Landes-Info Tunesien
Landes-Info Tunesien


- Insider-Tipp
- Top Highlights
Unterhaltung
Unterhaltung
Nordtunesien
Nachtleben in BizerteBeliebter Treffpunkt sind die Cafés ums Hafenbecken; Diskos in den Hotels der Corniche am Wochenende.
Buena Vista Social ClubDie Salsa hat auch Tunesien erobert; in dieser Diskothek und Tapabar (auch als Havanna bekannt) werden die Hüften geschwungen und Pirouetten gedreht. Tgl. ab etwa 22 Uhr Tanz, davor legere Baratmosphäre. | Avenue de la Paix in Hammamet-Sud
Calypso La MammaZu Hammamets In-Treff reist die schicke Jugend aus Tunis an. In der Openairdisko am südlichen Ortsende wird bis in den frühen Morgen gefeiert – allerdings nur in der Hochsaison. | Avenue Moncef-Bey
NachtclubsNachtclubs gibt es in den Hotels El Mehtel und El Hana International. Total angesagt ist das Le Bœuf sur le Toit im Stadtteil La Soukra (3, Avenue Fattouma Bourguiba) mit täglich wechselnder Livemusik von Reggae bis Hip-Hop.
Unterhaltung
Zentraltunesien
Bora BoraDer Openairnachtclub neben dem Hotel Ksar ist nur im Sommer geöffnet, dann aber überaus beliebt.
Auskunft
Auskunft
Nordtunesien
Office de TourismeQuai Khemais Ternane | Tel. 72432897 | Fax 72438600
Tourist-InformationOffice de Tourisme | Avenue de la République | Tel. 72280423; Syndicat d'Initiative, Hammamet-Yasmine | Tel. 72249103 | Fax 72249062
Office de TourismeAvenue du 7 Novembre | Tel. 78673555
Office de Tourisme1 Avenue Mohammed V | Tel. 71341077 | www.tourismtunisia.com
Auskunft
Zentraltunesien
Office de TourismePlace des Martyrs | Tel. 77231897
APPCDie APPC verkauft die Sammeltickets für den Besuch der Kairouaner Monumente, Preis 6 TND. | Bassins des Aghlabides | Tel. 77270452 | Sommer Sa–Do 7.30–16, Fr 7.30–13, sonst Mo–Do 8–18, Fr 8–13, Sa/So 7.30–16 Uhr
Office de TourismeRue El-Hoez | Tel. 73681098
Office de Tourisme1 Avenue Habib Bourguiba | Tel. 73225157 | Fax 73224262
Auskunft
Südtunesien
Syndicat d'InitiativePlace des Martyrs | Tel. 75622666
Office de TourismeAvenue des Martyrs | Tel. 75470351
Office de TourismePlace de la Liberté | Tel. 75270255
Bureau de TourismeAvenue Habib Bourguiba | Tel. 75850686
Office de TourismeAvenue Abou el-Kacem ech-Chebbi | Tel. 76454088 | Fax 76452051
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Nordtunesien
Office National de l'ArtisanatDie staatliche Verkaufsausstellung am alten Hafen bietet einen Überblick über das Kunsthandwerk; Verkauf zu Festpreisen. | Fr nachmittags und Sa/So geschlossen
Espace 33Die Kunstgalerie in der Medina zeigt sehr dekorative und erschwingliche Arbeiten zweier Künstler, die mit präislamischen Symbolen und Mythen spielen. | Rue M Attouchi
FellaDie Boutique der berühmten tunesischen Designerin Samia Ben Khalifa verkauft wunderschöne Kaftane, Blusen und Schmuck. | Medina
SouvenirsTabarkas wichtigstes Souvenir ist die Koralle. Bevor Sie zugreifen: Die Koralle gehört zu den vom Aussterben bedrohten Arten!
Chechias und FilztaschenMohammed Messaoudi verkauft traditionelle und moderne Filzkappen von bester Qualität; auch Filztaschen sind im Angebot. | 4 Grand Souk des Chechias
Espace DiwanDie Kunstbuchhandlung in der Medina ist eine wahre Fundgrube. Neben Bildbänden und Literatur über Tunesien gibt es auch CDs und wunderschöne Postkarten. | 9 Rue Sidi Ben Arous
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Zentraltunesien
Patisserie Ben SoukranaKairouans Spezialität ist makhroud, und Ben Soukrana ist die älteste und beste Konditorei der Stadt. | Rue R'dat el-Hadit
TeppicheSie werden zahllose Angebote und Einladungen bekommen, einen Teppichladen zu besuchen. Beachten Sie die Informationen und Tipps im Kapitel „Einkaufen“.
Société l'Univers de la Soie NaturelleIn dem Laden in einer Seitenstraße der Medina bekommen Sie handgewebte Seidenschals, außerdem elegante Seidenpantoffeln und Kissenbezüge. | 1 Rue el-Mansour
SouksDie Souks von Sousse sind ein einziges riesiges Einkaufsparadies. Sie bekommen hier tunesisches Kunsthandwerk und sehr preiswerte und schicke Schuhe; Jugendliche können begehrte Schuhmarken zu einem günstigen Preis erstehen. Aber Achtung, viele sind gefälscht!
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Südtunesien
Märkte und SouvenirsAuf dem Markt von Midoun und in Guellala bekommen Sie schöne Keramikwaren, die allerdings nicht aus Djerba, sondern aus Nordtunesien stammen. Ein beliebtes und in allen Läden verkauftes Souvenir sind Naturschwämme aus den Gewässern um die Insel.
Essen und Trinken
Essen und Trinken
Nordtunesien
Le Petit MousseDas Restaurant ist eine kleine französische Enklave mit offenem Kamin und Klassikern wie steak au poivre. | Route de la Corniche | Tel. 72432185 | kein Ruhetag | €€€
Sport NautiqueDas Restaurant zwischen altem und neuem Yachthafen wirkt sehr kühl, überzeugt aber mit bester Fischküche und frischen Austern. | Quai Tarak ibn Ziad | Tel. 72432262 | im Ramadan geschlossen | €€
Angolo VerdeDer Trenditaliener in Hammamet, besonders an Wochenenden gern besucht; gute Pizzas und Pasta. | 2 Avenue de la République | Tel. 72280073 | kein Ruhetag | €€
Chez AchourBeliebt wegen der Panoramaterrasse, doch auch im mit Teppichen und Schnitzereien dekorierten Innern schmecken Lamm und Fisch vom Grill. | Rue Ali-Belhaouane | Tel. 72280140 | kein Ruhetag | €€
Le MarevaDie Provence zu Besuch in Hammamet-Yasmine: In südfranzösischem Ambiente zeigt die Küche ihre Stärken sowohl bei mediterranen als auch bei köstlichen tunesischen Gerichten. | Marina | Tel. 72241244 | kein Ruhetag | €€€
Resto VertMinirestaurant und Café mit großer Snackauswahl (briks, Omeletts, Sandwiches) und Pasta. | Avenue de la Republique | kein Ruhetag | €
AndalousDas hübsches Café mit seinen dekorativen Majolikawänden ist stets gut besucht und bei Einheimischen wie Touristen beliebt. | Avenue Habib Bourguiba | €
KhémirTunesische Gerichte wie brik oder ojja, dazu eine große Auswahl an Fisch (Preis nach Gewicht) und Meeresfrüchten. Die Küche ist beständig und gut. | Avenue Habib Bourguiba | Tel. 78671586 | kein Ruhetag | €€
Restaurant des Hotels Les MimosasElegantes Ambiente, aufmerksamer Service, ein herrliches Panorama und frankoarabische Küche, in der ebenfalls frischer Fisch den Ton angibt. | Tel. 78673028 | kein Ruhetag | €€
AndalousDie Spezialität dieses sympathischen Restaurants mit andalusischem Flair in der Neustadt sind gute tunesische Standards wie Couscous oder Lammspieße. | 13 Rue de Marseille | Tel. 71241750 | So geschl. | €€
Dar Hammouda PachaDas Palais in der Medina stammt aus dem 17. Jh.; die Einrichtung vereint Tradition mit dem 21. Jh., die Küche schwelgt in Rezepten und Gewürzen rund ums Mittelmeer. | 17 Rue des Tamis | Tel. 71566584 | mittags und So geschl. | €€€
EssarayaEin wunderschönes ehemaliges Adelspalais in der Medina bildet den Rahmen für dieses Edelrestaurant, dessen großbürgerliche tunesische Küche erfolgreich mit dem üppig-orientalischen Ambiente konkurriert. | 6 Rue Ben Mahmoud (Bab Ménara) | Tel. 71560310 | So geschl. | €€€
La Rose des SablesGleich am Beginn der Souks hinter dem Bab el-Bahr können Sie in diesem sympathischen Caférestaurant auf eine Pizza oder ein Glas Minztee einkehren. | 5 Rue Djammaa ez-Zitouna | Tel. 71327928 | So geschl.
Chez SlahKleines Lokal in der Neustadt, auf Fisch spezialisiert; preiswertes Menü. | 14 bis Rue Pierre de Coubertin | Tel. 71258888 | Mo geschl. | €€
ZitounaIm überwölbten Teil kurz vor der Großen Moschee gelegen, ist dieses einfache, hübsch mit zelliges dekorierte Caférestaurant vor allem bei Einheimischen beliebt. Die Küche ist schnörkellos und gut. | Rue Djammaa ez-Zitouna | So geschl. | €
Essen und Trinken
Zentraltunesien
KarawanIn dem Restaurant unweit der Post bekommen Sie einfache, aber schmackhafte tunesische Gerichte, à la carte oder als preiswertes Menü; hier wird kein Alkohol ausgeschenkt. | Rue Sokraina bint al-Hussein | Tel. 77232556 | kein Ruhetag | €
SofraAnspruchsvolle tunesische und internationale Küche im Hotel Kasbah, in den Räumen der ehemaligen Festung von Kairouan. | Avenue Ibn El Jazzar | Cité de la Mosquée | Tel. 77237301 | kein Ruhetag | €€
Café La MedinaGeschmackvoll orientalisch eingerichtet und mit Tischen im Freien ist das Café gegenüber der Großen Moschee ein idealer Ort, um sich zu erholen und eine chicha zu rauchen. | Place de la Grande Mosquée
Le LidoDas Restaurant gegenüber dem Hafen ist berühmt für seine frischen, schmackhaft zubereiteten Fischgerichte. | Avenue Farhat Hached | Tel. 73681339 | kein Ruhetag | €€
Café el KasbahEin buntes Sammelsurium von Möbeln und Dekor aus allen Teilen Tunesiens bildet die Einrichtung dieses originellen Cafés in der Medina; für den kleinen Hunger gibts Omeletts, briks und Nudelgerichte. | Rue Souk el-Caid | tagsüber bis 20 Uhr
L'EscargotDas Restaurant serviert stets frischen Fisch und Meeresfrüchte; das Fleisch kommt vom Holzkohlegrill. Spezialität des Hauses sind, wie der Name sagt, Schnecken. | 87 Boulevard de la Corniche | Tel. 73224779 | kein Ruhetag | €€
Le LidoDas angenehme Restaurant mit holzgetäfelten Räumen gegenüber dem Hafen ist auch bei Tunesiern sehr beliebt und daher häufig voll; Couscous erhalten Sie hier auch ohne Vorbestellung. | Boulevard Mohammed V | Tel. 73225329 | kein Ruhetag | €€
Essen und Trinken
Südtunesien
BaccarEines der Restaurants der ersten Stunde in Houmt Souk und sehr gelobt für die stets frischen Fischgerichte. | Place Hedi Chaker | Tel. 75650708 | kein Ruhetag | €€
Dar DhiafaIm Restaurant des charmanten Hotels in Hara Seghira (Erriadh) wird Ihnen eine überaus wohlschmeckende Fusion mediterraner und tunesischer Küche serviert. | Tel. 75671166 | tgl. 12–14 und 19–22 Uhr | €€
El-GuestileDas charmante Restaurant in Midoun schmückt sich mit hübschem Keramikdekor und Jasminkaskaden. Die Küche serviert tunesische Standards, die von guter Qualität sind. | 21 Rue Marsa Ettefa | Tel. 75657724 | kein Ruhetag | €€
PapagalloItalienische Spezialitäten gibt es häufig in Tunesien, aber hier kommen Pizza, Lasagne und Spaghetti aus fachkundiger italienischer Hand und schmecken ganz hervorragend! | Avenue Habib Bourguiba | Mobiltel. Tel. 21416216 | kein Ruhetag | €€
Ali BabaEinfache tunesische Standardküche in einem angenehmen Innenhof. | 5 Avenue Habib Bourguiba | Tel. 75472498 | kein Ruhetag | €
La RosaDas einfache Restaurant im Zentrum wird aufmerksam und sympathisch geführt. Es gibt wohlschmeckende tunesische Spezialitäten wie die doigts de fatima. | Avenue du 7 Novembre | Tel. 75471660 | €
Tej ElkhayemSpeisen unterm Sternenhimmel oder bei kühler Witterung in Beduinenzelten am Rand der Dünen. Zu Couscous oder gegrilltem Lamm gibt es oft auch Folklorevorführungen. | Zwischen Festivalgelände und Hotel Méhari | Tel. 75472446 | kein Ruhetag | €€
De l'OasisGabès' beliebtestes und viel gelobtes Restaurant gibt es bereits seit 1949. Die Klassiker tunesischer Küche finden sich ebenso auf der Karte wie zum Beispiel Paella. | 15 Avenue Farhat Hached | Tel. 75270087 | kein Ruhetag | €€
La FontanaÜberkommt Sie in der Wüste das unstillbare Bedürfnis nach Pizza und Pasta? In Signora Robertas Restaurant bekommen Sie italienische Küche mit tunesischer Würze und römischem Charme! | Gegenüber dem Parkplatz des Dar Cheraït | Tel. 76462776 | kein Ruhetag | €-€€
Café Maure Le JeridDas hübsche maurische Café ist Treffpunkt der Jugend und der Touristen. | An der Route Touristique am großen Tonkrug
TozorousDas orientalisch eingerichtete Restaurant führt neben tunesischen Standardgerichten auch brochettes mit Kamelfleisch, Putenkebab und die scharfe Gemüsesuppe chorba. | 86 Avenue Abou el-Kacem ech-Chebbi | Tel. 95603783 | kein Ruhetag | €€
Freizeit und Sport
Freizeit und Sport
Nordtunesien
GolfEs gibt zwei Golfplätze: Golf Citrus mit zweimal 18-Loch (Tel. 72226500 | www.golfcitrus.com) und den besonders schön gelegenen Golf Yasmine (18-Loch | Tel. 72227001 | www.golfyasmine.com). Auf beiden Plätzen sind Gastspieler willkommen.
Tabarka GolfDer 18-Loch-Platz mit elegantem Clubhaus zählt zu den schönsten Tunesiens. Eingebettet in Hügellandschaft mit Korkeichen und Pinien, dazwischen kleine Seen und stets der Blick hinüber auf das Meer – ein Genuss für passionierte Golffans. | An der Route Touristique östlich des Orts | Tel. 78670038 | www.tabarkagolf.com | Greenfee 37 Euro/Tag
TauchenMehrere Tauchschulen, die meist zu den Hotels gehören, bilden in Kursen nach PADI- oder CMAS-Standards aus. Loisirs de Tabarka veranstaltet zusätzlich Schnorchel- und Tauchausflüge zu dem unter Naturschutz stehenden Inselarchipel Îles de la Galité, wo Sie mit etwas Glück Mönchsrobben und Meeresschildkröten beobachten können. | Port de Plaisance | Tel. 78670664 | www.loisirsdetabarka.com
Freizeit und Sport
Zentraltunesien
Mahdias StrandDer helle Sandstrand erstreckt sich von der Altstadt in einem weiten Bogen nach Norden; am Strand Verleih von Tretbooten, Windsurfbrettern etc.
Freizeit und Sport
Südtunesien
FreizeitangeboteAn den Hotelstränden im Nordosten finden Sie ein großes Sport- und Freizeitangebot.
GolfDie drei 9-Loch-Greens des Djerba Golf Club unweit der Hotels Djerba Plaza stellen Anfänger ebenso zufrieden wie Fortgeschrittene. | Tel. 75745055 | www.djerbagolf.com
KitesurfenDie deutschsprachige Kite- und Windsurfschule Les Dauphins liegt im Süden Djerbas an der Bucht zwischen der Insel und der Landzungen von Zarzis. Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene, auch mit Kitebuggys. | Mobiltel. Tel. 00216/98966112 | Fax 75705844
SträndeDjerbas Hauptstrand ist die 17 km lange Plage de Sidi Mahrès im Nordosten. Er ist bis zu 50 m breit und fällt flach ins Meer ab. Liegestuhl- und Sonnenschirmverleih, diverse Sportangebote sowie Imbissbuden und Cafés sind zahlreich vertreten. Daran schließt nach Südosten der deutlich schmalere, stellenweise auch steinige Strand von Seguia an.
DromedarreitenDer ein- bis dreistündige Ritt auf dem Kamel durch die Dünenwüste gehört zum klassischen Ausflugsprogramm; die Kamelführer sind im Syndicat d'Initiative organisiert. Dort bekommen Sie Auskunft über die aktuellen Preise (hinter dem Touristenbüro Tel. 75470341). Intensiver ist das Erlebnis im Rahmen einer mehrtägigen Trekkingtour, wie sie u.a. Douz Voyages anbietet; übernachtet wird in Nomadenzelten. Ziel ist z. B. Ksar Ghilane. | Douz Voyages | 7 Avenue Taieb Mehiri | Tel. 75470178 | www.chez.com/douzvoyages
Golf OasisDer von Ronald Fream gestaltete 18-Loch-Parcours ist umstritten, denn schließlich benötigt so ein Green in der Wüste jede Menge Wasser – dennoch, Freunde des grünen Sports werden über die Anlage und das exotische Ambiente begeistert sein. | www.tozeuroasisgolf.com
Sahara QuadsDie sympathischen Besitzer Miloud und Karim organisieren Quadtouren in die Umgebung; auch Mehrtagesfahrten bis nach Ksar Ghilane sind möglich. Die Quads sind sehr robust. Auch Chottsegeln mit Landseglern ist im Angebot. | Gegenüber dem Museum Dar Cheraït | Tel. 76454800
Sehenswertes
Sehenswertes
Nordtunesien
KasbahDie in byzantinischer Zeit erbaute und im 17. Jh. erweiterte Festungsanlage nördlich des alten Hafens ist zugleich das älteste Wohnviertel von Bizerte. Im Schutz der Mauern breitet sich ein Labyrinth von Gassen und Sackgassen aus. Den besten Überblick haben Sie von der Festungsmauer, remparts, auf die Sie vom Hafen aus hinaufsteigen können. | Juli/Aug. tgl. 9–12.30 und 16–24, Sept.–Juni Mo 15–19, Di–So 9–12 und 15–19 Uhr | 0,5 TND
Vieux PortEin Idyll im Herzen der Altstadt: Die Mauern der Kasbah und des gegenüberliegenden Forts el-Hani bilden einen schützenden Wall um das Hafenbecken, bunt bemalte Boote dümpeln am Kai. Gegen Abend füllen sich die Cafés, Wasserpfeifen werden bereitgestellt und Teekessel angeworfen, während die Fischer mit ihren bunt beleuchteten Booten zum nächtlichen Fang hinausfahren.
Centre Culturel International Dar SebastianMit dem rumänischen Millionär Georg Sebastian begann 1926 Hammamets Aufstieg zum Seebad, damals allerdings nur für die bessere Gesellschaft. In seiner elegant eingerichteten Villa empfing er Hautevolee und Intellektuelle wie André Gide, Coco Chanel und Winston Churchill. Eingebettet in einen üppigen Garten, ist das Anwesen heute noch Anziehungspunkt für Künstler, wenn das Festival International d'Hammamet stattfindet. | 97 Avenue des Nations Unies | tgl. 8–18 Uhr | 2 TND
Dar HammametDas Museum zeigt traditionelle Trachten und Kleidung, darunter die sieben Roben, die eine Braut während der sieben Tage dauernden Hochzeit trägt. | Medina | tgl. 8–18 Uhr | 1,5 TND
MedinaZwei tiefe Tordurchgänge führen durch die Stadtmauer in die Medina mit zahlreichen Souvenirgeschäften im Umfeld der Kasbah. Eine schlichte Moschee und Wohnhäuser mit dekorativen Holzportalen säumen die schmalen Gassen. Die Kasbah bietet Ihnen einen schönen Blick über die Dachterrassen der Medinahäuser und über die Bucht; ein maurisches Café im höchsten Turm serviert Mokka und Erfrischungsgetränke. | Tgl. 8–18 Uhr | 3 TND
Medina MéditerraneaDie künstliche Medina ist Mittelpunkt der Hotelzone Hammamet-Yasmine südlich der Stadt; ein hübsches Konglomerat der schönsten tunesischen Altstadtecken von Tunis bis Tozeur wurde hier nachgebaut. Restaurants und Cafés sorgen fürs leibliche Wohl, eine Vielzahl an Läden für Einkaufsvergnügen.
AiguillesDie spitz erodierten Felsnadeln am westlichen Ende der Strandpromenade sind Tabarkas Wahrzeichen. Schöner Blick aufs Fort!
BasiliqueDie Basilika diente ursprünglich als römische Zisterne, später als katholische Kirche, zuletzt als Museum. Schöne Mosaikfußböden im Innern, doch leider ist sie auf unbestimmte Zeit geschlossen.
Fort GénoisDie Festung wurde im 17. Jh. auf einer vorgelagerten Felsinsel errichtet. Heute führt ein Damm hinüber – allerdings ist außer den alten Mauern noch nichts zu sehen, weil die Arbeiten am geplanten Museum nicht recht vorankommen.
Avenue Habib BourguibaDie vielspurige Straße führt durch die Neustadt zur Medina. Der von Platanen beschattete Mittelstreifen ist sozusagen Tunis' Corso. Hier geht man spazieren, trifft Freunde, kauft Zeitungen oder die duftenden Jasminsträußchen. Neben dem Theater (Ecke Rue de la Grèce) und dem Hotel Carlton (Nr. 31) gibt es eine ganze Reihe weiterer, schön restaurierter Art-déco-Häuser zu bewundern. Der tunesische Gelehrte Ibn Khaldoun (1332–1406) bewacht von seinem Denkmalsockel den Platz vor der Kathedrale. Hier verengt sich die Avenue Bourguiba zur Avenue de la France und endet am Medinator Bab el-Bahr.
Bab el-Bahr/Porte de FranceErst Mitte des 19. Jhs. wurde dieses Stadttor errichtet; die Franzosen rissen die Medinamauern ab und ließen es etwas beziehungslos mitten auf der Place de la Victoire stehen. Dahinter führen zwei schmale Gassen in die Dämmerwelt der Souks.
Dar Bach HambaEine italienische Stiftung hat in dem herrlichen Medinapalais aus dem 17. Jh. ein Museum und Kulturzentrum der mediterranen Künste mit wechselnden Ausstellungen eingerichtet. Alleine die wunderbaren Majolikamosaike an den Wänden lohnen den Besuch. | 9 Rue Bach-Hamba | Mo–Sa 9–17 Uhr | Eintritt 2 TND
Dar Ben AbdallahDas von außen schlichte Haus stammt vom Ende des 18. Jhs. und birgt das volkskundliche Museum Musée des Arts et Traditions Populaires. Sobald Sie es durch den charakteristischen abgeknickten Gang betreten, finden Sie sich im prunkvollen Zuhause einer Patrizierfamilie wieder. Der Knick sollte die Bewohner vor ungebetenen Blicken schützen, wenn sie sich im Innenhof aufhielten. Vom Hof führen prunkvolle Portale in die originalgetreu rekonstruierten Räume. Wertvolle Koranausgaben, antike Waffen, Brautschmuck und Kleidung vervollständigen die Ausstellung. | Impasse Ben Abdallah | Mo–Sa 9.30–16.30 Uhr | 2 TND
Djammaa ez-Zitouna/Große MoscheeDie Rue Djammaa ez-Zitouna führt vom Bab el-Bahr direkt auf die Moschee zu. Im 8. Jh. entstand ein erstes Gotteshaus, das mehrmals umgebaut wurde. Ab dem 13. Jh. avancierten die Zitouna und die ihr angeschlossenen Lehranstalten, die Medresen, zur bedeutendsten Hochschule des Landes und zur drittwichtigsten der islamischen Welt. Neben Theologie wurden Philosophie, Astronomie und Medizin unterrichtet. Heute ist die Ausbildung der Studenten an die Universität von Tunis verlagert. 184 von antiken Kapitellen aus Karthago gekrönte Säulen gliedern den Gebetsaal. Nichtmuslimen ist der Zutritt untersagt; sie können allerdings vom Innenhof aus einen Blick auf den im Dämmerlicht liegenden Raum erhaschen. Sehenswert ist das schöne Vierkantminarett mit Stuck- und Majolikadekor. | Sa–Do 8–14.30, Fr 8–12.30 Uhr | 2 TND
Mosquée de Sidi YoussefAnfang des 17. Jhs. wurden die Souks von Tunis unter türkischer Herrschaft erweitert. Der Bau der Sidi-Youssef-Moschee 1616 versammelte die besten Kunsthandwerker des Landes und läutete durch seine Architektur eine neue Ära ein: Hofmoscheen mit Vierkantminarett waren passé – nun wurde mit einem schmalen Achteckminarett und stark verkleinertem Hof gebaut. Die Moschee und das dazugehörige Mausoleum des Youssef Dey können nicht besichtigt werden, aber das Äußere ist durchaus ansprechend. | Rue Sidi Ben Ziyad
Mosquée Hammouda PachaUnter türkischer Ägide entstanden 1655 auch Moschee und Mausoleum des Hammouda Pacha mit einem noch eleganteren achteckigen Minarett und üppigem Dekor.
Musée National du BardoDas archäologische Museum zeigt eine der größten römischen Mosaikensammlungen weltweit. Die Mythenwelt Roms, nordtunesische Landschaften, das Getier des Meers und der Lüfte – diese Motive finden sich an Böden und Wänden des ehemaligen Beypalasts. Zu den berühmten Mosaiken zählt eine Darstellung des Dichters Vergil, dem zwei Musen die Verse der „Aeneis“ eingeben (3. Jh.). Das Museum beleuchtet auch die punische und frühchristliche Zeit. | Quartier Bardo | am Ende der Avenue du 20 Mars | Di–So April–Sept. 9–17, Okt.–März 9.30–16.30 Uhr | 6 TND
SouksSouk, Markt, heißt der Innenstadtbereich, dessen schmale Gassen, Sackgassen und Plätze von winzigen Läden gesäumt und gegen die Tageshitze mit Strohmatten oder Tonnengewölben geschützt sind. Jedes Gewerbe hat seinen eigenen Souk: Der Souk des Libraires vereint die Buchhändler gleich neben der Großen Moschee; im Souk et-Attarine glitzern winzige Parfümfläschchen in den Auslagen, und Opferkerzen hängen von der Ladendecke. Der Souk ech-Chechia ist einer der interessantesten: Hier werden die Filzkappen, chechias, die Zierde jedes traditionsbewussten Tunesiers, aufgebürstet und verkauft. Neben den klassischen weinroten gibt es neuerdings auch chechias in poppigen Farben, die bei der modebewussten Jugend beliebt sind. Im Souk et-Trouk sind die Teppich- und Souvenirläden versammelt. Ein jeder wirbt mit seiner Dachterrasse und dem Panoramablick über die Medina, um Kunden anzulocken. Im Souk el-Berka wurden noch bis weit ins 19. Jh. Sklaven versteigert. Obwohl die Souks auf den ersten Blick recht unübersichtlich wirken, können Sie sich ruhig treiben lassen. An den meisten Verzweigungen weisen Schilder zu nahen Sehenswürdigkeiten und damit auch wieder aus dem Gassengewirr hinaus.
Tourbet Aziza OthmanaAziza Othmana war eine überaus mildtätige Dame. Kurz vor ihrem Tod 1669 schenkte sie ihren Sklaven die Freiheit, gründete ein Hospital und richtete mit ihrem Vermögen eine Stiftung zu Gunsten junger Mädchen ein. Ihr Grabmal wird von den Tunesiern sehr verehrt und darf auch von Nichtmuslimen besucht werden. Im Innern vereinen sich Majolikamosaike und Stuck zu harmonischer Schönheit. | 9 Impasse Echmahia | unweit der Moschee Hammouda Pascha
Tourbet El-BeyNoch ein Grabmal, diesmal die Begräbnisstätte der Husseinitendynastie etwas abseits der Souks in dem ruhigeren Wohnviertel der Medina. Im 18. Jh. errichtet, lässt es in seinem verspielten Dekor italienische Einflüsse erkennen. Über 160 Gräber befinden sich in diesem mit Marmor, Stuck und zelliges, Majolikamosaiken, geschmückten Mausoleum; ein Turban am Kopfende weist auf männliche Bestattete hin. | Rue Tourbet el-Bey | Mo–Sa 9.30–16.30 Uhr | 2 TND
Les Trois Medersas/Drei MedresenNur wenige Schritte von der Großen Moschee entfernt verbergen sich hinter hohen Portalen drei am Ende des 18. Jhs. erbaute Medresen, ehemalige Lehranstalten der Zitouna-Moschee. Einzig in der Medersa du Palmier wird noch der Koran unterrichtet; die Medersa Bachia, kenntlich an dem Brunnen davor, dient heute der Ausbildung junger Kunsthandwerker. Besichtigen können Sie die Medersa Slimania. Rund um den Innenhof gruppieren sich die Zellen der Studenten; den kleinen Gebetssaal schmücken Säulen aus dem römischen Karthago. | Rue des Libraires | unregelmäßige Öffnungszeiten
Sehenswertes
Zentraltunesien
Bassins des AghlabidesDie beiden im 9. Jh. von der Aghlabidendynastie angelegten Bassins sind Meisterwerke der arabischen Wasserbaukunst. Sie wirken kreisrund, haben aber 48 bzw. 17 Ecken und speicherten das per Aquädukt von den 36 km entfernten Bergen des Djebel Cherichera herangeführte Wasser. | Rue Ibn al-Aghlab | Juli/Aug. tgl. 7–13.30, Sept.–Juni Sa–Do 8–17.30, Fr 8–12 Uhr | Sammelticket
Bir BaroutaDas Schöpfrad des Brunnens im Herzen der Medina wird von einem im Kreis laufenden Kamel angetrieben. Das Wasser gilt als heilig und wird, in Plastikflaschen abgefüllt, an die Pilger verkauft. | Avenue du 7 Novembre | tgl. 8–17.30 Uhr | Sammelticket
Djamaa Sidi Oqba/Große MoscheeNur wenige Bauwerke dokumentieren so eindrucksvoll die Herkunft des Islam aus der Wüste wie diese aus Lehmziegeln errichtete und mehrmals umgebaute Moschee. Wie ein Bollwerk stemmen sich Mauern, Bastionen und Minarett fast gänzlich schmucklos der städtischen Umtriebigkeit entgegen; Erdfarben und klare Linien fordern im marmorgepflasterten Innenhof auf zur Ruhe und Besinnung. Unter ihm befindet sich eine Zisterne, in die Regenwasser durch kunstvoll gearbeitete Siebe im Boden abläuft. Das Fundament des dreistufigen, wuchtigen Minaretts stammt aus dem 8. Jh., die schattigen Arkaden wurden unter Verwendung antiker Säulenkapitelle im 9. Jh. erbaut. Dem Minarett gegenüber nimmt der Gebetssaal die südöstliche Hälfte der Moschee ein. Durch eines der 17 reich mit Schnitzereien geschmückten Portale können Sie einen Blick ins Innere werfen, der Zutritt ist Nichtmuslimen verwehrt. 414 aus antiken Stätten hierher gebrachte Säulen unterteilen den im Dämmerlicht liegenden Raum in 17 Schiffe. Den Toren gegenüber liegen Kiblawand und Mihrabnische, in deren Richtung sich die Gläubigen zum Gebet verbeugen. Die Mihrab ist das wertvollste Ausstattungselement der Moschee, sie ist ausgelegt mit Lüsterkacheln aus dem Zweistromland; der 862 angefertigte Predigtstuhl daneben ist der älteste der islamischen Welt. Das Lalla Rihana-Tor in der Ostmauer wird von antiken Säulen und mächtigen Hufeisenbögen gestützt und diente als Eingang für Privilegierte. | Sa–Do 8–14, Fr 8–12 Uhr | Sammelticket
Medina/SouksEine 4 km lange, von vier Toren durchbrochene Stadtmauer aus Lehmziegeln umfasst die Medina nahezu vollständig. In ihrem Schutz breitet sich beiderseits der Avenue du 7 Novembre Wohn- und Handwerksgassen, Marktstraßen und Plätze aus, die teils noch völlig untouristisch und ursprünglich das authentische Bild einer arabischen Altstadt vermitteln.
Mosquée des Trois Portes/Moschee der drei PfortenZwischen die Wohn- und Handwerkshäuser des Weberviertels gesetzt, ist diese 866 von einem reichen Kaufmann gestiftete Moschee ein ungewöhnliches Bauwerk: Ihre Fassade nehmen vollständig die drei nebeneinanderliegenden Portale ein. Die Steinmetzarbeiten der Umrandungen in zierlicher Kufischrift und mit bewegtem Rankenwerk sind verspielter Kontrast zur Strenge der Großen Moschee. | Rue de la Mosquée des Trois Portes (kein Zutritt für Nichtmuslime)
Musée du Tapis/TeppichmuseumKairouan ist Teppichstadt, doch sollten Sie sich vor dem Teppichkauf im staatlichen Museum über die Vielfalt von Farben und Mustern informieren. Hier werden auch die staatlichen Zertifikate vergeben, die jeder Teppich besitzen sollte. Sie bestimmen die Qualität und legen einen empfohlenen Verkaufspreis fest. | Avenue Ali Zaouaoui | Mo–Do 8.30–13 und 15–17.45, Fr/Sa 8.30–13 Uhr
Zaouia de Sidi Abid el-GharianiEine Zaouia ist die Grabstätte eines Heiligen, der eine Moschee und eine Medersa angeschlossen sind. Sidi Abid el-Ghariani lebte im 14. Jh., seine Zaouia dient heute als Sitz der Gesellschaft zum Erhalt der Medina (ASM), weshalb Sie dieses herrliche Bauwerk der Blütezeit maurisch-andalusischer Kunst in Ruhe bewundern können. Spitzenfeiner Stuck und zierliche Holzmalereien sind atemberaubend schön. | Rue Sidi Abid el-Gariani | tgl. 8–17 Uhr | Sammelticket
Zaouia de Sidi Sahab/BarbiermoscheeDer hier Beigesetzte und Verehrte war zwar nicht der Barbier, aber doch ein enger Vertrauter des Propheten. Sein Grab liegt außerhalb der Medina in einem im 17. Jh. erbauten Mausoleum, dessen üppiges Dekor mit bunten Fayencen, Stuck und Malerei den Geschmack der osmanischen Herrscherdynastien spiegelt. Die Zaouia ist ein bedeutendes Pilgerziel; vor allem junge Frauen erhoffen sich Fruchtbarkeit durch die baraka des Heiligen. | Avenue el-Moez ibn Badis | tgl. 8–18 Uhr | Sammelticket
Bordj el-KebirDie von Türken im 16. Jh. errichtete Festung fast am Ende der Halbinsel steht wahrscheinlich dort, wo sich im 10. Jh. der Fatimidenpalast befand. Über die Wehrmauer genießen Sie einen schönen Blick über die Altstadt und den Hafen, vor allem aber über den großen islamischen Friedhof am Fuß des Bordj el-Kebir. | Di–So 9–13 und 15–18, Winter 9–16 Uhr | 3 TND
Grande MosquéeVon den Fatimiden 916 errichtet, wurde die Große Moschee im 16. Jh. zerstört, 1960 aber nach Originalplänen wieder aufgebaut. Durch einen monumentalen Torbau gelangen die Gläubigen in den arkadengesäumten Innenhof und in den schlichten Gebetssaal. Über der Mihrabnische erhebt sich eine schön dekorierte Kuppel. Nichtmuslime haben nur Zutritt zum Innenhof. | Di–So 8–13 Uhr | 1,5 TND
MedinaDie kleine Altstadt entlang der Rue Obeïd Allah ist schnell besichtigt. Idyllisch ist die Place du Caire mit dem Café Gamra; an der Südseite sind mit eleganten Steinmetzarbeiten geschmückte Torbögen zu bewundern. In zahlreichen Weberateliers stellen Männer Seidenstoffe und Schals her, für die Mahdia berühmt ist. Die meisten lassen sich gern bei der Arbeit zusehen.
Skiffa el-KahlaWie befestigt Mahdia war, können Sie an diesem 1554 erbauten mächtigen Stadttor sehen. Es führt von der Neustadt in die Medina und zugleich vom Festland auf die Halbinsel. Der Durchgang ist mehrfach geknickt – an diesen Stellen befanden sich früher massive Torflügel – und 40 m lang.
Catacombes du Bon PasteurDer Eingang zu den frühchristlichen Katakomben liegt südwestlich der Medina in der Neustadt. In Sousse wurden vier Katakomben mit über 15000 Grabstätten gefunden. Die des Guten Hirten (2.–4. Jh.) sind auf einer Länge von 230 m zugänglich. | Rue Abdel Hamid Essaka | Di–So 9–19, im Winter–17 Uhr | 1,5 TND
Grande MosquéeNach dem Vorbild der Sidi-Oqba-Moschee von Kairouan wurde die Große Moschee als Teil der Stadtbefestigung erbaut und mit zwei Wachtürmen gesichert. Einer wurde im 11. Jh. in ein Minarett umgewandelt. Der Innenhof ist auf drei Seiten von schmucklosen Arkaden umgeben; an der vierten Hofseite liegt der Gebetsraum hinter einer erst im 17. Jh. angebauten Galerie. Wehrhaft und schlicht, vermittelt das Gotteshaus einen Eindruck davon, wie die ersten Moscheen auf tunesischem Boden ausgesehen haben. Für Nichtmuslime ist nur der Innenhof zugänglich. | Sa–Do 8–14, Fr–13 Uhr | 1,5 TND
Musée ArchéologiqueDas Museum in der Kasbah besitzt nach dem Bardo in Tunis die wohl eindrucksvollste Mosaikensammlung: Berühmte Tableaus wie das „Haupt der Medusa“, „Oceanus“ mit Langustenhaaren oder „Dionysos auf dem Triumphwagen“, den Tiger ziehen, sind hier zu sehen. Die meisten stammen aus dem 2./3. Jh. und wurden in der Nähe von Sousse oder El-Djem entdeckt. Der idyllische Museumsgarten lädt zur Rast zwischen Säulenstümpfen und Zypressen. | La Kasbah | Di–So 9–18 Uhr | 3 TND
RibatDer Wehrbau war früher eine Art muslimisches Kloster für Kriegermönche. Eine Kette solcher Ribats schützte die tunesische Küste und diente den Menschen im Angriffsfall als Unterschlupf. Dieses Ribat wurde 821 auf nahezu quadratischem Grundriss mit drei runden Ecktürmen errichtet; der vierte, über 27 m hohe Turm kam wohl später hinzu und bietet heute einen herrlichen Panoramablick über die Medina. Das Zugangstor in der Südmauer ist mit einem gotisch anmutenden Kreuzgratgewölbe geschmückt. Ansonsten ist auch dieser faszinierende Bau völlig schlicht: den Innenhof umgeben die Zellen der Kriegermönche, in der ersten Etage befindet sich ein einfacher Gebetsraum. | Tgl. 8–19, im Winter 8–17.30 Uhr | 3 TND
SouksEs kostet etwas Energie, die erste Barriere der Souvenirläden mit ihren oft übereifrigen Verkäufern zu überwinden, die den Eingang zum Souk blockieren. Aber dahinter eröffnet sich dann ein Reich der Glitzerstoffe und Parfüms, der Schuhe, Halsketten und Kofferradios, der Fleischer und Gewürzverkäufer, dessen Unverfälschtheit wirklich faszinierend ist. Man kann sich zwar leicht verlaufen, aber auch schnell wieder herausfinden – sanft bergauf gehts in Richtung Kasbah, bergab zu Ribat und Moschee.
Sehenswertes
Südtunesien
Djerba ExploreDer Kulturkomplex am Leuchtturm Rass Taguerness besteht aus der Krokodilfarm Animalia, dem Museumsdorf Djerba Heritage, die beide überwiegend Kinder ansprechen (siehe Kapitel „Mit Kindern reisen“), und dem überaus sehenswerten Museum islamischer Kunst, das mit über 3000 Exponaten nicht nur tunesische Kunst, sondern auch die Einflüsse aus dem Vorderen Orient und dem saharischen Raum zum Thema hat. | Sommer tgl. 9–20, Winter bis 17.30 Uhr | 5 TND, Kombiticket 7,30 TND
El-MayDie aus dem 16. Jh. stammende Moschee in der Inselmitte besitzt alle Charakteristika der Ibaditenarchitektur: Der gedrungene, von mächtigen Stützpfeilern stabilisierte Bau ist weiß gekalkt; das Vierkantminarett läuft in einer stumpfen, zuckerhutförmigen Spitze aus; Gebetssaal und die Räume für die Waschungen sind um einen Innenhof angeordnet, unter dem sich die Zisterne befindet. Der äußere Eindruck ist der einer Burg, weniger eines Gotteshauses. Nichtmuslime haben keinen Zutritt.
GuellalaBerühmt ist der Ort (8000 Ew.) im Süden Djerbas für die Kunstfertigkeit seiner Töpfer. Allerdings wird keine dekorative bunte Keramik gebrannt, die Tonwaren sind archaisch und unlasiert. Ein Hügel, die einzige Erhebung Djerbas, liefert den Lehm, aus dem die Töpfer die schweren Tonkrüge zur Aufbewahrung von Lebensmitteln und die kleinen Gefäße für den Krakenfang formen.
Hara Seghira/ErriadhDer Ort 9 km westlich von Houmt Souk besitzt mit der Synagoge La Ghriba das bedeutendste jüdische Pilgerziel Nordafrikas. 586 v. Chr. soll sich die erste jüdische Gemeinde niedergelassen und eine Synagoge errichtet haben. Der heutige Bau entstand erst 1920, doch die darin aufbewahrte Thorarolle zählt zu den ältesten weltweit. 2002 verübten radikale Islamisten einen Anschlag auf La Ghriba. Seither ist die Synagoge streng bewacht. Im Innern können Sie schönes Majolikadekor und üppige Schnitzarbeiten bewundern. Zutritt nur mit Kopfbedeckung. | So–Do 9.30–12.30 und 14.30–17 Uhr, Fr nur vormittags | 1,5 TND
Houmt SoukDie lebhafte Inselhauptstadt (40000 Ew.) an der Nordküste empfängt ihre Besucher mit einer strahlend weißen Medina. Zentrum sind die teils überwölbten Souks zwischen Square Mongi Bali und Place Hedi Chaker. Das Warenangebot besteht zwar fast ausschließlich aus Souvenirs, doch Sie können immer noch Entdeckungen machen, so im Souk des Orvèvres, wo sich zierlicher Filigranschmuck findet. Beim Bummel durch die Altstadt passieren Sie zahlreiche foundouks. Diese dienten den Händlern einst als Warenlager und Unterkunft, einige sind heute zu einfachen Hotels umgebaut. Das im 15. Jh. errichtete Bordj el-Kebir, die große Festung, lässt die kriegerischen Auseinandersetzungen um Djerba in Gedanken wieder aufleben. Es beherbergte berüchtigte Piraten wie Dragut oder die Brüder Barberousse (tgl. 8–19, Winter 9.30–16.30 Uhr | 3 TND).
MidounDjerbas zweitgrößtes Städtchen im Osten (9000 Ew.) ist kaum mehr als ein großer Markt. Keramik, Kaftane und Stoffkamele füllen die Regale. Da Midoun bis ins 19. Jh. Umschlagplatz für den Sklavenhandel war, werden Sie hier vielen dunkelhäutigen Menschen begegnen. Die Umgebung Midouns ist mit zahlreichen menzeln gesprenkelt, den Gutshöfen der Ibaditen. Bei einer Fahrradtour lässt sich diese archaische Kulturlandschaft gemächlich erkunden. Nur 4 km nach Norden finden Sie beispielsweise die aufgelassene Moschee Djamel-Fadhium in typischer festungsartiger Bauweise mit einer Zisterne und einem konisch geformten Minarett.
Musée des Arts et Traditions PopulairesDas Volkskundemuseum von Houmt Souk residiert in einer Zaouia, einem theologischen Komplex mit Moschee und Unterrichtsräumen des 18. Jhs. Im ehemaligen Gebetssaal finden Sie Trachten der Djerbi, die Bibliothek zeigt islamische Manuskripte, weitere Räume widmen sich der Goldschmiedekunst, der Töpferei und weiterem Kunsthandwerk. | Avenue Abd el-Hamid el-Kadhi | Sa–Do April–Sept. 8–12 und 15–19 sonst 9.30–16.30 Uhr | 3 TND
Musée de GuellalaAlltagstrachten, aufwendige Brautkleider, islamische Kalligrafie, Töpferei – das moderne und hübsch gestaltete Museum am höchsten Punkt Djerbas über dem Töpferdorf Guellala zeigt einen sehenswerten Querschnitt der inseleigenen Traditionen. | An der Straße von Guellala nach Sedouikech | Mitte Juli–Aug. tgl. 8–22, sonst 8–18 Uhr | 5 TND
El-Hofra-DüneDie große Düne im Süden, unmittelbar bei der Hotelzone, ist besonders am späten Nachmittag ein herrliches Fotomotiv. Von ihrem Kamm blicken Sie weit über das Sandmeer des Großen Östlichen Erg. Leider werden Sie dieses Vergnügen selten für sich allein haben: Hartnäckige Kameltreiber bieten ihre Tiere für kurze oder längere Exkursionen an. Ein Tipp: Wenn nachts Ruhe einkehrt, können Sie die faszinierende Wüstenlandschaft im kühlen Licht des Mondes ungestört genießen.
MarktAn einem am Ortsrand gelegenen, ummauerten Platz wird am Donnerstagvormittag ein Viehmarkt gehalten. Nomaden und Bauern bringen Ziegen, Schafe, Hühner, Esel und Dromedare nach Douz. Auch Wanderheiler sind mit geheimnisvollen Tinkturen und machtvollen Amuletten vertreten.
Musée du SaharaKleine, aber durchaus interessante Ausstellung über das Leben der Nomaden. | Avenue des Martyrs | Juni–Aug. Di–So 7–11 und 16–19, sonst 9.30–16.30 Uhr | 1,5 TND
Marché JaraDer Markt im Stadtteil Grand Jara besteht aus dem touristischen Teil mit Souvenirshops und dem traditionellen Bereich um die Große Moschee, in dem vor allem Gewürze und das berühmte Henna aus Gabès verkauft werden. Ein Bummel lohnt besonders in den Vormittagsstunden. Montags ist der Markt geschlossen.
Mosquée de Sidi BoulbabaSidi Boulbaba kam im 7. Jh. nach Gabès. Als Gefährte des Propheten wurde er hoch verehrt, und seine Grabmoschee ist bis heute Ziel vieler Pilger. Schön sind das durch elegante Arkaden gegliederte Eingangsportal und der arkadengesäumte Innenhof. In den Gebetsraum mit dem Grab des Sidi dürfen Nichtmuslime nur einen Blick werfen. | Abseits der Straße in Richtung Matmata | unregelmäßige Öffnungszeiten
Musée des Arts et Traditions PopulairesDas kleine Museum residiert in einer Medersa aus dem 17. Jh. Gezeigt werden Hausrat, Trachten und Schmuck aus Südtunesien. Von der Dachterrasse herrlicher Blick auf die Palmenoase. | Neben der Moschee Sidi Boulbaba | Di–So April–Sept. 8–13 und 16–19, sonst 9.30–16.30 Uhr | Eintritt 2 TND
Palmeraie/OaseMit ihren über 300000 Palmen besitzt sie eine imposante Größe. In der Oase liegen kleine Weiler wie das hübsche Chenini und Attraktionen wie ein zurzeit eher kläglicher Zoo, der aber zu einem attraktiven Naturmuseum ausgebaut werden soll. Auch der aus römischer Zeit stammende Damm, barrage romaine, ist kein wirkliches Highlight – doch das dichte Grün der Palmen, das Glucksen und Plätschern des Wassers in den Kanälen und das Zwitschern der Vögel schaffen eine sehr entspannte Stimmung. Am bequemsten erleben Sie die Oase mit der Pferdekutsche, der calèche. Die Fahrer warten in Petit Jara, nicht weit vom Markt, auf Kunden (ca. 25 TND für 4 Fahrgäste).
BelvédèreDieser schöne Aussichtspunkt auf einem Granithügel am Rand der Oase stand ursprünglich einsam zwischen Palmen; nun bilden der Golfplatz und die Hotels der Touristenzone den Rahmen für den Sonnenuntergang über Oase und Chott el-Djerid. Dennoch lohnt der etwa zehnminütige Spaziergang zum Belvédère, denn das Spektakel der über Palmkronen und Salzsee versinkenden Sonne ist wunderschön.
Dar CheraïtDas Museum zeigt wertvolle Exponate des Kunsthandwerks, antike Möbel, Waffen, aufwendige Trachten und Kalligrafien. | Route Touristique | tgl. 8–24 Uhr | 6 TND
Ouled el-HadefAusgangspunkt für die Besichtigung der Altstadt ist die Place Ibn Chabbat im Stadtzentrum. Von hier gehts an der Markthalle entlang zur Rue de Kairouan, die den Stadtteil Ouled el-Hadef von Süd nach Nord durchquert. Die Straße und die davon abzweigenden Gassen sind gesäumt von Stadthäusern in der traditionellen Ziegelarchitektur: Vorkragende Ziegel bilden geometrische Muster an den Fassaden und halten die Mauern durch den Schattenwurf angenehm kühl. Mehrere Häuser stehen zur Besichtigung; vereinbaren Sie auf jeden Fall vorab einen Eintrittspreis!
Musée des Arts et Traditions PopulairesDieses kleine Museum in einem Marabout aus dem 17. Jh. kann mit seinem bunten Sammelsurium an Exponaten zwar nicht mit Cheraïts Kostbarkeiten mithalten, dafür besitzt es aber viel mehr Charme. Den verdankt es Souad Khchim, der enthusiastischen Hüterin dieser Schätze, die jedes Stück anschaulich erläutert. | Rue de Kairouan | Di–So 8–12 und 15–18, Sommer 16–19 Uhr | 1,5 TND
Palmeraie/OaseHauptverbindung zwischen dem Stadtzentrum und der Touristenzone ist die nach dem in Tozeur geborenen Lyriker Abou el-Kacem ech-Chebbi (1909–34) benannte Straße. Kurz nach dem Hotel Continental sehen Sie links die Kutschenstation. Hier können Sie eine calèche für die Rundfahrt durch die Oase mieten oder einen individuellen Rundgang beginnen. Im Mai/Juni können Sie zusehen, wie die Palmen künstlich befruchtet werden. Ab November ernten die Männer die reifen Fruchtstände.
Planet OasisEin riesiges, in der Oase aufgebautes Zelt dient als Kulisse für eine Dinnershow mit guter tunesischer Küche, Bauchtanz, Akrobaten und Trommlern. Sind genügend Interessenten anwesend, startet eine eindrucksvolle Licht-Ton-Schau mit abschließender Fantasia. | Dinnershow um 35 TND, Licht-Ton-Schau 20 TND | Reservierung unter Tel. 76460310 | www.planet-oasis.com
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Nordtunesien
Bizerta ResortDas moderne Strandhotel an der Corniche ist mit Pool, Fitnessraum und Hammam auch für kühle Tage gewappnet. Phantastisches Frühstücks- und Abendbüfett. 100 Zi. | Route de la Corniche | Tel. 72436966 | Fax 72422955 | www.bizertaresort.com | €€€
Bel Azur ThalassaVorteil des Mittelklassehotels mit Bungalows in einem schönen Park ist die Lage nicht weit von Hammamet entfernt. Günstiges Thalassopaket im nahen Wellnesscenter. 320 Zi. | Hammamet-Nord | Tel. 72280544 | Fax 72280275 | www.tunisia-orangers.com | €€
Dar HayetMit fünf Sternen deutlich überdekoriert, aber das einzige kleinere Hotel mit gutem Standard; die Lage am Strand ist unübertroffen. 50 Zi. | Rue Akaba | Tel. 72283399 | Fax 72280424 | www.darhayet.com | €€€
Hasdrubal Thalassa & SpaDer Wellnesstempel in Hammamet-Yasmine, wunderschön und ruhig gelegen und mit allem Komfort gesegnet. Pensionsgäste können zwischen drei Restaurants wählen. Der Clou ist der 5500 m² große Wellnessbereich mit Meerwasserpools, Massagen, Thalasso, Hammam, Sauna, Fitness und Aerobic sowie Schönheitspflege. 200 Suiten | Tel. 72244000 | Fax 72244925 | www.hasdrubal-hotel.com | €€€
AndalousDas empfehlenswerteste unter den Stadthotels mit modern ausgestatteten, komfortablen Zimmern, aber recht laut. 16 Zi. | Avenue Habib Bourguiba | Tel. 78670600 | Fax 78671132 | hotel.andalous@hexabyte.tn | €
Méhari & Méhari ResidenceMéhari, eines der Komfortstrandhotels der ersten Stunde in Tabarka, überzeugt mit sehr guter Ausstattung und freundlichem Personal. Familien seien die Apartments und Bungalows der Residence empfohlen – etwas abseits im Grünen und mit Spielplatz und Pool. 200 Zi. sowie 30 Apartments in der Residence | Tel. 78670184 | Fax 78673943 | www.goldenyasmin.com | €€-€€€
Les MimosasDas Haus besticht durch seine herrliche Panoramalage auf einem Hügel über dem Ort – den Fußweg zum Strand nimmt man da gern in Kauf. Pool und alt eingewachsener Garten sowie modern eingerichtete Zimmer bieten allen Komfort. Reservieren Sie im alten Flügel! 72 Zi. | oberhalb der Avenue Habib Bourguiba | Tel. 78673028 | Fax 78673276 | www.hotel-les-mimosas.com | €€
Les AmbassadeursEtwas abseits vom Zentrum, dafür ruhig am Park Belvedère gelegen. 145 Zi. | 75 Avenue Taieb Méhiri | Tel. 71846000 | Fax 71780042 | www.hotel-ambassadeurs.com | €€
CarltonDas angenehme, jüngst renovierte Mittelklassehotel liegt absolut zentral; die Zimmer nach vorne haben Schallschutzfenster, und es gibt einen Parkplatz. 78 Zi. | 31 Avenue Habib Bourguiba | Tel. 71330644, Tel. 71338168 | www.hotelcarltontunis.com | €€
Dar El-medinaZauberhaftes Haus in der Medina, angelegt um einen Innenhof und mit einer Panoramadachterrasse. Die Zimmer sind traditionell eingerichtet, moderne Kunst setzt interessante Kontraste. Unbedingt rechtzeitig reservieren! 12 Zi. | 64 Rue Sidi ben Arous | Tel. 71563022 | Fax 71563520 | www.darelmedina.com | €€€
La Maison DoréeMittelklassekomfort mit ältlichem Mobiliar, aber freundlicher Service. 50 Zi. | 3 Rue El-Koufa | Tel. 71240631 | Fax 71332401 | €
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Zentraltunesien
KasbahDas wunderschöne Hotel residiert in der ehemaligen Kasbah, wenige Schritte von den Souks und der Großen Moschee entfernt. Es gibt sogar einen Swimmingpool und ein hübsches maurisches Café. 100 Zi. | Avenue Ibn El Jazzar | Cité de la Mosquée | Tel. 77237301 | Fax 77237302 | www.goldenyasmin.com | €€€
SplendidZentral, doch ruhig gelegen; geräumige Zimmer, allerdings nagt der Zahn der Zeit. 40 Zi. | Avenue du 9 Avril 1939 | Tel. 77227522 | Fax 77230829 | €
Mahdia PalaceDas elegante Hotel am Strand von Mahdia besitzt alle Annehmlichkeiten wie z. B. einen riesengroßen Pool, ein Hallenbad, ein hervorragendes Pensionsrestaurant, ein 9-Loch-Green und ein Wellnesscenter, in dem Sie sich mit Thalassotherapie und Kneippkuren verwöhnen lassen können. 450 Zi. | Zône Touristique | Tel. 73683777 | Fax 73683810 | www.mahdiapalace.com | €€€
Karthago El KsarKomfortables, wie eine Lehmburg um die herrliche Poollandschaft erbautes Strandhotel, gepflegter Strand; es gibt auch Studios mit Küchenzeile. 336 Zi. | Boulevard du 7 Novembre | Tel. 73240460 | Fax 73244600 | www.karthagohotels.com | €€€
La MédinaDas einfache Hotel in einem alten Medinahaus befindet sich neben der Großen Moschee; die Zimmer sind alle mit WC und Bad ausgestattet. 50 Zi. | Rue Othman-Osman | Tel. 73221722 | Fax 73221794 | €
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Südtunesien
Übernachten auf DjerbaZahlreiche Hotels aller Kategorien gibt es entlang der Strände von Sidi Mahrès und Seguia. Ausführliche Hotelbeschreibungen und Bewertungen finden Sie auf www.djerba-reiseinfo.de.
Dar DhiafaDieses zauberhafte, geschmackvoll mit ausgesuchten Möbeln eingerichtete Hotel liegt nicht am Meer. Dafür aber werden Sie nach allen Regeln der Kunst verwöhnt. Im Hammam können Sie bei traditioneller Massage entspannen, die Küche ist delikat, der Pool ruhig und intim. 10 Zi. | 4 Suiten | Erriadh | Tel. 75671166 | Fax 75670793 | http://hoteldardhiafa.com | €€-€€€
Dar SalemModernes, familiäres Dreisternehaus in zweiter Reihe am Strand von Sidi Mahrès, mit Swimmingpool und zweckmäßig eingerichteten Zimmern. 24 Zi. | Tel. 75757667 | Fax 75757677 | €€
ErriadhStadthotel in Houmt Souk in einem ehemaligen Foundouk. Hübsche, einfache Zimmer um einen großen Innenhof. 30 Zi. | 10 Rue Mohammed el-Ferjani | Tel. 75650756 | €
Les SirènesDie Anlage in einem alten, eingewachsenen Garten erhielt kürzlich ein Facelifting mit Viersterneneubau und Thalassozentrum; preiswerter sind die älteren Zimmer im Haupthaus. 296 Zi. | Plage de Sidi Mahrès | Tel. 75757403 | Fax 75757267 | €€-€€€
El-MouradiHotel an der großen Düne in einem hübschen Garten mit Pool und Hallenbad; geschmackvolle Zimmer, gutes Restaurant. 180 Zi. | Tel. 75470303 | Fax 75470905 | www.elmouradi.com | €€€
Saharien ParadiseMittelklassehotel in der Palmenoase mit hübsch eingerichteten Zimmern und mehreren Pools. 155 Zi. | Tel. 75471337 | Fax 75470339 | www.sdts.tourism.tn | €€
Hotels in GabèsSehen Sie von einer Übernachtung in Gabès besser ab – Djerba mit seinen angenehmen Hotels ist nicht weit weg! Im Notfall können Sie im Hotel Oasis absteigen und über das zumeist lustlose Personal hinwegsehen (Route de la Plage | Tel. 75270381 | Fax 75271749 | www.sdts.tourism.tn | €€).
Sangho PrivilègeDas komfortable Bungalowhotel liegt am Stadtrand und besitzt ein empfehlenswertes À-la-carte-Restaurant, in dem Sie tunesische und internationale Gerichte bekommen. Hier werden auch Ausflüge zu den Ksour und Höhlendörfern organisiert. 80 Bungalows | Tel. 75860102 | Fax 75862177 | www.sangho-tataouine.com | €€
Dar CheraïtEin unvergleichlich schöner, luxuriöser Palast in bester tunesischer Tradition. Hammam, Wellnessbereich, Pool, vor allem aber die üppig orientalisch ausgestatteten Zimmer machen den Aufenthalt zum Genuss. 110 Zi. | Route Touristique | Tel. 76454888 | Fax 76454472 | www.darcherait.com.tn | €€€
Oasis Dar TozeurKürzlich renoviert, verströmt dieses alteingesessene, zentrale Haus ganz besonderen Charme. Es gibt viel Platz, luftige Innenhöfe und einen großen Pool. 124 Zi. | Place des Martyrs | Tel. 76452300 | Fax 76461522 | €€
Ziele in der Umgebung
Ziele in der Umgebung
Nordtunesien
Cap SerratVon der Straße in Richtung Tabarka gehts nach etwa 70 km bei Sejenane rechts ab zum Cap Serrat. Zu Füßen des Leuchtturms erstreckt sich ein herrlicher Sandstrand, den im Sommer zahlreiche Tunesier auch als Campingplatz nutzen; Duschen und Toiletten sind vorhanden. Hier lässt sich authentisches Familienleben à la tunisienne erleben: Großfamilien picknicken am Strand, komplett bekleidete Damen unternehmen vorsichtige Vorstöße ins Wasser, und die männliche Jugend liefert sich Fußballduelle.
Lac Ichkeul30 km südlich von Bizerte breitet sich bei Tindja das Sumpfgebiet des Lac Ichkeul am Fuß des Djebel Ichkeul aus. Die Unesco hat See und Berg zum Welterbe erklärt, denn sie sind eine wichtige Station der Zugvögel; Hunderttausende überwintern hier, weitere gesellen sich während des Vogelzugs für eine kurze Rast hinzu. Vom kleinen Écomusée, dem Ökomuseum auf einem steilen Hügel, können Sie den Panoramablick über den See genießen und vielleicht einen Wasserbüffel erspähen. | Tgl. 8–17 Uhr | Eintritt frei
NabeulDas moderne Städtchen wenige Kilometer nördlich von Hammamet ist Zentrum der tunesischen Keramikproduktion. Teller, Vasen, Schalen und Fliesen türmen sich zuhauf in den vielen Souvenirläden. Die Auswahl ist riesengroß und die Qualität hoch. Sehenswert ist die hübsche kleine Medina im Zentrum. Der berühmte Marché aux Chameaux, der Kamelmarkt am Donnerstag, ist Touristennepp. Ein empfehlenswertes Restaurant ist das Slovenia: Gehobene tunesische Küche mit internationalen Anklängen wird sehr stilvoll serviert (Rue Abou el-Kacem ech-Chebbi | Tel. 72285343 | kein Ruhetag | €€).
TakrounaDas Berberdorf 36 km südlich von Hammamet thront nahezu unbezwingbar auf einem Felssporn. Täglich fahren mehrere Reisebusse aus den Hotelzonen hinauf. Die Berber ziehen sich dann entweder in ihre Häuser zurück, oder sie betteln bzw. versuchen, irgend etwas zu verkaufen. So gerät der Dorfbesuch schnell zum Spießrutenlauf.
Village KenEin tunesisches Künstlerpaar hat sich mit Ken einen Traum erfüllt: In dem Dörfchen rund 20 km südlich von Hammamet (Eintritt 2,5 TND) fördern und erhalten die beiden traditionelles Handwerk wie Töpferei, Drechslerei und Weberei. Gearbeitet wird nach alt hergebrachten Methoden, und die dabei entstehenden wunderschönen Stücke können Besucher in der Boutique kaufen. Zu Ken gehört außerdem ein Restaurant, das ebenfalls das Überlieferte bei Zutaten und Zubereitung pflegt. Wenn Sie sich in die Anlage verliebt haben, können Sie eines der geschmackvoll dekorierten Gästezimmer beziehen (Village Ken | Bouficha | Sidi Khalifa | Tel. 73252110 | Fax 73252112 | www.villageken.com.tn | €€).
Aïn DrahamDicht mit Eichen- und Kiefernwäldern bestandene Hänge prägen die Gebirgslandschaft der Kroumirie im Hinterland von Tabarka. Knapp 26 km von der Küste entfernt werden Sie sich im Thermalbad Aïn Drahan wie in einem französischen Luftkurort fühlen. Komfortable Hotels und zahlreiche Ferienhäuser im alpinen Stil beherbergen vor allem Jäger, denn die Kroumirie gilt als bestes Wildschweinrevier Tunesiens. Wanderrouten führen auf den 1014 m hohen Djebel Bir (mit herrlicher Fernsicht über die Küste und bis nach Algerien) oder zum gegenüberliegenden Col des Ruines.
Bulla RegiaRund 65 km südlich von Tabarka wichen die Römer von ihren Bautraditionen ab und errichteten ab dem 2. Jh. unterirdische Villen. Die Räume gehen von einem in den Boden gegrabenen Schacht ab, der als Innenhof fungiert. Mehrere dieser Villen wurden in Bulla Regia entdeckt und einige, wie das Palais de la Chasse, so rekonstruiert, dass Besucher eine Vorstellung von der damaligen Wohnatmosphäre bekommen. Grandiose Mosaikfußböden zeigen Jagdmotive (daher auch der Name Palast der Jagd) bzw. in den anderen, nicht immer zugänglichen Villen Szenen aus der römischen Mythologie. Neben den Villen sind ein Theater (2. Jh.) sowie die Großen Thermen (3. Jh.) erhalten. | Di–So Sommer 8–19, Winter 8.30–17.30 Uhr | 2,5 TND
ChemtouRoms Gloria ist in vielen prunkvollen Tempeln und Villen erhalten. Das Marmorbergwerk Chemtou, 80 km südwestlich von Tabarka und nur 16 km von Bulla Regia entfernt, zeigt die dunkle Seite des Imperiums: Ausbeutung von Zwangsarbeitern war die Grundlage des lukrativen Handels mit wertvollem Marmor. Die Fundamente eines Arbeitslagers für 20000 Menschen verdeutlichen die Lebensbedingungen der Bergwerksarbeiter. Gebrochen wurde der Marmor hier bereits von den Numidern. Deren König Micipsa ließ im 2. Jh. v. Chr. ein Höhenheiligtum auf dem Marmorberg errichten, einen überdimensionalen Altar, dessen Rekonstruktion das Museum zeigt. Auf vorbildliche und anschauliche Weise erläutert es die Anlage der Bergwerksstadt Simitthus und zeigt Exponate der Numider (Di–So Sommer 8–19, Winter 8.30–17.30 Uhr | 2,5 TND).
CarthageMit der TGM-Schnellbahn ist es eine halbe Stunde Fahrt von Tunis nach Karthago. Maurische Paläste hinter hohen Mauern, Palmen, die sich im Wind wiegen – nichts an Tunis' Villenvorort Carthage deutet darauf hin, dass man hier buchstäblich auf historischem Boden wandelt: 814 v. Chr. von Phöniziern gegründet, war Quart Haddash Hauptstadt des Punischen Reichs und Beherrscherin der Handelsrouten zwischen Sizilien und der Straße von Gibraltar, bis sie von den Römern 146 v. Chr. zerstört wurde. Im ersten vorchristlichen Jahrhundert von Caesar und Augustus wieder aufgebaut, glänzte die Stadt als Königin der römischen Kolonien in Nordafrika. Nach Roms Niedergang, der Plünderung durch Vandalen und Byzantiner und der Eroberung durch die Araber dienten ihre Tempel als Steinbruch für Moscheen und Paläste von Tunis. Die Archäologen blättern nun Schicht für Schicht Karthagos Geschichte neu auf. Sie beginnt am Tophet (Rue Hannibal | TGM-Station Salambô), jenem von Gustave Flaubert in seinem Karthagoroman „Salammbô“ grausig geschilderten Ort, an dem Tausende Kinder dem blutgierigen Gott Baal Hammon geopfert worden sein sollen. Bis in 4 m Tiefe fanden Archäologen am Opferplatz Urnen und Grabstelen, darunter viele von Kindern. Der Byrsahügel (TGM-Station Dermech) war wahrscheinlich das Herz der punischen Stadt. Auf seiner Kuppe lüftet das Musée National de Carthage die Geheimnisse der punischen Kultur. Dass sie im Gegensatz zu den in Rom kursierenden Gerüchten über finstere Riten eine lebensfrohe und höchst verfeinerte war, bezeugen elegantes Geschirr, Skulpturen und Schmuck. Die im 2. Jh. von Kaiser Antoninus Pius errichteten Thermes d'Antonin (TGM-Station Hannibal) ein Stück weiter nördlich zwischen Hauptstraße und Meer zählten zu den größten und luxuriösesten Badetempeln der römischen Welt. Die aufgerichtete Säule des Frigidariums demonstriert mit stolzen 15 m Höhe, wie monumental diese Anlage gewesen sein muss. Nicht weit entfernt zeigt der Parc Archéologique des Villes Romaines am Beispiel mehrerer römischer Villen und der teilrekonstruierten Maison de la Volière, in welchem Luxus, umgeben von Mosaiken und einem im Patio sprudelnden Springbrunnen, wohlhabende Römer wohnten. Hier befindet sich auch das ebenfalls im 2. Jh. erbaute Theater, Veranstaltungsort des renommierten Festival de Carthage (Museum und Ausgrabungsstätten tgl. April 8–18, Mai–Sept. 8–19, Okt.–März 8.30–17.30 Uhr | Sammelticket 7 TND). Exklusives Design und Transparenz machen die Übernachtung im Hotel Villa Didon zu einem ganz besonderen, wenn auch kostspieligen Erlebnis. Auch das Restaurant wird hoch gelobt (10 Zi. | Tel. 71733433 | Fax 71733488 | www.villadidon.com | €€€).
La Marsa und GammarthIn den beiden Badeorten nördlich von Carthage erwarten schöne Strände, lebhafte Straßencafés und komfortable Hotels die Besucher. La Marsa hat durchaus den Charakter einer Kleinstadt; viele wohlhabende Hauptstädter ziehen den Ort wegen der kühlen Meeresbrise dem stickigen Tunis vor. Deshalb gibt es hier auch viele gute Restaurants. Versuchen Sie das Le Golfe am Strand; frischer und appetitlicher können Fisch und Krustentiere nicht serviert werden (5 Rue Larbi-Zarrouk | Tel. 71748219 | Mo geschl. | €€€) oder legen Sie eine Rast ein im La Berbère, einer Ali-Baba-Höhle der Jeunesse dorée direkt an der TGM-Station (2 Rue el-Hafside). Eine luxuriöse Meerestherme ist das Herzstück des Hotels The Residence. Es ist unbestritten das schönste, elegant und unaufdringlich, mit perfektem Personal und einem wahrlich himmlischen Wellnesscenter (170 Zi. | Côtes de Carthage | Tel. 71910101 | Fax 71910144 | www.theresidence.com/tunis | €€€). Auch in Gammarth säumen zahlreiche Strandhotels und Vergnügungskomplexe die Küstenlinie. Einen Blick ins tiefe Blau von Himmel und Meer werfen die Gäste des Panoramarestaurants Le Grand Bleu auf einem Felssporn über dem Strand (Route de la Corniche | Tel. 71913900 | €€€). Auf dem eleganten Tafelgeschirr landen vorzüglich zubereitete Lobster oder eine temperamentvolle Paella. Wenn Sie kunstvolle Glasarbeiten lieben, sollten Sie hier Sadika besuchen. Ihre traumhaft schönen Vasen, Lampen und Schalen entstammen der perfekten Symbiose tunesischer und venezianischer Glasbläserkunst (Espace Sadika | Zône Touristique).
Sidi Bou SaïdSidi Bou' auf einem Felssporn zwischen Carthage und La Marsa (TGM-Station Sidi Bou Saïd) ist ein maurisches Bilderbuchstädtchen. Wohl kein Ort in Tunesien besitzt so viel mediterranen Zauber. Die schmale, steil bergan führende Hauptstraße des Orts endet am berühmten Café des Nattes, 1914 verewigt auf August Mackes Aquarell „Blick auf eine Moschee“. Bevor Sie sich hier thé à la menthe und eine chicha gönnen, lohnt der Aufstieg durch schmale Gassen bis zum höchsten Punkt, wo Sidi Bou's Verstorbene auf dem Friedhof den wohl schönsten Panoramablick genießen und um nichts mit dem Paradies tauschen möchten. Achten Sie beim Bummel auf die mit Eisennägeln geschmückten Portale der Häuser! Sie sind das einzige Dekor und je nach Ausführung alleiniges Indiz für den Wohlstand des Hausbesitzers. Zu dem Understatement nach außen passt der Palast Ennejma Ezzahra nicht. Orientalischen Prunk, umgeben von üppigen Gärten, wünschte sich sein Besitzer, Baron Rodolphe d'Erlanger (1872–1932), als er sich Anfang des 20. Jhs. in Sidi Bou' niederließ und sich dafür einsetzte, den Ort unter Denkmalschutz zu stellen. Der Palast dient heute als Musikinstrumentemuseum; ab und an finden in den Räumen Jazzsessions oder Maaloufabende statt (Centre des Musiques Arabes et Méditerranéennes | Di–So 9–13 und 14–17 Uhr | 3 TND). Die jahrtausendealte Tradition der Keramikherstellung ist Thema der Ausstellung im Dar Jaziri (29 Rue Habib Thameur | Mai–Sept. tgl. 7–23.30, sonst Di–So 8–20 Uhr | 3 TND). Zu sehen sind Keramiken des 19. Jhs. aus Nabeul, Töpferwaren der im 16. Jh. gegründeten Schule von Quallaline aus Tunis sowie antike Amphoren – das Ganze in den mit Majolikamosaiken reich dekorierten Räumen eines ehemaligen Mausoleums. Wollen Sie hier übernachten? Dann ist das Hotel Sidi Bou Saïd die perfekte Wahl: In einem typischen Stadthaus mit zwei Patios, maurisch eingerichteten Zimmern und einem Pool setzt es den andalusischen Zauber des Orts im Innern fort (Rue Toumi | Tel. 71729666 | Fax 71729599 | www.darsaid.com.tn | €€). Von hier sind es nur wenige Schritte zum Dar Zarrouk (Rue Larbi Zarrouk | Tel. 71740591 | kein Ruhetag | €€€). Das Terrassenrestaurant gehört zum Hotel und verwöhnt mit modern-orientalischer Einrichtung und Küche. Auch das Au Bon Vieux Temps schräg gegenüber lockt mit herrlicher Terrasse, Pianobar und sehr guter internationaler Küche, die ihre Raffinesse tunesischen Beilagen verdankt (59 | Rue Hedi Zarrouk | Tel. 71774788 | kein Ruhetag | €€).
Ziele in der Umgebung
Zentraltunesien
MakhtarDie Stadt 114 km westlich von Kairouan wurde im 3. Jh. v. Chr. von Numidern gegründet und nahm punische Flüchtlinge aus dem 146 v. Chr. zerstörten Karthago auf. Bis 46 v. Chr. lag Makhtar außerhalb des römischen Einflussbereichs. Dann errichteten römische Siedler ein zweites Gemeinwesen neben dem nubisch-punischen. Erst im Jahr 180 wurden die alten karthagischen Kulte endgültig abgeschafft und auf dem Opferplatz Tophet ein Triumphbogen, das heutige Bab el-Aïn, errichtet. Zuletzt bauten Byzantiner auf altem Baubestand neue Häuser und eine frühchristliche Basilika. Die tausendjährige Geschichte lässt sich in den Überresten deutlich ablesen: Akkurat im rechtwinkligen System angelegt, sticht die römische Stadt mit Forum, Triumphbogen und Tempel von dem westlich davon gelegenen orientalischem Labyrinth um das punische Forum ab. Sehenswert sind die am besten erhaltenen Großen Thermen südlich des Forums. Punische Grabstelen und ein byzantinisches Bodenmosaik zeigt das kleine Museum der Ausgrabungsstätte. | Tgl. Winter 8.30–17.30, Sommer 8–19 Uhr | 2,5 TND
ReqqadaDer Vorort 10 km südlich von Kairouan diente der Dynastie der Aghlabiden im 9. Jh. als Regierungsbezirk. Von den einstmals wohl imposanten Palastanlagen sind allerdings nur wenige Ruinen erhalten. Ein anderer Palast, 1970 für Habib Bourguiba erbaut, lohnt den Besuch von Reqqada dennoch: Darin residiert das Musée National des Arts Islamiques mit einer exquisiten Sammlung islamischer Kunst. Im Eingangsbereich bekommen Sie anhand des Modells der Großen Moschee von Kairouan und einer Kopie von deren Mihrabnische eine Vorstellung von Größe und Schönheit des Gotteshauses. In den Ausstellungsräumen werden islamische Geschichte und Kunstschaffen in der Münzsammlung, den wundervollen Glas- und Keramikarbeiten und herrlich illuminierten Koranausgaben lebendig. Da Erläuterungen weitgehend fehlen, lassen Sie die Raffinesse der islamischen Kultur einfach auf sich wirken! | Di–So 9–16, Juli/Aug. 8.15–14.15 Uhr | 1,5 TND. Lassen Sie sich die Öffnungszeiten bei der APPC bestätigen!
SbeïtlaWo die fruchtbaren Landstriche endeten und Nomadenland begann, wurde im 1. Jh. n. Chr. Sufetula gegründet. Gemessen an der Zahl der Thermen und der Größe ihres Forums muss sie eine imposante Stadt gewesen sein, was man vom heutigen, verschlafenen Sbeïtla, 117 km südwestlich von Kairouan, nicht behaupten kann. Sufetula besitzt einen ungewöhnlichen Kapitolstempel: Der Tempel der drei höchsten Gottheiten am Forum ist hier in drei einzelne, miteinander durch Brücken verbundene Häuser für Juno, Jupiter und Minerva aufgeteilt. Steckte eine besondere Idee dahinter, oder hat hier ein exzentrischer Architekt experimentiert? Sehenswert sind auch die vielen frühchristlichen Monumente, besonders die Bellatorkirche (4. Jh.), die angrenzende Vitalisbasilika und das Baptisterium mit einem im Boden eingelassenen Taufbecken mit Mosaik. Angenehm in dieser kaum auf Touristen eingestellten Region: das Besucherzentrum mit Café gegenüber dem Eingang zur Ausgrabungsstätte. | Tgl. Winter 8–17.30, Sommer 7–19 Uhr | 3 TND
El-DjemSchier endlos erscheinen die Olivenpflanzungen links und rechts der Straße von Mahdia ins 42 km entfernte El-Djem. Bereits in römischer Zeit war dieser Sahel genannte Teil Tunesiens Hauptanbaugebiet für die ölhaltige Frucht, aus der man Seifen und Lampenöl herstellte. Die Großgrundbesitzer waren so wohlhabend, dass sie sich größten Luxus leisten konnten – einige der kunstvollsten Mosaikböden der Museen in Tunis und Sousse stammen aus der Region El-Djem. Und da das Leben in der afrikanischen Provinz wohl eher langweilig war, ließen die Bürger von El-Djem gleich drei Amphitheater errichten. Eines, heute als Weltkulturerbe geschützt, steht noch und ist so monumental, dass El-Djem im Vergleich dazu aussieht wie eine Spielzeugstadt: Mit 148 m Länge, 120 m Breite und einer Höhe von 40 m überragt das drittgrößte Amphitheater des römischen Reichs die umliegenden Häuser. Im 2. Jh. gebaut, wurde es nie in Betrieb genommen; die gruseligen Zellen und Verliese im Untergeschoss haben also weder wilde Tiere noch Gladiatoren oder verfolgte Christen beherbergt (in der Ortsmitte | tgl. 7–19, im Winter 8–17 Uhr | 6 TND). Der Eintritt berechtigt auch zum Besuch des Musée Archéologique am südlichen Stadtrand, in dem einige sehr schöne Mosaiken zu besichtigen sind. Außerdem können Sie in der Maison d'Africa, einer rekonstruierten römischen Villa, nachempfinden, wie es sich so als Gutsbesitzer lebte (Öffnungszeiten wie das Amphitheater).
Îles KerkennahDie beiden flachen Inseln Gharbi und Chergui im Golf von Sfax waren früher ein Verbannungsort – angefangen mit Hannibal bis zum ersten tunesischen Präsidenten Habib Bourguiba haben hier viele Exilanten zwangsweise logiert. Heute sind sie ein Ziel für Reisende, die absolute Ruhe suchen. Die rund 15000 Einwohner der durch eine Dammstraße verbundenen Eilande leben von etwas Landwirtschaft und Fischfang. Einige einfache Hotels liegen am sandigen Strand von Sidi Frej auf Chergui. Das Meer ist hier allerdings so flach, dass an richtiges Schwimmen nicht zu denken ist. Warum also auf die Kerkennah-Inseln? Suchen Sie sich einen Fischer, der Sie für ein paar Dinar auf seiner Feluke mitnimmt und Ihnen zeigt, wie traditionell mit v-förmigen, aus Palmwedeln gearbeiteten Reusen gefischt wird. Danach brät er vielleicht den frischen Fang auf einem Grill, die Sonne geht unter – friedlicher und idyllischer werden Sie Tunesien kaum erleben. Übernachtungsempfehlungen gibt es keine; für ein, zwei Nächte lässt es sich im Grand Hotel (Sidi Frej | Tel. 74489861 | Fax 74481866 | €€) aushalten. Die Fährschiffe von Sfax fahren im Winter achtmal täglich, im Sommer fast stündlich.
SfaxNoch ist Tunesiens zweitgrößte Stadt (250000 Ew., 105 km von Mahdia) ein touristischer Geheimtipp. Hinter dem Ring von Industrie, Hafen und modernen Wohnvierteln verbirgt sich eine Medina, die zu den schönsten und ursprünglichsten des Landes gehört. Sie ist vollständig von einer im 9. Jh. erbauten Stadtmauer umschlossen. Im Zentrum befindet sich die 849 errichtete Große Moschee, deren Minarett an die Sidi-Oqba-Moschee in Kairouan erinnert. Nördlich des Gotteshauses reihen sich die Souks der verschiedenen Handwerker und Händler aneinander; für Touristen produzierte Ware ist kaum zu sehen. Stattdessen stapeln sich im Souk d'Etoffes die Stoffballen, und im Souk des Bijoutiers glitzern Gold- und Silberschmuck. Das Museum Dar Jallouli präsentiert Möbel, Kunsthandwerk und Kleidung im eleganten Ambiente eines Palasts aus dem 17. Jh. (Rue Cheich Sidi Ali Ennouri | Di–So 9.30–16.30 Uhr | 2 TND). Im Café Diwan unweit des gleichnamigen Medinators können Sie eine angenehme Rast bei einem thé à la menthe einlegen.
MonastirAuch im 20 km nordöstlich von Sousse gelegenen Monastir sind Ribat und Große Moschee aus der Zeit der Aghlabiden erhalten. Das Ribat wurde allerdings unter anderem für Dreharbeiten so oft umgebaut, dass die Grundstruktur kaum noch zu erkennen ist. Das in einem Flügel untergebrachte Musée Islamique zeigt einige sehr wertvolle Exponate islamischer Kunst (tgl. 8–19, im Winter bis 17.30 Uhr | 3 TND). Tunesiens erster Staatspräsident Habib Bourguiba, 1903 in Monastir geboren, ließ gegenüber dem Ribat ein prunkvolles Mausoleum bauen und dafür den alten islamischen Friedhof planieren. Sein Grabmal ist eine wichtige politische Pilgerstätte (Mo–Do 14–16.30, Fr–So 9–16.30 Uhr). Im Port de Plaisance, der kleinen Marina von Monastir, ankern Yachten aus aller Welt. Unter den vielen Restaurants am Hafenbecken ist das Lostania (Tel. 73462305 | kein Ruhetag | €€) mit italienisch-tunesischer Küche empfehlenswert. Eine einfache Unterkunft bietet die Residence Corniche (15 Zi. | Place 3 Août | Tel. 73461451 | Fax 73461451 | €) mit ordentlichen, sauberen Zimmern. Komfortabler wohnen Sie im Fünfsternepalast Royal Miramar Thalasso (240 Zi. | Tel. 73521444 | Fax 73521475 | www.miramartunisia.com | €€€) in einem üppigen Garten im Nachbarort Skanès.
Port el-KantaouiRund 10 km nördlich von Sousse ist um den in den 1970er-Jahren erbauten Yachthafen Port el-Kantaoui eine lebhafte Hotel- und Vergnügungszone entstanden. Manche empfinden sie als zu künstlich, die meisten Urlauber schätzen sie aber als charmanten Ferienort. Auch hier locken Strände mit feinstem Sand, komfortable Hotels und eine Vielzahl sehr guter Restaurants. Boutiquen, Souvenirläden und Cafés säumen das Hafenbecken, Piraten- und Glasbodenboote bieten Ausflugsfahrten an, und im Oasis Park Botanique (tgl. 8–19 Uhr | 3,5 TND) freuen sich die Kinder über die putzigen Meerschweinchen, während die Erwachsenen tunesische Flora bewundern. Nach Sousse fahren regelmäßig die weißblauen Touristenbähnchen. Unter den vielen Hotels hat das Traditionshaus Hasdrubal einen hervorragenden Ruf (230 Zi. | Tel. 73348944 | Fax 73348969 | www.hasdrubal-thalassa.com | €€€). Individueller sind die Ferienanlagen Les Maisons de la Mer rund ums Hafenbecken und Les Maisons des Jardins um Springbrunnen und Park gegenüber (1250 Zi. | Tel. 73348799 | Fax 73348961 | www.portelkantaoui.com.tn | €€). Delikate Küche mit frischem Fisch genießen Sie im Les Emirs (Tel. 73348700 | kein Ruhetag | €€€) oder im L'Escale (Tel. 73347220 | kein Ruhetag | €€) am Hafenbecken. Der 36-Loch-Golfplatz El-Kantaoui Golf (Tel. 73348756) unter Oliven- und Granatapfelbäumen stellt auch anspruchsvolle Spieler zufrieden. Wenn Sie die Fische nicht nur durch den Glasboden eines Boots beobachten wollen, entführen Sie die Tauchexperten vom Club Sdanek (Tel. 73246374) zu Exkursionen unter Wasser. Ihnen ist das Meer zu langweilig? Dann können Sie sich auf den Wasserrutschen und Strömungskanälen des Aqua Palace (tgl. April–Juni und Sept.–Nov. 9.30–18, Juli/Aug. 9–22 Uhr | 14 TND) austoben.
Ziele in der Umgebung
Südtunesien
Ksar GhilaneEine Palmenoase in der Weite der Sahara, dort, wo Sand- und Kieswüste sich treffen; zwischen hohen Dünen Mauern einer römischen Festung, die Fremdenlegionäre zu einem französischen Fort ausbauten, und mehrere Zeltcamps – das ist Ksar Ghilane. Hier erleben Sie die wahre Sahara. Von Douz folgt man der Straße in Richtung Matmata und biegt nach 68 km auf die von Nord nach Süd führende Pipelinepiste ab. Sie ist zwar nicht asphaltiert, bis auf kurze sandige Abschnitte aber gut befahrbar. Nach weiteren 84 km gehts wieder auf Asphalt 17 km nach Westen. Unterkunft und Essen bieten das luxuriöse Relais Pansea im Out-of-Africa-Stil (Tel. 75900506 | Fax 75621872 | www.pansea.com | €€€) sowie mehrere einfache Camps mit Beduinenzelten, z. B. das Campement Ghilane (Tel. 75460100 | €), in dem Sie auch Ihr eigenes Zelt aufstellen können.
MatmataMatmata, 36 km südwestlich von Gabès in rund 500 m Höhe im Dahargebirge, ist auf den ersten Blick als Ort kaum auszumachen. Die in Matmata lebenden Berber bauen ihre Häuser nämlich seit Jahrhunderten in die Erde. Von einem zentralen Innenhof aus werden die Räume in den Lehmboden gegraben. Den Zugang zum Innenhof bildet ein langer unterirdischer Gang. Heute leben die meisten Familien unten im Tal im neuen Matmata in normalen Häusern; das alte Matmata zählt noch ganze 2000 Bewohner. Da die Region aber eine große Touristenattraktion ist, kehren viele tagsüber in ihre Trichterbauten zurück und lassen sie gegen einen Obolus besichtigen. Ein besonderer Anziehungspunkt ist das Höhlenhotel Sidi Driss, in dem George Lucas Szenen für „Star Wars“ drehte. Den knurrenden Magen besänftigt die bodenständige Küche des einfachen Restaurants Chez Abdoul (kein Ruhetag | €) im Zentrum von Alt-Matmata.
Chenini und DouiretRund 20 km westlich von Tataouine staffeln sich die Mauern des alten Berberorts Chenini, bei einer Ksarruine und einer Moschee beginnend, an einem steilen Hang ins Tal hinunter. Cheninis „Häuser“ bestehen aus nebeneinander in den Berg gegrabenen Höhlenräumen. Im Restaurant Relais de Chenini am Fuß des Hügels finden Sie einen ortskundigen Führer, der sie durch das Dorf begleitet. Das Höhlendorf Douiret 20 km von Chenini ist ähnlich dramatisch gelegen, wird aber seltener von Touristen besucht.
Ksar Ouled DebbabDer Gebirgszug des Djebel Abiod südlich von Tataouine ist übersät mit den mehr oder weniger gut erhaltenen Ruinen der alten Festungsburgen, der Ksour. Ein Ksar besteht aus Hunderten von Ghorfas, Vorratskammern, die wie Bienenwaben um einen Innenhof neben- und übereinander angeordnet sind. Ksar Ouled Debbab 6 km südlich von Tataouine wurde 1903 aus über 700 Ghorfas errichtet und beherbergt heute die Museumssammlung Les Trésors de l'Islam mit wertvollen Exponaten muslimischen Kunstschaffens sowie ein maurisches Café; ein Luxushotel soll demnächst eröffnet werden. | Centre d'Animation Culturel et Touristique | tgl. 7.30–23.30 Uhr | 7 TND
Ksar Ouled SoltaneAuch diese Speicherburg 23 km südlich von Tataouine, die zu Teilen wohl noch aus dem 15. Jh. stammt, ist gut erhalten; sie wurde Ende der 1990er-Jahre restauriert. Die Ghorfas türmen sich um die beiden miteinander verbundenen Innenhöfe bis zu vier Etagen hoch und sind über Treppen erreichbar.
BergoasenÜber den Salzsee Chott el-Gharsa führt die P 16 nach Nordwesten auf die Ausläufer des Saharaatlas zu und ins rund 60 km entfernte Oasenstädtchen Chebika. Alt-Chebika am Berghang wurde 1969 durch eine verheerende Flut zerstört; die Menschen siedeln nun im komfortableren Chebika Nouvelle in der Ebene. Ein kurzer Spazierweg geht bergab in eine schmale Schlucht mit Wasserfall und dann bergan zu einem Aussichtspunkt. Hier genießt man einen phantastischen Blick über die Häuser des alten Dorfs und den Palmenhain hinweg auf den Chott el-Gharsa. Von Chebika schlängelt sich die Straße in steilen Serpentinen ins rund 10 km entfernte Tamerza. Die alte, ebenfalls von den Fluten zerstörte Siedlung liegt ein gutes Stück hinter dem neuen Ort in einem palmenbestandenen Trockenflussbett, über dem das Hotel Tamerza Palace seinen Gästen zu jeder Tageszeit schönste Landschaftspanoramen bietet (Tel. 76485344 | Fax 76485322 | www.tamerza-palace.com | €€-€€€). Letzte der drei Bergoasen ist Midès direkt an der Grenze zu Algerien: Alt-Midès thront wie eine Festung auf einem Felsen, eingerahmt von tiefen Canyons.
Chott el-DjeridPassionierte Karl-May-Leser kennen den Chott el-Djerid aus den anschaulichen Schilderungen in „Durch die Wüste“ und wissen deshalb auch, welche Gefahren er birgt. Denn die hart scheinende Salzdecke ist je nach Grad der Verdunstung im Sommer bzw. nach Heftigkeit der Regenfälle im Winter entweder ein stabiler, belastbarer Untergrund oder trügerischer Schlamm, in dem früher ganze Karawanen den Tod fanden. Doch keine Sorge! Die rund 200 km lange Senke mit den Chotts el-Djerid, el-Gharsa und el-Fedadj ist heute durch gut befestigte Asphaltstraßen erschlossen. Zwischen Degache bei Tozeur und Kebili im Osten können Sie den Salzsee auf einer rund 60 km langen Strecke überqueren und den Fata Morganas nachträumen, die durch die flimmernde Luft über den Chott tanzen.
Metlaoui und SeldjaschluchtÖstlich der Gebirgsoasen verwandelt sich der Saharaatlas um den Industriestandort Metlaoui (27000 Ew.) 50 km von Tozeur in eine unattraktive, von Phosphatminen gezeichnete Landschaft. Ausgerechnet hier lockt allerdings ein nostalgisches Abenteuer: die Fahrt mit dem originalgetreu restaurierten Salonzug des Bey von Tunis, dem Lezard Rouge, die von Metlaoui in die malerische, von steilen Wänden gebildete Seldjaschlucht führt. | Buchung unter Tel. 76241469 | Fax 76241604 | Abfahrt am Bahnhof Metlaoui jeweils Mo, Mi, Fr und So 10.30 Uhr, Di und, Do 10 Uhr, Dauer etwa 70 Min. | Fahrpreis 20 TND
NeftaVon Tozeur nach Westen in Richtung algerische Grenze erreichen Sie nach 23 km die Stadt der tausend Kuppeln, Nefta (19000 Ew.). Die Altstadt zieht sich entlang der Corbeille, einem von sprudelnden Quellen gewässerten Palmenhain, einen Hügel bergan. Zu ihren Füßen breitet sich die große Palmenoase am Rand des Chott el-Djerid aus. Den besten Blick auf diese wunderbare Szenerie können Sie von der Aussichtsplattform über dem Ort genießen, an der das Café de la Corbeille Erfrischungen reicht.
Onk JamalRund 38 km nordwestlich von Tozeur und etwa 20 km nordöstlich von Nefta beginnt mitten in der Wüste der „Krieg der Sterne“. Onk Jamal, Kamelkopf, heißt die Felsformation, in deren Nähe George Lucas die Weltraumstadt Mos Espa erbauen ließ, in der Anakin Skywalker, der spätere Lord der Finsternis, seine Kindheit verbrachte. Die Strecke dorthin besteht aus schlechter, sandiger Piste und ist nur mit dem Geländewagen befahrbar. Von Tozeur aus können Sie Onk Jamal im Rahmen einer organisierten Tour besuchen.
Mit Kindern reisen
Mit Kindern reisen
Nordtunesien
Carthageland in Hammamet-YasmineDer Freizeitpark lässt Kinderherzen höher schlagen. Karussells, Achterbahnen, eine Wildwasserfahrt und viele andere Attraktionen drehen sich um berühmte und sagenhafte Gestalten des antiken Karthago: Mal gehts im Karussell mit Hannibals Elefanten über die Alpen, dann wieder raftend mit dem Seefahrer Hanno um den schwarzen Kontinent. Restaurants stillen den Hunger kindgerecht mit Pommes und Pizza. | Juli–Mitte Sept. tgl. 15–24, sonst Mo–Sa 12–19, So 10–20 Uhr | Erwachsene 15 TND, Kinder 10 TND
Musée Oceanographique in Carthage-SalammbôDie Unterwasserfauna des Mittelmeers und die traditionellen Techniken des Fischfangs stellt das Museum anhand von Schautafeln, Exponaten und Aquarien vor. Am Eingang grüßt das mächtige Skelett eines Wals. Kinder haben an den vielen bunten Fischen und vor allem an dem zutraulichen Oktopus ihre Freude, der richtig mit seinen Zuschauern kommuniziert und sich vom Tierpfleger kraulen lässt. | 28 Rue du 2 Mars 1934 | Di–So Winter 10–13 und 15–18, Sommer 9–12 und 16–19 Uhr | Erwachsene 1 TND, Kinder 0,5 TND
Zoo Friguia bei Bir Bou RebiaEin Eingangstor in kräftigen afrikanischen Farben führt hinein in das Reich von Löwen und Hyänen, von Dromedaren und Wüstenfüchsen, von Meerschweinchen und Schwänen. Die meisten Gehege sind großzügig angelegt, die Tiere werden gut versorgt. Spektakulär ist der über den Raubtiergehegen entlangführende Weg, von dem man an verschiedenen Aussichtspunkten beste Sicht auf die Raubkatzen hat. Ein Souvenirshop und ein nettes Caférestaurant vervollständigen das familienfreundliche Angebot. | Di–So 9–19, im Winter bis 16 Uhr | Erwachsene 3 TND, Kinder 1,5 TND
Mit Kindern reisen
Zentraltunesien
Aquapalace in Port el-KantaouiIm Wasserpalast sorgen eine Reihe von Attraktionen wie Vierfachrutschen, Strömungskanäle, Jacuzzibecken und Wasserfälle für nassen Ferienspaß. | April–Juni und Sept.–Nov. 9–16, Juli/Aug. 9–19 Uhr | Erwachsene 12,5 TND, Kinder 7,5 TND
Piratenschiff in Port el-KantaouiGleich mehrere nach alten Vorbildern ausgestattete Piratenschiffe legen regelmäßig in Port el-Kantaoui an, um Passagiere an der Küste entlangzuschippern. Unterwegs gibt es Erfrischungen, Obst und die Möglichkeit, ins Wasser zu hüpfen. Es gibt mehrere Anbieter im Hafen, eine dreistündige Fahrt kostet um 22 TND pro Person.
Mit Kindern reisen
Südtunesien
Chak Wak in TozeurTozeurs jüngster Themenpark widmet sich der Entwicklung der Menschheit. Kinder werden eine Menge Spaß an den zwischen Palmen hervorlugenden Dinosauriern und Urmenschen haben; ältere interessieren sich vielleicht auch für die Religionsgeschichte von Juden, Christen und Muslimen, die in einer eigenen Abteilung in anschaulichen Szenen erzählt wird. | Tgl. 8–23 Uhr | Erwachsene 15 TND, Kinder 7,5 TND
Djerba Explore bei Rass TaguernessIm Openairmuseum Djerba Heritage können ältere Kinder einen Blick hinter die Kulissen der Inselkultur werfen und dabei zusehen, wie Öl gepresst und wie gewebt wird. Manchmal dürfen sie sogar mitmachen. Spektakulärer und für alle Altersgruppen geeignet ist die Krokodilfarm Animalia, in der 400 große und kleine Panzerechsen zum Leben erwachen, wenn Fütterung ist (meist am späteren Nachmittag). | Sommer tgl. 9–20, Winter bis 17.30 Uhr | Kombiticket 7,30 TND, Kinder 3,70 TND, Familienpass 18,50 TND
Kamelkarawane bei DouzAuf Dromedaren durch die Wüste ziehen, abends ein Zeltlager aufschlagen, am Lagerfeuer dem Heulen der Schakale zuhören, Brot backen im Sand – das Abenteuer Karawane kann auch Kinder begeistern. Einwöchiges Kameltrekking speziell für Familien bieten Trekking-Tours Hoffmann (www.trh-reisen.de) und Hauser Exkursionen (www.hauser-exkursionen.de) an. | Kosten ab Frankfurt um 1000 Euro für Erwachsene und 800 Euro pro Kind
Lezard Rouge in MetlaouiDie Fahrt mit dem Museumszug ist ein unterhaltsamer und spannender, etwa eineinhalb Stunden dauernder Familienausflug. Ruckelnd und tuckernd schnauft die über 70 Jahre alte Eisenbahn in die schmale Seldjaschlucht. Nach einem kurzen Fotostopp gehts auf gleichem Weg zurück. Vor allem im Salonwagen mit seinen roten Plüschpolstern fühlen sich die Kleinen wie Prinzen und Prinzessinnen auf der Reise durch ein abenteuerlich-wildes Land. | Abfahrt am Bahnhof Metlaoui jeweils Mo, Mi, Fr und So 10.30, Di und Do 10 Uhr | 20 TND
Medina 1001 Nuits in TozeurDie Märchen aus Tausendundeiner Nacht erweckt der prallbunte Themenpark mit nachgestellten Szenen und Multimediaspektakel zum Leben. Kinder werden Ali Babas Höhle und Aladins Wunderlampengeist wieder erkennen; allerdings wird es gelegentlich etwas laut – also nichts für die Jüngsten! | Tgl. 8–24 Uhr | Erwachsene 7 TND, Kinder 3,5 TND
Pegase in DouzSind Ihre Kinder schon einmal mit einem Luftkissenfahrzeug durch die Wüste gedüst? Bei Pegase können sie das ausprobieren und sich wie Luke Skywalker fühlen – oder aber auf Gokarts und Quadbikes durch die Dünen brettern. Ganz Wagemutige dürfen sich die Wüste vom Ultralightflugzeug aus von oben ansehen. | An der El-Hofra-Düne | alle Aktivitäten nur in Begleitung Erwachsener bzw. eines erfahrenen Piloten | Tel. 75470793 | Preise auf Anfrage vor Ort
Festival du Sahara in DouzWüstenkrieger vollführen waghalsige Akrobatik auf Araberhengsten, Windhunde rennen um die Wette, bei Schaukämpfen werden alte Flinten abgefeuert und als Höhepunkt konkurrieren die schnellsten Meharis, die Rennkamele, um den Siegerpokal. Bei dem Ende Dezember/Anfang Januar stattfindenen Festival haben kleine wie große Zuschauer ihren Spaß.
Insider-Tipp
Café La Medina
Chicha unterm Maulbeerbaum: Im Café La Medina in Mahdia fühlen Sie sich wie in einer orientalischen Oase der Wohlgenüsse
Tabarka Golf
Green an der Korallenküste: Tabarkas 18-Loch-Golfplatz liegt reizvoll zwischen Korkeichen, Pinienhainen und Meer
Souks
Schickes aus Filz: Im Souk ech-Chechia in Tunis gibts neben den traditionellen weinroten chechias Trendiges wie Taschen und Hüte aus Filz
Souks
Shoppingcenter tunesisch: In den Souks von Sousse gibts Harissa, seidene Präsentkörbe und Hip-Hop-MCs
Djerba Explore
Krokodile auf der Lotosinsel: Kultur, Spannung, Unterhaltung: der Themenpark Djerba Explore
Markt
Schafe, Hühner, Dromedare: Auf dem Viehmarkt von Douz wird verkauft, was in Tunesien kreucht und fleucht
Hasdrubal Thalassa & Spa
Kunst am Hotel: Wohlfühltempel und Galerie: das Hasdrubal Thalassa in Hammamet
Dar El-medina
Wohnen im Pulsschlag der Souks: Das zauberhafte Hotel Dar el-Medina ist das erste luxuriöse Medinahotel in Tunis
Dar Dhiafa
Ländliches Wohnen: Das Dar Dhiafa in Erriadh auf Djerba ist ein Haus für Individualisten
Chemtou
Die dunkle Seite des Imperiums: Sklavenarbeit im Marmorbergwerk: Das Museum von Chemtou zeigt römischen Alltag in den Kolonien
La Marsa und Gammarth
Ein Palast am Meer: Das Hotel The Residence ist ein elegant-lässiger Wellness-palast am Traumstrand von Gammarth
Sidi Bou Saïd
Beste Aussicht: Vom Friedhof am höchsten Punkt von Sidi Bou Saïd sehen Sie ins tiefe Blau von Himmel und Meer
Ksar Ouled Debbab
Kultur in der Speicherburg: Im Ksar Ouled Debbab lagern wertvolle Exponate islamischer Kunst
Onk Jamal
Androiden und Sternenkrieger: Auf den Spuren von Darth Vader durch die Weltraumstadt Mos Espa bei Tozeur
Top Highlights
Vieux Port
Ein Idyll im Herzen der Altstadt: Die Mauern der Kasbah und des gegenüberliegenden Forts el-Hani bilden einen schützenden Wall um das Hafenbecken, bunt bemalte Boote dümpeln am Kai. Gegen Abend füllen sich die Cafés, Wasserpfeifen werden bereitgestellt und Teekessel angeworfen, während die Fischer mit ihren bunt beleuchteten Booten zum nächtlichen Fang hinausfahren.
Djammaa ez-Zitouna/Große Moschee
Die Rue Djammaa ez-Zitouna führt vom Bab el-Bahr direkt auf die Moschee zu. Im 8. Jh. entstand ein erstes Gotteshaus, das mehrmals umgebaut wurde. Ab dem 13. Jh. avancierten die Zitouna und die ihr angeschlossenen Lehranstalten, die Medresen, zur bedeutendsten Hochschule des Landes und zur drittwichtigsten der islamischen Welt. Neben Theologie wurden Philosophie, Astronomie und Medizin unterrichtet. Heute ist die Ausbildung der Studenten an die Universität von Tunis verlagert. 184 von antiken Kapitellen aus Karthago gekrönte Säulen gliedern den Gebetsaal. Nichtmuslimen ist der Zutritt untersagt; sie können allerdings vom Innenhof aus einen Blick auf den im Dämmerlicht liegenden Raum erhaschen. Sehenswert ist das schöne Vierkantminarett mit Stuck- und Majolikadekor. | Sa–Do 8–14.30, Fr 8–12.30 Uhr | 2 TND
Musée National du Bardo
Das archäologische Museum zeigt eine der größten römischen Mosaikensammlungen weltweit. Die Mythenwelt Roms, nordtunesische Landschaften, das Getier des Meers und der Lüfte – diese Motive finden sich an Böden und Wänden des ehemaligen Beypalasts. Zu den berühmten Mosaiken zählt eine Darstellung des Dichters Vergil, dem zwei Musen die Verse der „Aeneis“ eingeben (3. Jh.). Das Museum beleuchtet auch die punische und frühchristliche Zeit. | Quartier Bardo | am Ende der Avenue du 20 Mars | Di–So April–Sept. 9–17, Okt.–März 9.30–16.30 Uhr | 6 TND
Djamaa Sidi Oqba/Große Moschee
Nur wenige Bauwerke dokumentieren so eindrucksvoll die Herkunft des Islam aus der Wüste wie diese aus Lehmziegeln errichtete und mehrmals umgebaute Moschee. Wie ein Bollwerk stemmen sich Mauern, Bastionen und Minarett fast gänzlich schmucklos der städtischen Umtriebigkeit entgegen; Erdfarben und klare Linien fordern im marmorgepflasterten Innenhof auf zur Ruhe und Besinnung. Unter ihm befindet sich eine Zisterne, in die Regenwasser durch kunstvoll gearbeitete Siebe im Boden abläuft. Das Fundament des dreistufigen, wuchtigen Minaretts stammt aus dem 8. Jh., die schattigen Arkaden wurden unter Verwendung antiker Säulenkapitelle im 9. Jh. erbaut. Dem Minarett gegenüber nimmt der Gebetssaal die südöstliche Hälfte der Moschee ein. Durch eines der 17 reich mit Schnitzereien geschmückten Portale können Sie einen Blick ins Innere werfen, der Zutritt ist Nichtmuslimen verwehrt. 414 aus antiken Stätten hierher gebrachte Säulen unterteilen den im Dämmerlicht liegenden Raum in 17 Schiffe. Den Toren gegenüber liegen Kiblawand und Mihrabnische, in deren Richtung sich die Gläubigen zum Gebet verbeugen. Die Mihrab ist das wertvollste Ausstattungselement der Moschee, sie ist ausgelegt mit Lüsterkacheln aus dem Zweistromland; der 862 angefertigte Predigtstuhl daneben ist der älteste der islamischen Welt. Das Lalla Rihana-Tor in der Ostmauer wird von antiken Säulen und mächtigen Hufeisenbögen gestützt und diente als Eingang für Privilegierte. | Sa–Do 8–14, Fr 8–12 Uhr | Sammelticket
Musée Archéologique
Das Museum in der Kasbah besitzt nach dem Bardo in Tunis die wohl eindrucksvollste Mosaikensammlung: Berühmte Tableaus wie das „Haupt der Medusa“, „Oceanus“ mit Langustenhaaren oder „Dionysos auf dem Triumphwagen“, den Tiger ziehen, sind hier zu sehen. Die meisten stammen aus dem 2./3. Jh. und wurden in der Nähe von Sousse oder El-Djem entdeckt. Der idyllische Museumsgarten lädt zur Rast zwischen Säulenstümpfen und Zypressen. | La Kasbah | Di–So 9–18 Uhr | 3 TND
Ribat
Der Wehrbau war früher eine Art muslimisches Kloster für Kriegermönche. Eine Kette solcher Ribats schützte die tunesische Küste und diente den Menschen im Angriffsfall als Unterschlupf. Dieses Ribat wurde 821 auf nahezu quadratischem Grundriss mit drei runden Ecktürmen errichtet; der vierte, über 27 m hohe Turm kam wohl später hinzu und bietet heute einen herrlichen Panoramablick über die Medina. Das Zugangstor in der Südmauer ist mit einem gotisch anmutenden Kreuzgratgewölbe geschmückt. Ansonsten ist auch dieser faszinierende Bau völlig schlicht: den Innenhof umgeben die Zellen der Kriegermönche, in der ersten Etage befindet sich ein einfacher Gebetsraum. | Tgl. 8–19, im Winter 8–17.30 Uhr | 3 TND
Hara Seghira/Erriadh
Der Ort 9 km westlich von Houmt Souk besitzt mit der Synagoge La Ghriba das bedeutendste jüdische Pilgerziel Nordafrikas. 586 v. Chr. soll sich die erste jüdische Gemeinde niedergelassen und eine Synagoge errichtet haben. Der heutige Bau entstand erst 1920, doch die darin aufbewahrte Thorarolle zählt zu den ältesten weltweit. 2002 verübten radikale Islamisten einen Anschlag auf La Ghriba. Seither ist die Synagoge streng bewacht. Im Innern können Sie schönes Majolikadekor und üppige Schnitzarbeiten bewundern. Zutritt nur mit Kopfbedeckung. | So–Do 9.30–12.30 und 14.30–17 Uhr, Fr nur vormittags | 1,5 TND
El-Hofra-Düne
Die große Düne im Süden, unmittelbar bei der Hotelzone, ist besonders am späten Nachmittag ein herrliches Fotomotiv. Von ihrem Kamm blicken Sie weit über das Sandmeer des Großen Östlichen Erg. Leider werden Sie dieses Vergnügen selten für sich allein haben: Hartnäckige Kameltreiber bieten ihre Tiere für kurze oder längere Exkursionen an. Ein Tipp: Wenn nachts Ruhe einkehrt, können Sie die faszinierende Wüstenlandschaft im kühlen Licht des Mondes ungestört genießen.
Ouled el-Hadef
Ausgangspunkt für die Besichtigung der Altstadt ist die Place Ibn Chabbat im Stadtzentrum. Von hier gehts an der Markthalle entlang zur Rue de Kairouan, die den Stadtteil Ouled el-Hadef von Süd nach Nord durchquert. Die Straße und die davon abzweigenden Gassen sind gesäumt von Stadthäusern in der traditionellen Ziegelarchitektur: Vorkragende Ziegel bilden geometrische Muster an den Fassaden und halten die Mauern durch den Schattenwurf angenehm kühl. Mehrere Häuser stehen zur Besichtigung; vereinbaren Sie auf jeden Fall vorab einen Eintrittspreis!
Bulla Regia
Rund 65 km südlich von Tabarka wichen die Römer von ihren Bautraditionen ab und errichteten ab dem 2. Jh. unterirdische Villen. Die Räume gehen von einem in den Boden gegrabenen Schacht ab, der als Innenhof fungiert. Mehrere dieser Villen wurden in Bulla Regia entdeckt und einige, wie das Palais de la Chasse, so rekonstruiert, dass Besucher eine Vorstellung von der damaligen Wohnatmosphäre bekommen. Grandiose Mosaikfußböden zeigen Jagdmotive (daher auch der Name Palast der Jagd) bzw. in den anderen, nicht immer zugänglichen Villen Szenen aus der römischen Mythologie. Neben den Villen sind ein Theater (2. Jh.) sowie die Großen Thermen (3. Jh.) erhalten. | Di–So Sommer 8–19, Winter 8.30–17.30 Uhr | 2,5 TND
Carthage
Mit der TGM-Schnellbahn ist es eine halbe Stunde Fahrt von Tunis nach Karthago. Maurische Paläste hinter hohen Mauern, Palmen, die sich im Wind wiegen – nichts an Tunis' Villenvorort Carthage deutet darauf hin, dass man hier buchstäblich auf historischem Boden wandelt: 814 v. Chr. von Phöniziern gegründet, war Quart Haddash Hauptstadt des Punischen Reichs und Beherrscherin der Handelsrouten zwischen Sizilien und der Straße von Gibraltar, bis sie von den Römern 146 v. Chr. zerstört wurde. Im ersten vorchristlichen Jahrhundert von Caesar und Augustus wieder aufgebaut, glänzte die Stadt als Königin der römischen Kolonien in Nordafrika. Nach Roms Niedergang, der Plünderung durch Vandalen und Byzantiner und der Eroberung durch die Araber dienten ihre Tempel als Steinbruch für Moscheen und Paläste von Tunis. Die Archäologen blättern nun Schicht für Schicht Karthagos Geschichte neu auf. Sie beginnt am Tophet (Rue Hannibal | TGM-Station Salambô), jenem von Gustave Flaubert in seinem Karthagoroman „Salammbô“ grausig geschilderten Ort, an dem Tausende Kinder dem blutgierigen Gott Baal Hammon geopfert worden sein sollen. Bis in 4 m Tiefe fanden Archäologen am Opferplatz Urnen und Grabstelen, darunter viele von Kindern. Der Byrsahügel (TGM-Station Dermech) war wahrscheinlich das Herz der punischen Stadt. Auf seiner Kuppe lüftet das Musée National de Carthage die Geheimnisse der punischen Kultur. Dass sie im Gegensatz zu den in Rom kursierenden Gerüchten über finstere Riten eine lebensfrohe und höchst verfeinerte war, bezeugen elegantes Geschirr, Skulpturen und Schmuck. Die im 2. Jh. von Kaiser Antoninus Pius errichteten Thermes d'Antonin (TGM-Station Hannibal) ein Stück weiter nördlich zwischen Hauptstraße und Meer zählten zu den größten und luxuriösesten Badetempeln der römischen Welt. Die aufgerichtete Säule des Frigidariums demonstriert mit stolzen 15 m Höhe, wie monumental diese Anlage gewesen sein muss. Nicht weit entfernt zeigt der Parc Archéologique des Villes Romaines am Beispiel mehrerer römischer Villen und der teilrekonstruierten Maison de la Volière, in welchem Luxus, umgeben von Mosaiken und einem im Patio sprudelnden Springbrunnen, wohlhabende Römer wohnten. Hier befindet sich auch das ebenfalls im 2. Jh. erbaute Theater, Veranstaltungsort des renommierten Festival de Carthage (Museum und Ausgrabungsstätten tgl. April 8–18, Mai–Sept. 8–19, Okt.–März 8.30–17.30 Uhr | Sammelticket 7 TND). Exklusives Design und Transparenz machen die Übernachtung im Hotel Villa Didon zu einem ganz besonderen, wenn auch kostspieligen Erlebnis. Auch das Restaurant wird hoch gelobt (10 Zi. | Tel. 71733433 | Fax 71733488 | www.villadidon.com | €€€).
Sidi Bou Saïd
Sidi Bou' auf einem Felssporn zwischen Carthage und La Marsa (TGM-Station Sidi Bou Saïd) ist ein maurisches Bilderbuchstädtchen. Wohl kein Ort in Tunesien besitzt so viel mediterranen Zauber. Die schmale, steil bergan führende Hauptstraße des Orts endet am berühmten Café des Nattes, 1914 verewigt auf August Mackes Aquarell „Blick auf eine Moschee“. Bevor Sie sich hier thé à la menthe und eine chicha gönnen, lohnt der Aufstieg durch schmale Gassen bis zum höchsten Punkt, wo Sidi Bou's Verstorbene auf dem Friedhof den wohl schönsten Panoramablick genießen und um nichts mit dem Paradies tauschen möchten. Achten Sie beim Bummel auf die mit Eisennägeln geschmückten Portale der Häuser! Sie sind das einzige Dekor und je nach Ausführung alleiniges Indiz für den Wohlstand des Hausbesitzers. Zu dem Understatement nach außen passt der Palast Ennejma Ezzahra nicht. Orientalischen Prunk, umgeben von üppigen Gärten, wünschte sich sein Besitzer, Baron Rodolphe d'Erlanger (1872–1932), als er sich Anfang des 20. Jhs. in Sidi Bou' niederließ und sich dafür einsetzte, den Ort unter Denkmalschutz zu stellen. Der Palast dient heute als Musikinstrumentemuseum; ab und an finden in den Räumen Jazzsessions oder Maaloufabende statt (Centre des Musiques Arabes et Méditerranéennes | Di–So 9–13 und 14–17 Uhr | 3 TND). Die jahrtausendealte Tradition der Keramikherstellung ist Thema der Ausstellung im Dar Jaziri (29 Rue Habib Thameur | Mai–Sept. tgl. 7–23.30, sonst Di–So 8–20 Uhr | 3 TND). Zu sehen sind Keramiken des 19. Jhs. aus Nabeul, Töpferwaren der im 16. Jh. gegründeten Schule von Quallaline aus Tunis sowie antike Amphoren – das Ganze in den mit Majolikamosaiken reich dekorierten Räumen eines ehemaligen Mausoleums. Wollen Sie hier übernachten? Dann ist das Hotel Sidi Bou Saïd die perfekte Wahl: In einem typischen Stadthaus mit zwei Patios, maurisch eingerichteten Zimmern und einem Pool setzt es den andalusischen Zauber des Orts im Innern fort (Rue Toumi | Tel. 71729666 | Fax 71729599 | www.darsaid.com.tn | €€). Von hier sind es nur wenige Schritte zum Dar Zarrouk (Rue Larbi Zarrouk | Tel. 71740591 | kein Ruhetag | €€€). Das Terrassenrestaurant gehört zum Hotel und verwöhnt mit modern-orientalischer Einrichtung und Küche. Auch das Au Bon Vieux Temps schräg gegenüber lockt mit herrlicher Terrasse, Pianobar und sehr guter internationaler Küche, die ihre Raffinesse tunesischen Beilagen verdankt (59 | Rue Hedi Zarrouk | Tel. 71774788 | kein Ruhetag | €€).
Reqqada
Der Vorort 10 km südlich von Kairouan diente der Dynastie der Aghlabiden im 9. Jh. als Regierungsbezirk. Von den einstmals wohl imposanten Palastanlagen sind allerdings nur wenige Ruinen erhalten. Ein anderer Palast, 1970 für Habib Bourguiba erbaut, lohnt den Besuch von Reqqada dennoch: Darin residiert das Musée National des Arts Islamiques mit einer exquisiten Sammlung islamischer Kunst. Im Eingangsbereich bekommen Sie anhand des Modells der Großen Moschee von Kairouan und einer Kopie von deren Mihrabnische eine Vorstellung von Größe und Schönheit des Gotteshauses. In den Ausstellungsräumen werden islamische Geschichte und Kunstschaffen in der Münzsammlung, den wundervollen Glas- und Keramikarbeiten und herrlich illuminierten Koranausgaben lebendig. Da Erläuterungen weitgehend fehlen, lassen Sie die Raffinesse der islamischen Kultur einfach auf sich wirken! | Di–So 9–16, Juli/Aug. 8.15–14.15 Uhr | 1,5 TND. Lassen Sie sich die Öffnungszeiten bei der APPC bestätigen!
El-Djem
Schier endlos erscheinen die Olivenpflanzungen links und rechts der Straße von Mahdia ins 42 km entfernte El-Djem. Bereits in römischer Zeit war dieser Sahel genannte Teil Tunesiens Hauptanbaugebiet für die ölhaltige Frucht, aus der man Seifen und Lampenöl herstellte. Die Großgrundbesitzer waren so wohlhabend, dass sie sich größten Luxus leisten konnten – einige der kunstvollsten Mosaikböden der Museen in Tunis und Sousse stammen aus der Region El-Djem. Und da das Leben in der afrikanischen Provinz wohl eher langweilig war, ließen die Bürger von El-Djem gleich drei Amphitheater errichten. Eines, heute als Weltkulturerbe geschützt, steht noch und ist so monumental, dass El-Djem im Vergleich dazu aussieht wie eine Spielzeugstadt: Mit 148 m Länge, 120 m Breite und einer Höhe von 40 m überragt das drittgrößte Amphitheater des römischen Reichs die umliegenden Häuser. Im 2. Jh. gebaut, wurde es nie in Betrieb genommen; die gruseligen Zellen und Verliese im Untergeschoss haben also weder wilde Tiere noch Gladiatoren oder verfolgte Christen beherbergt (in der Ortsmitte | tgl. 7–19, im Winter 8–17 Uhr | 6 TND). Der Eintritt berechtigt auch zum Besuch des Musée Archéologique am südlichen Stadtrand, in dem einige sehr schöne Mosaiken zu besichtigen sind. Außerdem können Sie in der Maison d'Africa, einer rekonstruierten römischen Villa, nachempfinden, wie es sich so als Gutsbesitzer lebte (Öffnungszeiten wie das Amphitheater).
Sfax
Noch ist Tunesiens zweitgrößte Stadt (250000 Ew., 105 km von Mahdia) ein touristischer Geheimtipp. Hinter dem Ring von Industrie, Hafen und modernen Wohnvierteln verbirgt sich eine Medina, die zu den schönsten und ursprünglichsten des Landes gehört. Sie ist vollständig von einer im 9. Jh. erbauten Stadtmauer umschlossen. Im Zentrum befindet sich die 849 errichtete Große Moschee, deren Minarett an die Sidi-Oqba-Moschee in Kairouan erinnert. Nördlich des Gotteshauses reihen sich die Souks der verschiedenen Handwerker und Händler aneinander; für Touristen produzierte Ware ist kaum zu sehen. Stattdessen stapeln sich im Souk d'Etoffes die Stoffballen, und im Souk des Bijoutiers glitzern Gold- und Silberschmuck. Das Museum Dar Jallouli präsentiert Möbel, Kunsthandwerk und Kleidung im eleganten Ambiente eines Palasts aus dem 17. Jh. (Rue Cheich Sidi Ali Ennouri | Di–So 9.30–16.30 Uhr | 2 TND). Im Café Diwan unweit des gleichnamigen Medinators können Sie eine angenehme Rast bei einem thé à la menthe einlegen.
Ksar Ghilane
Eine Palmenoase in der Weite der Sahara, dort, wo Sand- und Kieswüste sich treffen; zwischen hohen Dünen Mauern einer römischen Festung, die Fremdenlegionäre zu einem französischen Fort ausbauten, und mehrere Zeltcamps – das ist Ksar Ghilane. Hier erleben Sie die wahre Sahara. Von Douz folgt man der Straße in Richtung Matmata und biegt nach 68 km auf die von Nord nach Süd führende Pipelinepiste ab. Sie ist zwar nicht asphaltiert, bis auf kurze sandige Abschnitte aber gut befahrbar. Nach weiteren 84 km gehts wieder auf Asphalt 17 km nach Westen. Unterkunft und Essen bieten das luxuriöse Relais Pansea im Out-of-Africa-Stil (Tel. 75900506 | Fax 75621872 | www.pansea.com | €€€) sowie mehrere einfache Camps mit Beduinenzelten, z. B. das Campement Ghilane (Tel. 75460100 | €), in dem Sie auch Ihr eigenes Zelt aufstellen können.
Matmata
Matmata, 36 km südwestlich von Gabès in rund 500 m Höhe im Dahargebirge, ist auf den ersten Blick als Ort kaum auszumachen. Die in Matmata lebenden Berber bauen ihre Häuser nämlich seit Jahrhunderten in die Erde. Von einem zentralen Innenhof aus werden die Räume in den Lehmboden gegraben. Den Zugang zum Innenhof bildet ein langer unterirdischer Gang. Heute leben die meisten Familien unten im Tal im neuen Matmata in normalen Häusern; das alte Matmata zählt noch ganze 2000 Bewohner. Da die Region aber eine große Touristenattraktion ist, kehren viele tagsüber in ihre Trichterbauten zurück und lassen sie gegen einen Obolus besichtigen. Ein besonderer Anziehungspunkt ist das Höhlenhotel Sidi Driss, in dem George Lucas Szenen für „Star Wars“ drehte. Den knurrenden Magen besänftigt die bodenständige Küche des einfachen Restaurants Chez Abdoul (kein Ruhetag | €) im Zentrum von Alt-Matmata.
Chenini und Douiret
Rund 20 km westlich von Tataouine staffeln sich die Mauern des alten Berberorts Chenini, bei einer Ksarruine und einer Moschee beginnend, an einem steilen Hang ins Tal hinunter. Cheninis „Häuser“ bestehen aus nebeneinander in den Berg gegrabenen Höhlenräumen. Im Restaurant Relais de Chenini am Fuß des Hügels finden Sie einen ortskundigen Führer, der sie durch das Dorf begleitet. Das Höhlendorf Douiret 20 km von Chenini ist ähnlich dramatisch gelegen, wird aber seltener von Touristen besucht.
Ksar Ouled Soltane
Auch diese Speicherburg 23 km südlich von Tataouine, die zu Teilen wohl noch aus dem 15. Jh. stammt, ist gut erhalten; sie wurde Ende der 1990er-Jahre restauriert. Die Ghorfas türmen sich um die beiden miteinander verbundenen Innenhöfe bis zu vier Etagen hoch und sind über Treppen erreichbar.
Bergoasen
Über den Salzsee Chott el-Gharsa führt die P 16 nach Nordwesten auf die Ausläufer des Saharaatlas zu und ins rund 60 km entfernte Oasenstädtchen Chebika. Alt-Chebika am Berghang wurde 1969 durch eine verheerende Flut zerstört; die Menschen siedeln nun im komfortableren Chebika Nouvelle in der Ebene. Ein kurzer Spazierweg geht bergab in eine schmale Schlucht mit Wasserfall und dann bergan zu einem Aussichtspunkt. Hier genießt man einen phantastischen Blick über die Häuser des alten Dorfs und den Palmenhain hinweg auf den Chott el-Gharsa. Von Chebika schlängelt sich die Straße in steilen Serpentinen ins rund 10 km entfernte Tamerza. Die alte, ebenfalls von den Fluten zerstörte Siedlung liegt ein gutes Stück hinter dem neuen Ort in einem palmenbestandenen Trockenflussbett, über dem das Hotel Tamerza Palace seinen Gästen zu jeder Tageszeit schönste Landschaftspanoramen bietet (Tel. 76485344 | Fax 76485322 | www.tamerza-palace.com | €€-€€€). Letzte der drei Bergoasen ist Midès direkt an der Grenze zu Algerien: Alt-Midès thront wie eine Festung auf einem Felsen, eingerahmt von tiefen Canyons.
Chott el-Djerid
Passionierte Karl-May-Leser kennen den Chott el-Djerid aus den anschaulichen Schilderungen in „Durch die Wüste“ und wissen deshalb auch, welche Gefahren er birgt. Denn die hart scheinende Salzdecke ist je nach Grad der Verdunstung im Sommer bzw. nach Heftigkeit der Regenfälle im Winter entweder ein stabiler, belastbarer Untergrund oder trügerischer Schlamm, in dem früher ganze Karawanen den Tod fanden. Doch keine Sorge! Die rund 200 km lange Senke mit den Chotts el-Djerid, el-Gharsa und el-Fedadj ist heute durch gut befestigte Asphaltstraßen erschlossen. Zwischen Degache bei Tozeur und Kebili im Osten können Sie den Salzsee auf einer rund 60 km langen Strecke überqueren und den Fata Morganas nachträumen, die durch die flimmernde Luft über den Chott tanzen.
Nefta
Von Tozeur nach Westen in Richtung algerische Grenze erreichen Sie nach 23 km die Stadt der tausend Kuppeln, Nefta (19000 Ew.). Die Altstadt zieht sich entlang der Corbeille, einem von sprudelnden Quellen gewässerten Palmenhain, einen Hügel bergan. Zu ihren Füßen breitet sich die große Palmenoase am Rand des Chott el-Djerid aus. Den besten Blick auf diese wunderbare Szenerie können Sie von der Aussichtsplattform über dem Ort genießen, an der das Café de la Corbeille Erfrischungen reicht.
Mahdia
Auftakt
Was für ein Land!
Sonne, Strand und Meer – als ganzjähriges Badeparadies hat Tunesien sich längst einen Namen gemacht. Im Hinterland hingegen gibt es noch viel zu entdecken: Punische Opferstätten und römische Tempel, wehrhafte Moscheen und verspielt-orientalische Paläste sorgen fürs Kulturprogramm. Dromedartrekking durch die Sahara, Shoppingausflüge in den Souk von Tunis und Querfeldeinfahrten mit dem Quadbike heben den Adrenalinspiegel, während die herrlichsten Golfplätze zwischen Mittelmeer und Saharaoasen und luxuriös-orientalische Wellnesstempel pure Entspannung garantieren.
Ein Abend im Fastenmonat Ramadan: Familienväter und Yuppies drängeln durch die schmalen, von Läden gesäumten Gassen der Medina von Tunis; verschleierte Frauen spazieren Arm in Arm mit Mädchen in Hüfthosen an den glitzernden Auslagen der Boutiquen entlang; ehrwürdige, in die traditionelle Djellaba gewandete Herren diskutieren heftig gestikulierend mit jugendlichen Baseballmützenträgern über die Fußballergebnisse.
In den Cafés versammeln sich junge Paare um die Wasserpfeifen, Loungesounds wabern durch die Souks, vermengt mit zarten Tönen einer arabischen Laute aus einem maurischen Palast. Ein paar Schritte weiter hallen dumpfe Trommeln. Die religiösen Gesänge einer Sufibruderschaft klingen an den Mauern wider und machen dem arabischen Rap aus den Lautsprechern der CD-Läden Konkurrenz. Tradition und Moderne – in Tunesien sind das keine Gegensätze, sondern zwei sich ergänzende Aspekte des Alltags.
Mit 163610 km² ist Tunesien knapp halb so groß wie Deutschland und landschaftlich überaus abwechslungsreich: Die nördliche Korallenküste zwischen Bizerte und der Grenze zum Nachbarland Algerien zeigt sich mit schroffem, zackigem Fels, verschwiegenen Sandbuchten und dichten Eichenwäldern um das Fischerstädtchen Tabarka heiter-mediterran. Endlose Sandstrände und bis an den Horizont Reihen akkurat gepflanzter Olivenbäume bestimmen das Bild der Ostküste. Sahel – das Ufer – nannten die arabischen Eroberer die Landschaften südlich des Seebads Hammamet, die sich bis Sfax erstrecken. Befestigte, wehrhafte Hafenstädte wie Sousse, Monastir und Mahdia waren Handelsplätze für das wertvolle Olivenöl. Heute sind hier nicht mehr die Oliven, sondern der Tourismus der Hauptwohlstandsbringer: An den Sandstränden rund um Hammamet, zwischen Port el-Kantaoui und Monastir und bei Mahdia erfüllen phantasievoll-orientalische Hotels ihren Gästen alle Urlaubsträume.
Im Norden und Osten von Fruchtbarkeit eingerahmt, ist die zentraltunesische Steppe auf den ersten Blick ein Aschenputtel unter den tunesischen Landstrichen. Der Gebirgszug der Dorsale, ein Ausläufer des Atlasgebirges, begrenzt sie nach Norden, und im Süden brandet die versengende Hitze der Sahara gegen das magere Steppengras an. Ausgerechnet hier in der Einöde gründeten die vom Islam beseelten und zur Eroberung Nordafrikas westwärts drängenden Araber im 7. Jh. Kairouan. Die heilige Stadt mit ihren vielen religiösen Monumenten und der lebhaften Medina ist, verglichen mit den ärmlichen Nachbarsiedlungen, ein strahlender Stern. Nord- und Osttunesien haben ihre Erträge aus Landwirtschaft und Tourismus, Zentraltunesien hingegen ist ein wirtschaftliches Sorgenkind geblieben. Südlich von Sfax machen sich die Vorboten der Wüste bemerkbar, in der großen Palmenoase von Gabès sind sie schon zum Greifen nahe.
Doch bevor der Grand Sud, der Große Süden, beginnt, weckt und erfüllt Djerba die schönsten Urlaubsträume. Ein Eiland ohne Wasser, bewohnt von strenggläubigen Ibaditen – das soll Homers lustvolle Lotophageninsel gewesen sein, die Heimstatt der berauschten Lotosesser? Nun, Millionen von Feriengästen geben dem alten Dichter Recht und vergessen auf der Insel für einige Tage oder Wochen ihren Alltag.
Die Sahara bedeckt rund ein Drittel Tunesiens. Als Bilderbuchwüste mit sinnlich gewölbten Dünenketten stemmt sie sich beharrlich gegen die Barrieren der Oasenstadt Douz, die zu den beliebtesten Touristenzielen Südtunesiens zählt. Doch zeigt sich die Sahara auch anders: Im Süden trotzen die Menschen der Hitze und Trockenheit des Dahargebirges zwischen Matmata und Tataouine in bizarren Trichterhäusern, in Höhlendörfern und mächtigen Speicherburgen. Im Westen füllen Salzseen eine riesige Senke. Der Tourismus hat Tozeurs traditionellen Erwerbszweig, die Oasenwirtschaft, etwas an den Rand gedrängt. Dennoch: Hier wachsen noch immer die besten Datteln der Welt, Deglet en-Nour, die „Finger des Lichts“.
Tunesien hat etwa 10 Mio. Einwohner. Von ihnen zählen noch rund 1 Prozent zur Volksgruppe der Berber, die das Land vor Ankunft der Araber besiedelten. Die Jahrhunderte des Zusammenlebens haben die Unterschiede zwischen Berbern und Arabern weitgehend verwischt. Tunesier sind polyglott und aufgeschlossen, ihre Sprachkenntnisse sind phänomenal. Neben dem Arabischen und dem Französischen, den beiden Landessprachen, beherrschen viele Spanisch, Italienisch, Deutsch und sogar Russisch. Die Menschen wurzeln in der nordafrikanischen und nahöstlichen, aber auch in der europäischen Kultur, denn schließlich gaben sich Phönizier, Berber, Griechen, Römer, Vandalen, Byzantiner, Araber, Spanier, Türken und Franzosen die Klinke in die Hand. Dass Tunesien außenpolitisch meist den Weg zwischen den Blöcken sucht und gern als Mittler auftritt, ist sicherlich die Folge seiner bewegten Geschichte.
Die nahezu bedingungslose Unterwerfung unter die Anforderungen der Tourismusindustrie ist vielleicht die einzige Schattenseite in dem von der Sonne so großzügig bedachten Land. Immer neue Küstenstriche wandeln sich zu Hotelzonen und Yachthäfen, und mit jeder neuen touristischen Zone geht ein Stück Natur verloren, wachsen die Müllberge, verschärfen sich die Probleme mit der Wasserversorgung. Dramatisch sind auch die Veränderungen in den Köpfen vieler, die von den Fremden leben. Gelegentlich tritt Zudringlichkeit an die Stelle traditioneller Zurückhaltung, und unsaubere Geschäftspraktiken ersetzen den herkömmlichen Respekt gegenüber den Gästen.
Tunesien ist ein islamisches Land, in dem die Verfassung die Polygamie verbietet und die Gleichberechtigung der Frau garantiert. Es ist wirtschaftlich abhängig von den Touristen, denen es dennoch seine wertvollsten Baudenkmäler, die Moscheen, verschließt. Es ist ein Agrarland, dessen Kinder, Mädchen wie Jungen, zu fast 100 Prozent eine Schule besuchen. Manch einem erscheint dieses fortschrittliche Tunesien so gar nicht wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Das ist es auch nicht – es ist der Teil der islamisch-arabischen Welt, der zielstrebig seinen Weg in die Moderne sucht, ohne dabei sein Erbe zu verleugnen. Eben dies macht die Faszination dieser so alten und zugleich dynamisch-jungen Nation aus. Wenn Sie Tunesien mit offenen Augen bereisen, werden Sie beides finden: den orientalischen Traum und die aufregende Moderne, die mauerbewehrte Medina und innovative Architektur, den Traumstrand und das Abenteuer Sahara, den ehrwürdigen Scheich und die selbstbewusste Managerin – viele verschiedene Mosaiksteine, die zusammengesetzt das Bild eines wunderschönen, erstaunlichen und sehr gastfreundlichen Landes ergeben.
814 v. Chr.Phönizier gründen die Stadt Quart Haddash (Karthago)
270–146 v. Chr.Die drei punischrömischen Kriege enden mit der Zerstörung Karthagos
670Oqba ibn Nafi und sein arabischislamisches Heer unterwerfen Nordafrika und gründen Kairouan
800Mit der berberstämmigen Dynastie der Aghlabiden beginnt eine kulturelle Blütezeit
1048Invasion der arabischen Nomadenvölker Beni Hillal und Beni Sulayn; Kairouan wird zerstört
1230Die Hafsiden begründen eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte
1574Tunesien wird dem Osmanischen Reich einverleibt
1881Vertrag von Bardo; Tunesien wird französisches Protektorat
1934Gründung der Néo-Destour Partei unter dem Rechtsanwalt Habib Bourguiba
20. 3. 1956Tunesien wird unabhängig. Die neue Verfassung verbietet die Polygamie
7. 11. 1987Vizepräsident Zine el Abidine Ben Ali lässt Bourguiba für regierungsunfähig erklären und übernimmt die Macht
2002Ein Anschlag auf die Synagoge La Ghriba auf Djerba tötet 21 Urlauber
2004Ben Ali wird mit 95 Prozent der Stimmen wiedergewählt
2006Tunesische Polizei zwingt verschleierte Frauen in öffentlichen Gebäuden, das Kopftuch abzulegen
www.tunesien.comeinziges deutschsprachiges Forum über Tunesien; Themen sind z.B. Familie und Partnerschaft, Arbeiten in Tunesien, Tourismus, Land und Leute.
www.holidaycheck.deBei der Wahl eines Urlaubshotels ist dieses Forum sehr hilfreich: Erfahrungsberichte vermitteln mehr als Katalogbeschreibungen.
http://maghreblog.netfranzösischsprachiges Forum zu Themen wie Politik, Wirtschaft, Sport, Musik etc.
www.tunizik.comDie Website freischaffender tunesischer Künstler enthält Musik- und Video-Podcasts und ein Diskussionsforum in französischer Sprache.
Entspannung bei Tee, Mokka und WasserpfeifeMüde vom Medinabummel? Einige hübsche Cafés bieten Abhilfe, allen voran das berühmte Café Mrabet (Souk et-Trouk) im andalusischen Dekor und mit einer hübschen Dachterrasse. Unten im Caféraum nuckeln die Eingeweihten an ihren chichas. Die Jugend hat das Café Chaouechin (Souk ech-Chechia) zum Hotspot erkoren. Auch dort blubbern die Wasserpfeifen um die Wette. Ganz im Loungetrend liegt der Salon de Thé Essour – ein kühl gestylter Ort, an dem sich junge Paare ein Stelldichein geben und wo die chichas in allen Aromen vor sich hin dampfen (52, Rue Djammaa ez-Zitouna).
Tunesiens wichtigstes Exportgut wächst im SahelSandige Böden, unregelmäßige und geringe Niederschläge – für den knorrigen Olivenbaum sind dies ideale Bedingungen. Deshalb wurden die Böden des tunesischen Sahel bereits in römischer Zeit mit Oliven bepflanzt. Welch hohen Ertrag die grüne Frucht brachte, spiegelt sich in den prunkvollen Bauten des 2./3. Jhs. Eine neue Hochzeit der Olive brach im 19. Jh. an: Unter französischem Protektorat entstanden riesige Staatsgüter wie zum Beispiel die Domaine d'Enfida zwischen Sousse und Hammamet. Heute steht Tunesien mit einer Produktion von 230000 t Olivenöl an vierter Stelle auf dem Weltmarkt; unter den Exporteuren ist das Land mit 180000 t führend.
Die Salzsäule(2002): Nur wenige tunesische Autoren wurden ins Deutsche übersetzt. Der berühmteste ist Albert Memmi, der hier seine Jugend erzählt.
Adieu Rosalie(2004): Der in Deutschland lebende Hassouna Mosbahi setzt sich ironisch mit seinem Exil auseinander.
Bajas Liebhaber(2006): Lesenswerter und amüsanter Roman von Habib Selmi.
Halfaouine(1990): Der Film von Ferid Boughedir erzählt vom Leben eines Jungen im gleichnamigen Stadtteil von Tunis.
Les Silences du Palais(1993): Der Film von Moufida Tlati, für den sie 1994 die Goldene Kamera in Cannes bekam, führt eine junge Sängerin zurück in die Kindheit in einem Palast einer großbürgerlichen Familie.
Bab'Aziz(2005): Der Film des Malers, Schriftstellers und Regisseurs Nacer Khemir schickt die Zuschauer mit einem blinden Derwisch und seiner kleinen Enkelin auf eine magische Reise durch die Wüste.
Szene
Trend Guide Tunesien
Die heißesten Entdeckungen und Hotspots! Unser Szene-Scout zeigt Ihnen, was angesagt ist
Andrea Philippiist Pressereferentin des Tunesischen Fremdenverkehrsamts in Deutschland (www.tunesien.info) und kennt das Land in- und auswendig. Und nicht nur das: Tunesien ist für sie zu einer zweiten Heimat geworden. Vor allem Südtunesien und die Wüste haben es ihr angetan. Ihr Geheimtipp: die fast unberührten Kerkennah-Inseln.
Klappe und Action!Die faszinierende Landschaft macht Tunesien zu einer beliebten Film-Location: Star Wars, Der Englische Patient und Indiana Jones wurden hier gedreht. Das Höhlenhaus, in dem Luke Skywalker bei seinen Pflegeeltern lebt, ist das Hotel Sidi Driss in Matmata (Alt-Matmata | Tel. 75240005). 13 km nordwestlich von Tozeur befindet sich der Marabout Sidi Bou Hellal: Hier liegt der Canyon, in dem Graf Almásy in Der Englische Patient die Höhle der Schwimmer entdeckt und Luke Skywalker in Star Wars eine Verfolgungsjagd mit den gefürchteten Tusken Raiders, den Sandmenschen, zu bestehen hat. Der Kamelfelsen (Lager der Archäologen in Der Englische Patient) und die Weltraumstadt Mos Espa (Star Wars, Episode I) sind ebenfalls nicht weit von Tozeur am Ufer eines Salzsees zu finden. In der Bergoase Tamerza entstand im Trockenflussbett des Oued el-Khanga eine der Schlüsselszenen von Der Englische Patient: der Showdown zwischen Graf Almásy und dem betrogenen Ehemann Clifton. „Katharine“ Kristin Scott Thomas hat hier an einem Felsen ihre Initialen hinterlassen – man muss sie nur finden!
Blauer DunstDie Wasserpfeife, chicha genannt, ist in Tunesien absolut in. Schmauchten früher nur ältere Herren ihr Pfeifchen im Café, sind chichas heute ein unverzichtbares Trendutensil der Szenelokale geworden. In Bars, Diskotheken und Lounges sprudeln Wasserpfeifen in allen Aromen. Besonders beliebt sind fruchtige Tabake wie Apfel oder Mango. Angesagte Chicha Cafés: La Rose des Sables in Tunis (5 Rue Djammaa ez-Zitouna), Le Diwan in Sfax (Bab Diwan), Café Ben Damech in Houmt Souk/Djerba (Place Moktar-Attia).
Schicke SchuheBabouches gehören zu den Basics arabischer Kleidung. Sie werden traditionell aus weichem Leder und ohne Absatz gefertigt und zum Kaftan getragen. Die moderne tunesische Damenversion ist todschick! Seiden- oder Lederpantoletten laufen neuerdings vorne spitz zu, klicken mit einem kleinen Absatz über die Straßen und glitzern perlenbestickt, stets passend zur aktuellen Mode! Babouches gibt es in allen Farben des Regenbogens in den Souks von Tunis und Sousse und in normalen Schuhgeschäften zu kaufen.
In-StyleDer Preis des Designwettbewerbs Khomsa d'Or ist Tunesiens Ritterschlag für junge Modedesigner (www.artisanat.nat.tn). 2007 bekam der Modemacher Sleem den begehrten Preis für seinen kühnen Mix aus Tradition, Fashion und knallbunten Farben. Der ebenfalls preisgekrönte Designer Salah Barka ist auch während der Tunisia Fashion Week vertreten (www.tunisiafashionweek.com) und macht nicht nur Mode für das französische Label Stella Moda, sondern entwirft Kostüme für Theater und Film.
Sousse oder Ibiza?Tunesiens dynamischste Clubszene entwickelt sich entlang der Meerespromenade Corniche von Sousse nach Süden: House-Vibes gibts im Living Samara (Bd. du 7. Novembre | Tel. 22020020), Techno und Underground im Bonaparte (Ave. Taieb Mhiri | Tel. 73225342), einem Club der ersten Stunde. Electro, Tek-House, Progressive, Underground und Tribal drehen sich im Rediguana (Tel. 73246000) in Port el-Kantaoui auf den Plattentellern. Das Nachtprogramm für Sousse liefert www.soussebynight.com.
Medina-RevivalEinst traditionelle Altstadt, heute angesagte Location für coole Cafés wie das Essour (Rue Djammaa ez-Zitouna) oder für Kunstgalerien, Jazzclubs, Intellektuellentreffs wie den Club Tahar Haddad (Rue du Tribunal) und Restaurants wie das Chez Mouni (Rue des Tamis). Das Top-Event in der neu belebten Medina ist das Festival de la Medina. Alljährlich werden die prunkvollen Altstadtpaläste zum Schauplatz für Künstler, die Musik, Tanz und Sufizeremonien zeigen (im Ramadan, Programm kurz vorher auf der Internetseite des Fremdenverkehrsamts unter www.tunesien.info).
Salzsee-FunEin Trendsport erobert Tunesien. Speedsailing nennt sich das rasante Vergnügen, bei dem man mit Landseglern über die Ebenen der ausgetrockneten Salzseen düst. Die schnellen Gefährte flitzen auf Rollen und dank Wind und Segel durch die Landschaft – der Pilot lenkt das Funsport-Vehikel im Sitzen. Besonders spektakulär geht das beispielsweise auf dem Salzsee Chott el Djerid beim Anbieter Desert Evasion (Zone Touristique B.P. 9 | Tozeur | Tel. 76431041).
Latin FeverDie Jungs und Mädels aus La Marsa oder Nabeul beherrschen Mambo, Rumba & Co. ebenso gut wie ihre Kollegen aus Lateinamerika. Zum Salsatanzen trifft sich die Szene in Tunis freitags in der Brasserie des angesagten und sehr schicken Hotels La Maison Blanche (45 Ave. Mohamed 5 | Info bei Fayçal Tel. 98221940). In Sousse werden im Le Banana's (Bd. du 7. Novembre | Tel. 22020020) vor allem an den Wochenenden kubanische Cocktails geschlürft, im exotischen Ambiente des Clubs geht der Salsa-Schwung besonders gut von der Hüfte!
Stichworte
Von Alkohol bis Schleier
Tunesien ist das modernste Land Nordafrikas, zugleich aber auch tief in den Traditionen verwurzelt
AlkoholDie meisten Tunesier sind pragmatische Muslime, und deshalb sehen sie das im Islam geltende Alkoholverbot nicht zu streng. In den Touristenhotels und in den meisten gehobenen Restaurants wird Alkohol ausgeschenkt. Aus Rücksicht auf das religiöse Empfinden Ihrer Gastgeber sollten Sie aber während des Fastenmonats Ramadan darauf verzichten, in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken.
BauchtanzDer Bauchtanz ist keine tunesische Tradition, sondern stammt aus Ägypten bzw. dem Nahen Osten. Nichtsdestoweniger sind Bauchtanzshows sehr beliebt und gute Tänzerinnen ebensolche Superstars wie berühmte Sänger oder Musiker. Die meisten Hotels organisieren einmal in der Woche einen tunesischen Abend, zu dem auch der Auftritt einer Tänzerin gehört.
BerberBerber bildeten die Urbevölkerung des nördlichen Afrika; erst ab dem 7. Jh. wurden sie von den einwandernden arabischen Stämmen aus ihren angestammten Gebieten gedrängt. Die meisten leben auf Djerba und in den Höhlendörfern des Südens. Ebenfalls im Süden, um Douz und Tataouine, gibt es noch rein arabischstämmige Familien. Im Gegensatz zu den Arabern haben die Berber präislamische Glaubensvorstellungen bewahrt, die heute als Aberglaube angesehen werden, so die Angst vor dem bösen Blick oder der Glaube an besondere Heilkräfte von Amuletten.
Habib BourguibaDer Rechtsanwalt Habib Bourguiba (1904–2000) war der führende Widerstandskämpfer gegen die französische Kolonialherrschaft und nach der Unabhängigkeit von 1956 bis 1987 Staatspräsident. Der moderne, aufgeklärte Politiker wandelte sich mit zunehmendem Alter zu einem despotischen Alleinherrscher, der seine Untertanen bespitzeln ließ und jegliche Opposition erstickte. 1987 wurde er von seinem Vize- und jetzigem Ministerpräsidenten Zine el-Abidine Ben Ali abgesetzt.
FrauenGanz gleich, ob traditionell mit Schleier oder nach der jüngsten Pariser Mode gekleidet – tunesische Frauen sind sehr selbstbewusst. Die Verfassung sieht sie als gleichberechtigt und selbstbestimmt. Ein Viertel der Berufstätigen sind Frauen, ebenfalls ein Viertel der Parlamentsabgeordneten (1989 waren es nur 4 Prozent).
HammamDas Dampfbad, Hammam, ist eine der angenehmsten Wellnesserrungenschaften der islamischen Kultur und eine wichtiger Treffpunkt, vor allem für traditionell lebende Frauen. Im Hammam plaudern sie mit Nachbarinnen und Freundinnen, tauschen Neuigkeiten aus, knüpfen Kontakte. Traditionelle Hammams sind meist recht einfach und nicht unbedingt auf europäische Besucher eingestellt. Aber es gibt mittlerweile auch luxuriösere Dampfbäder, zum Beispiel in vielen Hotels.
Islam„Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet“ – dieser Ruf zum Gebet erschallt fünfmal täglich von den Minaretten. Der Islam wurde im 6. Jh. im heute saudischen Mekka begründet. Der Kaufmann Mohammed (etwa 570–632) empfing in mehreren Offenbarungen Allahs Worte, die er im heiligen Buch des Koran niederschrieb. Fünf Säulen sind Grundlage eines gottgefälligen Lebens: die Bekenntnis zum alleinigen Gott, das tägliche Gebet, das Fasten im Monat Ramadan, die Pilgerfahrt nach Mekka und das Almosengeben. Die meisten tunesischen Muslime halten die Regeln ein, lehnen aber jede Art von religiösem Fanatismus ab.
IslamistenRadikale Islamisten gibt es zwar, aber sie werden streng observiert. Religiöse Parteien sind verboten; die größte fundamentalistische Bewegung wird überwacht, ihre Anführer sitzen im Gefängnis oder im Exil. Die Freitagspredigten der Imame werden zensiert. Trotz der staatlichen Kontrolle gelang einem Fanatiker 2002 ein Attentat auf die Synagoge La Ghriba auf Djerba.
JasminJasmin ist die tunesische Nationalblume; ihre Sträucher wachsen in fast allen Teilen des Landes. Die Blüten werden zu Sträußchen gebunden und von Straßenverkäufern angeboten. Die Männer tragen diese Minibouquets beim Bummeln kokett hinters Ohr gesteckt.
Ksar und KasbahKsar, Mehrzahl Ksour, ist das Berberwort für eine Festung, in der in Kriegszeiten die Menschen aus den umliegenden Dörfern Schutz suchen konnten. Häufig wurden in einem Ksar auch die Vorräte und Wertsachen aufbewahrt, zumeist in den Ghorfas, wie in Bienenwaben aufeinandergestapelte Zellen mit Tonnengewölbe. Im Ksar wurde häufig auch Wochenmarkt gehalten, und der Ältestenrat versammelte sich darin, um Recht zu sprechen. Das arabische Kasbah bedeutet ebenfalls Burg, bezeichnet in Tunesien aber meist die Festung zum militärischen Schutz einer Stadt.
KunstAls Sternstunde des Expressionismus gilt die Reise der Maler August Macke, Paul Klee und Louis Mouillet 1914 nach Tunesien. Viele berühmte Bilder entstanden dabei, darunter August Mackes „Blick auf eine Moschee“ in Sidi Bou Saïd. Der malerische Ort hoch über der Bucht von Tunis ist Mittelpunkt der Malerszene mit zahlreichen Galerien. Bekannte tunesische Maler sind Ammar Farhat und Yahia Turki, Begründer der École de Tunis und Verfechter der abstrakten Malerei.
MaraboutMarabout bedeutet zweierlei: einen wegen seiner Religiosität von den Menschen verehrten Mann (evtl. auch eine Frau) und zugleich das mit einer Kuppel gekrönte Grabmal, das ihm errichtet wurde. Ein Marabout besitzt baraka, eine von Allah verliehene Kraft, von der angenommen wird, dass sie heilen oder gar Wunder wirken kann. Diese Kraft besteht auch nach dem Tod des Marabout weiter, weshalb die Gläubigen zu seinem Grabmal pilgern, um daran teilzuhaben.
MoscheeIn Kairouan steht die älteste Moschee Nordafrikas; ein Gefährte des Propheten hat sie im 7. Jh. gegründet. Die meisten älteren muslimischen Gotteshäuser in Tunesien sind nach dem Vorbild dieser Großen Moschee als Hofmoscheen erbaut. Sie bestehen aus dem Gebetssaal und einem großen, von schattigen Arkaden umgebenen Hof mit einem Minarett, das ursprünglich wohl auch als Wachturm diente. Säulen gliedern den Gebetssaal in mehrere Schiffe, die auf die nach Mekka gerichtete Kiblawand mit der Mihrabnische zulaufen. Sie geben die korrekte Gebetsrichtung an. Vom Predigtstuhl Minbar spricht der Vorsteher der Moschee, der Imam, die Freitagspredigt. Moscheen sollen eigentlich stets für die Gläubigen zugänglich sein; in Tunesien werden sie aus Angst vor islamistischer Propaganda im Gotteshaus nur zu den Gebeten geöffnet. Nichtmuslime dürfen nur den Innenhof einiger touristisch interessanter Moscheen betreten.
MusikDie schönste tunesische Musikform, der maalouf, ist eine glückliche Verbindung arabischer und andalusischer Liedtraditionen. Es ist eine sanfte, klagende Musik, gespielt von einem kleinen Orchester und garniert mit virtuosen Arabesken des Soloinstruments, der Laute oud. Berühmtester Maaloufinterpret ist Anouar Brahem, der auch internationale Konzertsäle füllt.
Politik und WirtschaftTunesien ist auf dem Papier eine Demokratie, de facto aber ein Einparteienstaat, denn die Regierungspartei RCD (Rassemblement Constitutionel Démocratique) versammelt bei Wahlen regelmäßig über 80 Prozent der Stimmen, während die zersplitterte Opposition durch des Präsidenten Gnaden auf einigen geschenkten Parlamentssitzen das demokratische Feigenblatt spielt. Ministerpräsident Zine el-Abidine Ben Ali hat die staatlich gelenkte Wirtschaft liberalisiert und das Land mit großem Erfolg international wettbewerbsfähig gemacht. Allerdings bleibt die große Zahl arbeitsloser Jugendlicher ein unbewältigtes Problem. Nach innen schätzt Ben Ali die Politik der harten Hand, weshalb Tunesien regelmäßig in Amnesty-International-Berichten über Polizeiwillkür und Folter auftaucht.
RamadanDas vierwöchige Fasten im Ramadan stellt Muslime vor eine harte Belastungsprobe. Tagsüber wird absolute Enthaltsamkeit erwartet; sobald aber die Muezzins nach Sonnenuntergang das Fastenbrechen verkünden, darf das Verpasste nachgeholt werden. Folglich sind die Fastenden am Tag ziemlich müde und angeschlagen, während die Nächte des Ramadan zu den aufregendsten des Jahres gehören. Die Menschen strömen in die Souks, kaufen ein, gehen Essen oder besuchen Freunde. In der Medina von Tunis findet in dieser Zeit ein hochkarätig besetztes Kulturfestival mit Konzerten, Lesungen, Theater und Tanz statt.
SchleierDas Haare, Hals und Schultern verhüllende Kopftuch trugen früher hauptsächlich ältere Damen oder Frauen in ländlichen Regionen; heute sieht man auch viele junge Mädchen damit. Gelegentlich kann man den Eindruck gewinnen, es gäbe nichts Modischeres als dieses doch eigentlich das Gegenteil beabsichtigende Accessoire. Die Staatsgewalt allerdings sieht im Schleier eine Bekenntnis zu islamistischem Gedankengut. Mit Berufung auf einen bislang nie durchgesetzten Erlass, der das Tragen eines Schleiers in der Öffentlichkeit verbietet, zwang die Polizei in letzter Zeit Frauen in mehreren Großstädten, den Schleier abzulegen.
Feste und Events
Feste aus Tausendundeiner Nacht
Sperber, Dromedare und eine „Goldene Tanit“
Reizvolle Folklorefestivals, anspruchsvolle Musik- und Filmfeste, bunte Erntedankfeiern und die traditionellen islamischen Festtage bieten Unterhaltung, Anregung oder Besinnung für jeden Geschmack. Die genauen Termine erfahren Sie beim tunesischen Fremdenverkehrsamt (www.tunesien.info).
1. JanuarNeujahr
20. MärzUnabhängigkeitstag
21. MärzTag der Jugend
9. AprilTag der Märtyrer
1. MaiTag der Arbeit
25. JuliTag der Republik
13. AugustTag der Frau
7. NovemberTag der Jasminrevolution
Rass el-AimNeujahr (29. Dezember 2008)
MouloudGeburtstag des Propheten Mohammed (9. März 2009)
RamadanFastenmonat (Beginn 1. September 2008, 22. August 2009)
Aïd es-SeghirFastenbrechen (1. Oktober 2008, 2. September 2009)
Aïd el-KebirOpferfest (8. Dezember 2008, 27. November 2009)
Januar–MärzFestival der Ksour in Tataouine: Berberische und arabische Musik- und Tanzgruppen aus Marokko und den Nachbarländern zeigen ihre Traditionen vor der mächtigen Kulisse der alten Ksarburgen südlich von Tataouine.
April/MaiFestival der Blüte, Nabeul: Ende April/Anfang Mai können Sie zusehen, wie die kostbaren Duftessenzen aus Orangen-, Jasmin- und Geranienblüten gewonnen werden.
JuniFalkenfestival, El-Haouaira/Cap Bon: Im Juni treffen sich die Falkner und lassen ihre Vögel die schönsten Kunststücke vollführen.
JuliInternationales Jazzfestival, Tabarka: Anfang Juli machen die Größen der Jazzszene in Tabarka eine Woche lang die Nacht zum Tag.
Juli/AugustFestival d'Aoussou, Sousse: einem Marabout gewidmetes Fest mit malerischen Prozessionen (Ende Juli/Anfang August)
AugustFête de la Kharja, Sidi Bou Saïd: Das Fest am zweiten Augustwochenende gilt dem Marabout Sidi Bou Saïd. Sein Grab ist Ziel religiöser Prozessionen.
NovemberInternationales Festival des arabischen Films, Carthage: Jeden November in geraden Jahren treten die besten Filme arabischer Regisseure zur Konkurrenz um die „Goldene Tanit“ (eigtl. Tinnit, Hauptgöttin von Karthago) an.
DezemberSaharafestival in Douz: Ende Dezember steigt das actionreiche Spektakel am Fuß der großen Dünen von Douz: Kamel- und Pferderennen, Nomadenhochzeit und Windhundjagden versammeln Sesshafte und Nomaden.
Essen und Trinken
Orientküche für Einsteiger
Aromatische Kräuter und die scharfe Harissa geben tunesischen Gerichten den letzten Pfiff
Eines gleich vorweg: Auch wenn mittlerweile fast alle Hotels zumindest an einem sogenannten tunesischen Abend in der Woche einheimische Gerichte servieren, sollten Sie sich ab und an aus dem Speisesaal hinaus und in ein richtiges tunesisches Restaurant hinein wagen. Denn wer nur die auf den europäischen Gaumen abgestimmte und deshalb zumeist eher gewürz- und reizarme Hotelkost kennt, hat keine Ahnung von den wahren Genüssen tunesischer Küche.
Die in diesem Reiseführer empfohlenen Restaurants gehören fast alle zur gehobenen Kategorie. Verzichten Sie aber vorsichtshalber besser auf Speisen, die nicht wirklich gekocht sind, also auf Salat oder halb gares Fleisch bzw. Fisch. Es ist auch gar nicht nötig, denn die tunesische Küche kennt viele gegarte Köstlichkeiten, ja sogar einen delikaten Salat aus gebratenem Gemüse, salade mechouia.
Harissa, eine scharfe rote Gewürzpaste, ist die wichtigste Zutat tunesischer Kochkünstler, dazu gesellen sich Gewürze und Kräuter wie Kurkuma, Koriander, Kümmel, Safran, roter Pfeffer und Minze; Kapern und Oliven geben vielen Gerichten eine besondere aromatische Note, und fast immer gehören auch Knoblauch, Paprika und Tomaten dazu. Kichererbsen spielen als Beilage eine tragende Rolle, der König aber ist Hartweizengrieß, arabisch Couscous. Die Zubereitung dieses vielseitigen Gerichts, das mit Gemüse- und Fleischsauce, aber auch mit Meeresfrüchten und Fisch serviert wird, ist ziemlich langwierig. Deshalb bekommen Sie Couscous in Restaurants meist nur auf Vorbestellung.
Muslimen gilt Schweinefleisch als unrein; Sie werden es nur in Hotelrestaurants bekommen, wo man es den Gästen zuliebe zubereitet. Lamm ist der wichtigste Fleischlieferant, gefolgt von Rind und Kalb. Im Süden des Landes kann auch einmal Kamelfleisch auf der Karte stehen – es ist durchaus schmackhaft. Geflügel wie Hühnchen, Pute und sogar Strauß finden Sie ebenfalls häufig auf der Karte.
Groß ist das Fischangebot, wobei thon, Thunfisch, an erster Stelle steht. Goldbrasse (daurade) und Seewolf (loup de mer) bereiten besonders die Restaurants an der Küste ebenfalls zu. Von Muscheln sollten Sie allerdings besser die Finger lassen, wenn deren unbedenkliche Herkunft und Frische nicht zweifelsfrei geklärt sind.
Für den kleinen Hunger zwischendurch haben die Tunesier das brik erfunden. Sie können die mit Hackfleisch oder Thunfisch und einem noch halb rohen Ei gefüllte und frittierte Blätterteigtasche an Straßenständen kaufen. Dort wird häufig auch cassecroute angeboten, Weißbrotsandwich mit harissa, Thunfisch und Salat, – und wegen letzterem nicht unbedenklich. Auch Pizza können Sie in den meisten touristischen Orten bekommen – kross gebacken, aber manchmal ziemlich scharf gewürzt.
Ein Fest für die Sinne ist die Dessertkarte bzw. das Nachspeisenbüfett im Hotel. Hier fahren die Köche authentische Kalorienbomben aus heimischer Produktion auf, jede Rücksicht auf europäische Gewohnheiten und Pölsterchen vergessend. Dennoch mit Erfolg! Baklava, makhroud und mit Pistazien gefüllte Datteln finden reißend Absatz.
Tunesische Mineralwasser heißen Safia oder Aïn Garci, sind mit Kohlensäure versetzt und ausgesprochen wohlschmeckend. Daneben gibt es stilles Wasser und Softdrinks. Leitungswasser sollten Sie keinesfalls trinken und auch auf Eiswürfel in Ihrem Drink verzichten – erstens, weil sie aus Leitungswasser hergestellt werden, und zweitens, weil eiskalte Getränke häufiger für Magen- und Darmprobleme verantwortlich sind als schlechtes Essen.
In Tunesien wird Bier (Celtia) gebraut und Wein gekeltert. Tropfen von hoher Qualität sind beispielsweise die weißen Muscat de Kélibia und Ugni Blanc sowie die roten Châteaux Mornag und Magon Rouge. Zum Abschluss eines frugalen Mahls beruhigt ein boukha, ein Feigenschnaps, den Magen. Alternativ können Sie auch einen thé à la menthe, einen Pfefferminztee, wählen, in dem manchmal einige Pistazienkerne schwimmen. Er ist ebenso wohltuend.
Sie werden wohl kaum in die Verlegenheit kommen, das Essen, wie traditionell noch in ländlichen Regionen üblich, aus einer großen, gemeinsamen Schale mit der rechten Hand bzw. einem Stück Brot zu fischen. Sollten Sie doch zu einem solchen Mahl eingeladen werden, dann denken Sie daran, nie die linke Hand zur Hilfe zu nehmen. Sie gilt als unrein und hat im Essen nichts zu suchen.
baklavafeine, mit Rosinen und gemahlenen Nüssen gefüllte Blätterteigschnitten; schmecken nur dann richtig gut, wenn sie ausgiebig in Honig- oder Zuckerwasser ziehen durften.
brikein vielseitiges Gericht, das je nach Füllung immer wieder anders schmeckt. Klassiker ist brik au thon, mit Thunfisch, Petersilie, Kapern, Zwiebeln und einem rohen Ei gefüllter Blätterteig, der in heißem Fett frittiert wird.
chorbadie Suppe aus Lammfleisch und vielen feinen Gewürzen heißt so nach ihrer Einlage, kleinen, wie Reiskörner geformten Nudeln.
doigts de FatimaBlätterteig wird zu einer langen, schmalen Tüte gedreht und wahlweise mit Käse, Thunfisch, Hühnchen und Ei gefüllt und frittiert.
harissascharfe rote Paprika und Olivenöl bilden die Grundlage der Universalwürzpaste, die dann mit Knoblauch, Kümmel, evtl. auch Petersilie, verfeinert wird.
Kebabeine Art Lammgulasch, fein gewürzt mit Zitrone und frischer Petersilie
lablabiKichererbsensuppe, wird traditionell im Winter gegessen: Gewürzt ist sie mit Knoblauch und einer großzügigen Portion harissa.
makhroudsüße Spezialität aus Kairouan: frittierte, mit Datteln gefüllte Grießplätzchen
méchouiso heißt jedes auf dem Holzkohlengrill zubereitete Fleisch; meist handelt es sich um Lamm.
méchouiagegrillte Tomaten, Paprikaschoten und Knoblauch verbinden sich mit Thunfisch, Oliven, Kapern und einem hart gekochten Ei.
merguezkleine, scharfe, mit viel Knoblauch gewürzte Lammfleischwürstchen
moslikross gebackene Lammkeule mit Kartoffeln und Peperoni
tajineanders als der gleichnamige Schmortopf aus Marokko ist die tunesische tajine ein mit Lammfleisch und Käse gefüllter, pikanter Auflauf.
Einkaufen
Teppiche, Keramik und Gewürze
Souvenirs für jeden Geldbeutel
Lederkamele, Messingkannen, Keramikvasen und Seidenkaftane – was ist davon typisch tunesisch? Ehrlich gesagt: nichts. Wenn Sie etwas kaufen möchten, das nicht ausschließlich für den Touristengeschmack angefertigt wurde, bringen Sie etwas Geduld und viel Lust am Stöbern mit. Denn es gibt durchaus schöne, praktische Dinge zu entdecken, so die schlichte braune oder halb grün, halb gelb lasierte Töpferware, die irgendwo im Hintergrund des Ladens auf zumeist einheimische Käufer wartet.
Dekorative KeramikGrün und gelb wie die beiden großen Landschaftsräume Tunesiens, der fruchtbare Norden und die menschenfeindliche Wüste, sind die traditionellen Schalen und Platten für das Nationalgericht Couscous. Angesichts der Flut von Vasen, Schalen und Dekortellern mit üppigen floralen Mustern in den Auslagen der Keramikläden fällt diese schlichte und formschöne Keramik kaum ins Auge. Aber wenn Sie etwas Besonderes kaufen möchten, lohnt es sich, gezielt danach zu suchen.
Filigrane GlaskunstDie Kunst der Glasbläserei hat die Tunesierin Sadika Keskes wiederbelebt und mit europäischen Techniken bereichert. Die Vasen, Gläser, Ampeln und Schalen in ihrem Atelier in Gammarth sind von außergewöhnlicher Schönheit und Originalität. Wenn Sie nicht nach Gammarth kommen: Sadikas Glaskunst finden Sie auch in guten Souvenirgeschäften oder Hotelboutiquen.
Fruchtig oder feurigWie viel einfacher ist es doch, ein paar Gewürze oder Duftessenzen mitzunehmen: Im Gewürzsouk warten Kurkuma, scharfes Paprika, Kardamon, Minze, Orangen- und Rosenwasser auf Käufer. Und harissa, die scharfe Würzpaste in Tube oder Dose, gibts in jedem Lebensmittelladen zu kaufen.
Gewebt oder geknüpftTeppiche braucht jeder Haushalt und jedes Nomadenzelt: Knüpfteppiche kommen aus Kairouan, Webteppiche, killims, aus dem Süden. Mit der Konkurrenz aus dem Mittleren Osten sind beide nicht vergleichbar. Die Knüpfteppiche haben eine gröbere Knotenstruktur als klassische Perser; gute Qualität beginnt bei 40000 Knoten/m² und reicht bis 160000; die Muster sind türkisch-orientalisch inspiriert. Der Staat prüft jeden Teppich, vergibt ein Zertifikat und einen empfohlenen Verkaufspreis. Über den können Sie durchaus noch verhandeln; mehr als 10 Prozent Nachlass sind aber meist nicht drin. Bekanntester Webteppich ist der mergoum aus der Region um Gabès. Er trägt geometrische Muster aus Linien und Dreiecken, oft auch stilisierte Symbole wie Eidechse, Fisch und Hand der Fatima gegen den bösen Blick, und ist in einer Grundfarbe und ein bis zwei Zierfarben gehalten. Auch Webteppiche werden staatlich zertifiziert und mit Preisempfehlung versehen.
Silbernes SchutzsymbolAuffälligen Silberschmuck tragen viele Tunesierinnen, um den bösen Blick, Unheil oder Krankheiten abzuwehren. Die beliebte „Hand der Fatima“, ein Anhänger in Form eines Fisches oder ein stilisiertes Auge aus Silber – sie alle haben eine schützende Funktion und sehen ungemein dekorativ aus. Tunesischer Goldschmuck hingegen wirkt eher konventionell und altmodisch.
Nordtunesien
Tunesien mediterran
An der Nordküste genossen Karthager und Römer das Leben. Heute säumen Traumstrände und reizvolle Feriengebiete die Küste
Rund um die Hauptstadt Tunis zeigt sich Nordtunesien in kräftigen Farben und Düften: Eichen und Kiefern säumen die Korallenküste, Bougainvillea und Hibiskus gießen ihre Blütenkaskaden über weiße Mauern lebhafter Hafenstädtchen, und in Tunis selbst schwingt sich der Duft unzähliger Jasminsträußchen über die Alltagsgerüche der Stadt.
Tempel und Thermen erzählen von der mehr als dreitausendjährigen Geschichte dieser Region, in der sich Europa und Afrika zumeist friedlich begegneten.
Bizerte (120000 Ew.) hat drei Gesichter: das moderne einer von Raffinerie und Wohnblocks geprägten Hafenstadt, das touristische entlang der Meerespromenade Corniche, die einen schmalen, feinen Sandstrand säumt, und das romantische der nahezu intakten Medina.
Helle Sandstrände umschmeicheln die Küstenlinie des Golfs von Hammamet, verspielt-orientalische Fassaden und Kuppen zahlloser Hotels lugen zwischen Palmen hervor, blau-weiße Touristenbähnchen ziehen ihre Bahn zwischen Medina und den Zônes Touristiques genannten Hotelzonen.
Sandstrände und kleine Felsbuchten, eingerahmt von Korkeichen und Pinien, die bizarren Felsnadeln der Aiguilles und ein altes Fort, dazu hübsche Strandhotels und ein kleiner Yachthafen – Tabarka ist eine ideale Sommerfrische ganz im Westen der Korallenküste.
Das Gezwitscher Tausender Stare verwebt sich mit dem Hupen der Autos in einem immerwährenden Stau und den Rufen der Jasminverkäufer zur Hauptstadtmelodie. Tunis (800000 Ew.) ist laut – aber das ist nur der erste Eindruck.
Preiswerte Unterkunftsalternativen zum relativ teuren Hammamet bietet das Nachbarstädtchen Nabeul: Die Pension Les Oliviers z. B. vermietet saubere Doppelzimmer mit Bad für 30 Euro; das Frühstück wird im Olivenhain serviert (11, Rue Abouel-Kacem-ech-Chebbi | Tel. 72286865 | €).
Zentraltunesien
Medinas, Strände und Oliven
Olivenhaine und bunte, quirlige Souks bilden den Rahmen für die schönsten Strände des Sahel
Kontraste im Herzen Tunesiens: Das Landesinnere um Kairouan prägt herbe Steppenlandschaft, in der Sie häufig die schwarzen Wollzelte der Halbnomaden sehen werden.
Der küstennahe Sahel mit seinen in Reih und Glied gepflanzten Olivenbäumen wirkt wie ein von Riesen angelegter Garten und ist eine der bedeutendsten landwirtschaftlichen Regionen Tunesiens. Entlang der hellen Sandsicheln kilometerlanger Strände zwischen Port el-Kantaoui und Mahdia wechseln sich weiß strahlende Hotelpaläste ab mit dem verwinkelten Pastellpatchwork uralter Medinas und der modernen Skyline geschäftiger Hafenstädte. Das enge Nebeneinander von Tourismus, Landwirtschaft und Handel tut Zentraltunesien gut. Trotz der Verführungen des Fremdenverkehrs sind die Menschen hier noch sehr bodenständig.
Inmitten der graubraunen Steppenlandschaft Zentraltunesiens wirkt die heilige Stadt Kairouan mit ihren Minaretten und den herrischen Wehrmauern wie eine Fata Morgana.
Die Fischer- und Hafenstadt (170000 Ew.) am Cap Afrique besitzt eine überaus malerische Medina auf einer weit ins Meer hinausragenden Halbinsel.
Von wehrhaften Mauern umschlossen, birgt die zum Unesco-Welterbe zählende Medina von Sousse auf kleinstem Raum einzigartige Architekturdenkmäler, ein herrliches Mosaikenmuseum und ein buntes Labyrinth von Soukgassen.
Organisierte Ausflüge von den Hotelzonen z.B. nach Mahdia, Sousse oder Monastir sind zwar bequem, aber relativ teuer. Dabei lassen sich gerade in der Region zwischen Sousse und Mahdia alle Sehenswürdigkeiten auf eigene Faust mit der Metro du Sahel erreichen. Die Züge dieser Schnellbahn verkehren häufig und sind selten voll besetzt. Informationen über Abfahrtszeiten haben die Rezeptionen der Hotels und die Touristenbüros.
Südtunesien
Von der Küste in die Wüste
Tunesiens Süden reizt mit kultureller und landschaftlicher Vielfalt
Kilometerlange flache Sandstrände, grüne Palmenoasen, bizarr erodierte Gebirgslandschaften und Salzseen mit tanzenden Luftspiegelungen, uralte Oasenstädtchen und wehrhafte Ksar-Burgen; das ist die archaische, überaus faszinierende Seite Tunesiens.
Den Berbern, den Ureinwohnern Nordafrikas, begegnen Sie in den Trichterhäusern um Matmata, in den Höhlendorfern bei Tataouine und sogar auf der Badeinsel Djerba. Nur an Djerbas Stränden zu verweilen wäre also schade: Der Grand Sud, der tiefe Süden, ist zum Greifen nahe. Ausführliche Informationen zu dieser Region finden Sie im Marco Polo Band „Djerba – Südtunesien“.
Ein breiter Gürtel von Dattelpalmen rahmt die 514 km² große Insel im Golf von Gabès entlang der breiten Sandstrände von Sidi Mahrès und der Plage de la Seguia ein.
Die lebhafte Kleinstadt (45000 Ew.) am Südostrand des Salzsees Chott el-Djerid wird gern als Tor zur Wüste bezeichnet.
Die große, vornehmlich moderne Oasenstadt (220000 Ew.) am Meer ist wegen ihrer ausgedehnten Palmenhaine für jeden von Norden kommenden Reisenden der erste Vorbote der Sahara.
Dass die 90000-Einwohner-Stadt zwischen der Djeffaraebene und dem Dahargebirge eine jüngere Gründung ist, sieht man ihr an: Erst die französische Fremdenlegion legte 1912 den Grundstein.
Über 200000 Dattelpalmen bilden eine grüne Barriere zwischen dem Salzsee Chott el-Djerid und dem Städtchen Tozeur (70000 Ew.).
Die besten Datteln der Welt, Deglet en-Nour, werden in der Region um Tozeur an Straßenständen und in allen Souvenirshops verkauft. Wesentlich günstiger bekommen Sie sie allerdings im Supermarkt, in Tozeur beispielsweise im Magasin Général in der Avenue Farhat Hached.
Ausflüge und Touren
Römer, Kaufleute und Außerirdische
Mit dem Auto und zu Fuß auf Entdeckungsreise
Auf historischen Spuren durch NordtunesienDie Tour führt von Hammamet um die Halbinsel Cap Bon und durch Tunesiens fruchtbaren Norden. Für die 610 km lange Strecke sollten Sie zwei Tage vorsehen und Proviant einpacken, denn gute Restaurants sind rar.
Durch die Medina von TunisAuf diesem etwa dreistündigen Rundgang besichtigen Sie Bereiche der Medina, die Touristen eher selten zu sehen kriegen. Besorgen Sie sich vorher den bei der Touristeninformation erhältlichen Detailplan der Medina.
24h
Ein Tag in Tunis
Action pur und einmalige Erlebnisse.
Gehen Sie auf Tour mit unserem Szene-Scout
Teatime in den SouksIn den engen Gassen der Medina wird gefeilscht und gehandelt, dass es nur so eine Freude ist. Da man mit knurrendem Magen bekanntlich keine guten Geschäfte macht, ist erst einmal Stärkung angesagt. Das osmanische Café M'Rabet im Souk et-Trouk nahe der Großen Moschee Djammaa ez-Zitouna eignet sich dafür bestens. Auf Strohmatten sitzen Jung und Alt und schlürfen Kaffee oder thé au menthe. Wo? Souk et-Trouk
1 PS am StrandRein in den TGM-Zug und ab in den Küstenvorort La Marsa. Nur rund 30 Minuten dauert die Fahrt. Am weiten Sandstrand warten schon die gesattelten Araberpferde, Abenteuerlustige wählen stattdessen das Dromedar. Aufsteigen und los gehts! Pferde und Dromedare vermitteln diverse Anbieter, die am Strand auf Kundschaft warten. Wem das zu unsicher ist, kann über das Hotel The Résidence reservieren. Wo? Hotel The Résidence | La Marsa | Tel. 071910101 | www.theresidence.com
Volle Packung im ThalassotempelVerschwitzt vom Finale im gestreckten Galopp? Dann kommt eine Abkühlung in den Wasserwelten des The Résidence genau richtig. Doch nur im Becken plantschen ist viel zu schade, denn die Thermes de Marins de Carthage gelten als Tunesiens Thalassotempel Nummer eins. Um sich mit Algenschlamm und Peelings verwöhnen zu lassen, muss man kein Hotelgast sein, eine Voranmeldung empfiehlt sich jedoch. Wo? Hotel The Résidence | La Marsa | Tel. 071910101 | www.theresidence.com
Couscous & ChichaZurück in die quirlige Innenstadt von Tunis – der Magen knurrt und bekommt Couscous im Restaurant Nesma des charmanten Boutiquehotels Dar El Médina, das zentral in der Nähe der Kasbah liegt. Und danach geht's in den Salon de Thé Essour: Im stylishen Ambiente ziehen junge Großstädter an ihrer Chicha. Die gibt es hier mit Minze, Apfel- und Bananengeschmack. Wo? Dar El Médina | 64 Rue Sidi Ben Arous | Tunis | Salon de Thé Essour | 52 Rue Djammaa ez-Zizouna | Tunis | Tel. 071563022 | www.darelmedina.com
MeerspassJetzt wieder mit der TGM-Bahn nach Gammarth. Im Hotel Acquaviva lassen sich Sea Kayaks mieten, für 20 Dinar die Stunde. Besonders lustig ist die Bootsfahrt in der Gruppe – da sind Wasserschlachten programmiert. Wo? Hotel Acquaviva | Zone Touristique les Côtes de Carthage | Gammarth | Tel. 071913377 | www.acquaviva-hotel.com
Lighthouse FamilyIm Hotel einfach die Kayaks gegen Leihräder tauschen, aufgesessen und ab geht die Post. Unterwegs in einem Laden noch ein paar tunesische Leckereien eingekauft und hinauf zum Leuchtturm von Sidi Bou Saïd, das sind nur ein paar Kilometer. Einfach ein nettes Plätzchen in der Umgebung suchen und bei der Mahlzeit den Blick auf das maurische Bilderbuch-Ministädtchen schweifen lassen. Fertig ist das perfekte Abendpicknick!
Sundowner mit TraumblickDie Sonne geht unter, die blaue Stunde beginnt – anstatt im populären Café des Nattes gibts den Sundowner im szenigeren Café Sidi Chabaane. Hoch über dem Yachthafen von Tunis und direkt am Hang gelegen, schmeckt der kühle Drink auf der Terrasse extragut und die Spezialität des Hauses, Bambalouni (frittierte Beignets), ebenso. WO? Rue Sidi Chabaane | Sidi Bou Saïd
Heisse Musik, coole LoungeJetzt aber schnell die Räder zurückbringen und ins Taxi wechseln, das benachbarte Karthago steht auf dem Programm. Die Villa Didon ist der In-Treff der altehrwürdigen Stadt schlechthin: Abgefahrene Spots setzen die dortige Light Bar ins rechte Licht. Und für den richtigen Ton sorgen angesagte DJs, schließlich tanzt hier die Jeunesse dorée! WO? Rue Mendès France | Carthage Byrsa | Tel. 071733433 | www.villadidon.com
Sport und Aktivitäten
Meeresbrise und Dünensand
Alle Arten von Wassersport, dazu Golf und abenteuerliches Kameltrekking – in Tunesien haben Sportliche die Qual der Wahl
Tunesiens Küstenlinie ist über 1300 km lang. Entlang der Touristenzonen gibt es Wassersportangebote aller Art: Hier können Sie Tretboote und Surfbretter leihen, Wasserskifahren oder auf Bananenbooten durchs Meer brausen, Parasailen oder einfach nur Schwimmen.
In den Oasen der Sahara stehen wiederum Dromedarreiten und Quadbikefahren auf dem Programm. Die herrlichen Gebirgslandschaften laden zum Wandern ein, doch gibt es bislang kaum markierte Wege bzw. Angebote für organisierte Wandertouren.
GolfMit neun Golfplätzen zählt Tunesien zu den attraktiven Reisezielen für Freunde des Grünen Sports. Spielen können Sie dank der milden Witterung das ganze Jahr über. Die Plätze sind sehr gut gepflegt und bieten auch Kurse für Anfänger an. Nähere Informationen rund ums Golfspielen finden Sie auf der Homepage des tunesischen Fremdenverkehrsamts www.tunesien.info, sowie auf www.tourismtunisia.com.
KameltrekkingMehrstündige oder gar mehrtägige Trekkingtouren durch die Sahara werden von zahlreichen Veranstaltern in der Oase Douz angeboten. Durch die Sanddünen des Großen Östlichen Erg ziehen die Karawanen zum Beispiel. in Richtung der Oase Ksar Ghilane. Die Dromedare laufen rund sechs Stunden am Tag, mittags gibt es eine längere Pause. Wenn Sie Karawanen vor Ort buchen, sind Französischkenntnisse von Vorteil. Kameltouren mit deutschsprachigen Führern organisieren unter anderem Hauser Exkursionen (www.hauser-exkursionen.de) und Trekking Tours Hoffmann (www.trh-reisen.de).
ParasailingAn einem vom Boot gezogenen Fallschirm hängend über Strand und Meer zu schweben ist eine der beliebtesten Sportarten an der tunesischen Küste. Anbieter finden Sie an so gut wie jedem Strandabschnitt.
QuadbikesQuadbikes sind eine Art Motorrad mit vier Rädern und können auch von Anfängern nach kurzer Einweisung gefahren werden. An den meisten Stränden der Touristenzonen werden die Quads stundenweise vermietet; das Mindestalter beträgt 18 Jahre. Mit Quads auf Sandpisten und über Dünen zu preschen macht besonders viel Spaß, weshalb in den Oasen Douz und Tozeur besonders viele Quadbikevermieter vertreten sind. Einige Veranstalter organisieren auch geführte Rundfahrten, die zwischen einigen Stunden und mehreren Tagen dauern können, zum Beispiel Sahara Quads in Tozeur (gegenüber dem Museum Dar Cheraït | Tel. 76454800).
RadfahrenBesonders die Insel Djerba eignet sich mit ihren wenig befahrenen Feldwegen und Regionalsträßchen ideal zum Fahrradfahren. Da es kaum Steigungen gibt, haben auch untrainierte Pedalritter ihren Spaß. Fahrräder können Sie in vielen Hotels und bei Holiday Bikes Tunisie mieten (Plage de Sidi Mahrès | Mobiltel. Tel. 97104460 | um 5 TND/Std.). Auch die schattigen Wege in der Palmenoase von Tozeur sind ideal; hier können Sie sich auf Mountainbikes, französisch VTT, austoben. Verleih bei Location VTT (138, Avenue Abou el-Kacem ech-Chebbi | Mobiltel. Tel. 98825605 | 5 TND/Std.)
ReitenAn so gut wie allen Stränden können Sie auf einem Pferd oder Dromedar kurze Ausritte unternehmen. Fast jedes Hotel hat eine Übereinkunft mit einem Reitstall in der Nähe, dem Sie vertrauen können. Preise und Dauer des Ritts sind festgelegt, eine Stunde kostet um 8 TND. Erfahrene Reiter oder Reisende, die das Reiten lernen möchten, finden in Tunesien einige Hotels mit eigenem Reitstall, zum Beispiel das Hotel Le Sultan in Hammamet (www.lesultan.com), das auch mehrtägige Touren organisiert.
TauchenTauchzentren sind Tabarka an der Korallenküste im Norden sowie Hammamet und Port el-Kantaoui an der Ostküste bei Sousse. Tabarka gilt dank der teils noch erhaltenen Korallenriffe, der von zahlreichen Höhlen und Kanälen durchfurchten Felsküste und der klaren Sicht als beste Tauchdestination Tunesiens. Mehrere Tauchschulen bieten hier Ausbildung nach CAMS- und PADI-Standard an und organisieren Tauchexkursionen für erfahrene Taucher, zum Beispiel zu der unter Naturschutz stehenden Inselgruppe Îles de la Galité (Loisirs de Tabarka | Port de Plaisance | Tel. 78670664 | www.loisirsdetabarka.com). Reizvoll an den Tauchrevieren an der Ostküste sind die Schiffswracks. Empfehlenswerte Tauchschulen sind zum Beispiel Ody-Sea in Hammamet (Tel. 72280588 | www.odyseadiving.com) und Club Sdanek (Tel. 73246374) in Port el-Kantaoui. Tunesiens einzige Dekompressionskammer befindet sich in Tunis.
TennisViele tunesische Hotels besitzen mindestens zwei, oft auch mehr Tennisplätze. Einige erheben für die Miete eine geringe Gebühr; bei anderen ist die Nutzung für die Hotelgäste frei. In Clubhotels mit Animationsteam ist meist auch ein Tennislehrer vor Ort; wenn das nicht der Fall ist, kann Ihnen die Rezeption einen Trainer vermitteln.
WandernEs gibt viele landschaftlich reizvolle Regionen, doch bislang sind nur wenige Wege markiert. Eine gute Infrastruktur finden Sie in der bewaldeten Berglandschaft der Kroumirie im Hinterland von Tabarka an der Nordküste. Als Wanderziel im Kommen ist der Saharaatlas nördlich von Tozeur, wo das zu wunderlichen Skulpturen erodierte Gebirge mit seinen tiefen Canyons und die teils verfallenen Oasen eine außergewöhnliche Kulisse bilden. Wandertouren mit französischsprachigen Führern organisiert hier das Hotel Tamerza Palace (Tel. 76485322 | www.tamerza-palace.com).
WindsurfenSurfer finden entlang der gesamten Küste günstige Bedingungen. Surfbrettverleih und Schulen gibt es an den Stränden der Hotelzonen. Die deutschsprachige Kite- und Windsurfschule Les Dauphins hat ihr Trainingszentrum im Süden Djerbas an der Lagune zwischen der Insel und der Landzunge von Zarzis und veranstaltet Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene. (Mobiltel. Tel. 98966112 | www.wassersport-tunesien.de). Die besten Windbedingungen finden Sie im Frühjahr und Herbst.
YachtingMit sechs komfortablen Yachthäfen ist Tunesien ein beliebtes Reiseziel für Bootfahrer und Segler; viele lassen ihre Schiffe wegen der niedrigen Liegegebühren in Tunesien zum Überwintern. Die bekannteste Marina ist Port el-Kantaoui mit 340 Liegeplätzen (www.port-el-kantaoui.com); jüngste Errungenschaft ist die hypermoderne Marina von Hammamet-Yasmine mit 720 Liegeplätzen, alle mit Wasser und Strom, teils sogar mit Telefon- und TV-Anschluss (www.portyasmine.com.tn).
Mit Kindern reisen
Hannibals Elefanten und Krieg der Sterne
Freizeitparks, Piratenschiffe und Filmkulissen entführen Kinder in eine sagenhafte Abenteuerwelt
Tunesier sind außerordentlich kinderfreundlich: Der Nachwuchs stört nicht und darf deshalb so laut und lebhaft sein wie er will, ganz gleich, ob im Edelrestaurant oder am Strand.
Beim abendlichen Büfett der Pauschalhotels gibt es stets eine Kinderecke. Für Unterhaltung sorgen Miniclubs oder Animationsteams. Wenn es trotzdem langweilig wird, dann gibt es eine Vielzahl von kindgerechten Attraktionen im Hinterland.
Praktische Hinweise
Von Anreise bis Zoll
Urlaub von Anfang bis Ende: die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Tunesienreise
AnreiseDie meisten Reisenden kommen mit dem Flugzeug nach Tunesien. Charter- und Linienflüge werden von allen größeren Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz angeboten. Ziele in Tunesien sind Tunis, Monastir und Houmt Souk/Djerba. Nach Tabarka oder Tozeur gibt es nur saisonale Direktflüge; ansonsten sind sie per Anschlussflug von Tunis zu erreichen. Ein Charterflug kostet um 200 Euro. Es gibt an jedem Flughafen eine Linienbus- bzw. Schnellbahnverbindung (Monastir) in die Stadt. Auch Taxis stehen bereit, sind aber deutlich teurer. Wenn Sie mit dem eigenen Fahrzeug anreisen möchten, müssen Sie mit einer Fähre nach Tunis übersetzen. Zwischen mehreren italienischen und französischen Häfen und Tunis verkehren Autofähren der CTN (www.ctn.com.tn), Euro-Mer (www.euromer.net) und der Grandi Navi Veloci (www1.gnv.it). Eine neue Verbindung gibt es vom sizilianischen Trapani nach Sousse (Euro-Mer). Ungefähre Kosten ab 250 Euro/Fahrzeug und 100 Euro/Person in eine Richtung.
Tunesische Fremdenverkehrsämter60313 Frankfurt | Goetheplatz 5 | Tel. 069/1338350 | Fax 13383522 | www.tunesien.info; 1010 Wien Opernring 1 | Stiege R | Tür 109 | Tel. 01/5853480 | Fax 585348018; 8001 Zürich | Bahnhofstrasse 69 | Tel. 01/2114830 | Fax 2121353 | www.tunisie.ch
AutoDie grüne Versicherungskarte ist Pflicht; empfehlenswert ist eine Vollkaskoversicherung, evtl. auch eine Diebstahlversicherung fürs Reisegepäck. Die Tunesier fahren flott, nicht immer vorschriftsmäßig, aber umsichtig; in ländlichen Regionen ist erhöhte Vorsicht geboten, da häufig auch Radfahrer, Fußgänger und Fuhrwerke unterwegs sind. Nach Einbruch der Dunkelheit sollte man besser nicht mehr fahren, da viele Verkehrsteilnehmer nur unzureichende oder gar keine Beleuchtung haben. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt in geschlossenen Ortschaften 50 km/h, auf Regionalstraßen 90 km/h, auf Autobahnen 110 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,05.
Banken & GeldIm Allgemeinen haben Banken montags bis freitags geöffnet, im Winter von 8 bis 16 Uhr, im Sommer von 7 bis 12 oder 14 Uhr. In allen größeren Städten bzw. Touristenzonen können Sie tunesische Dinar mit der Maestrokarte abheben; dabei fallen aber hohe Gebühren an. Bargeld wechselt die Rezeption im Hotel oder eine Wechselstube.
CampingWildes Campen ist in Tunesien verboten. Abgesehen von einigen sehr hübschen Plätzen in den Saharaoasen ist vom Camping wegen der schlechten Infrastruktur eher abzuraten.
Deutsche Botschaft1, Rue el-Hamra | Mutuelleville/Tunis | Tel. 71786455 | Fax 71788242 | www.tunis.diplo.de
Österreichische Botschaft16, Rue Ibn Hamdis | El Menzah/Tunis | Tel. 71751091 | Fax 71767824 | tunis-ob@bmeia.gv.at
Schweizer BotschaftRue du Lac d'Annecy | Immeuble Stramica | Les Bergs du Lac/Tunis | Tel. 71962997 | Fax 71965796 | tun.vertretung@eda.admin.ch
EinreiseFür einen Aufenthalt bis zu drei Monaten benötigen Sie einen gültigen Reisepass, Kinder einen Kinderausweis mit Bild. Wenn Sie eine Pauschalreise mit Hotel gebucht haben, genügt der Personalausweis.
FotografierenSeien Sie rücksichtsvoll und fotografieren Sie Menschen nur, wenn Sie ihre Erlaubnis dafür haben. Militärische Einrichtung, z. B. auch Brücken sind tabu; besonders vorsichtig müssen Sie beim Fotografieren in Carthage sein – der Präsidentenpalast darf keinesfalls abgelichtet werden. In den meisten Museen und Ausgrabungsstätten wird eine Fotogebühr von 1 TND erhoben; für Videokameras ist sie wesentlich höher.
GesundheitInformieren Sie sich rechtzeitig vor Antritt der Reise bei Ihrem Hausarzt über sinnvolle bzw. notwendige Impfungen. Verzichten Sie auf ungeschältes Obst und frischen Salat oder Gemüse, trinken Sie kein Leitungswasser und nehmen Sie keine Eiswürfel oder offenes Speiseeis – dann werden Sie die Ferien ohne gesundheitliche Beschwerden genießen können. Das ganze Jahr über sollten Sie auf guten Sonnenschutz (Mütze, Sonnenbrille, Pflege mit hohem Lichtschutzfaktor) achten, in den Sommermonaten gehört eine Lotion oder Creme gegen Mücken ins Gepäck. Im Fall einer ernsthaften Erkrankung kann Ihnen das Hotel einen Arzt empfehlen.
InternetTouristische Informationen über Tunesien finden Sie unter www.tourismtunisia.com und auf der deutschen Homepage des Fremdenverkehrsamts www.tunesien.info, www.bab-el-web.com enthält viele praktische Infos, z. B. Zugfahrpläne; www.tunislanuit.com informiert über das Kulturprogramm in der Hauptstadt. Unter www.culture.tn finden Sie Beiträge über tunesische Kunst und Kultur, allerdings nur in französischer Sprache; www.djerba-reiseinfo.de enthält detaillierte Hotelbewertungen.
Internetcafés & WlanIn größeren Städten, in den touristischen Regionen und in vielen Hotels können Sie online gehen. Internetcafés heißen Publinet und sind an dem blauen Schild mit weißer Schrift zu erkennen. Öffentlich zugängliche Hotspots (WLAN) gibt es in Tunesien bislang nur an den Flughäfen Tunis-Carthage und Monastir Skanès. In einigen Businesshotels ist WLAN ebenfalls vorhanden, steht aber nur den Hotelgästen zur Verfügung.
Klima & ReisezeitFür Badeferien empfehlen sich die Monate Mai bis Oktober mit trockenem, warmem Wetter und Wassertemperaturen zwischen 22 und 25 Grad. Frühjahr und Herbst können regnerisch und windig sein, eignen sich aber für Besichtigungstouren. Im Winter sollten Sie besser die südlichen Landesteile, also Djerba und die Saharaoasen, besuchen. Tagsüber ist es dort angenehm warm, in der Nacht fallen die Temperaturen in der Wüste aber teils unter den Gefrierpunkt. An der Korallenküste können Sie nur zwischen Juni und September mit Sommerwetter rechnen; ansonsten fällt häufig Regen.
MietwagenEinen Wagen zu mieten ist relativ teuer; bei den internationalen Unternehmen wie Budget und Avis kostet die einfachste Kategorie um 50 Euro pro Tag. Einheimische Anbieter sind häufig günstiger, doch sind ihre Miet- und Versicherungsbedingungen nicht so transparent, die Autos oftmals in einem schlechterem Zustand. Bei der Übernahme eines Fahrzeugs sollten Sie unbedingt die Fahrtüchtigkeit prüfen und sich vergewissern, dass Ersatzreifen, Sanitätskasten und Warndreieck vorhanden sind.
NotrufAmbulanz Tel. 190; Feuerwehr Tel. 198; Polizei Tel. 197; Touring Club de Tunisie Tel. 71323144
Öffentliche VerkehrsmittelTunesien ist gut mit Bahn und Bus zu bereisen. Die Komfortklasse der Bahn ist meist klimatisiert und bequem, allerdings sollten Sie rechtzeitig reservieren. Mit dem Pass Carte Bleue können Sie zum Preis von 29 TND eine Woche lang durchs Land fahren. Busse sind häufig überfüllt, man muss zeitig da sein, um einen Platz zu ergattern. Zwischen kleineren Orten verkehren louages, Sammeltaxis, die losfahren, wenn alle Plätze besetzt sind.
PostMeist sind Postämter montags bis freitags geöffnet, im Winter von 8 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, im Sommer von 7.30 bis 13 Uhr. Briefmarken bekommen Sie auch in den meisten Souvenirläden, die Ansichtskarten verkaufen.
Preise & WährungTunesien ist ein preiswertes Reiseland; die Nebenkosten für Getränke, Taxi oder Museumseintritt sind gering. Währung ist der tunesische Dinar, TND, zu 1000 Millimes. Dinar dürfen nicht ein- oder ausgeführt werden; sollten Sie überzähliges Geld haben, können Sie bei den Banken am Flughafen gegen Vorlage der Wechselquittung zurücktauschen.
SicherheitTunesien ist ein sicheres Reiseland; kleinere Diebstähle oder Betrügereien kommen zwar vor, doch Gewaltdelikte sind selten. Frauen sollten allerdings nachts nicht in einsamen Gegenden, etwa am Strand oder in der Medina, unterwegs sein.
StromDie Netzspannung beträgt 220 V, ein Zwischenstecker ist in den meisten Hotels nicht erforderlich.
TaxiDie meisten Taxifahrer weigern sich, das Taxameter einzuschalten, sobald sie in einem Fahrgast den Touristen erkennen. Für die Fahrt werden dann meist völlig überzogene Preise verlangt. Wenn Sie den Fahrer nicht davon überzeugen können, korrekt abzurechnen, dann handeln Sie besser vor Fahrtantritt einen Festpreis aus. Für die 12 km lange Strecke von Nabeul nach Hammamet zum Beispiel sollten Sie nicht mehr als 8 TND bezahlen.
Telefon & HandyTelefonieren vom Hotel aus ist sehr teuer; eine preiswertere Möglichkeit bieten die Taxiphone genannten Telefonläden, die es überall gibt und die teils rund um die Uhr geöffnet sind. Die Vorwahl für Deutschland lautet 0049, Österreich 0042, Schweiz 0041, Tunesien 00216. Nummern im tunesischen Festnetz beginnen mit einer 7, Handynummern mit 98 oder 22. Beim Roaming spart, wer das günstigste Netz wählt. Mit einer Prepaidkarte des Gastlands entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe. Prepaidkarten wie die von Global-Sim (www.globalsim.net) oder Globilo (www.globilo.de) sind zwar teurer, ersparen aber ebenfalls alle Roaminggebühren. Und: Sie bekommen schon zu Hause Ihre neue Nummer. Immer günstig sind SMS. Hohe Kosten verursacht die Mailbox: noch im Heimatland abschalten!
TrinkgeldKellner, Gepäckträger und Taxifahrer erwarten ein Trinkgeld, das um 10 Prozent des Rechnungsbetrags bzw. 1 TND pro Gepäckstück liegen sollte. Auch das Zimmermädchen erhofft sich eine kleine Aufmerksamkeit. Bedenken Sie, dass das Trinkgeld ein wichtiger Bestandteil des Einkommens ist, mit dem die im Tourismus Beschäftigten fest rechnen.
TrinkwasserLeitungswasser ist sehr stark gechlort und nicht trinkbar. Nehmen Sie stattdessen Mineralwasser, das Sie in Supermärkten preiswert kaufen können.
UnterkunftDie meisten Ferienhotels befinden sich in so genannten Zônes Touristiques, den Touristen- oder Hotelzonen, die außerhalb der Orte oder Städte liegen. Sie sind mit Sternen klassifiziert und haben fast alle Restaurant, Bar, Swimmingpool und Strand und zwischen 150 und 500 Zimmer. Viele bieten mittlerweile eine All-inclusive-Verpflegung an. Vorteil dieser Hotelzonen ist, dass die Gäste kaum durch Stadt- und Verkehrslärm gestört werden. Die Unterkünfte in den Städten haben entweder Luxusstandard (für Geschäftsleute) oder sind sehr einfach und häufig furchtbar laut. Individuelle Hotels gibt es kaum; einen Schritt in diese Richtung machen die Hôtels de Charme, kleine und sehr elegante Häuser, die allerdings im Vergleich zu den Pauschalhotels ziemlich teuer sind.
ZeitIn Tunesien gilt die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) bzw. Sommerzeit.
ZeitungenSie können im Hotel oder an Kiosken deutsche Boulevardzeitungen bekommen; Tageszeitungen wie SZ und FAZ gibt es seltener. Die wichtigsten tunesischen Blätter heißen Le Temps und La Presse.
ZollZollfrei einführen dürfen Sie 400 Zigaretten, 2 l Spirituosen bis 25 Prozent, 1 l über 25 Prozent, 250 ml Parfüm und Gegenstände für den persönlichen Bedarf. Antiquitäten dürfen nicht ausgeführt werden. Bei der Rückreise ins Heimatland sind 200 Zigaretten, 1 l Spirituosen über 22 Prozent, 50 g Parfüm und andere Waren im Wert von bis zu 250 Euro bzw. 300 Schweizer Franken frei.
Fahrrad3 Euro/Std. für ein Mietfahrrad
Kaffee50 Cent für einen Espresso
MuseumEtwa 1,50 Euro für einen Museumsbesuch
Bier2–3 Euro im Restaurant
Benzin66 Cent für 1 l Super
Snack1,50 Euro für ein brik am Stand
Unser Insider
MARCO POLO Autoren Daniela Schetar und Friedrich Köthe im Interview
Daniela Schetar und Friedrich Köthe bereisen Tunesien seit 1975 und haben zahlreiche Bücher und Artikel über das Land veröffentlicht.
Was reizt Sie an Tunesien?Die erste Reise haben wir als Schüler unternommen und sind auf Karl Mays Spuren durch Südtunesien getrampt. Damals hatte es uns die Sahara besonders angetan. Bei späteren Reisen haben wir dann das ganze Land kennen- und lieben gelernt: Tunesien ist eine faszinierende Mischung traditioneller Elemente und einer dynamischen Moderne. Sie finden archaische Wohnkultur und hippe Mode, tiefe Frömmigkeit und aufgeklärte Jugendszene oft ganz nahe beieinander. Es macht einfach Spaß, diese Facetten immer neu zu entdecken. Und natürlich schätzen wir das angenehme Klima, die schönen Strände und die grandiosen Wüstenlandschaften.
Was mögen Sie an Tunesien nicht so?Der Tourismus hat leider auch großen Schaden angerichtet. Viele, vor allem junge Männer, lassen jeden Respekt vermissen, sind zudringlich oder sogar unverschämt. Es kostet oft viel Kraft, sich von diesem Verhalten, das vor allem Hotelbedienstete und Verkäufer an den Tag legen, nicht abschrecken zu lassen.
Was machen Sie beruflich?Als Reisejournalisten schreiben wir regelmäßig Artikel und Bücher über verschiedene Reiseziele. Spezialisiert sind wir auf das ehemalige Jugoslawien und die Maghrebländer. Über Tunesien haben wir sowohl Reiseführer als auch Bildbände publiziert. Wir arbeiten für alle großen Reiseverlage.
Kommen Sie viel in Tunesien herum?Wir sind mindestens zweimal im Jahr für mehrere Wochen in Tunesien und bereisen dann das ganze Land.
Sprechen Sie Arabisch?Wir sprechen nur ein paar Brocken Arabisch, genug, um höflich zu grüßen, Lebensmittel einzukaufen oder im Restaurant bestellen zu können. Französisch hingegen sprechen wir nahezu fließend, und damit kommt man fast überall gut zurecht.
Was tun Sie in Ihrer Freizeit?Arbeit und Freizeit sind bei uns kaum zu trennen. Denn in der freien Zeit bereiten wir uns auf die nächste Reise vor. Aber wir lesen gern und viel, und wir gehen wandern.
Mögen Sie die tunesische Küche?Tunesische Küche ist köstlich! Unser Lieblingsessen ist brik, frittierte Teigtaschen mit unendlich vielen verschiedenen Füllungen.
Bloß nicht
Touristenfallen und Dinge, die man besser meidet
Auf „Kellner“ hereinfallenVermeintliche Bekannte, die Sie im Souk oder beim Strandbummel ansprechen, sind mit Sicherheit nicht das, was sie vorgeben: Weder sind sie in Ihrem Hotel beschäftigt, noch wollen sie Ihnen einen Freundschaftsdienst erweisen. Es geht schlicht darum, Sie in den nächsten Laden abzuschleppen.
Frauen allein unterwegsAllein reisende Frauen brauchen ein stabiles Nervenkostüm und viel gute Laune, um die Kontaktversuche der Herren aller Altersstufen freundlichabweisend zu ignorieren. Die meisten Tunesier sind höflich und charmant, das Land ist auch für Frauen sicher – nur nachts allein am Strand oder in der Medina sollten Sie nicht unterwegs sein.
Offenherzige KleidungDie in Hotels und Restaurants beschäftigten Tunesier haben sich an die oft ziemlich legere Kleidung ihrer Gäste gewöhnt; dennoch sollten Sie im Hotel ein Minimum an Rücksicht wahren und in korrekter Kleidung zum Essen erscheinen. Oben ohne am Swimmingpool oder am Strand ist verboten; wenn Sie sich nicht daran halten, bringen Sie Bademeister und Kellner in furchtbare Verlegenheit. Ähnlich empfinden traditionell lebende Tunesierinnen, wenn sie Touristen in knappen Shorts, Trägertops, durchsichtigen Blusen oder Unterhemden durch die Stadt flanieren sehen. Ein Schultertuch oder eine lockere Bluse über dem Top ist ein guter Kompromiss.
Im Ramadan prassenIhre tunesischen Gastgeber dürfen im Fastenmonat tagsüber weder essen noch trinken. Soviel Enthaltsamkeit wird von den Feriengästen natürlich nicht erwartet, aber etwas Rücksicht wäre eine nette Geste: Verzichten Sie außerhalb der Restaurants in der Öffentlichkeit ebenfalls darauf!
Hunde und KatzenStreunende Tiere wecken bei Reisenden häufig Mitleid; wie gern würde man sie doch füttern oder gar streicheln. Aber verzichten Sie lieber darauf! Die Tiere können mit Krankheiten infiziert sein; ein Kratzer oder Biss erfordert eine sofortige Tollwut- und Tetanusimpfung und setzt den Ferienfreuden damit womöglich ein abruptes Ende.
Handeln ohne KaufabsichtRichtig Feilschen will gelernt sein! Wenn Sie ernsthaft in Verhandlungen treten, dann dürfen Sie diese nicht einfach abbrechen. Der Partner erwartet, dass Sie beide handelseinig werden und Sie Ihr Kaufversprechen auch einlösen. Wenn Sie also „nur gucken, nix kaufen“ wollen, dann stellen Sie dies bitte vorher unmissverständlich klar.