Faszination Flughafen
Feuerwehr

Die Brandinspektion Flughafen
Eine nicht "alltägliche" Brandinspektion und Feuerwache der Berufsfeuerwehr Dortmund stellt sich vor. Hier finden Sie Informationen zum Aufgabenbereich, zur Mitarbeiterzusammensetzung, zur Ausbildung und vieles mehr.
Durch den Aus- und Umbau des Dortmunder Flughafens Ende der 90er Jahre wurde es notwendig, den dortigen Brandschutz zu überarbeiten und den neuen Gegebenheiten anzupassen. Im November 1998 entschloss sich die Flughafen Dortmund GmbH zusammen mit der Feuerwehr der Stadt Dortmund dazu, die Flughafenfeuerwehr auszubauen. Dazu wurde ein bis dahin noch bundesweit einmaliges Projekt gestartet. Nach langer Vorbereitungsphase richtete die Stadt Dortmund im Januar 2002 die Brandinspektion Flughafen (BI) ein.
Diese BI setzt sich aus einer nebenamtlichen und aus einer hauptamtliche Feuerwehr zusammen.
Geleitet wird die Inspektion von einem Brandinspektionsleiter. Der BIL ist im Tagesdienst und hat die Aufgaben der Verwaltung, Organisation und Leitung der Flughafenfeuerwehr. In regelmäßigen Abständen übernimmt er bei der Berufsfeuerwehr die Funktion des Einsatzleiters mit Verbandsführerqualifikation (B-Dienst Ebene).
Der nebenamtliche Löschzug, auch LZ 30 genannt, hat den Status einer Freiwilligen Feuerwehr. Er besteht aus derzeit 33 Mitarbeitern des Bodenverkehrsdienstes mit einer sog. FI-Ausbildung (Grundausbildung der Freiwilligen Feuerwehr). Sechs Mitarbeiter besetzen innerhalb der Betriebszeiten neben ihrer normalen Tätigkeit als Flugzeugabfertiger auch Funktionen in der Feuerwehr. Diese Mitarbeiter versehen ihren Dienst im unmittelbaren Umfeld der Feuerwache Ost. Im Alarmfall besetzen Sie ihre Fahrzeuge und werden vom Einsatzleiter neben den hauptamtlichen Kräften eingesetzt.
Der hauptamtliche Teil der Flughafenfeuerwehr bestand bis zum April 2007 aus 10 Mann und wurde zum 01.05.2007 aufgrund des gestiegenen Passagieraufkommens auf 21 Mitarbeiter aufgestockt. Hierzu erhielten sieben Mitarbeiter des Bodenverkehrsdienst bei der Berufsfeuerwehr Dortmund eine Grundausbildung (BI) zum Brandmeister. Weiterhin wurden vier Beamte der Berufsfeuerwehr Dortmund zur "BI-Flughafen" versetzt. Aktuell sind hier 21 Kollegen im 24 stündigen Wechseldienst. Das ergibt eine Tagesstärke von fünf Einsatzkräften.
Somit sind zu Betriebszeiten ständig 11 Feuerwehrleute einsatzklar, um das hohe Sicherheitsniveau des Dortmund Airport abzudecken. Außerhalb der Betriebszeiten übernehmen die Hauptamtlichen Kräfte nur den Gebäudebrandschutz. Zu diesen Zeiten werden regelmäßig die verschiedenen brandschutztechnische Überprüfungen durchgeführt.
Diese Zusammensetzung hat sich bewährt. Die Mitarbeiter des Bodenverkehrsdienstes kennen sich bestens mit den verschiedenen Luftfahrzeugmustern, den örtlichen Gegebenheiten, den technischen Geräten und Anlagen des Flughafens aus. Die Beamten der Berufsfeuerwehr bringen eine Menge Einsatzerfahrung und Sonderausbildungen mit. Diese Kombination aus Beamten der Berufsfeuerwehr, ehem. Bodenverkehrsdienst-Mitarbeitern des Flughafens und des nebenamtlichen Löschzugs, gemischt mit einem hohen Standart an Aus- und Fortbildung, führt zu einer leistungsfähigen Flughafenfeuerwehr.
Aufgrund dieser Konstellation werden hier am Airport keine externen Feuerwehrleute ausgebildet.
Das Einsatzgebiet umfasst das gesamte Flughafengelände mit allen Gebäuden und Freiflächen. Im Schadenfall mit einem Luftfahrzeug rückt die Flughafenfeuerwehr innerhalb eines Dreimeilenradius mit aus. Die Sonderfahrzeuge bewähren sich bei Bedarf auf Anforderung umliegender Feuerwehren auch im Rahmen der überörtlichen Hilfeleistung.
Die Flughafenfeuerwehr ist für die Sicherstellung des Brandschutzes, der Notfallplanung und den Vorbeugenden Brandschutz zuständig. Im Großschadensfall wird sie durch die Feuerwehren Dortmund und Unna sowie von Hilfsorganisationen unterstützt.
Auf der Flugfeldseite arbeit die Feuerwehr nach den Richtlinien der INTERNATIONAL CIVIL AVIATION ORGANIZATION (ICAO). Die ICAO legt weltweit auf allen zivilen Flughäfen die Anforderungen an die Feuerwehren fest.
Im Einsatzfall übernimmt die Feuerwehr Erkundungsaufgaben, z.B. bei Auslösen der Brandmeldeanlage, trifft Maßnahmen bei Bränden oder leistet technische Hilfe.
Ein weiterer wichtiger Aufgabenschwerpunkt ist der Rettungsdienst. Die Feuerwehr wird hier als First Responder tätig. Das heißt, sie übernimmt die Erstversorgung aller Arten von Verletzungen oder Erkrankungen bei Passagieren, Besuchern oder Mitarbeitern. Im Bedarfsfall werden die Patienten an den städtischen Rettungsdienst übergeben und von diesem zur ambulanten oder stationären Behandlung in ein Krankenhaus transportiert. Ambulanzflugdienste erfahren bei Bedarf technische und personelle Unterstützung.
Im Vorbeugenden Brandschutz zeigt sich ein interessantes und umfangreiches Tätigkeitsfeld. Umbaumaßnahmen, werden durch die Feuerwehr von der Planung bis zur Fertigstellung begleitet. Sie erteilt Fremdfirmen Schweißgenehmigungen und stellt ggf. Brandwachen auf. Modernste technische Anlagen wie Sprinklersysteme und Entrauchungsventilatoren stehen zum Teil auch Nachts zur Überprüfung an, da diese während der Betriebszeit nicht durchgeführt werden können. Einmal im Jahr erhalten alle Mitarbeiter des Flughafens eine Brandschutzunterweisung. Dabei werden die Mitarbeiter im Umgang mit Feuerlöschern oder anderen wichtigen Brandschutzangelegenheiten geschult.
Ein wichtiger, aber für Feuerwehren untypischer Aufgabenbereich ist die Vogelvergrämung. Auf Anforderung der Piloten, des Towers oder der Vorfeldkontrolle müssen einzelne Vögel oder ganze Schwärme im Bereich der Start- und Landebahn vertrieben werden, damit es nicht zu Beeinträchtigungen im Flugbetrieb kommt.
Dies sind die angenehmen Tätigkeiten einer Flughafenfeuerwehr! Wenn eine neue Airline zum ersten mal am Dortmund Airport landet, wird die Maschine willkommen geheißen und getauft. Genauso wenn ein Pilot in den Ruhestand geht und seinen letzten Flug von Dortmund aus antritt, wird er so verabschiedet.
Nicht alle Ausbildungen können am Airport selbst durchgeführt werden. Sonderausbildungen erfolgen z.B. durch die Rettungsassistentenschule Dortmund, fachspezifischen Abteilungen der BF wie SE-C, anderen Flughafenfeuerwehren, praktische Atemschutzübungen bei der Feuerwehr Unna, Brandbekämpfung bei der Deutschen Montantechnologie (DMT) und freien Dozenten zusammen.
Weitere flughafenspezifische Ausbildungen finden im Emergency Training Center der Lufthansa in Frankfurt, der Flughafenfeuerwehr Stuttgart, in Teesside (GB) oder bei Spezialgeräteherstellern statt.
Feuerwehr-Mitarbeiter mit Führungsaufgaben haben ein Flugsprechfunkzeugnis in deutscher Sprache bei der Telekom und Deutschen Flugsicherung in Köln abgelegt.






