaus und dem Regierungspalast. Am Parlamentsgebäude, in dem sich auch die Martynas-Mažvydas Nationalbibliothek befindet, sollen Reste der Barrikaden die Erinnerung an die Dramatik des Januar 1991 wachhalten, als Litauen seine zurückerkämpfte Freiheit verteidigte.

Gediminas-Turm/Gedimino Bokštas

Der wuchtige Gediminas-Turm auf dem 142 m hohen Burgberg (pilies kalnas) ist das Wahrzeichen von Vilnius. Den Aufstieg lohnt allein schon der Blick, der sich vom Burgberg und noch schöner von der Plattform des achteckigen Backsteinturms auf die Dächer der Altstadt bietet. Drinnen erinnert ein Museum, das Aukštutinės pilies muziejus (Di-So 11-17 Uhr) an die Obere Burg, die hier einst stand - gegründet 1323 von Großfürst Gediminas, der Litauen mächtig und Vilnius zur Hauptstadt machte.

Gotisches Ensemble/Šv. Onos ir Bernadinų Bažnyčia

Vilnius ist eine Barockstadt, doch die schönste ihrer 42 Kirchen flammt im Rot der Backsteingotik: Die anmutige, aus 33 Ziegelarten erschaffene Annakirche ist ein Juwel spätgotischer Baukunst und sucht in Nordosteuropa ihresgleichen. Gegen die filigrane Pracht und verspielte Symmetrie ihres Westgiebels wirkt die große, 1519 erbaute Bernhardiner-Kirche nebenan schlicht und schwer. Zusammen bilden die „ungleichen Schwestern“ das berühmte Gotische Ensemble. | Maironio 8 | Annakirche: Mo-Sa 10-15 u. 17-19, So 8-13 Uhr

Pilies Gatvė

Die Burgstraße, die älteste Straße der Altstadt, verband einst die Untere Burg mit dem Marktplatz. Wunderschön restaurierte Kaufmannshäuser, verwinkelt abzweigende Gassen, mittelalterliche Hinterhöfe, Kirchen und alte Klöster laden zum Bummeln ein. Die Pilies und ihre Verlängerung Didžioji gatvė, die Große Straße, sind berühmt für ihr Kunsthandwerk, den großen Souvenirmarkt und viele Straßencafés.

Universität

Die „Alma Mater Vilnensis“, 1579 aus einem Jesuitenkolleg hervorgegangen und älteste Hochschule des Baltikums, ist eine Welt für sich. Der palastartige Gebäudekomplex mitten in der Altstadt verbindet Barock, Renaissance und Klassizismus und umschließt zwölf Innenhöfe. Besonders schön ist der Große Hof mit seinen offenen Arkadengängen, gerahmt von der spätbarocken Johanneskirche. Die einstige Universitätskirche mit ihrem frei stehenden Renaissance-Glockenturm, dem höchsten der Altstadt (68 m), birgt das Wissenschaftsmuseum (Mo-Sa 10-17 Uhr).

Altstadt/Senamiestis

Fast 1 km lang bummelt sich die Vilniaus gatvė als Boulevard durch die Altstadt, die in Gassen und Winkeln viel mittelalterlichen Charme bewahrt hat - gesäumt von Baukunst aus vier Jahrhunderten, antiquierten Laternen und altmodischen Telefonzellen, Geschäften, Galerien, Cafés. Am Rathausplatz ragt die wuchtige Kathedrale St. Peter und Paul auf, Litauens größte gotische Kirche. In der Vilniaus 33 residierte das Staatsoberhaupt, als Kaunas 1920-39 Hauptstadt war. Die Präsidentenstatuen im Vorgarten erinnern an diese Zeit.

Čiurlionis-Kunstmuseum/Čiurlionio dailės muziejus

Eins der größten Museen des Landes. Es zeigt 360 Gemälde und Zeichnungen des Nationalkünstlers Mikolajus Konstantinas Čiurlionis und lässt im Musiksaal eindrucksvoll nacherleben, wie das Universalgenie seine symbolistische Malerei in Klänge umsetzte. | Putvinskio 55 | Di-So 12-18 Uhr

Altstadt/Senamiestis

Wie ein Gitternetz breitet sich die denkmalgeschützte Altstadt mit ihren Gassen, Fachwerkhäusern und Speichern am Südufer der Danė aus, geprägt von 700 Jahren deutscher Geschichte. Zwischen kleinen Geschäften, Cafés und Galerien plätschert das Leben beschaulich dahin.

Botanischer Park

Litauens größter botanischer Garten, angelegt 1843, ist ein Werk des französischen Landschaftsarchitekten Edouard André. Mitten im Park steht das 1897-1902 im Stil der Neorenaissance erbaute Schloss der Grafen Tiškevičius. Es beherbergt heute das Bernsteinmuseum. Ebenfalls sehenswert: Rosarium, Orangerie und der 22 m hohe Birutė-Hügel mit einer kleinen, achteckigen Kapelle aus dem Jahr 1869.

Parniddener Düne/Parnidžio kopa

Fast 200 steile Stufen sind es hinauf zur Parniddener Düne, doch den Aufstieg belohnt ein grandioses Panorama von der Aussichtsplattform mit ihrer „verunglückten“ Sonnenuhr (ein schwerer Orkan stürzte 1999 den gerade aufgestellten steinernen Obelisken um) über die „litauische Sahara“. Weit fliegt der Blick nach Süden über das mächtigste Wanderdünenfeld Europas, die Hohe Düne (Didžioji kopa). Haff, Ostsee, Küstenwald und meilenweit Sand, pastellfarben schattiert und vom Wind in immer neue bizarre Formen geschliffen - ein Bild elementarer Kraft. Man ahnt, wie unaufhaltsam diese bleichen Ungeheuer einst über die Dörfer herfielen und 14 von ihnen verschluckten. Auch Nida, vormals Nidden, 1385 erstmals als Noyden erwähnt und damit eine der ältesten Siedlungen der Nehrung, versandete drei Mal.

Thomas-Mann-Haus/Tomo Mano namelis

Zwar sind die Kiefern inzwischen in den „Italienblick“ hineingewachsen, den Thomas Mann von seinem Arbeitszimmer aus auf Haff und Dünen genoss. Doch immer noch sind Sie dem Charme Nidas hier so nahe wie schon der Literaturnobelpreisträger, der nach einem eher zufälligen Nehrungsbesuch „von der unbeschreiblichen Eigenart und Schönheit dieser Natur so ergriffen“ war, dass er 1929 in bester Niddener Lage ein Sommerhaus bauen ließ - auf dem sogenannten Schwiegermutterberg. Das reetgedeckte Holzhaus beherbergt heute eine kulturelle Forschungs- und Begegnungsstätte mit Museum. Skruzdynės 17 | Di-So 10-18 Uhr | www.mann.lt

Trakai

Nationales Wahrzeichen. Die Inselburg Trakai im Galvė-See, 30 km westlich von Vilnius, ist die alte Haupstadt Litauens. Von hier aus regierten die Großfürsten Vytautas, Kestutis und Gediminas im 13. Jh. ihr Reich. Trakai hat jeder Litauen-Reiseanbieter im Programm, darum gibt es hier oft Gedränge - doch die einzige gotische Wasserburg Europas zu besichtigen, sollten Sie nicht versäumen. Besonders imposant sind der Wohnturm (Donjon) und der sterngewölbte Thronsaal in der fünfstöckigen Hauptburg (Palas). Ein Geschichtsmuseum nimmt die meisten Räume ein. | Di-So 10-18 Uhr

Dzūkija-Nationalpark

Tiefe Kiefern- und Fichtenwälder prägen den 1991 gegründeten größten Nationalpark Litauens (560 km²), eine stille Wildnis nahe der Grenze zu Weißrussland. Eingebettet in den Park liegen 46 Seen, etwa 30 Flüsse, denkmalgeschützte Gehöfte und Dörfer, in denen Pferdegespanne ebenso alltäglich sind wie Kräuterkunde und Imkerei. Alljährlich in der ersten Augustwoche kann man in Zervynos, Puvočiai, Lynežeris und anderen Ethno-Dörfern während der „Tage des Handwerks“ Korbflechtern, Töpfern und Leinwebern zuschauen.

Grūtas-Park/Grūto parkas

Goodbye, Genossen: Im Wald von Grūtas, 7 km östlich von Druskininkai, haben die gestürzten Götzen aus Litauens Sowjetära Asyl gefunden. Der Reigen der steinernen und bronzenen Heroen in dem 20 ha großen Skulpturenpark reicht von Marx bis Stalin, dazwischen jede Menge Lenins, KGB-Gründer Dsershinksi und etliche litauische Kommunisten. Viehwaggons, Gulag-Wachtürme und Stacheldraht schaffen makabre Lageratmosphäre. Initiator dieser Mahnstätte für die 260000 Opfer der Sowjetrepression ist Pilzzucht-Millionär Viliumas Malinauskas, dessen Vater sowie viele seiner Angehörigen in sibirischen Straflagern umkamen. Malinauskas erhielt für das Projekt 2001 den alternativen Nobelpreis. | Tgl. 9-19 Uhr | www.travel.lt/grutas

Birštonas

Schon die alten Heiden wussten um die heilsame Wirkung der Salzquellen von Birštonas. Heute ist das Städtchen (3800 Ew.) im Nemunas-Schleifen-Regionalpark, 40 km östlich von Marijampole, der nach Druskininkai beliebteste Waldklimakurort Litauens und balneologisches Therapiebad, in dessen Sanatorien Tulpė und Versmė sich im Jahr fast 20000 Kurgäste erholen. Das Versmė-Sanatorium bietet auch Touristen renovierte Zimmer (125 Zi. | Scruogo 25 | Tel. 319/65662 | www.versme.com | €€€).

Rumšiškės

Litauen im Kleinen. Im Ethnografischen Freilichtmuseum (Liaudies buities muziejus), 10 km südöstlich von Kaunas am Ufer des Stausees, sind alle Regionen mit ihren typischen Häusern vertreten. Keine Modelle, sondern aus dem ganzen Land zusammengetragen und originalgetreu wieder aufgebaut: Windmühlen, Dorfschulen, Bauernhöfe und Tagelöhnerkaten, Bienenstöcke, Backöfen. Jede Region hat ihr eigenes Dörfchen. Nehmen Sie sich für Rumšiškės einen Tag Zeit: Allein ein Rundweg durch das parkartige Gelände ist 7 km lang. Unterwegs findet sich - im Žemaitija-Dorf - ein Wirtshaus aus dem 19. Jh. mit niederlitauischer Küche. Am Wochenende oft Folklorefeste oder Kunsthandwerksmärkte. | Ostern-Okt. Di-So 10-18 Uhr. Im TIC (Nėris 4-6 | Fax 346/47392 | turinfo@takas.lt) gibt es ein sehr gutes Faltblatt.

Berg der Kreuze/Kryžių Kalnas

Der Berg der Kreuze, 15 km nördlich von Šiauliai, ist Litauens bekanntestes Nationalheiligtum: Ein Wald aus Tausenden von Kreuzen, großen und kleinen, aus allen nur erdenklichen Materialien. Wenn der Wind über den kleinen Hügel weht, klirrt, klackert, klingelt es leise, zehntausendfach. Ein Besuch beeindruckt tief. Wann die ersten Kreuze aufgestellt wurden, ist unklar. Wohl nach der blutigen Niederschlagung der Aufstände gegen den Zaren 1863. Unter den Sowjets schwoll ihre Zahl an, der Hügel wurde zum Symbol des Widerstandes gegen das verhasste Regime. Moskau ließ über 5000 der Kreuze mit Bulldozern plattwalzen, doch umso mehr stellte man auf. Bis heute kommen täglich neue hinzu. | www.lcn.lt

Nemunas-Delta-Regionalpark

Memelland-Romantik pur. Üppige Niedermoorwiesen und Fischerdörfer prägen das weite Delta des Nemunas, des Memelstroms, der sich kurz vor Erreichen des Kurischen Haffs in sechs Nebenarme teilt. Sehenswert sind das Inselstädtchen Rusnė (Ruß) mit seiner Backsteinkirche und das malerische Haffdorf Mingė (Minja) - etwas übertrieben auch „litauisches Venedig“ genannt, weil der Fluss hier so etwas wie die Dorfstraße ist und die etwa 150 Ew. mehr Boot als Auto fahren.

Orvydas' Garten/Orvydų Sodyba

Das „Absurditätenmuseum“ der Steinmetzfamilie Orvydas entstand als Ort des Widerstandes gegen die sowjetischen Besatzer: ein von winkligen Gassen und Wegen durchzogenes Labyrinth aus Grabsteinen, Findlingen, Marienbildern, Kruzifixen und behauenen Baumstämmen. Mehrfach versuchten Moskaus Statthalter, diese nationale Kultstätte räumen zu lassen. Erst nach einem Besuch Michail Gorbatschows 1980 auf dem Hof hörten die Repressalien auf. | Hinter Salantai in Richtung Plungė abbiegen, bis Gargždelė fahren | Tel. 445/58719 | Di-So 8-18 Uhr

Naglių-Reservat

Fast 10 km ziehen sich die „toten Dünen“ (kupsten) südlich von Juodkrantė hin, doch nur ein Bohlenweg führt hinein: quer durch das streng geschützte Reservat auf den 53 m hohen Naglių kopa, den Neegelnschen Berg, unter dem das Dorf Neegeln begraben liegt. Ein bizarres Stück Nehrung. Rastplatz bei Kilometer 31, gut ausgeschildert

Smiltynė

Der nördlichste Ort der Nehrung, das ehemalige Sandkrug 18 km von Juodkrantė, entstand aus einer kar-čiama, einer Kneipe - eben dem Sandkrug. Schon 1429 wird der erstmals erwähnt. Ein nachgebautes Fischerdorf lässt heute noch gut das karge Nehrungsleben vor 150 Jahren nachempfinden. Wenn Sie sich über die einzigartige Flora und Fauna der Nehrung informieren wollen, besuchen Sie das Nationalpark-Museum (Kuršių nerijos gamtos muziejus ekspozicija) | Smiltynės 11 | Mai-Okt. Di-Do 11-18 Uhr). Im Infozentrum nebenan (Tel. 46/402257 | www.nerija.lt) organisiert man auch Exkursionen und Führungen.

Hexenberg/Raganų Kalnas

Geister, Gnome, Wunderwesen: Ein sagenhafter Wanderweg erwartet die Kids auf dem Hexenberg in Juodkrantė. Fast hundert Schnitzfiguren aus Volksmärchen säumen den Parcours über eine alte Wanderdüne. Am Anfang steht der „Märchenerzähler“; ist dann das „Hexentor“ durchschritten, gibt's kein Zurück mehr, denn ein Rastplatz findet sich erst am „Thron des Teufels“... Ein Heidenspaß für Kinder, zumal sie auf manchem kauzigen Waldgeist herumturnen dürfen. Wer es ein bisschen gruselig mag, besucht die bizarren Märchenwesen an diesem schon seit Jahrhunderten sagenumwobenen Ort nach Sonnenuntergang in der stillen Abenddämmerung oder - noch gespenstischer - bei Vollmond. Unvergesslich schön ist auf dem Hexenberg das Johannisfest zur Sommersonnenwende. | Rėzos 46 | eine hölzerne Hexe weist den Weg

Druskininkai


Auftakt

Was für ein Land!

Die größte der drei baltischen Republiken ist ein Land von bezaubernd sanfter Schönheit. Tiefe Wälder, Tausende Seen und Flüsse und die typisch baltische Weite prägen seine Natur. Und wer hat nicht schon von der legendären Kurischen Nehrung gehört? Ganz anders Litauens Hauptstadt: vital, selbstbewusst, europäisch. In Vilnius prallen Welten aufeinander. Eine der schönsten Altstädte Europas, geschichtsträchtig und mit Baukunst von Gotik bis Barock beinahe überfüllt, kontrastiert mit den Glasfassaden und Shoppingcentern des modernen Hightechlebens. Mittendrin: eine exzentrische Künstlerrepublik. Typisch Litauen.

Eine halbe Autostunde nördlich von Vilnius, nahe dem Dörfchen Purnuškės, ragt ein runder Hügel aus der Ebene, der alte Burgberg Bernotai. Ein Pfad schlängelt sich hinauf zu einer Marmorsäule, unter der in einer Windrose zwei Koordinaten stehen: 54° 54' nördlicher Breite und 25° 19' östlicher Länge. Der schlichte Punkt spielt eine große Rolle: Er ist die geografische Mitte Europas.

Mancher blickte verwundert auf, als französische Kartografen 1989 den Kontinent per Computer neu vermaßen und die Achsen Gibraltar-Ural und Nordkap-Kreta sich ausgerechnet in Litauen schnitten. So sehr hatte der Eiserne Vorhang das europäische Bewusstsein verschoben, dass der Westen erst allmählich zu bemerken beginnt, welch erstaunliche Entwicklung die Baltenrepublik seit ihrer wiedererkämpften Unabhängigkeit 1991 genommen hat. Doch spätestens seit dem 1. Mai 2004 ist das freie, demokratische Land mit seiner Vielvölkergeschichte nun in die westliche Staatenfamilie zurückgekehrt: Ihren EU-Beitritt feierten die Litauer mit einem Riesenfeuerwerk auf dem Kathedralenplatz in Vilnius und knipsten um Mitternacht alle Lichter des Landes an, damit man ihre Republik noch aus dem Weltall wahrnehme - vor allem die russischen Kosmonauten...

Die größte und bevölkerungsreichste Republik des Baltikums (65300 km², 3,5 Mio. Ew.) ist ein Land von sanfter Schönheit. Es hat weder Gebirge noch spektakuläre Baukunst, wie überhaupt die Extreme fehlen - es ist die faszinierende Vielfalt, landschaftlich und ethnisch, mit der sich Litauen seinen Besuchern empfiehlt. Da ist Vilnius, die multikulturelle Metropole mit ihrer Altstadt, in der sich nahezu alle Baustile Europas finden: Gotik, Renaissance, Klassizismus und überall rauschender Barock. Kaunas, zweitgrößte Stadt des Landes, steht als Wiege der nationalen Kultur und Kunst für Museen, modernes Theater, für Jazz und die legendären Sängerfeste. An der Ostsee lockt die Kurische Nehrung mit ihren malerischen Fischerdörfern und den höchsten Wanderdünen Europas. Die Unesco hat dieses Naturwunder zum Welterbe erklärt.

Die Nehrung ist zudem einer von fünf Nationalparks, mit denen der litauische Staat seinen größten Bodenschatz bewahren will: die Natur. Das Land hat 4000 Seen und Hunderte Flüsse, eingebettet in Landschaften von einer stillen, kaum berührt scheinenden Weite, wie sie in Westeuropa längst der Zersiedlung zum Opfer gefallen ist. Eine Fahrt durch Litauen ist eine geruhsame Reise durch ein hügeliges Mosaik aus Wiesen, Feldern, Mooren und Wäldern.

Der Wald ist Litauens Mythos, zu ihm haben die Menschen selbst in der modernen Zeit ein geradezu religiöses Verhältnis. Die Natur zu verehren ist Teil einer Identität, in der die alte heidnische Prägung fortlebt. Die Litauer waren die letzten Heiden Europas. Erst im 14. Jh. ließen sie sich taufen, und auch das nicht freiwillig: Großfürst Jogaila heiratete die polnische Thronfolgerin, Litauen wurde katholisch und verschmolz mit Polen für mehr als 400 Jahre zu einer Union.

Ihre Eigenständigkeit haben die Litauer sich dennoch bewahrt. Selbst während der schlimmen Knechtschaft, die ab dem 18. Jh. aus dem Osten über das Land hereinbrach - erst mit den russischen Zaren und dann, nach einem kurzen Frühling wiedererlangter Souveränität zwischen den Weltkriegen, durch die Sowjetunion. Die Wunden der „Okupacija“ sind längst nicht vernarbt. Das kollektive Trauma, das KGB-Terror und jahrzehntelange Entmündigung hinterließen, wirkt immer noch nach.

Doch die katholisch-konservativen Litauer prägt auch ein Bedürfnis nach Aussöhnung und Toleranz, und so ist das Verhältnis zu den im Land lebenden Russen heute viel besser als bei den baltischen Nachbarn. Nun ist man frei und blickt nach vorn: Vor der weltweiten Finanzkrise boomte die Wirtschaft, der Handel blühte, postsozialistische Wachstumskrisen schienen überwunden. Die Hauptstadt Vilnius hält, was elegante Läden und Restaurants angeht, dem Westvergleich längst stand.

Auch die Jugendlichen, die cool durch die Citypassagen von Vilnius, Kaunas oder Klaipėda flanieren, unterscheiden sich äußerlich nicht von ihren Altersgenossen im Westen. Trotzdem sind sie anders. Das alte Brauchtum des Landes lebt weiter in seinen Kindern, die so gern Volkslieder singen wie ihre Eltern und an Mittsommer zu Tausenden in freier Natur Sonnenwende feiern. Dass zu Trachtentänzen Handys klingeln und Digitalkameras blitzen, wen stört's? Dancefloor, Jazz und Sängerfeste: In Litauen geht das gut zusammen.

Europäisch denken und eigene Traditionen wahren, das ist auch das Markenzeichen einer selbstbewussten Generation gut ausgebildeter, mehrsprachiger, nicht mehr sowjetisch verbogener Mittdreißiger, die sich in der Metropole Vilnius etabliert. Sie sind die Aufsteiger, besetzen mit ihren Laptops und Maßanzügen immer mehr Spitzenpositionen, auch in den über 3000 internationalen Firmen, die inzwischen im Land investieren.

Doch das litauische Turbowirtschaftswunder hat auch seine Schattenseiten. Das Wir-Gefühl der alten Zeit ist einer Ellbogengesellschaft gewichen, in der 10 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben. Betroffen sind vor allem ältere Menschen, die mit umgerechnet 180 Euro Rente einfach nicht zurechtkommen. Auf dem Land grassiert Arbeitslosigkeit. Krasse soziale Brüche und das Trauma der Sowjetdekaden entladen sich in Alkoholismus und Depressionen: Litauen hat eine der höchsten Selbstmordraten der Welt. Einen Ausweg suchend, verlassen viele Litauer ihr Land. Seit 1989 hat die kleine Republik fast 350000 Ew. verloren. Seit die EU sich öffnet, gehen wieder Tausende auf Arbeitssuche - gen Westen. Litauen ist auch ein Land im Umbruch und noch dabei, sich wiederzufinden.

Die einen verlassen Litauen auf der Suche nach Zukunft, andere kommen, weil sie Ferienziele jenseits ausgetretener Wege suchen: Mehr und mehr Urlauber entdecken das Baltikum. Touristische Tops sind natürlich Vilnius und die Kurische Nehrung. Doch auf den Spuren einer verlorenen Zeit gibt es auch im Binnenland eine Menge zu entdecken. Litauen ist ein großes Freilichtmuseum, eine bäuerlich geprägte, weite Naturlandschaft abseits aller Hektik mit 30 Regionalparks und vielen Zeugnissen baltischer Völkergeschichte. Der größte Reichtum des Landes sind und bleiben seine Natur und seine gastfreundlichen Menschen. Das wird jeder Besucher spüren und sicher um manches reicher zurückkehren aus der fast tausendjährigen Baltenrepublik, die nun wieder in der Mitte Europas liegt.

4400-2500 v. Chr.

Nomaden aus dem Schwarzmeergebiet dringen bis zur Ostsee vor, das Volk der Balten entsteht

1009

Erste Erwähnung Litauens (Lituae) in den Quedlinburger Annalen

1251

Mindaugas vereint sieben Kleinfürstenstämme und wird König Litauens

1316

Litauens Heldenzeitalter bricht an. Unter Gediminas, Algirdas und Vytautas dem Großen wächst das Großfürstentum bis 1430 zu einem der mächtigsten Staaten Europas

1569

Union von Lublin. Polen und Litauen verschmelzen zur „Republik der zwei Nationen“

1795

Dritte polnische Teilung. Die litauischen Gebiete fallen an Russland

16. Februar 1918

Unabhängigkeitserklärung der Republik Litauen

1939/40

Hitler-Stalin-Pakt. Litauen wird sowjetrussisch

1941-44

Deutsche Okkupation. 230000 litauische Juden fallen dem Holocaust zum Opfer

1944/45

Litauen wird wieder sowjetisch, Massendeportationen beginnen

1990

Parlamentspräsident Vytautas Landsbergis ruft am 11. März die Wiederherstellung der Unabhängigkeit aus

13. Januar 1991

Blutsonntag. Sowjetische Spezialeinheiten besetzen den Fernsehturm in Vilnius, dabei kommen 14 unbewaffnete Verteidiger ums Leben

1993

Die letzten russischen Soldaten verlassen das Land

2004

Litauen wird Mitglied der Europäischen Union

Handeln statt reden

Reisen bereichert und verbindet Menschen und Kulturen. Jedoch: Wer reist, erzeugt auch CO2. Dabei trägt der Flugverkehr mit bis zu 10 % zur globalen Erwärmung bei. Wer das Klima schützen will, sollte sich somit nach Möglichkeit für die schonendere Reiseform (wie z.B. die Bahn) entscheiden. Wenn keine Alternative zum Fliegen besteht, so kann man mit atmosfair handeln und klimafördernde Projekte unterstützen.

Vom Wilnaer Ghetto blieb kaum eine Spur

Vokiečių gatvė, die „Deutsche Straße“, galt bis ins 20. Jh. hinein als die Hauptgeschäftsstraße der Altstadt. Hier lebten vor allem jüdische Händler und Handwerker. Mit der deutschen Besatzung brach der Holocaust über diese Welt herein: Die Nazis errichteten Anfang September 1941 beiderseits der Deutschen Straße zwei Ghettos, in denen sie bis zu 40000 Juden zusammenpferchten. Die etwa 11000 Bewohner des sogenannten Kleinen Ghettos ermordeten sie schon wenige Wochen später. Am 23. September 1943 wurde auch das Große Ghetto liquidiert und fast alle Insassen in KZs deportiert. Derzeit wird mit großem Kostenaufwand (rund 40 Mio. Euro) ein Teil des alten jüdischen Viertels restauriert. Wieder aufgebaut werden sollen die Große Synagoge und etwa 30 Häuser unter anderem in der Žydų gatvė und der Rūdninkų gatvė. www.yiddishvilnius.com, www.litjews.org

www.litauen.blogspot.com

Das Forum von Infobalt diskutiert aktuelle Litauen-Themen. Viele Infos zu Szene und Gesellschaft, auch zu politischen Hintergründen; Literatur- und Veranstaltungstipps.

http://ipod.wcities.com/city/vilnius

Vilnius-Tipps: Konzerte, Veranstaltungen, Shopping, die neuesten Trend-Bars und Sehenswertes zum Download auf den iPod.

www.podcast.de/sendung/300268/Siesta_-_06.03.2007

DRS 1 zeigt die dunkle Seite von Vilnius, steigt hinab in die Katakomben der Stadt, wo Opfer von Kriegen und Pest begraben liegen (in Schweizerdeutsch).

http://blog.litauen-info.de

Der Blog des Litauen-Insiders Hans Joachim Kaiser (litauen-indo.de) mit einem informativen Themenmix aus aktuellen News, Infos und Kuriositäten über die größte baltische Republik.

www.baltikum.podspot.de/rss

24 kurze Episoden stellen in der ansprechenden Form eines Adventskalenders ungewöhnliche traditionelle Bräuche, Lieder und Speisen auch aus Litauen vor.

www.trumix.com/podshow/1881686

Genau 413 Eindrücke hat Andrea W. auf ihrer Reise durch Litauen gesammelt.


Für den Inhalt der Blogs & Podcasts übernimmt die MARCO POLO Redaktion keine Verantwortung.

Litauische Claviere

Erzählungen aus dem Memelland der 1930er-Jahre von Johannes Bobrowski, feinsinnig, behutsam, melancholisch.

Die Straße von Wilna

Eine zärtlich-poetische Hommage des litauisch-polnischen Literaturnobelpreisträgers (1980) Czeslaw Milosz an Vilnius, die Stadt seiner Jugend.

Litauen

Claudia Sinnigs literarischer Reisebegleiter spannt den Bogen von Texten junger litauischer Autoren bis zu Reisenotizen großer Schriftsteller.

Leben für Litauen

Eine sehr persönliche politische Bilanz von Kazimiera Prunskiene, Chefin der ersten frei gewählten Regierung Litauens.

Before Flying Back To Earth

Arunas Matelis begleitete einen krebskranken Jungen in einer Vilniusser Klinik wochenlang mit der Kamera. Preisgekrönter, bewegender Film über die Liebe zum Leben (D/L 2005).

Memelland

Volker Koepp und Kameramann Thomas Plenert bereisten das litauische Ufer des großen Stromes. Die Menschen im Film erzählen von ihrem Leben in dieser Grenzregion, vom Ende des Krieges, von der Sowjetzeit und von der Gegenwart - aber auch von der einzigartigen Natur, die sie umgibt (D 2008). Sehenswert vom selben Autor ist auch „Kurische Nehrung“ (2000).


Szene

Trend Guide Litauen

Die heißesten Entdeckungen und Hotspots! Unser Szene-Scout zeigt Ihnen, was angesagt ist

Claudia Sinnig

Als Mitbegründerin der Lithuanian Review, der ersten unzensierten englischen Zeitung in Litauen, ist sie immer am Puls der Zeit. Die freie Autorin und Übersetzerin ist von Litauens Schönheit, Dramatik und Vielfalt begeistert. Gerne lässt sie sich von den malerischen Innenhöfen und der lebendigen Musikszene inspirieren. Vor Kurzem erschien ihr Buch „Litauen. Ein literarischer Reisebegleiter“.

Outdoor-Fitness

Sportlich gesehen zieht es die Einwohner Litauens ins Freie. Kombis aus Outdoorsport und Abenteuer stehen hoch im Kurs. Die Fallschirmspringer des Dariaus ir Girėno Aeroclub stürzen sich in 3100 m Höhe aus einer Antonov An-2 in die Tiefe. Im freien Fall bleiben 40 Sekunden Zeit für Kunst- und Formationsflug, bevor sich bei 200 km/h der Schirm öffnet (Lakūnų 1 | Kyviškės | 160-170 Lt. | www.dropzone.lt). Hotspot der Scubadiver sind die 32 Seen rund um Trakai. Im Galvė-See finden Taucher versunkene Schätze im Schlamm (Firma Diugonis | Matulaičio 7-38 | Vilnius | www.scubadiving.lt). Ein Name, der Erwartungen weckt: In der Nuotykių akademija - Akademie der Abenteuer - geht's rasant zur Sache. Mit dem Hundeschlitten jagen die Fahrer über die Weiten des Naturparks Neris. Dabei werden Kraft und Ausdauer trainiert (Žalgiris | Kreis Vievis | www.nuotykiuakademija.lt).

Groove und Glanz

Ausgediente Bunker und alte Fabriken - die Nachtschwärmer lieben Locations, in denen sich Geschichte mit Gegenwart verbindet. Um im Gravity zu feiern, müssen die Gäste erst zwei Panzertüren eines Bunkers passieren. Dahinter erwartet sie ein in sattes Rot getauchter Club, der schon Preise wie Club of the Year und Design of the Year abgeräumt hat (J. Jasinskio 16, Vilnius, www.clubgravity.lt). Das Woo in einem alten Fabrikgebäude ist der Indie-Club der Szene. Schmale Metalllampen, die an langen Kabeln von der Betondecke hängen, zeugen noch vom alten Industriecharme (Vilniaus 22, Vilnius, www.woo.lt). Die Litauer haben nun auch das Pacha für sich entdeckt. An Wänden glitzern Discokugeln zwischen weißen Stoffbahnen. Der Ritterschlag für die junge Clubszene (Gynėjų 14, Vilnius, www.pachavilnius.lt).

Im Fokus: Folk

Litauens Musiker kombinieren Folkmusik mit Jazzklängen und Elektrobeats. Das Musikprojekt Bango collective von Paulius Kilbauskas (www.myspace.com/dublicate) machte den Anfang. Der Musiker und Producer mixt Elektrobeats zum Folkgesang des Roma-Sängers Bango. Das Projekt gilt als der osteuropäische Buena Vista Social Club (www.myspace.com/bangocollective). Die Folkrockband Žalvarinis knüpft daran nahtlos an, und ihre Fans tanzen zu alten Volksliedern mit dem Sound von Heavy Metal und Progressive Rock (www.zalvarinis.lt). Geniale Kooperation: Das im In- und Ausland beliebte Vilnius Jazz Quartett arbeitet mit der Volksmusikkapelle Sutaras zusammen. Das Resultat: Saxophone im Einklang mit Panflöte und Tamburin (www.sutaras.lt).

Ironic Design

Die Modeszene will sich selbst nicht zu ernst nehmen, und die Designer kreieren Fashion mit einem Schuss Ironie. Daiva Urbonavičiūtė, die litauische Vivienne Westwood, kombiniert Harlekin-Pumphosen zum Glamouroutfit. Bei ihren Modeschauen werden die Models auch schon mal in Einkaufswägen über den Laufsteg geschoben (Stiklių 6, Vilnius, www.zoraza.com). Sufle, eine Gruppe unabhängiger Designer, provoziert mit Pop-Accessoires und lässt z.B. rote Plastikfrösche an Halsketten baumeln (Stiklių 7, Vilnius, www.sufle.lt). Ramunė Piekautaitė entwirft zarte Mode für toughe Karrierefrauen (Didžioji 20, Vilnius, www.ramunepiekautaite.com).

Event Chocolate

Schleckermäuler wollen mehr! Im Schokoladen-Haus Šokolado namai sind neugierige Naschkatzen nicht nur bei der Herstellung live dabei, es darf auch probiert werden. Highlight sind die Schokofiguren: Was vorher nur flüssige Kakaomasse war, wird hier zu einem Pinguin, Frosch oder Buddha (Trakų 13, Vilnius, www.chocolade.lt). Das süße Extra in der Schokomanufaktur AJ Šokoladas ist der Love-Mail-Service. Verliebte können ihren Angebeteten schokoladige Geschenke mit persönlichem Brief im Shop hinterlassen. Der Schwarm wird dann per Mail über die süße Überraschung informiert (Gedimino 46, Vilnius, www.ajsokoladas.lt).

Asia-Wellness

Trotz Tausenden von Kilometern Entfernung: Asien liegt mitten in Litauen! Thai-Wellness hält Einzug, und trendbewusste Saloninhaber platzieren neben der Massageliege Buddha und Lotusblüten. Im East Island sind Ingwer-Peeling oder Bananen-Jasmin-Maske die Aromaknüller und fernöstliche Steinskulpturen und leise Musik Relaxgaranten (Didžioji 40, Ecke Šv. Kazimiero 2, Vilnius , www.east-island.lt). Im Nuad Thai schmelzen während der Sumer-Tiuch-Sliming-Massage die Pfunde. Ayurvedische Öle entziehen dem Körper Gifte und Fett (Didžioji 20, Ecke Savičiaus 1 ,Vilnius, www.nuadthai.lt). Im Idzumi erhalten die Besucher Treatments nach japanischer Lehre (Sporto 12, Vilnius, www.idzumi.lt).

Echt handgemacht

Gleichzeitig zum Fortschritt wächst die Rückbesinnung auf die gute alte Zeit und Produkte aus des Meisters Hand: Bei Amatų gildija wird die Töpferscheibe mit dem Fuß betrieben, und Keramiken werden nach traditionellen Methoden lackiert und gebrannt (Pranciškonų 6 ,Vilnius, www.amatugildija.puslapiai.lt). Uralte Vorbilder stehen den Handwerkern des Black Ceramics Centre Pate. Das Resultat sind tiefschwarze Unikate. Die Farbe kommt vom Eisen im Ton und macht die Gefäße nahezu wasserdicht (Molio Laumė, Naugarduko 20, Vilnius, www.ceramics.w3.lt). In der Manufaktūra Jūratė werden die Stoffe für Tisch- und Bettdecken noch mit der Hand gewebt. Das Design: schlicht und schnörkellos (Didžioji 20/1 ,Vilnius, www.jurate.eu).

Innenhof-Restaurants

Neue Funktion für alte Hinterhöfe: Frisch renoviert ziehen Restaurants in abgelegene Innenhöfe und versteckte Altstadtwinkel ein. Durch einen alten Torbogen gelangt man ins Blusynė. Der Name heißt übersetzt Floh, wie der Hund des Wirtes, und beschreibt exakt die Größe des Ladens. Der ist winzig und heiß begehrt. Dafür ist die Weinkarte groß und Barolo, Amarone und Co. vom Feinsten (Savičiaus 5, Vilnius, www.blusyne.lt). Das italienische Restaurant Fiorentino liegt in einem der schönsten Innenhöfe der Stadt. Die Gäste genießen ihr Essen unter steinernen Arkaden und nehmen später ein Glas Wein unter freiem Himmel zu sich (Universiteto 4 , Vilnius). Das Restaurant Saint Germain liegt in einer romantischen Altstadtecke, und die Outdoor-Plätze sind im Sommer die besten. Unbedingt einen Blick auf die Steinbögen und Fresken im Inneren werfen (Literatų 9/32 ,Vilnius, www.vynine.lt).


Stichworte

Marktwirtschaft und Heidenkult

Auf dem Weg in das moderne Europa sucht Litauen halt in der Kraft seiner Traditionen

Alter Wortschatz

Litauisch ist ein lebendes Fossil. Keine andere Sprache Europas überstand die Zeiten so unverändert. Gemeinsam mit dem Lettischen zur fast ausgestorbenen baltischen Sprachenfamilie gehörend, steht Litauisch der indoeuropäischen Ursprache Sanskrit am nächsten. Für Ausländer oft ein Buch mit sieben Siegeln: So viele Fälle hat die altertümliche Sprache nämlich, dazu eine Lautstruktur aus 59 Phonemen und weitere Tücken, an denen selbst Begabte verzweifeln.

Baltischer Tiger

Litauens Wirtschaft steuert Kurs West. Den Übergang vom Sowjetdirigismus zur Marktwirtschaft hat die Baltenrepublik gut gemeistert: Die Betriebe sind größtenteils privatisiert, die Dienstleistungsbranche erwirtschaftet mittlerweile zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts (BIP 2007: 40,8 Mia. Euro); in der Außenhandelsbilanz entfällt heute die Hälfte der Exporte auf EU-Länder. Acht Freihandelszonen und ein 2006 erstmals aufgelegtes staatliches Förderprogramm sollen weitere Investoren ins Land holen.

Basketball

Auf dem Basketballfeld mischt Litauen in der Weltliga mit. Dreimal holte die kleine Baltenrepublik schon Olympiabronze, Spiele des Nationalteams sind echte Straßenfeger, und in jeder Kneipe, die etwas auf sich hält, laufen dann die Live-Übertragungen. Bei großen Siegen fällt das sonst so stille Land in einen kollektiv-patriotischen Freudentaumel: Litauens Nationalsport steht im Rang einer Religion. Die Fliegerlegende Steponas Darius brachte das Korbballspiel in den 1920er-Jahren aus den USA mit und machte es so populär, dass Litauen schon 1937 zum ersten Mal Europameister wurde. In den Zeiten der Sowjetunion stellten baltische Zweimetermänner die Hälfte der Landesauswahl. Auch heute zählen Clubs wie Žalgiris Kaunas zu den internationalen Tops. www.zalgiris.lt

Čiurlionis, der Musikmaler

Mikajolus Konstantinas Čiurlionis (1875-1911) ist nur 36 Jahre alt geworden, doch sein Name leuchtet in der litauischen Nationalkultur als heller Stern. Als Komponist und Maler prägte Čiurlionis die Kunst seines Landes wie kein Zweiter. Der „Christoph Kolumbus der Kunst“ (Romain Rolland) verwob die Gesetze der Musik mit denen der Malerei, schuf in seinen Werken einander durchdringende Ebenen von meditativer Symbolkraft, in denen er einem ewigen Thema folgt: dem universalen Ganzen von Mensch und Natur.

Jerusalem des Nordens

Als die deutsche Wehrmacht am 24. Juni 1941 Vilnius besetzte, begannen SS-Einheiten schon am Tag darauf mit der Menschenjagd. In keinem anderen Land setzten sie ihren Vernichtungsfeldzug gegen die Juden so brutal um: Von den 250000 litauischen Juden überlebten nur wenige Tausend, 94 Prozent der jüdischen Bevölkerung wurden von Hitlers Schergen ermordet. Mit dem Holocaust erlosch eine jahrhundertealte Kultur, die Vilnius einst den Beinamen „Jerusalem des Nordens“ eingebracht hatte. Schon 1545 war dort die erste Synagoge gebaut worden. Im 18. Jh., einer Blütezeit der jüdischen Kultur, war fast die Hälfte der Einwohner Juden, sie nannten ihre Stadt Vilne und sich selbst Litvaken. Aus Vilne stammte Jascha Heifetz, einer der berühmtesten Geiger des 20. Jhs.

Minderheiten

Im Gegensatz zu Lettland und Estland stellen die Litauer in ihrem Land mit 82 Prozent die große Mehrheit der Bewohner. Das erleichtert besonders das Zusammenleben mit den zu Sowjetzeiten in das Land gekommenen 300000 Russen (knapp 8 Prozent Bevölkerungsanteil). Man liebt sich nicht gerade, aber man toleriert und achtet sich, und wie allen Minderheiten sind auch den Russen und den rund 260000 Polen im traditionell multiethnischen Litauen demokratische Rechte gesetzlich garantiert.

National Symbol

Gelb, grün, rot - das sind die Farben Litauens. Gelb steht für die Sonne, grün für die heilige Natur des Landes, rot für das Blut, das die Litauer im Kampf um ihre Freiheit vergossen. Seinen Ursprung hat so viel Pathos in der Nationalbewegung des frühen 19. Jhs. Doch es sollte bis zum 1. Januar 1919 dauern, ehe die Flagge erstmals als offizielles Symbol der jungen Republik Litauen gehisst wurde. Die Sowjets verboten die Fahne schon 1940 wieder. Erst im Tauwetter der Perestrojka errangen sich die Litauer ihr Symbol zurück. Seit dem Herbst 1988 weht sie wieder über dem Gediminas-Turm in Vilnius. Die Trikolore hat sogar einen eigenen Feiertag: den 1. Januar.

Pilze

Der Pilzreichtum der litauischen Wälder ist legendär. Man könnte das Waldgemüse beinahe schon als einen Bodenschatz des Baltenlandes bezeichnen - immerhin hat es der findige Unternehmer Viliumas Malinauskas mit dem Export von Pilzen zum Millionär gebracht. Vor allem in den tiefen Wäldern der Dzūkija sprießen im Herbst derart viele Steinpilze und Pfifferlinge, dass das halbe Land in einer Art nationalem Sammelfieber zur Ernte anrückt. Dann bieten regionale Reisebüros Pilz- und Beerentouren an, Hotels werben mit speziellen Wochenendangeboten um sammelleidenschaftliche Gäste, denn die „stille Jagd“ mit gesenktem Kopf ist in Litauen Volkssport.

Romuviai

In einer Zeit des Wertewandels kommt der pantheistische Glaube der alten Baltenvölker wieder zu Ehren, und die Romuva-Bewegung, die sich einer Naturreligion verschrieben hat, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Die Bewegung wurde 1967 von Jonas Trinkunas an der Universität Vilnius gegründet. Heute hat sie offiziell zwar nur einige Hundert Mitglieder, die Zahl der Anhänger des alten Glaubens an den Donnergott Perkunas und seine Kollegen geht aber in die Tausende. Besonders junge Leute versammeln sich gern an den heidnischen Heiligtümern wie dem Berg Rambynas am Nemunas-Strom. Manche pilgern gar alljährlich nach Romowe: Der sagenumwobene, im 13. Jh. von den Kreuzrittern zerstörte Haupttempel befand sich am Oberlauf des Pregel (Kaliningrader Gebiet).

Sängerfeste

Das Singen haben die Litauer im Blut. Am größten Weltsängertreffen, alle vier Jahre in Vilnius (nächstes Mal 2011) unter einem Lebensbaum stattfindend, nehmen über 30000 Sänger teil, darunter viele Exil-Litauer. Alle Sängerfeste sind ein Kulturereignis nationalen Ranges.


Feste und Events

Festivals: von Jazz bis Folklore

Litauer feiern gern - ihre Freiheit, christliche Feste und heidnische Bräuche

Es lebe die Freiheit, die Flagge, die Nation: Die Litauer sind so stolz auf ihre wiedergewonnene Unabhängigkeit, dass Außenstehenden schon mal der Überblick schwer fällt ob der vielen patriotischen Gedenktage. Am beliebtesten sind in der katholischen Baltenrepublik natürlich nach wie vor die traditionellen christlichen Feste. Höher denn je im Kurs steht aber auch die heidnische Folklore, allen voran die Sonnenwendfeiern an Johanni.

Neben den nationalen und religiösen Feiertagen bietet Litauen vor allem im Sommer eine Vielzahl an regionalen kulturellen und sportlichen Events - vom legendären Kaunas-Jazz über Heißluftballon-Wettbewerbe bis zum Thomas-Mann-Festival auf der Kurischen Nehrung. Ausführlich und aktuell informieren darüber diverse Litauen-Portale im Internet, z.B. www.litauen-info.de.

1. Januar

Neujahr und Tag der Staatsflagge

13. Januar

Gedenktag an die Verteidiger der Freiheit

16. Februar

Unabhängigkeitstag

11. März

Tag der wiedererlangten Souveränität

März/April

Karfreitag

24. Juni

Mittsommer (Jonines)

6. Juli

Tag des Staates (Krönungstag Mindaugas')

15. August

Mariä Himmelfahrt

8. September

Tag der Nation

23. September

Gedenktag für die Holocaust-Opfer

25. Oktober

Tag der Verfassung

1. November

Allerheiligen (Velines)

25./26. Dezember

Weihnachten

Februar

Fasching (Užgavėnės): Karnevalistische Umzüge; als Teufel und Dämonen verkleidete Maskenträger ziehen landesweit von Haus zu Haus. Am Tag vor Aschermittwoch wird „Morė“, eine den Winter symbolisierende Lumpenpuppe, öffentlich verbrannt.

März

Den Namenstag des hl. Kasimir, Litauens Schutzpatron, feiert Vilnius mit einem großen Kunsthandwerksjahrmarkt, zu dem aus dem ganzen Land Tausende in die Hauptstadt kommen (14. März).

April

Tag der Streiche: scherzhaft schriller Nationalfeiertag in der „Freien Republik Užupis“ (www.uzupis.com), dem alternativen Künstlerviertel von Vilnius (1. April).

Mai

Folklorefestival „Skamba Skamba Kankliai“ („Es klingen und klingen die Zithern“) in Vilnius (letztes Wochenende im Mai). Dreiwöchiges Internationales Theaterfestival in Vilnius, größtes Theaterfest im Baltikum (Mai/Juni).

Juni

Die Sommersonnenwende wird an vielen Orten mit Johannisfeuern, Tanz, traditionellen Trachten und Speisen ausgelassen gefeiert. Berühmt sind die Johannisfeste auf dem Rambynas und in Kernavė (23./24. Juni).

Juli/August

Thomas-Mann-Festival in Nida auf der Kurischen Nehrung: Lesungen und Konzerte im einstigen Sommerhaus des Schriftstellers (www.thomas-mannfestival.de).

September

Das altlitauische Ernteopferfest mit Tanz und Gesang ist landesweit beliebt, doch die schönsten Erntefeste feiert man in der Dzūkija, wo dieser Brauch sehr tief verwurzelt ist (21. September).

Dezember

Das Blukas-Fest geht auf heidnische Traditionen zurück. Vermummte Gestalten schleppen am Weihnachtsvorabend einen alten Baumstubben von Haus zu Haus, der das vergangene Jahr symbolisiert und in dem man unerfüllte Wünsche zurücklassen soll (23. Dezember).


Essen und Trinken

Zeppeline, viel Schmand und kräftiges Bier

Auch in Zeiten gastronomischer Freiheit behauptet sich die bodenständige, deftige altlitauische Küche

Ausgerechnet ein Luftschiff verhalf dem litauischen Nationalgericht zu seinem Namen. Zumindest in ihrer Form können die cepelinai, fleischgefüllte gekochte Kartoffelknödel, ihre Ähnlichkeit mit den guten, alten Zeppelinen auch nicht verleugnen.

Cepelinai dürfen auf keiner litauischen Speisekarte fehlen. Je nach Region kennt jeder Koch, jede Köchin noch lokale Eigenarten und Kniffe, das Nationalgericht zu verfeinern, füllt die Knödel auch gern mal mit Käse, Quark oder Pilzen und serviert sie in einer Soße aus viel Schmand, Speck und Zwiebeln.

Litauen ist ein Bauernland, und so schmeckt es auch. Die traditionelle Küche ist bodenständig, deftig und ziemlich fett. Fleisch und Kartoffeln gehören zu jeder vollwertigen Mahlzeit, gern noch mit Sauerrahm (grietinė) verfeinert. Und wie überall im Baltikum wird auch in Litauen am liebsten warm aufgetischt. Der Tag beginnt oft schon mit Kartoffelpuffern, Eierkuchen oder Rührei. Gibt's nur kaltes Frühstück, dann wenigstens kräftig - mit Wurst, Fisch, eingelegten Pilzen, Käse. Dazu Tee (arbata) oder frisch in der Tasse aufgebrühten Kaffee (kava), was die Leute hier nicht „türkisch“, sondern „litauisch“ nennen. Hauptmahlzeit aber ist das Mittagessen. Auf den Tisch kommt, was auf dem Acker wächst, im Garten gedeiht oder - nicht zu vergessen - im Wald gepflückt werden kann. Legendär ist die Leidenschaft der Litauer fürs Pilze- und Beerensammeln. Pilzgerichte (grybai), auf landestypische Art zubereitet, sind eine Delikatesse. Und noch eine Vorliebe wird Ihnen in Litauen nicht lange verborgen bleiben: Gern würzt man gekochte Kartoffeln mit Dill. Zu einem Mittagsmenü gehören neben dem Hauptgericht Vorspeise, Suppe (sriuba) und Nachtisch (desertas) - meist Eis (ledai), Kompott oder Kuchen.

Auch die russische Küche hat, wen wundert's, Spuren auf Litauens Speisekarten hinterlassen. Allgemein beliebt ist der Borschtsch, die aus Roter Bete, Gurken, Kartoffeln und Gemüse zubereitete Nationalsuppe des östlichen Nachbarn. Die Litauer servieren sie auch kalt als köstliche Sommersuppe (šaltibarščiai), mit Kefir verfeinert und Röstkartoffeln als Beilage. Ebenfalls aus altrussischer Tradition stammen koldūnai, gefüllte Maultaschen, und blynai, hauchzarte Eierkuchen aus Buchweizenteig.

Schier grenzenlos scheint inzwischen die Auswahl an internationaler Küche. Vor allem in Vilnius hat die Restaurantszene von der neuen Freiheit regen Gebrauch gemacht - ob irisch oder ungarisch, japanisch oder französisch, Pizzeria oder Steakhouse - das Angebot ist groß, selbst indische und thailändische Restaurants fehlen nicht. Wollen Sie aber lieber typisch litauisch essen gehen, besuchen Sie eins der Lokale mit ausgewiesener Traditionsküche. Dort servieren die Kellner oft in folkloristischer Tracht, was nicht nur bei Touristen, sondern auch bei den nationalstolzen Balten gut ankommt.

Die Einheimischen selbst haben einen Hang zu rustikaler Gemütlichkeit. Urige Kellerkneipen erfreuen sich großer Beliebtheit, bei Bier, Pizza und Jazz wird die Nacht zum Tag. Wer es edel mag, kommt in den großen Städten auf seine Kosten, auch wenn Häuser wie das noble Stikliai in Vilnius nicht viel mit dem Alltag der Litauer zu tun haben. Sie kehren lieber in eine der verbreiteten Schnellgaststätten (valgykla) und Imbissstuben (užkandinė), in ein Café (kavinė) oder eine Bar (baras) ein, wo man meist auch ganz passabel essen kann. Wer auf Fast Food steht, muss nach Filialen einer bekannten Hamburger-Kette nicht lange suchen. Und im Sommer finden Sie vielerorts Straßencafés und Biergärten.

Apropos: Zu einem guten Essen gehört für viele Litauer auch ein Bier (alus). Einheimisches Bier, wie Kalnapilis und Baltijos, schmeckt vorzüglich, es ist von kräftiger Würze. Litauen ist ein Bierland. Das staatliche Tourismusbüro bietet sogar Brauereirundreisen („Beer-Trails“) an. Freunde des Gerstensaftes sollten einen Abstecher in den Norden des Landes nach Biržai einplanen. Litauens Bierhauptstadt veranstaltet jeden Sommer ein großes Bierfest.

Hochprozentiges ist hingegen eher auf dem Rückzug. Wer einen Wodka bestellen will, wird ihn natürlich auf jeder Getränkekarte finden. Er heißt in Litauen degtinė und schmeckt etwas milder als das russische Original. Viel typischer für das grüne Land sind freilich seine Liköre (likeriai). Aber Vorsicht - ob fruchtig oder als würziger Honigmet (midus): Das Zeug hat's in sich!

balandėliai

Krautrouladen mit Hackfleisch und Ei gefüllt

balzamas

traditioneller schwarzer Kräuterlikör

bifštekas

eine Art Sammelbegriff für gebratenes Fleisch der verschiedensten Art

blynai

Pfannkuchen in vielen Variationen: herzhaft gefüllt mit Kartoffeln, Fisch, Fleisch, Kohl, Quark, Pilzen, aber gern auch mit süßen Obst- oder Beerenkonfitüren. Es gibt sie auch als blyneliai (kleine Pfannkuchen), bulveniai (Pfannkuchen aus Reibekartoffeln) und als varškėčiai (Quarkpfannkuchen)

cepelinai

gekochte Kartoffelklöße mit Fleisch- oder Speckfüllung in einer deftigen Buttersoße aus Speck und Zwiebeln. In einigen Restaurants firmieren die Knödel auch unter didžkukuliai

duonos salotos

Brotsalat mit Käse und Mayonnaise, gereicht als Snack

kepta duona

geröstetes, salziges Knoblauchbrot, beliebter Snack zum Bier

kijevo kotletas

Das „Kiewer Kotelett“ ist ein paniertes Hähnchenschnitzel, gefüllt mit Buttergemüse

koldūnai

mit Fleisch, Kartoffel- oder Pilzpüree gefüllte Teigtaschen

krūpnikas

Honiglikör, mit Kümmel, Nelken und Ingwer verfeinert

muginukas

traditionelles Honiggebäck

rūktštynės

Sauerampfersuppe, ein Nationalgericht

rūkyta žuvis

Räucherfisch, Spezialität der Kurischen Nehrung

šakotis

großer Kuchen in Form eines Tannenbaums, wird traditionell aus 99 Eiern zubereitet und zu festlichen Anlässen gebacken

šašlykai

pikante Fleischspieße, oft an Grillständen angeboten

suktiniai

Fleischrouladen mit Speck- oder Zwiebelfüllung

žagareliai

süße Pasteten zum Dessert, erst komplett mit einem Schuss Rum


Einkaufen

Balzamas und Ostseegold

Litauens Souvenirs wurzeln in der lebendigen kunsthandwerklichen Tradition des Landes

Das Warenangebot in Litauen lässt keine Wünsche offen. Von Klaipėda bis Druskininkai werden Sie überall einen Supermarkt finden, in dem es alles zu kaufen gibt, was man zum Leben braucht. (Super-)marktwirtschaftlich ist Litauen längst in Europa angekommen. Mehr noch: Einkaufszentren wie das gigantische Akropolis in Vilnius kennt man sonst eher aus den USA. In diesem Shoppingtempel, groß wie ein Flugzeughangar, in ultramoderne Stahl-Glas-Architektur gehüllt und von glitzernden Markenboutiquen umschwärmt, verbringen litauische Familien ganze Tage. Geöffnet haben die meisten Supermärkte bis spätabends, manche gar bis Mitternacht - sieben Tage die Woche. Ein Ladenschlussgesetz gibt es nicht.

In dünn besiedelten Gegenden und entlegenen Dörfern fehlt dieser Komfort natürlich. Einen Lebensmittelladen (parduotuvė) gibt es aber in jedem größeren Ort. Landestypischer (und oft auch preisgünstiger) bekommen Sie Lebensmittel auf den traditionellen Wochenmärkten (turgaus), die es nach wie vor in fast jeder litauischen Stadt gibt. Hier verkaufen auch viele Bauern ihre Produkte, je nach Jahreszeit werden Sie frische Pilze, Beeren und Gartenobst im Angebot finden - alles garantiert ökologisch. Die Märkte sind ein Stück litauischer Alltagskultur und schon an sich einen Besuch wert.

Bernsteinkunst

Auf der Suche nach einem Mitbringsel aus Litauen führt kaum ein Weg am „Gold der Ostsee“ vorbei. Die Bernsteinkünstler hierzulande sind Meister ihres Fachs und verstehen es, das fossile Harz mit Wurzelholz, Leder und verschiedenen Metallen höchst unkonventionell zu kombinieren. Angeboten wird Bernstein in Litauen in so gut wie jedem Souvenirladen, doch die größte und schönste Auswahl haben Sie an der Küste: in Palanga, in Klaipėda und natürlich in Nida auf der Kurischen Nehrung, der Heimat des Bernsteins, auf litauisch gintaras geheißen. In Nida finden Sie die exklusivste Bernsteinkunst Litauens - allerdings hat die Eleganz, wie sie etwa Kazimieras und Virginija Mizgiris in ihrer Galerie anbieten, auch ihren Preis.

Likör

Wollen Sie etwas echt Baltisches mit nach Hause nehmen, geht's auch hochprozentig. Die Ostseevölker verstehen sich seit jeher auf die Herstellung kräftiger, aromatischer Kräuterliköre. Legendär sind der Honiglikör suktinis und der balzamas, dunkel und abgründig wie Litauens Wälder.

Mode

Schon zu sowjetischer Zeit waren litauische Modedesigner für ihre extravaganten Schnitte berühmt, und längst haben Edelschneider wie Ramunė Piekautaitė oder Juozas Statkevičius mit ihrer Haute Couture die internationalen Laufstege erobert. Da wundert es nicht, dass Litauens Hauptstadt zu einer guten Adresse für Mode avancierte. Die besten Boutiquen in Vilnius finden Sie in der Didžioji und auf dem Prachtboulevard Gediminas, wie sich auch viele große westliche Labels und Marken angesiedelt haben.

Volkskunst

Berühmt sind die Litauer seit Jahrhunderten für Holzschnitzereien, es ist die älteste Tradition ihrer naturreligiös beseelten Volkskunst. Sie finden die urigen Gnome und fantasievoll geschnitzten Märchenfiguren in besonders reicher Auswahl im Ethnografischen Freilichtmuseum Rumšiškės. Nicht minder verbreitet sind die traditionellen Handarbeiten von selbst gewebten, mit althergebrachten Mustern und Motiven fein bestickten Leinentischdecken bis hin zu den etwas kratzigen, aber originellen Strickpullovern. Das Angebot an ethnischer Kunst ist überall im Land groß. Besuchen Sie einen der Kunsthandwerksmärkte, die oft im Rahmen der Volksfeste stattfinden. Am schönsten und größten ist der St.-Kasimir-Jahrmarkt Anfang März in Vilnius.


Vilnius und Umgebung

Litauens barocke Metropole

Die Vielvölkerstadt Vilnius pflegt ihre alten Kirchen und baut auf den Optimismus ihrer jungen Bewohner

Einst hieß es, in jeder Richtung, in die man in Vilnius schaut, erblicke man mindestens drei Kirchen. In den letzten Jahren sah man vor allem Baustellen - und immer noch wird überall in Litauens Hauptstadt saniert, renoviert, erneuert.

Der Wiederaufbau des prächtigen gotischen Großfürstenpalastes am Kathedralenplatz, ehrgeizigstes Projekt der Altstadtrestaurierung, ist fast vollendet. Zugleich wachsen glas- und stahlveredelte Hochhäuser in die Skyline der Stadt wie der 129 m hohe Europos-Turm, Wahrzeichen einer neuen Zeit.

Vilnius, 590000 Ew., ist in jeder Hinsicht das Zentrum des Landes, politisch, kulturell, wirtschaftlich. 60 Prozent aller Auslandsinvestitionen fließen derzeit in die Metropole, und seit dem EU-Beitritt steigt die Nachfrage weiter. Die Stadt ist ein Schmelztiegel der Kulturen, mit der ältesten Universität des Baltikums, zehn Theatern, fast dreißig Museen, einem pulsierenden Nachtleben. Kein Wunder, dass Vilnius auf die junge Generation wie ein Magnet wirkt. Wer in Litauen nach oben will, zieht in die Hauptstadt.

Vilnius vereint viele Baustile in sich, von der Gotik bis zum Klassizismus, doch seine Prägung erhielt das „Rom des Nordens“ im Spätbarock. In der Altstadt, der größten Osteuropas, reihen sich prachtvolle Bürger- und Kaufmannshäuser, Kirchen und Klöster aneinander.

Vielvölkerstadt Vilnius. Wohl keine europäische Hauptstadt wechselte so oft Namen und Herren. Für die Litauer heißt sie Vilnius, Deutsche und Weißrussen sagen Wilna, die Russen Wilno, die Juden Vilne. Die Polen betrachteten ihr Wilno so kompromisslos als urpolnische Stadt, dass sie sie in der Zwischenkriegszeit okkupierten. Vilnius wuchs an allem, überstand Polonisierung und Russifizierung und leidlich selbst die lange Nacht der Sowjetagonie.

2009 ist Vilnius ein Jahr lang „Kulturhauptstadt Europas“. Viele werden kommen - und sich wundern. Es fällt leicht, fasziniert zu sein von dieser barocken, lebensfrohen, selbstbewussten Metropole, in der man mitunter das Gefühl hat, in Italien oder Spanien zu sein. Der Osten scheint fern. Doch ist das ein Wunder? Schließlich liegt der Mittelpunkt Europas nur 25 km vom Stadtzentrum entfernt.


Tolle B&B-Angebote bei Gastfamilien in Vilnius und Umgebung vermittelt Litinterp, auch die eigene Pension ist zu empfehlen: einfach, aber nett und mitten in der Altstadt. Bernadinų 7-2 | Tel. 5/2123850 | www.litinterp.lt


Dzūkija und Suvalkija

Pilzwälder und Quellwasser

Hier leben noch alte Bräuche, und mitten im Wald liegt Druskininkai, Litauens schönster Kurort

Fragen Sie einen Litauer nach der Dzūkija, wird er Ihnen von großen Wäldern erzählen und von Unmengen an Pilzen. Wald ist der Reichtum dieser an Weißrussland grenzenden südlichsten litauischen Landschaft und fast ihr einziger. Der Boden ist karg, hier wachsen kaum mehr als Kiefern und Fichten, die Dzūkija war immer ein Land der armen Leute.

Die Dzūken sind ein besonderer Menschenschlag. Sie sprechen einen eigenen Dialekt, und sie singen gern: Hier sind die dainos, die alten Volkslieder zu Hause - Dainava, „Land der Lieder“, nennen die Litauer die Dzūkija auch.

Die zweite ethnografische Region im Süden ist die Suvalkija, auch Sūduva genannt, im Winkel zwischen Polen und dem alten Ostpreußen. Rings um ihr Zentrum Marijampole blüht die Landwirtschaft; Dörfer, Kornfelder und die Wolken prägen das offene, hügelige Land.


Wer nach Druskininkai kommt, will sich erholen. So war es schon 1794, als der polnische König den Ort wegen seines Wunder wirkenden Wassers per Dekret zur Heilstätte erhob, und so ist es geblieben.


Die siebtgrößte Stadt des Landes (48000 Ew.) liegt nur 30 km von der polnischen Grenze entfernt direkt an der Via Baltica (A 5) und ist ein Zentrum der Agrarindustrie.


Im Behandlungszentrum Gydykla im Kurpark von Druskininkai gibt es Moorbäder, Mineralwasserschwimmen und therapeutische Massagen schon ab 10 Euro. Im Eingangsbereich kann man verschiedene Mineralwassersorten durchprobieren - das kostet gar nichts. Vilniaus al. 11 | Tel. 313/60508


Aukštaitija

Viele Seen und ein Berg voller Kreuze

In der Aukštaitija und in der heimlichen Hauptstadt schlägt das nationale Herz des Landes

Die Aukštaitija ist das „Hochland“. Litauens größte ethnografische Region umfasst den gesamten Norden und Nordosten und birgt anmutige Landschaften, deren schönste zweifellos die eiszeitliche Seenkette im Nordosten ist, seit 1974 als Aukštaitija-Nationalpark geschützt und ein Garten Eden für Naturtouristen.

In Hochlitauen liegen viele nationale Heiligtümer, am bekanntesten ist der „Berg der Kreuze“: Aus dem heidnischen Kultplatz bei Šiauliai wuchs in der Sowjetzeit eine Pilgerstätte nationalen Freiheitswillens, gegen den auch Moskaus Planierraupen nichts auszurichten vermochten.


Das Aukštaitija-Reservat (Nacionalinis parkas Aukštaitija) ist der größte (302 km²) und älteste Nationalpark Litauens, gegründet 1974 im Kampf gegen die Gründung des Atomkraftwerks Ignalina.


Litauens zweitgrößte Stadt (420000 Ew.) am Zusammenfluss von Nemunas und Neris, wichtiges Handels- und Wirtschaftszentrum, steht etwas im Schatten von Vilnius.


Die viertgrößte Stadt Litauens (147000 Ew.) am Rand des zemaitischen Hochlandes hatte es in ihrer Geschichte nicht leicht.


Kaunas' Standseilseilbahn Funikulerius rumpelt tapfer zu den Aleksoto-Hügeln hinauf. Das Unikum von 1935 ist zwar nur zwei Minuten unterwegs, aber für 70 Cent sparen Sie 266 Stufen und genießen oben gratis einen herrlichen Panoramablick.


Žemaitija

Memelland und Tor zur Ostsee

Niederlitauen: weiße Strände, das stille Nemunas-Delta und eine pulsierende Hafenstadt

Verschlossen seien sie und stur, sagen die Litauer über ihre Landsleute in der Žemaitija, der Region im Nordwesten längs der Ostseeküste, auch Niederlitauen genannt. Ob's stimmt? Wer weiß. Viele Menschen leben hier bis heute in tiefer religiöser Bindung, allerorten säumen Kreuze und Marienbildstöcke die Wege.

In der Žemaitija kontrastieren die Bilder: Da ist die weltoffene Hafenstadt Klaipėda, das Strandbad Palanga, Litauens Mallorca, und im Süden dann das Delta des Nemunas - der Memel -, eine melancholisch stille Moorwiesenlandschaft wie aus dem Ostpreußen-Bilderbuch.


„Tor zur Welt“ nennen die Litauer ihre einzige Hafenstadt an der Mündung des Kurischen Haffs in die Ostsee.


In Litauens größtem Kur- und Badeort ist alles auf Unterhaltung ausgerichtet.


Telšiai (35000 Ew.), an den hügeligen Ufern des Flusses Durbinis und des Mastis-Sees gelegen, ist das Verwaltungszentrum der Žemaitija.


Das Simon-Dach-Haus, Domizil der deutschen Minderheit der Klaipėda-Region, bietet nicht nur interessante Veranstaltungen (und manchen Reisetipp), sondern auch sehr günstige Gästezimmer für Selbstversorger. Juros 7 | Tel. 46/311481 | www.vdd.lt


Kurische Nehrung

Wanderdünen und Räucherfisch

Die Kuršių Nerija zieht mit ihrer herben Magie seit Jahrhunderten Künstler und Reisende in ihren Bann

Fast 70 m hoch aufragende Wanderdünen, malerische Fischerdörfer, Kiefernwälder und ein schier endloser Sandstrand: Die Kurische Nehrung zählt zweifellos zu den eigenartigsten und schönsten Küstenlandschaften Europas. Das fand schon Wilhelm von Humboldt: Man müsse sie gesehen haben, solle einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen, schrieb er 1809.

Fast 100 km lang und an der schmalsten Stelle nur 400 m breit, trennt die säbelförmig geschwungene Sandnadel die Ostsee vom Kurischen Haff, einer Süßwasserlagune, dreimal größer als der Bodensee.

Die alte Heimat der kurischen Fischer ist heute geteiltes Land. Der Norden gehört zu Litauen, der Süden zur russischen Exklave Kaliningrad (Königsberg), die schwer bewachte Grenze verläuft buchstäblich im Sand - ein skurriler Stacheldrahtverhau quer über die höchste Wanderdüne. Immerhin haben beide Seiten die Nehrung zum Nationalpark erklärt, die Unesco nahm sie 2001 ins Welterbe auf. Beachten Sie bitte die strengen Schutzgebote, denn das ökologische Gleichgewicht der Halbinsel ist hochsensibel. Am Nationalparkeingang bei Alksnynė müssen Autofahrer eine Umweltgebühr (20 Lt.) entrichten.

Man erreicht die Nehrung von Klaipėda aus, von dort setzen Fähren über. Die Fährpassage mit dem Pkw kostet 40 Lt., im Preis ist die Rückfahrt bereits inbegriffen. Fährenfahrplan: www.keltas.lt

Das Übernachtungsangebot umfasst außer Hotels und Pensionen private Ferienwohnungen, Zimmer und B&B's. Eine Liste hat die Touristeninformation. Manche Hotels öffnen nur in der Hauptsaison und sind dann oft ausgebucht. Am besten also im Voraus buchen.


Fast 4 km erstreckt sich der Luftkurort (750 Ew.) mit seinen bunten Fischerhäusern am Haff entlang.


In Nida (1600 Ew.) schlägt das Herz der Nehrung. Das Zentrum der seit 1961 zur „Stadt“ Neringa fusionierten Nehrungsdörfer darf sich zu den touristischen Kronjuwelen Litauens zählen.


Außerhalb der Urlaubszentren, etwa im einstigen Fischerdörfchen Preila, idyllisch abseits der Straße am Haff gelegen, kann man sich für kleines Geld in Ferienhäuser einmieten, z.B. im Haus Preilos 39 (4 Zi. | Tel. 469/52323) mit Rad- und Bootsverleih oder in der Pension Naujoji gelmė (17 Zi. | Preilos 9 | Tel. 469/55109)


Ausflüge und Touren

Burgenstraße und Seenrundfahrt

Mit dem Auto zwei Seiten eines Landes kennenlernen, etwas über seine Geschichte und über seine Natur erfahren

Von Kaunas durch das Nemunastal ins alte Memelland

Die Tour führt von Kaunas am nördlichen Ufer des Nemunas entlang. Der letzte Abschnitt der Reise gehört dem Memelland, das viele Hundert Jahre zu Ostpreußen gehörte. Sie sollten für diese etwa 180 km lange Tour zwei Tage einplanen, etwas verkürzt (etwa bis Jurbakas) schafft man sie aber auch bequem als Tagesausflug.

Von Vilnius aus durch Hochlitauen

Diese Tagestour, Länge etwa 120 km, führt von der Hauptstadt über Molėtai und Anykščiai durch ein malerisches, typisch hochlitauisches Mosaik aus Hügeln, Wäldern und zahllosen Seen in den Norden des Landes.


24h

Ein Tag in Vilnius

Action pur und einmalige Erlebnisse.

Gehen Sie auf Tour mit unserem Szene-Scout

Kuschel-Kaffee

Butter aufs Brötchen, Sahne in den Kaffee und in den Büchern schmökern, die überall in den Regalen stehen. Das Sonnets im Shakespeare-Hotel gilt als bester Frühstücksort und ist so gemütlich, dass die Besucher am liebsten den ganzen Tag in den kuscheligen Sesseln verbringen möchten. Auch wenn's verlockend klingt: Nicht sitzen bleiben, denn der Tag hat noch einiges zu bieten. Wo? Sonnets im Shakespeare-Hotel | Bernadinu 8/8 | Tel. 5/2665885 | www.shakespeare.lt

Ab ins Körbchen

Warm einpacken, tief durchatmen und in den Korb des Heißluftballons steigen. Während der sich langsam vom Boden entfernt, zeigt sich die Schönheit Vilnius', das von Hügeln und Seen umgeben ist. Eine Stunde lang treibt der Wind die Himmelsstürmer über die Erde. Wo? Galvydžio Str. 3-110 | ab 2 Pers., Kosten: 130 Euro/Pers. | Anmeldung unter Tel. 69824795 | www.activeholidays.lt

Gerstensaft-Geheimnisse

Auf zur Biertour! Die Teilnehmer radeln auf einem Gefährt - vergleichbar mit einem riesigen Tandem - durch die Stadt, das für mehr als zehn Personen konzipiert ist. Währenddessen erfahren sie von einem Guide alle Einzelheiten rund um das Thema Bier und dürfen verschiedene Sorten verkosten. Übrigens: Lenken kann nur der Guide! Wo? Kosten: 37 Euro/Pers. | Anmeldung unter Tel. 371/29389450 | www.travel-library.com

Es klappert die Mühle...

... am rauschenden Bach. Das Restaurant Vandens Malūnas in der ehemaligen Wassermühle ist ein gastronomisches Highlight. Mit Blick auf die Neris und im Winter am offenen Kamin hat man die Qual der Wahl zwischen klassisch europäischer und litauischer Küche. Vorschlag für die Vorspeise: Pilzsuppe oder Heringshappen. Wo? Vandens Malūnas | Verkių 100 | Tel. 5/2711666 | www.vandensmalunas.lt

Ideenreich

Im Aukso avis, dem Goldenen Schaf, wird's kunterbunt. Hüte, Taschen, Schmuck und Spiegelrahmen - es gibt nichts, was es nicht gibt! Augen auf, Ideen sammeln und selber loslegen! Filz, Nadel und Faden liegen griffbereit. Schon eine Idee, wie das fertige Stück aussehen soll? Wo? Aukso avis | Savičiaus 10 | Anmeldung unter Tel. 5/2610421 oder auksoavis@iti.lt | So geschl.

Hoch das Paddel

Schwimmweste an, Paddel in die Hand und ab ins Kajak. Der Einstieg liegt 10 km vor der Stadt, und die Strecke hat es in sich! Kleine Strudel fordern Gleichgewicht und Ausdauer. Belohnung am Ende: der Blick auf die Altstadt vom Wasser aus. Wo? J. Jasinskio 14 | Kosten: 34 Euro/Pers. | Anmeldung: Tel. 5/2497232 oder info@enjoylithuania.com | www.enjoylithuania.com

Tafeln

Stoffservietten, Kerzenleuchter und Blüten - im Restaurant Verkiai sind die Tische fürstlich gedeckt und der offene Kamin meist eingeheizt. Das Ambiente ist somit genauso verlockend wie die Gerichte. Der Küchenchef spricht gerne Empfehlungen aus, und denen sollte man folgen. Immerhin klingt Crêpes mit rotem Kaviar und Limonen-Weißwein-Sauce nicht schlecht, oder? Wo? Verkiai | Žaliųjų ežerų 49 | Tel. 5/2102333 | www.verkiai.lt

Mojito-Nights

Im Höhlenlabyrinth eines Altstadtkellers liegt das Mojito Naktys. Hier ist der Minz-Cocktail am erfrischendsten! Das ist auch gut so, denn die Beats der DJs heizen der Tanzmeute mächtig ein. Wer sich von der Energie anstecken lässt, hat schon gewonnen. Wo? Mojito Naktys | Didžioji 33/2 | So/Mo geschl. | Tel. 61004131 | www.mojitonaktys.lt


Sport und Aktivitäten

Segeln, fliegen, Vögel zählen

Ein Land für Radwanderer und Kanufahrer, doch die Möglichkeiten für einen Aktivurlaub reichen weiter

In Litauen können Sie: tagelang Rad fahren, durch schier endlose Waldlandschaften wandern, angeln, paddeln, reiten, tauchen, segeln, surfen, Rundflüge buchen oder (mit Pilotenschein) selbst fliegen und natürlich - Basketball spielen. Die Möglichkeiten für einen aktiven Urlaub haben sich in den letzten Jahren erheblich verbessert.

Für Radwanderungen, Ausritte und Wassersport ist das ebene, grüne und gewässerreiche Land von Natur aus wie geschaffen, hier liegt auch der Schwerpunkt der Angebote. Hotels und Reiseveranstalter verleihen Kanus und Fahrräder samt Ausrüstung, stellen komplette Tourenprogramme zusammen.

Über die Möglichkeiten in den jeweiligen Regionen informieren die Touristinformationszentren (TIC) oder der Verband der Sport- und Reisefreunde in Vilnius (Žemaitės 6 | Tel. 5/2335930 | Fax 2135255). Das litauische Tourismusbüro (www.travel.lt) gibt die Broschüre „Aktivurlaub“ heraus.

Angeln

Angeln ist in Litauen eine nationale Leidenschaft. In den Nationalparks Aukštaitija und Dzūkija, wo die besten Reviere liegen, organisiert man auch Angeltouren, verleiht Ausrüstung und gibt Lizenzen aus. Fischreich sind der Nemunas und das Kurische Haff (auch im Winter zum Eisfischen). Bei der Beschaffung von Angellizenzen helfen die örtlichen Touristeninformationen. Infos zu Revieren und Angeltouren: www.countryside.lt (deutschsprachig).

Birdwatching

Ornithologen kommen in der unberührten Natur des Landes voll auf ihre Kosten. In Litauen nisten und rasten etwa 330 Vogelarten, und die Kurische Nehrung zählt zu den kontinentalen Brennpunkten des Vogelzuges - im Frühling und Herbst ziehen bis zu 1 Mio. Vögel pro Tag über die Landzunge. In Ventė am Kurischen Haff arbeitet eine Vogelwarte. Für Birdwatching-Touren interessant ist das Žuvintas-Reservat südöstlich von Marijampole. Das 54 km² große, geschützte Sumpfgebiet darf man allerdings nur mit Führer betreten. Beobachtungstouren: Tel./Fax 315/49540 | zuvintas@alytus.omnitel.lt

Fliegen

Informationen über Ballonfahrten, Rundflüge, Fallschirmspringen, Mitfluggelegenheiten in Segelfliegern oder sogar Düsenjägern (L-29): Litauischer Flieger-Club in Vilnius | Kaštonų 4 | Tel. 5/2123920 | Fax 2122972, und Ballonverein | Pylimo 45 | Tel. 5/2732702 | Fax 2718326 | www.ballooning.lt.

Golf

Bislang gibt es nur einen Golfplatz im Land: den Golfclub Elnias (Tel. 37/47023), eine Neun-Loch-Anlage in Didžiosios Lapės, 15 km westlich von Kaunas. Gute Minigolfanlagen besitzen Palanga und Nida.

Kanu & Kajak

Litauen ist ein Dorado für Wasserwanderer. Allein die Regionalparks bieten auf ihren Seen und Flüssen über 3000 km Kanurouten. Eine der längsten und anspruchsvollsten Touren ist die auf dem Nemunas, von der weißrussischen Grenze bis zum Delta am Kurischen Haff 460 km quer durchs ganze Land. Traumreviere finden Paddler in der Seenplatte des Aukštaitija-Nationalparks mit vielen Routen bis 150 km Länge (Infos unter www.valtine.lt). Die schönsten der 20 Kanuflüsse: Neris (235 km), Merkys (182 km), Minija (180 km) und Šventoji (280 km). An vielen Orten können Sie Boote und Kanus samt Ausrüstung ausleihen. Ausführliche Infos auch beim Verband der Sport- und Reisefreunde in Vilnius | Žemaitės 6 | Tel. 5/2335930 | Fax 2135255.

Radwandern

Zwei Teilstücke von Euro-Velo-Strecken gibt es in Litauen. Am schönsten ist die Route 11: Sie führt im Süden durch die Dzūkija und dann via Vilnius in den Aukštaitija-Nationalpark. Route 10 startet in Nida und führt über die Kurische Nehrung weiter in Richtung Palanga (www.eurovelo.com). Fast alle National- und Regionalparks haben Radwanderrouten ausgewiesen. Das bestausgebaute Radwandernetz besitzt Druskininkai. Weitere schöne Touren: „Erdmuseum“ (80 km um Biržai), „Teufelsloch“ (Regionalpark Aukštadvaris) und „Nemunas-Schleifenpark“ (Birštonas).

Reiten

Als Pferdeland hat Litauen eine lange Tradition, und immer mehr Urlauber-Bauernhöfe entdecken das Reiten für ihre Gäste. Ein Tipp ist das Pferdemuseum in Niūronys im Anykščiai-Regionalpark, dort werden auch Ausritte und Kutschfahrten angeboten (Tel./Fax 381/51722). Eine gute Adresse ist auch das Reitzentrum des Regionalparks Kurtuvėnai (Parko 2 | Tel. 41/370022 | Fax 370336 | www.kurtuva.lt). Mittlerweile gibt es im ganzen Land Pferde- und Ponyhöfe sowie etwa 20 Gestüte.

Segeln

Die schönsten Segelreviere Litauens sind das Kurische Haff, das Kaunasser Meer, die Seenplatte um Trakai und die Ostsee. In den meisten der acht Yachtclubs des Landes können Sie Mitsegeltörns buchen oder Boote chartern. Infos in den Clubs. Klaipėda: Smiltynės 25 | Tel./Fax 46/391107; Kaunas: Gimbutienės 35 | Tel./Fax 37/370415 | www.jachtklubas.lt; Vilnius: Totorių 13 | Tel. 5/2627643 | Fax 2753334


Mit Kindern reisen

Nemo finden und Elche gucken

Nicht nur Meer und Strandburgen warten auf kleine Litauen-Besucher

Alle Balten sind ausgesprochen kinderfreundlich, da machen die Litauer keine Ausnahme. Allerdings beginnt sich die touristische Erkenntnis, dass man kleinen Gästen mehr bieten muss als halbe Portionen in Restaurants, gerade erst durchzusetzen. Abenteuerspielplätze, Spaßbäder und Vergnügungsparks westlichen Musters sind allenthalben noch Mangelware.

Dafür hat Litauen etwas anderes zu bieten: tolle Natur, die es zu entdecken gilt. Hölzerne Waldgeister säumen Wanderwege, originelle Museen in hohlen Baumstämmen und Bienendörfer lassen Langeweile schnell vergessen, und an den herrlichen Ostseestränden fühlen sich Kinder von Natur aus wohl.


Praktische Hinweise

Von Anreise bis Zoll

Urlaub von Anfang bis Ende: die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Litauen-Reise

Auto

Von Polen auf der Via Baltica (E 19) ab Warschau über Suwałki und den polnisch/litauischen Grenzübergang Budzisko/Kalvarija (oder etwas südlicher in Laždijai) weiter in Richtung Marijampole, Kaunas und Vilnius.

Bahn

Die besten Verbindungen führen über Warschau: dreimal täglich Expresszüge ab Berlin-Ostbahnhof bzw. Lichtenberg, von Warschau (Umsteigen auf dem Zentralbahnhof!) aus fahren Anschlusszüge nach Vilnius und Kaunas, auch nachts. Fahrzeiten: Berlin-Warschau ca. 6 Stunden, Warschau-Vilnius ca. 10 Stunden. Auskunft erteilt der Bahn-Informationsdienst | Tel. 0800/1507090 | www.bahn.de, www.pkp.com.pl

Fähre

Autofähren verkehren ganzjährig zwischen Kiel und Klaipėda. Im Winter sind Einschränkungen durch Eisgang möglich. Fahrzeit: ca. 20 Stunden. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Fähre von Rostock nach Liepaja in Lettland zu nutzen - Liepaja liegt nahe der litauischen Grenze. Einen aktuellen Überblick über Fährverbindungen gibt es auf www.baltikum24.de. Fähren/Reedereien: Scandlines (www.scandlines.de) und Lisco (www.dfdslisco.com, www.lisco.lt)

Flugzeug

Lufthansa, AirBaltic und die litauische FlyLAL verkehren täglich zwischen Vilnius und Flughäfen in Deutschland und der Schweiz, z.B. Berlin, Frankfurt, Zürich. Angeflogen werden auch das Ostseebad Palanga (Eurowings, im Sommer tgl. ab Düsseldorf) und Kaunas (Air Lithuania, tgl. ab Hamburg mit Zwischenstopp in Palanga). Günstig: erst nach Warschau fliegen und von dort mit LOT weiter nach Vilnius. Airlines: Lufthansa (www.lufthansa.com), FlyLAL (www.lal.lt), AirBaltic (www.airbaltic.de), Air Lithuania (www.airlithuania.com), Eurowings (www.eurowings.de), LOT (www.lot.com).

In Deutschland

Baltische Tourismuszentrale | Katharinenstr. 19 | 10711 Berlin | Tel. 030/89009091 | Fax 89009092 | www.baltikuminfo.de

In Litauen

Staatl. Litauisches Tourismusbüro | A. Juozapaviciaus 13 | 09311 Vilnius | Tel. 5/2108796 | Fax 2108753 | www.tourism.lt, www.travel.lt

Auto

Höchstgeschwindigkeiten: Autobahn 110 km/h (April-Oktober 130 km/h), Landstraßen 90 km/h, innerorts 50 km/h. Viele Radarkontrollen (Hinweis: Der Straßenabschnitt Vilnius- Kaunas ist zwar vierspurig ausgebaut, gilt aber nicht als Autobahn). Von November bis März und in der ersten Septemberwoche (Schulbeginn) ist tagsüber Abblendlicht Pflicht. Die Ampelschaltung (Grün blinkt zehn Sekunden vor dem Umschalten auf Gelb) ist ein Relikt aus der Sowjetzeit: bei Gelb nie mehr auf die Kreuzung fahren!

Banken & Kreditkarten

Die meisten Banken akzeptieren die gängigen Kredit- und EC-Karten, größere Filialen lösen auch Reiseschecks ein. Geldautomaten (EC, Master, Visa, Eurocard) finden Sie in jedem größeren Ort, weit verbreitet sind die rund um die Uhr verfügbaren Bankas-Snoras-Häuschen. Kreditkarten setzt sich in Vilnius, Kaunas und Klaipėda immer mehr durch.

Botschaft der BRD

Sierakausko 24/8 | 2600 Vilnius | Tel. 5/2106400 | Fax 2106446 | www.vilnius.diplo.de

Österreichische Botschaft

Gaono 6 | 01131 Vilnius | Tel. 5/2660580 | Fax 2791363 | wilna-ob@bmaa.gv.at

Schweizer Konsulat

Konarskio 49 | 3123 Vilnius | Tel. 5/2120837 | Fax 2791484 | schweizer-gk-vilnius@gmx.ch

Einreise

In Polen und Litauen gilt das Schengen-Abkommen. Wer aus einem Schengen-Staat einreist, wird im Normalfall nicht mehr kontrolliert. Sie sollten dennoch immer einen gültigen Personalausweis oder Reisepass dabeihaben. Wer länger als 90 Tage im Jahr im Land bleiben will, benötigt eine Aufenthaltsgenehmigung. www.botschaft.lt

Gesundheit

Neben der Notwendigkeit einer Auslandskrankenversicherung empfiehlt sich eine Zeckenschutzimpfung, wenn Sie viel in der Natur unterwegs sein wollen. Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) gilt auch in Litauen. Im Einzelfall kann es allerdings sein, dass sie dem Arzt noch unbekannt ist.

Internet

Es gibt eine Vielzahl informativer Websites über das Land, dessen Einwohner wie alle Balten eifrige Internet-User sind. Empfehlenswert: www.litauen-info.de, www.litauen.com, www.litauen.org, www.ratgeber-litauen.de. Eine Liste weiterführender Links finden Sie unter www.neris.mii.lt. Weitere nützliche Adressen: www.inyourpocket.com (Städteführer mit aktuellen Veranstaltungstipps etc. für Vilnius, Kaunas und Klaipėda), www.muziejai.lt (litauische Museen), www.thomas-mann-haus.de (Veranstaltungen des Thomas-Mann-Hauses in Nida).

Internetcafés & Wlan

Internetcafés gibt's nur in den großen Städten, die meisten Neueröffnungen halten sich nicht lange. Auf Schilder „Interneto kavinė“ achten. Collegium Dora | Vilnius | Pilies 22-1 | Tel. 5/2618334 | tgl. 9-24 Uhr | www.dora.lt; Internetas | Kaunas | Vilniaus 24 | Tel. 27/407427 | tgl. 10-24 Uhr | www.cafenet.ot.lt

Klima & Reisezeit

Die schönste Zeit für eine Litauenreise liegt zwischen Mai und Oktober. Die Sommer können richtig warm werden. Die Ostsee erwärmt sich trotzdem erst recht spät, erreicht im August bis zu 23 Grad. Im Hochsommer ziehen abends oft urplötzlich gewaltige Gewitter auf. Legendär ist der baltische Herbst, wenn die Bäume der Wälder in allen Farben leuchten. Die Winter sind schneereich und oft bitterkalt.

Mietwagen

In Vilnius, Kaunas und Klaipėda sind alle großen internationalen Mietwagenfirmen vertreten. Die Preise liegen über westlichem Niveau, durchschnittlich 50-80 Euro pro Tag inkl. Versicherung (Golfklasse). Billiger kann es sein, den Mietwagen schon von zu Hause aus über einen Reiseveranstalter zu buchen. Ebenfalls günstiger sind oft lokale Anbieter (www.litinterp.lt, www.unirenta.lt), die es auch in kleineren Städten gibt.

Notrufe

Neuer, einheitlicher Notruf (gilt für Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen): 112

Öffentliche Verkehrsmittel

Das Streckennetz der Bahn ist weit weniger gut ausgebaut als das der Buslinien, mit denen man überall hinkommt: pünktlich, sicher, schnell. Busse sind etwas teurer als Züge (100 km kosten etwa 4,50 Euro). Jeder größere Ort hat einen Busbahnhof mit Gepäckaufbewahrung.

Öffnungszeiten

Die Geschäfte sind in der Regel Mo-Fr 8-20, Sa und So 8-18 Uhr geöffnet, Supermärkte oft 8-22 Uhr (oder gar bis 24 Uhr, und zwar täglich!). Mitunter schließen Läden und Restaurants allerdings einfach, wenn nichts los ist.

Post

Briefe und Postkarten in europäische Länder kosten 1,70 bzw. 1,20 Lt. Ein Brief nach Deutschland ist etwa eine Woche unterwegs. Viele Postämter (Pašta) bieten Faxservice (www.post.lt). Briefmarken können Sie auch in Kiosken und Andenkenläden kaufen.

Preise & Währung

Die Landeswährung, der Litas (Lt.), ist seit 2002 an den Euro gekoppelt. Wechselstuben (Valiutos Keitykla) finden Sie in Stadtzentren und Banken. Das Preisniveau liegt deutlich unter dem westlichen, doch in den Städten und touristischen Zentren ist alles teurer als auf dem Land.

Sicherheit

Wenn Sie die üblichen Vorsichtsregeln beachten, können Sie sich so sicher wie zu Hause fühlen. Auto möglichst auf bewachten Parkplätzen abstellen und keine Wertsachen im Wagen lassen. In Touristenzentren ist die Polizei deutlich stärker präsent, überwacht in Vilnius und Kaunas belebte Plätze zudem per Video.

Taxis

Bei der Bestellung eines Taxis auf Firmenlogo, Lizenz (meist hinter der Windschutzscheibe) und funktionierendes Taxameter achten. Am besten, Sie lassen sich das Taxi telefonisch rufen (Zielort angeben!). Richtwert für den Fahrpreis: 40-70 Cent/km. In Vilnius ist Taxifahren deutlich teurer: 1,20-2,80 Euro pro km. Seriöse Taxifirmen in Vilnius: Favoritas (Tel. 5/2666666) und Martono (Tel. 5/2400044).

Telefon & Handy

Das Telefonnetz ist mittlerweile fast vollständig digitalisiert worden. Im Zuge der Umstellung haben sich einige Nummern geändert (Auskunft: Tel. 118, Aktuelles: www.teo.lt, Telefonbuch: www.zebra.lt/lt/suzinok/telefonai). Internationale Vorwahl für Litauen: 00370. Dann die Ortsvorwahl und dann die Rufnummer wählen.

Zeit

Im Baltikum gilt die Osteuropäische Zeit, die der MEZ um eine Stunde voraus ist. Von Ende März bis Ende Oktober stellt Litauen auf Sommerzeit um.

Zoll

Seit dem EU-Beitritt Litauens gibt es an den Grenzen (außer denen nach Russland und Weißrussland) keine Zollkontrollen mehr, für die Ein- und Ausfuhr gelten seither die allgemeinen Bestimmungen des EU-Binnenmarktes. Bislang allerdings noch mit einigen Übergangsregelungen. So dürfen Personen über 18 Jahre nach wie vor nur maximal 200 Zigaretten, 10 l hochprozentige Spirituosen, 90 l Wein und 10 kg Kaffee aus Litauen ausführen (ab 2010 dann z.B. 800 Zigaretten). Kunstwerke und Antiquitäten hingegen, die älter als 50 Jahre sind, dürfen nur mit Genehmigung ausgeführt werden. Zoll in Vilnius: Tel. 5/2124977 | www.cust.lt. Infos auch unter www.zoll.de

Bier

1,20 Euro für 0,5 l einer heimischen Marke

Kaffee

1 Euro für eine Tasse im Café

Snack

1,40 Euro für eine Portion geräucherte Schweineohren

Fahrrad

2,50-4,50 Euro Miete für 1 Tag

Benzin

90 Cent für 1 l Super bleifrei

Busfahrt

50 Cent für eine Stadtfahrt


Unser Insider

MARCO POLO Autor Thoralf Plath im Interview

Thoralf Plath (46) berichtet als Korrespondent für deutsche Medien aus Russland und dem Baltikum. In Litauen ist er daher viel unterwegs.

Wie und wo leben Sie genau?

Ich lebe im Ostseebad Selenogradsk an der Kurischen Nehrung. Dort habe ich vor ein paar Jahren ein Haus in einer alten deutschen Strandsiedlung gekauft und ausgebaut. Selenogradsk hieß vor dem Krieg Cranz und war das mondänste Seebad Ostpreußens. Heute liegt der Ort in der russischen Exklave Kaliningrad, dem einstigen Königsberg.

Wie geht es Ihnen dort?

Na ja, zwei Minuten sind es bis zum Strand, die Kurische Nehrung liegt vor der Haustür - einem gebürtigen Rüganer und bekennenden Ostseefan kann es da schon mal nicht schlecht gehen. Aber im Ernst: Als Wohnort ist Selenogradsk optimal. Nah an Kaliningrad, und über die Nehrung bin ich in einer Stunde in Litauen. Die Welt ist ja ziemlich klein im Baltikum.

Kommen Sie viel in Litauen herum?

Ja, sehr viel. Das bringt mein Beruf so mit sich. Nicht nur in Vilnius, auch in Klaipėda und der Region um Kaunas bin ich oft und entdecke dort immer wieder etwas Neues. Auch privat bin ich sehr gern in Litauen unterwegs, dann fahre ich am liebsten in die Natur, oft habe ich das Fahrrad oder das Kanu dabei. Wer Naturlandschaften liebt und auch mal Lust hat, eigene Wege zu gehen, wird in Litauen noch viele Paradiese finden. Zum Beispiel im Memel-Delta, oder im Žemaitija-Nationalpark mit seinen klaren Seen, der ist so einer meiner litauischen Geheimtipps.

Was reizt Sie an Litauen?

Zum einen die Natur. Litauen hat wunderschöne stille, unverdorbene Naturlandschaften, ein bisschen Norden, viel Osten. Das Gegenstück dazu ist die sehr facettenreiche Kultur in diesem Land. Außerdem mag ich an Litauen einfach seine Menschen. Litauer sind von ihrer Mentalität her nicht nur sehr gastfreundlich, sondern auch ziemlich gefühlsbetont und offen; man trifft viele freundliche und interessante Leute dort, auch darum macht es mir immer wieder Spaß, nach Litauen zu fahren.

Und was gefällt Ihnen nicht so?

Wenn aus Nationalstolz Nationalismus wird. Auch manche litauische Politiker spielen ganz gern auf dieser Klaviatur, wenn es zum Beispiel um das Verhältnis zu Russland geht. Natürlich haben die Litauer unter der sowjetischen Herrschaft sehr gelitten, doch das Verhältnis zwischen Litauern und Russen im Alltag ist viel besser, als es das politische Getöse mitunter vermuten lässt.


Bloß nicht

Auch in Litauen gibt es Dinge, die Sie vermeiden sollten

Freizeitkleidung in der Kirche tragen

Litauen ist ein Land prächtiger Kirchen, die allermeisten stehen auch Touristen zur Besichtigung offen. Doch betreten Sie die Gotteshäuser und Klöster bitte nicht in zu aufreizender Freizeitkleidung, damit beleidigen Sie vor allem in den Augen älterer, gläubige Litauer heilige Stätten. Noch strenger geht es in den russisch-orthodoxen Kirchen zu. Respektieren Sie die Sitten, und Sie werden eine lebendige Religiosität erleben, die noch keine Folklore ist.

Alkohol in der Öffentlichkeit trinken

Wer sich zu benehmen weiß, wird mit einer kommunalen Verordnung nicht in Konflikt geraten, dennoch: Es ist in Litauen verboten, auf der Straße und in öffentlichen Parks Alkohol zu trinken. Wer dabei erwischt wird, muss mit Strafen von einer Verwarnung bis zu einem Bußgeld rechnen, das schon mal 150 Lt. (45 Euro) betragen kann.

Am falschen Strand baden

Beim FKK-Baden an der Ostsee gelten in der konservativen Baltenrepublik immer noch strenge Sitten. Zumindest die kur-örtlichen Strände um Palanga und die Badeorte auf der Kurischen Nehrung sind in Zonen aufgeteilt: Der vyrų pliažas (Männerstrand) ist den Herren der Schöpfung vorbehalten. Am moterų pliažas (Frauenstrand) hat nur das weibliche Geschlecht etwas zu suchen. Nur an diesen Abschnitten ist das Nacktbaden erlaubt - und nicht etwa am bendras pliažas, dem „gemischten“ Strand, der meist zwischen beiden liegt. Doch es geht ja auch ohne „Zone“: Selbst im Hochsommer finden Anhängerinnen der Freikörperkultur auf der Kurischen Nehrung kilometerweise menschenleere Strände, wo alle Hüllen fallen können.

Die russische Grenze testen

Litauens Grenzen zu Russland (Exklave Kaliningrad) und Weißrussland mögen in den einsamen Landschaften weitenteils aussehen, aus würden die verwitterten Sperrzäune und Grenzpfähle demnächst gänzlich von der Natur überwuchert, auf der Kurischen Nehrung verläuft die Grenze gar mitten durch den Sand der höchsten Wanderdüne, doch der Eindruck täuscht: Was Sie sehen, ist in der Regel nur die erste Zone einer bis zu 1 km breiten und streng gesicherten, gut bewachten Grenzanlage. Vor einem Test sei dringend gewarnt! Wenn Sie von russischen Patrouillen geschnappt werden, schießt dort zwar längst niemand mehr, doch Ärger ist Ihnen sicher. Immer wieder versuchen wagemutige Touristen, die solche Grenzerlebnisse im freien Westeuropa nicht mehr kennen, den Sperrzonen-Kick. Auch wenn man auf litauischer Seite mancherorts problemlos bis an den Zaun gelangen kann - eine Staatsgrenze, zumal die Außengrenze der EU, ist kein Abenteuerspielplatz. Detaillierte Infos zu der Region im MARCO POLO „Kaliningrader Gebiet“.

Copyright: www.marcopolo.de